28.08.2012

Predigt 22. Sonntag im Jahreskreis B -- 02.09.2012

(Fortsetzung) 

Die religiöse Elite des Landes hat sich offensichtlich entschieden, bei diesem so beliebten Wanderprediger etwas genauer hinzusehen. Ab und zu findet sich eine Ordnungswidrigkeit, die von diesem Religions-TÜV mit öffentlichen kritischen Worten abgemahnt wird.
Als einige Jünger Jesu z.B. am Sabbat im Vorbeigehen einige Getreideähren vernaschen (Mk 2, 23-28), wird ihnen das gleich ganz pingelig als verbotenes Arbeiten am Feiertag ausgelegt.
Die misstrauischen Religionshüter suchen in den Krümeln, um Jesus etwas anhängen zu können, um
ihn als nicht ganz gesetzestreuen Rabbi hinstellen zu können. Damals beim Ährenraufen seiner Jünger hatte Jesus sie bereits ganz energisch und souverän abge-
schmettert:
„Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat!“
Wir wir im heuti-
gen Evangelium erfahren haben, geht es bei der jetzigen Kritik der Religionshüter
um das Thema Sauberkeit, um die Hygiene. Sie haben nämlich gerade beobachtet, dass einige der Jünger Jesu „ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewasche-
nen Händen aßen“.

Formal waren die Beobachter aus Jerusalem sicher im Recht: im Judentum gab es z.B. eine ganze Reihe von Reinheitsvorschriften, die man als frommer Mensch einzuhalten hatte. Das Waschen der Hände vor dem Essen war generell sinnvoll, um im heißen Israel der Übertragung von Bakterien Grenzen zu setzen.
Das Waschen hatte aber immer auch einen rituellen Aspekt: Durch die gründliche Säuberung wollte man mit reinen, würdigen Händen Gott beim Gebet zum Essen ehren. Bei reinen Händen ging es also um mehr als nur um Hygiene; es ging um eine klare persönliche Abgren-
zung zu den Heiden, die als unrein galten. Durch die Einhaltung solcher festen rituellen Vorschriften wie der des Waschens vor dem Essen erinnert
sich jeder from-
me Jude auch immer wieder neu daran, dass er zum heiligen Volk Gottes gehört und dementsprechend leben soll.

Die Herren Kontrolleure aus Jerusalem müssen bei Jesus einschreiten. Das wollen sie ihm nicht durch-
gehen lassen. So heißt es im Text:
„Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?“
So, nun ist es raus. Sie haben einen kräftigen Hebel zur Kritik angesetzt. Sicher ist es für sie auch ein Stück Erleichte-
rung, etwas Handfestes zur Beanstandung gefunden zu haben. Sie sind sich auch sicher, dass Jesus beim besten Willen keinerlei Entschuldigung für diesen groben Verstoß seiner Jünger finden kann. Es ist
nun einfach mal so, dass eine unreine Hand beim Weiterreichen des Brotes eventuelle Krankheitskeime gleich mit auf die Wander-
schaft um den Tisch schickt. Eine ansteckende Magen-Darm-Infektion könnte so in kurzer Zeit halbe Dörfer lahmlegen. Die Schriftgelehrten dürfen so ein nach-
lässiges Verhalten der Jünger einfach nicht dulden.
Es interessiert sie aber gar nicht, warum einige sich nicht gewaschen haben. Das wäre ja mal interessant
zu wissen!

Vielleicht war das auffällige Nicht-Waschen ein Hinweis für neue Jünger, die aus dem Heidentum kamen: Schaut, ihr könnt auch ohne diese rituelle Reinigung mit uns und mit Gott Gemeinschaft haben. Ihr müsst nicht erst Juden werden, um Christen werden zu können. Immerhin fällt auf, dass die Inspektoren Jesus nicht persönlich angreifen, woraus wir schließen können, dass Jesus selbst sich sehr wohl die Hände rituell gewaschen hat. Andernfalls wäre das wirklich ein gefundenes Fressen für die Ordnungshüter!
Im Text ist immer nur die Rede von einigen Jüngern. Diese sind damit gewissermaßen aus der jüdischen Reihe getanzt.
Bevor wir heute jedoch damalige jüdische Gruppenzwänge milde belächeln, sollten wir uns be-
wusst machen, wie das heute
bei uns aussieht. Die religiösen Gründe spielen in unserer Bevölkerung zwar meist keine Rolle mehr, aber natürlich muss es ganz rein bei uns sein, poren-
tief rein, reiner geht’s nicht. Der heutige Standard-Bürger hat beispielsweise peinlich darauf zu achten, dass er seinen Mitbürgern möglichst nicht in einem Hemd mit Achselnässe gegenübertritt. Gleich tonnen-
weise werden heute Duschgel, Waschmittel, Weich-
spüler und was weiß ich noch alles über uns und unsere Wäsche geschüttet.
So muss es nämlich heute sein: strahlend weiß, fit, gesund und ohne schnell erkennbare Schwächen oder Fehler. Wir haben den Schmutz angeblich im Griff. Den äußerlichen Schmutz, versteht sich.
Zurück zur biblischen Szene. Jesus steckt heftige Kritik ein wegen des Verhaltens einiger Jünger. Ihn macht man sofort dafür verantwortlich. Die Frage steht im Raum: Hast du das denn nicht gesehen?
Warum hast du das denn bloß zugelassen? Warum bist du nicht sofort dagegen eingeschritten? Du bist doch der Meister, und diese da sind deine Schüler, die du ausbildest, die dir auf deinem Weg folgen!
Nun ist es aber wirklich an der Zeit, dass Jesus dazu Stellung bezieht! Lauernd warten die Gelehrten aus Jerusalem auf einen wahrscheinlich kläglichen Versuch, sich herauszureden. Jesus jedoch enttäuscht ihre Erwartungshaltung. Die erhoffte Debatte über die Gefahren ungewaschener Hände fällt aus. Jesus behält das Heft in der Hand und nutzt die Gelegenheit zu einer kurzen Lektion, die sich allerdings gewaschen hat. 


Nicht Diplomatie ist jetzt angesagt, sondern Klarheit. Zuerst verweist er seine Zuhörer auf den alttestament-
lichen Propheten Jesaja. Dieser hatte dem Volk immer wieder vorgehalten, wie sehr es Gott nur mit den Lippen ehrt, nicht aber mit dem Herzen. Mit ihren vielen Ver-
ordnungen und Satzungen tun die Gesetzeslehrer jetzt so, als sei Gott der ganz große Oberbürokrat mit einem deutlichen Hang zur Kleinkariertheit. Jesaja hat deshalb bereits klargestellt, dass solche Verordnungen häufig genug nur Menschengedanken sind, nicht aber Gottesgedanken.
 
Doch damit nicht genug. Jesus fordert alle Zuhörer auf, genau hinzuhören: „Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.“
Jesus geht es also nicht um Bakterien und Schmutz unter den Fingernägeln. Er ist nicht der himmlische Hygiene-Beauftragte. Ihm geht es um Grundsätzliches, um die innerliche Reinheit des Menschen vor Gott.
Und die ist nicht von gesäuberten Händen abhängig, sondern vom gesäuberten Herzen.
Die Kernfrage Jesu ist die nach der Erfüllung des Willens Gottes. Eine auffallend lange Liste von bösen Gedanken zählt Jesus auf, von der Unzucht über den Neid bis hin zum Hochmut. Damit macht er seinen Zuhörern noch einmal drastisch bewusst, wie vielseitig und umfangreich die Palette menschlichen Versagens ist. Alle diese Verstöße gegen den Willen Gottes kommen nicht von außen, sondern von innen, aus dem widerspenstigen und unreinen Herzen des Menschen. Die Hände machen wir zwar schon immer gründ-
lich sauber, oft genug aber nicht unsere innere Hal-
tung, unser Denken. Unsere Sauberkeit ist also oft nur ein Etiketten-
schwindel, nur äußerer Schein.

Ich kann eben auch kein Flugzeug steuern, bloß weil ich mir eine Piloten-Uniform ausgeliehen habe. Da gehört schon weit mehr dazu! – Nicht schmutzige Hände, sondern schmutzige Gedanken und Taten sind es, worüber Jesus mit uns allen sprechen will. Genau hier sollen wir mit unserer eigenen Putzaktion ansetzen, wenn wir Gottes Willen
in unserem Leben beachten wollen. 



Predigtvorschläge Karl-Leisner-Jugend
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Die katholische Haltung zur Sünde

Ein Mann hat im Zorn seine Frau ermordet. Er bleibt unentdeckt, und doch schlägt ihn furchtbar das Ge-
wissen und die Gewissensbisse treiben ihn unbarm-
herzig vor sich her. So sucht er Trost und Hilfe und wendet sich dabei an einen Rabbi.
"Rabbi, helfen Sie mir, ich habe gemordet!"
Der Rabbi weicht erschrocken zurück und fährt den Mann scharf an: "Schwer ist Deine Sünde, und sie fordert Rache und Vergeltung. Ich kann Dir nicht helfen, denn es heißt ‚Aug um Aug, Zahn um Zahn!'"
Ungetröstet stürzt der Mann davon. Der nächste, an
den er sich wendet ist ein Guru, einer der eingeweiht ist in die esoterischen Lehren: "Großer Meister, helfen Sie mir, ich habe gemordet!"
Der große Guru unterbricht nur widerwillig seine Meditation und spricht dann salbungsvoll die weisen Worte: "Mein Sohn, alles Leben ist Schein. Es gibt weder gut noch böse. Durchschaue den Schein und lass dich von Deinen Taten nicht beunruhigen, auch sie sind nur Schein! Meditiere und erkenne dich selbst."
Nun, jedenfalls geht der Mann ungetröstet weg. Schließlich landet er vor einem Beichtstuhl. Es brennt Licht, und so geht der Mann hinein und kniet nieder. Angstvoll stammelt er: "Bitte helfen Sie mir. Ich habe gemordet!"
Einen Augenblick ist es ganz still hinter dem Gitter des Beichtstuhls, und man hört, wie der Priester schluckt. - Dann tönt seine sanfte, gütige Stimme aus der Finster-
nis des Beichtstuhls: "Wie oft, mein Sohn?" 

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Weihbischof Laun aus Salzburg hat dies veröffentlicht und schreibt dazu: Diese Geschichte verdanke ich P. Karl Wallner vom Stift Heiligenkreuz. Sie veranschau-
licht treffend die Haltung der Kirche. – Pater Wallner: "Wo die Sünde nicht eingestanden wird, da muss die Kirche mahnen und warnen. Wo die Sünde erkannt und bekannt wird, da ändert sich das Verhalten der Kirche völlig: da wird sie zur barmherzigen Mutter, die tröstet, verzeiht und aufrichtet."
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21.08.2012

Predigt 21. Sonntag im Jahreskreis B -- 26.08.2012

(Fortsetzung)
Ohne hier über den Einzelnen den Stab brechen zu dürfen, muss man doch von einer dramatischen Entwicklung sprechen: Nicht nur erheblich zu wenig Priester- und Ordensnachwuchs macht uns heutzutage große Sorgen, sondern das immer häufigere Aufgeben des Priesteramtes z.B. wegen einer angestrebten Partnerschaft.                       Manchmal geschieht dieses Davonlaufen recht dramatisch und mit großem Getöse. Doch es gibt auch das andere Davonlaufen, nämlich das innere Davonlaufen. Man ist müde geworden, und die vielen Enttäuschungen bei der Erfüllung des Dienstes setzen einem immer mehr zu. So mancher junge Priester ging mit viel Elan an seine Arbeit als Erntehelfer für das Reich Gottes. Doch viel zu viele Ideen und Hoffnungen zerplatzten wie Seifenblasen.
Die Folge davon ist: Die Kraft lässt mit den Jahren nach, und man reißt sich kein Bein mehr aus, sondern man lässt es schleifen. Allgemeiner Pessimismus macht sich breit: die viele Mühe
zahlt sich doch sowieso nicht aus. Das geht doch nach und nach mit mir oder auch ohne mich alles den Bach runter. Es wird einfach unerträg-
lich…

Solche trüben Gedanken sind wie Gift. Dieses zer-
störerische Gift verursacht oft genug lebenslange, bleibende Schäden. Wie schnell und flächendeckend es wirkt, bekommen wir auch im heutigen Evangelium ganz anschaulich vorgeführt.

Wir erleben hier mit, wie das Phänomen des Davon-
laufens auch die
Jünger Jesu ergreift. In den letzten Tagen haben seine Anhänger nicht nur die wunderbare Brotvermehrung mitbekommen. Seine wiederholten Reden über sich selbst als das Brot, das vom Himmel gekommen ist und seine Aussagen über sein Fleisch und Blut haben bei seinen Zuhörern für Unruhe gesorgt. Nur wer sein Fleisch isst und sein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, betont Jesus immer wieder.
Die Schar der Zuhörer schrumpft daraufhin rapide.
Von den Tausenden
bei der Brotvermehrung sind nur noch ein paar Dutzend Jünger übriggeblieben, und unter denen brodelt es offenbar auch mächtig.
Zu Beginn des heutigen Evangeliums heißt es wörtlich: „In jener Zeit sagten viele der Jünger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?“
Wir spüren noch heute, wie es damals vor An-
spannung knisterte. Viele der Jünger waren mit so großen Hoff-
nungen mit Jesus durch Galiläa gezogen. Dieser großartige Rabbi würde Gott in Israel sicher wieder in den Mittelpunkt rücken und auch ihrem persönlichen Leben Sinn und Ziel geben. Manch einer träumte vielleicht sogar von einem guten Posten, falls Jesus tatsächlich König der Juden werden würde. – Doch offensichtlich denkt dieser Jesus gar nicht daran. Stattdessen nur unangenehme Sätze von ihm.
Da denken die meisten: Jetzt reicht’s aber wirklich!

Wir wollen das nicht hören, dass man durch Fleisch und Blut Jesu, nur durch dieses Himmelsbrot in Ewigkeit leben kann. Das können wir nicht glauben, das ist uns zu radikal! Unsere Schmerzgrenze ist hiermit eindeutig überschritten!
Wie wir sehen, ist das eine handfeste Kirchenkrise.
Erst sind erst mal nur einige aus dem Kreis seiner Jünger enttäuscht fortgegangen, doch ihnen schließen sich nach und nach immer mehr Anhänger Jesu an. Eine richtige Kettenreaktion des Davonlaufens und
der Flucht vor dem Anspruch Jesu kommt da in Gang. Das hatte man sich eben ganz anders vorgestellt!

Ein kleiner Trost für uns hier ganz nebenbei: Es passiert also nicht nur in unserer Kirche heute, und es passiert nicht nur dem oft gescholtenen aktuellen „Boden-
personal“, dass Menschen von der Wahrheit des Glaubens nichts mehr hören wollen. Es passiert auch Jesus selbst.

Ganz schön mutig jedenfalls vom Evangelisten Johannes, so offen und ehrlich auch über diese Pleite zu berichten. Die meisten haben sich nach einigem Überlegen schließlich gegen Jesus entschieden, manche sicher nicht ohne Bauchweh wegen ihrer Ausstiegs-Entscheidung.
Die Bibel redet nicht drumherum. Da kann man lesen und hören, was Sache ist. Und dazu gehört auch, dass Menschen sich wie ein Strohfeuer schnell entflammen lassen, aber im Glauben auch ebenso schnell wieder erlöschen. Wir Menschen neigen eben gerne dazu, großen Schwierigkeiten und Anforderungen am liebsten auszuweichen. Große Belastungen können wir nicht dauerhaft bewältigen, wenn wir keinen Sinn darin sehen. Wenn etwas für jemanden immer und immer wieder zum Davonlaufen ist, dann wird er es wahr-
scheinlich auch irgendwann tun.

Und da haben wir schnell die Parallele zwischen den Jüngern damals und uns heute. Ein Ehepartner, der an seine Ehe glaubt und um sie kämpft, wird wohl eher nicht davonlaufen.
Ein Priester, der sich ganz vertrauensvoll in Gottes Hände geben kann und sich trotz aller Enttäuschungen unter Gottes Schutz weiß, der wird wohl eher nicht aufgeben.
Wohlgemerkt: Diese Bemerkung ist keinerlei Vorwurf! Wir müssen einfach wissen, dass Jesus immer wieder zur größten Entscheidung unseres Lebens ruft: Bist du für mich oder bist du gegen mich? Vertraust du mir oder vertraust du mir nicht? - Die Entscheidung bleibt uns nicht erspart, und sie ist in der Regel auch nicht ohne weiteres lebenslang haltbar. Immer mal wieder kommt diese Frage: Glaubst du, oder glaubst du nicht?
Es war an den Jüngern und es ist an uns, eine Ent-
scheidung zu treffen.
Wer gehofft hatte, Jesus würde jetzt aus sogenannten „pastoralen Gründen“ und aus Schmerz über diese Massenflucht seine provozierenden Sätze nicht mehr verkünden, der wurde sehr enttäuscht.
Jesus bleibt ganz konsequent bei seinen Aussagen, er nimmt nichts davon zurück und er verharmlost auch nichts.
Vielleicht denkt so mancher, dass Jesus einfach ein bißchen diplomatischer formulieren könnte, um nicht so viele vor den Kopf zu stoßen.

Oder er könnte eine wortgewandte und flammende Rede an seine Jünger halten, in denen er ihnen mächtig einheizt und ihnen klarmacht, was alles für sie auf dem Spiel steht.
Nein, Jesus macht all das nicht. Jesus nimmt nichts zurück und er beschönigt nichts. Es bleibt einfach dabei: der Glaube kennt auch große Zumutungen, und er kennt auch das Wagnis des Vertrauens dort, wo man ehrlich gesagt mit dem menschlichen Verstand nicht versteht.
Wie ein Kapitän, der sein Ziel kennt, hält Jesus das Schiff auf Kurs, auch wenn Sturmwellen über es hereinbrechen. Er bildet auch keinen Stuhlkreis oder einen Ausschuss von Jüngern, die Vorschläge formu-
lieren sollen, wie man die Zweifler besser bei der Stange halten könnte.

Nein, Jesus muss damit leben, dass er verlassen wird. In der Wahrheit gibt es eben keinen Kompromiss. Er akzeptiert die bedauerliche und traurige Entscheidung vieler Jünger, so wie Gott die freie Entscheidung des Menschen gegen Gottes Willen und Gebote stets akzeptiert hat.
Jesus drängt sogar die Kerngruppe, die zwölf Apostel, zu einer Entscheidung. Im heutigen Evangelium heißt es: „Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weg-
gehen?“

Es wird immer klarer: Jesus will keine willenlosen Nachläufer und Mitläufer. Jesus wird niemand aufhalten, der ihn verlassen will. Wer davonlaufen will, der soll eben gehen. Es wird niemand überredet. Es wird niemand deswegen ein Vorwurf gemacht.
Die Entscheidung freilich wird niemand erspart. Um die kommt man nicht herum, so oder so. Wer nicht für Jesus ist, der ist damit gegen ihn.
Petrus ist es, der sich wieder einmal hervorwagt. Er spricht offenbar für alle, denn er antwortet: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“
Petrus und die anderen Apostel haben der Ab-
wanderung widerstanden.
Sie wollen standhaft und
treu an Jesu Seite bleiben.

Aber warum können sie so zuversichtlich reagieren, während andere Jesus im Stich lassen? Die Antwort steckt in der Aussage des Petrus. Die Apostel und auch der übriggebliebene Rest der Jüngerschar wissen: Es gibt im Grunde überhaupt keine wirkliche Alternative zu Jesus! Zu wem soll man da gehen? Keiner sonst ist der Heilige Gottes, der Sohn Gottes!
Da spielt es kaum eine Rolle, ob man jetzt selbst zur Mehrheit oder zur Minderheit gehört. Wer Jesus vertraut, wer Jesus glaubt, der weiß, wie er sich zu entscheiden hat, der denkt vor allem weiter.
Und wer weiter denkt, der weiß, dass auch das wei-
teste Davonlaufen irgendwann an ein Ende kommt. Wer weiter denkt, der weiß, dass es letztlich gar nichts bringt, sich aus dem Staub machen zu wollen.

Vieles, was uns jetzt vielleicht
ach so wichtig erscheint, auch an kritischen Fragen an die Kirche, wird wohl bei der eigenen „Sterbebett-Prüfung“ (so Dr. Manfred Lütz) nicht bestehen können.

Wenn es für uns selbst so weit ist und wir ein letztes Mal gefragt werden, wie wir uns denn entscheiden, dann sollten wir uns schon vorher Gedanken gemacht haben, was wir antworten werden.
„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte das ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“




Pfr. Winfried Abel: „Der göttliche Märchenkönig“ (pdf)
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Dr. Manfred Lütz: „Die Sterbebett-Prüfung oder: Ist die Kirche noch zu retten?“  >> BITTE KLICKEN !


Zum Pfarrer eines kleinen Dorfes kam eines Tages ein Mann, der sich über den Glauben lustig machen wollte. Er fragte den Pfarrer: „Wie kann denn aus Brot und Wein Fleisch und Blut Christi werden?“
Der Pfarrer lächelte und meinte: „Wenn schon dein Körper die Nahrung, die er zu sich nimmt, in dein eigenes Fleisch und Blut umsetzen kann, warum soll Gott nicht auch das andere können?“
Der Kritiker ließ nicht locker: „Aber wie kann denn in so einer kleinen Hostie der ganze Christus sein?“

Der Pfarrer antwortete geduldig: „Schau doch mal auf die großartige Landschaft mit all ihren schönen Einzelheiten, die du siehst. Obwohl diese Landschaft
so riesengroß ist, passt das alles in den Blick deines
kleinen Auges. Warum sollte dann nicht in der kleinen Hostie der ganze Christus vorhanden sein?“
Der Mann war schon etwas angesäuert wegen der klugen Ant-
worten,
aber er glaubte noch eine Trumpfkarte im Ärmel zu haben: „Das mag schon sein, aber es ist doch unmöglich, dass derselbe Christus in all euren Kirchen weltweit gleichzeitig anwesend sein kann!“
„Einen Moment mal“, sagte der Pfarrer und kam mit einem großen Spiegel zurück. „Was siehst du im Spiegel, wenn du hineinschaust?“, fragte er. – Sein Kritiker antwortete etwas irritiert: „Das ist doch klar.
Ich sehe natürlich mich selbst! Aber was soll das?“

Da ließ der Pfarrer den Spiegel mit großem Schwung auf den Boden knallen, wodurch der Spiegel in Hunder-
te von Stücken zerbrach.
Der Pfarrer nahm nun zwei
der kleinen Stückchen hoch und hielt sie
dem Zweifler entgegen. Der Pfarrer schmunzelte, als er sagte:
„Schau ruhig hinein in die Scherben. Nimm so viele,
wie du willst.
In jedem dieser kleinen Stückchen wirst du dich jetzt sehen, und zwar gleichzeitig! Und wenn das schon funktioniert, warum fragst du dann ernsthaft, wie Gott das fertigbringt?“
Der Besucher zog es nun doch vor, den Pfarrer mit einem hastigen Gruß schnellstens zu verlassen…
(Quelle: leider unbekannt)

„Tut mir leid“, sagt Petrus zu dem jungen Mann, der gerade ans Himmelstor tritt, “aber du musst schon eine gute Tat vorweisen, sonst kann ich dich hier leider nicht reinlassen.“ Nach kurzem Überlegen sagt der Mann: „Ich habe beobachtet, wie eine Gruppe Rocker einer alten Dame die Handtasche wegnehmen wollte. Da bin ich hingegangen, hab das Motorrad des Anführers um-
gestossen, ihm ins Gesicht gespuckt und seine Braut beleidigt.“ –
„Und wann war das ungefähr?“ –
„Naja, ich schätze, so vor etwa 3 Minuten.“

"Die neuen Schuhe werden in den ersten Tagen ein wenig drücken", sagt der Verkäufer. Darauf Jens: "Das macht nichts. Ich trage sie sowieso erst in der nächsten Woche!" 

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13.08.2012

Predigt 20. Sonntag im Jahreskreis B -- 19.08.2012

(Fortsetzung) 
Wir heutzutage haben es da natürlich leichter.
Während sich die Zuhörer Jesu damals mittendrin in den Geschehnissen des Lebens Jesu befinden, kennen wir heute schon die Fortsetzung dieser Liebesbeziehung Gottes mit uns Menschen. Im Nachhinein ist uns schnell klar, dass Jesus auf sein Leiden und Sterben am Kreuz anspielt. Er gibt sein Leben hin für das Leben der Welt.

Wie es scheint, macht es Jesus im heutigen Evangelium seinen Zuhörern nicht gerade einfach. Sofort an-
schließend erklärt er auch noch: „Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschen-
sohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn aufer-
wecken am Letzten Tag.“

Wir wissen: Wenn Jesus eine Aussage mit dem doppelten „Amen“ beginnt, dann betont er damit: Das ist absolut sicher, davon könnt und müsst ihr ausgehen!
Zu allen Zeiten haben Menschen an diesem Satz über sein Fleisch und Blut Anstoß genommen. Für die Juden war Blut absolut tabu. Das durfte man auf keinen Fall zu sich nehmen. Allein diese Vorstellung versperrte in den Köpfen vieler Zuhörer Jesu jede Möglichkeit, ihm hier zu folgen.
Jesus weiß das natürlich, aber diese Aussage ist ihm
so enorm wichtig, dass es hier von ihm keine nette, verharmlosende Formulierung gibt, welche die Leute leichter akzeptieren könnten. Von der Wahrheit rückt er keinen Millimeter ab: Sein Fleisch und Blut ist ausdrück-
lich das himmlische Brot, das ewiges Leben schenkt.

Wir heute wissen natürlich, dass Jesus damit schon auf die Eucharistie, auf die Kommunion hinweist. Wie er seinen Jüngern beim letzten Abendmahl ganz eindring-
lich erklärt, verbindet er sich auf geheimnisvolle Weise in der gewandelten Gestalt von Brot und Wein immer wieder neu mit den Seinen.

Im Originaltext des heutigen Evangeliums heißt es übrigens nicht einfach „essen“, sondern genauer, wer sein Fleisch beißt, kaut, verschlingt. Das gibt uns einen wichtigen Hinweis:
Wer Jesu Jünger sein will, der nimmt ihn nicht zu sich wie eine kleine Vorspeise, wie eine Delikatesse, die dem verwöhnten Gaumen schmeichelt. - Sondern: So wie eine Leseratte ein spannendes Buch geradezu ver-
schlingt, wie sie einfach nicht mit Lesen aufhören kann, bis sie alle gewünschten Informationen hat, so soll es auch sein mit dem, der Jesus in sich aufnimmt.

Wer diese kostbare Speise zu sich nimmt, der weiß hoffentlich um ihren Wert, der weiß um das zugesagte ewige Leben. Der durch Leid und Tod gegangene Herr kommt zu mir, er schenkt sich mir ganz und gar. Er, der jetzt erhöht zur Rechten des himmlischen Vaters sitzt, lebt in dir und mir. In Fleisch und Blut geht er in uns über.
Wenn wir uns das immer wieder bewusst machen, können wir vielleicht auch erahnen, wie sehnsüchtig viele Heilige auf den täg-
lichen Empfang der Eucharistie warteten.
Jesus ist die absolute Leibspeise, die voller Freude ganz inständig erhofft wird.
Nur aus der Kraft des täglichen Kommunion-Empfangs konnte z.B. Mutter Theresa in Kalkutta Tag für Tag und Jahr für Jahr so viele Sterbende mit größter Liebe pflegen und trösten. Von einigen Heiligen ist sogar be-
kannt, dass sie jahrelang keine andere Nahrung mehr zu sich nahmen außer dieser himmlischen Speise.

Das heutige Evangelium ist sehr eindringlich. Es geht Jesus aber ganz sicher nicht um akademische Gedan-
ken-Akrobatik. Wir müssen dieses große Geschenk Gottes nicht mit unserem Kopf verstehen. Was stattdessen von uns erwartet wird, ist die gläubige Zustimmung. Fast beschwörend klingen seine Worte im Evangelium, die er mehrmals wiederholt. Deutlicher geht’s nicht: Um Himmels willen, vergesst das bloß nicht!


Jesus, unser Herr, kommt leibhaftig zu uns. Er schenkt uns durch seine Speise ewiges Leben, ewiges Glück bei Gott. Wir wären ausgesprochen dumm, wenn wir dieses Angebot ablehnen würden.
Wer diese Speise ablehnt, der verhält sich fast wie jemand, der mit dem reservierten Zug in seinen Traumurlaub starten kann, aber auf dem Bahnsteig sitzen bleibt, während ihm der Zug davonfährt.
Also aufgepasst: Verpassen Sie Ihren Zug nicht! Hier ist Ihr Platz reserviert. Und am endgültigen Ziel werden Sie sogar schon überaus herzlich erwartet! 



Predigt Pfr. Stefan Osberger: „Daran zu knabbern haben“ (pdf) >> BITTE KLICKEN !
Predigt P. Jonas Eck. „Wer dieses Brot isst…“
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Gottesdienstentwurf Pfr. Bruno Layr
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Das Hostienwunder von Lanciano
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Auch das noch: „Geweihte Hostien“ per Post bestellbar
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Eucharistische Wunder: Ausleihbare Ausstellung und pdf-Infos  >> BITTE KLICKEN !
Hostienbäckerei: Alles über Hostien, auch DVD-Film usw.  >> BITTE KLICKEN !
Materialsammlung Religionsunterricht der Englischen Fräulein >> BITTE KLICKEN !


Wetteifern drei Jungs, wer den schnellsten Vater hat. Der erste sagt: "Meiner ist Jetpilot bei der Lufthansa; der fliegt in acht Stunden von New York nach Frankfurt." Darauf der zweite: "Meiner ist schneller. Der ist Pilot bei der Bundeswehr und fliegt in vier Stunden von Hamburg ans Nordkap und zurück." Darauf der dritte: "Meiner ist noch schneller. Der ist Beamter, der hat um vier Feierabend und ist schon um zwei daheim!"

Bei der Bundeswehr, erster großer Absprung für die wehrpflichtigen Fallschirmjäger. Der Feldwebel gibt im Flugzeug den Tagesbefehl aus: "Männer, in drei Minuten ist Absprung. Denkt dran: wenn ihr auf 1000 Meter seid, Reißleine ziehen, der Fallschirm öffnet sich. Tut er es nicht, Ersatzleine ziehen, der Reservefallschirm öffnet sich. Wenn ihr gelandet seid, holt euch der LKW ab!" Der Gefreiter Meier springt also, zieht bei 1000 Meter die Reißleine, aber keine Reaktion. Er zieht die Ersatz-
leine, aber nichts passiert! Darauf der Gefreite Meier: "Typisch Bund, nichts klappt hier! Jede Wette, dass der LKW auch nicht da ist!"

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12.08.2012

Facebook in der Dauerkrise? - Abmahngefahr bei hochgeladenen Fotos?

(Fortsetzung) 

Viele hochge-
ladene Fotos stammen nicht vom Facebook-Nutzer selbst, sondern
er hat dieses aus einer vielleicht kostenfreien Foto-
datenbank entnommen und hoffentlich auch dement-
sprechend im oder am Foto namentlich gekennzeichnet. Die Erlaubnis zu solch einer Nutzung gilt bei Fotodaten-
banken ausdrücklich aber nicht für Dritte.
Im Klartext: Wenn man ein solches Foto in Facebook verwendet, kann man sich wegen Verletzung des Urheberrechts strafbar machen. Kürzlich schilderten Anwälte erstmals für Deutschland den Fall, dass ein Facebook-Nutzer eine kostenpflichtige Abmahnung erhalten hat, obwohl noch nicht mal er selbst, sondern ein Leser seiner Facebook-Seite ein urheberrechtlich geschütztes Foto hochgeladen hatte. - Fazit der Rechtsanwälte des betroffenen facebook-Nutzers: Dies sei ein Beleg dafür, dass man „bei dem Betrieb einer Facebook-Seite… nicht vorsichtig genug sein kann…“ (siehe Linktipps weiter unten)
So als wäre das noch nicht genug, hat Facebook vor wenigen Tagen auch noch neuen Ärger vorprogram-
miert, wie in der Presse berichtet wurde: Egal, ob man will oder nicht – jetzt wird in Facebook-Gruppen auch angezeigt, wer von den Nutzern welchen Beitrag oder welches Foto angesehen hat. Andere Gruppenmit-
glieder kriegen also mit, wer was tut. Das könnte man auch als Schnüffelei betrachten, denn nun kann nie-
mand mehr unbemerkt etwas lesen, alles wird für die anderen dokumentiert. Das findet wohl nicht jeder so toll…

Nun könnte man sich als Normalnutzer vielleicht gemütlich zurücklehnen und denken: Was stört’s mich? – Das jedoch könnte möglicherweise etwas zu kurz gedacht sein. Facebook ist keine Sozialorganisation, sondern hier muss gutes Geld verdient werden. Das aber gibt’s nur von Werbekunden. Und die wiederum haben großen Datenhunger, um so gezielt wie möglich werben zu können. Je weiter Facebook aber unter massiven Druck gerät, desto eher könnte… - Sie verstehen?!
Der Aktie droht weitere Gefahr
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facebook-Nutzern droht Abmahnung
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Abmahnung für fremdes Foto
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Facebook und die Rechte am Bild
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Neue Facebook-Wutwelle manipuliert ?
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Ganz aktuelle Manipulationen mit „Likes“ ?
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Der Druck steigt – was wird Facebook tun?
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Facebook macht Surfverhalten öffentlich!
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07.08.2012

Predigt 19. Sonntag im Jahreskreis B -- 12.08.2012

(Fortsetzung)
Den großzügigen Brotvermehrer haben sie alle be-
klatscht, aber das hat sich jetzt klar verändert.
Jesus fragt bei seinen Themen nicht nach einer Beliebtheits-
Skala der Zuhörer, sondern er hatte ihnen unmissver-
ständlich gesagt: „Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.“

Daran hat man natürlich als Jude und Zeitgenosse Jesu kräftig zu schlucken. Viele wissen genau, dass Jesus in Nazareth gewohnt hat und kannten zum Teil auch den Zimmermann Josef und Jesu Mutter Maria. Wie kann er da nur behaupten, vom Himmel zu kommen?
Die Reaktionen der Zuhörer sind eindeutig. Sie murrten gegen Jesus, heißt es. Murren – das ist nicht etwa ein leises Gemurmel, verstärkt durch gelegentliches Kopf-
schütteln. „Murren“ bedeutet mehr.
Es ist ein klarer Widerstand, eine ablehnende Haltung. Das will man so nicht hinnehmen.
Wir kennen diesen Ausdruck schon aus dem Alten Testament. Bereits beim anstrengenden Durchzug durch die Wüste begann das Volk gegen Mose zu murren. Hunger, Durst, Müdigkeit – man war es irgendwann einfach leid. Man hatte die Nase gestrichen voll, wie der Volksmund es so anschaulich sagt.         Das Murren war eine regelrechte Auflehnung, letztlich sogar ein Aufstand gegen Gott. Man traute ihm einfach nicht mehr zu, das Volk ans versprochene Ziel zu bringen, ins Gelobte Land.
Und jetzt murrt das Volk gegen Jesus. „…vom Himmel herab-
gekommen“
sei er, behauptet er. Was bildet der sich eigentlich ein?
Wir kennen doch seine Familie! Mit welchem Recht darf der so twas überhaupt aussprechen?
Eine unerhörte Anmaßung und Gotteslästerung ist das!
Die Volksseele ist empört. Das kann man auch diesem ungewöhnlich erfolgreichen Rabbi nicht durchgehen lassen! - Wenn es hier genauer heißt, dass „die Juden“ gegen Jesus murrten, richtet sich diese Kritik des Evan-
gelisten nicht gegen jeden einzelnen Juden; er war wie Jesus
ja selbst einer von ihnen. Wenn ich sage: „Die Deutschen sind Reise-Weltmeister“, dann bedeutet das schließlich auch nicht, dass jeder einzelne Deutsche so oft verreist. Johannes meint also speziell nur diejenigen, die Jesus ausdrücklich als Sohn Gottes und Messias ablehnen.

Jedenfalls ist die Stimmung nun eindeutig umgekippt. Aus dem umjubelten Sattmacher Jesus ist in den Augen vieler Zuhörer ein Verführer und Scharlatan geworden. Gottes Sohn als Wander-Rabbi statt auf dem prächtigen Königsthron – und dann auch noch der da, den wir ge-
nau
kennen. Also nein, nie und nimmer!
Jesus zeigt sich von dieser Kritik, die ihm schon bei seinem Besuch in Nazareth entgegenschlug, ganz unbeeindruckt. Er weiß, dass der Widerstand zunehmen wird, sobald er ein Reizthema anpackt. Dennoch verschärft er seine Aussage noch, indem er seine ganz intensive und innige Beziehung zum himm-
lischen Vater betont:
„Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht! Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen.“
Jesus weist die Kritiker also zurecht: Murrt nicht! - Das heißt: Euer Protest steht euch nicht zu und ist blanker Unglaube! Ihr wollt Gott immer wieder vorschreiben, was er wie zu machen hat.
Dabei hat Gott wirklich alles in der Hand, lenkt und zieht regelrecht diejenigen, die zu Jesus kommen wollen. Ohne dieses Zutun des himmlischen Vaters kann es niemand im Alleingang schaffen. Der Vater hat das alles im Griff. Liebevoll stubst er euch an, bringt euch auf Jesu Spur, und zwar manchmal auch dann, wenn ihr das noch gar nicht erkennt.
Bemerkenswert ist, dass Jesus sich dann auf das Alte Testa-
ment und
die Verheißung des Jesaja (54,13) bezieht, wenn er zitiert: „Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein.“ Nicht mehr nur die Juden als Söhne Jerusalems sind hier angesprochen, sondern ausdrücklich „alle“.
Jesus verstärkt dies im nächsten Satz noch: „Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen“.       Damit ist die Frage beantwortet, wie man zu Jesus kommen kann, wie man Jesus folgen kann. Man muss hören, man muss hinhören. Man muss bei Gott in die Schule gehen wollen und Lehre annehmen, so gut wie man das mit seinen bescheidenen Möglich-
keiten eben kann. 

Immer wieder bei seinen Predigten, so auch hier, betont Jesus ganz eindringlich, dass er selbst das lebendige Brot ist, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Lebensbrot isst, der wird nicht sterben, sondern in Ewigkeit leben. Das ist ihm so wichtig, dass er dies in unserem heutigen vergleichsweise kurzen Evangelium gleich dreimal betont.
Aber wie kann das sein, mögen manche denken. Schließlich kennt jeder von uns genügend Christen, die gerne und häufig zur Kommunion gegangen sind. Aber gestorben sind sie trotzdem, und uns selbst wird das auch ganz sicher so passieren.
Da stellt sich also die Frage, was Jesus mit seiner Aussage zum ewigen Leben eigentlich meint - oder anders gesagt, wo da unser Denkfehler liegen kann. Das ewige Leben, von dem Jesus spricht, ist eben nicht ein Vorgang, der wie auf Knopfdruck in der Minute unseres Todes startet wie eine Art Notstromaggregat
bei Stromausfall.

Rein medizinisch gesehen sterben natürlich auch Christen, das ist gar keine Frage. Wer jedoch dieses lebendige Brot isst, wer sich damit in die Nach-
folge Jesu begeben hat, der wird ewig
leben.
Jesus unterscheidet also zwischen dem Leben der Seele und dem Leben des Körpers. Die Bibel benutzt daher für „Leben“ auch zwei verschiedene Wörter.
Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass wir alle auf den Namen des Vaters und des Sohnes und
des Heili-
gen Geistes getauft sind.
Diese Taufe ist wie ein Siegel, wie ein Vertrag: Das Kreuz auf der Stirn sagt, dass man verbindlich für jetzt und für immer ganz zu Gott gehört, also ein Gotteskind ist. Man könnte fast sagen: die Taufe ist wie ein Brandzeichen für eine Herde. Es sagt: Alle, die dieses Zeichen tragen, die sind mein.
Das Missverständnis liegt also darin, dass man fälsch-
lich annimmt,
das ewige Leben begänne erst mit dem Tod. Jesus sagt es ganz deutlich: „Amen, amen, ich sage euch: wer glaubt, hat das ewige Leben.“
Das ewige Leben nimmt also seinen – wenn auch leider unauffälligen – Anfang mit der klaren Entscheidung für den Glauben, für die Nachfolge.
Wer also glaubt und von dem Himmelsbrot isst, der gehört zu denen, die ewig halten, die eben „unkaputt-
bar“
sind, wie man heute etwas schnoddrig sagt.

Jesus, der unser aller Kreuz auf sich geladen hat, wird für uns zum
Brot, das für immer satt macht, das die Sehnsucht unserer Seele für immer stillt, das uns ewiges Leben schenkt. - Was für herrliche Aussichten sind das doch! 



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Schriftauslegung zu Joh 6,41-51 (4 S./pdf)
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Ein Fallschirmspringer macht seinen ersten Absprung aus 5000 m Höhe – erst mal alles prima. Bei 3000 m will er den Fallschirm öffnen: nichts! Notfallschirm: nichts! – Er versucht es immer wieder: nichts! Auf 400 m Höhe saust ihm von unten einer raketenartig entgegen.
Der Springer fragt: „Können Sie mir helfen?“ –
Die kurze Antwort: „Tut mir leid, ich kann nur Gasleitungen reparieren!....“


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