28.10.2008

Allerseelen (Allerheiligen) - 02.11.2008

(Fortsetzung)

Auf Erden ist es schon so, dass wir im Gesicht rot anlaufen, wenn wir uns ertappt fühlen. Siedend heiß wird uns, wenn durch unsere Schuld etwas dramatisch schiefläuft, wenn wir kläglich versagt haben. Es heißt, dass viele dann am liebsten vor Scham im Erdboden versinken möchten.

Dies hilft uns, den Sinn des Fegefeuers zu erahnen: Das Fegefeuer führt wohl kaum zu echten Ver-

brennungen oder wie angeblich beim Bauern Sepp zu wohlig warmen Füßen.

Es ist eher eine Art Reinigungsort, ein Zustand der Vorbereitung, ein Vorgang des Übergangs. Noch ist der Verstorbene nicht wirklich in der Lage, im Himmel das Glück zu teilen, in Gottes Glanz und Seligkeit leben zu können. Im Bewusstsein der eigenen Schuld könnte er es nicht ertragen, Gottes Blick auf sich zu wissen. Zu quälend ist noch die Erkenntnis dessen, was man Böses getan und Gutes unterlassen hat.


Wenn wir immer wieder für die Verstorbenen beten, dann tun wir, was Christen aller Zeiten gemacht haben: wir bitten Gott darum, dass die immer noch vorhandenen Grenzen und Mängel ihrer Liebe im Feuer seiner barmherzigen Liebe bald schon von unseren Verstorbenen abgewaschen sind. Dann können sie mit reinem, geläuterten Herzen für ewig und selig in seiner Nähe sein. Dann können sie im wahrsten Sinne des Wortes in aller Seelenruhe das ewige Licht

leuchten sehen, in ewigem Glück!


Das wünschen wir ihnen von ganzem Herzen, und so sind sie in Ver-

bundenheit mit uns eigentlich keine armen Seelen, sondern ein Stück weit schon eher reiche Seelen: Sie gehören schon zu Gott, sie sind unumkehrbar schon auf seiner Seite!

Bei einem Diamanten würde man sagen, dass ihnen nur noch der letzte Schliff fehlt. Sie können eben noch nicht himmlisch glänzen.

Die schwere Erdenlast ist jedoch bereits von unseren lieben Verstorbenen abgefallen. Sie müssen sich nicht mehr so wie wir mit allerlei Nöten und Zweifeln herumplagen. Sie sind schon dabei, sich ganz auf Gott auszurichten, so wie eine Magnetnadel nach Norden.


Also dürfen wir uns als Christen erst einmal für unsere Verstorbenen von Herzen freuen. Wäre es nicht so ungewohnt im Zusammenhang mit dem Tod, könnte man sogar sagen: Herzlichen Glückwunsch!

Ihr lieben Verstorbenen seid schon unwideruflich in Sichtweite des himmlischen Vaters, der nach seinen verlorenen Söhnen Ausschau hält. Im Gebet an Allerseelen und das ganze Jahr über bitten wir für euch, dass ihr bald schon in seinen ausgebreiteten Armen liegen dürft.




Weltbischofssynode - Abschlussbotschaft

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Allerseelen aus meinem Predigtgarten-Archiv

(Predigt-Text zum 5.Fastensonntag A)

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Mein Artikel über Halloween und Allerheiligen (24.09.2008)

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Pfarrbriefservice: Halloween vor Allerheiligen

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Über das christliche Sterben

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Enzyklika über die Hoffnung (Spe salvi)

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Predigten Allerheiligen:

Karl-Leisner-Jugend (11 Kurzpredigten)

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Kaplan Dr. Josef Spindelböck, St.Pölten

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Pfarrer Dr. Johannes Holdt, Schömberg

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Pfarrer Dr. Johannes Holdt, 2.Predigt

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Erzabtei St. Ottilien OSB

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Kardinal Schönborn, Wien

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Pfarrer Mag.Christian Poschenrieder

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Perikopen.de, München (pdf)

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Eberhard Gottsmann, Eschenbach

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Liturgisches Institut, Schweiz

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Pfarre St.Michael, Wien (pdf)

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Der Arzt wird mitten in der Nacht gerufen.

Er untersucht den Patienten: „Haben Sie schon Ihr Testament gemacht?"

„Nein, Herr Doktor, ist es denn wirklich so schlimm?"

"Lassen Sie einen Notar kommen und rufen Sie sofort Ihre nächsten Verwandten!"

„Heißt das, dass es mit mir zu Ende geht?"

„Das nicht, aber ich will nicht der Einzige sein, der mitten in der Nacht sinnlos aus dem Bett geholt wird..."


Am Ende der Messe sagt der Pfarrer bei den Ankündigungen: "Die 20.000 Euro, die wir für unsere Orgelreparatur brauchen, sind Gott sei Dank schon vorhanden. Es gibt nur ein kleines Problem: Sie be-

finden sich derzeit noch auf euren Sparbüchern!"


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22.10.2008

30.Sonntag im Jahreskreis A - 26.10.2008

(Fortsetzung)

Gottesliebe geschieht also nicht im luftleeren Raum. Sie wird konkret, sogar sehr konkret, manchmal sogar unangenehm konkret! Natürlich erinnern wir uns auch an Gleichnisse wie das vom barmherzigen Samariter. Nächstenliebe – ganz handfest! Wer Gott lieben will, der soll dies tun über die Liebe zum Mitmenschen, sagt uns Jesus mit aller Deutlichkeit. Man kann nicht Gott lieben und gleichzeitig Menschen verachten oder links liegen lassen. Die Gottesliebe gibt’s nur im Doppelpack, zusammen mit der Nächstenliebe.


Nicht nur ich bin von Gott geschaffen, angenommen und geliebt, sondern mein Mitmensch auch. Es kann durchaus sein, dass mir seine Nase nicht passt. Sicher finden sich mühelos auch genügend Leute, denen es mit mir ebenso geht. Wir sind, wie wir sind. Alles Gottes Originale und keine billigen Kopien. Ob Gott ein bisschen geschmunzelt hat, als er mich geschaffen hat – ich weiß es nicht…!

Jedenfalls können wir uns den Nächsten nicht malen, wie wir ihn gerne hätten. Edith Stein formulierte es so: „Der Nächste ist nicht der, den ich mag. Es ist jeder, der mir nahe kommt, ohne Ausnahme.“


Jesus sagt das Ganze freundlich, aber bestimmt. Er droht nicht und schimpft nicht, sondern er informiert. Er sagt: So ist das mit der Gottesliebe, so und nicht anders! Darauf baut alles auf, daran hängt alles. Alles andere wird davon an

gestoßen, wie bei einer Kettenreaktion. Der Weg zu Gott geht nur über die Menschen. Anders ist es nicht vorge-sehen! Das ist so einleuchtend einfach, dass sich niemand herausreden kann. Der Humorist Mark Twain bemerkte deswegen einmal: „Mir machen nicht die Stellen der Bibel Sorgen, die ich nicht verstehe, sondern die, welche ich verstehe!“


Gerade hier besteht aber auch eine Gefahr: Man kann wie so oft im Leben auch dabei das Kind mit dem Bade ausschütten! Jesus sagt nicht nur: „Liebe deinen Nächsten!“ - Er sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

Das heißt: Die Liebe zu deinem Nächsten sollte dir so selbstverständlich sein wie die Liebe zu dir selbst! Jeder von uns isst und trinkt, um wieder Energie zu bekommen, und jeder von uns weiß, dass man schlafen muss, um die Batterie unseres Körpers wieder aufzuladen. Wir achten darauf, dass wir uns gesund erhalten und gehen Gefahren aus dem Wege, wo dies möglich ist. Wenn wir uns vernünftig ver-

halten und unsere Kräfte nicht überschätzen, wird es uns unser Körper danken.


In einer von Egoismus und Ellenbogen-Mentalität geprägten Gesellschaft

kommt gerade bei manchen besonders engagierten Christen eine verständliche Scheu auf,

es sich auch selbst gut gehen zu lassen. Eifrige Seel-

sorger und Laienchristen sind auch immer in der Gefahr, den Nächsten deutlich mehr zu lieben als sich selbst. Irgendwann sind sie dann vollkommen erschöpft und ausgebrannt. Womöglich erkranken sie ernsthaft, oder sie ziehen sich frustriert zurück. Inzwischen gibt es meterweise Bücher dazu, warum und wie man als Christ auch auf seine Kräfte achten sollte.

Wenn wir auf der Nase liegen, haben weder wir noch unsere Nächsten oder Gott etwas davon.

Wer gelernt hat, sich selbst zu akzeptieren, mit allen Fehlern und Schwächen, dem fällt es auch leichter, den Nächsten zu akzeptieren, der ebenfalls seine Ecken und Kanten hat. Sie wissen ja, warum wir alle zwei Augen haben: damit wir schon mal eines davon zudrücken können!


Jesus lädt uns auch mit dem heutigen Evangelium ein, uns immer wieder neu auf die Mitte, auf das Zentrum unseres Glaubens und Lebens zu konzentrieren. Wir alle sind die unendlich geliebten Geschöpfe Gottes. Täglich neu dürfen wir uns von seiner Liebe beschenken lassen. Wenn wir dieses Geschenk in seiner Größe begreifen lernen, brauchen wir nicht mehr zu fragen: Muss ich dieses tun? Muss ich jenes lassen?

Wie von selbst, wie das bei Verliebten so üblich ist, werden wir immer wieder hinhorchen und fragen:

Was möchtest du von mir? Was darf ich für dich tun? Womit kann ich, so gut ich es eben kann, deine Liebe erwidern und dir eine Freude machen?



Die langen Löffel


Ein Rabbi kommt zu Gott: "Herr, ich möchte die Hölle sehen und auch den Himmel." - "Nimm Elia als Führer" spricht der Schöpfer, "er wird dir beides zeigen."
Der Prophet nimmt den Rabbi bei der Hand.
Er führt ihn in einen großen Raum. Ringsum sitzen Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlich duftenden Gericht. Alle sind pausenlos damit beschäftigt, mit ihren langen Löffeln aus dem Topf zu schöpfen. Aber die Menschen sehen mager aus, blass und elend.

Kein Wunder: Ihre Löffel sind zu lang. Sie können sie nicht zum Munde führen. Immer geraten sie mit den langen Stangen aneinander. Das herrliche Essen ist nicht zu genießen.
Die beiden gehen hinaus. "Welch seltsamer Raum war das?", fragt der Rabbi den Propheten. "Die Hölle!" lautet die Antwort.
Sie betreten einen zweiten Raum.
Alles genau wie im ersten. Ringsum Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Alle schöpfen mit ihren langen Löffeln aus dem Topf. Aber - ein Unterschied zu dem ersten Raum: Diese Menschen sehen gesund aus, gut genährt und glücklich.
"Wie kommt das?" - Der Rabbi schaut genau hin. Da sieht er
den Grund: Diese Menschen schieben sich die Löffel gegenseitig in den Mund, sie geben einander zu essen. Da weiß der Rabbi, wo er ist. (Quelle: unbekannt)




Anregender Predigt-Besuch zum 30.Sonntag A >>

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Rund um den Weltmissions-Sonntag >> RECHTSKLICK !


Karl Veitschegger: Vom Sabbat zum Sonntag >> RECHTSKLICK !

Judentum als Lebensform (dort ebenfalls Rechtsklick)

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Gedenkläuten 9.Nov.2008

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Diaspora-Sonntag 16.Nov.2008

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Bürokratie-Wut der EU

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"Wie hoch wäre mein Gehalt?" fragt der Lehrling als erstes. "480 Euro, später natürlich mehr", sagt der Personalchef. - "Gut, dann komme ich später wieder.“


Ein kirchenfeindlicher Seifenfabrikant sagte einem Priester: "Das Christentum hat nichts erreicht. Obwohl es schon bald zweitausend Jahre gepredigt wird, ist die Welt nicht anders geworden. Es gibt immer noch Böses und böse Menschen."
Der Priester wies auf ein ungewöhnlich schmutziges Kind, das am Strassenrand im Dreck spielte, und bemerkte: "Seife hat nichts erreicht. Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Menschen in der Welt." - "Seife", entgegnete der Fabrikant, "nutzt natürlich nur, wenn sie angewendet wird." - Der Priester antwortete: "Genau so ist es mit dem christlichen Glauben auch!“


KINDERLOGIK
Die kleine Maria sieht in der Kirche die digitale Liednummernanzeige.

Sie fragt ihre Mama: "Gibt es in der Kirche auch ein Fieberthermometer?"


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15.10.2008

29.Sonntag im Lesejahr A - 19.10.2008

(Fortsetzung)

Auf dem Silberdenar war nicht nur ein Bild des römischen Kaisers eingeprägt, sondern zu allem Übel auch noch am Rand der Text: „Kaiser Tiberius, des göttlichen Augustus anbetungswürdiger Sohn.“

- Ein göttlicher Kaiser? Das war wirklich empörend, das war Götzendienst!

Die Römer duldeten es in der Praxis zwar, dass die frommen Juden den Kaiser nicht als Gott verehrten,

aber sie bestanden darauf, dass im Tempel täglich ein Opfer für ihn dargebracht werden musste.

So können wir uns vorstellen, dass man dieses Geld nur mit sehr gemischten Gefühlen in die Hand nahm. Der Silberdenar war Geld und Machtsymbol des Kaisers zugleich. Die Pharisäer zahlten die Steuer nur unter Protest, viele fromme Juden ebenso.


Der Plan gegen Jesus sah nun so aus: Jesus konnte sich unmöglich vor einer Antwort drücken. Dazu waren zu viele Zuschauer da. Mit dieser Frage konnte man ihn nicht nur in Verlegenheit bringen, sondern man hatte ihn in der Falle.

Würde er antworten, dass man dem Kaiser die Steuern bezahlen sollte, wäre er bei den gläubigen Juden unten durch. Niemand würde mehr auf einen solchen Rabbi hören, der mit dem JA auch die Fremdherrschaft der Römer akzeptiert. Er könnte also einpacken, wenn er JA sagte. -

Wenn Jesus allerdings NEIN sagte und sich gegen die Steuerzahlung aussprechen würde, dann würde er sofort von den Anhängern des Herodes bei den Römern angeschwärzt. Die sofortige Verhaftung wegen des Verdachtes, ein Aufrührer zu sein, wäre ihm sicher. Er war nun in einer richtigen Krise, in einer ganz speziellen Finanzkrise. So dachten sie jedenfalls.


Sie hatten das Ganze auch noch elegant eingefädelt, indem sie vor aller Ohren Jesus als vorbildlichen Rabbi lobten und ihn mit Schmeicheleien ablenken wollten. Er lehre immer wirklich den Weg Gottes – das war damals ein fester Begriff und das größte Kompliment, das man einem Rabbi machen konnte:

„Meister, wir wissen, daß du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person.“

Wirklich geschickt gemacht, das muss man ihnen lassen! Sie schmeicheln sich bei Jesus ein, erinnern ihn aber zugleich daran, dass er immer geradeheraus gesagt hat, was er zu sagen hatte, ohne Rücksicht auf irgendwelche Autoritäten. Das erwartet man auch hier von ihm. Kneifen gilt nicht! Augen zu – und durch!


So, nun war die Schlinge um den Hals also gelegt,

und Jesus würde sie sich selbst mit seiner Antwort zuziehen. Wirklich ein Superplan!

Seine Stellungnahme ist jetzt fällig: Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?“

Sie selbst wollen hier natürlich nicht Position beziehen, daher fragen sie Jesus gezielt nach seiner Meinung. Wir können uns gut vorstellen, wie still es jetzt um Jesus herum wurde. Die berühmte Stecknadel hätte man fallen hören können.

Damit hatten sie gerechnet: Auch diesmal nimmt Jesus auf niemand Rücksicht, wenn er den Weg Gottes lehrt. Doch sie selbst wurden diesmal die Betroffenen. Im Evangelium heißt es: Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!“


Jesus zeigt seinen Gegnern sofort, dass er ihr übles Spiel durchschaut.

Ein Meisterstück, wie er sie nun in die Enge treibt!

Er nimmt noch nicht einmal das Wort „Silberdenar“ in den Mund, sondern nur „die Münze“.

Er fordert sie auf: Lasst mich doch die Münze mal sehen! Damit hat er indirekt klargestellt, dass er selbst diese Münze offenbar gar nicht besitzt, denn er will sie ja erst von ihnen zu Gesicht bekommen.

Aber das ist noch nicht alles, denn er sagt aus-

drücklich: „…die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!“ - Es fällt kaum auf, das kleine Wörtchen „ihr“. Ihr bezahlt damit! Nicht ich, sondern ihr, eure Steuern!

Tatsächlich – sie kramen in ihren Taschen, und schnell halten sie Jesus einen solchen Denar hin. Aha! Sie tragen das römische Geld mit sich herum, also haben sie für sich schon die Entscheidung getroffen.

Fromme Juden sind sie, aber die Steuermünze mit dem Bild des Kaisers haben sie sofort parat. Von wegen Bilderverbot! Sie erledigen damit auch ihre Einkäufe, und natürlich werden sie damit auch für ihre Arbeit bezahlt. - Ihre eigene Finanzkrise ist das, und Jesus hat sie ganz locker aufgedeckt. Sie sind Heuchler, Scheinheilige!


Doch es geht weiter, und sie bekommen mehr Antwort, als ihnen lieb ist:

„Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“

Sie halten ihm einen Denar hin – das heißt: Jesus fasst die Münze nicht einmal an. Sofort kommt er zum Punkt, zum Bild des Kaisers auf dem Denar.

Wie peinlich für die Pharisäer! Wie gut, dass sie ihre Schüler vorgeschickt haben – das ist ja eine einzige Blamage für sie! Wie begossene Pudel stehen sie da, und manch ein Zuhörer kann sich das Lachen wohl nicht verkneifen…

Jesus belehrt sie, dass die Münze dem Kaiser gehört. Die Herstellung von Geld ist Sache des Staates, früher wie heute. Der Staat hat das Monopol darauf, er kann auch D-Mark zu Euro machen. Kam damals ein neuer Kaiser an die Macht, gab es neue Münzen mit seinem Bild.

Genau übersetzt sagt Jesus: „Gebt dem Kaiser zurück…“ – Das bedeutet: Warum habt ihr das Eigentum des Kaisers überhaupt angenommen, wenn ihr so fromm sein wollt?


Zum Schluss aber kommt die Hauptsache. Jesus setzt den Satz fort: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ - Im Original klingt es noch eindringlicher: „…und gebt vielmehr Gott, was Gott gehört!“ Das heißt: Ihr zahlt dem römischen Kaiser Steuern, die ihm zustehen. Jesus beteiligt sich also nicht an politischen Diskussionen über die Römer. Die Steuer steht dem Kaiser zu, weil er das Sagen hat. Jesus nimmt das zur Kenntnis, und fertig. Die Herrscher der Welt, die kommen und gehen, sind nicht sein Thema.


Jesus nutzt nun die Gelegenheit zur grundsätzlichen Klarstellung: Wenn ihr aber schon solch einem heidnischen Kaiser durch eure Steuern dient, um wieviel mehr müsst ihr dann eurem Gott dienen?!

Klärt also erst einmal bei euch, wie es in eurem Leben um die Rechte Gottes steht, der die Welt erschaffen hat und jeden von euch auch! So wie der Kaiser in seinem Herrschaftsgebiet das Sagen hat, so sollte doch wohl Gott auch in seinem Herrschaftsgebiet das Sagen haben, oder?


Natürlich spricht Jesus damit nicht nur die Pharisäer an, sondern auch uns alle. Staat und Gesetz sind notwendig, um ein geordnetes Miteinander zu ermöglichen. Christen arbeiten selbstverständlich aktiv mit in Staat und Gesellschaft. Doch es gibt eine Grenze, und zwar dort, wo es um die größeren Rechte

Gottes geht. Ein Christ steht dankbar unter der Herrschaft Gottes. Ihm soll er in erster Linie verpflichtet sein. Ein Christ ist in erster Linie Christ, und erst danach ist er Staatsbürger.


Gott zu geben, was Gott gehört, kann im Konfliktfall sehr schmerzhaft werden. Das Glaubenszeugnis der vielen Märtyrer zeigt dies eindrucksvoll. Aber auch diejenigen, die sich im Alltag mutig zu ihrem Glauben bekennen, können ein Lied davon singen: vom Jugendlichen, der sich trotz des Spottes seiner Kumpels als Messdiener „outet“ bis hin zur Mutter,

die ihr Kind eben nicht abtreiben lässt.

Überall dort, wo der Staat in Gegensatz zu den Ansprüchen Gottes handelt, sind Christen heraus-gefordert, heraus aus dem bequemen Mitlaufen. Ja, wir sind gefordert. Gott ist der Herr über alle, auch über Kaiser und Könige. Petrus sagte es beim Verhör vor dem Hohen Rat: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29).


Wir alle sind aufgerufen, in unserem Leben die richtigen Weichen zu stellen, die richtigen Prioriäten zu setzen. Wer in die falsche Richtung fährt, der kann nicht dort ankommen, wo er hinwill.

Auch die aktuelle weltweite Finanzkrise hat eindrucksvoll bestätigt, was Jesus meint. Die falschen Götter (Geld-)Gier und Profitdenken nicht nur von Spekulanten können viele Menschen schneller ins Verderben stürzen, als man vor der Krise dachte.

Wir können im wahrsten Sinne des Wortes bei Adam und Eva anfangen, um zu erkennen, wohin menschliche Besserwisserei führt.

Gott geben, was ihm gebührt. Dazu ruft uns Jesus auf. Hören wir auf sein Wort! Schenken wir ihm unsere Liebe, unsere Gebete, unseren Gehorsam. Dann singen wir nicht bloß „Großer Gott, wir loben dich!“, sondern wir tun es auch.




Kardinal Schönborn: Christ und Politik

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Predigt von E. Gottsmann

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nicht nur für Kinder: Abraham-Menschen

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Wikipedia: Kirche und Staat

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Media Maria Verlag und Buchhandlung

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Ratschläge gegen den Predigtschlaf


Wissenschaftliche Untersuchungen haben es längst bewiesen: Gläu-

bige Menschen leben gesünder! Dennoch macht es nicht immer einen guten Eindruck, wenn man etwa bei der Sonntagspredigt einschläft, auch wenn dies meistens gesund ist… *)

Insbesondere das Schnarchen sorgt in den umliegenden zwanzig Kirchenbänken teils für heftige Erheiterung, teils für unchristliche Bemerkungen und Blicke. Nicht auszuschließen ist auch, dass ein gewitzter Prediger das Thema „Wachet allezeit!“ spontan in seine Verkündigung einbaut. Selbstverständlich liegt es keinesfalls an ihm, wenn einem dieses peinliche Missgeschick passiert. Das wollte ich nur schon mal vorausschicken!

Im Rahmen der privaten Vorsorge empfehle ich aber, sich auf diese im Ereignisfall krisenhafte Situation rechtzeitig einzustellen. Hierzu meine noch erweiterbaren Tipps darüber, was Sie gegen den Predigtschlaf tun oder besser lassen sollten.


In jedem Falle ist es angebracht, sich bereits im Vorfeld mental auf das Problem einzustellen. Es hat sich bewährt, einige vorbereitete Materialien in fertig gepacktem Beutel zusammen mit dem Gesangbuch „Gotteslob“ zum Tatort mitzubringen.

Beginnen wir gleich mit der größtmöglichen Bedrohung, der mit Recht so gefürchteten aggressiv-chronischen Schlafattacke, die bereits einzusetzen pflegt, sobald man bloß zur Predigt Platz nimmt. Die darunter leidenden Mitmenschen kennen diese ärztlich noch nicht abschließend erforschte Erkrankung nur zu gut: das Hinsetzen zur Predigt ist wie ein geheimes Kommando an das Schlafzentrum im Gehirn: „Sofortiger Übergang zum Erholungsschlaf beginnt in

5 Sekunden!“

Hier hilft nur körperliche Bewegung, am besten in frischer Luft. Die eindeutig frischeste Luft gibt’s direkt vor der Kirche, auf dem Kirch-

platz, in Fach-

kreisen auch Raucherloge genannt. Um den Priester nicht durch Ihren Aufbruch zu verwirren, gehen Sie als höflicher Mensch natürlich kurz nach Predigtbeginn diskret mit einem Zettel nach vorne zum Priester: „Bin gleich wieder da!“ – So viel Zeit und Etikette muss schon sein!


Ist die Schlafattacke hingegen noch in einem steuerbaren Stadium, können Sie durchaus am Platz bleibend die geeigneten Gegenmaßnahmen ergreifen. Konzentrations-Übungen sind ein bewährtes Mittel, um sich wach zu halten. Ihrem Erfindungsreichtum sind da kaum Grenzen gesetzt: Zählen Sie die Männer, die Frauen, vergleichen Sie linke und rechte Seite im Kirchenschiff, sortieren Sie nach Farben der Kleidung, nach Frisur oder legen Sie ganz einfach Listen oder Tabellen an. Wie oft hat der Prediger z.B. „äh“ gesagt? Welche Lieder singen Sie am liebsten?

In welcher Reihe wird während der Predigt am meistengehustet?


Für Leute, die eher aktiv ins Geschehen eingreifen möchten, gibt es auch etliche Möglichkeiten. Beispielsweise könnten Sie auf einem mitgebrachten Instrument die Predigt musikalisch untermalen. Dabei sollte man aber die Laut-

stärke stets unter Kontrolle halten! Trommelwirbel oder ähnliches an besonders spannenden Stellen sollte jedoch nicht zu temperamentvoll ausfallen. Achten Sie dabei auch ständig auf die Mimik des Predigers, um nicht über’s Ziel hinauszuschießen!


Unangebracht dagegen sind sportliche Tätigkeiten, die Sie oder andere in Verletzungsgefahr bringen. So birgt das Hochwuchten möglichst vieler Gesangbücher spätestens vom 30. Buch an aufwärts das Risiko, dass diese beim Herabstürzen Gottesdienst-Teilnehmer ohne Helm verletzen. Ob Sie für das vorherige Austeilen von Helmen Zustimmung finden, bezweifle ich.

Das Überspringen mehrer gefüllter Bänke ist schwieriger, als Laien allgemein denken. Daher ist davon ebenso abzuraten wie von einer kleinen Krabbeltour, unterhalb der Sitzflächen gekrochen, versteht sich. Nicht jeder mag es, wenn jemand plötzlich an seinen Füßen entlang kriecht und eventuell noch Kommentare dabei abgibt.


Fassen wir zusammen: Als Kirchgänger stellen Sie sich rechtzeitig auf die Gefahrensituation „Predigt“ ein! Ergreifen Sie an Ort und Stelle nur solche Maßnahmen, die Ihnen weitere Gottesdienstbesuche nicht von vorneherein verbauen!


*) Warnhinweis: Predigtschlaf kann Ihre Gesundheit gefährden: siehe Artikel in „WELT ONLINE“ :

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13.10.2008

Lustobjekt Priesterkommunion

(Fortsetzung)

Bereits 2003 hat Papst Johannes Paul II.

in seiner Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ einen eindringlichen Appell ausgesprochen, die verbindlichen liturgischen Normen treu zu befolgen.

Das eucharistische Opfer ist „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“, erinnert bereits das Zweite Vatikanische Konzil.

Es geht also nicht um Randprobleme oder gestalterischen Kleinkram, wenn an der Feier der Eucharistie herumgebastelt wird. Die Art der Feier des Altarsakramentes ist wie ein Seismograph: ganz empfindlich wird hier angezeigt, wie weit der Kern unseres Glaubens schon von Erschütterungen erfasst wird, aus denen später ein Erdbeben entstehen kann.


In der Instruktion „Das Sakrament der Erlösung“ bzw. „Redemptionis sacramentum“ ( siehe Linktipp unten) zur erwähnten Enzyklika wird in acht Kapiteln detailliert erläutert, wie eine Heilige Messe gefeiert wird. Dabei werden keine neuen Vorschriften erlassen, sondern nur

die bereits geltenden Richtlinien an einem einzigen Ort zusammen-

gefasst. Manche dieser weltweit geltenden Klarstellungen zielen eher auf Missbräuche in anderen Teilen der Erde, viele aber auch auf die Kirche hier. Immer wieder kommt dabei das Anliegen zum Ausdruck, die Eucharistie vor Übergriffen und Gedankenlosigkeiten zu schützen.


In diesem Zusammenhang wird über die Kommunion der Priester im 4.Kapitel unter Punkt 3 wörtlich ausgeführt: „97. Sooft der Priester die heilige Messe zelebriert, muß er am Altar zu dem vom Meßbuch festgesetzten Zeitpunkt kommunizieren, die Kon-

zelebranten aber, bevor sie zur Kommunion-

austeilung gehen. Niemals darf der zelebrierende

oder konzelebrierende Priester bis zum Ende der Kommunion des Volkes warten, bevor er selbst kommuniziert.“

(Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 55; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 158-160; 243-244; 246.)


Wenn die heimischen Liturgie-Bastler dies bewusst ignorieren, liefern sie den Gläubigen nicht nur ein schlechtes Beispiel, was das Einhalten von kirchlichen Regeln betrifft. Sie demonstrieren damit nicht nur, dass ihnen eigentlich schnurz-egal ist, was allgemein gültig und beschlossen ist. Sie liefern nicht nur all denen Argumente, die ebenfalls machen, was sie wollen, z.B. unwürdig zur Kommunion gehen.

Nein, sie stoßen damit auch ihre Priesterkollegen und ihren Bischof vor den Kopf, denn in dessen Verantwortung liegt die Einhaltung der liturgischen Normen in seinem Bistum.


Wie soll er darauf reagieren? Die meisten Bischöfe halten sich bedeckt. Ob bei ihnen überhaupt der Wille besteht, auf die Einhaltung von gültigen Regeln zu drängen, weiß ich nicht. Im außerkirchlichen Bereich hätte es mit Sicherheit jede Menge Abmahnungen für die Bastler gegeben. Im Internet findet sich m.W. lediglich 2005 eine klare Anweisung des Bischofs von Speyer im Amtsblatt: „…Es geht nicht um Gängelung oder Rubrizismus, sondern um das rechte Verständnis dessen, was die Kirche tut und feiert. Wir feiern die Liturgie der Kirche, nicht die der Gemeinde oder des jeweiligen Pfarrers…Alle Bemühungen und Ermahnungen bleiben jedoch folgenlos, wenn eine Mentalität vorhanden ist, die alles aus Rom Kommende sofort als Störung von außen abwehrt oder es überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt; wenn sich der Einzelne über die liturgische Tradition und den Vollzug der Kirche verfügungsberechtigt fühlt und seine jeweiligen liturgischen Veränderungen, Streichungen oder Ergänzungen als gleichwertig betrachtet…“


Hier kommen wir zum eigentlichen Problem!

Der Priester hat möglicherweise gar nicht gründlich nachgedacht. Vielleicht will er mit der späten Priesterkommunion nur besondere Demut demonstrieren, indem er den anderen den Vortritt lässt?

Vielleicht hat er gar nicht verstanden, dass nicht er selbst im Mittelpunkt steht, sondern Christus!

Wie will er in der Kommunion weiterschenken, was er nicht selbst zuvor empfangen hat? Die Kirchenväter haben sich schon etwas dabei gedacht, wenn der Priester, der die feiernde Gemeinde vor Christus repräsentiert, selbst zuerst die Kommunion als Stärkung empfängt! Die Priesterkommunion gehört ihrem Wesen nach zum

absoluten Muss der Heiligen Messe, die der Gläubigen nicht – sie können im Gegensatz zum Priester den Leib Christi empfangen oder auch nicht.

So bleibt es bei Lichte betrachtet eigentlich nur Ahnungslosigkeit oder aber Selbstdarstellung und Wichtigtuerei, wenn ein Priester sich seine Messe selbst zurechtzimmert. Das ist in jedem Falle nicht nur bedauerlich, sondern eines Priesters unwürdig, der bei seiner Weihe hoch und heilig gelobt hat, ein gehorsamer Diener Christi und der Kirche zu sein. Die Heilige Messe ist keine Theater-Aufführung!


Die Instruktion im Wortlaut:

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08.10.2008

28.Sonntag im Jahreskreis A - 12.10.2008

(Fortsetzung)

Heutige Bibel-Experten rücken mit Recht davon ab, Kata-

strophen als unmittelbare Reaktion Gottes zu deuten. Wir wissen heute eben viel genauer, dass viele Unglücke direkt oder indirekt von Menschen zumindest mitverursacht wurden, wie z.B. die Klima-Diskussion zeigt.

Die Warnung Jesu vor dem Zorn Gottes bleibt dennoch aktuell, ebenso wie sein Aufruf, endlich die Einladung des Königs anzunehmen. Doch nicht jede Katastrophe auf der Erde meint Jesus, sondern das Gericht, das uns am jüngsten Tag erwartet. Gott lässt seiner nicht spotten, das bleibt gültig.


Das heutige Gleichnis hat noch einen zweiten Teil. Dieser zweite Teil ist mindestens so faszinierend wie der erste. Jesus zeigt hier mit eindringlichen Worten, wie absolut zuverlässig der liebende Gott ist.

Allen Beleidigungen zum Trotz fällt das Fest der Hochzeit eben nicht aus!

Das große Fest findet statt, auf jeden Fall! Alles ist schon vorbereitet, damit es ein einmalig schönes Fest wird.

Jesus sagt auch, dass der Festsaal voll werden wird. Dafür sorgt der König, dafür sorgt Gott. Die einen haben alle ihre Chancen ganz bewusst verspielt, und die anderen bekommen jetzt ihre Chance! Im wahr-

sten Sinne des Wortes sind es Dahergelaufene, die von den Dienern im Auftrage des Herrn in den Saal eingeladen werden.


Nicht die Festgäste bestimmen, wer am Fest teilnehmen darf. Über manch einen Gast wird man staunen, weil man diesen Sitznachbarn hier nicht erwartet hat. Niemand von den Eingeladenen hat über die Sitzordnung zu entscheiden. Wie gut, dass der König selbst festlegt, wer alles mit ihm feiern darf.

Es steht auch nicht im Ermessen der Diener, wen sie zum Fest einladen – sie sollen alle mitbringen, die sie antreffen. Ausdrücklich heißt es danach im Text:

„Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.“ -

Das ist nicht einfach zu verdauen! Nicht nur die Guten dürfen hinein, sondern ausdrücklich auch die Bösen. Wie kann Jesus nur so etwas sagen?


Schauen wir genauer hin! Da gab es schon so manchen Bösen, der ein Guter wurde – denken wir z.B. an den Apostel Paulus, der vom Verfolger der Christen zum glühenden Missionar wurde. Oder an den Zöllner Zachäus, der vom Obergauner zum groß-

zügigen Helfer wurde. Nicht das Böse-Sein ist hier im Blick, nicht das, was die Festgäste in ihrem Leben so alles angestellt haben. Hier sind Menschen, die ge-

strauchelt sind, die Hilfe brauchen. Sie unterscheiden sich von den arroganten Gästen am Anfang des Gleichnisses. Diese armen Schlucker hier nehmen das überraschende Geschenk an. Sie danken für die liebe Einladung und sagen spontan zu: Ja, wir kommen mit, auf der Stelle! Wir erweisen dem König dankbar die Ehre! Wir wissen es zu schätzen, dass er an uns gedacht hat!


Nun könnte man denken, Ende gut, alles gut. Der Saal ist voll, das Fest des Königs nimmt seinen Lauf, und alle sind glücklich. Ganz so einfach ist es aber doch nicht, wie Jesus nun zeigt. Der König entdeckt in der Menge der Gäste, die er sich offensichtlich ganz genau betrachtet, einen Gast, der völlig aus der Rolle fälllt. Der sitzt da ganz ungeniert in seinen Straßenklamotten, dreckig und speckig! Das ist dem König so wichtig, dass er sofort und schnurstracks auf den seltsamen Dreckspatz zusteuert. Er wirft ihn aber nicht mir nichts dir nichts hinaus, sondern spricht ihn erst einmal ganz freundlich an: „Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen?“


Der König beurteilt also nicht einfach nach dem Augenschein, sondern er spricht mit ihm. Vor allem: er will ihm zuhören, will seine Erklärung, seine eventuelle Entschuldigung hören. Wer sich in den damaligen Gepflogenheiten nicht auskennt, könnte meinen, mit dem Hochzeitsgewand bei armen Leuten verlange der König aber reichlich viel. Dem ist jedoch nicht so, wie man ja auch an den zahlreichen anderen armen Gästen sehen kann - sie alle haben ein Festgewand an. Die Erklärung dafür ist einfach: Viele Hochzeits-

gäste kamen damals von weit her, und nach einigen Tagesmärschen sahen sie und ihre Kleidung nicht mehr unbedingt ganz taufrisch aus. So war es Tradition, den Gästen im Eingangsbereich die Füße zu waschen und ihnen ein Festgewand zu überlassen, wenn sie keines hatten. Solche weißen Gewänder zum Überziehen über die Straßen-

kleidung waren damals also vor Ort leihweise gratis zu bekommen. Eigentlich kennen wir so etwas heute auch, denn heute wird nicht nur Berufskleidung vermietet, sondern auch festliche Kleidung bis hin zum Hochzeitskleid. Selbst die Spielbanken haben für ihre Besucher Krawatten und Sakkos vorrätig!


Wenn dieser Besucher der königlichen Hochzeit so demonstrativ gegen die Kleiderordnung verstößt, darf der Hausherr schon eine besonders gute Erklärung erwarten. Nicht nur er ist von dieser Schlamperei betroffen, sondern alle anderen Gäste, die sich an Ort und Stelle noch schick gemacht haben, um für das Fest auch gepflegt auszusehen. Wer mitfeiern will, muss sich schon ein wenig dafür vorbereiten, das kann man schon verlangen.

Der angesprochene Gast bleibt jedoch stumm. Er gibt dem König keine Antwort, keine Erklärung, keine Entschuldigung. Er sagt einfach nichts. Er denkt, dass er das nicht nötig hat. Der König soll froh sein, dass er überhaupt gekommen ist…!


Mit so einer Einstellung kann man doch nicht mit anderen gemeinsam feiern! Das ist wie eine faule Frucht, die andere anstecken kann. So etwas kann der König nicht akzeptieren, und deshalb lässt er diesen ungehorsamen Gast ruckzuck von seinen Dienern hinauswerfen.

Die ersten Christen haben gut verstanden, was Jesus damit sagen wollte: Es genügt nicht, von Gott eingeladen zu sein. Es genügt nicht, im Festsaal zu sitzen. Es genügt nicht, in der Kirche zu sitzen. Das ist noch kein Feiern. Du musst innerlich und äußerlich wirklich dabei sein wollen! Bereite dich so gut vor, wie es dir möglich ist. Ziehe das Festgewand auch an, das extra für dich bereitliegt. Das Fest Gottes kannst du nicht „einfach so“ feiern.

Da musst du nicht nur aus deinen Alltags-Klamotten raus. Du bist genauso gefährdet wie die zuerst eingeladen Gäste, wenn du nur mal eben so mitfeiern willst, weil das ja alle so machen, weil sich das so gehört. Von dir wird die bewusste Entscheidung erwartet!


Da liegt natürlich schnell der Vergleich mit liturgischen Gewändern und mit dem Taufkleid nahe. In der Taufe werden wir ein Gotteskind. Nachdem wir dem Bösen widersagt haben und versprochen haben, nach Gottes Willen zu leben, bekommen wir ein neues, festliches Kleid, und wir bekommen einen (neuen) Namen, auf den wir getauft werden. Noch deutlicher wird dies bei der Einkleidung z.B. in einem Kloster. Meist gibt es als Zeichen des völligen Neubeginns ein Gewand, das alle immer tragen, und man bekommt statt des alten bürgerlichen Namens einen Ordensnamen.


Gott hat uns zum Festmahl gerufen, nicht nur Priester und Ordensleute, jeden an seinem Platz. Werden wir seinem Ruf, seiner herzlichen Einladung folgen?




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Treffen sich zwei Bekannte auf der Straße.

Sagt der eine: "Mensch, weißt du, ich habe heute

3 Euro gespart. Ich habe heute morgen den Bus verpasst und bin den ganzen Weg dem Bus hinterher gerannt!"

Sagt der andere: "Mensch, bist du blöd, wärst du einem Taxi hinterher gerannt, hättest du jetzt schon 15 Euro gespart!"


Sagte der Biologie-Lehrer in der Schule: "Kann mir jemand erklären, warum Blähungen so stinken?"

Fritzchen aus der letzten Reihe: „Na klar! Das ist so, damit die Schwerhörigen auch was davon haben!"


Aus Schulaufsätzen:

Neben Prunksälen hatten die Ritter noch heizbare Frauenzimmer.

Wenn der Schutzmann die Arme gespreizt hat, will er damit verkünden, dass er gerade keinen fahren lässt.

Meine Oma ist jetzt im Altersheim, im neunten Stock. Sie braucht sich um nichts zu kümmern. Sogar das Essen kommt ihr hoch!

Dort, wo jetzt die Trümmer ragen, standen einst stolze Burgfräuleins und warteten auf ihre ausgezogenen Ritter.


Am nächsten Montag, 13.Oktober:


„Lustobjekt Priester-kommunion?

- Eigenmächtige

Liturgie-Designer

gegen Rom“

(Ein Kommentar.)



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