12.01.2009

2.Sonntag im Jahreskreis B - 18.01.2009

(Fortsetzung)

„Kommt und seht!“ – was für eine herrliche Einladung! Das heißt nicht nur: Kommt mit mir in meine Woh-

nung, in meine gute Stube. Dazu sollte man auch wissen, dass es im Orient eine große Ehre ist, in die Privatwohnung eingeladen zu werden.

In der Regel wurde und wird man z.B. in ein Café eingeladen. Die eigene Wohnung bleibt wirklichen Freunden vorbehalten.

„Kommt und seht!“ – Das heißt doch: Ich verstecke nichts, ich lege euch alles offen, bei mir ist immer Tag der offenen Tür! - Ich möchte, dass ihr euch ein eigenes Bild von mir macht und nicht einfach etwas nachplappert, was Johannes oder sonstwer euch sagt. Ich will euch nicht überrumpeln und nichts auf-

schwatzen. Kommt mit und verschafft euch selbst einen gründlichen Eindruck von mir und meiner Botschaft.

Kommt und nehmt euch die Zeit dafür, ich schenke euch die Zeit. Nehmt eine Kostprobe von mir – probiert es einfach mal aus! Ja, testet mich ruhig, denn gedankenlose Hinter-

herläufer kann ich nicht gebrauchen. Ich möchte, dass ihr wisst, worauf ihr euch mit mir einlasst!

„Kommt und seht“, oder genauer übersetzt, „kommt und ihr werdet sehen“ – das heißt: Nur wer sich der Mühe unterzieht, sich mit mir wirklich ins Gespräch zu begeben, der wird auch sehen, der wird die Frohe Botschaft erst verstehen können. Du kannst 100 kluge Theologie-Bücher lesen und trotzdem nichts begreifen.

„Kommt und ihr werdet sehen“, das ist etwas anderes als eine kleine Wohnungsbesichtigung bei Tee und Keksen. Es ist ein Eintauchen in die Gedankenwelt Jesu, in seine Lebenshaltung, und das ist alles andere als ein Plauderstündchen. Jesus gibt keine billigen Ratschläge und keine schnellen Rezepte, bei denen die Enttäuschung schon vorprogammiert ist. Da gibt es kein „Man nehme…“ wie im Schul-Kochbuch.

Da geht es an die eigene Substanz, da geht es ans Eingemachte, da muss Butter bei den Fisch! Wo stehst du, was glaubst du?


So folgen die beiden Jesus, den sie schon in ihrer Frage anerkennend „Rabbi“, also „Meister“, genannt haben. Sie folgen ihm in sein Quartier. Damals war es so, dass ein Rabbi seine Schüler bei sich zu Hause unterrichtete. Sie lernten bei ihm und lebten in Gemeinschaft mit ihm. So macht es Jesus auch. Im Evangelium ist die genaue Uhrzeit angegeben und die Formulierung: sie „blieben jenen Tag bei ihm“.

Das können wir uns gut vorstellen. Da gab es so viele Fragen, und auf alle gab Jesus geduldig und klar eine Antwort. Da wären wir sicher alle gerne dabei gewesen, um ihm vielleicht auch die Frage zu stellen, die uns gerade im Glaubensleben Kopfzerbrechen macht.

Wirklich sehr schade, dass im Evangelium so rein gar nichts über die Themen dieser langen Gesprächsnacht verraten wird! – Das lässt darauf schließen, dass dies wohlbedachte Absicht ist. Den Hörern und Lesern soll klar werden, wo der Aussage-Schwerpunkt des heutigen Textes liegt. Schau, so wird uns hier gesagt, da haben welche den Mut gehabt, sich ganz auf Jesus einzulassen.

Sie haben sich von ihm zum Gespräch einladen lassen. Sie haben sich mit ihrem Glauben, aber auch mit ihren Zweifeln auseinandersetzen müssen. Jesus überfällt niemand und rennt niemand die Bude ein. Du musst dich schon selbst in Bewegung setzen und mit ihm gehen. Mach dich doch auch auf den Weg und nimm eine Kostprobe!

Den beiden Jüngern in unserem Beispiel hat das lange Gespräch jedenfalls die Augen geöffnet. Erst jetzt wird ein Name verraten: Andreas, der Bruder des Simon Petrus, ist einer der beiden. Der ist so begeistert, so aus dem Häuschen, dass er sich am nächsten Tag sofort als der erste Missionar betätigt: Er macht sich auf den Weg zu seinem Bruder, und dann sprudelt es nur so aus Andreas heraus. Uns ist nur der entscheidende Satz überliefert: „Wir haben den Messias gefunden.“


Was für ein Satz! Ein Satz wie ein Fanfarenstoß, ein Satz, der alles Glück der Welt enthält: Wir haben den Messias gefunden! Da schlägt das Herz vor Aufregung bis an den Hals – mehr Glück geht gar nicht! Diesen Schatz darf man nicht für sich alleine behalten. Man muss die gute Nachricht hinausposaunen, man darf sie seinen Nächsten auf keinen Fall vorenthalten! – So betätigt sich Andreas bei seinem Bruder als Zeuge und Anwerber. „Er führte ihn zu Jesus“, heißt es im Text.

Er führte ihn. Das heißt: ganz alleine kann man Jesus nicht so einfach entdecken. Da werden Helfer gebraucht, Führer, die einen zu ihm bringen, die einem den Weg zeigen, die den Weg auch ein Stück weit mitgehen.

So hat es angefangen mit den Jüngern Jesu, sagt das Evangelium.

Es ist wie beim „Domino-Day“, den viele aus dem Fernsehen kennen. Da ist eine unglaublich lange Reihe von Domino-Steinen, und sie alle werden nach und nach in Bewegung gesetzt. Eine Art Kettenreaktion wird da ausgelöst. Das geschieht dadurch, dass jeder Stein den Anstoß von einem anderen Stein bekommt. Einer wird angestoßen, und dann geht das immer so weiter, einer nach dem anderen.


Dieser Domino-Effekt funktioniert auch im Glaubens-

leben, und das will uns das heutige Evangelium auch anschaulich zeigen. Der Glaube wird weitergegeben, von einem zum anderen, von einem kleinen Missionar zum nächsten. Einen hat es gepackt. Er durfte Jesus kennenlernen.

Das muss einfach weitergesagt werden! Da darf es keine falsche Scheu geben: Oh, entschuldigen Sie bitte vielmals, dass ich katholisch bin! Es soll auch nicht wieder vorkommen!

So verhält sich keiner, der Jesus nachfolgen will.

Das Evangelium zeigt: Wer Jesus kennengelernt hat, der darf nicht schweigen. Natürlich soll er oder sie niemanden überreden. Das schadet nur. Jeder soll Jesus selbst ausprobieren, selbst eine Kostprobe nehmen, ihn selbst testen und sich eine eigene Meinung bilden.

Dazu ist es aber nötig, dass ihn jemand an die Hand nimmt und zu Jesus führt. Das ist die Auf-

gabe der Kirche. Das ist die Aufgabe jedes Christen. Handlanger Jesu sollen wir sein. Also Hilfskräfte, die anpacken, die dem Meister Jesus zuarbeiten. Nicht wir bauen das Haus der Kirche.

Es ist der Meister selbst, der da baut. Aber ihm zuarbeiten, ihm nach Kräften helfen, das können und sollen wir schon. Diese Handlanger sind dringend gesucht, überall auf der Baustelle Jesu.

Packen wir’s an!


Predigt Pfr. Johannes Taig zu Joh 1,35-42

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Predigt, erzählt aus der Sicht des Andreas (pdf)

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Predigt Pfr. Heinz Janssen (anlässlich Konfirmationsjubiläum)

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Portal der Verbraucherzentralen in Deutschland

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Themenportal für Verbraucherbildung

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Ein weiser geistlicher Lehrer sagte einmal zu einem seiner Schüler: “Wenn du nach Gott verlangst, so wird er zu dir kommen.“

Der Schüler verstand nicht. Eines Tages badeten beide im Fluss und der Lehrer sagte:“ Tauche unter!“

Der Schüler tat es. Sofort war der Lehrer über ihm und hielt ihn unter Wasser fest, bis der Schüler erschöpft war. Dann ließ er ihn frei. Aufgetaucht fragte er ihn: „Was hast du da unten empfunden?“

„Das unbändige Verlangen nach einem Atemzug“, antwortete der Schüler. „Sehnst du dich nach Gott ebenso?“

„Nein.“ „Dann musst du es lernen“, erwiderte darauf der Meister, „denn erst, wenn du das tust, wirst du Gott finden.“

(Quelle: unbekannt)



Gottfried August Bürger: Die Schatzgräber

Ein Winzer, der am Tode lag,
rief seine Kinder an und sprach:
„In unserm Weinberg liegt ein Schatz,
grabt nur danach!“ – „An welchem Platz?“
schrie alles laut den Vater an.
„Grabt nur!“ O weh! da starb der Mann.
Kaum war der Alte beigeschafft,
so grub man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke, Karst und Spaten ward
der Weinberg um und um geschart.
Da war kein Kloß, der ruhig blieb;
man warf die Erde gar durchs Sieb
und zog die Harken kreuz und quer
nach jedem Steinchen hin und her
Allein, da ward kein Schatz verspürt,
und jeder hielt sich angeführt.
Doch kaum erschien das nächste Jahr,
so nahm man mit Erstaunen wahr,
daß jede Rebe dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug
und gruben nun jahrein, jahraus
des Schatzes immer mehr heraus.


Bibelfest: Kurz vor der Messdienerstunde: Großes Geschrei draußen vor der Kirche. Der Pfarrer sieht aus dem Fenster des Pfarrhauses, wie einer der neuen Ministranten unter den interessierten Blicken seiner Kumpels seine Katze schwungvoll am Schwanz durch die Luft wirbelt.

Kurz danach beginnt der Unterricht. Natürlich tadelt der Pfarrer diese üble Tierquälerei und stellt die schon fast obligatorische Frage, was denn wohl Jesus dazu gesagt hätte.

Kurzes Grübeln bei den Lausbuben, doch dann hat einer eine Eingebung: „Er hätte gesagt: Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen!“


Informationsbedarf: Großes Entsetzen von

Pfarrer Schmidt beim Blättern in der Tageszeitung: Im Anzeigenteil muss er die Schandtat eines Witzboldes lesen, nämlich eine große Todesanzeige für ihn, den Pfarrer.

Sofort ruft er seinen Bischof an, um den Vorfall zu melden und auch, um jeglichen Irrtümern vor-

zubeugen. Der ziemlich beschäftigte Bischof hört ihm vielleicht nicht ganz aufmerksam zu, aber er drückt dem Gepeinigten schließlich doch sein herzliches Mitgefühl aus.

Er schließt mit den Worten: „Eine Frage habe ich allerdings noch, lieber Mitbruder. Von wo aus rufen Sie eigentlich an?“


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