12.09.2012

Predigt 24. Sonntag im Jahreskreis B -- 16.09.2012

(Fortsetzung) 
Eine weitere heidnische Kultstätte befindet sich in einer riesigen, dunklen Höhle am Fuße des Felsens: ein Heilig-
tum des griechischen Gottes Pan. Er gilt als so etwas wie ein Universalgott in der komplizierten Götterwelt. Dessen Gunst sollte man sich auf jeden Fall sichern...
Die Umfrage Jesu findet also in der Nähe dieses Zentrums heidnischer Götterverehrung statt. Das ist natürlich kein Zufall. Jesus hätte seine Frage überall stellen können, aber er hat bewusst diesen Ort dafür gewählt. Hier prallen die religiösen Meinungen und Weltanschauungen aufeinander. Es ist ein Ort der Entscheidung: Orientiere auch ich mich an der heid-
nischen Götterwelt, die jede Menge Gottheiten für jeden Bedarf im Angebot hat? Oder gehe ich selbst hinter Jesus her? - Ich habe die Auswahl, aber ich komme auch nicht drumherum, mich hier definitiv festzulegen, wer meiner Überzeugung nach der wahre Gott ist.
Das steht den Jüngern im Evangelium jetzt auch bevor. Jesus stellt ihnen eine weitere Frage, und dieser zwei-
ten Frage Jesu kann niemand ausweichen. Jesus fragt die Jünger ganz direkt: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“
Jetzt heißt es Farbe bekennen! Jesus grenzt die Jünger in seiner Frage ausdrücklich von der Allgemein-
heit ab. Er sagt:
„Ihr aber…“
Das heißt jetzt: Raus damit! Ihr müsst innerlich abstimmen: Seid ihr wirklich anders als die anderen? Wo steht ihr eigentlich selbst? Was habt ihr in all der Zeit mit mir verstanden? Wer bin ich in euren Augen?
Nun könnte man nach heutigem Verständnis erwarten, dass jetzt eine große Diskussion unter den Jüngern Jesu beginnt. Jeder könnte sicher seinen interessanten Beitrag leisten, wie er selbst Jesus sieht. Gerade das geschieht jedoch nicht! – Stattdessen spricht nur einer für alle. Einer hat den Mut, den Mund aufzumachen und ein Glaubens-Bekenntnis im Namen aller abzulegen.
Es ist Simon Petrus. Simon Petrus kann Menschen führen. Wenn ihm nur nicht manchmal das Tempera-
ment so durchginge! Ein Stichwort dazu mag genügen: Bei der Verhaftung Jesu ist es Petrus, der voller Eifer sein Schwert zieht, einen Diener des Hohenpriesters angreift und am Ohr verletzt.
Kaum ist jetzt die Frage Jesu ausgesprochen, ist Petrus schon mit einem klaren Bekenntnis zur Stelle: „Du bist der Messias!“ - Was heißt das aber: der Messias? In der parallelen Bibelstelle bei Matthäus (16,16) steht es noch deutlicher: „der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“.
Viele Jahrhunderte lang warten die gläubigen Juden bereits auf den Messias, der von Propheten ange-
kündigt worden war. Das hebräische Wort dafür („Mashiah“) wird in der griechischen Übersetzung zu „Christus“. Er ist der Gesalbte Gottes, der wahre König aller Welt. Und nun ist Petrus derjenige Jünger, der das für alle klar formuliert: Ja, du bist der Christus, der Mes-
sias, der lange ersehnte Retter!
Als Reaktion Jesu würden wir jetzt eigentlich ein öffent-
liches großes Lob für Petrus erwarten. Petrus hat sich schließlich mit seiner schnellen Antwort weit vorgewagt. Offenbar sind alle anderen mit seiner Aussage einer Meinung, denn niemand äußert sich sonst.
Statt eines Lobes gibt es von Jesus jedoch eine Belehrung, ja, sogar ein Verbot. Im Evangelium heißt es:
„Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen. Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohen-
priestern und den Schriftgelehrten verworfen werden;
er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auf-
erstehen. Und er redete ganz offen darüber.“

Das Verbot Jesu hat seinen guten Grund. Wenn die Jünger jetzt Jesus überall lauthals als den Messias verkünden würden, könnte das zu einer Gefahr für seinen eigentlichen Auftrag werden. Das Volk sehnt sich nach einem Messias, wie Jesus es eben nicht sein will. Die Menschen wollen einen Befreier aus der Knecht-
schaft der römischen Besatzer, einen Anführer zur Auflehnung gegen die verhassten Eindringlinge. Gesucht und erhofft wird ein Messias und König, der allen mehr Freiheit und mehr Wohlstand bringt.
Solch ein Messias will Jesus nun wirklich nicht sein.
Da wäre er ganz gründlich missverstanden. Er ist der Menschen-Retter für das Reich Gottes und nicht für ein Reich der Juden oder von sonstwem. Daher schildert er in seinem Verbot an die Jünger auch seinen bevor-
stehenden Leidensweg.
Sicher ist vielen Jüngern jetzt das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Ihre Sache hatte so hoffnungsvoll begonnen. Eine richtige Erfolgs-
geschichte war das. Immer mehr Menschen wollen Jesus hören.
So setzen auch die Jünger all ihre Hoffnungen auf ihn. Sie haben alles auf eine Karte gesetzt und folgen ihm nach, wohin er auch geht.
Wirklich, wohin er auch geht? - Auch nach Jerusalem, auch ins Leiden?
Wieder ist es Petrus, der für alle spricht. Er will es dies-
mal besonders geschickt anstellen. Er nimmt Jesus beiseite. Nicht im großen Jüngerkreis, sondern von Mann zu Mann und unter vier Augen will er mit Jesus reden. In unserer Einheitsübersetzung steht nur kurz: „und er machte ihm Vorwürfe.“ - Das ist wieder einmal sehr sanft ausgedrückt. Deutlicher ist da folgende genauere Übersetzung: „er herrschte Jesus an.“ -
Hier wird sofort klar: das war keine höfliche Entgegnung von Petrus, sondern ganz heftige Kritik an Jesus, ja fast schon so etwas wie Meuterei. Petrus will Jesus unbe-
dingt von dieser Idee abbringen, nach Jerusalem zu ziehen, in das sichere Leiden, in den sicheren Tod. 


Nun dreht sich Jesus um, allen Jüngern zu und beendet den Versuch des Petrus wie mit einem Paukenschlag: „Weg mir dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“  Genauer heißt es eigentlich: „Schweig, Satan! Geh hinter mich!“
Jesus stellt damit ganz energisch klar, dass Petrus an dieser Stelle auf den großen Durcheinanderwerfer, auf die Tricks des Teufels hereingefallen ist. Jesus sagt Petrus aber auch sofort, was jetzt von ihm zu tun ist: Geh wieder hinter mich! - Das heißt: Reihe dich wieder ein, geh sofort an deinen zugewiesenen Platz, komm wieder zurück in meine Spur!
Jesus reagiert so knallhart, weil er den Versucher viel besser durch-
schaut als wir alle. Der Satan versteht es nämlich ganz meisterhaft, die Sünde besonders appetitlich zu verpacken. Schon im Paradies präsentiert er sich als der schlaue Ratgeber, der angeblich doch nur das Beste für die Menschen will. Bis heute hat sich seine Masche bewährt, bei der er z.B. behauptet: Einmal ist doch keinmal! Ach, das merkt doch keiner! Alle anderen machen das doch auch!
Du kannst ja auch jederzeit damit aufhören!
Lass dir das doch nicht durch die Lappen gehen!

So und so ähnlich können die Sprüche sein, die der Versucher uns einflüstert. Das ist fast wie beim Rau-
chen: Probiere doch einfach mal aus, wie dich das entspannt, wie gut dir das tut! - Am Ende vom Lied bestimmt jedoch oft genug nicht der Mensch, wie es weitergeht, sondern die Sucht, von der er abhängig geworden ist. Der Humorist Mark Twain schildert das auf seine unnachahmliche Art, wenn er feststellt:
„Mit dem Rauchen aufzuhören ist die einfachste Sache der Welt. Ich habe das schon 100 mal geschafft…“

Den Schluss des heutigen Evangeliums bildet eine Belehrung Jesu, die an alle Zuhörer gerichtet ist, an die Jünger und an alle anderen: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.“
So etwas hört man natürlich nicht gerade gerne. Sich selbst ver-
leugnen -
das klingt verdächtig nach schmerzhafter Aufopferung, nach blindem Gehorsam, nach jeder Menge Unangenehmem, vielleicht sogar nach einem frommen Leistungswettbewerb.
So ist es jedoch nicht gemeint. Sich verleugnen – das steht hier bei Jesus im direkten Zusammenhang mit der Nachfolge: Wenn du mir nachfolgen willst, sagt er, dann kannst du das unmöglich nach deiner eigenen Rezeptur hinkriegen, mit deinem eigenen Dickkopf.
Die Kreuze im Leben stehen für uns eben nicht da zur beliebigen Auswahl. Jeder „nehme sein Kreuz auf sich“, sagt Jesus. Bei der Nachfolge Jesu geht es eben nicht zu wie bei einer Party mit großem Büffet, wo man sich nach Lust und Laune einfach das leckerste Häppchen herauspicken kann. Nein, für Jünger Jesu gibt es keine Selbstbedienung. Auch das Leiden kannst du dir nicht aussuchen, und das ist sicher gut so. Jeder hat eben sein Kreuz, sein spezielles Kreuz.
Viele von uns haben sicher schon so ein Kreuz im Leben erfahren. Oft genug steht es ganz plötzlich vor einem, unerwartet groß und angsteinflößend. Nie im Leben hätte man sich gerade dieses Kreuz selber aus-
gesucht. Und auf der Schulter tragen und lange mit sich herumschleppen mag man es schon gar nicht. Diese Last drückt, und sie drückt um so mehr, je länger man daran trägt.
Jesus hat sich jedoch klar ausgedrückt: Wir sollen das auf uns zukommende Kreuz auf uns nehmen, wir sollen es hochwuchten und auf unsere Schulter packen. So trägt es sich noch am besten. Das kann man natürlich nur ertragen, wenn man sich nicht bei jedem neuen Meter des mühsamen Weges quälend fragt: Warum gerade ich? Warum muss das ausgerechnet mir passieren? Womit habe ich das bloß verdient? Ich habe mich doch immer redlich um ein Leben im Glauben bemüht…
Doch fast schon können wir es hören, was Jesus dazu vielleicht sagen würde: Es geht doch nicht um Leistun-
gen, es geht doch nicht um gute Geschäfte mit Gott, und es geht schon gar nicht darum, es besser als Gott wissen zu wollen. Sich selbst verleugnen – das heißt doch: nicht selber den Chef spielen wollen, nicht die eigenen Wünsche an die erste Stelle setzen. Dann wird das nämlich nichts mit der Nachfolge. Wer ständig danach Ausschau hält, wie man im Leben am ange-
nehmsten davonkommt, der kann einfach nicht hinter Jesus hergehen. Stattdessen gilt: Nur wer seine Augen auf Jesus richtet, der kann beim mühsamen Gang durch das irdische Leben und dessen Dunkelheiten Jesu Spur nicht verlieren.
Spätestens hier merken wir, wie sehr es hierbei auch um jeden von uns persönlich geht. Jesus ist da wie ein sehr guter Arzt: Er sagt dem
Kranken ganz klar, wie er sich in Zukunft verhalten soll, wie er mit seiner Lebens-
weise zur eigenen Gesundung beitragen kann.
Es gibt ihn hier nicht, den bequemen Fahrstuhl, der dich auf bloßen Knopfdruck schnell und mühelos in den Himmel bringt.
Die Wahrheit ist: Wer Jesus wirklich nachfolgen will, der wird auch das Kreuz erfahren. In den Augen dieser Welt und in den Augen des Satans ist das Kreuz eine Torheit. Man sollte es so schnell und energisch wie möglich abwerfen, wenn es sich auf uns legt, meint man. Leiden ist in dieser Welt, die auf den schönen Schein achtet, einfach nur ein ärgerlicher Störfaktor.
Am besten schiebt man es schnell auf Seite, damit man es nicht sehen muss, von finanzieller und seelischer Not, von kräftezehrender Krankheit bis zum Altersheim, vielleicht gar bis zum einsamen Sterben in irgendeinem abgetrennten Zimmer im Krankenhaus.
Jesusnachfolge sieht anders aus. Da werden nicht die Augen fest zugekniffen. Da wird die unangenehme Wahrheit nicht verdrängt. Jesus ruft uns allen zu, wie er Petrus zugerufen hat: „Geh hinter mich!“  Folge meiner Spur und nimm das Leid an!
Das heißt aber nicht, dass wir alles Leid bei uns, in un-
serer Umgebung und in der Welt einfach so geschehen lassen sollen. Da erinnert uns schon das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ daran, wie Jesus selbst das Leid zu mildern, wo immer dies möglich ist, und den leidenden Nächsten beizustehen.
Keine Sorge – Jesus überfordert niemanden! Die Nach-
folge, zu der er uns gerade am heutigen Sonntag so eindringlich aufruft, bedeutet nicht, sich als Christ rund um die Uhr und mit hängender Zunge von Leid zu Leid durcharbeiten zu müssen, bis wir selbst völlig erschöpft am Boden liegen. Wenn wir nur aufmerksam genug sind, werden wir schon erkennen, wo Leid und Kreuz auf uns warten. Es kommt vor allem darauf an, in die Fußstapfen Jesu zu treten und ihm zu folgen. Alles Weitere fügt sich dann.
Johannes Tauler, ein Prediger und Mystiker des 13. Jahrhunderts, hat es so auf den Punkt gebracht: Der Christ soll „im Vertrauen auf Gottes Führung bereit sein, die Zügel aus der Hand zu geben, um sich ganz von Gott an der Hand nehmen zu lassen.“


 
Predigt Pfr. Karl Sendker: „Halbzeitpause“
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Predigt P. Anton Gessler SVD
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Predigt Pfr. Josef Mohr
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Lesehilfe des Kath. Bibelwerkes (pdf)
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Geistlicher Abend zu Mk 8,27-35 (pdf)
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Meine Predigt zum Lesejahr A
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Einige schöne Fotos: Banyas (Cäsarea Philippi)
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Bibellexikon: „Satan“
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Predigt: „Gelassenheit lernen“ (u.a. Bezug zu Johannes Tauler)  >> BITTE KLICKEN !

 



Der neue Mensch: Seufzend sagt der Bischof zu einem Pfarrer, der leider zu viel trinkt: "Lieber Bruder, geh in dich, leg den alten Menschen ab und zieh den Neuen an, wie Paulus mahnt!"

Einige Zeit später trifft er den armen Pfarrer wieder,
aber der hat schon wieder eine beachtliche Fahne.
Der Bischof runzelt die Stirne: "Warum hast du nicht getan, was ich dir gesagt habe?"  - Aber der Pfarrer erwidert: "Doch, doch, Herr Bischof, das habe ich!
Nur leider – der neue Mensch trinkt auch!"


Verpasst: Natürlich kommt das nur ganz, ganz selten vor, aber auch unter Geistlichen soll es angeblich so etwas wie Angeberei, Eifersucht und Missgunst geben. Ein Priester, der sehr von seinen Fähigkeiten als Predi-
ger überzeugt ist, fragt einen Mitbruder: „Und? Haben Sie meine letzte Predigt gehört?" -
"Ach! Wenn ich gewusst hätte, dass es Ihre letzte Predigt war, wäre ich natürlich gerne gekommen",
ist die schlagfertige Antwort.


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Die heutigen Predigtgedanken können Sie auch per E-Mail von mir beziehen oder selbst herunterladen
(der Link funktioniert bis mindestens 1.11.2012):

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07.09.2012

Katholische Journalisten-Ausbildung auch im Swinger-Club? -- Befremdliches aus dem "ifp"


(Fortsetzung)
Präsentiert wurde z.B. auch eine 21-Jährige, die stolz verkündet, sie habe dort manchmal fünf Sexpartner an einem Abend. Kommentarlos schilderten die Nach-
wuchsjournalisten, wie sie vor Ort so allerlei Menschen angetroffen hätten. Beim dortigen Geschlechtsverkehr gelte „sehen und gesehen werden“. - Und schließlich zitierten die katholischen Journalistenschüler auch noch die Club-Betreiberin, die der Meinung war, eigentlich müsste sie einen Verdienstorden bekommen, weil dort alles so sauber sei und es genug Kondome gebe…

Was da „im Sinne und nach den Grundsätzen der katholischen Kirche“ berichtet wurde, bleibt nicht nur mir ein Rätsel. Der katholische Kulturjournalist
Dr. Alexander Kissler schreibt dazu in seiner treffen-
den Art: „Reicht es, professionell zu imitieren, was alle tun… ? Oder sollte eine katholische Ausbildungsstätte… eigene Schwerpunkte setzen?“ - Und weiter findet er, dass „hier Kirche als Weltverdoppelungsverein in ihre letzte Phase eingetreten“ sei.
Dass keinem der Ausbilder und Verantwortlichen das Skandalöse dieses „Swinger“-Beitrages aufgefallen ist, kann man kaum fassen. Was geht in Köpfen vor, die
so etwas auf einer katholischen Internetseite für berich-
tenswert halten? Gräbt sich die Kirche auch noch selbst das Loch, in das sie hineinstürzt? - Die Kirche zeige hier und anderswo „suizidale Tendenzen“, findet ein anderer Kritiker – sie sei fleißig dabei, sich selbst zu zerstören.
Spannend und lehrreich ist aber auch die Frage, wie man mit berechtigter Kritik umgeht. Da können die Journalistenschüler auch etwas lernen. Beim „ifp“ funktioniert das in diesem Falle so: den Ärgernis er-
regenden Beitrag hat man heimlich, still und leise entfernt.
Nicht etwa ein Wort des Bedauerns und der Entschul-
digung, z.B. dass man wohl über’s Ziel hinausge-
schossen sei und den Vorfall und die Verletzung reli-
giöser Gefühle nicht gewollte habe. Nein, man lässt
den Teilbeitrag einfach verschwinden. Ob man glaubt, damit sei die Sache erledigt?
Und im übrigen: Dabei übersieht man ziemlich un-
professionell, dass das Internet so schnell nichts vergisst, wenn man sich beim Löschen ungeschickt anstellt. Noch lange speichert z.B. das „google“-Cache den Beitrag.

Die letztverantwortlichen deutschen Bischöfe haben mal wieder untereinander und mit den „ifp“-Chefs ein unappetliches Thema zu besprechen, das sie besser nicht vor sich herschieben sollten. Erst musste der geistliche Direktor des Instituts seinen Stuhl räumen, weil er ausgerechnet dem Papst öffentlich vorgeworfen hatte, dieser fahre die Kirche an die Wand, und jetzt das hier.
- Was kommt als Nächstes…?
Alexander Kissler: „Überall Sex“
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Das ist dazu beim „ifp“ noch online
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06.09.2012

Prominenten-Aufruf zu "Ökumene jetzt": Kommentatoren sehen klaren Fehlstart

(Fortsetzung)

Besonders kritisch wird dabei die „Unbestimmtheit“ des vorgelegten Textes gesehen, der bemerkens-
wert „unkonkret“ formuliert ist, und das, obwohl man doch ausdrücklich Kirchenvertreter nicht mit ins Boot genommen hatte, damit man „nicht so sehr auf Kom-
promissformeln achten“ musste, wie etwa Herr Thierse es formulierte.
Wer will das nicht, mehr Ökumene? Einige Kritiker des Aufrufs wundern sich, dass man ausgerechnet als Politiker zur Einheit aufruft, die man selbst im politischen Raum nicht zustande bringt. Wenn man etwa sieht, wie uneins man sich dort gegenüber fundamentalen Fragen des Lebensschutzes zeigt, dann könnte man versucht sein, das berühmte Kehren vor der eigenen Haustüre
zu empfehlen. Und selbst eine Harmonisierung der zahlreichen Wahltermine oder eine Reduzierung der zahlreichen Posten und Pöstchen hat man nicht hin-
gekriegt.
Ökumene jetzt – das klingt erst einmal gut. Aber wie? Alle an den runden Tisch oder in den Stuhlkreis und dann per Mitgliederabstimmung entscheiden, was Glaubensinhalt ist und was nicht? Und wer diesen Weg dann nicht mitgehen will, der kann sich in noch einer weiteren Glaubensgemeinschaft eine neue Heimat suchen? Und was soll die Voreingenommenheit gegenüber Theologie und Amtskirche, die offen im Aufruf und in Erklärungen einiger Erstunterzeichner zutage tritt? - Manche finden es z.B. gar nicht komisch, wenn der SPD-Vorsitzende Frank-Walter Steinmeier fordert: „Ökumene muss den Ort der Inszenierung verlassen“ und damit zeigt, wie viel oder wie wenig er über tatsächlich schon stattfindende Ökumene weiß.
Die Kernfrage ist aber, was die angestrebte Ökumene ganz konkret beeinhaltet, und da kneifen die Verfasser des Aufrufs. Dieser erschöpfe sich in „theologischen Selbstverständlichkeiten“ und lasse „jede konkrete Handlungsperspektive vermissen“, urteilt z.B. die evangelische Zeitschrift „Chrismon“, die „ein Meister-
stück an Unschärfe“ und „ökumenischen Jargon“ in einigen Formulierungen ausgemacht hat. In der „Tagespost“ wird man noch deutlicher. Markus Reder sieht in diesem Promi-Aufruf eine Beschädigung der Ökumene-Bemühungen. Der Aufruf „strotzt vor poli-
tischer Selbstgerechtigkeit“, heißt es weiter, und er tue so, „als ob die Verantwortlichen (in den Kirchen) Beton-
köpfe seien, die die Ökumene blockierten“. Hier werde politisiert, und die mediale Inszenierung gewinne „die Oberhand über theologische Redlichkeit“.
Da ist es beispiels-
weise wenig erfreulich, wenn im Aufruf der zumindest für Katho-
liken zentrale Begriff „Eucharistie“ ebenso wenig auftaucht wie etwa das Beten. Wie soll da „ungeduldig“ rasch ei-
ne Kirchengemeinschaft denkbar sein, wenn etwa von offizieller evangelischer Seite ehrlicherweise erklärt wird, die katholische Vorstellung von der vollen Einheit sei mit der evangelischen „nicht kompatibel“. Kein Wunder, wenn z.B. die Überzeugung der Katholiken von der Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi evangelischerseits damit kommentiert wird, es „bedürfe keiner Wandlung der Elemente“, und Christus sei (nur) im Moment der Mahlgemeinschaft gegenwärtig, sprich: Überzählige Hostien können also beliebig ent-
sorgt werden.
Manche Kritiker des Aufrufs sehen eine mit der Politik verquickte deutsche Nationalkirche kommen, wenn sich die Meinung der Unterzeichner durchsetzen sollte. Das allerdings hätte uns gerade noch gefehlt…!
Aufruf-Website >> BITTE KLICKEN !
Der Aufruf im Wortlaut (pdf) >> BITTE KLICKEN !
Blog des Ausrufs mit kritischen Kommentaren
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Gegenblog kreuz aber nicht quer >>  BITTE KLICKEN !
Vatikandokument über Ökumenismus
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Renovabis erinnert an Ostkirchen (Aktionsheft pdf)
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Beispiel: Konkrete Ökumene im Bistum Magdeburg (pdf)
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Vortrag Prof. Dr. Joseph Schumacher:
„Das Unaufgebbare…“ (pdf) 
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FAZ: „Christliche Politiker fordern…“ >>BITTE KLICKEN !
Erzbischof Zollitisch warnt… >> BITTE KLICKEN !
Blogger Peter Winnemöller dazu >> BITTE KLICKEN !
Evangelische Zeitschrift „CHRISMON“
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Kommentar in „DIE TAGESPOST“
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Der Papst ist wohl doch früher aufgestanden…!


Papst: Viele Ökumene-Schritte…

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04.09.2012

Spannender Gerichtsprozess am 26. September: Gibt es einen teilweisen Kirchenaustritt? - Die deutschen Bischöfe sind anderer Meinung als der Papst

(Fortsetzung)
Ein nur bei staatlichen Behörden erklärter Kirchen-
austritt dürfe nicht zwangsläufig den Ausschluss von den Sakramenten zur Folge haben. Vielmehr gebe es für das tatsächliche Verlassen eines Mitgliedes der Kirche drei Voraussetzungen: die bewusste innere Entscheidung des Betreffenden, die äußere Bekundung dieses Entschlusses und in jedem einzelnen Fall außerdem auch die Annahme dieser getroffenen Entscheidung seitens der Vertreter der Kirche…

Klar, dass sich die Deutsche Bischofs-
konferenz nach jener Anweisung aus Rom beeilte, in einer Erklärung festzustellen, dass es in Deutschland bei der praktizierten Regelung bleiben werde. Es geht schließlich um viel Geld. Doch langfristig wird der deutsche Sonderweg immer schwieriger, obwohl es sicher auch gute Argumente dafür gibt.
Eines der Hauptprobleme ist jedoch die Koppelung des Austritts an den Staat. Ob wirklich eine bewusste Ab-
kehr vom Glauben vorliegt, muss also erst einmal geklärt sein, am ehesten durch den örtlichen Pfarrer. Wenig begeistert war wohl z.B. das Ordinariat in Freiburg, als ein aus dem Kirchensteuersystem Aus-
getretener eine solche Bescheinigung seines Pfarrers vorlegte, nachdem im speziellen Fall kein Glaubensab-
fall vorliegt. So sortierte man den Sonderfall vorläufig erfindungsreich als „modifizierten Kirchenaustritt“ ein, bis man den Fall vor Gericht definitiv ausgefochten hat.
Theologisch ist die Deutsche Bischofskonferenz ohne-
hin durch eigenes Tun auf ganz gefährliches Glatteis geraten. Wie jeder einigermaßen informierte Katholik weiß, beginnt die Kirchenmitgliedschaft mit der Taufe und kann nicht zurückgenommen werden („unaus-
löschliches Merkmal“).
Heilstheologisch gilt: Wer einmal getauft ist, der bleibt für immer getauft; insofern kann man streng genommen vor Gott nicht aus der Kirche austreten.
- Damit das nicht falsch verstanden wird: Es geht Professor Zapp und vielen ande-
ren nicht darum, sich durch das Ausklinken aus dem staatlichen Kirchensteuersystem vor sozialer Mitverantwortung zu drücken. Im Kirchen-
recht ist schließlich auch festgelegt, dass jeder Gläubige die Kirche nach seinen Kräften finanziell unterstützen soll. Dazu ist Hartmut Zapp erklärtermaßen bereit, nur auf anderer Basis.
Der 26. September wird also von vielen Kirchenleuten als ein Meilenstein angesehen. Wird das Bundesver-
waltungsgericht im Sinne der deutschen Bischöfe ent-
scheiden oder im Sinne der weltkirchlich verbindlichen Regelung Roms? In letzterem Falle käme freilich eine Lawine an klärenden Einzelgesprächen mit ungewissem Ausgang auf das kirchliche Bodenpersonal Deutsch-
lands zu. Schaut man in die Fachliteratur, so steht die Mehrheit auch der deutschen Kirchenrechtler auf Seiten Roms. Der Haken ist nur, dass man inzwischen weiß, wie wenig das deutsche Gerichte interessieren muss…
Die in Deutschland ignorierte Anweisung aus Rom >> BITTE KLICKEN !


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03.09.2012

Teure Briefe vom Rechtsanwalt, weil man als Blogger einen Satz aus einer Zeitung übernommen hat? -- Das Leistungsschutzrecht kommt...!?


(Fortsetzung)
Im übrigen verstehen selbst Internet-Experten hierbei die Welt nicht mehr: Die nach dem neuen Gesetz schreienden Verlage haben es doch selbst in der Hand, ob ihre Artikel in Suchmaschinen zu finden sind oder nicht. Mit einfachsten Programmierungen kann das verhindert werden, aber das will offenbar kein einziger der deutschen Verlage. Es geht also nur ums Geld, das man zu kassieren gedenkt.
Und da versucht man abzuwie-
geln und zu beruhigen. Dieses Kas-
sieren beträfe doch nur solche, die das Nutzen von Zeitungs-
artikeln gewerbsmäßig betrieben. Private Blogger z.B. seien damit zumindest nach dem inzwischen dritten Entwurf des Gesetzes doch gar nicht gemeint.
Doch die Unruhe unter vielen Bloggern, die gerne mal aus der Zeitung zitieren, bleibt nach wie vor groß. Wenn das Gesetz so wie geplant durchkommt, bleibt immer ein Restrisiko, auch als Blogger von jemand eine Ab-
mahnung zu kassieren, der schnell mal was dazuver-
dienen möchte. Wenige Worte aus einem Zeitungs-
artikel und dann im Blog einen Link gesetzt, und schon könnte es passiert sein, dass man unliebsame Post bekommt, vielleicht sogar für Blog-Beiträge, die Jahre zurückliegen, aber über Suchmaschinen noch leicht auffindbar sind. 

Die Frage wird in der Praxis z.B. sein, was denn „privat“ und was stattdessen „gewerblich“ ist. Hat man als Blogger im Zweifelsfalle die Nerven, das gegen einen gewieften Anwalt durchzuziehen? Ist es etwa schon gewerblich, wie manche behaupten, wenn man irgend-
wann und irgendwo auf seinem Blog mal einen anklick-
baren Button für ein empfohlenes Buch eingebaut hat? Entscheidend für die gewerbliche Einordnung ist für manche Rechtsausleger nämlich nicht die Frage, ob man damit tatsächlich Gewinn gemacht hat, sondern
ob man damit theoretisch Gewinne erzielen könnte…!
Auch Zusammenstellungen aus RSS-Feeds und Twittermeldungen und auf Facebook Veröffentlichtes könnten davon betroffen sein, interpretieren Gegner
des Gesetzes die Vorlage der Bundesregierung. Besonders knifflig dürfte es für Blogger werden, die beruflich mit Journalismus zu tun haben. Wenn ein Blogger auf seinem privaten Blog zu Themen Artikel schreibt, mit denen er beruflich ebenfalls beschäftigt ist, dann muss er Lizenzgebühren zahlen; das ist jetziger Stand der Dinge.
Na, das kann ja heiter werden…!
Ich persönlich hoffe, dass dieses Gesetz nicht durchkommt, um uns das ganze Hickhack und eine absehbare Prozesswelle zu ersparen.

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DIE ZEIT: Lieber die Finger von Pressetexten lassen… >> HIER KLICKEN !
Der Gesetzentwurf (pdf) >> HIER KLICKEN !
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ZDF-Beitrag zum Leistungsschutzrecht
 


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