29.03.2010

Ostern - 04.04.2010

(Fortsetzung)

Zwei Engel als Boten Gottes wenden sich sofort an die Frauen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muß den Sündern aus-
geliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.“
-
So sind sie eben, die Engel: kurz und verbindlich im Ton. Sie sagen, was zu sagen ist, und das war’s dann auch schon. Eine Kurz-
unterweisung und Erinnerung, mehr ist nicht drin. Sie wissen sehr genau: Die Einzelheiten der Auferstehung würden wir ohnehin nicht verstehen. Und für ein bißchen small-talk sind sie nicht zu haben.
Der Auftritt der beiden Engel zeigt aber auch, dass das Ent-
scheidende nicht von uns Menschen ausgeht. Gott selbst wird tätig, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Durch seine Boten greift er ein, wenn es darauf ankommt, wenn er es für richtig und nötig hält. Was wir aber trotzdem wie die Frauen im Evangelium tun können: Genau hinhören, was Gott uns mitteilen will.
Wir haben ja sein lebendiges Wort, die Frohe Botschaft des Evangeliums. Wer an die Zeitumstellung denkt und sich auf Gottes Osterzeit umstellt, der tappt nicht mehr im Dunkeln, sondern dem geht ein ganz großes Licht auf: Wie wunderbar: Jesus lebt, Jesus der Herr ist wirklich für mich auferstanden!

Die Männerwelt hat sich im heutigen Evangelium ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Bibel scheut sich nicht, diesen peinlichen Fehler zuzugeben: Als die Frauen den Aposteln von ihrem Erlebnis am Grab erzählt haben, ist die erste Reaktion schon fast beleidigend für die Frauen. Die Apostel „hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen nicht“, heißt es. Erst die spontane Reaktion des Petrus macht seine Kollegen munter, denn der steht sofort auf und läuft zum Grab, so schnell er nur kann.
Petrus hat’s als erster Mann kapiert: Gott hat auf seine eindringliche Art JA und AMEN gesagt zu allem, was Jesus uns gelehrt hat. Und wir hier und heute haben wirklich allen Grund zum Jubel – halleluja und frohe Osterzeit!
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AM OSTERSONNTAG

Evangelium Joh 20,1-18:
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, daß der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweiß-
tuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.
Denn sie wußten noch nicht aus der Schrift, daß er von den Toten auferstehen mußte. Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du?
Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wußte aber nicht, daß es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du?
Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen.
Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.


GEDANKEN ZUR PREDIGT:

Osterfrauen, Ostermänner

Wissen Sie eigentlich, warum Jesus nach seiner Auferstehung zuerst einer Frau erschienen ist? - Ganz einfach: Damit die Nachricht möglichst schnell unter die Leute kam…
Was in diesem Scherz etwas frauen-
feindlich daherkommt, ist bei näherer Betrachtung eher das Gegenteil: Jesus hat in seinem Erdenleben vielfach gezeigt, dass für ihn im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen Frauen eben keine Menschen zweiter Klasse sind, die damals z.B. noch nicht einmal vor Gericht als Zeugen zugelassen waren. Viele Bibelstellen zeugen davon, wie Jesus ohne Vorbehalte mit Frauen im Gespräch war. Ganz selbstverständlich gehörten auch Frauen zum Kreis derer, die ihn nach Kräften unterstützten oder sogar mit ihm und den Jüngern von Ort zu Ort zogen.
Am heutigen Ostermorgen bringt uns der Evangelist Johannes unter anderem eine Frau in Erinnerung, die Jesu Hilfe und Güte erfahren hatte und ihm seitdem folgte: Maria Magdalena, eine unverheiratete Frau aus dem Fischerdorf Magdala, wie ihr Nachname verrät. Es lohnt sich, einen näheren Blick auf sie zu werfen. Wie wir sehen werden, ist sie eine mutige, engagierte Frau, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt.

Dabei fing alles wenig erfreulich an. Maria Magdalena wurde , wie wir aus dem Lukas-Evangelium (Lk 8,2) wissen, von dämonischen Mächten gequält, die ihr tägliches Leben bestimmten. Ihre Krankheit muss sehr heftig gewesen sein, denn die Bibel erzählt von insge-
samt sieben Dämonen, die Jesus bei ihr austrieb. Aus
einer Frau, die entsetzlich litt und sich sicher kaum noch aus dem Haus traute, wurde nach der Berührung durch Jesus eine begeisterte und treue Jüngerin. Maria Magdalena hatte die Heilkraft Jesu am eigenen Leib erfahren. Das war wie eine Befreiung aus der Sklaverei für sie!
Nun wollte sie ihm und seiner Sache dienen. Zusammen mit anderen Frauen unterstützte sie ihn nach Kräften und kümmerte sich z.B. um die Versorgung aller. Ausdrücklich wird in der Bibel erwähnt, dass sie dabei für Jesus ihr Hab und Gut einsetzte, d.h. sie war offenbar wohlhabend und finanzierte vieles aus eigener Tasche. Wie mutig Maria Magdalena war, wird uns aber erst bewusst, wenn wir an die Kreuzigung Jesu denken. Während sich die meisten der männlichen Jünger aus Angst vom Kreuz fernhielten, gehörte sie zu den starken Frauen, die bei Jesus am Kreuz ausharrten. Da die Römer wollten, dass Gekreuzigte ohne jeden Beistand starben und niemand um sie trauern sollte, war dieses Verhalten riskant. Wachsoldaten vor dem Kreuz und vor dem Grab konnten Sympathisanten festnehmen. Und die Römer waren mit ihren Strafen wenig zimperlich, wie wir wissen. Dennoch: Maria Magdalena und einige wenige Getreue, fast nur Frauen, harrten in der Nähe des Kreuzes aus und ließen Jesus in seiner Todesstunde nicht allein.

Im heutigen Evangelium erfahren wir, dass sich diese Maria Magdalena in großer Trauer um ihren Herrn noch in der Morgen-
dämmerung des Ostertages auf den Weg zu Jesu Grab macht. Die Herren der Schöpfung unter den Jüngern Jesu haben sich voller Angst und auch aus Enttäuschung irgendwo verkrochen oder sind sogar in den Alltag ihrer Heimatorte zurückgekehrt. Für alle steht leider fest: nun ist alles aus. Alles war vergebens. Jesus ist tot. Mit ihm sind alle unsere Hoffnungen begraben.
Maria Magdalena ist voller Trauer um den Herrn, und sie tut, was auch wir bei unseren lieben Verstorbenen tun: Sie besucht das Grab, um zu trauern und zu beten. Sie verdrängt ihre Trauer nicht, sondern diese Frau steht dazu und will wenigstens jetzt bei ihrem Herrn sein, der in den letzten Monaten zum Sinn, zur Mitte ihres Lebens ge-
worden ist. Ihre Treue macht auch vor dem Tod nicht Halt. So ist das heutige Evangelium ein deutliches Lob auf Maria Magdalena und auf all die starken Frauen, die ausharren, wo die meisten Männer längst aufgegeben haben, sei es in der Familie, in der Arbeit für die Kirche oder sonstwo.

Als Maria Magdalena in der Dämmerung am Grab angekommen ist, wartet jedoch der nächste Schicksalsschlag auf sie: Die Grabhöhle ist nicht mehr verschlossen, der schwere Stein zum Verschluss des Eingangs ist weggeschoben worden. Ohne ins Grab hinein-
zuschauen, ist ihr klar: Da waren Grabräuber am Werke. Der Leich-
nam ist weg. Ihre Trauer wird immer größer: Nun kann sie ihren Herrn noch nicht einmal mehr an seinem Grab besuchen!
Im Evangelium heißt es weiter: „Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.“ - Für Maria Magdalena gilt jetzt Alarmstufe Rot: Entsetzt rennt sie zu Simon Petrus, so schnell sie kann. Wörtlich übersetzt heißt es sogar: „Sie stürzte vom Grab weg…“ – da können wir heute noch ihre helle Aufregung verspüren.
Offenbar weiß sie auch ganz genau, wo die meisten Jünger sich aufhalten, denn sie eilt zielstrebig zu Simon Petrus. Sie informiert ihn rasch und benutzt dabei den Ausdruck „…und wir wissen nicht…“, was uns anzeigt, dass sie wohl zusammen mit anderen Frauen am Grab war, die der Evangelist aber nicht ausdrücklich benennt.
Wie unfassbar ihre Nachricht ist, zeigt die Reaktion: Die beiden Männer gehen nicht zum Grab, sondern im Evangelium heißt es: „… sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.“
Simon Petrus war ja nicht mehr der Jüngste, da war es sicher nicht nur merkwürdig, ihn so rennen zu sehen, sondern es war auch klar, dass er mit dem Tempo des Jüngeren nicht mithalten konnte. Dieses Wettrennen musste er also zwangsläufig verlieren…
Die kleine Szene ist dennoch sehr aufschlussreich für uns: Mit dem Warten des Schnelleren - er geht ja nicht ins Grab hinein, sondern beugt sich nur mal vor, um einen vorsichtigen Blick hineinzuwerfen - kommt die Autorität und Vorrangigkeit des Petrus unter den Jüngern zum Ausdruck. Das Rennen, also die höchste Eile der erwachsenen Männer, verrät aber auch, wie sehr die Jünger im Herzen doch an Jesus hängen, trotz ihrer Feigheit und Trägheit. Nun sind sie wie elektrisiert. Ihnen ist klar: Da ist etwas im Gange! Jetzt gilt es herauszubekommen, was da los ist!...
Petrus geht als Erster in die Grabhöhle hinein. „Er sah die Leinen-
binden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammen-
gebunden daneben an einer besonderen Stelle“
, schildert das Evangelium seine Beobachtung.
Auch hier ist jedes Wort wichtig. Die Leinenbinden und das Schweißtuch sind nicht nur im Grab vorhanden, sondern auch noch an verschiedenen Stellen ordentlich zusammengefaltet abgelegt. Was hat das zu bedeuten?
Grabräuber als Täter dürften somit ausscheiden. Wer einen Toten stehlen will, wickelt ihn nicht im Halbdunkel der Grabeshöhle aus den Tüchern aus, um ihn dann nackt abzutransportieren. Und jemand, der es eilig hat, wird auch auf keinen Fall die Tücher nach bester Hausfrauenmanier säuberlich zusammengefaltet ablegen.
Wer Angst vor Entdeckung hat, wird sich so schnell wie möglich mit seiner Beute aus dem Staube machen. Damals wusste jeder, dass das Grab im Blickfeld römischer Soldaten war.
Der Begleiter des Petrus ist nicht nur der Schnellere beim Laufen, sondern auch beim Nachdenken. Das Evangelium schreibt über ihn: „…er sah und glaubte.“ - Von Petrus zu diesem Zeitpunkt jedoch noch kein Wort.
Er ist noch nicht so weit. Das ist wie im wirklichen Leben: Die Autoritäten und Amtspersonen brauchen halt manchmal etwas länger…! - Jedenfalls sind die beiden Männer unschlüssig, welche Konsequenzen sie für sich aus dem Gesehenen zu ziehen haben. Sie entscheiden sich für die auch heute vielfach bewährte Methode: einfach erst mal abwarten!
So gehen sie erst einmal nach Hause, denn hier am Tatort tut sich offenbar momentan ohnehin nichts. Maria Magdalena jedoch geht nicht einfach wieder zur Tagesordnung über. Sie bleibt draußen vor dem Grab und weint. Unmöglich, jetzt einfach nach Hause zu gehen! Zu groß ist ihr Schmerz über den Verlust! Ihre Welt ist hier zusammengebrochen, alle Hoffnungen sind dahin. - Da kann man doch nicht einfach weitermachen, als wenn nichts gewesen wäre! Sicher ist sie über das Verhalten der Männer enttäuscht, für die das Denken offenbar wichtiger ist als das Gefühl.
Maria Magdalena betritt das Grab nicht, die Stätte des Todes. Zu aufgewühlt sind ihre Gefühle. Sie bleibt draußen, aber nach einiger Zeit wirft sie doch einen vorsichtigen Blick hinein. Da sieht sie, was die beiden Männer entweder übersehen haben oder aber nicht sehen konnten, weil ihre Blicke und ihre Gedanken auf die Tücher kon-
zentriert waren. Die Frau hat einen anderen Blick; das erinnert an das Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist…“ -
Diese Frau sieht das Wesentliche, sie sieht mit ihren Augen und mit ihrem Herzen. Zwei Engel kann sie erkennen, und die beiden sprechen Maria Magdalena sogar an: „Frau, warum weinst du?“ - Offenbar wollen die himmlischen Boten erreichen, dass die Frau ihre Trauer, ihren Schmerz noch einmal ganz klar ausdrückt, dass sie also Farbe bekennt, wie es um sie steht.
Maria Magdalena scheut sich nicht, ihre Hilflosigkeit zuzugeben.
„Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.“ - Inzwischen hält sie es also auch für denkbar, dass der Leichnam aus welchen Gründen auch immer in eine andere Grabstätte verlegt worden ist.
Unvermittelt, als wenn die Engel dafür gesorgt hätten, dreht sie sich jetzt um, macht eine entscheidende Wende und sieht in der Nähe eine Gestalt stehen, die sie aber nicht erkennt. Diese Gestalt stellt ihr die gleiche Frage wie die beiden Himmelsboten, was ihr offenbar nicht bewusst ist: „Frau, warum weinst du?“ - Ergänzend fragt der unerkannte Jesus noch: „Wen suchst du?“
Wenn Jesus eine Frage stellt, deren Antwort er längst weiß, dann geht es ihm wie den Engeln darum, beim Menschen eine klare Aussage, ein klares Bekenntnis zu erreichen. Dass Maria Magdalena ihren Herrn jetzt nicht erkennt, mag uns erst einmal verblüffen. Sie hält ihn sogar für einen der Gärtner, die die gepflegte Friedhofsanlage in Ordnung halten. Das gab es also damals schon!

Für uns ist dieser Hinweis auf das Nichterkennen des auf-
erstandenen Herrn sehr interessant. Er zeigt uns, dass Jesus in diesem Stadium zwischen Auferstehung und Himmelfahrt in seiner wahrnehmbaren Gestalt nicht einfach 1 : 1 und Zentimeter für Zentimeter für die Menschen so aussieht wie vor seinem Leiden und Sterben. Der Auferweckte ist als der verklärte Herr schon ein Stück weit auf dem Wege zu seinem himmlischen Vater.
Maria Magdalena nimmt all ihren Mut zusammen. Sie verrät dem Fremden zwar nicht, warum sie weint, aber aus ihrer Gegenfrage wird dies sofort klar. Sie spricht den vermeintlichen Gärtner an, er möge ihr doch bitte verraten, wohin man den Leichnam gebracht habe. Sie will ihn holen und dann sicher einbalsamieren und in allen Ehren beisetzen.
Der vermutete Gärtner jedoch beantwortet ihre Frage nur mit einem einzigen Wort. Und dieses eine Wort lässt die Trauernde zu-
sammenzucken. Jesus spricht sie ganz ruhig mit ihrem eigenen Namen an: „Maria!“
Sie erkennt sofort den Klang der Stimme, die herzliche Art, wie sie angesprochen wird. Das ist jetzt wie ein Blitzeinschlag, wie etwas, was ihr die Beine wegzieht! Wir sagen manchmal, einer steht da wie vom Donner gerührt. So ähnlich ist das hier: Kein Zweifel ist möglich – das ist er, das ist eindeutig Jesus, ihr Herr!
Maria ist aber auch in dieser Situation nicht auf den Mund gefallen. Schnell hat sie sich wieder gefangen, dreht sich ganz zu ihm um und spricht ihn ehrerbietig an: „Rabbuni!, das heißt: Meister.“ - In diesem knappen Wort ist alles enthalten: ihr Glaube an den auferstandenen Herrn, ihr übergroßes Glück, ihn wieder vor sich zu haben und auch ihre Hoffnung, dass die Sache Jesu nun so weitergeht wie vor seinem Tod.
Ihr größtes Glück wäre, wieder bei ihrem Herrn sein zu dürfen,
ihm zu dienen, damit er den Kopf frei hat für seine Aufgaben. Ihre himmelhoch jauchzende Freude erhält aber einen schmerzlichen Dämpfer. Jesus erklärt: „Halte mich nicht fest…“
Man kann das auch so ausdrücken: Niemand darf mich jetzt für sich vereinnahmen, so lieb das auch gemeint sein mag. Ich bin auf dem Wege zum Vater im Himmel. - Auch du musst jetzt loslassen lernen!
Deine tiefe Trauer ehrt dich, aber nun musst du nach vorne blicken. Lass los, trenne dich von deinen ein Stück weit auch egoistischen Wünschen nach mir. Meine Mission ist erfüllt, ich kann dir und euch jetzt nicht so wie bisher zur Verfügung stehen. Mein Vater hat mich auferweckt, zu ihm kehre ich zurück.

Maria Magdalena hat verstanden. Ihr Herz ist sicher schwer, aber sie hat verstanden, dass sie nun nach vorne schauen muss. So schön es wäre, Jesus um sich zu haben – sie muss diesen Gedanken loslassen! Sie muss nun in ihrem Innersten ein großes Wendemanöver durch-führen, das genau so schwierig ist wie etwa das Wenden beim Segeln. Jetzt gilt ein neuer Kurs - alle Kraft und Aufmerksamkeit voraus!
Dem entspricht auch der Auftrag Jesu an sie: Sie soll zu seinen Brüdern gehen – so liebevoll bezeichnet er hier seine Jünger - und ihnen berichten: „… sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.“

Maria Magdalena, eine mutige Frau und erste Zeugin der Auf-
erstehung, wird auch zum ersten Bekenner des Glaubens. Sie verkündet: „Ich habe den Herrn gesehen.“ - Damit ist alles gesagt: Ja, Gott hat diesen Jesus Christus, seinen Sohn, von den Toten auferweckt. Ja, ich bin Zeuge und verbürge mich dafür. Ja, ich glaube diesem Jesus und ich folge ihm, denn seine Sache geht weiter. Ja, ich weiß, dass ich diesen Jesus als meinen Herrn nicht für mich vereinnahmen kann, so sehr ich mich auch über seine persönliche Zuwendung freue. Ja, der Tod ist von Gott endgültig besiegt worden. Darauf darf ich auch für mich vertrauen. Halleluja!

Was wäre wohl geworden, wenn Maria Magdalena nicht so ausdauernd und mutig gewesen wäre? Wir wissen nicht, welchen Weg Gott dann gegangen wäre, damit die Begegnung mit dem Auferstandenen bezeugt werden konnte. Aber eines wissen wir: Diese Frauen und Männer wurden verwandelt zu Osterfrauen und Ostermännern, zu österlichen Menschen. Ihr Bekenntnis, das bei vielen später sogar bis hin zum Tod als Märtyrer ging, hat mit-
geholfen, dem Christentum und seinen Wertvorstellungen den Weg zu bahnen. Diesen und vielen anderen österlichen Menschen haben wir viel zu verdanken.
Auch unser Glaube ist nicht aus dem Nichts erwachsen. Viele haben ihren Glauben bezeugt, auf die eine oder die andere Weise, manche mit Worten, manche mit Taten, einige mit ihrem Leben. Auch in unserem persönlichen Umfeld gab es österliche Menschen, durch deren Bekenntnis der Glaube in uns wachsen konnte. So dürfen wir heute mit vollem Herzen in den Osterjubel einstimmen: Halleluja, der Herr ist wirklich auferstanden!
Damit auch kommende Generationen in dieser Osterfreude der Christen leben können, sollten wir an Menschen wie Maria Magdalena denken und in unserer Familie, in unserem Umfeld mutig bezeugen: Ja, der Herr lebt! Halleluja! Dann ist bei uns und in uns wirklich Ostern geworden. Amen.

Werkblätter der Kath. Landvolkbewegung
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Dr. Meinrad Limbeck: „Ist Jesus wahrhaft auferstanden?“ (pdf)
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Kindergottesdienst-Tipps für Ostern
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Allerlei Oster-Linktipps nicht nur für Kinder
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Artikel über das Osterlachen
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Längerer Artikel über die Auferstehung
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Warum leben Frauen länger als Männer?
Weil der liebe Gott ihnen die Zeit gutschreibt, die sie für's Einparken benötigen.

"Woher hast Du das blaue Auge ?", fragt Georg seinen Kollegen.
"Ach, als wir gestern bei Tisch gebetet haben '... und erlöse uns von dem Übel !' , hab ich zufällig meine Schwiegermutter angeguckt ...

Allgemeine Verkehrskontrolle. Der Polizist untersucht gründlich, und so bleibt der Erfolg auch nicht aus: „An Ihrem Wagen ist das linke Abblendlicht nicht in Ordnung. Das kostet Sie 10 Euro. Sind Sie mit Sofortzahlung einverstanden?“ – Der Autofahrer: „Na klar, in der Werkstatt hätte mich das mindestens 15 Euro gekostet!“

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22.03.2010

Palmsonntag C - 28.3.2010

(Fortsetzung)

Der Pilgerzug näherte sich langsam seinem Ziel, und ganz sicher hatten die Ordnungshüter schon sämtliche Augen auf ihn geworfen. Wie wir im Evangelium gehört haben, hat die geistliche Elite in Jerusalem, die Schriftgelehrten und Pharisäer, jedenfalls schon ihren ersten Grund zum Einschreiten gefunden.
Sie protestieren bei Jesus: „Meister, bring deine Jünger zum Schweigen!“ - Die Jünger Jesu sollen also schweigen und den anderen nicht sagen, wer da gerade ankommt. Ist das nicht typisch? Gilt das nicht bis heute?
Damit sind wir auch bei uns selbst angekommen: Was ist eigentlich mit uns, mit jedem persönlich? Ist er wirklich der König meines Lebens, unter dessen Herrschaft ich mich begebe?
Bereite ich Jesus den Weg zu mir und zu anderen?
Lasse ich mich als Christ vom Gerede der anderen zum Schweigen bringen?
Wenn auch ich Jesus auf seinem weiteren Weg begleiten will, muss ich mit Schwierigkeiten rechnen. Das hat er seinen Jüngern immer wieder eindringlich gesagt. Der persönliche Kreuzweg ist kein Spazierweg, und manchmal ist er sogar zum Davonlaufen…
Die Verspottung unseres Herrn und unseres Glaubens hat eine lange und unangenehme Tradition. Das musste z.B. auch Alexamenos erfahren, dessen Name auf einem eingeritzten Wandbild aus dem
zweiten Jahrhundert nach Christus zu lesen ist. Auf dem römischen Hügel Palatin wurde das Spottbild 1857 in Ruinen entdeckt. Es zeigt Alexamenos, einen Auszubildenden für Pagen, also für Diener am römischen Hof. Dieser Jugendliche steht mutig zu seinem Glauben und betet seinen Gott an, und so heißt auch das Bild. Doch da ist etwas Ungeheuerliches: die Spötter zeichnen den Gott, der da am Kreuz hängt, als einen Mann mit einem Eselskopf!
Ja, so ist das in den Augen einer Welt, die nicht verstehen kann
und nicht verstehen will: Unser Gott ist ein Gott, der sich für uns Menschen so klein und demütig macht, dass er allen Spott und alle Erniedrigung geduldig erträgt. Ob das damit zu tun hat, dass Gott hat eine ganz besondere Beziehung zu Eseln hat?

Text der Passion zum Vortrag am Palmsonntag (pdf)
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Exegetisch-theolog. Kommentar zu Lk 19,28-40 (pdf)
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Palmsonntag erklärt von „katholisch.de“
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Palmsonntag erklärt von „kirchensite“ Bistum Münster
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Preisgekrönte Internetseite des Benediktinerklosters Nütschau
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Ein Patient sieht sehr schlecht aus. Der Arzt rät ihm: „Sie müssen unbedingt mit dem Rauchen aufhören. Höchstens eine Zigarette nach dem Essen!“
Vier Wochen später kommt der Patient zur Nachuntersuchung.
Der Arzt ist begeistert: „Sie sehen ja prächtig aus! Sogar ordentlich zugenommen haben Sie!“
Der Patient: „Kunststück, bei täglich 20 Mahlzeiten!“

Sagt der Urlauber zu seinem Nachbarn: "Treiben Sie Sport?"
"Ja, Bogenschießen."
"Alle Achtung, geradeaus ist ja schon schwer genug."

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16.03.2010

5. Fastensonntag C - 21.3.2010

(Fortsetzung)

Das Gesetz Mose ist eindeutig, da haben die ehrenwerten Schriftgelehrten absolut recht. Doch ebenso aufschlussreich ist, was da genau steht: „Wenn ein Mann dabei ertappt wird, wie er bei einer verheirateten Frau liegt, dann sollen beide sterben, der Mann, der bei der Frau gelegen hat, und die Frau. Du sollst das Böse aus Israel wegschaffen.“ (Dtn 22,22) - Die Absicht dieses Gebotes für die Israeliten war klar: Da die Ehe immer im Angesicht Gottes geschlossen wird, ist eine eheliche Untreue nicht nur ein schrecklicher Betrug am Ehegatten, sondern auch eine grobe Untreue und Undankbarkeit gegen Gott selbst und sein Gebot. So wollte man das hohe Gut der Ehe und Gottes Ehre durch diese abschreckende, drastische Strafe wirksam schützen.
Warum aber ausgerechnet die Todesart der Steinigung? - Dies war eine Strafe, bei der nicht einer allein das Urteil vollstrecken musste, sondern alle, und zwar die Zeugen und die Ältesten des Dorfes zuerst. Alle waren beteiligt, niemand war allein dafür verantwortlich. Deutlicher konnte auch der Ausstoß aus der Gemeinschaft nicht demonstriert werden. - Um aber in der Praxis sicherzugehen, dass die Steinigung nicht aus irgendwelchen ausgedachten Rache-
gründen geschah, etwa um einen ungeliebten Ehepartner aus dem Weg zu räumen, waren etliche gerichtliche Sperren eingebaut, unter anderem die Aussagen von mindestens zwei Zeugen.

Nun stehen sie also da vor Jesus mit der er-
tappten Frau. Ihre Frage steht im Raum: „Nun, was sagst du?“ – Und das Evangelium fügt noch sicherheits-
halber hinzu, damit es auch jeder kapiert: „Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen.“
So ist das also. Es geht den Anklägern eigentlich nur am Rande um diese Frau, die das Pech hatte, bei ihrer schändlichen Tat erwischt zu werden. Das wirkliche Ziel ihrer Aktion ist Jesus selbst.
Ihn, ihren Ruhestörer und Konkurrenten um die Sympathie des gläubigen Volkes, wollen sie endlich aus dem Wege räumen.
Das erklärt auch, warum sie Jesus im Tempel sitzend und lehrend aufsuchen. Hier, in seiner Funktion als Lehrer der Gebote Gottes und an heiliger Stätte, genau hier muss er Farbe bekennen. Wie oft haben sie gehört, wie wunderbar er von der Liebe und Barmherzig-
keit Gottes regelrecht geschwärmt hat. Das Gleichnis vom ver-
lorenen Sohn am vergangenen Sonntag erinnert uns ganz aktuell daran. Die Zuhörer Jesu fanden solche Beispiele natürlich immer ganz toll.
Nun aber wollen sie ihn endlich mal festnageln. Wie ist das denn ganz konkret mit deiner Lehre von der Barmherzigkeit? Wie ist das, wenn die große Schuld ganz eindeutig feststeht? Und vor allem: Wie ist das, wenn ein Gebot Gottes, wie es in den Heiligen Schriften steht, nun auch mal mit aller Konsequenz von dir selbst mit unterschrieben werden muss?
Man kann sich gut vorstellen, wie schlau sie sich vorgekommen sind mit diesem Schachzug. Jesus kann sich jetzt nicht mehr mit irgend-
welchen Nettigkeiten über einen liebenden Gott herausreden. Das Gesetz sagt eindeutig: Diese Frau muss sterben.
Gibt Jesus dazu nicht seine Zustimmung, dann sitzt er in der Falle. Dann hat er gegen eine ausdrückliche Weisung Gottes verstoßen. Dann haben wir was Handfestes, um ihn beim Hohen Rat zu verklagen. Wenn Jesus aber tatsächlich der Tötung dieser Frau zustimmt, dann wird es im Volk leise um ihn werden. Dann werden sie endlich kapieren, dass auch er nur mit Wasser kocht. Dann ist Schluss mit seinen Sprüchen über Barmherzigkeit. Dann ist sein Ruf ruiniert. - Wirklich, eine geniale Falle, eine echte Zwickmühle, ein garantiertes Schachmatt!

Natürlich hat Jesus ihr böses Spiel sofort durchschaut. Sie präsen-
tieren ihm einen eindeutigen Fall. Wenn er jetzt fragen würde, wo sie denn wohl den Liebhaber versteckt haben, käme das gar nicht gut an. Ebenso dürfte es auf wenig Gegenliebe stoßen, wenn er nähere Einzelheiten über die genauen Umstände und die Beobachtungs-
gabe der Zeugen erfragen würde. Sollte er es gar wagen, die Frage zu stellen, wie es bei dieser Ehefrau eigentlich dazu kommen konnte und ob vielleicht ihre Ehe unglücklich war und ihren Ehemann etwa durch Lieblosigkeit auch eine Mitschuld träfe – das gäbe an Ort und Stelle einen Aufruhr gegen ihn!
Es ist jetzt still um Jesus, so still, dass man die sprich-
wörtliche Steck-
nadel fallen hören könnte. Die Ankläger warten. Die Sekunden vergehen. - Da geschieht etwas völlig Unerwartetes. Der sitzende Jesus bückt sich und schreibt mit dem Finger auf die Erde. Sicher schauen die Umstehenden staunend hin. Was macht er denn da?
Was schreibt er nur? – Wir heute werden es leider nie erfahren, denn das Evangelium hüllt sich darüber in Schweigen. Bibelwissenschaftler spekulieren darüber, ob er vielleicht den so schriftkundigen Anklägern einen Vers des Propheten Jeremia (17,13) hingeschrieben hat, wo dieser den heuchlerischen Führern Israels verkündet, dass alle, die sich von Gott abwenden, in den Staub geschrieben werden.

Die Reaktion Jesu ist jedenfalls genial. Er hat den hinterhältigen Anklägern keine Munition für weitere Aggressionen geliefert. Indem er gar nichts sagt, bringt er sie erst einmal aus der Fassung, denn damit haben sie nicht gerechnet. Unsere ganz modernen Psychologen und Streitschlichter haben da ihr großes Vorbild, wie man den Lawineneffekt einer Aggression erst einmal bremsen kann.
Die Ankläger schlucken erst mal. Sie müssen eine Pause einlegen. Sie müssen sich neu sortieren.
Doch es hätte auch uns gewundert, wenn sie ihren großangelegten Angriff so schnell abblasen würden. Sie wollen ihn zu fassen kriegen, und zwar heute, das ist klar. Das Evangelium verrät uns, wie es weitergeht: „Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.“
Sie verhalten sich wie ein Raubtier, das sich in sein Opfer verbissen hat. Sie lassen nicht locker. Er muss heute Farbe bekennen, so oder so. Heute ist unser großer Tag. - So denken sie, doch bald folgt die Ernüchterung: Jesus steht von seinem Platz auf. Aug in Auge steht er ihnen gegenüber. Und dann bestätigt er zu ihrer Überraschung die Richtigkeit der Regelung des Mose. Ja, das ist gerecht, wenn eine solche Sünde so hart wie möglich bestraft wird. Ja, das Gesetz gilt!
Einen faulen Apfel darf man auch nicht in der Kiste bei den anderen belassen, sonst werden im Nu die anderen mit ange-
steckt. Die Sünde wird sich rasant ausbreiten, wenn man das Böse einfach gewähren lässt. Das Böse muss also durch geeignete Maßnahmen bekämpft werden. Gott lässt seiner auf Dauer nicht spotten.

Jesu Zuhörer kommen aber nicht dazu, sich jetzt die Hände zu reiben. Die Sünde wird zwar bestraft, sagt Jesus, aber die Frage ist doch, wer eigentlich das Recht dazu hat. Bestrafen kann doch wohl nur der, der selber keinen Dreck am Stecken hat. Ein Urteil kann sich doch wohl nur der erlauben, der selber absolut gut und ohne Sünde ist. „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster…“ – Jetzt sind die Saubermänner vollends irritiert. In der Masse sind sie stark.
Da kann sich jeder wunderbar in der Meute verstecken. Niemand ist persönlich so leicht zur Verantwortung zu ziehen. Jeder hat ja angeblich nur mitgemacht. So funktioniert das bis heute, z.B. bei Gewaltakten von hasserfüllten Gruppen.
Was Jesus jetzt macht, das lehren heute endlich auch die Psycho-
logen: Die anonyme Menge muss aufgeweicht werden, auch die anonyme Menge von schweigenen Zuschauern, die bei Gewalt nicht schützend eingreifen, sondern nur glotzen. Du musst die Einzelnen in die Verantwortung nehmen: Du da, hilf mir! Du da, du bist später Rechenschaft schuldig!

So, sagt Jesus, dann bitte jetzt mal zum Steinewerfen vortreten, wer selber ohne Sünde ist. – Und dann verschafft er allen die nötige Zeit, um die eigenen Gedanken neu zu ordnen. Wieder schreibt Jesus mit dem Finger auf die Erde, schweigt aber auch wieder dabei. - Das muss man schon zur Ehrenrettung der Angreifer Jesu sagen: Ganz offensichtlich haben sie alle jetzt gründlich nachge-
dacht. Es ist, als habe Jesus sie aus einem Traum wachgerüttelt. Nein, unschuldig bin ich nun wirklich nicht, weiß Gott nicht. Wenn es danach ginge, wie oft hätte mich selbst die Strafe Gottes treffen müssen, hart wie ein geworfener Stein. Aber es hat mich nicht getroffen. Vielleicht habe ich nur Glück gehabt. Zumindest bis jetzt.
Nein, diese Verantwortung, diese Frau zu steinigen, kann ich mir nicht auf den Buckel laden. Das soll dann doch lieber ein anderer machen.

Sie sind wach geworden, wach der eigenen Schuld gegenüber. Manche schlucken sicher gerade. Puh, das war knapp! Was hätte ich da beinahe getan? Mit schamrotem Gesicht treten sie ab, und dabei machen die Ältesten, also die Hauptverantwortlichen, immerhin den erfreulichen Anfang. Im Evangelium steht: „Als sie seine Antwort gehört hatten…“ – Dabei heißt es im Original noch viel schöner:
„Die Hörenden gingen fort…“
In diesem Augenblick sind sie Hörende, sind sie wirkliche Hörer des Wortes Gottes, und nicht ungebetene und unbefugte Richter.
Zum Schluss sind tatsächlich alle von der Bildfläche verschwunden. Jesus ist noch da, und die namenlose Frau steht noch wie angewurzelt an ihrem Platz in der Mitte. Wahrscheinlich kann sie noch gar nicht fassen, was da jetzt gerade passiert ist. Sie steht da wie unter Schock. Jesus spricht sie vorsichtig und mit viel Feingefühl an, um ihr die Sprache wieder zurückzugeben: „Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt?“
Damit hilft er der verdatterten Frau, ihren Augen zu trauen. Nein, das ist kein Traum. Sie sind wirklich weg, und ich lebe immer noch! - Endlich ist sie in der Lage, diese Wirklichkeit für sich wahrzu-
nehmen. Langsam findet sie Worte, kann auf die Frage Jesu antworten: „Keiner, Herr.“ -
Und dann der Schluss-Akkord Jesu: „Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“
Nein, Jesus redet ihre große Schuld nicht klein. Da wird von ihm nichts beschönigt oder unter den Teppich gekehrt. Doch Jesus will nicht Leben vernichten, sondern er will Leben retten, und das hat er auch hier gemacht. Er verurteilt sie nicht, er lässt Gnade vor Recht ergehen, er schenkt ihr einen neuen Anfang, ein ganz neues Leben, neue Hoffnung, neues Glück.
Da gibt es bei ihm auch nichts Kleingedrucktes. Nein, das steht da ganz fett in Großbuchstaben: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“ - Eigentlich hast du den Tod verdient, doch ich bin dein Retter, ich schenke dir das Leben. Nutze diese einmalige Chance, aber nutze sie gut!

Spätestens jetzt haben wir gemerkt: Da bin ja auch ich mitgemeint! Auch bei mir will Gott der Retter sein. Aber auch bei meinen Mitchristen, bei meinen Mitmenschen will er neues Leben schenken. Bei uns allen gibt es diese mehr oder weniger tiefschwarzen Stellen, die wir so gerne verbergen wollen. Wir alle können wie diese Ehe- brecherin sein, wenn wir die Treue zu Gott und seinen Geboten brechen.
Fragen wir uns auch kritisch, was wir selbst für den Umgang mit anderen gelernt haben. Spielen auch wir uns zu Zeugen und Richtern auf, wenn es gilt, andere zu erwischen, vorzuführen und zu verurteilen?
Wie sind wir Menschen gegenüber, die bekanntermaßen schuldig geworden sind – wollen wir sie steinigen oder schenken wir ihnen eine neue Chance?
Das sollten wir uns ganz dick hinter die Ohren und in die Herzen schreiben: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ (Mt 5,45b)

Predigtgedanken Prof. Dr. Dr. Klaus Müller
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Prof. Dr. Klaus Berger: „Ein Neuanfang…“ (aus „DIE TAGESPOST“)
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Liturgische Bausteine zum MISEREOR-Sonntag (pdf)
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Der Alltag: Kondomproben u.a. für deutsche Schüler (pdf)
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„Chef, darf ich heute zwei Stunden früher Schluss machen?
Meine Frau will mit mir einkaufen gehen."

Der Chef grimmig: „Das kommt gar nicht in Frage."
„Vielen Dank, Chef, ich wusste, Sie würden mich nicht im Stich lassen!“
Ein Ehepaar, welches mittlerweile 15 Jahre miteinander verheiratet ist, geht zu einem Eheberater, weil es schwerwiegende Probleme in ihrer Beziehung hat. Der Eheberater fragt beide nach ihren Problemen. Sofort beginnt die Frau mit einer Tragödie von Anklagen. Sie führt jedes einzelne Problem auf, welches diese 15-jährige Ehe belastet. Plötzlich steht der Eheberater auf, umarmt die Frau und küsst sie leidenschaftlich. Die Frau ist auf einmal still und total verdutzt. Der Eheberater schaut den Mann an und meint: „Das ist alles, was Ihre Frau benötigt, und zwar mindestens dreimal die Woche, können Sie dafür sorgen?“
Der Ehemann stutzt, denkt nach, strahlt und erwidert: „Ja, das lässt sich arrangieren! Ich könnte sie montags, mittwochs und donnerstags zu Ihnen bringen, aber freitags spiele ich Golf!"

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09.03.2010

4. Fastensonntag C - 14.3.2010

(Fortsetzung)

Schweine gelten als unrein,
und um sie macht man einen großen Bogen. - Was für eine Schweinerei: Jetzt muss er Tag für Tag mit diesen Tieren leben und sich damit auch Tag für Tag eingestehen, dass er mit der Missachtung der religiösen Vorschrift nicht mehr wirklich zum Volk der Juden gehört. Er ist
so weit in der Fremde, fremder geht es nicht mehr.
Ihm geht es sogar so dreckig, dass er kurz vor dem Verhungern steht. In seiner Not ist er schließlich bereit, das Schweinefutter zu essen. Dabei handelt es sich um die harten Schoten des Johannis-
brotbaumes, für den menschlichen Verzehr eher nicht gedacht. Selbst dieses Viehfutter gibt ihm niemand; er muss es sich unerlaubt nehmen.
Der jüngere Sohn ist einfach am Ende.
Seine ganze Aktion ist ein einziger Reinfall geworden. Doch jetzt, wo er kurz vor dem Verhungern ist, jetzt, wo ihm das sprich-
wörtliche Wasser bis zur Oberkante Unterlippe steht, da kommt er endlich zur Besinnung. Selbst die Tagelöhner seines Vaters „haben mehr als genug zu essen“, wird ihm schmerzlich bewusst. - In der größten Not legt er sich deshalb einen Plan zurecht. Er will heim zum Vater gehen und ihm ohne Wenn und Aber seine große Schuld eingestehen.
Damit er aber in der Aufregung nicht hängenbleibt, hat er sich seinen Text schon genau eingeprägt: „Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.“

Das ist wirklich bemerkenswert: Bei ihm gibt es keinen Versuch einer Ausrede, kein Schimpfen auf andere, die ihn verführt haben, kein Leugnen der eigenen Schuld. Nein, der jüngere Sohn steht dazu, dass er selbst die Verantwortung trägt. Er hat große Schuld auf sich geladen, daran will er gar nicht erst herumdeuteln, wie das gerade heutzutage fast schon üblich ist. Wenigstens in dieser traurigen Selbsterkenntnis zeigt er jetzt menschliche Größe.
So macht er sich auf den schweren Weg zurück,
halb verhungert, verdreckt, stinkend und zerlumpt, einfach nur ein Häufchen Elend. Unterwegs hat er Zeit genug, sich die Reaktionen nach seiner Rückkehr auszumalen. Im ganzen Dorf wird sich sein jämmerlicher Zustand wie ein Lauffeuer verbreiten, und man wird mit Spott über den Ausreißer nicht gerade sparsam sein. In der Dorfgemeinschaft ist er jetzt ganz bestimmt unten durch. Was aber viel schlimmer ist, das ist die Ungewissheit über die Reaktion des Vaters, dem er diesen großen Schmerz angetan hat.
Der jüngere Sohn weiß es: Er kann nur noch hoffen und sein Schicksal in dessen Hände legen. Von Rechts wegen steht ihm keinerlei Unterstützung mehr zu, und er hätte es wirklich verdient, wenn man ihm die Türe vor der Nase zuknallen würde. „Für mich bist du gestorben“, das könnte der Vater ihm voller Zorn und Ent-
täuschung an den Kopf werfen.

Nun kommt sie, die erschütterndste Szene in diesem Evangelium. Im Text heißt es erst nur: „Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm.“ - Der Vater also ist es, der diese Elendsgestalt schon von weitem kommen sieht. Kein Diener hat ihn entdeckt, sondern der Vater selbst. Ganz offensichtlich hat dieser Vater den verlorenen Sohn immer im Herzen behalten und darauf gehofft, dass der endlich zur Vernunft kommt.
Wenn er ihn schon von weitem kommen sieht, dann hat er regel-
recht nach ihm Ausschau gehalten – wer weiß, wie viele Monate oder gar Jahre schon. Und er erkennt in diesem verdreckten Etwas auch sofort seinen Sohn und hat einfach nur noch Mitleid. - Was für ein Vater!
Doch es kommt noch heftiger. Jesus erzählt im Gleichnis, was nun geschieht: „Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.“ -
Als die Zuhörer Jesu das hören, bleibt ihnen der Mund offen stehen, so unerhört ist das. Das haben sie noch nie gesehen: ein alter Vater, ein würdiger Mann, fast schon ein Patriarch, der Herrscher über seine Sippe, der rennt doch nicht! Üblicherweise geht so ein orientalischer Großgrundbesitzer noch nicht einmal selbst an die Tür. Wozu hat man denn seine Leute? Was für einen Eindruck würde das denn machen?
Was für ein Vater ist das bloß?! – Der kommt allen Entschuldi-
gungen einfach zuvor, der riskiert es, sich lächerlich zu machen, der vergisst alles um sich herum, der verliert keine Sekunde, der rennt einfach los und fällt ihm auch noch um den Hals. Ja, er küsst ihn sogar, den da, der zehn Meter gegen den Wind stinkt!
Die Zuhörer Jesu sind sprachlos, und wir sind es hoffentlich auch. Was für ein unbegreiflicher Vater – wer da nicht erschüttert ist, der hat ein Herz aus Stein!

Damit könnte das Gleichnis Jesu zu Ende sein. Der Vater könnte dem Sohn eine Stelle als Tagelöhner geben und damit die Chance, Buße zu tun und jetzt mal zu zeigen, dass er sich wirklich gebessert hat. Nach einer angemessenen Bewährungszeit könnte er ihm dann vielleicht einen besseren Posten besorgen. Das wäre in dieser Situation schon sehr großzügig.
Doch dieser Vater ist nicht nur aus dem Haus gerannt, der ist auch ganz aus dem Häuschen vor Freude. Kaum hat der Sohn ihm seine Schuld bekannt, hat der Vater es ganz eilig: „Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an.“ - So treibt er jetzt sein Personal zur Eile an. Das beste Gewand – das lag damals in guten Häusern für besondere Ehrengäste bereit als Zeichen der größten Hochachtung. Der Ring, das ist der Siegel-
ring, also das äußere Zeichen dafür, dass man damit Verfügungs-
gewalt über das Vermögen hat. Mit diesem Siegelring werden wichtige Geschäfte besiegelt. Die Schuhe, das ist der Luxus der reichen Leute, denn Arme und Sklaven gingen barfuß.
Der Vater legt bei all dem ein ungeahntes Tempo vor, das Ganze duldet keinerlei Aufschub. Endlich ist der Sohn wieder da, endlich!
Sogar eine spontane Riesenparty wird vom Vater befohlen, mit allem Drum und Dran, sogar mit einer Tanzkapelle, mit Musik und Tanz
für alle. An nichts wird gespart, das Beste ist gerade gut genug. Sogar das Mastkalb wird geschlachtet, das nur für ganz besondere Anlässe bereitsteht. Gleich zweimal im Text betont der Vater, dass er jetzt „fröhlich“ mit allen feiern will. Damit man ihn besser versteht, fügt er als Erklärung hinzu: „Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“

Doch wie wir wissen, ist die Geschichte damit immer noch nicht zu Ende. Da ist schließlich noch der ältere Sohn, der zur Zeit etwas weiter weg vom Haus fleißig auf dem Feld arbeitet.
Von der Aufregung daheim kriegt er so überhaupt nichts mit.
Als er abends müde von der An-
strengung heimkommt, ist er völlig überrascht, was da gerade abgeht. Er muss sich erst bei einem der Knechte informieren. Seine Reaktion wird von Jesus nur ganz knapp geschildert: „Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen.“
Das können wir uns lebhaft vorstellen, was da in diesem älteren Sohn vorgeht. Im Gegensatz zu seinem leichtsinnigen Bruder hat er immer daheim ausgehalten, hat tagein tagaus geschuftet und immer darauf geachtet, dass alles korrekt und nach dem Willen des Vaters erledigt wird. Und jetzt kommt dieser Luftikus und Schmarotzer daher, und schon steigt hier die größte Party. Nein danke, da spiele ich nicht mit!
Die Weigerung des älteren Sohnes wird natürlich sofort dem Vater zugetragen. Der lässt alles stehen und liegen, kommt schnell aus dem Haus heraus und spricht ausführlich mit ihm, will ihm alles erklären. Jesus sagt es so: „Der Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.“
Der ältere Sohn aber ist stinkesauer. Er lässt nicht mit sich reden,
im Gegenteil. Jetzt packt er endlich einmal so richtig aus und macht dem Vater bittere Vorwürfe: „So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.“
Was für eine Verbitterung, was für ein Hass spricht aus seinen Worten! Das Wort „Bruder“ nimmt er erst gar nicht in den Mund,
für ihn ist es nur „der hier, dein Sohn“. Und von Dirnen war vorher bei Jesus gar keine Rede, sondern nur von einem “zügellosen Leben“, was auch immer das sein mag.
Doch der ältere Bruder zieht so richtig über den da her, der soeben so überaus herzlich vom Vater aufgenommen wurde. In seiner Seele brodelt es ganz heftig, und das wohl seit langem, und jetzt kocht es über beim älteren Sohn. Was hat er nicht alles getan? Immer hat er getan, was nötig war, nie hat er sich etwas gegönnt. Nie hat er den Vater um einen Gefallen gebeten. Und jetzt kommt dieser Mistkerl von Bruder einfach mir nichts dir nichts zurück, als wenn nichts gewesen wäre. - Nein, mit mir nicht!

Es ist einfach nur erschreckend, welche Aggressionen da in ihm zum Vorschein kommen, die er jahrelang gut versteckt hat. Hinter seiner Fassade des wohlerzogenen Sohnes ist kein Verständnis, keine Liebe, nur Enttäuschung. Er kann sich überhaupt nicht mitfreuen, sondern er sieht nur den Konkurrenten, der wieder da ist und der alles wieder durcheinander wirbeln wird. Nicht den Hauch von Mitgefühl hat er übrig für den Bruder, und sehen will er den schon gar nicht. Für ihn wäre es besser, der Bruder wäre wirklich tot.
Jesus schildert nun zum Schluss, wie sehr der Vater sich bei seinem älteren Sohn alle Mühe gibt, ihn zum Umdenken zu bewegen. Schon bei der Anrede fällt das auf. Er spricht den erwachsenen Sohn ausdrücklich mit „Mein Kind“ an.
Schon damit ist es klar: Du bist doch mein Sohn, mein Leben,
mein Liebstes!
Und um jeden Zweifel auszuräumen, fügt der Vater hinzu: „Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern…“
Der Vater zieht alle Register, um seinen Sohn zu überzeugen. Dahinter steht unausgesprochen die Frage: Warum bloß hast du nie etwas gesagt? Da leben wir die ganze Zeit miteinander, und du hast doch nur so wenig von meinem Herz verstanden und von meiner Sehnsucht nach dem Kind, das sich so weit von mir entfernt hat. Liebst du mich gar nicht wirklich, sondern tust du nur einfach deine alltägliche Pflicht? Das wäre einfach nur traurig und schade!
Der Ausgang bleibt offen: Jesus verrät uns nicht, ob der ältere Sohn die Kurve noch kriegt, die der jüngere schon hinter sich hat.

Haben die Pharisäer und Schriftgelehrten Jesus verstanden?
Haben wir ihn verstanden?
Mit dem Vater im Gleichnis will Jesus uns den Vater im Himmel näher bringen, will uns einen ganz kleinen Blick in dessen Herz tun lassen. Dieser Gott ist so unbegreiflich herzlich, dass einem fast die Luft wegbleibt. Dieser Gott ist so unbegreiflich großzügig, dass wir darüber nur beschämt sein können. Dieser Gott ist so viel größer als alles, was wir uns nur vorstellen können, und vor allem ist er un-
endlich viel barmherziger, als wir Sünder es verdient haben.
Mit offenen Augen und Armen steht er da. Voller Sehnsucht wartet er auf jeden seiner Söhne, der sich auf den Weg zu ihm macht, egal, wie schmutzig er auch ist.

Da sind wir nun in der Fastenzeit auf dem Wege der Buße und Umkehr. Buße - das klingt erst einmal so bedrohlich, so furchtbar unangenehm. Buße - das bedeutet zuerst einmal, ehrlich bei sich selbst wirklich ohne Ausreden Bilanz zu ziehen. Also aufhören,
sich etwas vorzumachen und sich selber in die Tasche zu lügen. Nein, es ist einfach die schreckliche Wahrheit: Wir haben gesündigt, wir haben diesen liebenden Vater eigentlich bitter im Stich gelassen.
Doch Jesus zeigt uns auch die Schönheit der Buße. Was gibt es denn Schöneres, als sich mit allem, was uns belastet und beschmutzt, in den ausgebreiteten Armen des Vaters wiederfinden zu dürfen? Und wie wunderbar kann es sein, wenn wir an der unbeschreiblichen Freude des Vaters teilhaben dürfen über jeden anderen Sünder, der alle Scham überwunden und sich auf den Weg zu ihm gemacht hat.
Das ganz große Fest soll gerade beginnen – treten wir ein?
Sind wir dabei?

Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Dialogpredigt: „Die beiden Brüder“ (pdf)
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Predigt Pfr. Bodo Windolf
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Predigt P. Dr. Bernhard Sirch
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Predigt Pfr. Ralph Thormählen (pdf)
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Predigt Pfr. Ferdinand Kerstiens (pdf)
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Interessante Bibelsoftware
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Audio-CD und Musical
Inzwischen gibt es zum Thema des verlorenen Sohnes auch einige interessante CD’s und Musicals. Dieses hier ist mir besonders aufgefallen: „DER VERLORENE SOHN“ von „Adonia“, einer christlichen Initiative, die nicht nur verschiedene biblische Musicals und anderes in ihrem Shop anbietet, sondern diese auch selbst produziert und als Live-Konzert oder für eigene Aufführungen anbietet.
Dazu werden unter anderem Musical-Workshops angeboten,
in denen mit Kindern und Jugendlichen in wenigen Tagen ein Programm einstudiert wird. Für eigene Aufführungen gibt es umfangreiche Materialien im Angebot. Das mir vorliegende Musical finde ich jedenfalls absolut empfehlenswert. Die Texte sind ansprechend, die Musik melodisch sehr eingängig. Die Aufnahme-
qualität ist hervorragend, alle Sprecher und Sänger sind gut zu verstehen, was andernorts nicht immer selbstverständlich ist.
Hier der direkte Link zu diesem Angebot:

Der Chef ganz süß zu seiner neuen Sekretärin: "Haben Sie heute Abend vielleicht etwas Zeit?"
Sie errötet: "Aber Herr Huber - ja!"
"Gut, dann werfen Sie zu Hause doch mal einen Blick in dieses Buch. Es heißt DUDEN!"

Wie heißt der berühmteste Kellner Bayerns?
Der Ober Ammergau.


Der Patient hat heftiges Händezittern.
Der Arzt fragt ihn daraufhin: "Sie trinken wohl ziemlich viel, wie?"
"Nein, gar nicht, Herr Doktor. Das meiste verschütte ich."

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