24.08.2009

22.Sonntag im Jahreskr. B - 30.08.2009

(Fortsetzung)

Die Schriftgelehrten dürfen so ein nachlässiges Verhalten der Jünger einfach nicht dulden. Es interessiert sie gar nicht, warum einige sich nicht gewaschen haben. Das wäre ja mal interessant zu wissen! Vielleicht war das Nicht-Waschen ein Hinweis für neue Jünger, die aus dem Heidentum kamen: Schaut, ihr könnt auch ohne diese rituelle Reinigung mit uns und mit Gott Gemeinschaft haben. Ihr müsst nicht erst Juden werden, um Christen werden zu können. Immerhin fällt auf, dass die Inspektoren Jesus nicht persönlich angreifen, woraus wir schließen können, dass Jesus selbst sich sehr wohl die Hände rituell gewaschen hat. Andernfalls wäre das wirklich ein gefundenes Fressen für die Ordnungshüter! Im Text ist immer nur die Rede von einigen Jüngern. Diese sind gewissermaßen aus der jüdischen Reihe getanzt.

Bevor wir heute jedoch jüdische Gruppenzwänge milde belächeln, sollten wir uns bewusst machen, wie das heute aussieht. Die religiösen Gründe spielen in unserer Bevölkerung zwar meist keine Rolle mehr, aber natürlich muss es rein bei uns sein, porentief rein, reiner geht’s nicht. Der heutige Standard-Bürger hat beispielsweise peinlich darauf zu achten, dass er seinen Mitbürgern nicht in einem Hemd mit Achselnässe gegenübertritt. Gleich tonnenweise werden heute Dusch-
gel, Waschmittel, Weichspüler und was weiß ich noch alles über uns und unsere Wäsche geschüttet. So muss es nämlich heute sein: strahlend weiß, fit, gesund und ohne schnell erkennbare Schwächen. Wir haben den Schmutz im Griff. Den äußerlichen Schmutz, versteht sich.

Zurück zur biblischen Szene. Jesus steckt heftige Kritik ein wegen des Verhaltens einiger Jünger. Ihn macht man sofort dafür veranwortlich. Die Frage steht im Raum: Hast du das denn nicht gesehen? Warum hast du das bloß zugelassen? Warum bist du nicht sofort dagegen eingeschritten? Du bist doch der Meister, und diese da sind deine Schüler, die du ausbildest, die dir auf deinem Weg folgen!

Nun ist es aber wirklich an der Zeit, dass Jesus Stellung bezieht! Lauernd warten die Gelehrten aus Jerusalem auf einen wahrscheinlich kläglichen Versuch, sich heraus-
zureden.
Jesus jedoch enttäuscht ihre Erwartungshaltung. Die erhoffte Debatte über die Gefahren ungewaschener Hände fällt aus. Jesus behält das Heft in der Hand und nutzt die Gelegenheit zu einer kurzen Lektion, die sich allerdings gewaschen hat. Nicht Diplomatie ist jetzt angesagt, sondern Klarheit. Zuerst verweist er seine Zuhörer auf den Propheten Jesaja. Dieser hatte dem Volk immer wieder vorgehalten, wie sehr es Gott nur mit den Lippen ehrt, nicht aber mit dem Herzen. Mit ihren vielen Verordnungen und Satzungen tun die Gesetzeslehrer so, als sei Gott der große Oberbürokrat mit einem deutlichen Hang zur Kleinkariertheit. Jesaja hat deshalb bereits klargestellt, dass solche Verordnungen häufig genug nur Menschen-
gedanken sind, nicht Gottesgedanken. Doch damit nicht genug.
Jesus fordert alle Zuhörer auf, genau hinzuhören: „Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.“ Jesus geht es nicht um Bakterien und Schmutz unter den Fingernägeln. Er ist nicht der himmlische Hygiene-Beauftragte. Ihm geht es um Grundsätzliches, um die innerliche Reinheit des Menschen vor Gott. Und die ist nicht von gesäuberten Händen abhängig, sondern vom gesäuberten Herzen. Die Kernfrage Jesu ist die nach der Erfüllung des Willens Gottes. Eine auffallend lange Liste von bösen Gedanken zählt Jesus auf, von der Unzucht über den Neid bis hin zum Hochmut. Damit macht er seinen Zuhörern noch einmal drastisch bewusst, wie vielseitig und umfangreich die Palette menschlichen Versagens ist. Alle diese Verstöße gegen den Willen Gottes kommen nicht von außen, sondern von innen, aus dem widerspenstigen und unreinen Herzen des Menschen. Die Hände machen wir zwar gründlich sauber, oft genug aber nicht unsere innere Haltung, unser Denken.
Unsere Sauberkeit ist also oft nur ein Etiketten-
schwindel, nur äußerer Schein. Ich kann auch kein Flugzeug steuern, bloß weil ich mir eine Piloten-Uniform ausgeliehen habe. Da gehört schon weit mehr dazu! – Nicht schmutzige Hände, sondern schmutzige Gedanken und Taten sind es, worüber Jesus mit uns allen sprechen will. Genau hier sollen wir mit unserer Putzaktion ansetzen, wenn wir Gottes Willen in unserem Leben beachten wollen.



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„Tischzuchten“ – die Vorläufer des „Knigge“
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Die katholische Haltung zur Sünde
Ein Mann hat im Zorn seine Frau ermordet. Er bleibt unentdeckt, und doch schlägt ihn furchtbar das Gewissen und die Gewissensbisse treiben ihn unbarmherzig vor sich her. So sucht er Trost und Hilfe und wendet sich dabei an einen Rabbi.
"Rabbi, helfen Sie mir, ich habe gemordet!" Der Rabbi weicht erschrocken zurück und fährt den Mann scharf an: "Schwer ist Deine Sünde, und sie fordert Rache und Vergeltung. Ich kann Dir nicht helfen, denn es heißt ‚Aug um Aug, Zahn um Zahn'"
Ungetröstet stürzt der Mann davon. Der nächste, an den er sich wendet ist ein Guru, einer der eingeweiht ist in die esoterischen Lehren:
"Großer Meister, helfen Sie mir, ich habe gemordet!" Der große Guru unterbricht nur widerwillig seine Meditation und spricht dann salbungsvoll die weisen Worte: "Mein Sohn, alles Leben ist Schein. Es gibt weder gut noch böse. Durchschaue den Schein und lass dich von Deinen Taten nicht beunruhigen, auch sie sind nur Schein! Meditiere und erkenne dich selbst." Nun, jedenfalls geht der Mann ungetröstet weg.
Schließlich landet er vor einem Beichtstuhl. Es brennt Licht, und so geht der Mann hinein und kniet nieder. Angstvoll stammelt er: "Bitte helfen Sie mir. Ich habe gemordet!"

Einen Augenblick ist es ganz still hinter dem Gitter des Beichtstuhls, man hört, wie der Priester schluckt. - Dann tönt seine sanfte, gütige Stimme aus der Finsternis des Beichtstuhls:
"Wie oft, mein Sohn?"

Weihbischof Laun aus Salzburg hat dies veröffentlicht und schreibt dazu: Diese Geschichte verdanke ich P. Karl Wallner vom Stift Heiligenkreuz. Sie veranschaulicht treffend die Haltung der Kirche. – Pater Wallner: "Wo die Sünde nicht eingestanden wird, da muss die Kirche mahnen und warnen. Wo die Sünde erkannt und bekannt wird, da ändert sich das Verhalten der Kirche völlig: da wird sie zur barmherzigen Mutter, die tröstet, verzeiht und aufrichtet."

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17.08.2009

21.Sonntag im Jahreskreis B - 23.08.2009

(Fortsetzung)


Viele der Jünger waren mit so großen Hoffnungen
mit Jesus
durch Galiläa gezogen. Dieser großartige Rabbi würde Gott in Israel sicher wieder in den Mittelpunkt rücken und ihrem persönlichen Leben Sinn und Ziel geben. Manch einer träumte vielleicht sogar von einem guten Posten, falls Jesus tatsächlich König der Juden werden würde. –
Doch jetzt reicht’s aber wirklich! Wir wollen das nicht hören, dass man durch Fleisch und Blut Jesu, nur durch dieses Himmelsbrot in Ewigkeit leben kann. Das können wir nicht glauben, das ist uns zu radikal! - Unsere Schmerzgrenze ist hiermit eindeutig überschritten!

Wie wir sehen, ist das eine handfeste Krise. Erst sind nur einige aus dem Kreis seiner Jünger enttäuscht fort-
gegangen, doch ihnen schließen sich nach und nach immer mehr Anhänger Jesu an. Eine richtige Ketten-
reaktion des Davonlaufens und der Flucht vor dem Anspruch Jesu kommt da in Gang. Das hatte man sich eben ganz anders vorgestellt!

Ein kleiner Trost nebenbei: Es passiert also nicht nur in unserer Kirche heute, und es passiert nicht nur dem oft gescholtenen aktuellen „Bodenpersonal“, dass Menschen von der Wahrheit des Glaubens nichts mehr hören wollen. Es passiert auch Jesus selbst.

Ganz schön mutig jedenfalls vom Evangelisten Johannes, so offen und ehrlich über diese Pleite zu berichten. Die meisten haben sich nach einigem Überlegen schließlich gegen Jesus entschieden, manche sicher nicht ohne Bauchweh wegen ihrer Entscheidung.

Die Bibel redet nicht drumherum. Da kann man lesen und hören, was Sache ist. Und dazu gehört auch, dass Menschen sich wie ein Strohfeuer schnell entflammen lassen, aber im Glauben auch ebenso schnell wieder erlöschen. Wir Menschen neigen eben gerne dazu, großen Schwierigkeiten und Anforderungen auszuweichen.
Große Belastungen können wir nicht dauerhaft bewältigen, wenn wir keinen Sinn darin sehen. Wenn etwas für jemanden immer wieder zum Davonlaufen ist, dann wird
er es wahrscheinlich auch tun.

Und da haben
wir schnell die Parallele zwischen den Jüngern damals und uns heute. Ein Ehe-
partner, der an seine Ehe glaubt und um sie kämpft, wird wohl eher nicht davonlaufen. Ein Priester, der sich ganz vertrauensvoll in Gottes Hände geben kann und sich trotz aller Enttäuschungen unter Gottes Schutz weiß, der wird wohl eher nicht aufgeben.

Wohlgemerkt: Dies ist keinerlei Vorwurf! Wir müssen einfach wissen, dass Jesus immer wieder zur größten Entscheidung unseres Lebens ruft: Bist du für mich oder bist du gegen mich? Vertraust du mir oder vertraust du mir nicht? - Die Entscheidung bleibt uns nicht erspart, und sie ist in der Regel auch nicht lebenslang haltbar. Immer wieder kommt diese Frage: Glaubst du, oder glaubst du nicht?

Es war an den Jüngern und es ist an uns, eine Ent-
scheidung zu treffen. Wer gehofft hatte, Jesus würde jetzt aus sogenannten „pastoralen Gründen“ und aus Schmerz über diese Massenflucht seine provozierenden Sätze nicht mehr verkünden, der wurde enttäuscht.
Jesus bleibt konsequent bei seinen Aussagen, er nimmt nichts zurück und er verharmlost auch nichts.
Vielleicht denkt so mancher, dass Jesus ein bißchen diplomatischer formulieren könnte, um nicht so viele vor den Kopf zu stoßen.
Oder er könnte eine wortgewandte und begeisternde Rede an seine Jünger halten, in denen er ihnen mächtig einheizt und ihnen klarmacht, was alles für sie auf dem Spiel steht.

Nein, Jesus macht all das nicht. Jesus nimmt nichts zurück und beschönigt nichts. Es bleibt einfach dabei: der Glaube kennt auch große Zumutungen, kennt auch das Wagnis des Vertrauens dort, wo man nicht versteht. Wie ein Kapitän, der sein Ziel kennt, hält Jesus das Schiff auf Kurs, auch wenn Sturmwellen über es hereinbrechen. Er bildet auch keinen Ausschuss von Jüngern, die Vorschläge formulieren sollen, wie man die Zweifler besser bei der Stange halten könnte.
Nein, Jesus muss damit leben, dass er verlassen wird.
In der Wahrheit gibt es eben keinen Kompromiss. Er ak-
zeptiert die bedauerliche und traurige Entscheidung, so wie Gott die freie Entscheidung des Menschen gegen Gottes Willen und Gebote stets akzeptiert hat.

Jesus drängt sogar die Kerngruppe, die zwölf Apostel,
zu einer Entscheidung. Im heutigen Evangelium heißt es: „Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?“
Es wird immer klarer: Jesus will keine willenlosen Nachläufer und Mitläufer. Jesus wird niemand aufhalten. Wer davonlaufen will, der soll eben gehen. Es wird niemand überredet. Es wird niemand ein Vorwurf gemacht.
Die Entscheidung freilich wird niemand erspart. Um die kommt man nicht herum, so oder so. Wer nicht für Jesus ist, der ist gegen ihn.

Petrus ist es, der sich wieder einmal hervorwagt. Er spricht offenbar für alle, denn er antwortet: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“
Petrus und die anderen Apostel haben der Abwanderung wider-
standen. Sie wollen standhaft und treu an Jesu Seite bleiben.

Aber warum können sie so reagieren, während andere Jesus im Stich lassen? Die Antwort steckt in der Aussage des Petrus. Die Apostel und auch der übriggebliebene Rest der Jüngerschar wissen: Es gibt überhaupt keine wirkliche Alternative zu Jesus! Zu wem soll man da gehen? Keiner sonst ist der Heilige Gottes, der Sohn Gottes!

Da spielt es kaum eine Rolle, ob man jetzt zur Mehrheit oder zur Minderheit gehört. Wer Jesus vertraut, wer Jesus glaubt, der weiß, wie er sich zu entscheiden hat, der denkt weiter. Und wer weiter denkt, der weiß, dass auch das weiteste Davonlaufen irgendwann an ein Ende kommt. Wer weiter denkt, der weiß, dass es letztlich nichts bringt, sich aus dem Staub machen zu wollen.

Vieles, was uns jetzt vielleicht ach so wichtig erscheint, auch an Fragen an die Kirche, wird wohl bei der „Sterbebett-Prüfung“ (so Dr. Manfred Lütz) nicht bestehen können. Wenn es so weit ist und wir ein letztes Mal gefragt werden, wie wir uns entscheiden, dann sollten wir uns schon Gedanken gemacht haben, was wir antworten werden.
„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte das ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“


Pfr. Winfried Abel: „Der göttliche Märchenkönig“ (pdf)
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Predigt Kardinal Friedrich Wetter:
„Keine Kompromisse…“ >> BITTE KLICKEN !

Wortgottesdienst mit Predigt: „Zuschauerschwund“
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Predigt Pfarre Machstrasse: „Gott stellt uns vor die Wahl“
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Dr. Manfred Lütz: „Die Sterbebett-Prüfung oder: Ist die Kirche noch zu retten?“ >> BITTE KLICKEN !

Der Computer errät spielerisch, was Sie denken !
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Zum Pfarrer eines kleinen Dorfes kam eines Tages ein Mann, der sich über den Glauben lustig machen wollte. Er fragte den Pfarrer: „Wie kann denn aus Brot und Wein Fleisch und Blut Christi werden?“
Der Pfarrer lächelte und meinte: „Wenn schon dein Körper die Nahrung, die er zu sich nimmt, in dein eigenes Fleisch und Blut umsetzen kann, warum soll Gott nicht auch das andere können?“
Der Kritiker ließ nicht locker: „Aber wie kann denn in so einer kleinen Hostie der ganze Christus sein?“
Der Pfarrer antwortete geduldig: „Schau doch mal auf die großartige Landschaft mit all ihren schönen Einzelheiten, die du siehst. Obwohl diese Landschaft so riesengroß ist, passt das alles in den Blick deines kleinen Auges. Warum sollte dann nicht in der kleinen Hostie der ganze Christus vorhanden sein?“

Der Mann war schon etwas an-
gesäuert wegen der klugen Antworten, aber er glaubte noch eine Trumpfkarte im Ärmel zu haben: „Das mag schon sein, aber es ist doch unmöglich, dass derselbe Christus in all euren Kirchen weltweit gleichzeitig anwesend sein kann!“
„Einen Moment mal“, sagte der Pfarrer und kam mit einem großen Spiegel zurück. „Was siehst du im Spiegel, wenn du hineinschaust?“, fragte er. –
Sein Kritiker antwortete etwas irritiert: „Das ist doch klar. Ich sehe natürlich mich selbst! Aber was soll das?“
Da ließ der Pfarrer den Spiegel mit großem Schwung auf den Boden knallen, wodurch der Spiegel in Hunderte von Stücken zerbrach.

Der Pfarrer nahm nun zwei der kleinen Stückchen hoch und hielt sie dem Zweifler entgegen.
Der Pfarrer schmunzelte, als er sagte: „Schau ruhig hinein in die Scherben. Nimm so viele, wie du willst. In jedem dieser kleinen Stückchen wirst du dich jetzt sehen, und zwar gleichzeitig! Und wenn das schon funktioniert, warum fragst du dann ernsthaft, wie Gott das fertigbringt?“
Der Besucher zog es nun doch vor, den Pfarrer mit einem hastigen Gruß schnellstens zu verlassen… (Quelle: leider unbekannt)

„Tut mir leid“, sagt Petrus zu dem jungen Mann, “aber du musst schon eine gute Tat vorweisen, sonst kann ich dich hier leider nicht reinlassen.“
Nach kurzem Überlegen sagt der Mann: „Ich habe beobachtet, wie eine Gruppe Rocker einer alten Dame die Handtasche wegnehmen wollte. Da bin ich hinge-
gangen, hab das Motorrad des Anführers umgestossen, ihm ins Gesicht gespuckt und seine Braut beleidigt.“ –

„Und wann war das ungefähr?“ –
„Naja, ich schätze, so vor etwa 3 Minuten.“

"Die neuen Schuhe werden in den ersten Tagen ein wenig drücken", sagt der Verkäufer.
Darauf Jens: "Das macht nichts. Ich trage sie sowieso erst in der nächsten Woche!"

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10.08.2009

20. Sonntag im Jahreskreis B - 16.08.2009

(Fortsetzung)


Wer Jesu Jünger sein will, der nimmt ihn nicht zu sich wie eine kleine Vorspeise, wie eine Delikatesse, die dem ver-
wöhnten Gaumen schmeichelt. - Sondern: Wie eine Leseratte ein spannendes Buch geradezu verschlingt, wie sie einfach nicht mit Lesen aufhören kann, bis sie alle gewünschten Informationen hat, so soll es auch sein mit dem, der Jesus in sich aufnimmt.

Wer diese kostbare Speise zu sich nimmt, der weiß um ihren Wert, der weiß um das zugesagte ewige Leben.
Der durch Leid und Tod gegangene Herr kommt zu mir, schenkt sich mir ganz. Er, der jetzt erhöht zur Rechten des himmlischen Vaters sitzt, lebt in dir und mir. In Fleisch und Blut geht er in uns über.

Wenn wir uns das immer wieder bewusst machen, können wir erahnen, wie sehnsüchtig viele Heilige auf den täglichen Empfang der Eucharistie warteten. Jesus ist die absolute Leibspeise, die voller Freude inständig erhofft wird. Nur aus der Kraft des täglichen Kommunion-Empfangs konnte z.B. Mutter Theresa in Kalkutta Tag für Tag und Jahr für Jahr so viele Sterbende mit größter Liebe pflegen und trösten.
Von einigen Heiligen ist sogar bekannt, dass sie jahrelang keine andere Nahrung mehr zu sich nahmen außer dieser himmlischen Speise.

Das heutige Evangelium ist sehr eindringlich. Es geht Jesus aber nicht um akademische Gedanken-Akrobatik. Wir müssen dieses große Geschenk Gottes nicht mit unserem Kopf verstehen. Was stattdessen von uns erwartet wird, ist die gläubige Zustimmung.
Fast beschwörend klingen seine Worte im Evangelium,
die er mehrmals wiederholt. Deutlicher geht’s nicht:
Um Himmels willen, vergesst das bloß nicht!

Jesus, unser Herr, kommt leibhaftig zu uns. Er schenkt uns durch seine Speise ewiges Leben, ewiges Glück bei Gott. Wir wären ausgesprochen dumm, wenn wir dieses Angebot ablehnen würden.
Wer diese Speise ablehnt, der verhält sich fast wie jemand, der mit dem reservierten Zug in seinen Traumurlaub starten kann, aber auf dem Bahnsteig sitzen bleibt, während der Zug davonfährt.
Also aufgepasst: Verpassen Sie Ihren Zug nicht! Nur hier ist Ihr Platz reserviert. Und am Ziel werden Sie sogar schon überaus herzlich erwartet!


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Familienkalender 2010 „Da blüht uns was“
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Wetteifern drei Jungs, wer den schnellsten Vater hat. Der erste sagt: "Meiner ist Jetpilot bei der Lufthansa; der fliegt in acht Stunden von New York nach Frankfurt." Darauf der zweite: "Meiner ist schneller. Der ist Pilot bei der Bundeswehr und fliegt in vier Stunden von Hamburg ans Nordkap und zurück." Darauf der dritte: "Meiner ist noch schneller. Der ist Beamter, der hat um vier Feierabend und ist schon um zwei daheim!"

Bei der Bundeswehr, erster großer Absprung für die wehrpflichtigen Fallschirmjäger. Der Feldwebel gibt im Flugzeug den Tagesbefehl aus: "Männer, in drei Minuten ist Absprung. Denkt dran: wenn ihr auf 1000 Meter seid, Reißleine ziehen, der Fallschirm öffnet sich. Tut er es nicht, Ersatzleine ziehen, der Reservefallschirm öffnet sich. Wenn ihr gelandet seid, holt euch der LKW ab!"
Der Gefreite Meier springt also, zieht bei 1000 Meter die Reißleine, aber keine Reaktion. Er zieht die Ersatzleine, aber nichts passiert!
Darauf der Gefreite Meier: "Typisch Bund, nichts klappt hier! Jede Wette, dass der LKW auch nicht da ist!"


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04.08.2009

19. Sonntag im Jahreskreis B - 09.08.2009

(Fortsetzung)

Und jetzt murrt das Volk gegen Jesus. „…vom Himmel herab-
gekommen“
sei er, behauptet er. Was bildet der sich eigentlich ein? Wir kennen doch seine Familie! Mit welchem Recht darf der so etwas überhaupt aussprechen? Eine unerhörte Anmaßung und Gotteslästerung ist das!

Die Volksseele ist empört. Das kann man auch diesem ungewöhnlich erfolgreichen Rabbi nicht durchgehen lassen! - Wenn es hier genauer heißt, dass „die Juden“ gegen Jesus murrten, richtet sich diese Kritik des Evangelisten nicht gegen jeden einzelnen Juden; er war wie Jesus ja selbst einer.
Wenn ich sage: „Die Deutschen sind Reise-Welt-
meister“, dann bedeutet das schließlich auch nicht, dass jeder einzelne Deutsche so oft verreist.
Johannes meint also speziell nur diejenigen, die Jesus ausdrücklich als Sohn Gottes und Messias ablehnen.

Jedenfalls ist die Stimmung nun umgekippt. Aus dem umjubelten Sattmacher Jesus ist in den Augen vieler Zuhörer ein Verführer und Scharlatan geworden.
Gottes Sohn als Wander-Rabbi statt auf dem prächtigen Königsthron – und dann auch noch der da, den wir genau kennen. Also nein, nie und nimmer!

Jesus zeigt sich von dieser Kritik, die ihm schon bei seinem Besuch in Nazareth entgegenschlug, ganz unbeeindruckt. Er weiß, dass der Widerstand zunehmen wird, sobald er ein Reizthema anpackt. Dennoch verschärft er seine Aussage noch, indem er seine ganz intensive und innige Beziehung zum himmlischen Vater betont: „Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht! Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen.“
Jesus weist die Kritiker zurecht: Murrt nicht! Das heißt: Euer Protest steht euch nicht zu und ist blanker Unglaube! Ihr wollt Gott immer wieder vorschreiben, was er wie zu machen hat.
Dabei hat Gott wirklich alles in der Hand, lenkt und zieht regelrecht diejenigen, die zu Jesus kommen wollen. Ohne dieses Zutun des himmlischen Vaters kann es niemand im Alleingang schaffen. Der Vater hat das alles im Griff. Liebevoll stubst er euch an, bringt euch auf Jesu Spur, und zwar manchmal auch dann, wenn ihr das noch gar nicht erkennt.

Bemerkenswert ist, dass Jesus sich dann auf das Alte Testament und die Ver-
heißung des Jesaja (54,13) bezieht, wenn er zitiert: „Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein.“ Nicht mehr nur die Juden als Söhne Jerusalems sind hier angesprochen, sondern ausdrücklich „alle“. Jesus verstärkt dies im nächsten Satz noch: „Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen“.
Damit ist die Frage beantwortet, wie man zu Jesus kommen kann, wie man Jesus folgen kann. Man muss hören, man muss hinhören. Man muss bei Gott in die Schule gehen wollen und Lehre annehmen, so gut wie man das mit seinen bescheidenen Möglichkeiten eben kann.

Immer wieder bei seinen Predigten, so auch hier, betont Jesus ganz eindringlich, dass er selbst das lebendige Brot ist, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Lebensbrot isst, der wird nicht sterben, sondern in Ewigkeit leben. Das ist ihm so wichtig, dass er dies in unserem heutigen vergleichsweise kurzen Evangelium gleich dreimal betont. Aber wie kann das sein, mögen manche denken. Schließlich kennt jeder von uns genügend Christen, die gerne und häufig zur Kommunion gegangen sind. Aber gestorben sind sie trotzdem, und uns selbst wird das auch so passieren.

Da stellt sich also die Frage, was Jesus mit seiner Aussage zum ewigen Leben eigentlich meint - oder anders gesagt, wo unser Denkfehler liegen kann.
Das ewige Leben, von dem Jesus spricht, ist nicht ein Vorgang, der wie auf Knopfdruck in der Minute unseres Todes startet wie eine Art Notstromaggregat bei Stromausfall.

Rein medizinisch gesehen sterben natürlich auch Christen, das ist keine Frage. Wer jedoch dieses lebendige Brot isst, wer sich damit in die Nachfolge Jesu begeben hat, der wird ewig leben.
Jesus unterscheidet also zwischen dem Leben der Seele und dem Leben des Körpers.
Die Bibel benutzt daher für „Leben“ zwei verschiedene Wörter. Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass wir alle auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft sind.

Diese Taufe ist wie ein Siegel, wie ein Vertrag:
Das Kreuz auf der Stirn sagt, dass man verbindlich für jetzt und für immer ganz zu Gott gehört, also ein Gottes-
kind ist. Man könnte fast sagen: die Taufe ist wie ein Brandzeichen für eine Herde. Es sagt: Alle, die dieses Zeichen tragen, die sind mein.
Das Missverständnis liegt also darin, dass man fälsch-
lich annimmt, das ewige Leben begänne mit dem Tod. Jesus sagt es ganz deutlich: „Amen, amen, ich sage euch: wer glaubt, hat das ewige Leben.“ Das ewige Leben nimmt also seinen – wenn auch unauffälligen – Anfang mit der klaren Entscheidung für den Glauben, für die Nachfolge.

Wer also glaubt und von dem Himmelsbrot isst, der gehört zu denen, die ewig halten,
die eben „unkaputtbar“ sind, wie man heute schnoddrig sagt. Jesus, der unser Kreuz auf sich geladen hat, wird für uns zum Brot, das für immer satt macht, das die Sehnsucht unserer Seele für immer stillt, das uns ewiges Leben schenkt. - Was für herrliche Aussichten!


Ingo Krause: „Murren in der Bibel“ (4 S. /pdf)
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Wissenschaftl. Kommentar zum Evangelium (4 S./pdf)
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Schriftauslegung zu Joh 6,41-51 (4 S. / pdf)
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Jeden kann es treffen: (unschuldige) Verkehrsopfer
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Weltweit jährlich über 1.000.000 Verkehrstote und über 400 Milliarden Euro an Schäden…
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Die reine Wahrheit: Ein Pfarrer, der zu einer Tagung in Trier war, fuhr anschließend noch schnell rüber nach Luxemburg. Klar, dass er dort billig tankte und sich auch noch mit dem so preiswerten Kaffee versorgte.
Jetzt kam es darauf an, ihn durch den Zoll zu bringen, ohne zu lügen. Er steckt also ein großes Paket unter den rechten Arm und eines unter den linken Arm. Tatsächlich, der Pfarrer wurde bei einer Stichprobe an der Grenze angehalten! - "Na", fragte ihn der Zoll-
beamte, "auch etwas eingekauft?" - "Ja, mein Sohn, acht Pfund Kaffee. Aber ich habe ihn unter den Armen verteilt!"

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