23.02.2009

1. Fastensonntag B - 01.03.2009

(Fortsetzung)

Wenn es in der Pfarrgemeinde nicht so recht voran-

geht und die Erfolgsbilanz nicht so glänzt wie bei den Nachbarn: Gebt doch einfach z.B. den frustrierenden umfangreichen Firmunterricht auf und macht nur ein paar Schmalspur-Angebote, ein paar nette, bunte Probier-Häppchen des Glaubens. Das schont eure Zeit und Kraft und peppt trotzdem die Statistik auf!

Tut euch die viele Arbeit doch nicht an – das habt ihr doch gar nicht nötig!

Was nach solchen Appellen passiert, die im Dauer-

beschuss auf uns alle herniederprasseln, bekommen wir ständig mit traurigen Statistiken z.B. von sinkenden Priesterzahlen, Klosteraustritten und Ehescheidungen vorgeführt. Jeder der Betroffenen hat resigniert, sieht es als sinnlos an, sich weiter gegen alle scheinbare Vernunft anzustrengen.


Doch genau das lehrt die Wüste: Renne nicht weg! Halte aus! Stürze dich nicht in Ablenkung und Resignation! Aber decke den Mangel auch nicht mit zeitweiligem Aktionismus zu! - Bleibe, wo du bist!

Wenn du ausharrst, wenn du irgendwann zur Ruhe kommst, dann wirst du etwas bemerken, was du vom Wasser kennst: So lange da z.B. von einem Steinwurf in den See noch Wellen sind, kannst du nicht auf den Grund sehen. Erst wenn das Wasser zur Ruhe kommt, erst wenn auch der aufgewirbelte Dreck sich wieder abgesetzt hat, dann kannst du auch sehen, was sich da alles im Wasser spiegelt.

Doch all dies ist wie beim Fasten in der Fastenzeit nicht eine Angelegenheit für finstere Mienen und heldenhafte Durchhalte-Parolen nach dem Motto:

„So, nun benimm dich wenigstens mal eine Zeitlang!“ - Es geht nicht darum, die Zähne zusammenzubeißen, sondern das Herz zu öffnen.


Diese Offenherzigkeit ist nötig, damit Gott Platz in diesem Herzen finden kann. Platz, der erst einmal freigeräumt werden muss. Da muss erst einmal entrümpelt werden. Da muss man sich von manchem trennen, an das man sich doch so gewöhnt hat, ein-

schließlich der so lange gepflegten Vorurteile. - So lange da im Menschen noch diverse wilde Tiere herum-

toben, das Kommando über-

nommen haben und zu allem Überfluss auch noch immer wieder reichlich gefüttert werden, wird keine Ruhe einkehren.

Offenherzigkeit heißt, sich offen vor Gott hinzustellen: Ja, Herr, in mir ist Wüste! Schau sie dir an, meine vielen Verwüstungen, meine trostlosen Steppen, meine Katastrophen und Pleiten - ich könnte Bücher damit füllen!

Schau sie dir an, unsere Beziehungswüsten, unsere qualvollen Verletzungen, unsere Heucheleien und Schönfärbereien, unsere überspielten Hilflosigkeiten, unsere Resignation, unseren Stolz und unsere Feigheit, unsere tägliche Auflehnung gegen dich und deine Barmherzigkeit.


Die wilden Tiere werden nicht verschwinden. Auch Jesus hat in der Wüste mit ihnen gelebt, sagt das heutige Evangelium. Doch die wilden Tiere können dazu gebracht werden, einem nichts anzuhaben. In der Wüste kann man lernen, mit seinen wilden Tieren zu leben. Man kann sie kennenlernen und man kann ihnen aus dem Weg gehen. Man lernt ihre Gewohn-

heiten besser kennen und weiß, wann sie besonders munter sind. Man bekommt Respekt vor ihnen, aber man muss nicht vor ihnen davonlaufen.


Die wilden Tiere sind in der Wüste, und jeder von uns ist in der Wüste, der eine mehr, der andere weniger lang und heftig.

Die Wüste ist eine Schule, sie ist ein Trainingslager. Die Wüste hat ihre Berechtigung, auch wenn manch einer das nicht sieht, solange er leidend darin hockt. Steckt man gerade mitten in seiner Wüste, sieht man zuallererst natürlich nur den Mangel, den Mangel an allem, und die Frage kommt mit Sicherheit: Warum gerade ich? Was habe ich nur verbrochen?


Eine Redewendung sagt: Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten. So ist es auch bei der Frage nach meiner persönlichen Wüste, in der ich vielleicht schon zu verdorren drohe und mir völlig gottverlassen vorkomme. Die Frage „Warum gerade ich?“ darf man schon stellen. Ja, es wäre sogar schlimm, wenn man sie nicht stellen würde.

Dann nämlich hätte man schon komplett aufgegeben.

Aber warum gerade ich? Warum muss mir das passieren? In einer Predigt ist nicht genug Zeit, um ein Thema zu bewältigen, über das Dutzende kluger Theologen ebenso kluge Bücher geschrieben haben, die Frage nach dem letzten Sinn des Leidens. Aber einen Denkanstoß kann die Predigt liefern:


Wir alle wissen, was eine Schutz-Impfung ist. Eine für die Gesundheit wirklich gefähr-

liche Substanz wird dem Körper in einer solchen Dosis zugeführt, die er noch verkraften kann. Das Immunsystem nimmt den Kampf gegen den krankmachenden Eindringling auf und gewinnt ihn nach einer Weile, weil es ge-

eignete Abwehrstoffe bildet. Dabei kann es durchaus zu hohem Fieber, Zerschlagenheit und anderen Krankheitsanzeichen kommen. Doch es entsteht bald eine gute Immunabwehr gegen den Feind. Die meisten dieser Schutzimpfungen müssen dennoch von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden, damit der Impfschutz weiterhin leistungsfähig bleibt. Wer dagegen nicht geimpft ist und dann von einem bedrohlichen Krankheitserreger heimgesucht wird, kann dies mit dauerhaften körperlichen Schäden oder sogar mit dem Leben bezahlen.


Jesus ging gestärkt aus der Wüste hervor, weil er der Versuchung durch den Satan erfolgreich widerstand. Der Kampf in der Wüste hatte ihn eben nicht geschwächt, sondern hatte ihm gewissermaßen die besten Abwehrstoffe geliefert. Sogar die Engel dienten ihm, heißt es im Evangelium. Der Krankheitserreger namens Satan wurde im Laufe der 40 Tage endgültig besiegt.


Die Einsiedler-Mönche und auch wir alle leben in einer Welt, in der wir immer wieder den Angriffen des Bösen ausgesetzt sind. Da ist es gut, im Trainings-

lager der Wüste eine Schutzimpfung bekommen zu haben, auch wenn diese schwer zu verstehen und schwer zu bewältigen ist.

Wir Christen sind hoffentlich nicht nur in der Fasten-

zeit, die eine Vorbereitung auf das Osterfest ist, ganz hellwach. Wir bereiten uns hoffentlich gut vor auf unsere Wüsten und deren Gefahren. Rüsten wir uns gut aus, um gewappnet zu sein, wenn wir in die Wüste geschickt werden.


Viele Menschen leben heute wie die beiden Fall-

schirmspringer, die aus 3000 Meter Höhe abspringen und erst unterwegs merken, dass sie ihre Fallschirme im Flugzeug vergessen haben. In nur noch 100 Meter Höhe tröstet der eine den anderen: „Siehst du, kein Grund zur Sorge. Bis jetzt hat doch alles prima geklappt!“…


Meine Gedanken zum 1.Fastensonntag A , 2008

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Kurzpredigt Pater I. Peguera SP

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Predigt Thomas Heck, Steyler Missionar

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Prof. Dr. Jozef Niewiadomski, Innsbruck: Die Kirche wird in die Wüste geschickt >> RECHTSKLICK !

Br. Georg Greimel, Kapuziner Bayern: Versuchung

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P. Franz Seraph Barz, Kapuziner Bayern: Ein neuer Anfang >> RECHTSKLICK !


Film „Die grosse Stille“ >> RECHTSKLICK !


Reise „Eremit auf Zeit“ am Sinai

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Wege erwachsenen Glaubens: Unterwegs nach Emmaus >> RECHTSKLICK !


Wie man Frösche kocht

Warum ist Gewohnheit so gefährlich? Ein Blick in die asiatische Küche soll es verdeutlichen: Wirft man einen Frosch in einen Topf mit heißem Wasser, springt er umgehend wieder heraus. Setzt man den gleichen Frosch aber in wohltemperiertes Wasser und erhöht nur langsam die Temperatur, fühlt das Tier sich wohl und genießt die Wärme, ohne die ihm drohende Gefahr zu bemerken. Allmählich macht er dann aber schlapp und läßt sich kochen, bis er tot ist.

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„Ich kann allem widerstehen, außer der Versuchung…“ (Oscar Wilde)


Wer zuletzt lacht… : Hochbetrieb im Flughafen beim Last-Minute-Schalter. Endlich kommt Herr Müller an die Reihe, ein aufgeblasener Wichtigtuer und Stinkstiefel. Er mäkelt an allem herum: Preis zu hoch, Fluggesellschaft nicht seriös, schlechter Sitzplatz…

So dauert die Beratung etwas länger. Die Dame am Schalter bleibt sogar ganz gelassen, als er sie mit „Lahme Ente“ beschimpft. Endlich ist die Buchung erledigt, und der nächste Fluggast ist dran. Der kann sich nicht beherrschen und meint zu ihr: „Ich be-

wundere Ihre Ruhe! Wohin fliegt denn dieser Flegel?“

Die Dame grinst: „Der Flegel fliegt nach Thailand, und seine Koffer nach Miami…!“


Wie du mir… Zwei ehemalige Klassenkameraden treffen sich nach 40 Jahren zufällig am Kölner Hauptbahnhof. Beide haben es zu etwas gebracht: Einer ist General geworden, der andere Kardinal.

Doch die beiden haben sich ihre gründliche Abneigung aus der Schulzeit offenbar gut bewahrt, und so frotzelt der Kardinal: „Ach, verzeihen Sie, Herr Bahnhofs-

vorsteher, wann fährt der nächste Zug nach München?“ -

Der General blickt ziemlich missvergnügt auf den Kardinal, doch dann lächelt er und meint: „Wollen Sie in Ihrem Zustand wirklich noch verreisen, gnädige Frau…?“


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22.02.2009

Linktipps zur Fastenzeit

Fortsetzung: ca. 25 weitere Linktipps !

Fastenlexikon, Fasten-FAQ, Bücher, Meinungen

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Fastenzeit: Zeit, um wesentlich zu werden

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Rätsel zur Fastenzeit (nicht nur für Schüler)

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Fasten-Wandern >>> RECHTSKLICK !


Deutsche Fasten-Akademie >>> RECHTSKLICK !


Hauptartikel und weitere Unter-Artikel Österr.Fernsehen ORF zur Fastenzeit: z.B. Aschermittwoch / Wüstlinge…

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Kirchenjahr-Infos, auch Fastenzeit: z.B. Aschermittwochsheft (pdf) / Was berühmte Leute über das Fasten sagten, Fastensonntag (pdf)…

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Buchtipp: „Die Bibel-Diät“ >>> RECHTSKLICK !


Umfangreiche Informationen, z.B. die Tradition der

40 Tage, tägliche E-Mail-Impulse zur Fastenzeit (Bistum Hildesheim), … >>> RECHTSKLICK !


Misereor-Fastenaktion 2009: Materialien, newsletter usw. >>> RECHTSKLICK !


Misereor-Fastenbrevier: Täglich ein Impuls (newsletter) >>> RECHTSKLICK !


Aktion Verzicht: Aktionsvorschläge, Gruppenstunden, Texte, Links… >>> RECHTSKLICK !


Materialien zum Kindergottesdienst in der Fastenzeit

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Tugenden Theologische Meditationen zur Fastenzeit / pdf >>> RECHTSKLICK !


Aschermittwoch >>> RECHTSKLICK !


Fastenzeit >>> RECHTSKLICK !


Fastenzeit für Anfänger >>> RECHTSKLICK !


Manuskript Fastenwoche (29 s. pdf) >>> RECHTSKLICK !


Fasten – ich bin so frei… >>> RECHTSKLICK !


Gruppenstundenideen Fastenzeit – Ostern

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Verzicht auf Fast-food-Sprache

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Glaubenskurs online: 30 Briefe von Pater Karl Neumann >>> RECHTSKLICK !


Glaubenskurs der Katholischen Internetseelsorge

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Glaubenskurs der Pallottiner: Wege erwachsenen Glaubens >>> RECHTSKLICK !


Exerzitien im Alltag – verschiedene Mappen

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Bitte um Mitteilung für mich und meine Leser!


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16.02.2009

7. Sonntag im Jahreskreis B - 22.02.2009

(Fortsetzung)

Die Reaktion Jesu ist für uns sehr bemerkenswert, denn sie bestätigt, was wir z.B. bei der Kindertaufe praktizieren: Ja, es gibt ihn, den stellvertretenden Glauben. Jemand, der mit Jesus in Verbindung steht, wird zum Glaubensführer für einen, der im Glauben noch unmündig oder noch nicht reif genug ist. Oder auch für jemand, der den Zugang zum Glauben noch überhaupt nicht gefunden hat.

Denken wir auch an Maria und die vielen Heiligen, um deren Fürsprache wir nicht nur in der Heiligen Messe bitten: Ja, Jesus bestätigt es ausdrücklich: dieser stellvertretende Glaube, diese Fürsprache für andere ist sehr wohl möglich und wirksam!

Wer für andere bittet, darf darauf vertrauen, dass Gott ihn hört. Das ist sicher auch ein Trost für manche, die im bittenden Gebet an Menschen z.B. aus ihrer Familie denken, die ihren Weg zu Jesus leider noch nicht gefunden haben.

Der stellvertretende Glaube der vier Freunde ist es, der Jesu Herz auf der Stelle für diesen armen Menschen öffnet.

Doch noch etwas anderes verblüfft: Obwohl der Gelähmte sich absolut stumm zeigt, spricht Jesus ihn an. Und wie er ihn anspricht! Er sagt zu ihm:

„Mein Sohn“. Im Orginal steht da „téknon“, und das heißt noch viel schöner: mein geliebtes Kind! Und das ist eine zärtliche Form der Anrede, wie sie bei Eltern für ihr kleines Kind üblich war. Der hilflose, stumme und gelähmte Mann ist Gottes geliebtes Kind – was für ein ergreifendes Bild!


Jesus sieht mehr als ein normaler Arzt. Er sieht nicht nur die äußere Lähmung, sondern er sieht tiefer. Und tief im Inneren dieses Kranken erkennt er dessen lähmende Schuld, dessen Selbstvorwürfe, dessen Gewissensqual. Jesus sieht: Dieser Mann hat sich selbst in eine Sackgasse manövriert. Er sitzt nun fest und kommt aus der verfahrenen Situation nicht mehr heraus. An seiner Lähmung hat auch seine hilfe-

schreiende Seele einen großen Anteil.


Jesus hält dem Mann keine Straf-

predigt. Er ist ein ganz fein-

fühliger Seelsorger, der weiß: Gestraft ist dieser Mann wahrlich genug. Jesus sagt: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ – Wohlgemerkt: Jesus sagt nicht: Ich vergebe dir! Jesus verweist auf den Vater im Himmel: der Vater vergibt die Sünden, wie wir auch im Vaterunser beten. Jesus als Sohn Gottes hat aber von ihm die Vollmacht, die Sünden in seinem Namen zu vergeben, als Gottes barmherziges Geschenk an uns Sünder.


Die vier Freunde und der Kranke dürften erst einmal völlig verblüfft gewesen sein. Was sie erwartet hatten, war eine Heilung. Was der Kranke bekommen hat, war Sündenvergebung! So haben sie vielleicht gedacht: Hallo Jesus, du hast uns das falsche Menü geliefert, wir hatten etwas anderes bestellt!


Verblüfft waren allerdings noch ganz andere.

In Jerusalem war man offensichtlich jetzt schon auf Jesus aufmerksam geworden. Die theologischen Experten hielten sich durch Beobachter auf dem laufenden, was Jesus so sagte und tat. Daher heißt es im heutigen Evangelium auch: „Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“

Die Schriftgelehrten saßen, heißt es. Dies drückt bereits ihre Autorität aus, denn das Sitzen war die Position der Lehrenden. Indem sie sitzen, signalisieren sie: Wir sind es, die die Heiligen Schriften verbindlich auslegen dürfen!

- Jetzt denken sie sich erst einmal ihren Teil. Noch schweigen sie. Noch sammeln sie nur Material über diesen Jesus.


Der jedoch hat ihnen ihre bösen Gedanken längst angesehen. Er weiß, dass sie hinter ihm her sind.

So haben wir es eben gehört: „Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.“

Jesus greift ihren Gedankengang geschickt auf. Ja, das lässt sich leicht dahersagen: Deine Sünden sind dir vergeben! In der Tat, das könnte jeder behaupten. Recht haben sie, wenn die Experten erklären, nur Gott allein könne Sünden vergeben!


Die Frage ist nur, welche Schlüsse die schlauen Theologen aus Jesu Vergebungsworten ziehen.

Sie schließen daraus, dass Jesus ein Mensch ist, der Gott lästert. Jesus dagegen will die Sündenvergebung gerade als klares Zeichen verstanden wissen, an dem man auch seine Gottessohnschaft erkennen kann.

Doch mit dem Erkennen ist das so eine Sache. Oft genug hindern Vorurteile Menschen daran, wirklich durchzublicken. Man hat seine Theorie, man hat sein Feindbild, und danach deutet man, was man hört und sieht. Vor wenigen Generationen waren es bei uns die bösen Franzosen, gegen die man in den Krieg ziehen musste. Oder es gab die bösen Evangelischen. Oder die bösen Leute aus dem Nachbarort, oder oder oder. Heute sind es für manche die bösen Asylbewerber oder die bösen Moslems.

Für die Schriftgelehrten war das der böse Jesus, weil er in ihren Augen Gott lästerte. Nun erfahren wir im Evangelium, dass Jesus ihnen sogar besondere Nachhilfe im Erkennen erteilt. Es heißt im Text: „Ihr sollt aber erkennen, daß der Menschensohn die Vollmacht hat...“ Jesus liefert ihnen also den Beweis seiner Vollmacht frei Haus, denn er befiehlt dem Gelähmten, aufzustehen und nach Hause zu gehen.


Vor aller Augen steht der Mann auf, und zwar sofort, wie es ausdrücklich heißt. Er packt sich seine Tragbahre und geht einfach so aus dem Haus.

Mit einem einzigen Wort setzt Jesus alle Macht der Krankheit schlagartig außer Kraft. Die Lähmung ist wie weggeblasen. - Diese Demonstration Jesu hat ge-

sessen: Alle gerieten außer sich und priesen Gott. Alle, das heißt, auch die Schriftgelehrten.


Ende gut, alles gut? - Nicht ganz. Nur zu gut wissen wir heute, wie das ist mit den Hochgefühlen und mit dem Glauben. Da ist man begeistert, vielleicht von einer das Herz anrührenden Heiligen Messe, oder von einem Katholikentag oder einem religiösen Erlebnis. Das Herz möchte einem überlaufen vor Glück.

Und dann? Den Schriftgelehrten geht es so, und uns heute auch: Das strahlende Licht der Sternstunde verblasst, und die Routine des Alltags saugt alle guten Vorsätze auf.


So ist das heutige Evangelium auch ein Appell an uns alle: Schau her, Jesus hat so deutlich gezeigt, wer er ist – deutlicher geht es kaum! Mach es nicht wie diese Schriftgelehrten. Stell dich nicht mit diesen blinden Blindenführern auf eine Stufe. Du weißt es doch: Jesus ist der Messias, dein Heiland! Nutze die kommende Fastenzeit, deine eigenen Lähmungserscheinungen genau zu beobachten. Und dann mach dich damit auf den Weg zum Herrn. Wie praktisch, dass du dafür noch nicht einmal ein Dach kaputthauen musst! Amen.


Predigt Pfr. Jürgen Grote (ev.) >>>

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Predigt Pfr. Karl Sendker: Menschen zu Jesus führen >>> RECHTSKLICK !


Predigt Pfr. Poschenrieder: Gläubige Gemeinschaft >>> RECHTSKLICK !


Papst Benedikt XVI. zum Thema „Vergebung“ >>>

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MISEREOR: Fastenaktion 2009 >>>

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„Die Tagespost“ zum Beinahe-Weihbischof Dr. Wagner >>> RECHTSKLICK !


Stellungnahme der Heimatpfarrei von Pfr. Wagner, Linz >>> RECHTSKLICK !


Salzburger Weihbischof Dr. A. Laun zu den Vorwürfen >>> RECHTSKLICK !


Christus hat keine Hände

Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun. Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.

Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen. Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.

Gebet aus dem 14. Jh.



Gefährlicher Ort: Die kleine Sabine ist zum ersten Mal beim Aschermittwochs-Gottesdienst dabei und natürlich sehr beeindruckt. Daheim angekommen, fragt sie sofort ihre Mutter: „Du, Mami, stimmt es wirklich, dass alle Menschen zu Staub werden, wenn sie gestorben sind?“

Mutter ist gut informiert und antwortet: „Ja, Sabine, das stimmt!“

Kleine Denkpause. Dann meint die Kleine: „Wenn das so ist, dann müssen unter Omas Bett aber schon viele Leute gestorben sein!“


Der Predigt Thema…

Wie schön, dass es den Menschen gibt,

in lustig, quirlig, in verliebt,

es gibt ihn auch in groß und klein,

auch dick und dünn, so muss es sein.

Es gibt ihn auch in leicht und schwer,

als Mann und Frau auch, bitte sehr!

Auch traurig gibt es ihn und sauer,

als Mieter und als Häuslebauer,

als Geizhals, aber auch spendabel,

nach Art des Kain, nach Art des Abel,

kurzum: ihn gibt es fast von jeder Sorte,

und das weltweit an jedem Orte.

Und manchmal hab ich mir gedacht:

Wie oft hat Gott dabei gelacht,

als er uns Menschen hat gemacht?

In Mutter Kirche ist’s gewiss auch so:

Der liebe Gott hat einen Zoo!

Über’n Papst wird jetzt recht gern gemeckert,

da wird geklotzt, und nicht gekleckert:

Wie kann der Mann so dumm nur sein

und lässt gewisse Leute rein,

die waren doch exkommuniziert.

Und deren Bischof ungeniert

zeigt der Welt aus freien Stücken:

Ich hab’ in Geschichte große Lücken!

Mit Recht gibt’s da Empörung überall,

der Williamson, der hat `nen Knall!

Und zwar `nen großen, klarer Fall!

Der Papst jedoch, sind wir mal ehrlich,

der lebt in jedem Fall gefährlich:

Macht er es wie Jesus Christ,

der auch mit Judas abends isst,

dann heißt es schnell: wie kann er nur,

die Pius-Brüder sind doch stur,

aus dem Gespräch wird nie was werden,

im Himmel ja, doch nicht auf Erden!

Hätt’ der Papst jedoch auf deren Bitte:

„Wir woll`n zurück in eure Mitte!“

die Tür den Pius-Brüdern fest verschlossen,

was würden Tränen dann vergossen:

Es hieße: Seht, wie dieser Mann

so stur und lieblos handeln kann!

Wie du’s machst, so ist’s verkehrt!

Dies Schicksal wird dir schnell beschert.

Der Pfarrer kann von solchen Dingen

ganz gewiss ein Liedlein singen.

Braucht die Messe eine Stunde,

so hört man schnell in mancher Runde:

Der Pfarrer nimmt sich sehr viel Zeit,

der ist ja wohl nicht recht gescheit!

Doch spart er zehn Minuten ein,

dann wird es auch nicht richtig sein.

Warum hetzt der Mann nur so,

da wird keiner mehr des Glaubens froh!

Der Sonntag ist Geschenk an Zeit,

ist Vorgeschmack auf Ewigkeit!

Wenn wir an Minuten sparen,

wie soll dann Gott mit uns verfahren?

Der Predigt Thema ist zu schwierig,

so meckern manche gerne gierig.

Die Messer sind gar schnell gewetzt,

doch wer daheim sich hingesetzt

und hat die Bibel schon studiert,

der hätt’ sich selbst nicht so blamiert.

Also nicht nur konsumieren,

sondern selber informieren!

Auch hört man deutlich dann und wann,

des Pfarrers Predigt sei zu lang.

Was habt ihr’s bloß so eilig, Leute?

Schlägt euer letztes Stündlein heute?

Also bitte nicht empören,

Gottes Wort noch etwas hören;

es macht der Suppe gar nichts aus,

kommt ihr was später heut nach Haus.

Doch wenn der heut’gen Predigt Würze

liegt ganz besonders in der Kürze,

so ist der Pfarrer schlichtweg faul

und red’ den Leuten nach dem Maul.

Er sollte uns gut unterrichten.

Doch tut er das? Oh nein, mitnichten!

Für die paar Worte, die paar Fetzen

lohnt es ja kaum, sich hinzusetzen.

Hat er es selber nicht kapiert,

die Bibel nicht genug studiert?

Ihr lieben Leut’, das ist wohl klar,

egal, wie seine Predigt war,

es ist dem Pfarrer kein Genuss,

was er sich dazu anhör’n muss.

Auch diese Predigt, ach, ihr Frommen,

wird nun an ihr Ende kommen.

Was ich auch noch sagen will…

Ach was, ich bin jetzt auch ganz einfach still!

(Text: Erhard Eutebach)


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09.02.2009

6. Sonntag im Jahreskreis B - 15.02.2009

(Fortsetzung)

Dieses starke Bild wird durch die deutsche Über-

setzung „er berührte ihn“ eigentlich nur sehr unvoll-

kommen wiedergegeben. Der griechische Ausdruck „hapte-in“ heißt mehr als nur berühren. Er wird verwendet für anfassen und umarmen! Jesus hat diesen Mann, der sich wahrschein-

lich mittlerweile vor sich selber ekelte, also regelrecht um-

armt! Er hat ihn fest gedrückt, wie man ein Familien-

mitglied oder einen anderen lieben Menschen drückt. Mehr Solidarität geht nun wirklich nicht! Jesus ist ihm ganz nahe gekommen, so nahe wie es geht, ganz hautnah!

Jesus hat keine Furcht. Er ist der Reine, der alle Unreinheit überwindet, indem er das Unreine, unsere Sünden, am Kreuz auf sich laden wird. Er ist so rein, dass diese Krankheit des Aussätzigen ihm nichts anhaben kann.


Jesus erhört das Flehen dieses Mannes und heilt ihn auf der Stelle. Uns fällt aber auf, dass Jesus dem Mann noch Hausaufgaben aufgibt: „Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis sein.“

Zum einen soll der Geheilte über das Geschehene schweigen. Jesus will wohl nicht, dass er nur als Wunderdoktor gesehen und überrannt wird.

Die Gefahr besteht, dass dabei seine Hauptbotschaft vom Reich Gottes bei den Leuten auf der Strecke bleibt.

Zum anderen nötigt er den Mann, sich bei den offi-

ziellen Stellen zu melden und sich dort untersuchen zu lassen. Außerdem soll der Geheilte das vorgeschrie-

bene Opfer darbringen.


Jesus will also, dass der Mann die Gebote beachtet, die in diesem Falle gelten. Er will, dass der Mann seine Gesundung nicht nur selbst erlebt, sondern sie auch von zuständigen Priestern bestätigt bekommt. Erst dann ist er auch offiziell geheilt. Erst dann wird er faktisch wieder in die Gemeinschaft aufgenommen, auch in die Gottesdienst-Gemeinschaft.

Dies ist sicher ein kluger Rat Jesu. Wieder gesund ist eben behördlicherseits nicht der, der sich gesund fühlt, sondern wer es schriftlich hat.

Ob der Mann sich daran hält – wir wissen es nicht. Das Schweigegebot jedenfalls bricht er. Überall erzählt er herum, was ihm passiert ist. Vielleicht will er endlich einmal im Mittelpunkt stehen, sich wie ein Star fühlen. Für Jesus heißt das leider, wie befürchtet, dass er dem gewaltigen Ansturm ausweichen muss, indem er die Städte eine Zeitlang meidet.


Haben wir heute aus dem Geschehenen gelernt? Haben wir aufmerk-

sam registriert, wie Jesus mit diesem armen Menschen um-

gegangen ist? - Machen wir Jesu Allergie-Test: Wo und wem gegenüber reagieren wir als Christen immer noch zu ablehnend?

Wir sind weder die Richter noch die Saubermänner der Welt. Überlassen wir dies getrost allein Gott. Bevor wir unseren vorhandenen Berührungsängsten freien Lauf lassen, ist es gut, wenn wir innehalten:

Habe ich nicht auch irgendwo einem wunden Punkt? Wo halte ich Abstand, weil mir eine Meinung oder eine Nase nicht passt? Wo trage ich noch Verletzungen aus der Vergangenheit mit mir herum, die mich belasten und meinen Blick trüben?


Wir beten so gerne im Vaterunser „Dein Wille geschehe“, und wir beten vor der Kommunion alle „Herr, ich bin nicht würdig…!“ - Die Frage ist nur, ob wir das nur als feierliche Worte verwenden oder ob dies uns auch in unserem Alltag trägt. Wenn wir uns dessen bewusst sind, wie unrein wir vor Gott trotz sämtlicher moderner Waschmittel sein können, dann fällt es uns auch leichter, den Schmutz anderer auszuhalten. Porentief rein, fasertief rein, piccobello sauber – nein, das sind wir wirklich nicht!

Aber dennoch streckt der Herr der Welt die Hand aus, und wir dürfen heil werden.


Das weiß auch der Papst, der für die Einheit der Kirche verantwortlich ist

und daran schwer zu tragen hat. Auch ein dickköpfiger und immer noch von seinem Amt sus-

pendierter Bischof Williamson mit seinen schlimmen Aussagen über die Gaskammern und die 600.000 Anhänger der Priesterbruderschaft St. Pius X. haben erst einmal im Sinne der Barmherzigkeit Jesu ein Recht auf das Gespräch und Zeichen des guten Willens. Eine endgültige Lostrennung jener Gruppe von der katholischen Kirche löst die Probleme nicht, sondern verschiebt sie nur. Danken wir unserem Papst für seine demütige Geduld und beten, dass unser aller Herr die Kirche durch schwierige Zeiten führen möge. Amen.


Predigt: Gott hat Mitleid. Er hat es schließlich erfunden >>> RECHTSKLICK !


Uni Heidelberg, Predigt Walter Boes (pdf) >>>

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Predigt Pfr. Jürgen Grote (ev.): Eine Ungeheuerlichkeit >>> RECHTSKLICK !


Pfr. Dr. Johannes Holdt: Mit Gottes heilender Macht rechnen >>> RECHTSKLICK !


Prof. Dr. Dr. Klaus Müller, Uni Münster: Wie Jesus seine Rolle findet >>> RECHTSKLICK !

Pater Damian de Veuster, Helfer der Lepra-Kranken >>> RECHTSKLICK !


Erklärung des stellv. Vors. der Französischen Bischofskonferenz >>> RECHTSKLICK !




Dem da, dem anderen,

dem x-beliebigen, dem wildfremden,

der mir wurscht ist, der mich nichts angeht,

dem man nicht vertrauen kann,

dem man besser aus dem Weg geht,

dem man's schon von weitem ansieht,

dem da, dem Spinner, der nicht so tun soll,

dem es noch leid tun wird,

der mir's noch büßen soll, der noch was erleben kann,

dem ich's noch zeigen werde,

der mir die Stolpersteine in den Weg gelegt hat,

dem da - dem wünsche ich Frieden !

(Quelle: leider unbekannt)



Bei einer Privat-Audienz im Vatikan gratuliert ein Teilnehmer der kleinen Gruppe dem Papst zum Namenstag. Papst Benedikt schaut etwas verdutzt drein: „Wieso, heute ist doch nicht Benno oder Benedikt?!“

Doch schon folgt seitens des Gratulanten der entscheidende Hinweis: „Das nicht, aber heute ist doch der Sechzehnte…!“


Der Papst besucht die Philippinen. Ein vorwitziger Reporter drängelt sich durch die Menge vor einer Kirche und fragt den Papst: „Werden Sie in Manila auch Nachtclubs besuchen?“ – Der Papst versucht den Ball zurückzuschießen, indem er fragt: „Gibt es hier denn überhaupt Nachtclubs?“

Entsetzen am nächsten Tag: Der Privatsekretär des Papstes hat die örtlichen Zeitungen gekauft. Titelschlagzeile auf Seite 1: „Papstbesuch: Seine erste Frage: Gibt es hier Nachtclubs?“


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