26.07.2012

Wurde die "Bischöfin" Mayr-Lumetzberger aus dem Petersdom "hinausgeschmissen"? Und wenn ja, warum?

(Fortsetzung)

Nun kennen wir nur ihre eigene Version der Szene,
vom Vatikan gibt’s keine Stellungnahme. Normalerweise dürfte es wohl eher so sein, dass jemand, dem aus trif-
tigem Grund die Kommunion verweigert wird, schwei-
gend und zügig weitergeht, um nicht unnötig aufzufallen. Wenn das in diesem Falle offensichtlich ganz anders gelaufen ist, kann man verschiedenste Vermutungen anstellen, worauf ich hier lieber verzichte.
Sie selbst liefert übrigens noch eine weitere Version der Geschehnisse
in Rom, wonach sie nicht bei der Kommunion, sondern erst danach beim Besuch der Krypta (?!) hinausgeworfen worden sei, und zwar nicht von Priestern, sondern von Vatikanwächtern. Da diese nicht tagtäglich x-beliebige Touristinnen aus der Krypta herausbefördern, nehme
ich mal an, dass die Wächter einen guten Grund dafür hatten, den die Dame uns leider nicht verrät. Gerne bin ich aber bereit, klärende Erläuterungen von Frau Mayr-
Lumetzberger hier ergänzend zu veröffentlichen! 
Als „normal gekleidete Touristinnen“ seien sie zu zweit im Petersdom gewesen, sagt sie. Das Foto vor dem Petersdom hingegen zeigt die beiden Damen merk-
würdigerweise mit Priesterkragen. Was normale Tou-
ristinnen heutzutage doch alles tragen…?!
Frau Mayr-Lumetzberger hat jedenfalls laut Presse-Schlagzeile schon mal erklärt, dass sie der katholischen Kirche den Kampf angesagt hat. Na, dann…!
Pressemeldung mit Foto der Dame
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Der Kirche „den Kampf angesagt“?
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Interview: „Das vatikanische Regime sollte sich nicht länger lächerlich machen…“  >>   BITTE KLICKEN !
Das passt dazu: Selbstbedienung bei der Kommunion
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Oder so: Heimliche Hostie vom geschiedenen Ehemann >> BITTE KLICKEN !                                                  
Die undercover-Priesterinnen im Einsatz 
Absurde „Priesterinnenweihe“ auf dem Schiff 

Sitzweihe? Seniorinnen proben den Priester-Aufstand…
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18.07.2012

Predigt zum 16. Sonntag im Jahreskreis B -- 22.07.2012

(Fortsetzung)
Die Bibel erklärt uns gleich an mehreren Stellen, wie wichtig es ist, den Sabbat zu heiligen. Dabei geht es nicht nur um die Verehrung Gottes, sondern auch um die nötige Erholung des Menschen, ja sogar an die Erholung der Arbeitstiere war ausdrücklich gedacht.

Am siebten Tage sollten alle ruhen, damit sie wieder zu Atem kommen (Ex 23,12), heißt es im Alten Testament. Dies sollte sogar in den hektischsten Wochen des Jahres gelten, in der Zeit des Pflügens und der Ernte (Ex 34,21).
Was jeder Autofahrer weiß, das weiß die Bibel mit anderen Worten schon lange: Wer nicht achtgibt und seinen Tank ganz leer fährt, der wird plötzlich bewegungs-
unfähig und kommt dann überhaupt nicht mehr
von der Stelle. Alle Energie ist verbraucht, nichts geht mehr.
Ganz modern spricht man dann von einem „Burn-out“. Man ist wie ausgebrannt. Gerade diejenigen, die sich für etwas sehr engagieren, die sich mit ganzer Kraft ein-
setzen, sind dafür besonders anfällig.

Diese Menschen sind so hochmotiviert für die gute Sache, dass sie erst sehr spät oder gar zu spät merken, dass sie die Grenzen ihrer Kraft erreicht haben. Aus der Belastung ist eine Überlastung geworden. Auch so man-
cher Priester und kirchliche Mitarbeiter musste das am eigenen Leibe schmerzlich erfahren.
Das ist übrigens so ähnlich wie bei einer überlasteten elektrischen Leitung, an der zu viele Geräte dran-
hängen. Da fliegt irgendwann ohne Vorwarnung die Sicherung raus. Das kann beim Menschen dann heißen: Zusammenbruch und ärztlich verordnete Zwangspause.

Dann hat man auf einmal Zeit, und zwar viel mehr als einem lieb ist. Dann ist der volle Terminkalender nur noch ein Stück Papier, unbe-
deutend und beinahe lächerlich.

Damit es also gerade auch bei engagierten Christen nicht zu solchen Zusammenbrüchen kommt, haben kluge Seelenführer und Heilige schon immer warnend ihre Stimme erhoben. So heißt es zum Beispiel in der Ordensregel des heili-
gen Benedikt: „Bete und arbeite!“ –sorge du also für ein gesundes Gleichmaß!

Der heilige Franz von Sales formulierte es so: „Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für das Gebet – außer, wenn du viel zu tun hast. In diesem Falle nimm dir eine ganze Stunde Zeit…“


Im heutigen Evangelium erfahren wir, dass die Apostel auch gerade in der Gefahr sind, überfordert zu werden. Man kann eben nicht nur vom Misserfolg be-
droht werden, sondern merkwürdigerweise auch vom Erfolg.
Und den hatten die Apostel. Wie wir vom vorigen Sonntag wissen, waren sie im Namen Jesu und mit seiner Vollmacht ausgesandt worden, um immer zu zweit den Menschen die Frohe Botschaft zu verkünden, zu heilen und zur Umkehr aufzurufen. Dabei durften sie kein Geld haben, keine Vorräte, nur einen Wanderstab und Sandalen. Das war offenbar so überzeugend, dass die Zuhörer immer zahlreicher wurden. Da gab es jede Menge zu tun, persönliche Gespräche, Segnungen, Heilungen – sicher oft bis in den späten Abend hinein.
Man könnte also sagen, dass es wirklich mächtig gut lief. Sie waren gewissermaßen gerade so richtig in Fahrt. Heutige Werbe-Experten würden sagen: Das muss man unbedingt ausnutzen, da muss mit weiteren Angeboten nachgelegt werden, solange dafür so große Aufmerksamkeit der Kunden besteht. Man muss schließlich das Eisen schmieden, so lange es heiß ist, sagten schon unsere Vorfahren.
Doch was macht Jesus ausge-
rechnet jetzt? Unfassbar: Jesus verord
net seinen Mitarbeitern erst einmal eine richtige Pause, statt die Gunst der Stunde zu nutzen. Er bestellt sie alle zu sich zurück. Es gibt eine große Versammlung, in der ihm die Apostel alles berichten, „was
sie getan und gelehrt hatten“
, wie es im Evangelium heißt. Das klingt nach Bilanz ziehen, nach Rechen
schaft ablegen beim Chef, nach dem Motto: Was lief eigentlich gut, und was müssen wir noch besser machen, oder wie man heute so sagt: Was müssen wir an unserem Angebot noch optimieren, um noch mehr Kunden zu bekommen? - Dass dies jedoch von Jesus nicht so gemeint ist, das erfahren wir im nächsten Satz des Evangeliums: „Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.“
Wir spüren ganz deutlich, wie sehr sich Jesus um seine Mitarbeiter sorgt. Ganz liebevoll und fürsorglich klingt das, was er da sagt. Er will ihnen jetzt unbedingt Ruhe verordnen und einen Platz, wo sie kein einziger Hilfe-
suchender in ihrer nötigen Pause stört.

Daraus können wir schließen, dass Jesus erkannt hat, wie erschöpft seine Helfer von ihrem Einsatz zurück-
kommen. Sie haben sich offenbar bis an ihre Grenzen eingesetzt, und deshalb hat er sie zurückgepfiffen, obwohl noch so viele Menschen auf sie warteten. Sie sollen sich ja nicht endgültig zur Ruhe setzen, aber eine Pause, ein Atemholen haben sie jetzt dringend nötig. Jesus ist es eben nicht egal, wie es seinen Freunden geht.

Da es an ihrem Treffpunkt aber jede Menge Leute gibt, die Jesus und seine Jünger erkennen und jetzt eilig herbeiströmen, hilft nur der Rückzug. Noch nicht einmal zum gemeinsamen Essen kommen sie, so groß ist der Andrang der Hilfe-
suchenden.

Um seinen Jüngern die verdiente Erholung zu ermög-
lichen, müssen sie wie auch so mancher Prominente heutzutage möglichst geschickt von der Bildfläche verschwinden. Jesus formuliert es so: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und ruht ein wenig aus.“

Auch das ist bemerkenswert: Jesus schickt seine Leute nicht einfach für ein paar Tage nach Hause. Er könnte
ja auch sagen, sie sollten sich erst mal gründlich aus-
schlafen und dann wiederkommen, wenn sie wieder richtig fit sind. Er sagt auch nicht: Lasst uns ausruhen, sondern es geht ihm speziell um seine Jünger: Ruht ihr ein wenig aus. Sammelt euch wieder, findet wieder eure innere Mitte, kommt wieder ins Lot!

Deshalb soll das Ganze auch gemeinsam stattfinden. An der Ruhe Jesu sollen sie sich orientieren, wieder neu ausrichten. Diese innere Ruhe, wie wir sie bei Jesus z.B. auch vom Sturm auf dem See Genezareth kennen, soll auf seine Freunde ausstrahlen und ihnen neue Kraft geben. Diese Ruhe Jesu kommt natürlich nicht von irgendwoher, sondern durch die ständige innige Be-
ziehung zu seinem himmlischen Vater, durch das
intensive Gebet Jesu, so oft wie dies nur möglich ist. Jesus und seine Jünger machen sich startklar. Mit dem Boot geht es an eine einsame, menschenleere Stelle des Ufers, wo man ungestört in der Stille neue Kraft tanken kann.
Doch es kommt in diesem Falle anders. Es wird ein Kurzurlaub mit Hinder-
nissen. Bei der Abfahrt stehen am Ufer noch jede Menge Leute.
Auch sie wollen Jesus sehen, mit ihm sprechen, sich heilen und helfen lassen. Doch nun sieht es fast so aus, als gelänge Jesus die Flucht.
Doch so schnell lässt man sich nicht abwimmeln, wenn man etwas auf dem Herzen hat. Wer den Weg bis
hierher gelaufen ist, der kann jetzt auch noch ein paar Kilometer weiter marschieren. Irgendwo wird er schon an Land gehen, dieser Rabbi Jesus. Irgendwo wird er schon eine Zeitlang bleiben wollen. Das ist dann unsere letzte Chance – also nichts wie am Ufer entlang hinter-
her, und dann werden wir ihn bald haben…!

Kaum angekommen, ist Jesus tatsächlich schon wieder von vielen Menschen umringt. Da von den Jüngern hier keine Rede mehr ist, darf man annehmen, dass sie etwas abseits ausruhen und abwarten. Wie wird ihr Meister sich jetzt verhalten?
Kommt er zu ihnen, seinen Jüngern, und verbringt mit ihnen den Rest des Tages in Gespräch und Gebet? Oder wird er doch den nach Hilfe bettelnden und Orientierung suchenden Menschen nachgeben?
Keine einfache Entscheidung! In solchen Situationen sagt der Volksmund gerne: Egal wie man es macht, verkehrt ist es immer! Jesus sieht in die Gesichter der Menschenmenge, er sieht ihr Bangen, ihre Hoffnung, ihre fragenden Blicke. Jesus, hilfst du mir?
Im heutigen Evangelium heißt es: „Als
er ausstieg
und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.“

Jesus hat Mitleid mit ihnen, heißt es. Er weiß nur zu gut, wie viel manche dieser Menschen schon von harther-
zigen Gesetzeslehrern zu hören bekommen haben. Er weiß, wie oft sie abgewiesen und hin und her geschubst worden sind. Er weiß, wie sehr sie unter ihrer geistlichen oder körperlichen Hilflosigkeit leiden.

Das Wort „Mitleid“ drückt kaum aus, was nun in Jesus vorgeht. Zutiefst traurig ist er über den Zustand dieser Menschen. Er ist geradezu erschüttert darüber, wie schlecht es ihnen geht. Und er weiß auch, wie wenig sie selbst schuld daran sind. Es hat ihnen in ihrem Leben an klarer Orientierung gefehlt. Kein Hirte war da, der sie gut geführt hat und der sie vor Gefahren bewahrt hat. Schutzlos und trostlos sind sie. Die geistlichen Hirten des Volkes Israel haben versagt. Sie sind hauptsächlich damit beschäftigt, wie es ihnen selbst geht.
Diese Menschen sind wirklich wie Schafe, die keinen Hirten haben! Jesus aber ist der gute Hirte, der wahre Hirte Israels und der ganzen Welt. Er lässt sie nicht im Stich, und deshalb lehrt er sie lange. Das soll heißen: Jesus fertigt sie jetzt nicht im Express-Tempo ab. Er nimmt sich alle Zeit, die nötig ist. Er lehrt sie lange.
Er muss ihnen ausführlich von der Liebe Gottes er-
zählen, damit ihnen
überhaupt bewusst wird, was auf dem Spiel steht. Er muss diesen von den geistlichen Führern so sträflich vernachlässigten Menschen erst einmal die Augen öffnen für die große Güte Gottes und dafür, dass Gott eine ganz herzliche Einladung an jeden von ihnen ausgesprochen hat.
So manche Träne wird da geflossen sein, als Jesus erklärt, wie wichtig, liebenswert und einmalig jeder Mensch für Gott ist. Die Zuhörer hängen geradezu an seinen Lippen, und die Zeit vergeht dabei wie im Fluge.
Zum Schluss erinnern wir uns hier und heute daran, dass die Jünger damals und die Kirche heute beauftragt sind, diese herzliche Einladung Gottes in dieser Welt zu verkünden. Viele Heilige könnte man
jetzt nennen; nehmen wir beispielsweise mal den berühmten Pfarrer von Ars.

Wie die zurückgekehrten Apostel hat der Pfarrer von Ars – und natürlich viele andere – sein Leben immer wieder an Jesus orientiert. Er hat es geschafft, durch sein leuchtendes Vorbild als geistlicher Hirte zahlreiche Menschen wieder zu Gott zu führen. Immer wieder machte er in unzähligen Beichtgesprächen und Vor-
trägen den Menschen klar, wie sehr der himmlische Vater auf die Umkehr aller Sünder hofft.
Als der Pfarrer von Ars bei einer Beichte in Tränen ausbrach, wollte der Beichtende wissen, was das zu bedeuten habe. Der Pfarrer von Ars erklärte es ihm ganz drastisch: „Ich weine, weil ihr nicht weint!“ 
Er war eben so heftig darüber erschüttert, wie sehr dieser barmherzige Gott doch immer wieder durch unser Fehlverhalten enttäuscht wird.

Vielleicht ist da gerade die Urlaubszeit eine gute Gelegenheit, wie die Leute im heutigen Evangelium selbst auch neu Ausschau nach Jesus zu halten. Wer ihn ausdauernd sucht, der wird ihn finden. Vielleicht auch nicht jetzt und hier, sondern an einem ruhigen, einsamen Ort. 



VIRC Wien: Lesungstexte und kurze Einführung (pdf)
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Predigt Pfr. Josef Mohr, Heidelberg: 
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Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Pfr. Osberger: „Bitte nicht stören!“
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Leseprobe aus „WortGottesFeiern“ 16. So B
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Leseprobe aus „Der Prediger und Katechet“
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Predigt Pfarrei Allerheiligen Wallhalben (pdf)
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
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Fürbitten aus dem Bistum Trier
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Heinrich Böll: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral
(Der Fischer) >> BITTE KLICKEN !
Predigt Pastor Wolfgang Wegert: Die Ruhe Gottes (pdf)
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Jens Mankel: Die Entdeckung der Langsamkeit (pdf)
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Die gute Tat:  Abends sitzt die Familie zusammen, und Sohn Jürgen,gerade mal drei Monate lang Ministrant, erzählt den Eltern stolz vonseiner spontanen Rettungs-
tat: „Heute habe ich verhindert, dass in der Messdiener-Gruppenstunde unserem Pfarrer ein böser Streich gespielt wurde.“

Das freut den Vater natürlich:„Wie hast du das denn fertig gebracht?“
So geht der hilfsbereite Sohn zu den Einzelheiten über: „Vor Beginn des Unterrichts haben einige Jungen dem Pfarrer ein paar Reißnägel auf den Stuhl gelegt,“ erklärt er. „Aber glücklicherweise habe ich das gesehen, und gerade als der Pfarrer sich setzen wollte, habe ich ihm deshalb schnell den Stuhl weggezogen.“

Gelungene Liedauswahl:  Der neue Kaplan ist erst wenige Tage im Dienst und dementsprechend besorgt, dass auch alles richtig klappt. Für den Zeltlager-Gottesdienst der Sommerfreizeit schreibt er die zu singenden Liedtitel lieber auf ein großes Plakat.
Dort können die Kinder zu ihrem Erstaunen lesen: Wir singen: Wunderschön prächtige… Ich will dich lieben… In der Mitte der Nacht… 


Anmerkung: Melodie von "In der Mitte 
der Nacht" >> BITTE KLICKEN ! 

Diese Predigtgedanken können Sie auch selbst herunterladen (der Link funktioniert
mindestens bis 1.9.2012):
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- als Word-Datei >> BITTE KLICKEN !
- die Kurzfassung (pdf) >> BITTE KLICKEN !

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16.07.2012

Männer ohne Kirche? -- Kirche ohne Männer? (mit Linktipps)

(Fortsetzung) 
Das kann es doch eigentlich nicht sein, wenn wir bloß mal an die Anfänge der Kirche denken, und an die zahlreichen Märtyrer, die mutig zu ihrem Glauben standen und Verfolgung und Tod auf sich nahmen (in manchen Ländern heute noch). Glaube hat doch eigentlich auch mit Treue und Tapferkeit zu tun, mit Begeisterung und Einsatz, also Tugenden, die durchaus auch als männlich gelten?! Es ist ein Alarmzeichen, wenn die Männer heute in der Kirche die Flucht ergreifen, wenn sie sich dort nicht zuhause fühlen. In vielen Bistümern gibt es inzwischen Beauftragte für Männerarbeit und Männerseelsorge, und so manche Pfarrei hat die Zeichen der Zeit erkannt und steuert mit gezielten Angeboten speziell für Männer gegen den bedrohlichen Trend. Dabei hilft die alte Feststellung, dass die Männer gar nicht wirklich ver-
schwunden sind. Nein, sie halten sich nur zurück. Wenn es aber um das Aufstellen der Weihnachtsbäume in der Kirche geht, um den Zeltaufbau für’s Pfarrfest oder die Betreuung des Grills beim Kinderfest, dann lassen sie sich nicht lange bitten, die Kerle.
Wie es scheint, ist es fast wie in der Schule: Männer können nicht so lange stillsitzen, sie mögen ihre Seelen-
lage nur ungerne Frauen gegenüber „outen“, und sie müssen irgendwie immer etwas tun. Die meisten werden ja auch im Urlaub schon gereizt und hibbelig, wenn mal kein Ausflug angesagt ist, sondern einfach nur Ruhe.

Für die Verantwortlichen in der Kirche, überregional und vor Ort, ist es jedenfalls höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie man die Mannskerle wieder „zurückholen“ kann, wie Erz-
bischof Schick es formulierte. Materialien und gelungene Beispiele gibt es, wie auch die nachfolgenden Linktipps zeigen:

Männer in der (orthoxen) Kirche (9 S. pdf)
>> 
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Kirchenzeitung: Männer wollen „feste Nahrung“…
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Katholische Männerbewegung Österreichs 
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Männerprogramm Rottenburg-Stuttgart (mit Linktipps)
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„Werkbuch Männerspiritualität“
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Zeitschrift für Männer- und Jungenarbeit 
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„Die zweite Halbzeit entscheidet“ – ein Buch für Männer
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Buch „Warum Männer nicht zum Gottesdienst gehen“
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90 % sind Männer: Gemeinde baut Bibelgarten 
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Köln: Männerpädagogik bei der Erstkommunion… 
 >>  BITTE KLICKEN !
Gemeinschaft Katholischer Männer in Köln
 >>  BITTE KLICKEN !
„Männersache“ – Programmheft 2012 (54 S. pdf) 
 >>  BITTE KLICKEN !
Arbeitshilfe: Richtlinien für die kath. Männerarbeit 
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... und hier als pdf >> BITTE KLICKEN !
Linktipps Männerarbeit 
 >>  BITTE KLICKEN !
Untersuchung „Männer in Bewegung“ – download 
>>  BITTE KLICKEN !
„Mann in der Kirche“ 1/11 – Abschnittweiser Download 
>>  BITTE KLICKEN !
Fachgespräch-Dokumentation über Männerarbeit (76 S. pdf) >>  BITTE KLICKEN !
Männernetzwerk Bistum Trier
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„Mit Männern unterwegs“ - Zeitgemäße Männerseelsorge (20 S. pdf) 
 >>  BITTE KLICKEN !
Beispiel-Video: Väter-Kinder-Kunstaktion 
>>  BITTE KLICKEN !
Beispiel eines Dekanats-Programmes: „Männer in Aktion“ (pdf)  >> BITTE KLICKEN !
Beispiel: „Opa, erzähl doch mal!“ 
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Infos für Männer (Österreich) >> BITTE KLICKEN !
... und hier >> BITTE KLICKEN !
Männergemeinschaft einer Pfarrgemeinde 
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Kirche für Männer – wie? 
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14.07.2012

Hetze gegen Lebensrechtler? - oder: Danke für die Klärung, Frau Berg und SPIEGEL!


(Fortsetzung)
„Ob sie gebettelt haben, Mama, Mama, wir wollen am Marsch fürs Leben teil-
nehmen…“
unterstellt sie der Mutter gleich mal eine üble
Beeinflussung ihrer Kinder. Dabei scheint Frau Berg ganz zu verdrängen, dass bei den Demos der Gegen-
seite (z.B. Christopher Street Day) auch Kinder gesichtet wurden.
Der Junge auf diesem Foto scheint allerdings anlässlich dessen, was er zu sehen bekommt, deutlich weniger glücklich zu sein, wenn die Bemerkung gestattet ist…

Immerhin zitiert Frau Berg netterweise eine ganze Passage aus der Website für den Lebensrechts-Marsch: „Mit dem Marsch für das Leben gedenken wir der Kinder, die Tag für Tag in Deutschland noch vor der Geburt getötet werden. Niemand kann sagen: Wir ha-
ben von nichts gewusst…“
– Und weil Frau Berg dazu vermutlich kein Gegenargument einfällt, versucht sie, diese Menschen lächerlich zu machen, die da von ihrem Recht zur Meinungsäußerung Gebrauch machen: Diese „eierten“ demonstrierend „wackelnden Fußes“ durch Deutschland, also genauer die „ockerfarbene Mutter“ und die „seltsam gelben Männer“.

Nun weiß ich nicht, ob und was Frau Berg vor dem Schreiben ihres Artikels getrunken hat, aber etwas eigentümlich ist ihr Stil schon, zumal sie sogar zwei Sätze gleich mal doppelt schreibt. Und hinzufügt:
„Lasst andere die Pille nehmen, abtreiben, nicht ge-
bären, es ist doch nicht euer verdammtes Problem.."

Sie sollten lieber den Mund halten, findet Frau Berg, statt „Richter über die Gebärmutter unserer Nachbarin“ sein zu wollen.

Ob Frau Berg früher im Sozial- oder Gemeinschafts-
kunde-Unterricht gefehlt hat?
Wir jedenfalls haben gelernt, dass es ein Grundrecht auf Meinungsfreiheit gibt. Und vor dem eigenen Gewissen und Glauben kann es sogar Pflicht sein, den Mund aufzutun, wenn z.B. menschliches Leben massiv be-
droht ist. Wir dürfen auch nicht schweigen, wenn irgendwo in der Welt Diktatoren ihr eigenes Volk umzubringen versuchen.

Wenn Frau Berg unterstellt, es gäbe
in Deutschland ein Recht auf Abtreibung, so zeigt sie erstaun-
liche Wissenslücken. Abtreibung ist hier-
zulande kein Recht, sondern rechtswidrig, allerdings unter bestimmten Umständen straffrei. Lassen Sie sich das ggf. mal von einem Rechtsanwalt erklären, Frau Berg!

Schaue ich mir das Foto von Frau Berg neben ihrer Kolumne an, dann bin ich in Versuchung, einem Blog-
ger-Kollegen zuzustimmen, der da schreibt: „Es ist der übliche Hass auf das Leben an sich. Es ist die öde und unerträgliche Hoffnungslosigkeit einer diesseitsfixierten Frust-Emanze“. Ein anderer Kollege ergänzt: „Sibylle Berg, eine finster drein blickende Streiterin für vermeint-
liche Frauenrechte…“
– In Ihrem Twitter-Account lese ich bei Frau Berg neben ihrem Namen und Foto Auf-
schlussreiches : „Kaufe nix, ficke niemanden.“
Das glaube ich Ihnen …

Nichts für ungut, sehr geehrte Frau Berg, aber Ihre Kolumne ist voller Hass auf Leute, die eine andere Meinung haben als Sie selbst. Das verrät in aller Deut-
lichkeit Ihr Schluss-Satz: „Klappe halten und andere mit liebevoller Nachsicht betrachten“. – Tja, hätten Sie sich mal selbst daran gehalten…

SPIEGEL-Kolumne
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Foto mit Kindern 
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Klappe halten?
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mit Polizeischutz…
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am 22.9. in Berlin..
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Warnung: Frau Berg, so sieht Abtreibung aus…!

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13.07.2012

WELTBILD und der neue Sado-Maso-Bestseller: Erwirkt der Vatikan eine einstweilige Verfügung gegen deutsche Bischöfe...?


(Fortsetzung)

Bei WELTBILD versucht man abzuwiegeln, und das klingt so: „Wir sehen das Buch als sehr problematisch an… Die hier beschriebene Unterwerfung der Frau widerspricht dem Welt- und Menschenbild, von dem wir uns
als Buchhändler leiten lassen“
.
Das Buch sei aber nun mal „omnipräsent im gesamten Markt“.
Ich übersetze das mal:
Alle anderen verkaufen das Buch doch auch, warum also nicht wir? Selbstverständlich sind wir eigentlich absolut gegen solch ein sexistisches, frauenfeindliches Geschreibsel, weil das eindeutig gegen unsere katho-
lische Überzeugung ist, aber was will man machen? Man wird doch geradezu gezwungen, diesen Titel online und im Laden anzubieten?!

WELTBILD verhält sich da meiner Meinung nach fast
so wie zweifelhafter Waffen-
verkäufer, der für einen Interessen-
ten einen Revolver unter der Ladentheke hervorkramt und hinzu-
fügt: „Sie wissen ja, dass ich absolut gegen Gewalt bin. Ich bin empört, wenn Sie diese Waffe jetzt kaufen und womöglich damit jemanden erschießen wollen. Aber weil Sie das Ding sonst woanders kaufen würden, kriegen sie es eben unter Protest von mir…“


Es gehört wirklich keine Hellseherei dazu, um zu ahnen, wie das mit den Bischöfen und WELTBILD weitergehen wird, von Problem zu Problem. Aber das ist man doch schon fast gewöhnt, wenn man nur mal an das Hin und Her mit fest versprochenem Verkauf und der nachfol-
genden Rolle rückwärts denkt. Der Papst wird über die neueste Lachnummer wohl eher nicht lachen können. Erst im vergangenen Herbst hatte er die deutschen Bischöfe öffentlich aufgefordert, entschiedener und energischer gegen pornografische Angebote vorzu-
gehen. Ob er nun wegen Missachtung der Menschen-
würde und des Glaubens vor Gericht ziehen muss?

Gilt bei WELTBILD vielleicht der Grundsatz: Doppelte Moral hält eben besser? – Wenn das so weitergeht, was zu befürchten ist, dann könnte es vielleicht demnächst in einem Beichtspiegel zur Vorbereitung auf das Buß-
sakrament auch heißen: Hast Du eine WELTBILD-Buchhandlung betreten? Wenn ja, wie oft…?


Artikel bei „kath.net“
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„BILD“ war natürlich dabei… 
Die Buchbranche lästert über WELTBILD…
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FOCUS: Gnadenlos gegen die Emanzipation…
Ätsch – Bischöfe verkaufen WELTBILD … doch nicht…! 
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11.07.2012

Predigt zum 15. Sonntag im Jahreskreis B -- 15.07.2012

(Fortsetzung)  

Es heißt: „In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszu-
treiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen.“

An den Füßen nur Sandalen – das ist ja sandalös!
Warum denn bloß kein festes Schuhwerk bei dem oft unwegsamen Gelände?
Warum kein Geld, warum keinerlei Vorräte und auch kein zweites Hemd?
Ganz sicher wollte Jesus nicht, dass seine Apostel, die er losschickte, mit total verschwitzter Kleidung ihre Zu-
hörer durch Geruchsbelästigung in die Flucht schlagen. Ganz sicher wollte er auch nicht, dass sie auf ihrem Weg elend verhungern oder verdursten!
Seine konkreten Dienstanweisungen haben aber einen guten Grund: Die Apostel, die er mit seiner Vollmacht ausstattet und aus-
sendet, sind nämlich keine Touristen auf Wanderschaft. Solche Wandertouristen müssen natür-
lich ihr Zelt dabei haben nebst allem Zubehör, wenn sie irgendwo im Freien übernachten wollen. Da kommt schon einiges zusammen!
Die Apostel jedoch haben so gut wie nichts dabei. Sie sind also immer auf andere und deren Hilfsbereitschaft angewiesen. Das fällt jedem, der ihnen begegnet, sicher sofort auf und man denkt dann sicher: Die beiden, die da vor mir stehen, die sind keine Luxus-Missionare. Die meinen das offensichtlich ganz ernst mit der Nachfolge Jesu! Vielleicht sollte ich mir also wirklich mal anhören, was sie mir zu sagen haben!

Wahrscheinlich hätte Jesus seine Mitarbeiter im Außendienst sogar ohne Sandalen losgeschickt, wenn das nicht zu gefährlich wäre. Scharfkantige Steine könnten ihrem Auftrag sonst ein recht plötzliches Ende bereiten. Einen Wanderstock dürfen sie auch dabei haben. Das hat allerdings nichts mit dem modernen „Nordic Walking“ zu tun. Den Stock brauchte man nicht nur in der sehr hügeligen Landschaft mit oft ganz schlechten Wegen. Er war leider manchmal auch nötig, um sich z.B. streunende Hunde oder andere unliebsame Tiere auf Abstand zu halten. Deswegen hatten auch die Hirten damals immer einen Holzstab dabei.
Wenn Jesus die Apostel grundsätzlich zu zweit aus-
sendet, macht das nicht nur deren Wanderschaft sicherer. Es hätten schließlich z.B. auch immer vier Männer sein können. Damals galt aber der Rechts-
grundsatz, dass immer mindestens zwei Männer eine übereinstimmende Zeugenaussage machen mussten, wenn etwas vor Gericht als wahr anerkannt werden sollte. Das gemeinsame Auftreten unterstreicht hier also die Glaubwürdigkeit. Zugleich dient jeder der beiden dem anderen aber auch als Helfer und Berater, wozu auch die Korrektur von ungenauen Aussagen oder Fehlverhalten gehört. In manchen Klöstern wird heute noch diese Tradition der „Correctio fraterna“ eingeübt, also eine brüderliche Zurechtweisung, die untereinander in aller Liebe zu erfolgen hat, um den geschätzten Mitbruder vor falschen Wegen zu bewahren.

Aber nichts zu trinken dabei, kein Brot und keine Vorratstasche – ist das nicht doch etwas übertrieben? - Dazu muss man wissen, dass es zu den eisernen Grund-
regeln orientalischer Gastfreundschaft gehört, den Gast zu ehren, indem man ihm Notwendiges und auch Angenehmes geradezu auf-
drängt. Dies stammt noch aus der Zeit des Lebens in und mit der Wüste.
Es musste damals also wirklich niemand verhungern oder verdursten. Allerdings müssen die Apostel Jesu sich unterwegs auf ein Leben als Gast einstellen, auf ein Leben, das sie nicht in allem selbst bestimmen können.

Jesus gibt ihnen die Anweisung: „Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlaßt.“  Das heißt in der Praxis, dass sie z.B. dann auch akzeptieren müssen, was sie da zum Essen vorgesetzt bekommen. Sie sollen sich ganz bewusst höflich an ihren Gastgeber anpassen und nicht etwa die Unterkunft wechseln, weil es im Nachbarhaus eine bessere Hausfrau und Köchin gibt. Man stelle sich nur vor, welche Eifersüchteleien bei den Dorfbewohnern entstehen könnten, wenn diese willkommenen Boten Gottes plötzlich als Leckermäuler drei Häuser weiter an der Suppenschüssel sitzen.
Wo man sie in diesem Dorf aufgenommen hat, da sollen sie nach Jesu Anweisung auch bleiben, bis sie zum nächsten Ziel weiterwandern. Sie kommen gewisser-
maßen mit leeren Händen, ganz und gar abhängig von der Aufmerksamkeit und dem gutem Willen ihres jeweiligen Gastgebers. Dieses Zeichen wurde damals an vielen Orten wohl verstanden: die Apostel geben sich ganz in Gottes Hand und vertrauen darauf, dass er ihnen den richtigen Weg zeigt und dazu die richtigen, gastfreundlichen Menschen.

Ganz sicher wird in dem Haus, in dem sie unterge-
kommen sind, nach einigen Tagen die Atmosphäre bei den abendlichen Gesprächen offener, vertraulicher. Niemand kann schließlich über mehrere Tage nur sein Sonntagsgesicht aufsetzen. Es wird intensive Gesprä-
che mit der Hausgemeinschaft geben, wenn man nach Feierabend in der großen Runde zusammensitzt.
So können die Apostel auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Sie erleben, wo die Menschen ihre persönlichen Probleme haben, und das auch in ihrem Glaubensleben. Diese Art der Apostel, den Zuhörern die Frohe Botschaft näherzubringen, kann also an ganz konkreten Fragen anknüpfen. Da gibt es keine 08/15-Unterrichtsstunde, sondern tiefe Gespräche von Mensch zu Mensch.
Und so merken wir, je mehr wir uns damit beschäftigen, wie klug dieses Missions-Konzept Jesu ist. Die ausge-
sandten Glaubenszeugen sind für die Menschen vor Ort deshalb absolut vertrauenswürdig, weil sie wirklich das leben, was sie sagen. Die Apostel haben sich da kein Hintertürchen offengelassen.

Da gibt es z.B. keinen Wäschevorrat – also muss man sich als Bote Jesu vor Ort beim Waschen helfen lassen. Da gibt es noch nicht einmal den berühmten und eigent-
lich selbstverständlichen Notgroschen. So wird ihre Botschaft aber überall verstanden: In Gottes Hand ist offenbar für jeden bestens gesorgt, da geht wirklich niemand verloren!

Im Evangelium heißt es, sie sollten „kein Geld im Gürtel“ mitnehmen, wie dies damals aber von vielen Reisenden praktiziert wurde. Eingenäht in einen Ledergürtel war das Geld halbwegs vor Dieben geschützt, wie das heute z.B. mit dem sogenannten Brustbeutel praktiziert wird. Wörtlich heißt es „keine Kupfermünze im Gürtel“. Es gab damals Gold-, Silber und Kupfermünzen. Natürlich hatten die Kupfermünzen davon den geringsten Wert. Man würde heute also sagen: ohne einen einzigen Pfennig oder Cent in der Tasche. Sie sollten als Missionare wirklich nichts besitzen, und nicht nur so tun als ob. Wenn man so will, lebten sie damit ein tägliches Leben mit vollem Risiko. Doch Gott trägt sie, er lässt sie nicht fallen. Gott sorgt ganz offensichtlich dafür, dass ihre leeren Hände immer wieder neu gefüllt werden, dass es ihnen an nichts Notwendigem fehlt.
Aber was ist in dem Falle, wenn man sie irgendwo ab-
blitzen lässt? Wie sollen sie sich verhalten, wenn man sie gar nicht anhören will? Sollen die Apostel dann wie so viele moderne Werbe-Strategen immer wieder einen neuen Anlauf nehmen? - Wir kennen das heute nur zu gut von vielen Prospekten, Reklame-Briefen und den eigentlich verbotenen Werbe-Anrufen. Die Werbe-Experten sagen, dass man in der Werbung nicht voreilig locker lassen darf. Vielleicht hat man nämlich den mög-
lichen Kunden nur zur falschen Zeit oder auf dem falschen Fuß erwischt. Also immer schön am Ball bleiben und nachhaken, denn der ins Auge gefasste Kunde könnte es sich bald schon anders überlegen… Wie wir erfahren haben, sieht Jesus das ganz anders: „Wenn man euch aber in einem Ort nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie.“

Jesus weiß nur zu gut, wovon er da spricht. Gerade erst am vorigen Sonntag haben wir im Evangelium gehört, wie man ihn in seiner eigenen Heimatstadt Nazareth nicht verstehen wollte oder konnte. Gott lässt den Menschen ihre Freiheit, auch die Freiheit zur Ablehnung seiner Liebe. Die Boten Jesu sollen glaubwürdig dafür sorgen, dass die Men-
schen vom Glück des Himmelreiches erfahren. Sie sollen jedoch nichts erzwingen wollen. Wer Herz und Kopf einfach nicht für Gottes Botschaft öffnet, der hat die größte Chance seines Lebens verspielt. Anderes ist ihm eben leider wichtiger. Das ist einfach nur traurig, aber Gott akzeptiert es so, und die Jünger sollen es auch so halten.

Es gibt schließlich genug andere Menschen, die noch gar nichts oder nicht genug von der Frohen Botschaft gehört haben. Wenn man euch als Boten Jesu hier an diesem Ort nicht hören will, dann geht einfach weiter, denn andere brauchen euch!
Den Staub von den Füßen schütteln – das machten die Juden damals als deutliches Zeichen, wenn sie von unterwegs aus heidnischem Gebiet zurückkehrten. Nichts Heidnisches wollten sie an sich haben, wenn sie ihre Heimat betraten, das Land, das Gott ihnen gegeben hatte. Wenn auch die Apostel den Staub einfach ab-
schütteln sollen, dann heißt das: Wer meine Boten ablehnt, der ist faktisch wie ein Heide, wie ein Ungläu-
biger, auch wenn er meint, ein Frommer zu sein.

Geht einfach weiter, stört euch nicht an euren Miss-
erfolgen, sagt Jesus. Lasst euch nicht von eurem Auftrag ablenken, ärgert euch nicht und nehmt Ab-
lehnungen bloß nicht persönlich. Woanders wartet man schon auf euch und auf Gottes Wort.

Das Evangelium schließt heute mit dem Hinweis, dass diese Regie-Anweisungen Jesu offenbar Erfolg hatten: „Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.“
Wie war ein solcher Erfolg nur möglich? - Solch eine Kraft trauen wir wohl erst einmal nur Jesus selbst zu. Aber bei Fischern, von denen wir wissen, wie sie selbst oft genug vom Zweifel geplagt wurden?
Wo liegt das Geheimnis ihres ganz offensichtlichen Erfolges?
Schauen wir zwischen die Zeilen des Textes. Achten wir also nicht nur darauf, was da steht, sondern auch darauf, was da nicht steht. Im heutigen Evangelium steht z.B. absolut nichts von irgendwelchen Rückfragen der Jünger oder gar von Zweifeln. Jesus erteilt ihnen eine Vollmacht, beauftragt sie also ganz ausdrücklich – und dann heißt es nur kurz und knapp: „Die Zwölf machten sich auf den Weg…“
Da haben wir bereits eine mögliche Erklärung für ihren Erfolg. Sie tun nämlich nichts aus sich selbst, sondern sie tun es nur im Auftrage Jesu. Dank seiner Vollmacht ist ihnen ihr Auftrag jetzt so klar, dass sich Fragen für sie eigentlich überhaupt nicht stellen. Sie wissen doch, dass es nicht auf ihr Talent, ihre Redegewandtheit oder ihr Auftreten ankommt. Dann bräuchten einige von ihnen wohl gar nicht erst anzufangen.

Sie wissen sich ganz in der Hand Gottes, die sie führt. Gott wird ihnen schon im rechten Augenblick die passenden Worte eingeben. Nicht auf sich setzen sie ihr Vertrauen, sondern auf ihren Auftrag-
geber, der sie für diesen Plan schließlich ausgewählt hat.

In jedem Hafen kann man die kleinen Schleppkähne beobachten, die die gigantischen Schiffe an ihre Posi-
tion bringen. Da kommt niemand auf die Idee, diese Winzlinge für wichtiger zu halten als den großen Pott, den sie gerade ziehen. Die gewaltige Motoren- und Schraubenkraft der Riesenschiffe könnte im engen Hafenbecken große Wellen auslösen. So manövrieren stattdessen die kleinen Schlepper in engem Funk-
Kontakt mit dem Ozeanriesen, genau nach Anweisung des Kapitäns.

Das wissen die Apostel nur zu gut. Sie sind Helfer, sie sind Mitarbeiter. Ganz deutlich könnte man sagen: Sie wissen, dass sie ganz klar weisungsgebunden sind. Nicht ihre eigene Interpretation ist gefragt, sondern ihr Bekenntnis, nicht ihre eigenen Worte, sondern aus-
drücklich das, was Jesus lehrt.

Liebe Mitchristen, Sie haben es sich vielleicht schon gedacht – wir nähern uns zum Schluss der Nutz-
anwendung für uns heute. Alle Texte der Bibel sind ja nicht nur für die Leute von damals aufgeschrieben worden. Das alles geht uns hier und heute an, das alles richtet sich direkt an uns, an jeden von uns, und nicht nur an die sogenannten Amtsträger.

Freilich spüren die es oft am härtesten: Es gibt nicht nur den viel diskutierten Priestermangel. Viel tiefgreifender und folgenreicher ist die sich ausbreitende Glaubenskrise. Da wissen sich die Priester und ihre Mitarbeiter von zwar Jesus beauftragt und ausgesandt, doch was ist leider oft genug das Ergebnis? Zum Teil picken sich die Kirchenkunden nur die Rosinen raus. Schon eine Woche nach der feierlichen Erstkommunion sieht es etwa bei den Kindern so aus, als habe es nie eine Erstkommunion gegeben. Die Reihen bleiben leer. Die Seelsorger wissen es natürlich: Nicht die Kinder, sondern die Eltern sind die eigentlichen Sorgenkinder. Mit der Aufzählung solcher empfundenen Misserfolge könnte man mühelos einen ganzen Jammer-Abend füllen, der aber nicht wirklich weiterhilft.
Vielleicht aber hilft es da, sich das heutige mutige Bei-
spiel der Apostel immer wieder in Erinnerung zu rufen. Salopp gesagt lautet die Erkenntnis daraus: Gott lässt dich schon nicht im Stich, wenn er dich beauf-
tragt hat!

Da kann es wohl eher sein, dass du selbst dich und Gott im Stich lässt. Vertraue dich doch erst einmal ganz der Führung Gottes an und kippe alle deine vollgepackten Reisekoffer mit den selbstgestrickten Plänen aus. Du brauchst den ganzen Krempel doch im Grunde gar nicht, wenn du Gott für dich sorgen lässt.
Liebe Mitchristen, hier spüren wir, wie sehr dieser Text immer auch eine kritische Anfrage an die Kirche bleiben wird. Stets ist sie in der Gefahr, jede Menge wichtige Koffer zu packen, in gutgemeinter Absicht. Man trägt schließlich Verantwortung, und man muss sich schließ-
lich um alles Mögliche kümmern. Da kann man nicht leben wie die Apostel damals. Da kann man nicht herumwandern mit leeren Taschen und nur mit Gottvertrauen im Herzen.

Das heutige Evangelium ist und bleibt ein Stück weit eine Warnung an die Kirche, an Ihre und meine Kirche: Achtung, versinkt nicht in der Versorgungs- und Beamtenmentalität! Macht es euch nicht zu einfach, indem ihr sagt: Ja, ja – dieses und jenes kann man vielleicht im Kloster als Ordenschrist machen, aber doch nicht in der freien Wildbahn unserer Welt!
Natürlich kann die Kirche nicht auf Hab und Gut verzichten, nicht auf Gotteshäuser und auch nicht auf die Bezahlung ihrer Mitarbeiter. Doch die Warnung des Evangeliums bleibt: Behaltet stets genau im Auge, was ihr da macht! Ihr müsst nicht ab sofort alle wie die Ordensleute auf persönlichen Besitz verzichten und in schlichten Einheits-Gewändern herumlaufen. Aber ihr müsst stets um die Gefahr wissen, in der ihr euch befindet.
Jeder einzelne Christ, aber auch die ganze Organisation Kirche muss sich fragen: Was schleppe ich eigentlich alles mit mir herum, was ich nicht loslassen kann?
Was belastet mich im wahrsten Sinne des Wortes?
Was hindert mich daran, Gott wirklich zu vertrauen?
Wo vertraue ich meiner eigenen Kraft viel mehr
als der Kraft und Stärke Gottes?
Sind meine eigenen Hände wirklich leer genug, damit Gott da etwas hineinlegen kann?
Stehen wir Gott wirklich wortwörtlich zur Verfügung, oder hoffen wir im Innersten doch eher, er möge uns doch bitte in Ruhe unseren schwierigen Alltag bewäl-
tigen lassen, unseren Dienst tun lassen?
Wo entfernen wir uns von unserem Auftrag, Gottes Liebe zu verkünden?
Stärken wir uns gegenseitig nach dem Zweier-Beispiel der Apostel, oder sind wir zu Einzelkämpfern der Verkündigung geworden?

Es sind eine Menge Fragen, die wir uns immer wieder selbstkritisch stellen sollten. Das Evangelium lädt uns dazu ein, mit Gottes Hilfe die Antworten zu finden. Lernen wir vor allem das Loslassen. Eines Tages kommt für jeden die Stunde, da müssen wir es können, ob wir wollen oder nicht.
Die Frage eines Schülers an einen Rabbi mag uns dabei helfen: „Wie kommt es eigentlich, dass die Engel fliegen können?“
Die Antwort lautete: „Das kommt daher, weil sie sich so leicht nehmen!“




Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Pfr. Dr. Jörg Sieger
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Predigt in „Dienst am Wort“ (nach unten scrollen
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Predigten und Fürbitten der Karl-Leisner-Jugend
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Predigt Berufung Erzbistum Freiburg (pdf)
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Predigt Pfr. Josef Mohr
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Vortrag Prof. Dr. Hubert Windisch:
„Einfachere Seelsorge“ (pdf) >>  BITTE KLICKEN !
Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
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Reichlich selbstbewusst: Ein Maurer, ein Schreiner und ein Elektriker streiten sich, wer das wichtigste Handwerk ausübt. Der Maurer brüstet sich: „Wir haben die Pyramiden in Ägypten gebaut und die stehen seit 3000 Jahren. Das soll uns erst mal einer nachmachen!"
Darauf der Schreiner. „Lächerlich! Wir haben schließlich die Arche Noah gebaut. Also, ohne uns wäre die Menschheit mitsamt allen Tieren in der Sintflut vernichtet worden!"
Da kann sich der Elektriker nicht mehr bremsen:
„Das könnt ihr alles vergessen, denn als Gott sprach:
Es werde Licht! - was hätte er da wohl gemacht, wenn wir nicht vorher dafür die Leitungen gelegt hätten?"

Einleuchtend: Papst Johannes XXIII. war als sehr gesellig und menschenfreundlich bekannt. Im Gegen-
satz zu allen Vorgängern hatte er es sich beispielsweise zur Gewohnheit gemacht, stets jemanden zum Mittag-
essen einzuladen.
Eines Tages geschah es, dass stellvertretend für alle Kollegen einer der Schweizer Gardisten beim Papst eingeladen war. Der Ausgewählte war jedoch dieser Aufregung nicht ganz gewachsen und saß wie ver-
steinert und mit weit aufgerissenen Augen beim Papst am Tisch.
Als Johannes XXIII. das bemerkte, bekam er Mitleid und fragte, ob es ihm vielleicht nicht gut gehe: „Mein Sohn, warum bist du so aufgeregt?“ Der Schweizer Gardist war kreidebleich und einer Ohnmacht nahe. Doch er fasste jetzt allen Mut zusammen und antwortete:
„Na, Eure Heiligkeit, Sie haben gut reden, aber essen Sie mal mit einem Papst…!“ 

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Die heutigen Predigtgedanken können Sie auch selbst herunterladen (der Link funktioniert bis mindestens 1.9.2012):
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