30.01.2011

Mariä Lichtmess - Darstellung des Herrn - 2.2.2011

(Fortsetzung)

So versuchte man beim Konzil von Konstantinopel 692 das Fest wie auch einige andere „Verdächtige“ zu streichen, was aber in diesem Falle miss-
lang. Regional haben sich im Laufe der Jahrhunderte rund um Mariä Lichtmess viele Bräuche entwickelt, so z.B. das „Kirchleintragen“ in Bad Eisenkappel im Vellachtal.
In einer Prozession werden dort mit Kerzen beleuchtete gebastelte Kirchen von der Wallfahrtskirche Maria Dorn bis zum Ufer der Vellach getragen, wohl zur Erinnerung an rettende Hilfe bei Hoch-
wasser (siehe Linktipps).
Da am 3. Februar das Fest des heiligen Märtyrerbischofs Blasius begangen wird, hat es sich aus praktischen Gründen eingebürgert, dass schon im Anschluss an die Heilige Messe vom 2. Februar der Blasius-Segen erteilt wird. Die bekannteste Erzählung über Blasius, der zu den 14 Nothelfern zählt, berichtet davon, wie er während seiner Gefangenschaft in Rom einem jungen Mann das Leben rettete, als dieser an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Dessen Mutter war wie viele Ratsuchende von außen ans Kerkerfenster gelaufen, um vom Bischof den rettenden Segen für den erstickenden Jungen zu erflehen.
Mit zwei gekreuzten langen Kerzen
vor dem Hals des vor ihm stehenden Christen spricht der Priester den Segen: „Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“
Hier ist unmissverständlich formuliert, dass es allein Gott selbst ist, dem wir Wohlergehen und Gesundheit verdanken und der uns in der Not rettet. Dabei kann er sich durchaus der Mithilfe von Nothelfern bedienen, wie in diesem Falle des heiligen Blasius, der von Beruf vorher übrigens Arzt war.
Darstellung des Herrn - 2.2.2011
Mal 3,1-4
Hebr 2,11-12.13c-18
Predigt zum Evangelium:
Lk 2,22-40
Evangelium Lk 2, 22-40:
Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Ge-
danken vieler Menschen offenbar werden. Dir selber aber wird
ein Schwert durch die Seele dringen.
Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Pénuels, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren.
Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott er-
füllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

GEDANKEN ZUR PREDIGT:


Der alte Mann und das Heil

Vielleicht kennen Sie den Witz schon?
Ein Mann betet ganz verzweifelt zu Gott: „Lieber Gott, lass mich doch bitte auch mal einen Sechser im Lotto haben!“ So geht das Woche für Woche, Monat für Monat, ein ganzes Jahr lang. Der Mann hat wirklich Ausdauer: „Lieber Gott, lass mich doch endlich auch mal einen Sechser im Lotto haben!“ - Da verliert Gott wohl die Geduld und antwortet dem energischen Beter: „Gib mir bitte eine faire Chance – besorge dir endlich mal einen Lottoschein!“

Wir haben verstanden. Um etwas gewinnen zu können, muss man erst einmal etwas investieren, etwas riskieren. Wer zu einem be-
stimmten Ziel gelangen will, der muss sich auch tatsächlich auf den Weg machen.
Im heutigen Evangelium haben sich gleich mehrere auf den Weg gemacht. Da sind zuerst einmal Maria
und Josef mit dem neugeborenen Jesus.
Nach einer vorge-
schriebenen Wartezeit war damals für alle Wöchnerinnen eine Art Reinigungs-Ritus nach dem Gesetz des Mose vorgeschrieben. Erst danach durften sie wieder am normalen dienstlichen Leben ihrer Gemeinde teilnehmen. Maria und Josef machen sich also auf den für die junge Mutter mühsamen Weg nach Jerusalem hinauf. Im Tempel wollen sie das Kind zugleich Gott weihen. Das war damals ebenso üblich: Jeder männliche Erstgeborene sollte dem Herrn geweiht sein. Kein Kind ist Besitz der Eltern. Es ist stets auch Gottes Kind, Gottes Schöpfung.
Maria und Josef wollen keine Extra-Wurst für Jesus. Sie tun genau das, was Tau-
sende anderer junger Eltern tun. Sie halten sich strikt an die religiösen Vorschriften ihres jüdischen Glaubens.
Sie machen sich auf den Weg wie alle.
Sie bringen im Tempel auch ein Opfer dar wie alle anderen. Für die wohlhabenderen Leute war dies ein Lamm, für die ärmeren zwei junge Tauben.
Maria und Josef opfern also die Tauben.
Den anstrengenderen Teil ihres Weges werden sie danach noch
vor sich haben, die etwa 100 Kilometer von Jerusalem nach ihrem eigentlichen Wohnort Nazareth. Mindestens vier Tagesmärsche muss man dafür einkalkulieren, für die noch geschwächte Mutter wahrlich kein Zuckerschlecken! - Doch Maria und Josef tun alles, um die Vorschriften und damit Gottes Gebote zu erfüllen. Das ist für sie gar keine Frage. Ihnen wird nichts geschenkt, und dem kleinen Jesus auch nicht. Sie wollen ein normales Leben führen, so gut das unter der Besatzungsmacht der Römer eben möglich ist.

Doch erst einmal erreichen sie gerade das Innere des Tempels.
In der großen Halle herrscht Betriebsamkeit. Viele Beter überall, die meist halblaut beten. Dazu Priester, die in verschiedensten Anliegen von Gläubigen angesprochen werden. Auch einige andere Neu-
geborene werden gerade den Priestern vorgestellt. Maria und Josef gehen auf den nächsten Priester zu, doch da werden sie plötzlich gestoppt. Ein alter Mann hält sie an. Dieser alte Mann hat sich auch auf den Weg gemacht. Er heißt Simeon und ist oft im Tempel. Simeon kommt nicht zufällig gerade jetzt dorthin. Im Evan-
gelium heißt es ausdrücklich, dass er vom Geist in den Tempel geführt wurde.
Simeon ist ein besonderer Mann. Er ist zwar alt an Jahren, aber nicht des Lebens müde. Er ist zwar mit den Jahren immer gebrechlicher geworden, aber das spielt für ihn nur eine geringe Rolle. Simeon hat ein Ziel vor Augen. Simeon weiß, was er will. Sein ganzes Leben hat er das gewusst. Wie viele andere fromme Juden vor und mit ihm hat er immer auf den kommenden Heiland gehofft, auf den Messias, den Erlöser aller Menschen.
Aber es ist etwas Besonderes mit Simeon. Während andere so nebenbei mehr oder weniger hoffen und sich im Alltag recht nett eingerichtet haben, macht Simeon nichts anderes. Sein Leben dreht sich nur um diese Hoffnung.
Er hält nach dem Retter Ausschau, der schon von einigen Propheten ange-
kündigt wurde. Sein ganzes Leben versteht er als Dienst für Gott. Wie ein Wächter auf dem Turm hält er Ausschau. Das leise Gespött der Leute hinter seinem Rücken lässt ihn kalt.
Er hält in Treue fest, wo andere aufgegeben haben. Sein ganzes Wesen hat sich dadurch im Laufe der Jahre verändert. Simeon wartet nicht passiv, so wie in einem Wartezimmer. Simeon wartet aktiv. Er betet ständig und inbrünstig zu Gott um den Messias.
Er ist sich durch eine Eingebung des Geistes hundertprozentig sicher: Er ist deshalb noch nicht gestorben, weil er den Messias leibhaftig sehen darf.
So ist er nun wie aus dem Nichts vor Maria und Josef aufgetaucht. Als er das Kind zu Gesicht bekommt, ist er wie elektrisiert. Er stutzt sicher einen kurzen Augenblick, doch dann umfängt ihn ein unbe-
schreiblicher Glanz, ein ganz tiefes, fast überirdisches Glücksgefühl. Er weiß es: Jetzt ist er da, sein wichtigster Augenblick in seinem langen Leben. Sicher hat er mit den Tränen zu kämpfen, der alte Mann. Sicher hat er das Gefühl, dass ihn gleich die Kräfte verlassen.
Es ist wahr!
Er ist am Ziel, der Heiland ist nach den vielen Jahren da, das Heil ist angebrochen. Welche Seligkeit!
Er fragt die ver-
dutzten Eltern erst gar nicht. Simeon bekommt ohnehin erst mal gar keinen Ton heraus. Er nimmt das Kind einfach aus den Armen der Mutter.
Nun liegt es wie in einer Wiege in seinen Armen. Er drückt das Kind an sich und liebkost es. Wogen des Glücks umspülen Simeon. Erlösung ist jetzt für ihn greifbar, Erlösung hat Hand und Fuß.
Das Kind strahlt Simeon an, und Simeon strahlt das Kind an, eine kleine Ewigkeit lang. Es scheint, es gäbe es nur sie beide allein auf der ganzen Welt. Innigste Zwiesprache ohne Worte, einige himmlische Sekunden lang.
Die junge Mutter steht sprachlos daneben und lässt es geschehen. Sie ahnt, dass hier etwas ganz Erschütterndes geschieht, bei dem man unmöglich stören darf, wenn man kein Eindringling sein will.
Es ist, als würde alle Zeit einige Sekunden lang angehalten.
Die Welt hält den Atem an.
Da geschieht es: Aus Simeon platzt es nur so heraus, als ob alle seine langen Jahre des Wartens in dieser Sekunde kostbar ent-
schädigt würden. Im Evangelium heißt es: „Simeon…pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“
Simeon hat tatsächlich das Licht der Welt noch sehen dürfen!
Das Licht, das alles heil macht, das Licht, das alle erleuchtet, das allen den Weg weist, und zwar ausdrücklich auch den Heiden, also denen, die nicht oder noch nicht an den wahren Gott glauben.
Das will jedes Jahr auch unsere Weihnachtsbeleuchtung als Bot-
schaft in die Welt tragen: Seht alle her und jubelt, denn das wahre Licht ist zu uns gekommen!
Simeon wird sich nun bald vom Erdenleben verabschieden können. Doch vorher wendet er sich noch mit einem letzten prophetischen Wort an Maria, die Mutter Jesu: „Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selber aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“
Wir spüren es: In den Jubel mischen sich schon die ersten Töne und Vorboten des Schicksals Jesu. Simeon weiß, was Maria noch nicht in der vollen Tragweite ahnt: Ihr Sohn Jesus wird viele Menschen aufrichten und zu Gott führen, aber er wird auch viel Widerspruch erfahren, besonders von den religiösen Führern.
Sogar das Leiden und Sterben Jesu deutet er an. Der Mutter Jesu wird ein Schwert durch die Seele dringen. Sie wird entsetzlich leiden müssen, wenn sie mitansehen muss, was man ihrem Sohn alles an Bosheit antut. Viel Leid wird Maria bevorstehen. Das fängt schon damit an, dass der zwölfjährige Jesus bei der Pilgerreise nach Jerusalem ohne einen Hinweis an Maria im Tempel bei den Schrift-
gelehrten bleibt und Maria nach ihrer verzweifelten Suche ganz verwundert entgegnet: „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“
Ja, Maria wird viel Leid ertragen müssen. Die Heilige Familie war kein Bilderbuch-Idyll. Sie mussten vor den Soldaten des Herodes außer Landes fliehen, und immer wieder gab es in der Verwandtschaft und rund um Nazareth viel Unverständnis über den Sohn des Zimmer-
manns, von dem einige gar meinten, er sei von Sinnen.
Auch die Szene bei der Hochzeit zu Kana zeigt, dass Jesus nicht immer nur der liebe Jesus war. Energisch weist er seine Mutter erst einmal zurecht, als sie von ihm erwartet, dass er für die verzwei-
felten Brautleute den dringend erforderlichen Nachschub an Wein auf seine Weise herbeischafft.
Auch die Heilige Familie hatte ihre Sorgen und Nöte. Aber andererseits wurde in ihr offenbar auch vieles grund-
gelegt, was wir an Jesus so schätzen: seine feste Verbundenheit mit den Geboten der Religion, aber auch seine so großartige Hinwendung zu Menschen in Not, seine Offenheit anderen gegenüber auch über gesellschaftliche Schranken hinweg, sein großes Vertrauen in die Umkehrmöglichkeit von Menschen und vor allem das felsenfeste Vertrauen in den liebenden Gott. In dieser Familie wurde Jesus erzogen und geprägt.
Die große Bedeutung der Familie für die Entwicklung des Glaubens ist auch heute allen Verantwortlichen bewusst. Die Familie ist nicht nur Grundlage der Gesellschaft, sondern auch der wichtigste Weg in die Gemeinschaft der Kirche. Gott hätte in seiner Weisheit sicher auch einen ganz anderen Weg wählen können, um als Mensch in diese Welt einzutreten. Offenbar hat er ganz bewusst diesen Weg über die Geburt und über die Familie gewählt.
Doch zurück.
Wir sind ja noch Zeuge einer besonderen Begegnung im Jerusalemer Tempel. Der alte Simeon hat nicht nur das Kind an sich gedrückt und hat nicht nur prophetische Worte gesprochen. Er hat noch etwas ganz Entscheidendes getan. Erinnern Sie sich? -
Es heißt im Evangelium ausdrücklich: „Und Simeon segnete sie…“ - Hier wird ganz anschaulich und konkret: Simeon ist ganz extrem familienfreundlich. Er segnet diese Familie öffentlich im Tempel.
Das ist mehr als eine Kindersegnung, wie sie in vielen Pfarreien praktiziert wird. Simeon segnet die ganze Familie.
Segnen, das ist nicht nur ein netter, tröstlicher Spruch und vielleicht etwas Weihwasser. Segnen – das ist entschieden mehr: Wenn man jemanden segnet, dann ist einem dieser Mensch ans Herz ge-
wachsen. Man ist in Gedanken bei ihm, man will alles nur Erdenklich Gute für ihn oder sie.
Segnen, das ist nicht nur eine rituelle Handlung. Segnen kann eine Lebenshaltung sein, ein Lebensstil. Wer segnet, der vertraut einen Menschen damit ausdrücklich Gott und seiner Gnade an, der Liebe und Güte des barmherzigen Gottes.
Segnen – das kann nicht nur Simeon. Segnen – das kann jeder. Begleiten wir die Menschen, die uns in Familie, Kirche und Alltag begegnen, ausdrücklich mit unserem Segen! Wer segnet, der liebt und vertraut. Wer segnet, der ist überzeugt, dass der gute Gott und seine Engel über allem wachen.
Das wusste damals im Tempel auch noch eine weitere Person, die am Schluss des heutigen Evangeliums einen ganz kurzen Auftritt hat. Es ist eine gottesfürchtige Frau namens Hanna, schon 84 Jahre alt.
Viele Jahrzehnte lebte sie als arme Witwe am Rande der Gesellschaft, schutzlos und ohne Rente oder andere Absicherungen. Sie war von außen gesehen wirklich arm dran. - Von innen gesehen war sie jedoch alles andere als arm. Kein Schick-
salsschlag konnte sie von Gott trennen. Armut, Einsamkeit, Trauer, Hilflosigkeit – alles nahm sie an in Liebe zu Gott.
Wir haben gehört, dass sie sich Tag und Nacht im Tempel aufhielt und Gott mit Fasten und Beten diente. Sie war eine weise Frau geworden, die wie Simeon wusste, worauf es im Leben wirklich ankommt. Auf alles konnte sie verzichten, aber nicht auf die Gegenwart Gottes im Tempel. Dort hält sie gerade Fürbitte für andere Menschen, als auch sie auf Maria und Josef aufmerksam wird. Ohne Fragen stellen zu müssen, erkennt sie sofort die Bedeutung dieses Kindes.
Hanna kommt eilig hinzu, preist Gott und macht alle im Umkreis aufmerksam, wenn auch offensichtlich mit nur mäßigem Erfolg. Maria und Josef jedenfalls kommen jetzt erst nach dieser auf-
schlussreichen Störung zum eigentlichen Zweck ihres Tempel-
besuches. Nach den üblichen Handlungen des Priesters kehren sie nach Nazareth zurück.

Zum Schluss des heutigen Evangeliums heißt es nur: „Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.“ Mehr erfahren wir nicht. Ganz bewusst hat das Evangelium den Schwerpunkt auf die atemberaubende Begegnung im Tempel gelegt. Das heißt, dass wir alle genau darüber nachdenken sollten. Sonst wäre die Szene wohl kaum erzählt und aufgeschrieben worden.
Hunderte waren zu jener Stunde im Tempel, doch nur
ganz wenige haben
das Entscheidende wahrgenommen.
Da wurde gebetet,
da wurde geopfert,
da wurde getan und gemacht. Direkt nebendran geschah das große Wunder, und kaum einer hat es bemerkt. Wie kann das nur sein?
Müssten nicht alle sofort aufmerksam werden auf den alten Mann und die alte Frau, so aufgeregt und völlig aufgelöst wie die beiden waren?
Nichts dergleichen. Alle waren nur mit sich selbst beschäftigt. Wahrscheinlich sogar in bester Absicht verrichteten sie, was die religiösen Vorschriften von ihnen verlangten. Das Heil jedoch haben sie nicht gesehen. Dazu waren sie viel zu beschäftigt. Dazu waren sie aber auch viel zu wenig vorbereitet. Sie haben nichts von den beiden Alten gelernt. Die frommen Tempelbesucher und Priester haben nie gelernt, wirklich aktiv und voller Sehnsucht zu warten.
Sie haben nicht gelernt, ganz genau hinzuhören und hinzusehen.
Sie haben nicht wirklich damit gerechnet, dass die Prophezeihungen gerade jetzt und hier wahr werden könnten. Man könnte sagen:
Sie haben nur rein formal geglaubt, aber nicht mit jeder Faser ihres Herzens. So haben sie die große Stunde schlicht und einfach verpasst.
Sie hatten gar keine Chance auf einen Sechser im Lotto, obwohl sie die richtigen Zahlen wussten. Sie haben erst gar nicht auf dieses kleine Kind getippt.
Gott aber kommt nicht mit Donnerhall, Show-Treppe, Glitzer und Licht-Effekten. Nein, er kommt als Mensch, ganz unauffällig und bescheiden. Du kannst ihn sehen. Sei bereit!
Predigt in Wort-Gottes-Feier (nach unten scrollen!)
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Auslegung von Prof. Dr. Ludwig Volz
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Exegetisch-theologischer Kommentar zu Lk 2,22-40 (pdf)
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Rembrandt’s letztes Bild: Simeon mit Jesuskind
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Der Brauch des Kirchleintragens in Bad Eisenkappel
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Impulsblatt „Blasiussegen“ (pdf)
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Elternbriefe „du + wir“ der Kath. Kirche
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Familienkatechese (Prof.Dr.Biesinger)
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Familienwegweiser der Bundesregierung
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Rettender Einfall: Drei Schotten besuchen als Touristen eine Heilige Messe im Kölner Dom und sind beeindruckt. Mit Entsetzen sehen sie jedoch, wie mitten im Gottesdienst aufmerksame Mess-
diener von Bank zu Bank gehen und die Kollekte einsammeln.
Das bedrohliche Körbchen kommt näher und näher. In letzter Se-
kunde entschließt sich einer der Schotten zu einer Ohnmacht.
Die beiden anderen packen ihn und tragen ihn hinaus…


Erfolgreich: Klein Peter muss zur Strafe 50 mal schreiben:
„Ich darf den Pfarrer im Religionsunterricht nicht duzen."

Er schreibt es sogar 100 mal. - „Warum denn das?", fragt der Pfarrer.
Peter: „Weil ich dir eine Freude machen wollte!"


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28.01.2011

Buchtipp: "So bunt ist unser Glaube"

(Fortsetzung)
Dank der Förderung vom „Bonifatiuswerk der Deutschen Katholiken“ kann das großformatige Buch mit einem Umfang von 344 Seiten und über 2000 farbigen Bildern und Illustrationen zum im Verhältnis zum Herstellungsaufwand sehr günstigen Preis von 29,90 Euro ange-
boten werden.

Das Buch präsentiert in sieben großen Kapiteln, wie vielfältig das Christentum ist, wirft aber auch einen ausführlichen Blick auf die anderen Weltreligionen. So trifft der Untertitel „Das große Buch über Gott und die Welt“ wirklich zu. Das große Autorenteam von Seelsorgern, Katecheten, Historikern, Theologen und Lehrern unter der Redaktion von Gudrun Schlechte und Msgr. Alexander Ziegert hat ein Werk geschaffen, das als „Werkzeug“ in der Glaubens-
verkündigung in Pfarrgemeinde und Schule eingesetzt werden kann, aber auch beispielsweise als Nachschlagwerk im familiären Bereich. Dabei ist es gelungen, umfangreiche Informationen pädagogisch (z.B. mit Rätseln und fiktiven Interviews) und visuell so gut aufzu-
bereiten, dass das Schmökern in diesem „Schwergewicht“ für Leser aller Altersstufen zur Freude wird.
Sogar Themen wie das Leben in Ordensgemeinschaften und ein Bibelseminar werden informativ und ansprechend präsentiert. Selbstverständlich fehlen auch nicht große Kapitel über Kunst in der Kirche, über die Heiligen und ein großes Kapitel „Pfingsten ist immer“ über die Kirche als Gemeinschaft. Jedes Kapitel schließt mit einem alphabetischen „Schlag nach“ wichtiger Begriffe, am Schluss des Buches gibt’s natürlich ein ausführliches Stichwortverzeichnis.
Fazit: Eine ansprechende Entdeckungsreise durch den christlichen Glauben, z.B. auch als Geschenk hervorragend geeignet!

Gudrun Schlechte, Alexander Ziegert (Red.):

„So bunt ist unser Glaube“
Das große Buch über Gott und die Welt
St. Benno-Verlag Leipzig
344 Seiten, Preis: 29,90 Euro
ISBN 978-3-7462-2460-2

Hier der Link direkt zum Verlag >> BITTE KLICKEN !

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27.01.2011

Vokabeltraining: Bitte sprechen Sie "google" !

(Fortsetzung)
Um die Suche zu verfeinern, gibt es natürlich verschiedenste Möglichkeiten, darunter auch solche, die kein Normalsterblicher sich merken kann. Für den Anwender am übersichtlichsten: „google“ durch die „Erweiterte Suche“ dazu zwingen, nur nach einem ganz bestimmten Wort oder Satz zu suchen

(einfach rechts neben dem Feld mit Ihrer Sucheingabe anklicken, es öffnet sich dieses neue Suchfenster). Hier kommt es natürlich darauf an, für diese erweiterte Suche einen Satz zu finden, der besonders typisch ist für meine aktuelle Suche. Dieser muss dann nur in der zweiten Reihe stehen (= „mit der genauen Wortgruppe“) Am Beispiel der Suche nach Predigten: Wenn ich Material für den 18.Sonntag im Jahreskreis A suche, schaue ich mir den vorgesehenen Bibeltext Mt 14,13-21 genau an.

Nun entscheide ich, was mir besonders wichtig ist. „Gebt ihr ihnen zu essen“ ist eine Aussage, die auch in den gesuchten Predigten vorkommen sollte. Wenn ich möchte, kann ich bei den angezeigten Ergebnissen noch weiter eingrenzen, wie mir das Suchfenster oben zeigt. Will ich beispielsweise ausschließlich Word-Dokumente finden, die ich auch problemlos auf meinem PC verarbeiten kann, muss ich bei „Ausgabe von Ergebnissen des Dateiformats“ das erste Angebot „irgendein Format“ ablehnen. Ich scrolle dann dort abwärts und wähle aus: „Microsoft Word (.doc)“, dann klicke ich oben rechts nur noch auf „Google-Suche“. So habe ich den schwierigen Engpass beim Start clever umgangen.

Gute Ergebnisse erziele ich aber auch ohne das zusätzliche Anklicken der erweiterten Suche. Bereits im normalen Feld für die Sucheingabe kann ich durch geeignete „Vokabeln“ die „google“-Maschine zwingen, genauer zu suchen. Wenn also z.B. eine Predigt für besagten 18.Sonntag gesucht wird,

kann man ein eingeben: Predigt + Mt 14,13-21. Mit diesem plus-Zeichen (im Fachchinesisch der AND-Operator) erreiche ich, dass nur solche Seiten angezeigt werden, die zwingend diese beiden Begriffe enthalten. Ohne das „+“ würden natürlich auch Seiten aufgelistet, die nur einen der gewählten Begriffe im Text haben. Trotzdem sind 6.780 Seiten noch zuviel.


Also verfeinere ich die Suche weiter, indem ich "google" vorschreibe, dass nunmehr drei Begriffe verpflichtend vorkommen müssen.
Dazu wähle ich als zusätzlichen Begriff "Lesejahr A". - Dadurch sollen nur Predigten nach katholischer Leseordnung erreicht werden. Das Ergebnis sieht sehr gut aus, nur noch 88 Seiten sind im Angebot. Da finde ich garantiert, was ich suche!
Natürlich
kann ich durch das Weglassen des dritten zwingenden Begriffes und damit durch das Auffinden von 6.780 Seiten auch noch die eine oder andere schöne Blume am Wegesrand der Predigten finden. Ob ich das will, entscheide ich nach der mir für die Predigtvorbereitung zur Verfügung stehenden Zeit.





In der Regel ist für die Suche ein ganz bestimmter wichtiger Satz bekannt, wie in unserem Beispiel aus Mt 14,13-21 etwa dieser: "Sie brauchen nicht wegzugehen" als Antwort Jesu an die Jünger. Zusammen mit dem Begriff "Predigt" erreiche ich so 2.600 Treffer. Und nun verbessern wir dieses Ergebnis erheblich:

Jetzt sehen wir nur noch 44 Seiten statt 2.600 angezeigt.
Wo liegt das Erfolgs-Geheimnis?
Genau - an den Redezeichen! - Ohne diese versteht "google" meine Anfrage nämlich nicht und sucht alles, wo einer der Begriffe vorkommt.
Sobald also auf einer Seite "brauchen" steht oder "Predigt" oder "nicht", wird diese Seite schon mit angezeigt.
Mit benutzten Redezeichen jedoch ist der Fall für "google" eindeutig: Der Kunde sucht genau diesen Satz, und zwar in einer Predigt.
Natürlich gibt es auch bei solch einer Suche den einen oder anderen Ausrutscher, aber insgesamt kommen wir schnell und erfolgreich ans Ziel, wenn wir ein bisschen "google" sprechen!


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26.01.2011

Kritisiert der Papst die Blogger?

(Fortsetzung)
„Ich möchte jedenfalls die Christen dazu einladen, sich zuversicht-
lich und mit verantwortungsbewußter Kreativität im Netz der Beziehungen zusammenzufinden, das das digitale Zeitalter möglich gemacht hat. Nicht bloß um den Wunsch zu stillen, präsent zu sein, sondern weil dieses Netz wesentlicher Bestandteil des mensch-
lichen Lebens ist. Das Web trägt zur Entwicklung von neuen und komplexeren Formen intellektuellen und spirituellen Bewußtseins sowie eines allgemeinen Wissens bei. Auch in diesem Bereich sind wir aufgerufen, unseren Glauben zu verkünden, daß Christus Gott ist, der Erlöser des Menschen und der Geschichte, in dem alle Dinge ihre Erfüllung finden (vgl. Eph 1,10)“,
schreibt der Papst.
Freilich geht es Benedikt XVI. nicht nur darum, dass möglichst viele Christen Flagge zeigen, sondern es geht ihm auch um das „Wie“, gewissermaßen um die Einhaltung der christlichen Etikette.
Dass ein solcher Hinweis mehr als angebracht ist, zeigt ein Blick ins „katholische“ Internet. Da gibt es wie überall sonst leider auch Internetseiten, in denen nicht nur hitzköpfig, sondern auch mit wenig Respekt vor anderen Menschen und Meinungen debattiert wird.
Und ebenso oft trifft man auf Seiten, in denen die christliche Bot-
schaft verharmlost, verkürzt oder nach dem Munde der Mehrheits-
meinung veröffentlicht wird; da sind auch manche Äußerungen der Amtskirche nicht ausgenommen.
Der Papst formuliert höflich, aber deutlich so: „Vor allem müssen wir uns bewußt sein, daß die Wahrheit, die wir mitzuteilen suchen, ihren Wert nicht aus ihrer „Popularität“ oder aus dem Maß der ihr gezollten Aufmerksamkeit bezieht. Wir müssen sie in ihrer Vollständigkeit nahebringen, anstatt den Versuch zu unternehmen, sie akzeptabel zu machen und sie dabei vielleicht sogar zu verwässern.
Sie muß zur täglichen Nahrung werden und nicht Attraktion eines Augenblicks.“
-
Im Klartext: Bitte, ihr Christen, meldet euch im Internet zu Wort
und nutzt die Chancen dieses Mediums, aber tut das stil- und verantwortungsvoll. „Unaufdringlich“ und „respektvoll“ sind da wichtige Stichworte des päpstlichen Schreibens.
Oder anders formuliert: Die Nächstenliebe gilt ausdrücklich auch
im Internet!
Und deshalb ist es unangebracht und unchristlich, wenn man in Blogs, in online-Netzwerken oder wo auch immer mit dem Hammer der Rechthaberei aufeinander einschlägt. Merke: Meinungs-
austausch: Ja – Schlagabtausch: Nein!

Das Erfreulichste an dieser Papst-Botschaft wird gerade im Blog „Sende-Zeit“ des Erzbistums Freiburg treffend so zusammen-
gefasst: „Der Vatikan scheint endgültig im Social Web angekommen zu sein. Bereits zum dritten Mal hintereinander geht Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum Welttag der Sozialen Kommunikations-
mittel auf die Entwicklungen im Internet ein, die man meist unter dem Schlagwort „Web 2.0″ zusammenfasst. Nachdem der Papst im Jahr 2009 erstmals die „neuen Technologien und neuen Verbindungen“ des Sozial Web wahrgommen und im vergangenen Jahr, im „Jahr des Priesters,“ vor allem die Rolle des Seelsorgers in der digitalen Welt behandelt hatte, greift er in diesem Jahr die Kommunikation in sozialen Netzwerken auf. Was mich bei der Lektüre besonders gefreut hat, ist die Klarheit, mit der Benedikt XVI. die „digitale Revolution“ der sozialen Netzwerke erkennt…“
Also Leute, von Blogger-Schelte des Papstes keine Spur. Wohl aber Worte, die alle, die im Internet veröffentlichen, zum Nachdenken anregen sollten. Und dafür kann man Benedikt XVI. nur danken!

Einige Linkhinweise dazu:
Die Papstbotschaft im Wortlaut
>> BITTE KLICKEN !
„Papst Benedikt ermahnt katholische Blogger“ (Kronen Zeitung)
>> BITTE KLICKEN !
Infos der Deutschen Bischofskonferenz
>> BITTE KLICKEN !
Artikel von Dr. Norbert Kebekus im Bog „Sende-Zeit“
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als pdf-Datei downloaden >> BITTE HIER KLICKEN !

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25.01.2011

4. Sonntag im Jahreskreis A - 30.1.2011

(Fortsetzung)

Doch bei genauerem Hinsehen klärt sich das als völlig falsche Deutung der Worte Jesu auf. Es heißt ja, dass er sich auf dem Berg hinsetzte, „und seine Jünger traten zu ihm.“ - Für die Menschen damals war klar: wenn Jesus sich hinsetzte, war dies ein Zeichen, dass er wie auf einem Thron mit höchster Autorität spricht, denn damals war eigentlich das Lehren nicht im Sitzen üblich, sondern
im Gehen und im Stehen.
Die Wirkung wird noch verstärkt durch die anschließende Aussage im Evangelium: „Dann begann er zu reden und lehrte sie.“ - Sofort fällt uns auf: Niemand hatte vorher eine Frage an Jesus gestellt.
Er selbst ist es, der im geeigneten Moment die Initiative ergreift, denn auf diesem Berg hat er ganz Grundsätzliches zu verkünden, so wie Gott dem Mose auf dem Berg mit den Zehn Geboten ganz Grund-
sätzliches verkündete.
Jesus wendet sich mit den folgenden Ausführungen ausdrücklich
an seine Jünger, also an Menschen, die sich eigentlich bereits entschieden haben, ihm nachzufolgen. Sie sind es, die er hier belehren will.
Der einleitende Satz seiner Unterrichts-
stunde, über den wir jetzt nachdenken, lautet wie folgt: „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmel-
reich.“ -
Es geht also eindeutig nicht um eine materielle Armut, die man durch ungerechte Verhältnisse erdulden muss. Es geht hier ausschließlich um Armut vor Gott, und die ist für Jesus so wichtig, dass er sie ganz an den Anfang seiner Rede stellt.
Dieser Satz zu Beginn gibt gewissermaßen die Tonart an für die nachfolgenden Sätze, in denen Gottes Musik gespielt wird, so wie auch bei uns immer die Tonart-Zeichen am Anfang eines Musik-
stückes dessen Klangcharakter bestimmen.
Diese Grundsatzerklärung Jesu ist auch der Kirche so wichtig, dass sie in allen drei Lesejahren (A,B,C) an einem wichtigen Festtag als Evangelium gelesen und erläutert wird, nämlich an Allerheiligen.

Was ist aber damit gemeint, dass denjenigen das Himmelreich zugesagt wird, die arm sind vor Gott? - Die Frage ist doch: Wer ist denn arm vor Gott bzw. wie wird man arm vor Gott?
Arm ist üblicherweise, wer sich aus eigenen Mitteln, aus eigener Kraft noch nicht einmal das Lebensnotwendigste beschaffen kann. Wer wirklich arm ist, der ist ganz auf Hilfe angewiesen. – Und wer arm ist vor Gott, der weiß, dass er aus sich selbst heraus im Grunde nichts ist und nichts kann, sondern ganz auf Gott angewiesen ist. Gott, der Schöpfer, hat ihn in dieses Erdenleben gerufen und wird ihn auch wieder aus diesem Erdenleben hinwegnehmen.
Das macht er zwar mit allen Menschen, aber nur dem Armen „im Geiste“, dem Armen vor Gott ist dies auch in aller Konsequenz für sein Erdenleben bewusst. Er weiß sich ganz fest in den Händen Gottes und in dessen barmherziger Liebe und hat eine ganz große, ganz existentielle Sehnsucht nach Gott, so wie ein beinahe Verdurstender nach dem lebensrettenden Wasser.

Jesus will seinen Jüngern mit dieser eindringlichen Einleitung verdeutlichen, dass man letztlich nur mit dieser inneren Einstellung der Demut, wie seine Mutter Maria es in Vollendung vorgelebt hat, den Weg der Nachfolge als Jünger Jesu gehen kann.
Wer arm ist vor Gott, der sieht sich selbst als leeres Gefäß, das nur Gott allein wirklich füllen kann. Dem Armen vor Gott ist nur Gott sein eigentlicher Reichtum, sein großer Schatz, und nicht etwa Geld, Macht, Ansehen oder was sonst auch immer.
Wenn wir in der Heiligen Messe zur Kommunion nach vorne gehen, um den Leib Christi zu empfangen, sind unsere geöffneten Hände auch leer wie eine Schale, ein Gefäß, und sie werden durch Gott selbst gefüllt.
Sicher ist Ihnen auch aufgefallen, dass Jesus nicht gesagt hat:
„Ihr müsst arm sein vor Gott, sonst…“ - Jesus will uns eben keine Vorschriften machen, sondern er spricht stattdessen herzliche Glückwünsche aus. Er gratuliert denjenigen Christen, die um ihre Schwäche, um ihre Begrenztheit, um ihre Armut vor Gott wissen und sich mit allem, was sie sind und zu ihrem eigenen Bedauern leider nicht sind, ganz dem Erbarmen Gottes anvertrauen. Das ist fast wie bei einem kleinen Kind, das zu 100 % auf die Hilfe und Zuwendung seiner Eltern angewiesen ist und aus sich heraus keine Woche lang überleben könnte.

Arm vor Gott werden – viele haben sich auf diesen Weg gemacht, nicht nur Mönche, Ordensschwestern, Priester und viele andere. Dafür haben sie auf vieles verzichtet. Ein eindrucksvolles Beispiel von vielen: Der Millionenerbe Hubert Liebherr (die Firma baut Kräne, Maschinen, Kühlschränke und vieles mehr) hat auf sein großes Erbe verzichtet. Statt Manager zu sein, engagiert er sich jetzt für den Glauben und erzählt überall davon, wie er persönlich Gott erfahren hat und wie er jetzt für das Reich Gottes lebt.
Jesus gratuliert zu Beginn der Bergpredigt also denjenigen, die sich von Gott eines Besseren belehren lassen.
Sie haben einen Zipfel des Himmelreiches schon auf Erden in der Hand. - Jesus sagt nicht „vielleicht“ oder „ihr habt gute Chancen“, sondern er gibt eine verbindliche Erklärung ab, eine ganz klare Zusage.
Alle diese „Selig sind…“ –Sätze beginnen im Original mit „makarios…“ , und das heißt: „Selig zu preisen sind…“ - also:
sie kommen definitiv in Gottes Seligkeit. Das ist bei Gott beschlossene Sache. Das ist noch sicherer als das Amen
in der Kirche. Amen.

Predigt Eberhard Gottsmann: „Selig die Armen…?“
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Predigt Diakon Josef Lengauer
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Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
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Gedanken Fachschaft Religion Gymnasium Landshut
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Predigtanregung Pastor Siegfried Ochs: „Glück – und nicht Erfolg“
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Predigt Päpstlicher Prediger P. Raniero Cantalamessa
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Pater Anselm Grün: Neuübersetzung der Seligpreisungen
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Materialien des BONIFATIUSWERKES zu Erstkommunion
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„Impulse für die Pastoral“ – bisher ca. 20 Themenhefte, pdf
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Der Kuss
Der ersten Liebe Hochgenuss
ist ohne Zweifel wohl der Kuss.

Er ist verliebt und macht vergnügt,
ob man ihn gibt oder ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich,
denn meistens ist er ja nur mündlich.
Hat man die Absicht, dass man küsst,
so muss man erst mit Macht und List,

den Abstand zu vermindern trachten,

um sich mit Blicken anzuschmachten.

Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer,
dann pflegt man mit geschlossenen Augen

sich aneinander festzusaugen.

Doch nicht der Mund allein
braucht der Küsse Ziel zu sein.
Man küsst die Wangen, küsst die Hände
und auch noch andre Gegenstände,
die rundherum mit Wohlbedacht
an unserem Körper angebracht.
Auch wie man küsst, ist sehr verschieden,
ob Norden, Osten, Westen, Süden,
der eine saugt, der andre schmatzt,

als ob ein alter Reifen platzt.

Hingegen wiederum der Keusche
vermeidet jegliche Geräusche.
Die einen kurz, die andren länger,
die längsten nennt man Dauerbrenner.
Kurzum ein Kuss ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aufeinander pappen!

(Quelle: mir leider unbekannt )

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