27.04.2009

4. Sonntag der Osterzeit B - 03.5.2009

(Fortsetzung)


Jesus bestätigt uns: Ja, ihr habt es in eurer Hand, ihr habt die freie Wahl, wer für euch Hirte sein soll. Darum schaut sie euch genau an, eure Führer, eure Leitfiguren, eure Ratgeber.

Seid auf der Hut vor denjenigen, denen es erst in zweiter Linie um euch und eure Zukunft geht, sondern hauptsächlich um ihr eigenes Wohlergehen.

Damit es auch wirklich jeder kapiert, sagt Jesus es gleich zweimal im Text: Ich bin der gute Hirt.“ – Direkt im Anschluss an diese Klarstellung liefert er eine nähere Begründung dafür: „Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“

Das heißt doch: Es gibt nur einen einzigen wirklich guten Hirten. Jesus sagt schließlich nicht: „Ich bin ein guter Hirt“, sondern er sagt es ganz exakt und unmissverständlich: „Ich bin der gute Hirt.“

Das ist nicht nur eine klare Distanzierung von all denen, die als Hirte versagt haben, sondern die Feststellung: es kann sowieso nur einen guten Hirten geben, und das ist Jesus selbst.

Dies wird noch besser verständlich, wenn man den Begriff „guter Hirt“ noch wörtlicher aus dem Originaltext übersetzt. Das Wort „kalos“ bedeutet nämlich so viel wie edel, schön, wahr. Jesus ist demnach also der wahre Hirt, edel und schön – ein wirklich leuchtendes Vorbild.


In seiner Verantwortung für die ihm Anvertrauten geht Jesus sogar so weit, sein Leben für sie zu opfern. Wenn nur er allein der gute Hirte ist, ergibt sich daraus aber noch mehr: Es sind demnach auch seine eigenen Schafe, sie gehören ihm. Er und diese Schafe – sie gehören zusammen. Alle diese Schafe stehen unter seiner Verantwortung, unter seinem Schutz.

Er hat diese Verantwortung als Auftrag seines himmlischen Vaters empfangen. Nun steht er mit seinem Herzblut ganz und gar für seine Herde ein. Er lässt keines seiner Schafe einfach im Regen stehen. Wer bei ihm ist, wird zwar auch Gefahren erleben, aber er wird sie unter der Führung Jesu meistern.


Dies wird auch deutlich an seiner Erklärung: „…ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich..“ - Was aber bedeutet das genau?

Was will Jesus mit dem Wort „kennen“ sagen?

Schon in unserer deutschen Sprache ist das Wort „kennen“ sehr vielschichtig. Sie kennen sicher die Bundeskanzlerin. Das heißt vielleicht aber nur, dass Sie wissen, wie sie heißt und wie sie aussieht.

Sie kennen sicher auch ihren Nachbarn oder Arbeits-

kollegen. Bei diesem Kennen geht es schon um deutlich mehr. Man weiß so einiges aus deren Leben, aus deren Gewohnheiten und Einstellungen. Wenn man jemanden „kennengelernt“ hat, kann das jedoch eine Enttäuschung werden, denn der hat sich vielleicht bei einem ersten Treffen nur von seiner Schoko-

ladenseite gezeigt. Ganz anders ist es, wenn man seine Mutter kennt oder seinen Ehepartner. Für die große Nähe einer solchen Beziehung reicht der Begriff „kennen“ kaum aus.


Die Bibel spricht auch an verschiedenen Stellen von „kennen“. Damit ist ebenfalls immer ein ganz intensives Kennen gemeint, eine Beziehung, ein vertrauter Umgang miteinander, eine wirkliche Gemeinschaft. Wenn Jesus also seine Schafe kennt, ist das alles andere als oberflächlich. Jesus weiß nicht nur, wer zu ihm gehört, sondern er kennt ihn oder sie auch genau. Schon ein normaler Schafhirte kann alle Tiere seiner Herde voneinander unterscheiden, obwohl sie für uns Laien alle gleich aussehen.

Jesus aber kennt die Seinen wirklich. Er weiß nicht nur ihren Namen und ihre Eigenheiten. Er kennt sie durch und durch, auch ihre Schattenseiten und Macken. Doch auch seine Herde kennt ihn so gut, dass man sie nicht täuschen kann: die Schafe wissen sehr genau, wer ihr Hirte ist, der es gut mit ihnen meint.


Trotzdem mag das Bild mit der Schafherde nicht jedem auf Anhieb gefallen. Gerade heutzutage wollen wir eigenständige Persönlichkeiten sein, keine Massen, die jemandem hinterherlaufen. Da kommt der

Gedanke, ein Schaf in der Herde Jesu zu sein, erst einmal nicht so besonders gut an. Doch je länger ich darüber nachdenke, desto erfreuter bin ich über diesen Vergleich Jesu. Ja, ich bin wie Sie auch ein Schaf, und das ist keineswegs eine Beleidigung! Ich bin ein Schaf in der großen Herde Jesu, und ich bin sehr, sehr glücklich darüber!


Ich habe gelernt, dass dieser wirklich gute Hirte auf meinen und unseren Weg achtet. Ich bin ganz und gar nicht allein. Wir alle sind mit ihm auf dem Weg. Noch weitere Schafe werden dazukommen, denn Jesus sagt: „Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.“

Für uns ist der richtige Stallgeruch wichtig: Wir unterscheiden, wer zu uns gehört und wer nicht. Anderen gegenüber sind wir eher skeptisch oder gar ablehnend. Das durchzieht alle menschlichen Lebensbereiche einschließlich der Religion.

Jesus jedoch prophezeit uns: Es wird so kommen, dass auch die anderen Schafe, die ihr nicht kennt, auf meine Stimme hören werden. Aus allen Herden wird nur eine einzige Herde werden unter meiner Führung.


Wirklich, was für ein Glück, ein Schaf zu sein! In der Gemeinschaft der Herde Jesu folgen alle einem Ruf, nämlich seinem Ruf. Der gute Hirte weiß, wo es lang geht. Er ist immer für sie da, ganz egal, was passiert. Ganz zuverlässig führt er die Seinen zum Ziel. In dieser Gemeinschaft hat jedes Schaf seine Eigenart, und nicht alle kommen im gleichen Tempo voran. Manche brauchen mehr Zeit, manche sind schon mal zu stürmisch. Doch alle haben nur diesen einen Hirten, und eine Konkurrenz untereinander ist völlig unsinnig. Der Hirte sorgt schon für das richtige Tempo und für alles, was seine Schafe brauchen.


Was für ein Glück, ein Schaf Jesu zu sein! Freilich: Damit man den Hirten nicht aus den Augen verliert und in irgend-

welche Ab-

gründe stürzt, muss man schon selber mit aufpassen. Also immer Augen und Ohren auf!


Kostenlose Seh- und Hörtests gibt’s übrigens auch. Das kann man in aller Ruhe ausprobieren, und das sollte man auch möglichst oft. Dieses Testprogramm gibt’s als Buch, als Computerprogramm und vieles mehr. - Wie es heißt? Das ist ganz leicht zu merken: DIE BIBEL !




Tipps zum Marienmonat Mai: siehe unten!


Eine Zeitlang möchte ich hier als ersten Linktipp Internetseiten von Pfarreien vorstellen, die mir positiv aufgefallen sind, z.B. durch Predigten, durch Pfarrbriefe, durch gelungene Gestaltung usw. - Gerne sind weitere Vorschläge Ihrerseits willkommen!


Meine Heimatpfarrei Selters findet sich auch hier

>> BITTE KLICKEN !


Ev. Brüderverein: Kurzinfo über Schafhirten (pdf)

>> BITTE KLICKEN !


Gottesdienstentwurf: Weltgebetstag für

geistl. Berufe >> BITTE KLICKEN !


Predigtvorschläge der Karl-Leisner-Jugend

>> BITTE KLICKEN !


Bildpredigt über den gedungenen Hirten

>> BITTE KLICKEN !


„MEIN PREDIGTGARTEN“ – Gedanken 4. Oster-

sonntag C 2008 >> BITTE KLICKEN !


Puppen, Bücher usw. zum Thema „Hirte“

(Oncken-Verlag) >> BITTE KLICKEN !


Marienlob im Monat Mai

(mit Linktipps) >> BITTE KLICKEN !


29.-31.Mai: Bibel-Seminar mit Prof.Dr.

Klaus Berger (pdf)>> BITTE KLICKEN !


Per Telefon zur gewünschten Uhrzeit kurze Text-Infos

kostenlos an deutsche Festnetznummern, z.B.

Nachricht an Freunde >> BITTE KLICKEN !




Gut aufgepasst: Der Bischof höchstpersönlich hatte sich ausnahmsweise zur Prüfung eines jungen Reli-

gionslehrers in einem Bergdorf angekündigt. Der Prüfungskandidat belehrte darum seine Schüler: „Kinder, glaubt bitte nicht, weil wir zu unserem Herrgott „du" sagen, dürft ihr auch unseren hoch-

würdigsten Herrn Bischof so anreden; zu dem sagt man immer „Euer Bischöfliche Gnaden!"

Während der Religionsprüfung fragte der Oberhirt ein braves Mädchen: „Kannst du mir sagen, wie das sechste Gebot lautet?"

Das Mädchen dachte an die eindringliche Belehrung des Lehrers und antwortete pflichtbewusst: „Euer Bischöfliche Gnaden sollen nicht Unkeuschheit treiben."


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20.04.2009

3. Sonntag der Osterzeit B - 26.4.2009 (22.4.2012)

(Fortsetzung)


Dies ist z.B. bei uns heute mit der alten Sütterlin-Schrift der Fall, die junge Leute nicht mehr lesen können. Sie sehen zwar den Text, aber sie können nichts damit anfangen. Ohne „Übersetzung“ durch Ältere, die die Sütterlin-Schrift noch kennen, sind die jungen Leute bezüglich dieser Schrift nicht besser dran als Blinde, die gar nichts sehen.
Jesus sieht die bestürzten Gesichter und greift un-
verzüglich ein, indem er auf seine Wunden hinweist und gleich die Schlussfolgerung daraus mitliefert:
„Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.“
Es berührt uns schon etwas seltsam, dass sie jetzt immer noch nicht so recht begreifen. Doch fairer-
weise sollten wir uns daran erinnern, dass sie aus ihrer jüdischen Vorgeschichte heraus hier erst einmal eine Art „Denk-Blockade“ überwinden müssen.

Wenn wir heute einem Nichtchristen die Auferstehung nahebringen wollen, erleben auch wir, wie schwierig das ist. Erst einmal wird er sich heftig sträuben, diesen schwer verdaulichen Brocken zu schlucken, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat.
Von den Jüngern heißt es weiter im Evangelium:
Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen.“
Uns mag die Aussage irritieren, dass sie „vor Freude“ nicht glauben konnten. Es ist doch eigentlich nichts dagegen einzuwenden, dass die Jünger nun wie befreit reagierten und in Feierlaune waren. Wir können uns gut vorstellen, wie glücklich sie jetzt waren.
Gerade hier wird aber deutlich, was „glauben“ heißt. Es ist eben weit mehr als Freude, als Jubel und Gefühle der Ergriffenheit. All dies ist nicht schlecht, aber wirklicher Glaube im Sinne Jesu hat nicht die Freude als Fundament, sondern das Wort Gottes. Gefühle der Freude, vielleicht sogar Momente von Ekstase, kommen und gehen. Das Wort Gottes aber bleibt.
Jesus greift jetzt bei seinen Schülern
zum päda-
gogischen Mittel der Anschauung.
Vor ihren Augen isst er ein Stück Fisch, was ein Geist nicht kann. Geister essen und trinken bekanntlich nicht.
Wie ein Lehrer vertieft Jesus nun das soeben Gelernte. Er stellt einen Bezug her zu etwas, was die Jünger schon kennen. Jesus erinnert sie daran, dass er ihnen doch bereits vor seinem Leiden und Sterben genau das alles angekündigt hat.
Wer seine Worte und die Heilige Schrift kennt, der kann doch 1 + 1 zusammenzählen. Es war alles vorhergesagt, und es musste alles in Erfüllung gehen. Gottes Wort ist nämlich verbindlich, im Gegensatz zu manchen Formulierungen von Menschen, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben stehen.
Im Evangelium heißt es: „Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.“
Die Augen öffnen – das heißt: die Augen waren vorher eben nicht offen, zumindest nicht offen genug. Erst durch die Hilfe Jesu wurden sie wirklich zu Menschen mit offenen Augen, zu Sehenden. Im Originaltext steht hier nicht einfach nur „öffnen“, sondern sicher nicht ohne guten Grund die seltene Wortform „dianoigo“ statt „anoigo“.
Ganz streng übersetzt würde das bedeuten: Jesus eröffnete ihnen die Augen. Bei Eröffnung denken wir z.B. an einen Laden, ein Geschäft, eine Gaststätte usw. – Wenn der Besitzer gewechselt hat oder gründlich renoviert wurde, dann wird anschließend neu eröffnet. Oft wird dafür sogar geworben: „Achtung – Neueröffnung!“
Eröffnung, das ist etwas Neues. Öffnen, das geschieht jeden Tag, immer wieder. Aber eröffnen, das geschieht nur, wenn etwas Neues geöffnet wird.
Wir feiern heute den 3. Sonntag der Osterzeit. Ostern – das ist nicht nur ein einmaliges Ereignis, das mit der Auferstehung Jesu abgehakt ist. Das heutige Evangelium erinnert daran, dass Ostern weitergeht, dass Ostern auch ein fortlaufender Prozess ist. Mit Ostern hat sich die Welt grundlegend geändert, denn der Tod hat seinen Stachel verloren.
Ostern – das ist wie ein Loch, wie ein Durchbruch durch eine dicke Wand, die wir Menschen im Gefängnis der Sünde und des Todes nach dem Bauplan des Bösen errichtet hatten.
Der Durchbruch des göttlichen Erbarmens, den die Auferstehung Jesu bewerkstelligt hat, wird nicht wieder zugemauert. Dieser Durchbruch bleibt, und Ostern geht weiter.

Wenn Jesus vielen Jüngern nach Ostern an verschie-
denen Orten erschienen ist, dann geschah das nicht einfach nur so. Jesus begegnete ihnen und belehrte sie, damit sie seine Neu-Eröffnung auch deutlich sehen können. Doch nicht nur das, denn sie selbst sollen an andere weitergeben, was sie selbst erfahren durften. Im heutigen Evangelium heißt es dazu nur knapp: „Ihr seid Zeugen dafür.“ - Das Wichtigste hat sich Jesus hier bis zum Schluss aufgehoben: Ihr seid Zeugen dafür!
Wenn jemand Zeuge ist, wenn er oder sie etwas gesehen hat, was andere nicht gesehen haben, dann hat derjenige oder diejenige eine wichtige Aufgabe. Wir kennen das z.B. durch Zeugenaussagen vor Gericht, die zur Klärung einer Angelegenheit beitragen, etwa Aussagen zu einem Unfallgeschehen. Ein Zeuge muss auch bereit sein, mit seinem Namen zu seinen wichtigen Angaben zu stehen, denn es geht um die Wahrheitsfindung und um die Gerechtigkeit.
Ihr seid Zeugen dafür! - Dieser Aufruf Jesu ging nicht nur damals an die Jünger, sondern er geht seit Ostern immer wieder an jeden, der ihm nachfolgen will. Lege Zeugnis ab für das, was du im Glauben erfahren hast. Denn Jesu Ziel ist es, dass alle Völker zu ihm umkehren, damit bei allen endlich Ostern werden kann.
In unseren Eucharistiefeiern betet die ganze Ge-
meinde als Zuruf beim Hochgebet: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“
Verkünden und preisen – diese Aufgaben, die wir für die Heilige Messe selbst so klar formuliert haben, erwartet der österliche Jesus von denen, die seine Jünger sein wollen. Dann erfahren alle von der Neu-Eröffnung!



- Hier gibt’s die Ausmalbilder zum Sonntagsevangelium >> BITTE KLICKEN !
- Predigt Pfr. Sendker: „Ihr seid Zeugen dafür!“
>> BITTE KLICKEN !
- „…und deine Auferstehung preisen wir“ (liturg. Hinweis)  >> BITTE KLICKEN !
- Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
 >> BITTE KLICKEN !
- Liturgische Bausteine der Steyler Missionare
>> BITTE KLICKEN !
- Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf) 
>> BITTE KLICKEN !
- Predigten und Fürbitten der Karl-Leisner-Jugend
>> BITTE KLICKEN !
- Gänseblümchen-Predigt und Fürbitten (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
- Predigt und Fürbitten Pfr. Bruno Layr 
>> BITTE KLICKEN !
- Predigt Ruedi Heinzer: „Zweifel im Keller meiner Seele“   >> BITTE KLICKEN !
-VIRC Wien: Lesungstexte und kurze Einführung (pdf)
>> BITTE KLICKEN ! 
- „Botschaft für die Woche“ >> BITTE KLICKEN !


„Das Geschenk des Rabbi“ heißt eine nachdenk-
liche Geschichte über eine Klosterge-
meinschaft, der im Laufe der Jahre immer mehr die Begeisterung abhanden gekommen war.
Nur noch eine Handvoll alter Mönche schleppte sich mühsam durch die Gänge…

Hier nachlesbar (pdf) >> RECHTSKLICK !

Heute ist Pilotenprüfung für Hubschrauber. Der Prüfer will den ersten Prüfling etwas aus der Reserve locken und fragt: „Wozu hat ein Hubschrauber eigentlich diese Rotorblätter?“
Die Antwort irritiert ihn doch etwas: „Damit der Pilot nicht so schwitzt!“
Etwas angesäuert reagiert der Prüfer: „Lassen Sie solchen Unsinn!“
Der Kandidat jedoch beharrt auf seiner Antwort: „Nein, nein, das ist schon richtig so! Neulich habe ich beim Training mal einen gesehen, bei dem die Rotorblätter ausgefallen sind. Was glauben Sie wohl, wie da der Pilot geschwitzt hat…!“:

Prüfungsangst:  Der Religionslehrer vor der mündlichen Abfrage zu einem Schüler: „Marc, du siehst ja heute richtig blass aus. Hast du Angst vor meinen Fragen?“ -- „Nein, aber vor meinen Antworten!“ 

Spezial-Garderobe:  In der neu renovierten Sakristei wurden auf Wunsch des Pfarrers auch einige zusätzliche Kleiderhaken angebracht. Über dem Haken unmittelbar in Türnähe ließ der Pfarrer auch noch ein Schild anbringen: „Nur für Priester!“ 
Am nächsten Sonntag stand nach der Messe darunter auf einem Zettel: „Man kann da aber auch Mäntel aufhängen.“

Die heutigen Predigtgedanken können Sie auch selbst herunterladen (der Link funktioniert bis mindestens 1.6.2012):
- als pdf-Datei >> BITTE KLICKEN !
- als WORD-Datei >> BITTE KLICKEN !
- als Kurzfassung (pdf) >> BITTE KLICKEN !


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13.04.2009

2. Sonntag der Osterzeit (ABC) - 19.04.2009

(Fortsetzung)

So einer ist Thomas aber nicht.

Da können hundert Freun-

de sagen, dass die Erde eine Kugel ist – glauben muss ich das trotzdem nicht! - Thomas will nicht einfach so tun als ob. Er kann es nicht glauben, und das sagt er auch. Egal, wenn die anderen deswegen jetzt über ihn herfallen – es ist einfach so: das kann er nicht fassen, das kommt ihm doch sehr unwahr-

scheinlich vor. Klar, er würde es gerne glauben. Schön, wenn es so wäre! Aber Thomas bringt einfach kein Halleluja heraus; es bleibt ihm einfach im Halse stecken.


Vielleicht ergeht es Ihnen, liebe Mitchristen, manchmal auch so, dass Sie denken: Der Thomas ist mir sympathisch. Der jubelt nicht einfach mal so los, bloß weil die anderen jubeln. Ihm ist nicht zum Jubeln, und er steht dazu. Der Thomas lässt sich nichts aufschwatzen, selbst dann nicht, wenn er sich damit unbeliebt macht. Thomas ist ein Mann mit Charakter.


Und Thomas passt ganz gut zu uns modernen Menschen. Was wird uns heutzutage nicht alles an Geschichten und Bildern aufgetischt! Oft genug hat sich schon rausgestellt, dass Nachrichten und Behauptungen absichtlich manipuliert worden sind.

Da wird etwas weggelassen, dort wird etwas hinzu erfunden, hier wird ein Bild geschickt retuschiert oder eine andere Meinung einfach unterschlagen. Wir haben unsere Lektion gelernt: Sei vorsichtig, trau keinem so schnell über den Weg! - Nein, wir sind gebrannte Kinder. Wir lassen uns so leicht kein X mehr für ein U vormachen. Mit uns nicht!


Und dann kommt Vieles auch noch auf den Blickwinkel an. Auch unser Gehirn lässt sich austrick-

sen. Wir kennen das von vielen optischen Täuschungen und Spielereien. Der eine sieht es so, der andere eben anders.

Da ist dieser Apostel Thomas jemand, den wir nur allzu gut verstehen. Er kann einfach nicht aus zweiter Hand glauben.

Das Bemerkenswerte an dieser Situation ist aber: Thomas darf seinen Zweifel frei heraus äußern, wie das Evangelium es uns verrät: „Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“


Nein, sie fallen eben nicht über ihn her. Thomas wird nicht ausgebuht oder als Nörgler hingestellt, der die schöne Stimmung kaputt macht oder mit seiner Außenseiter-Meinung die Gemeinschaft gefährdet.

Die anderen Jünger kritisieren ihn überhaupt nicht wegen seiner Glaubenszweifel. Vielmehr hören sie ihm zu, spielen nicht die beleidigte Leberwurst. Eigentlich hätten sie Grund genug dazu, denn sein ausdrücklicher Zweifel an ihren Schilderungen unterstellt indirekt, dass ihre Worte keinen Glauben verdienen.

Alle damals Anwesenden spüren, wie ernst es ihm ist, welche Not hinter seinem Zweifel steckt. Thomas wird erst einmal so akzeptiert, wie er ist.


Die Gemeinschaft der Jünger ist da ein gutes Beispiel für christliche Gemeinden heute. Nicht jeder hat Jesus so nah erfahren, dass er oder sie ganz selbst-verständlich begeistert ist. Es gibt auch die Krise, es gibt auch den Zweifel, und in der Gemeinschaft der Nachfolger Jesu darf man das auch zugeben. Ein kluger Mann hat einmal gesagt: Im Glauben bleibt man sein Leben lang Anfänger!

Für unsere Pfarrgemeinden kann das heißen: Hier ist Platz und Verständnis auch für diejenigen, die sich sichtlich schwertun und mit manchem in der Kirche nicht oder noch nicht einverstanden sind.


Das Signal des Thomas und anderer Zweifler heißt ja nicht: Ich will nicht glauben. Es heißt vielmehr: Ich möchte glauben, aber ich brauche dazu noch Jesu Hilfe. Thomas will sagen: Ich möchte den Herrn im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Ich muss handgreiflich werden, damit ich glauben kann. Tut mir leid, aber anders geht’s nicht!


Um das, was dann passiert, werden viele diesen Thomas sicher beneiden. Er bekommt tatsächlich eine besondere Hilfe von Jesus.

Diese Extrawurst besteht darin, dass Jesus nach acht Tagen noch einmal bei den Jüngern erscheint, die gerade wieder versammelt sind. Diesmal ist im Bibeltext keine Rede mehr von Furcht der Jünger vor den Juden; sie haben also durch die vorige Erscheinung neuen Mut gefasst.


Wir sehen auch bei diesem Erscheinen Jesu den gleichen Anfang mit dem herzlichen Friedensgruß wie vorher. Doch dann wendet er sich speziell dem Apostel Thomas zu.

Er nimmt den Zweifler so an, wie er ist. Er holt ihn dort ab, wo er gerade in seinem Glauben steht und zeigt sich ganz verständnisvoll und geduldig: Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!“


Auf vielen alten Gemälden ist zu sehen, wie Thomas mit seinen Fingern regelrecht in der Seitenwunde Jesu herumbohrt. So drastisch hat man sich die Inspektion Jesu durch den „ungläubigen“ Thomas vorgestellt, nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Und? Hat er denn nun seine Finger in die Wunde gelegt oder nicht? Ist Thomas wirklich bei Jesus handgreiflich geworden?


Wer den Bibeltext genau betrachtet, der stellt fest, dass der Clou an dieser Stelle gerade der ist, dass Thomas eben nicht auf der handfesten Prüfung besteht. Von dem, was er vorher ausdrücklich als Bedingung für seinen Glauben an die Auferstehung genannt hatte, ist nicht viel übrig geblieben. Thomas will auf einmal gar nicht mehr seine Finger in die Wunden legen. Er reagiert auf die ausdrückliche Aufforderung Jesu, dies jetzt zu tun, nicht mit Taten, sondern nur mit Worten. Aber diese Worte des Thomas haben es in sich!


Thomas antwortet Jesus nämlich mit einem großartigen Bekenntnis: „Mein Herr und mein Gott!“

Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet Thomas, der vorher einen so heftigen Auftritt hatte, ist auf einmal wie vom Blitz getroffen. Er ist einfach überwältigt von der Erscheinung Jesu!

Ausgerechnet Thomas, der Zweifler, wird hier zum Vorbild. Nicht nur, dass er den auferstandenen Jesus als seinen Herrn erkennt und anspricht. Nein, ausdrücklich sagt er: „Mein Herr und mein Gott!“


Thomas sind bei der persönlichen Begegnung mit Jesus die Augen aufgegangen. Der Auferstandene ist wirklich Gottes Sohn, ist wirklich Gott!

Thomas ist jetzt mit seinem Glaubensbekenntnis ebenso schnell und ebenso eindeutig wie ehedem mit seinem Zweifel. Er stellt nun keine Bedingungen mehr, sondern er glaubt, und zwar bedingungslos. Was für eine tiefe, herrliche Verwandlung!


Wenn wir an herzergreifende Filme im Kino oder im Fernsehen denken, wäre genau dies doch eigentlich die geeignete Stelle für das happy-end!

Sicher sind in diesem Augenblick damals auch ein paar Freudentränen geflossen, und das käme für die Zuschauer auch gut rüber.

Der Evangelist Johannes will jedoch keine gefühlvolle Story bieten, nach dem Motto „Jesus – hautnah“ . Im Bibeltext kommt das eigentliche aha-Erlebnis für uns als Leser und Hörer erst im Anschluss daran: Jesus antwortet Thomas schließlich noch, denn dort steht: „Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

Jesus sorgt sich also um den Glauben des Thomas, aber eben nicht nur um dessen Glauben. Er hat auch uns alle im Blick. Thomas hat geglaubt, weil er Jesus unmittelbar mit eigenen Augen sehen durfte. Diese Gelegenheit, dieses Glück hat nicht jeder.


„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“. Diese Aussage ist dem Auferstandenen sehr wichtig. Wir haben also nicht Pech gehabt, wenn wir nicht damals gelebt haben und dabei waren. Der Gedanke geistert schon seit den ersten christlichen Gemeinden in den Köpfen herum: „Ach, hätte auch ich Jesus leibhaftig gesehen, dann könnte ich viel leichter glauben!“


Das sieht Jesus offenbar anders. Handfeste Beweise – das ist schön und gut. Der Glaube ist jedoch etwas anderes als die Aktenberge für eine Gerichts-verhandlung. Wenn du nach Beweisen fragst, benimmst du dich wie einer, der von seinem Ehe-

partner verlangt, er solle gefälligst seine Liebe zu dir beweisen. Ist das eine gute Basis für eine glückliche Ehe? Wird dir das wirklich weiterhelfen? Was kommt danach als Nächstes?


Die Kernfrage beim Glauben ist daher die Frage nach dem Vertrauen. Vertraue ich Jesus? Vertraue ich mich ihm grundsätzlich an? Oder lasse ich den Zweifel übermächtig werden, so wie das Unkraut in kurzer Zeit einen ganzen Garten ruinieren kann?

Jesus hat Recht. Diejenigen, die sich vertrauensvoll auf ihn einlassen, die sind im Grunde viel besser dran als diejenigen, die nach Beweisen verlangen. Wer Beweise will, der braucht morgen oder in der nächsten Krise wieder neue Beweise, und bald danach wieder neue Beweise und so weiter. So jemand wird abhängig von seiner jeweiligen religiösen Wetterlage.


Wirklich froh, ja selig sind die, welche „JA“ gesagt haben und bei ihrem „JA“-Wort des Glaubens bleiben. In der Krise wissen diese Christen genau: Es ist wie mit der Sonne – sie scheint auch, wenn ich sie gerade nicht sehen kann! Jesus ist bei uns, auch wenn ich ihn nicht mit meinen Händen begreifen kann.

Solche Menschen sind die wahren Glückspilze, sagt Jesus. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ganz viel Glück!



Eine Zeitlang möchte ich hier als ersten Linktipp Internetseiten von Pfarreien vorstellen, die mir positiv aufgefallen sind, z.B. durch Predigten, durch Pfarrbriefe, durch gelungene Gestaltung usw.

Gerne sind weitere Vorschläge Ihrerseits willkommen!


Gut gemacht und mit sehr umfangreichem Predigtarchiv: Homepage St. Michael Stuttgart-Sillenbuch >> RECHTSKLICK !


Predigt: „Gott schafft Neues, indem er den Zweifel überwindet“ (pdf) >> RECHTSKLICK !


Predigt: „Der Auferstandene hat seine Wunden behalten“ >> RECHTSKLICK !


Papst Benedikt über den „ungläubigen“ Thomas

>> RECHTSKLICK !


Kath. Glaubensinformation: Elternheft zur Erstkommunion (pdf) >> RECHTSKLICK !


Erstkommunion: Ratgeber, katechetische Mappen usw. >> RECHTSKLICK !

und hier >> RECHTSKLICK !


Kath. Bibelwerk: Sonntagsevangelium – Lesehinweis >> RECHTSKLICK !


WiBiLex – Bibel-Lexikon im Internet

>> RECHTSKLICK !


Datenbank: Burgen und Schlösser in Deutschland

>> RECHTSKLICK !



Heiliger Beistand für die kostbaren Daten?

Jedenfalls wird auf der verlinkten Seite ein

„Maria USB Stick 1 GB“ angeboten.

Wenn der Speicherstift mit dem Computer verbunden ist, beginnt das rote Herz Mariens zu schlagen – erst langsam, dann beim Speichern von Daten schneller.

Der Stift wurde vom Designer Luis Eslava entworfen und schon auf mehreren internationalen Design-Ausstellungen präsentiert. – Näheres hier:

>> RECHTSKLICK !



Lecker: Aufregung bei Familie Schmitz: Die 17-jährige Tochter bringt ihren neuen Verehrer am Sonntag zum Abendessen mit. Der Freund ist vom üppigen Essen begeistert und macht der Hausfrau ein Kompliment: „Also, so gut wie bei Ihnen habe ich schon lange nicht mehr gegessen!“ - Alles strahlt, bis man den kleinen Bruder deutlich hört: „…und wir auch nicht!“


Statistisch korrekt: Wenn ein Jäger bei der Jagd einmal am Hasen links vorbeischießt und einmal rechts vorbeischießt, dann ist der Hase durchschnittlich gesehen tot.


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06.04.2009

Ostern (Ostersonntag) B - 12.04.2009

(Fortsetzung)

Petrus geht als Erster in die Grabhöhle hinein.

Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte;

es lag aber nicht bei den Leinen-

binden, sondern zusammenge-

bunden daneben an einer besonderen Stelle“, schildert das Evangelium seine Beobachtung. Auch hier ist jedes Wort wichtig. Die Leinenbinden und das Schweiß-

tuch sind nicht nur im Grab vorhanden, sondern auch noch an verschiedenen Stellen ordentlich zusammen-

gefaltet abgelegt. Was hat das zu bedeuten?

Grabräuber als Täter dürften somit ausscheiden. Wer einen Toten stehlen will, wickelt ihn nicht im Halb-

dunkel der Grabeshöhle aus den Tüchern aus, um ihn dann nackt abzutransportieren. Und jemand, der es eilig hat, wird auch auf keinen Fall die Tücher nach bester Hausfrauenmanier säuberlich zusammen-

gefaltet ablegen. Wer Angst vor Entdeckung hat, wird sich so schnell wie möglich mit seiner Beute aus dem Staube machen. Und damals wusste jeder, dass das Grab im Blickfeld römischer Soldaten war.

Der Begleiter des Petrus ist nicht nur der Schnellere beim Laufen, sondern auch beim Nachdenken. Das Evangelium schreibt über ihn: „…er sah und glaubte.“ - Von Petrus zu diesem Zeitpunkt jedoch noch kein Wort. Er ist noch nicht so weit. Das ist wie im wirklichen Leben: Die Autoritäten und Amtspersonen brauchen halt manchmal etwas länger…!


Jedenfalls sind die beiden Männer unschlüssig, welche Konsequenzen sie für sich aus dem Gesehenen zu ziehen haben. Sie ent-

scheiden sich für die auch heute vielfach bewährte Methode: einfach erst mal abwarten! So gehen sie erst einmal nach Hause, denn hier am Tatort tut sich offenbar momentan ohnehin nichts.

Maria Magdalena jedoch geht nicht einfach wieder zur Tagesordnung über. Sie bleibt draußen vor dem Grab und weint. Unmöglich, jetzt einfach nach Hause zu gehen! Zu groß ist ihr Schmerz über den Verlust! Ihre Welt ist hier zusammengebrochen, alle Hoffnungen sind dahin. - Da kann man doch nicht einfach weitermachen, als wenn nichts gewesen wäre! Sicher ist sie über das Verhalten der Männer enttäuscht, für die das Denken offenbar wichtiger ist als das Gefühl.


Maria Magdalena betritt das Grab nicht, die Stätte des Todes. Zu aufgewühlt sind ihre Gefühle. Sie bleibt draußen, aber nach einiger Zeit wirft sie doch einen vorsichtigen Blick hinein. Da sieht sie, was die beiden Männer entweder übersehen haben oder aber nicht sehen konnten, weil ihre Blicke und ihre Gedanken auf die Tücher konzentriert waren. Die Frau hat einen anderen Blick; das erinnert an das Kinderspiel

„Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist…“ - Diese Frau sieht das Wesentliche, sie sieht mit Augen und mit dem Herzen.

Zwei Engel kann sie erkennen, und die beiden sprechen Maria Magdalena sogar an: „Frau, warum weinst du?“ - Offenbar wollen die himmlischen Boten erreichen, dass die Frau ihre Trauer, ihren Schmerz noch einmal ganz klar ausdrückt, dass sie also Farbe bekennt, wie es um sie steht.


Maria Magdalena scheut sich nicht, ihre Hilflosigkeit zuzugeben. „Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.“ - Inzwischen hält sie es also auch für denkbar, dass der Leichnam aus welchen Gründen auch immer in eine andere Grabstätte verlegt worden ist. Unvermittelt, als wenn die Engel dafür gesorgt hätten, dreht sie sich jetzt um, macht eine entscheidende Wende und sieht in der Nähe eine Gestalt stehen, die sie aber nicht erkennt.

Diese Gestalt stellt ihr die gleiche Frage wie die beiden Himmelsboten, was ihr offenbar nicht bewusst ist: „Frau, warum weinst du?“ Ergänzend fragt der unerkannte Jesus noch: „Wen suchst du?“

Wenn Jesus eine Frage stellt, deren Antwort er längst weiß, dann geht es ihm wie den Engeln darum, beim Menschen eine klare Aussage, ein klares Bekenntnis zu erreichen.

Dass Maria Magdalena ihren Herrn jetzt nicht erkennt, mag uns erst einmal verblüffen. Sie hält ihn sogar für einen der Gärtner, die die gepflegte Friedhofsanlage in Ordnung halten. Das gab es also damals schon!


Für uns ist dieser Hinweis auf das Nichterkennen des auferstandenen Herrn sehr interessant. Er zeigt uns, dass Jesus in diesem Stadium zwischen Auferstehung und Himmelfahrt in seiner wahrnehmbaren Gestalt nicht einfach 1 : 1 und Zentimeter für Zentimeter für die Menschen so aussieht wie vor seinem Leiden und Sterben. Der Auferweckte ist als der verklärte Herr schon ein Stück weit auf dem Wege zu seinem himmlischen Vater.


Maria Magdalena nimmt all ihren Mut zusammen.

Sie verrät dem Fremden zwar nicht, warum sie weint, aber aus ihrer Gegenfrage wird dies sofort klar. Sie spricht den vermeintlichen Gärtner an, er möge ihr doch bitte verraten, wohin man den Leichnam gebracht habe. Sie will ihn holen und dann sicher einbalsamieren und in allen Ehren beisetzen.

Der vermutete Gärtner jedoch beantwortet ihre Frage nur mit einem einzigen Wort. Und dieses eine Wort lässt die Trauernde zusammenzucken. Jesus spricht sie ganz ruhig mit ihrem eigenen Namen an: „Maria!“

Sie erkennt sofort den Klang der Stimme, die herzliche Art, wie sie angesprochen wird. Das ist jetzt wie ein Blitzeinschlag, wie etwas, was ihr die Beine wegzieht! Wir sagen manchmal, einer steht da wie vom Donner gerührt. So ähnlich ist das hier: Kein Zweifel ist möglich – das ist er, das ist eindeutig Jesus, ihr Herr!


Maria ist aber auch in dieser Situation nicht auf den Mund gefallen. Schnell hat sie sich wieder gefangen, dreht sich ganz zu ihm um und spricht ihn ehrerbietig an: „Rabbuni!, das heißt: Meister.“ - In diesem knappen Wort ist alles enthalten: ihr Glaube an den auferstandenen Herrn, ihr übergroßes Glück, ihn wieder vor sich zu haben und auch ihre Hoffnung, dass die Sache Jesu nun so weitergeht wie vor seinem Tod. Ihr größtes Glück wäre, wieder bei ihrem Herrn sein zu dürfen, ihm zu dienen, damit er den Kopf frei hat für seine Aufgaben.


Ihre himmelhoch jauchzende Freude erhält aber einen schmerzlichen Dämpfer. Jesus erklärt: „Halte mich nicht fest…“

Man kann das auch so ausdrücken: Niemand darf mich jetzt für sich vereinnahmen, so lieb das auch gemeint sein mag. Ich bin auf dem Wege zum Vater im Himmel. - Auch du musst loslassen lernen!

Deine tiefe Trauer ehrt dich, aber nun musst du nach vorne blicken. Lass los, trenne dich von deinen ein Stück weit auch egoistischen Wünschen nach mir. Meine Mission ist erfüllt, ich kann dir und euch jetzt nicht so wie bisher zur Verfügung stehen. Mein Vater hat mich auferweckt, zu ihm kehre ich zurück.


Maria Magdalena hat verstanden. Ihr Herz ist sicher schwer, aber sie hat verstanden, dass sie nun nach vorne schauen muss. So schön es wäre, Jesus um sich zu haben – sie muss diesen Gedanken loslassen!

Sie muss nun in ihrem Innersten ein großes Wendemanöver durchführen, das genau so schwierig ist wie etwa das Wenden beim Segeln. Jetzt gilt ein neuer Kurs - alle Kraft und Aufmerksamkeit voraus!


Dem entspricht auch der Auftrag Jesu an sie: Sie soll zu seinen Brüdern gehen – so liebevoll bezeichnet er hier seine Jünger - und ihnen berichten: „… sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.“

Maria Magdalena, eine mutige Frau und erste Zeugin der Auferstehung, wird auch zum ersten Bekenner des Glaubens. Sie verkündet: „Ich habe den Herrn gesehen.“ - Damit ist alles gesagt: Ja, Gott hat diesen Jesus Christus, seinen Sohn, von den Toten auferweckt. Ja, ich bin Zeuge und verbürge mich dafür. Ja, ich glaube diesem Jesus und ich folge ihm, denn seine Sache geht weiter. Ja, ich weiß, dass ich diesen Jesus als meinen Herrn nicht für mich vereinnahmen kann, so sehr ich mich auch über seine persönliche Zuwendung freue. Ja, der Tod ist von Gott endgültig besiegt worden. Darauf darf ich auch für mich vertrauen. Halleluja!


Was wäre wohl geworden, wenn Maria Magdalena nicht so ausdauernd und mutig gewesen wäre? Wir wissen nicht, welchen Weg Gott dann gegangen wäre, damit die Begegnung mit dem Auferstandenen bezeugt werden konnte. Aber eines wissen wir: Diese Frauen und Männer wurden verwandelt zu Osterfrauen und Ostermännern, zu österlichen Menschen.

Ihr Bekenntnis, das bei vielen später sogar bis hin zum Tod als Märtyrer ging, hat mitgeholfen, dem Christentum und seinen Wertvorstellungen den Weg zu bahnen.


Diesen und vielen anderen österlichen Menschen haben wir viel zu verdanken. Auch unser Glaube ist nicht aus dem Nichts erwachsen. Viele haben ihren Glauben bezeugt, auf die eine oder die andere Weise, manche mit Worten, manche mit Taten, einige mit ihrem Leben.

Auch in unserem persönlichen Umfeld gab es österliche Menschen, durch deren Bekenntnis der Glaube in uns wachsen konnte. So dürfen wir heute mit vollem Herzen in den Osterjubel einstimmen: Halleluja, der Herr ist wirklich auferstanden!

Damit auch kommende Generationen in dieser Osterfreude der Christen leben können, sollten wir an Menschen wie Maria Magdalena denken und in unserer Familie, in unserem Umfeld mutig bezeugen:

Ja, der Herr lebt! Halleluja!

Dann ist bei uns und in uns wirklich Ostern geworden. Amen.


Eine Zeitlang möchte ich hier als ersten Linktipp Internetseiten von Pfarreien vorstellen, die mir positiv aufgefallen sind, z.B. durch Predigten, durch Pfarr-briefe, durch gelungene Gestaltung usw. Gerne sind weitere Vorschläge Ihrerseits willkommen!


St. Pantaleon Köln: mit aktuellen Stellungnahmen, z.B. zur Papst-Kritik >> RECHTSKLICK !


Gut aufgebaute und informative Seite St. Elisabeth, Stuttgart >> RECHTSKLICK !



Meine Gedanken zur Osternacht A – 2008 >> RECHTSKLICK !


Bistum Münster: Ostern >> RECHTSKLICK !


Aus Ostern leben – Osterpredigt Bischof Wanke (pdf) >> RECHTSKLICK !


katholisch.de: Ostern und Glaube

>> RECHTSKLICK !


Glaubenskurs „Auf dem Weg nach Emmaus“

>> RECHTSKLICK !


Wikipedia: Ostern >> RECHTSKLICK !


Werkblätter der kath. Landvolkbewegung

>> RECHTSKLICK !


Schöne Osterseite ev.-luth. Dreikönigsgemeinde Frankfurt >> RECHTSKLICK !


Meinrad Limbeck: Ist Jesus wahrhaft auferstanden? (pdf) >> RECHTSKLICK !


Video-Interview (14 min.): Wie historisch ist das leere Grab? >> RECHTSKLICK !


Ausführlicher Artikel: Die Tatsache der Auferstehung >> RECHTSKLICK !


Ostergärten (unten bei „Links“ sowie „Sinnenpark-Angebote“) >> RECHTSKLICK !


Pfarrbriefservice rund um Ostern

>> RECHTSKLICK !


Meine Kinderbuchtipps, auch Ostern

>> RECHTSKLICK !


Kindergottesdienst-Tipps für Ostern

>> RECHTSKLICK !


rp-online: Maria von Magdala, die Furchtlose

>> RECHTSKLICK !



Im Sommer erscheint eine DVD „Die Messe verstehen, um zu glauben“.

Das Besondere: 1) Die Herstellung erfolgt sehr preisgünstig (Verkaufspreis ab 1,90 Euro) durch die Privatinitiative eines Kaplans, der sich bereits durch das „Sonntags-Sticker-Album“ für Kinder einen Namen gemacht hat.

2) Die Erklärungen werden ebenso humorvoll wie informativ sein. Daher könnte man die DVD auch z.B. als Mitbringsel bei Besuchen, als Geschenk für Firmlinge usw. weitergeben. Um die voraussichtliche Anzahl der zu produzierenden DVDs in etwa abschätzen zu können, bittet der Non-profit-Hersteller um eine ganz unverbindliche Vorbestellung.

Die endgültige Bestellung erfolgt erst nach Rückfrage im Juni, nachdem man in einer E-Mail auf weitere Details und Ansichts-Ausschnitte hingewiesen worden ist. Also kein Risiko! Nähere Infos gibt’s auf dieser Homepage: >>> Bitte Rechtsklick !



Zur Zeit ist die Ahnenforschung groß im Kommen. Beim Frauenkaffee in der Pfarrei triumphiert Frau Schmitz: „Es ist uns gelungen, unseren Stammbaum bis zur Zeit Karls des Großen zurückzuverfolgen!“

Ehrfürchtiges Staunen in der Runde. Nur Frau Meier schlägt zurück: „Sie haben es wirklich gut! Wir haben das auch versucht, aber leider sind uns wichtige Unterlagen durch die Sintflut verloren gegangen…!“


Allgemeine Verkehrskontrolle. Der Polizist untersucht gründlich, und so bleibt der Erfolg auch nicht aus:

„An Ihrem Wagen ist das linke Abblendlicht nicht in Ordnung. Das kostet Sie 10 Euro. Sind Sie mit Sofort-

zahlung einverstanden?“ – Der Autofahrer: „Na klar,

in der Werkstatt hätte mich das mindestens 15 Euro gekostet!“


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