23.02.2010

2. Fastensonntag C - 28.2.2010

(Fortsetzung)

Die Probleme und Problemchen verlieren aus der Distanz betrachtet schnell an Bedeutung und wirken schon fast lächerlich. Wenn wir von jemand behaupten, „er ist über den Berg“, dann wissen wir, er hat eine zumeist gesundheitliche Krise endlich überwunden. Er hat es geschafft. Er hat wieder eine neue Perspektive für sein Leben.
Für Petrus jedenfalls ist das Erlebte so faszinierend, dass er sofort weiß: Hier sollten wir immer bleiben, immer im Lichte Gottes, gewissermaßen für immer geschützt vor allem Ärger und Stress. Und vor allem auch weit weg von diesen Ankündigungen Jesu über sein Leiden, wie er das gerade erst frisch vor dem Aufstieg bekannt-
gegeben hat. Davon will Petrus nichts wissen, und das kann man ihm gut nachfühlen. So wie es jetzt ist, so soll es bleiben, so himmlisch schön!
Ja, das ist auch unsere große Sehnsucht und nur allzu gut ver-
ständlich: Wir möchten das Glück mit dem dicksten Seil festbinden, wir möchten die schönen Augenblicke nie vergehen lassen. Da sollte die Zeit einfach stehenbleiben! Das große Glücksgefühl eines außergewöhnlichen Moments oder die Ergriffenheit bei einem ans Herz gehenden Gottesdienst – das hätten wir gerne so regelmäßig wie die Tageszeitung im frei Haus gelieferten Abonnement.

Und wenn ganz viele Menschen diesen Blick ins göttliche Licht tun dürften, dann gäbe es sicher keinen Streit, keinen Hunger auf der Welt und keinen Krieg. Gott sollte am besten für alle mal mit einer Angst einjagenden Macht-
demonstration klarstellen, dass er es ist, der auch in unserer heutigen Welt das Sagen hat. Macht ist doch die einzige Sprache, die alle verstehen! - Ach, wie wäre das schön!
Diesen tiefen Seufzer hätte man damals sicher auch bei Petrus hören können. Seine Seele ist hier im Lichte der göttlichen Liebe so leicht, alles ist einfach nur seliges Glück!
Der Fischer Petrus muss nicht lange überlegen: Da sollte man jetzt praktisch denken und Jesus unbedingt überreden, Jerusalem einfach zu vergessen. Er kann doch auch mit Predigten und Heilungen den Menschen genug Gutes tun, wozu dann noch Leid und Kreuz?

Klar, denkt Petrus vielleicht, einmal hat der Chef mich bereits zusammengestaucht, als ich ihm das vorschlug. Aber jetzt ist der Moment sicher gut. Jesus im göttlichen Glanz, in überirdischer Herrlichkeit, und im Gespräch mit Mose und Elija. Das muss doch auch für Jesus ein ganz besonders erhebender Moment sein!
Petrus ist ein temperamentvoller Mann mit schneller Zunge. Also platzt es aus ihm heraus, ganz der praktisch denkende Handwerker. Er nutzt die vermeintliche Gunst der Stunde und stellt bei Jesus einen Bauantrag: „Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.“
Petrus denkt sicher: So, endlich ist es raus! Ich musste das einfach loswerden - egal, was der Chef wieder dazu sagt. Meine Meinung ist eben: Lasst uns hierbleiben für immer – solch eine Chance auf das wahre Glück kriegen wir nie wieder!

Doch, wie es scheint, hat er schon wieder kräftig daneben gegriffen. Sein Bauantrag wird noch nicht einmal beantwortet. Der Evangelist Lukas kommentiert das nur mit dem fast schon spöttischen Hinweis: „Er wusste aber nicht, was er sagte.“
Von Jesus jedenfalls gibt’s keinerlei Kommentar. Er ignoriert den Wunsch einfach. Das sieht wohl nicht so gut aus für dich, Petrus…! Doch ehe der über diese klare Abfuhr ins Grübeln gerät, gibt es doch noch eine Antwort, wie das Evangelium berichtet: „Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“

Petrus und die anderen sind wie wachgerüttelt:
Eine Wolke wirft ihren Schatten auf das ganze Geschehen, wodurch die grelle Helligkeit sofort verschwindet. Durch die Wolke vernehmen sie klar und deutlich Gottes Wort: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“
Petrus fühlt sich wie aus einem Traum gerissen. Hier hat er ihn, den göttlichen Klartext, den er wollte. Der fällt aber anders aus, als es zu erwarten war. Keine Machtdemonstration für die böse Menschheit, keine göttlichen Drohgebärden, sondern nur eine präzise Information, wie sie knapper nicht ausfallen könnte.
Der Vater im Himmel erklärt in einem einzigen Satz das Ent-
scheidende der Nachfolge Christi: Erstens – dieser Jesus da ist mein geliebter Sohn, er ist der versprochene Messias! Zweitens: Für euch ergibt sich daraus als einzige logische Konsequenz, dass ihr auf ihn hören sollt!
Wir merken es mal wieder: Gott drückt sich gerne überraschend klar und eindeutig aus. Da gibt es überhaupt nichts misszuverstehen und herumzudeuteln. Deshalb witzelte der Humorist Mark Twain einmal: „Mir machen nicht die Stellen in der Bibel Sorgen, die ich nicht verstehe, sondern vielmehr diejenigen, die ich verstehe!“

Das heutige Evangelium lässt für Petrus und für uns alle also keinen Zweifel daran, wer Jesus ist. Allerdings lässt es auch keinen Zweifel daran, was daraus für jeden Christen die Folgerung ist: Auf ihn sollt ihr hören!
Und dieser Jesus stellt gleich klar, dass er nichts davon hält, wenn wir Anstalten machen, uns auf dem Berg des himmlischen Erlebnisses wohnlich einzurichten. Sofort nach der göttlichen Klarstellung aus der Wolke heraus beginnt Jesus mit dem Abstieg vom Berg.

Ja, so ist das mit unseren Bergen der Erkenntnis, mit unseren Sternstunden und mit unseren religiösen Höhenflügen! Jesus rüttelt uns auf und signalisiert uns unmissverständlich: Hallo, nun komm mal wieder runter! Deine Gefühle voller Seligkeit dürfen sein, um dich auf dem Weg durch den mühsamen Alltag zu stärken. Aber der Berg bleibt der Berg; er ist eben nicht dein Alltag.
Der Berg der Seligkeit macht dich glücklich und lässt dich ein Stück weit ahnen, wie wunderschön der Himmel ist. Doch jetzt bist du nicht im Himmel, und die Erde ist weiß Gott nicht der Himmel. Und auf dieser Erde wirst du jetzt noch dringend gebraucht.
Vergiss also nicht, gerade in der persönlichen Vorbereitungszeit auf Ostern: Hier auf Erden wirst du nicht deine letzte Erfüllung finden.
Du bist als Kind Gottes für den Himmel geschaffen, hier auf Erden machst du gewissermaßen nur dein Praktikum! - Deshalb, und nur deshalb, muss ich solche Bauanträge wie den des Petrus auch weiterhin bei euch ablehnen, wegen langfristiger Einsturzgefahr!

Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Sozialreferat der Diözese Linz
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Alle Predigten von E. Gottsmann zum Lesejahr C (133 S. pdf)
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Erzbistum Köln: Lesezeichen für Lektoren
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Gedanken zur Liturgie der österlichen Bußzeit… (pdf)
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Aktuelle Arbeitshilfen der Deutschen Bischofskonferenz
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Experten fürs Leben: Interessante Caritas-Seite über alte Menschen
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Trick für Word-Dokumente: Wasserzeichen erstellen
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(K)ein leerer Stuhl
Ein älterer Mann, der viele Jahre gelähmt und bettlägerig war, klagte dem Pfarrer beim Krankenbesuch, wie sehr er darunter leide, nicht richtig beten zu können. Immer werde er abgelenkt, weil er neidisch an die Gesunden denke. Der erfahrene Priester gab ihm den Rat, sich Jesus ganz konkret in seiner Nähe vorzustellen. Um dies zu erleichtern, solle er einen leeren Stuhl ans Kopfende stellen und sich beim Beten vorstellen, Jesus säße darauf. Dieses Geheimnis solle er aber am besten für sich behalten.
Einige Wochen später brachte die Tochter des Kranken dem Pfarrer die traurige Nachricht, dass ihr Vater vergangene Nacht gestorben sei. Weinend erzählte sie: „Er lag so friedlich da, ja, regelrecht glücklich. Man könnte meinen, er wollte mir damit noch etwas sagen. Und etwas war ganz eigen-
tümlich, fällt mir gerade ein: Sein Kopf lag dabei überhaupt nicht im Bett, sondern auf dem Stuhl, der neuerdings daneben steht…“

Zwei Freunde treffen sich abends in ihrer Stammkneipe. Erzählt der eine: „Du, heute habe ich das Geschäft meines Lebens gemacht.
Ich habe meinen Dackel für 30 000 Euro verkauft.“ Sagt der andere: „Das ist ja phantastisch, dann gib mal einen aus!“
Aber der Freund bedauert: „Das kann ich leider nicht. Der Käufer war etwas klamm. Er hat mir deshalb zwei Hühner zu je 15 000 Euro in Zahlung gegeben.“


Am Ende der Messe sagt der Pfarrer bei den Ankündigungen:
„Die 30.000 Euro, die wir für unsere Orgelreparatur brauchen, sind Gott sei Dank schon vorhanden. Es gibt nur ein kleines Problem:
Sie befinden sich derzeit noch auf euren Sparbüchern!"

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16.02.2010

1. Fastensonntag C - 21.2.2010

(Fortsetzung)

In der Bibel ist an einigen Stellen vom Teufel die Rede. Das wollen manche heute nicht so gerne hören. Sie versuchen, uns den Teufel auszureden, das sei doch nur symbolisch gemeint. Doch genau damit arbeiten sie dem Versucher in die Hände.
Der französische Schriftsteller Charles Baudelaire bemerkte dazu treffend:
„Die größte List des Teufels ist die, uns zu überzeugen, dass es ihn gar nicht gibt.“
Es gibt ihn aber, den Versucher, griechisch „Diabolus“, der Durch-
einanderwerfer, der Faktenverdreher, der Verleumder. Viele Heilige haben ihre Erfahrungen mit ihm machen müssen, so z.B. der heilige Pfarrer von Ars.
Dieser Durcheinanderwerfer ist kein harmloses Kerlchen, keine alberne Witzfigur mit Mistgabel und Pferdefuß. Die Bibel sagt, dass er eine mächtige Persönlichkeit ist und im Trotz gegen Gott die Welt beherrschen will und die Menschen in seinen Aufstand hineinzu-
ziehen versucht. Doch die Bibel sagt auch, dass Gott selbst ihm die Grenzen steckt: bis hierher und nicht weiter!
Im heutigen Evangelium hat er es auf Jesus abgesehen. Er will ihn anlocken, damit Jesus ihm auf den Leim gehen soll. Er soll kleben bleiben an den Verlockungen, die ihm der Teufel verspricht: das Haben- und Genießenwollen, die Eitelkeit, Macht haben – das sind die Trümpfe, mit denen der Satan hoch pokert. Er will Jesus ein-
reden, er könne die ganze Welt beherrschen und besitzen, wenn er nur vor dem Teufel niederfalle und ihn anbete.
Dabei gibt sich der Versucher erstaunlich bibelfest, indem er aus Psalm 91 zwei Sätze zitiert (91,11-12). Doch selbst seine Bruch-
stücke aus der Heiligen Schrift helfen ihm nicht weiter, da Jesus ihm sofort überzeugend Kontra gibt.

Dem Satan geht es in dieser TÜV-Untersuchung Jesu darum, dessen absolutes Vertrauen auf seinen himmlischen Vater zu erschüttern, seine Bewährungsprobe und damit langfristig seinen weiteren Weg als Heiland scheitern zu lassen. Jesus lehnt es jedoch schroff und kategorisch ab, sich auf sinnlose Debatten mit dem Verführer einzulassen – er fertigt ihn kurz und bündig ab!
In der heutigen Zeit herrscht eher die Meinung vor, man solle doch immer den Kompromiss suchen und alle Möglichkeiten ausloten, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
Jesus ist dagegen knallhart: Mit dem Bösen kann es keinen Dialog geben. Nur zu gut weiß er: Wenn man dem Teufel den kleinen Finger reicht, nimmt er mindestens die ganze Hand…

Jesus hat dem Widersacher Gottes eine klare Absage erteilt, obwohl sich dieser mit der Zurschau-
stellung seiner Macht alle Mühe gegeben hat. Jesus sagt NEIN zur Lebensgestaltung aus eigenen Wunschvorstellungen nach Macht, Ehre, Reichtum usw. Sein himmlischer Vater allein ist Herr seines Lebens. Ihm will er dienen und alle Ehre erweisen. Mit dieser konsequenten Haltung schmettert Jesus den Machtanspruch des Teufels nieder.

Am Ende des heutigen Evangeliums heißt es als Ergebnis seines Kampfes mit dem Teufel nur ganz kurz: „Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.“
Jesus hat für sich Klarheit gewonnen und hat der Versuchung widerstanden. Er hat sich nicht zu einem König nach Art dieser Welt machen lassen; auch später hat er immer sehr barsch reagiert, wenn seine Jünger ihn von seinem Weg abbringen wollten. Nur so konnte er für uns die Macht des Teufels brechen und ihn für das Heil der Welt endgültig an die Kette legen. Bellen kann der Satan noch, aber er beißt niemanden mehr, so lange man ihm nicht zu nahe kommt…

Und wir? Unsere Versuchungen lauern auf uns, täglich und lebenslänglich. Beim Stichwort „Versuchung“ zählt eine Internet-Suchmaschine allein 2.400.000 Fundstellen. Sie ist also all-
gegenwärtig, die Versuchung. Der Dramatiker Oscar Wilde witzelte: „Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht.“
Gerade in der Fastenzeit können wir aber unseren Blick schärfen für das, was uns zur Versuchung wird, was uns von Gottes Liebe trennen will. Und da gibt es trotz vieler schlauer Bücher zum Fasten kein Patentrezept.
Doch allgemein kann man sicher sagen: Niemand kann verhindern, dass sich einem ein Vogel auf den Kopf setzt. Aber man kann durchaus verhindern, dass er dort sein Nest baut…
Ein, zwei gute Vorsätze sind da sicher hilfreicher als geistliche Kraftanstrengungen, die man doch nicht durchhalten kann. Schlechte Erfahrungen („ach, ich schaffe das doch sowieso nicht!“) führen nur dazu, dass man das Kind mit dem Bade ausschüttet und das Fasten gleich ganz bleiben lässt.

Wie wäre es z.B. mit einem Fasten der Sprache? Wie gerne jammern wir über alles, und auch über die Kirche. Bringt uns das aber wirklich weiter? Hilft es jemandem?
Wie wäre es also mit einem Verzicht auf das Jammern?
Vielleicht hilft es, wenn man diesen Tipp dazu befolgt: Versuche doch, deinen Nächsten immer so zu sehen, wie Gott ihn wohl sieht und wie Gott ihn gemeint hat! - Sie werden staunen, wie spannend das werden kann…!

Predigt Prof. Dr. Dr. Klaus Müller
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Predigt Pater Martin Löwenstein SJ
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Predigtgedanken Pater Werner Schwind SJ (pdf)
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Informationen zur Fastenzeit (Bistum Münster)
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Vom Sinn der Fastenzeit (Kurzinfo Bistum Köln)
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Katholische Kirche: Fastenzeit – mehr als nur eine Diät
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Artikel über den Pfarrer von Ars, auch über den Teufel
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Unsere Sprache und der Teufel… (Artikel der „Wiener Zeitung“)
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Neue Materialien bei „KIRCHE IN NOT“: Kreuzweg usw.
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Katholischer Erwachsenenkatechismus online
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40 Jahre „Theologie im Fernkurs“, siehe auch pdf „Im Blickpunkt“
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Wie bibelfest sind Sie? Online-Quiz des Nachrichtenmagazins „FOCUS“ >> BITTE KLICKEN !

Veranstaltungstipp:
„TRADITION“ (Kurs Nr. 4 im Programm 2010)
Termin ist 5.-7.März in der Abtei Weltenburg (Anmeldung s.u.)
Die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Priesterbruderschaft St. Pius X. und die Zulassung der Messfeier im "außerordentlichen Ritus" durch Papst Benedikt XVI. haben viele
Diskussionen hervorgerufen. Die beiden Referenten werden aufzeigen, dass niemand Angst vor der Tradition zu haben braucht und wie wichtig diese für die Kirche von heute ist.
Weihbischof Ziegelbauer ist zu diesem Themenkreis bereits mit seinem Buch "Angst vor der Tradition? Die heilige Messe und die Kirche von heute" an die Öffentlichkeit getreten.
Generalvikar Walser referierte dazu auf der 21. Internationalen Theologischen Sommerakademie in Aigen: In der Verkündigung würden seit Jahrzehnten wesentliche Glaubensaussagen verschwiegen, zum Beispiel aus der Lehre von den letzten Dingen. An Beispielen der Bestattungsliturgie und des Kindertaufritus zeigte er, dass der Glaubensverfall bis ins Innerste der Kirche, bis in die Liturgie eingedrungen ist. Der tiefere Grund liege darin, dass Opportunität teilweise den Vorrang erhalten habe vor der Unver-
fälschtheit des Glaubens.
Weihbischof em. Ziegelbauer:
geboren am 06.09.1923 in Memmingen; 21.05.1950 Priesterweihe;
seelsorglich-pfarrliche und diözesane Tätigkeit (Seelsorgeamt);
22.10.1983 Bischofsweihe; 1984 - 1998 Bischofsvikar für den Bereich "Kirche und Kultur"; 07.09.1998 Emeritierung
Prälat Dr. Markus Walser:
Geboren 1965 in Feldkirch (Vorarlberg) Aufgewachsen in der Schweiz (Zürich) 1984 Abitur in Zürich, 1984-1986 Studium der Philosophie und Theologie in Rom (Angelicum), 1986-1989 Studium der Theologie in Fribourg (lic.theol.)
1989 Priesterweihe in Chur, 1989 bis 1994 Studium des Kirchenrechts in München (Dr.iur.can.) und Kaplan in München, 1994 bis 2000 Pfarrer in Untervaz (Schweiz)
Seit 1995 Lehrbeauftragter bzw. Dozent für Kirchenrecht an der Theologischen Hochschule Chur, seit 2000 Generalvikar und Gerichtsvikar des Erzbistums Vaduz

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„Glauben Sie an Wiederauferstehung nach dem Tod?" fragt der Chef seinen neuen Angestellten.
„Nein, wieso?" antwortet dieser. „Weil Ihr Großvater, wegen dessen Beerdigung Sie gestern freibekommen haben, Sie am Telefon verlangt."

Ein Sportler springt mit seinem Fallschirm ab. Er zieht hinten an der Leine, der Fallschirm öffnet sich nicht. Er zieht vorne an der Reserveleine, der Reserveschirm geht auch nicht auf. Er fällt weiter frei nach unten, da sieht er einen Mann von unten entgegenrasen. Diesem ruft er zu: „Heeee, haben Sie Ahnung von Fallschirmen?"
„Neeeiiin, ich repariere Gasleitungen…!"
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In eigener Sache:
„Zufällig fand ich heute Ihre Predigtseite im Internet…“
So beginnen häufig neue Leser, wenn sie mir eine Nachricht schreiben, z.B. zur Bestellung eines kostenlosen Abos.
Wie wäre es, wenn Sie Ihre Freunde oder Kollegen auf den „PREDIGTGARTEN“ hinweisen würden?
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09.02.2010

6. Sonntag im Jahreskr. C - 14.02.2010

(Fortsetzung)

Die Investition ins Christen-
tum rechnet sich nicht, wenn man den Mitmenschen glaubt. Und als meine Jünger habt ihr ständig diejenigen vor Augen, denen es augenscheinlich ohne den Glauben doch auch recht gut geht. Sie machen sich einen schönen Tag und ignorieren Gott einfach.

Lasst euch nicht täuschen, rüttelt Jesus seine Jünger auf. Und dann spricht er ausdrücklich von dem, was jetzt ist: „Selig, die ihr jetzt hungert, … selig, die ihr jetzt weint…“
Das ist keine Vertröstung auf später, auf irgendwann im Himmel. Nein, sagt Jesus, jetzt schon sage ich euch das zu: Ihr gehört garantiert mit dazu zur großen Schar der Seligen! Ihr seid ganz aufgehoben in Gottes Hand, als seine geliebten Kinder!
Damit ist auch klar: Wer sich wirklich zu Jesus bekennt, der ist nicht von ihm ermutigt, arm zu werden, sondern in Wahrheit sehr reich, überreich. Das zeigen ja auch die Gleichnisse und Wundertaten Jesu, wie wir das z.B. erst am vorigen Sonntag mit dem sensatio-
nellen Fischfang erlebt haben: Gott ist kein Geizhals und kein Buchhalter, sondern er spendiert eine gigantische Menge!

Selig sein, das ist dabei nicht eine vorübergehende Seligkeit wie
bei einem Rausch, der oft genug mit einem Brummschädel endet. Der Ausdruck für „selig“, den die Bibel verwendet, war bei den Griechen nur für die Götter reserviert und drückt ein unbeschreib-
liches, nicht mehr zu überbietendes andauerndes Glücklichsein aus, gewissermaßen die Luxusausgabe des Paradieses.
Bevor Jesus überhaupt mit den Seligpreisungen beginnt, steht dort etwas, das beim ersten Lesen ganz selbstverständlich erscheint: „Jesus richtete seine Augen auf seine Jünger…“
Da wird ein Blick umschrieben, ein ganz besonderer Augen-Blick.
Spüren Sie es auch, wie es regelrecht knistert?
Seine Augen auf etwas oder jemand richten, das ist nicht dasselbe wie anschauen oder sehen. Der Blick Jesu ist auf seine Jünger gerichtet, ganz auf sie konzentriert, damals und heute. Er schaut ihnen fest in die Augen, wie das vielleicht Verliebte tun.
Nicht nur Worte können etwas sagen, sondern Blicke auch. Nicht ohne Grund gibt es die Formulierung, dass jemand einen anderen keines Blickes würdigt. Für den ist man dann abgehakt, wie tot. Das ist bei Jesus anders, ganz anders. Sein herzlicher Blick hat ein Ziel. Er hat uns, seine Jünger, im Auge. Das gibt dem, was er an-
schließend sagt, zusätzliches Gewicht.
So wie der himmlische Vater ihn anschaut, so schaut Jesus seine Jünger an, mit dem Blick der allumfassenden göttlichen Liebe.
Was die Worte sagen, das bestätigen die Augen: Was ich dir zusage, das gilt. Genau so ist es, so und nicht anders.

Und dies gilt natürlich dann auch für den zweiten Teil der Rede Jesu. Der beginnt erst einmal mit einer Art Bekräftigung des ersten Teils, den Seligsprechungen. Da heißt es jetzt, dass man sich freuen und sogar jauchzen soll wegen des großen Lohnes im Himmel. Nachdem das noch einmal ausdrücklich klargestellt ist, erst danach, da kommen die Wehe-Rufe Jesu! Auch hier fällt sofort auf, wie das „jetztbetont wird. Wer jetzt reich ist, wer jetzt satt ist, wer jetzt lacht, wer jetzt von allen Menschen gelobt wird, dem gilt das „Weh euch“ Jesu.

Da sind die Zuhörer erst einmal geschockt und wachgerüttelt, be-
sonders heute, in einer Zeit der vollen Regale und des Wohlstandes.
Wie kann Jesus nur so energisch gegen die Reichen sein, oder noch schlimmer: gegen diejenigen, die satt sind und gegen diejenigen, die lachen? Es ist doch schön, dass es vielen Menschen so gut geht und dass sie sich des Lebens freuen!
Die „Wehe“-Rufe klingen nicht nur sehr bedrohlich, sondern sie widersprechen offenbar zumindest streckenweise sogar dem eigenen Handeln Jesu. Eine seiner ersten Wundertaten war es schließlich, auf der Hochzeit zu Kana für Riesenmengen des allerbesten Weines zu sorgen – und kräftig mitgefeiert hat er da sicher auch!
Oft genug hat Jesus sich auch einladen lassen, und da hat er ganz sicher auch gut zugelangt und gewiss kräftig mitgelacht. Und an vielen Stellen hat er den Himmel mit einem großen Gastmahl verglichen oder gar mit einer königlichen Hochzeitsfeier! - Da muss also etwas ganz anderes dahinterstecken bei den „Wehe“-Rufen!

Diejenigen, die da von Jesus gemeint sind, sind eben nicht einfach nur reich, die sind nicht einfach nur fröhlich. Es ist eine besondere Art von reich, von satt, von lachen, die Jesus da so eindrucksvoll auf’s Korn nimmt. Jesus will uns Christen wachrütteln: Passt auf, denn da gibt es auch für euch eine ganz große Gefahr!
Diese Reichen, diese Satten, diese Lachenden – das sind hoch-
mütige Menschen, die sich selbst und das Geld zum Gott erklärt haben, vielleicht sogar unbewusst.
Gerade aktuell haben wir es wieder eindrucksvoll vorgeführt bekommen: Steuersünder, die ihr Geld im Ausland verschwinden lassen, um nur ja keine Steuern zahlen zu müssen. Und jetzt zittern sie, dass sie durch eine CD mit ihren Bankdaten auffliegen könnten…!
Dieses Denken, diese Grundeinstellung prangert Jesus an: das ist doch geradezu asozial, was solche Leute vor lauter Geldgier machen. Schlimm genug, dass sie nicht von ihrem vielen Geld für Arme abgeben, aber noch schlimmer, dass sie derart süchtig nach Geld sind, dass sie noch nicht einmal wie alle anderen ordnungs-
gemäß ihre Steuern zahlen wollen. Sie können den Hals einfach nicht voll genug kriegen wie die Leute, die die Finanzkrise ausgelöst haben.
Aber natürlich geht es Jesus da nicht nur um die Superreichen.
Wir alle, die ganze Gesellschaft, sind in akuter Suchtgefahr, in solch eine Gier nach immer mehr zu geraten. Die Spaßgesellschaft und die Leistungsgesellschaft fordern nämlich große Opfer. Sie spiegeln uns vor: Selig ist der, der erfolgreich ist! Selig ist, wer als wichtigsten Körperteil die Ellenbogen hat! Selig ist, wer andere aus dem Rennen drängt und wer beruflich über Leichen geht! Selig ist der, der alle paar Jahre ein neues Wohnzimmer und ein neues Auto kaufen kann und immer nach der aktuellen Mode gekleidet ist!

Vorsicht, sagt Jesus, Vorsicht vor solch einer Welt, in der man sich auf Kosten anderer bereichert, in der man sich den Bauch voll-
schlägt und die anderen auslacht. Diese Art Lachen ist es, die Jesus so verurteilt! Dieses Denken ist es, das so gottes- und menschen-
feindlich ist und auch Christen wie eine ansteckende Krankheit befallen kann: Statt großzügig abzugeben, statt zu teilen, wird gerafft und eingesackt, was man nur kriegen kann. Und da interessiert es auch nicht, dass es anderen Menschen hier und anderswo dreckig geht. Vielleicht hat man sogar noch einen flotten Spruch auf den Lippen: „Lieber reich und gesund als arm und krank!“
Seid auf der Hut, sagt Jesus. Ehe ihr es überhaupt gemerkt habt, habt auch ihr dieses Denken im Kopf. Da ist es ganz selbstver-
ständlich geworden, auf Kosten anderer zu leben. Die haben eben Pech gehabt. Das ist doch nicht mein Problem.

„Weh euch!“ rüttelt Jesus uns alle wach. Diese selbstzufriedenen Leute mit der getönten Brille wollen nicht sehen, was um sie herum los ist. Sie sind ganz mit ihrem Geld beschäftigt, damit es ihnen nur ja nicht wegläuft. Im Evangelium heißt es: „Weh euch, die ihr reich seid, denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.“
Die Formulierung der Übersetzung ist etwas ungenau. Es handelt sich im griechischen Original um einen im damaligen Geschäftsleben üblichen Begriff, der soviel bedeutet wie: Ihr habt jetzt schon alles ausgezahlt bekommen, sogar mit einem Beleg, mit Quittung. Ihr habt damit keine weiteren Ansprüche mehr, es ist alles erledigt.
Die Eindringlichkeit von Jesu Worten ist jetzt klar: Wer sich derart an die egoistischen Spielregeln dieser Welt angepasst hat, der hat ja seinen Anteil schon. Gott kümmert sich dann um die anderen, um die, die ihr im Stich gelassen habt. Ihnen wird er dann die Tore des Himmels so weit wie möglich öffnen. Ihre Eintrittskarte haben sie schon. Selig sind sie!

So gesehen, können wir Jesus gar nicht dankbar genug sein für diese “Wehe“-Rufe, die unsere Augen öffnen sollen. Jesus ist eben nicht die Spaßbremse, sondern er ist besorgt um unsere ewige Freude, unser wirkliches Glück.
All das, was ihr hier auf Erden so mühsam anhäuft, all das ist vergänglich.
Von einer Minute zur anderen kann all das kaputt sein. Eine schlimme Krankheit, eine große Krise, irgendetwas, was euch aus der Bahn wirft – und schon ist all das vorbei. Und todsicher kommt auch für euch persönlich der Tag mit dem letzten Hemd, das keine Taschen hat. Klammert euch also nicht an Geld, an Erfolg, an die Schmeicheleien von Mitmenschen und an all das, was euch von Gott ablenkt und fernhält.
Nutzt jeden Tag, den Gott euch noch schenkt, um euch Reichtum zu sammeln, der nicht vergeht. Fragt euch jeden Abend nicht: Wieviel Geld habe ich auf dem Konto? Sondern fragt euch jeden Abend:
Wie habe ich heute gelebt? Wo habe ich auf Kosten anderer gelebt? Wo habe ich anderen etwas vorenthalten, was ich ihnen geben könnte? Und wo habe ich weitergeschenkt, was Gott mir geschenkt hat?

Kein Geld der Welt ist als Währung im Himmel anerkannt, sondern als Zahlungsmittel gilt nur das, was mit dem Geld, mit der Zeit und mit der Zuwendung für andere Gutes getan wird. Und den riesen-
großen Anteil an Gnade, an Liebe und Barmherzigkeit – den gibt Gott dann selbst dazu. Das dürfen wir feiern, und zwar das ganze Jahr über!

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Predigt Evang. Jugend: „Wir haben genug“ (pdf)
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Prof. Dr. Günter Biemer: „Die Seligpreisungen…“ (pdf)
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Predigt Pfr. Josef Treutlein (pdf)
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Adveniat über Straßenkinder (pdf)
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MISEREOR-Fastenkalender u.a. Materialien
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MISEREOR: Anregungen für Fastenessen, telef. Beratung etc.
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Weltgebetstag der Frauen am 5. März (Pfarrbriefservice)
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Liturgischen Kalender berechnen für beliebige Jahre
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Jesus!
Ein Dieb bricht nachts in ein Haus ein. Als er gerade durch das stockfinstere Wohnzimmer schleicht, hört er eine Stimme:
„Ich sehe dich und Jesus sieht dich auch!"

Der Einbrecher erschrickt zu Tode, schaltet seine Taschenlampe ein und sieht auf einer Stange in der Ecke einen Papagei sitzen. Dieser sagt nochmals: „Ich sehe dich und Jesus sieht dich auch!"
Meint der Einbrecher erleichtert: „Hast du mich aber erschreckt!!!
Ich dachte schon, hier ist ein Mensch…! Wie heisst du denn?"

„Elfried!"
„Elfried ist doch wohl wirklich ein selten blöder Name für einen Papagei!"
Da grinst der Vogel: „Na und, Jesus ist auch ein selten blöder Name für einen besonders scharfen Rottweiler!"

Wussten Sie schon, dass alle Chirurgen Aufschneider sind?

Der Kuss
Der ersten Liebe Hochgenuss
ist ohne Zweifel wohl der Kuss.
Er ist verliebt und macht vergnügt,
ob man ihn gibt oder ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich,
denn meistens ist er ja nur mündlich.
Hat man die Absicht, dass man küsst,
so muss man erst mit Macht und List,
den Abstand zu vermindern trachten,
um sich mit Blicken anzuschmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer,
dann pflegt man mit geschlossenen Augen
sich aneinander festzusaugen.
Doch nicht der Mund allein
braucht der Küsse Ziel zu sein.
Man küsst die Wangen, küsst die Hände
und auch noch andre Gegenstände,
die rundherum mit Wohlbedacht,
an unserem Körper angebracht.
Auch wie man küsst, ist sehr verschieden,
ob Norden, Osten, Westen, Süden,
der eine saugt, der andre schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.
Hingegen wiederum der Keusche,
vermeidet jegliche Geräusche.
Die einen kurz, die andren länger,
die längsten nennt man Dauerbrenner.
Kurzum ein Kuss ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aufeinander pappen!
( Quelle mir leider unbekannt )

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06.02.2010

Kirchliche Segensfeiern zum Valentinstag am 14. Februar?

(Fortsetzung)

Soll eine Pfarrgemeinde „aus pastoralen Gründen“, wie das oft so schön heißt, jedem den Segen spenden, der diesen erbittet? Oder trägt dies zur Verwirrung der Gläubigen über Glaubens-
grundsätze bei und wird von Gläubigen und Teilen der Öffentlichkeit als wohlwollende, augenzwinkernde Toleranz gegenüber Menschen verstanden, die sich mit ihrem oft öffentlich demonstriertem Verhalten schon lange außerhalb der Kirche gestellt haben?
Müssten also ggf. in den veröffentlichten Einladungen und/oder zu Beginn der Feier einige Klarstellungen erfolgen? Welche konkret? Oder stellt sich das Problem vor Ort vielleicht überhaupt nicht?

Andererseits: Sollte die Kirche nicht froh darüber sein, dass auch Menschen, die sich nun wirklich nicht zur „Kerngemeinde“ zählen, sich auf den Weg machen, vielleicht einer unausgesprochenen Sehnsucht folgend, das Christliche in ihrem Leben (wieder) zu entdecken?
Da gilt es, zum Pro und Contra reifliche Überlegungen anzustellen, aber auch im Falle einer solchen Feier, wie diese konkret gestaltet wird. Die Bandbreite ist da riesig; gerade habe ich z.B. von einer katholischen Einladung zu einer „Segensfeier für Liebende“ gelesen mit anschließendem „freien Schwimmbad- und Saunaeintritt“.

Auch in Deutschland werden einige Arbeitshilfen und Materialien angeboten, von denen ich nachfolgend einige vorstelle:
Broschüre der AKF e.V. (Arbeitsgemeinschaft für Katholische Familienbildung) „Weil die Liebe uns beflügelt – Segensgottesdienste zum Valentinstag“ – erhältlich z.B. beim Bischöflichen Generalvikariat Aachen: >> BITTE KLICKEN !
Einen „erprobten“ Zeit- und Ablaufplan mit Meditation, der wohl eher auch nicht auf 100 % Zustimmung stoßen dürfte, findet man im Internet beim CVJM >> BITTE KLICKEN !
Als Beispiel für eine umfangreiche Seite mit vielen Linktipps und Deutungen zum Valentinstag mag dienen
>> BITTE KLICKEN !
Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke: „Segensfeier für Liebende“ (grundsätzliche Überlegungen und Ablaufplan, download Word-Datei) >> BITTE KLICKEN !
Freiburger Seelsorgeamt: „In Zeichen Gott begegnen“ (pdf-Datei), dort ab S.57 Thema Segnung zum Valentinstag, aber auch vorher viele Anregungen >> BITTE KLICKEN !
Diözese Rottenburg-Stuttgart: „Valentinsgottesdienst – Konzept und Idee“ >> BITTE KLICKEN !
Buchtipp und Buchbesprechung: „Wo die Liebe wohnt – Gottesdienste und Segensfeiern für Paare“
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02.02.2010

5. Sonntag im Jahreskreis C - 7.2.2010

(Fortsetzung)

Und auch seine Kollegen spielen jetzt nicht die Bremser und Bedenkenträger. Sie räumen alles Nötige wieder in ihr Boot und fahren los. Sicher wissen sie es schon vom Hörensagen: Dieser Wander-
prediger liebt die Menschen und richtet sie mit seinen Predigten wieder auf.
Heute haben sie ihn endlich selbst erlebt. Und sie sind von ihm tief beeindruckt. Das ist kein Fallensteller.
Er weiß offenbar genau, was er sagt und was er will.

Wie die Geschichte ausgeht, ist uns wohlbekannt: Die Mannschaft macht einen sensationellen Fang. Die Ausbeute ist so gewaltig, dass sie ihre prallvollen Netze nicht ins Boot hieven können – sie würden glatt reißen unter der Last der Fische!
Da müssen die anderen Fischer der Genossenschaft mit ihrem Boot noch herbeigerufen werden, um diesen Schatz gemeinsam heben zu können. Nur mit größter Anstrengung gelingt es ihnen, und beide Boote sind so voll, dass sie fast untergehen. Mehr geht nun wirklich nicht – ein Fangerfolg, der menschlich gesehen unmöglich ist, jenseits aller bisherigen Vorstellungen!

Nachdem die Fischer wieder wohlbehalten an Land sind, könnte jetzt eigentlich ein Riesenfest steigen. Gleich werden die Leute herbei-
strömen und sich das Wunder betrachten. Und kaufen werden sie alle von diesem besonderen Fang – und das gibt garantiert einen richtig satten Gewinn!
Doch Petrus ist der Sinn nicht nach Gewinn und nach Fischverkauf.
Er ist einfach nur erschüttert. Mit diesem Paukenschlag ist ihm wie vom Blitz getroffen klar geworden, wer dieser Rabbi ist. Er ist es wirklich, der Messias, der Heiland aller Welt! Solch ein großes, geradezu verschwenderisches Wunder kann nur der vollbringen!
Das Evangelium formuliert es beinahe verharmlosend, wenn es jetzt heißt, dass Petrus „und alle seine Begleiter“ darüber „erstaunt und erschrocken“ sind. Petrus kann kaum fassen, was er da erlebt hat. Nicht nur die Größe Jesu wird ihm bewusst, sondern auch die eigene Nichtigkeit. Wie klein er doch selbst ist!
Seine spontane Reaktion: Petrus fällt Jesus zu Füßen! Genauer gesagt: Wie bei einer Priesterweihe legt er sich ganz flach und so demütig wie möglich vor Jesus auf den staubigen Boden. Im An-
gesicht des Heilands formuliert Petrus sein Bekenntnis: „Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder.“ - Diese Gotteserfahrung hat Petrus in die Knie gezwungen, und mehr als das. Wer wie Petrus eine solche Erfahrung macht, der ist wie verwandelt, einfach ganz vor Ehrfurcht, aber auch vom intensiven Sehen der eigenen Unwürdigkeit erschüttert. Viele Heilige haben dies so erlebt.

Doch Jesus greift ein. „Fürchte dich nicht!“ - so spricht er ihn an. Petrus kommt wieder zu Atem. Er weiß jetzt, dass er auch als sündiger Mensch ganz in Gottes Gnade geborgen sein darf.
Das Wunder ist nicht geschehen, um ihn furchtbar zu erschrecken, sondern um ihm die Augen für Gott zu öffnen. Nur mit diesen anderen, neuen Augen kann Petrus die gewaltige Botschaft wirklich aufnehmen, die Jesus nun an ihn richtet: „Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“ - Und sofort anschließend heißt es: „Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.“
Ein starkes Stück: Von einer Minute zur anderen ist das Leben von Petrus und einigen seiner Kolle-
gen total umgekrempelt. Sie lassen alles stehen und liegen. Ab sofort haben sie eine neue Aufgabe, einen neuen Beruf. Sie sind Umschüler geworden, denen von Jesus jetzt nach und nach das Fangen von Menschen beigebracht wird.

Natürlich zucken wir da zusammen. Menschen fangen – das klingt so nach Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Da denkt man sofort an Leute, die anderen nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen, viele in den Ruin treiben und selbst leben wie die Made im Speck.
Doch Jesus meint nicht „fangen“ im Sinne von einfangen, von festnageln, von ausbeuten.
Ganz im Gegenteil. Lebensretter sollen diese Fischer jetzt werden, also Menschen, die mithelfen, anderen das Leben erst möglich zu machen. So heißt auch die wörtliche Übersetzung jener Bibelstelle nicht einfach „fangen“. Genauer heißt sie, dass Petrus Menschen „fangen und leben lassen“ wird, und das ist schon ein Unterschied! - Er wird Menschen nicht einfangen, sondern auffangen, sie vor ihrem Untergang retten.
Eine gewaltige Aufgabe, für die Jesus ein paar Fischer anspricht!
Da muss doch Petrus eigentlich das Herz in die Hose rutschen.
Da muss er doch eigentlich protestieren: Das traue ich mir nun wirklich nicht zu. Da hast
du dir den Falschen ausgesucht, lieber Jesus. Das ist gleich mehrere Schuhnummern zu groß für mich! Einfache Fischer als Missionare – wie kann das denn gutgehen?
Wenn Jesus Schriftgelehrte gewählt hätte, Menschen mit Rede-
talent. Aber Fischer?
Es bleibt natürlich auch heute ein Stück weit Spekulation, warum Jesus sich so entschieden hat. Eines aber ist sicher: Fischer sind bodenständige Leute, die richtig anpacken können. Sie haben auch gelernt, dass alle ihre Anstrengungen nicht immer von Erfolg gekrönt werden. Mit leeren Händen dazustehen, gehört auch mit zu ihrem Berufsrisiko.
Fischer sind aber auch ausgesprochene Team-Arbeiter. Alleine kann keiner diese großen Boote beherrschen. Meistens arbeiten 10-14 Leute auf einem Boot. Jeder ist beim Fischen von den anderen ab-
hängig und muss sich 100 % auf die Kollegen verlassen – sie sitzen eben wirklich alle in einem Boot, wie die Redewendung es so treffend sagt.

Trotzdem: Warum sagt Petrus nicht einfach „Nein“?
Der Grund kann nur sein: Petrus und die anderen ersten Jünger Jesu haben verstanden, worauf es ankommt. Jesus hat keineswegs gesagt: „Lieber Petrus, du musst von jetzt an Menschen fangen!“
Achten wir auf die Feinheiten – Jesus hat gesagt: „Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“ Das bedeutet: Was Jesus zu Petrus gesagt hat, ist keine Anordnung, sondern eine Zusage, ein Versprechen:
ja, so wird es kommen!
Da verschiebt sich die Verantwortung ganz gewaltig: Nicht der Mensch erreicht letztlich den versprochenen Erfolg, sondern Gott selbst kümmert sich darum. Ein Mensch, der für Gott tätig wird,
der kann durchaus kleinmütig sein und Angst haben. Er kann den anderen auch die klügste Formulierung und die treffendste Antwort schuldig bleiben.

Darauf kommt es Gott offenbar gar nicht an. Einzig das Vertrauen auf Gott und auf dessen immer richtige Entscheidung ist das, was zählt. Wie hatte Petrus Jesus geantwortet, bevor er am hellichten Tag auf den See hinausfuhr? „Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“
Es kommt also darauf an, wer etwas sagt. Das ist wie im Alltag: Kein vernünftiges Kind verlässt sich auf einen Wildfremden und dessen Worte. Wenn die Mutter aber ruft, dann weiß es: Darauf kann ich mich verlassen. Wenn meine Mutter ruft, dann komme ich!

So ist das mit der Auftrags-Vergabe Gottes: Er hat zu einem Großauftrag aufgerufen. Es werden Helfer gesucht, die Menschen-
leben retten.
Petrus hat verstanden. Er hat umgeschult. Jetzt liegt es an uns:
Ob auch wir Jesus vertrauen und bei ihm in die Schule gehen?

Predigt Pfarrerin Heike Iber, Hoffnungskirche Pankow (pdf)
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Drei Predigtvorschläge Karl-Leisner-Jugend
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Predigt Pfarrerin Ulrike Aldebert, Ev. Kirchengem. Tutzing (pdf)
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Kindergottesdienst: „Der Fischzug des Petrus“ (pdf)
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Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung
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„Ich geh jetzt voll auf Risiko“ – Umfangreiche kath. Seite
rund ums Heiraten, Gestaltung der Trauung usw.

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Statistik der Weltkirche: Steigende Zahlen…
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Volles Glas…
Eines Tages wurde ein alter Professor der französischen nationalen Schule für Verwaltung gebeten, für eine Gruppe von etwa 15 Chefs großer nordamerikanischer Unternehmen eine Vorlesung über sinnvolle Zeitplanung zu halten. Der Professor hatte daher nur eine Stunde Zeit, sein Wissen zu vermitteln. Er begann: "Wir werden ein kleines Experiment durchführen." Der Professor zog einen riesigen Glaskrug unter seinem Pult hervor und stellte ihn vorsichtig vor sich. Dann holte er etwa ein Dutzend Kieselsteine hervor, etwa so groß wie Tennisbälle, und legte sie sorgfältig, einen nach dem anderen,
in den großen Krug.
Als der Krug bis an den Rand voll war und kein weiterer Kieselstein mehr darin Platz hatte, blickte er langsam auf und fragte seine Schüler: "Ist der Krug nun voll?" Alle antworteten erwartungsgemäß: "Ja." - Er wartete ein paar Sekunden ab und fragte seine Schüler: "Wirklich?"
Dann verschwand er erneut unter dem Tisch und holte einen mit feinem Kies gefüllten Becher hervor. Sorgfältig verteilte er den Kies über die großen Kieselsteine und schüttelte die Kanne. Der Kies verteilte sich zwischen den großen Kieselsteinen bis auf den Boden des Krugs. Der Professor blickte erneut auf und fragte sein Publikum: "Ist diese Kanne jetzt voll?"
Dieses Mal begannen seine schlauen Schüler, seine Darbietung zu verstehen. Einer von ihnen antwortete: "Wahrscheinlich nicht!"
"Gut!" antwortete der Professor. Er verschwand wieder unter seinem Pult und diesmal holte er eine Schüssel mit Sand hervor. Vorsichtig kippte er den Sand in den Krug. Der Sand füllte die Räume zwischen den großen Kieselsteinen und dem Kies auf. Die Glaskanne schien nun aber wirklich randvoll zu sein. Wieder fragte er: "Ist dieses Gefäß voll?"
Dieses Mal antworteten seine schlauen Schüler ohne zu zögern im Chor: "Ja, jetzt aber wirklich!" - "Aha", antwortete der Professor.
Und als hätten seine Schüler alle nur darauf gewartet, nahm er die Wasserkanne, die unter seinem Pult stand, und schüttete das Wasser in den augenscheinlich doch absolut vollen Glaskrug.
Von seinen Schülern hörte man nur ein erstauntes Raunen…
Dann blickte er auf und fragte sie: "Was können wir Wichtiges aus diesem Experiment lernen?" Der Kühnste unter seinen Schülern - nicht dumm - dachte an das Thema der Vorlesung und antwortete: "Daraus lernen wir, dass selbst bei einem randvollen Zeitplan immer noch Platz ist, um etwas dazwischenzuschieben."
"Nein", schmunzelte der Professor, "darum geht es nicht. Was wir wirklich aus diesem Experiment lernen können, ist folgendes: wenn man die große Kieselsteine nicht als erstes in den Krug legt, werden sie später niemals alle hineinpassen."
Es folgte ein Moment des Schweigens. Jedem wurde bewusst, wie sehr der Professor recht hatte. Dann fragte er: "Was sind in eurem Leben die großen Kieselsteine? Eure Gesundheit? Eure Familie? Eure Freunde? Euer Glaube? - Was wirklich im Leben wichtig ist, das ist, dass man die großen Kieselsteine in seinem Leben an die erste Stelle setzt! Wenn man jedoch zuallererst auf Kleinigkeiten achtet, verbringt man sein Leben mit Kleinigkeiten und hat nicht mehr genug Zeit und Kraft für die wichtigen Dinge in seinem Leben. Deshalb vergesst nicht, euch selbst die Frage zu stellen: 'Was sind die großen Kieselsteine in meinem Leben?' Dann legt diese zuerst in euren Krug des Lebens!"
Mit einem freundlichen Wink verabschiedete sich der alte Professor von seinem Publikum und verließ langsam den Saal...

"Weißt Du, wo mein Bleistift steckt?" fragt ein Beamter seinen Kollegen.
"Hinter Deinem Ohr!"
"Mensch, mach die Suche nicht so kompliziert! Hinter welchem?"

Ein Linienbus ist gegen einen Baum gefahren.
Fürs Unfallprotokoll fragt der Polizist: "Wie ist denn das passiert?"
Der Busfahrer voll in Panik: "Ich kann mir das auch nicht erklären,
ich war gerade hinten beim Kassieren!"


Nächsten Montag, 8.2. im „Predigtgarten“:
„KIRCHLICHE SEGENSFEIERN ZUM VALENTINSTAG ?“

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