31.08.2011

23. Sonntag im Jahreskreis A - 4.9.2011

(Fortsetzung)

Schauen wir uns das heutige Evangelium etwas genauer an. Zuerst fällt auf, dass Jesus sich nur an den internen Kreis derjenigen wendet, die ihm nachfolgen wollen: „In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht.“
Es geht hier also um die konkrete Gemeinde vor Ort. Es geht um das Zusammenleben als Christen. Aber nicht die Gruppe als Ganzes wird von Jesus angesprochen, sondern jeder Einzelne. Es heißt ja: „Wenn dein Bruder sündigt…“ - und nicht „euer“ Bruder. Niemand kann sich jetzt noch hinter dem „Wir“ ver-
stecken. Jeder einzelne Christ in der Gemeinde ist von ihm angesprochen.
Die Frage ist dann immer, wie man mit diesem auffälligen Gemeindemitglied umgehen soll. Wir leben heute in einer Zeit, die von Toleranz geprägt ist. Das erleichtert nicht nur das Zusammenleben, sondern es ist auch recht angenehm für uns selbst. Niemand verbrennt sich gerne den Mund. Niemand will gerne in die Schusslinie geraten.
Man hat uns beigebracht, dass es klug ist, sich weitgehend aus allem herauszuhalten. Die Devise im Zusammenleben heißt: verhalte dich möglichst diplomatisch, ecke bloß nicht an. Das
hat in der Kirche allerdings auch Tradition, bis hin zu manchen Bischöfen, die sich vornehm zurückhalten, wo manchmal das Flaggezeigen nach innen und außen für Klarheit sorgen würde.
Jeder Einzelne ist hier von Jesus ange-
sprochen: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht.“ - Nein, ich soll niemanden aussortieren wie einen faulen Apfel. Das Schwache, Kranke, Anfällige – es gehört auch zur Kirche dazu. Die Kirche war und ist eine eben auch immer eine Kirche der Sünder, einschließlich der Tatsache, dass man manchmal zwar den kleinen Splitter im Auge des anderen sieht, wie Jesus an anderer Stelle erklärt, nicht aber den dicken Balken im eigenen Auge.
Aber für die christliche Gemeinde gibt es auch so etwas wie eine akute Ansteckungsgefahr. Manchmal genügt ein einziger, um eine ganze Gemeinde zu vergiften. Zur Zeit der ersten Christen waren die Gemeinden ohnehin nicht so riesig wie heute, sondern überschaubar mit etwa 30 bis 100 Personen. Einer genügt dann, um die Stimmung in einer ganzen Versammlung zu kippen. Das wissen wir schon aus privaten Feiern. Aus einer leichtfertig dahergesagten dummen Bemerkung kann ein richtiger Familienkrach entstehen, und das Fest ist damit gelaufen.
Derjenige, der da im heutigen Evangelium sündigt, ist für die anderen nicht irgendwer. Es heißt ganz klar: „dein Bruder .
Ein Bruder gehört aber zur Familiengemeinschaft. Ein Bruder kann mir nicht egal sein. Für einen Bruder trägt jedes Familien-Mitglied auch Mitverantwortung. Die Gemeinde ist ein Stück weit wie so eine große Familie. Niemand glaubt als Christ für sich allein. Gemeinsam wird der Glaube gelebt und im Gottesdienst gefeiert. Gemeinsam treten wir zum Tisch des Herrn. Wir schen-
ken einander den Friedensgruß weiter. Niemand ist da egal. Jeder zählt. Auf jeden kommt es an.
Gerade unmittelbar vor der heutigen Bibelstelle erzählt Matthäus das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Dessen Schluss lautet: „So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verlorengeht.“ - Die Kleinen, das sind hier die Schwa-
chen, also diejenigen, die sich oft genug wie Kinder verhalten, die leicht in die Irre gehen können.
Auf jeden kommt es Gott an. Jeden hat er in sein Herz ge-
schlossen. Jeder ist sein Kind, um das er sich sorgt. Wenn nun einer aus der Reihe tanzt, wenn nun einer der Gemeinde und mir das Leben schwer macht, wenn nun einer durch sein schlechtes Beispiel Schaden verursacht, dann ist er trotzdem nicht abge-
schrieben. Im heutigen Text heißt es sogar, dass man zu ihm hingehen soll und ihn unter vier Augen zurechtweisen soll.
Mit anderen Worten: Ich soll als Christ und Gemeindemitglied nicht abwarten, bis das Kind endgültig in den Brunnen gefallen ist. Ich soll nicht schweigend zusehen, wie meine Pfarrgemeinde ernsthaft beschädigt wird.
Das gute Zusammenleben in der Gemeinde ist ein hoher Wert. Wenn es ständig Reibereien und Querelen gibt, schadet das allen. Manche werden irgendwann einer solchen Gemeinde enttäuscht den Rücken kehren und sich in einer anderen Gemeinde eine neue Heimat suchen. Manche werden still
und sagen lieber gar nichts mehr.
Jeder, der den Verursacher kennt, ist mitverantwortlich. Als Hausnachbar darf ich auch nicht ruhig zusehen, wenn ich weiß, dass Eltern in der unmittelbaren Nachbarschaft ihr Kind verprü-
geln oder fast verhungern lassen. Ich soll in der Gemeinde ebenso die Initiative ergreifen, ich soll mich auf den richtigen Weg machen zu dem, der auf den falschen Weg geraten ist.
Dazu müssen wir wissen, dass die brüderliche Zurechtweisung im Judentum und später im Christentum („correctio fraterna“) sogar eine lange Tradition hat. Zurechtweisung heißt, den rechten Weg weisen. Das darf nie im Zorn geschehen. Man zeigt als Christ niemals mit dem Finger auf andere, aber man zeigt in der christlichen Gemeinde mit dem Finger nach oben, auf Gott hin. Nicht der Typ „Besserwisser“ ist jetzt gefragt, sondern der Typ „Hirte“.
Damit fällt dem Priester in der Gemeinde natürlich eine ganz besondere Verantwortung zu. Aber er ist nicht allein die Gemeinde, und sie gehört ihm auch nicht. Jeder ist ein Teil davon.
Im brüderlichen Gespräch unter vier Augen soll niemand den Kopf gewaschen bekommen. Jesus hat es vorgemacht: eher sind die schmutzigen Füße dran!
Das Ziel des persönlichen Gespräches mit dem Bruder im Glauben wird von Jesus gleich mit angegeben: „Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.“ - Darum - und nur darum! – darf es also bei dem heiklen Gespräch gehen: Das Wachrütteln des Mitbruders. Ihm soll ein Licht aufgehen: Pass auf, da ist ein gefährlicher Abgrund!
Du bist in Gefahr, abzustürzen, und vielleicht reißt du noch viele mit dir in die Tiefe! Halte an, lass dir helfen und kehre bitte zurück!
Wir hätten es natürlich gerne genauer gewusst, worin denn beispielsweise die Sünde bestehen könnte, für die solch ein internes Gespräch angebracht ist. Das wird uns aber im Evan-
gelium nicht verraten, und das sicher mit gutem Grund: Wie wir uns Menschen kennen, gäbe es sicher schnell in den kirchlichen Gemeinden einen immer wieder strittigen Katalog von Verhal-
tensweisen, die darunter zu fallen haben – oder eben auch nicht, so ähnlich wie der Bußgeldkatalog für Autofahrer.
Im Mittelpunkt steht aber vielmehr unser Bruder im Glauben, der musikalisch gesprochen gerade dabei ist, ein ganz anderes Musikstück zu spielen als der Rest des christlichen Orchesters. Und das klingt schrecklich und macht die schöne Musik kaputt. Er braucht jetzt liebevolle Hilfe, damit er wieder in den richtigen Takt und in die richtige Melodie zurückfinden kann.
Jesus sagt auch nicht: Wenn du den bloßen Verdacht hast, dass dein Bruder sündigt, dann… - Nein, die Sünde, das Vergehen des Mitchristen im heutigen Beispiel ist also ganz offensichtlich und allen ein Ärgernis. Da gibt es nichts mehr zu vermuten, sondern sein jetziges Verhalten ist eindeutig falsch.
Man sollte sich als Gemeindemitglied also sehr hüten, auf bloßen Verdacht hin etwas zu äußern. Der Pfarrer von Ars hatte hierfür in einer Predigt ein schönes Beispiel: Ein Bischof wurde offenbar nachts dabei beobachtet, wie er im Dunkeln um ein Haus schlich. Peinlich nur, dass es ausgerechnet das Haus von drei jungen Mädchen war. Schnell könnte man nun zu der Überzeugung kommen: Da sieht man es mal wieder: Tagsüber fromm tun und nachts ein großer Sünder! Der Pfarrer von Ars hatte für seine Gemeinde zur Warnung vor dem üblen Getratsche aber gleich des Rätsels Lösung parat:
Es handelte sich um den berühmten Bischof Nikolaus, der den armen Mädchen heimlich Geld brachte, damit sie nicht betteln gehen mussten…

Ja, sagt das heutige Evangelium, wir alle sind im besten Sinne der Hüter unseres Bruders. So will es Gott. Nicht, um uns damit zu belasten, sondern, damit keiner verloren geht. Wer also jemanden auf den rechten Weg zurückbringen möchte, tut dies nicht zu seinem Privatvergnügen oder zu seinem privaten Ärger, sondern im ausdrücklichen Auftrag, im Auftrage Gottes.
Das schließt freilich aus der praktischen Lebenserfahrung heraus leider auch die Möglichkeit ein, dass ein solches Gespräch gründlich daneben gehen kann. Das kann vielleicht einfach daran liegen, dass der Angesprochene beleidigt oder aggressiv reagiert. Es kann aber auch daran liegen, dass der mahnende Mitbruder mit dieser Aufgabe schlicht überfordert ist. In der Praxis ist es (das muss man einschränkend gestehen!) wirklich nicht jedem gegeben, ein solches heikles Gespräch zu führen. Dieses erfordert schließlich sehr viel Fingerspitzengefühl, Aufrichtigkeit, Geduld und das, was man Weisheit nennt.
Wir wissen aus dem Alltag in Familie, Beruf und Vereinen, dass so manches gut gemeinte Gespräch total aus dem Ruder gelau-
fen ist. Die Chemie hat einfach nicht gestimmt, sagen wir dann.
Die Möglichkeit dieses Scheiterns hat Jesus aber bereits im Blick, denn im Text heißt es: „Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muß durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.“
Das Gespräch unter vier Augen hat den großen Vorteil, dass
da nichts an die große Glocke gehängt wird. Oft ist dies für die Atmosphäre sehr hilfreich. Wenn es aber doch schief läuft, können wir uns nicht einfach zurücklehnen und sagen: Ich habe es versucht. Er will nicht, dann hat er eben Pech gehabt. Das ist jetzt nicht mehr mein Bier!
Wir merken hier, wie lästig und unan-
genehm das Evan-
gelium für uns alle werden kann. Jesus lässt nicht so schnell locker. Unser Wohl-
befinden und unsere verständlichen Ängste sind ihm offenbar nicht so wichtig wie das Zurückgewinnen des Bruders, der in der Gefahr steht, für Gott auf ewig ein verlorener Sohn zu bleiben.
Das ist eine bittere Pille, nicht nur für den sündigen Mitbruder, sondern auch für uns alle. Wie gerne würden wir uns doch aus dieser Nummer herauswinden!
Das Einzige, was Jesus da anbietet, ist die Einschaltung anderer. Wenn zwei oder drei andere dazugeholt werden, hat die An-
gelegenheit gleich mehr Gewicht. Dann kocht da aber auch nichts mehr auf kleiner Flamme. Die Anwesenheit von Zeugen spielte schon in der Praxis der jüdischen Gemeinden damals eine bedeutende Rolle. Das Ganze war jetzt offiziell. Es gab kein Zurück mehr. Die Sache musste jetzt geklärt werden. Nun ging es konkret um die Ordnung in der Gemeinde, also ein Disziplinar-Verfahren. Am Ende stand dann oft ein Tadel oder ein Aus-
schluss. Dieser wiederum konnte damals zeitlich begrenzt sein (üblich war ein Monat) oder für immer gelten.
Inwieweit dieser zweite Schritt so in der Praxis heutiger Pfarr-
gemeinden mit mehreren Tausend Pfarrangehörigen möglich wäre, ist aus unserer Sicht eine kritische Frage an den heutigen Bibeltext.
Erst recht der dritte Schritt scheint uns heute nicht so einfach zu sein, wie das im Evangelium klingt. Soll da etwa auf einer extra einberufenen Pfarrversammlung ein Tagesordnungspunkt stehen: Gespräch und Beschluss über das grobe Fehlverhalten von Herrn X oder Frau Y?
So etwa denken wir heute, und schon haben wir vermeintlich das von uns herbeigesehnte Schlupfloch gefunden, um der Provo-
kation des heutigen Bibeltextes zu entkommen. Das heimliche Motto könnte dann lauten: Gottseidank, für uns heute kann das
ja gar nicht mehr gelten – das liegt doch ganz offensichtlich auf der Hand!
Ganz so einfach ist die Sache aber dann doch nicht. Erinnern wir uns an die Kernaussage des Textes. Es geht um meine Mit-
verantwortung, und es geht um die Mitverantwortung der ganzen Pfarrgemeinde. Das Ärgernis von Fehlverhalten gibt es heute immer noch. Das nimmt auch keine Rücksicht auf die Größe von Pfarrgemeinden.
Der Schluss des Textes zeigt dies überdeutlich: „Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
Die Kirche vor Ort trägt also Mitverantwortung. Auch für die Schäfchen, die gerade dabei sind, in die Irre zu gehen. Bei der Kirchensteuer wird ja auch von allen genommen, nicht nur von den „Braven“, die keinen Kummer machen. Wie diese Verant-
wortung heute konkret in einer Gemeinde realisiert werden kann, dafür gibt’s in der Bibel kein fertiges Rezept. Hier sind die vielen Versammlungen der kirchlichen Gremien gefragt, die Konferen-
zen, von denen es ja genug gibt, die Bischöfe und auch jede einzelne Gemeinde vor Ort. Kluge Modelle in Büchern gibt es dafür gewiss auch.
Eines aber verrät uns das heutige Evan-
gelium zum Schluss sicherheitshalber schon mal im voraus: Es gibt eine ganz bestimmte Methode, die sich tausendfach bewährt hat, und die heißt Gebet. Was wir intensiv und gemeinsam erbeten und er-
bitten, das werden wir vom himmlischen Vater erhalten.
Das steht gerade dort im Evangelium nicht ohne Grund. Jeder Einzelne und jede Pfarrgemeinde muss sich da selbst immer mal wieder kritisch fragen:
Wie steht es eigentlich bei mir und bei uns mit dem Gebet, besonders mit dem Gebet für unsere Nächsten in der Familie und in der Gemeinde? Wie sehr ist es für mich und uns alle ein wirkliches Herzensanliegen, dass die Kirche insgesamt und die Kirche vor Ort keinen Schaden nimmt? Wie sehr sind wir in unserem Gebet ganz intensiv Fürsprecher für diejenigen, die vom geraden Weg abgekommen sind oder in der Gefahr stehen, dies zu tun?
Der Theologe Hans Urs von Balthasar hat in diesem Zusammenhang vom wesentlichen Unterschied zwischen sitzender und kniender Theologie geschrieben. Wo das innige Gebet in den Mittelpunkt gerückt wird, wo es schließlich auch hingehört, da wird der Einzelne und die Gemeinde langfristig Frucht bringen.
Auch da ist der Pfarrer von Ars ein leuchtendes Beispiel. Er war wirklich ansteckend. Eine ganze Pfarrgemeinde hat er angesteckt mit seiner glühenden Liebe zu Gott. Und auch Pater Pio hat so manchen Sünder, der bei ihm beichtete, zum reinigenden Weinen und Erschrecken über seine Taten gebracht.
Lassen auch wir uns also durch das Evangelium immer wieder zurechtweisen!

Predigt Eberhard Gottsmann: „Wie man mit einem fiesen Typ umgehen soll“ >> BITTE KLICKEN !
Predigt: „Korrigiert werden“ (pdf)
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Predigt Pfr. Karl Sendker: „Mein Name ist Hase…?“
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Predigt Pfr. Johannes Taig: „Pastor pastorum“
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Predigt Diakon Josef Lengauer
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Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Predigt P. Raniero Cantalamessa: „Sich zurechtweisen lassen“
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Prof. Dr. Franz Annen: „Correctio fraterna im Alltag“ (pdf)
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Falsche Fuffziger – hintenrum im Namen des Herrn“
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Abt Dr. Johannes Gartner OSB : „II. Konfliktlösung im Kloster…“
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Ausschluss des homosexuellen Theologen David Berger
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Qualitätspredigt? Der neue Pfarrer ist sehr schüchtern und spricht deshalb auch bei der Predigt ziemlich leise. Ein Mann, der hinten in der letzten Reihe sitzt, hält es irgendwann nicht mehr aus und ruft nach vorne : „Könnten Sie bitte lauter sprechen.
Ich verstehe hier kein einziges Wort.“ - Da erhebt sich ein Mann, der ganz vorn in der ersten Reihe sitzt, und ruft zurück: „Hier vorne versteht man jedes Wort sehr gut, und ich bin gerne bereit, mit Ihnen zu tauschen.“

Unangenehme Antwort: Die Gemeinde ist mit dem neuen Pfarrer eigentlich sehr zufrieden. Er hat Zeit für jeden einzelnen, hält gut verständliche Predigten und geht auch sehr geschickt mit dem Pfarrgemeinderat um. Eine kleine Unvollkommenheit haben einige stets fein gekleidete Damen allerdings bei ihm ausfindig gemacht: Leider rasiert der Herr Pfarrer sich nur unregelmäßig und wirkt daher manchmal etwas ungepflegt. Eines Tages fasst sich eine der Damen ein Herz und fragt ihn nach der Messe ganz diplomatisch: „Herr Pfarrer, sagen Sie mal, wie oft muss man sich eigentlich rasieren?" – Nach einer kleinen Schrecksekunde ant-
wortet Hochwürden: „Ach, liebe Frau, ich schätze mal, bei Ihrem spärlichen Bartwuchs sollte es reichen, wenn Sie sich alle vier Tage rasieren."

Diese Predigt können Sie selbst als pdf-Datei herunterladen.
(Der Link dorthin funktioniert bis etwa 1.10.2011, danach ist die Datei per E-Mail bei mir erhältlich.) >> BITTE KLICKEN !

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- Zum 24. Sonntag A am 11.9.2011 KEINE Predigt! -
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27.08.2011

Priester-Ungehorsam: Kommt es im September zum großen Knall?

(Fortsetzung)

Nicht viel ist durchgesickert. Der Priesterrats-Vorsitzende Wilhelm Müller erklärte nachher vor der Presse: „Im Laufe der Zeit hat sich beim Kardinal ein Unbehagen über manche Ent-
scheidungen seines Generalvikars aufgestaut.“
Es sei eigentlich Aufgabe aller Priester, „mit ihrem Bischof zu gehen und nicht gegen ihn“. War das deutlich genug?
Man darf sicher davon ausgehen, dass diese aufsehen-
errregende Entlassung innerlich nicht spurlos an Pfarrer Schüller vorbeigegangen ist. Es ist nur eine Frage, und ich weiß die Antwort nicht, aber kann es sein, dass die jetzige Aktion vielleicht ein Stück weit auch eine Art Rachefeldzug ist?
Pfarrer Schüller zeigt sich jedenfalls kampfeslustig und siegessicher. Er werde nicht freiwillig zurückweichen. Im Gegenteil: Er setzt noch eins drauf. In der Kirche habe man es „mit einer absolutistischen Zuspitzung des Papstamtes zu tun“, erklärt er der sensationsgierigen Presse.
Im Juni forderte er gar im Newsletter der Pfarrer-Initiative Papst Benedikt auf, „sich einer Kommission zu stellen oder zurück-
zutreten“
, berichtet
ein Leser.
Der Aufruf zum Ungehorsam (>> BITTE KLICKEN !) sorgt nach wie vor für erheblichen Wirbel. In Kärnten unterstützen ihn beispielsweise 16 von insgesamt 252 Priestern.
Doch nicht nur die große Mehrheit der Priester sieht diese Aktion kritisch. Auch eine aktuelle Umfrage ergab, dass mehr als die Hälfte aller Österreicher in dieser Initiative nicht mehr als einen „Profilierungsversuch“ einiger Priester sieht. Wer halbwegs informiert ist, weiß natürlich, dass Forderungen wie beispiels-
weise die Abschaffung des Zölibats, Zulassung von Frauen zum Priesteramt und Kommunionausteilung auch an Ausgetretene
so alte Ideen sind, dass sie schon auf der Bartwickelmaschine laufen. Ihre ständige geradezu bockige und publikumswirksame Wiederholung macht sie nicht besser.
Der Kardinal ist unterdessen um Schadensbegrenzung bemüht. Im September soll es ein erneutes Gespräch geben. In einem öffentlichen Brief an alle Mitarbeiter, Gemeindemitglieder und Mitpriester erinnert er allerdings auch daran, was die Priester bei ihrer Weihe versprochen haben, und zwar „aus freien Stücken“. Einen öffentlichen Aufruf zum Ungehorsam halte er „für keinen hilfreichen Schritt“.
Ein Riss geht quer durch
die Kirche in Österreich. Auffallend ist aber auch, dass immer mehr Priester und Laien gegen die umstrittene Initiative Position beziehen. Soeben hat z.B. die „Arbeits-
gemeinschaft Katholischer Verbände
“ erklärt, sie lehne diese Aktion „entschieden ab“. Man empfiehlt eine „Mäßigung in den Methoden“ und fordert auf, den übertreibenden Aufruf zurück-
zunehmen. „Solches Verhalten darf nicht zum Umgangston innerhalb des Christentums werden“, formulieren die Verbands-
vertreter mit ungewöhnlicher Schärfe. Im übrigen sei es aufschlussreich, dass die Pfarrer-Initiative zwar die Laien für ihren Aufruf einspannen wolle, aber nie mit den zuständigen Verbänden Kontakt aufgenommen habe.
Man darf nur hoffen und beten, dass allen Beteiligten wirklich bewusst ist, welche Verantwortung für einen guten Ausgang des nächsten Gespräches sie tragen!

- Schüller fordert Schönborn heraus
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- Bloggerkollege hat trefflich kommentiert
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- Wo bleibt Forderung Nr. 8…?
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- Offener Brief von Kardinal Schönborn
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- Prof. Dr. Georg May über die wirklichen Ursachen des Priestermangels (pdf) >> BITTE KLICKEN !
- Meine Satire: „Kirche 2020“ (pdf)
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- Pfarrer wehren sich gegen Pfarrer-Initiative
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- Originell: Gegen-Aufruf zum Gehorsam, in wenigen Tagen
über 1.000 Unterschriften >> BITTE KLICKEN !
- Laienverbände sind sauer über Pfarrer-Initiative
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25.08.2011

Polen: Glatzköpfiger, gottloser Schmetterling in Unterhose stört Katholiken-Prozession

(Fortsetzung)

Bei einem Priester lagen die Nerven so blank, dass er den Medien unfreiwillig zusätzliches Futter bot, indem er den Provokateur vergeblich zu vertreiben suchte. Auf einem an-
sonsten wenig ergiebigen Youtube-Video kann man die Szene
ab etwa 1:38 mitverfolgen >> BITTE KLICKEN !
Nach einiger Zeit kassierte die herbeigerufene Polizei den Mann erst einmal ein, und vom Lodzer Domprobst traf bei der Staats-
anwaltschaft eine Anzeige wegen Herabsetzung religiöser Gefühle ein. Wie man durch die Anwesenheit der ihn beglei-
tenden Fernsehleute erkennen könne, handele es sich bei der Aktion um eine mit voller Absicht geplante tiefe Verletzung der religiösen Gefühle anderer.
Doch auch in Polen haben sich die Zeiten geändert. Die Staats-
anwaltschaft befand, dem Künstler sei bei seiner Aktion eine Böswilligkeit nicht nachzuweisen, und so blieb es bei einer Ver-
warnung. Der Künstler tat ganz unschuldig und meinte, er habe sich schließlich nur verkleidet, wie die Priester dies mit ihren Messgewändern auch täten.
Die massive Störung kirchlicher Veranstaltungen wird immer mehr zur Taktik militanter Homosexueller. Das musste auch Bischof Overbeck (Essen) erfahren, nachdem er sich gegen gelebte Homosexualität ausgesprochen hatte:


Schon vorher war er wegen diesbezüglicher klarer Aussagen in die Schusslinie geraten. Wegen seiner „Diskriminierungen“ beschlossen Schwule, die Fronleichnamsfeierlichkeiten massiv zu stören, wie man in einem Video bei „gloria.tv“ sehen kann >> BITTE KLICKEN !

Merke: Wenn man nicht der gleichen Meinung ist wie diese Herrschaften, kann es einem passieren, dass man massiv terrorisiert wird. So ist das mit deren Toleranz anderen gegen-
über, die sie für sich selbst immer einfordern, in der Praxis…


- Bericht der "Süddeutschen Zeitung" >> BITTE KLICKEN !
- Die "Kirchenmaus" entdeckte das Video >> BITTE KLICKEN !

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23.08.2011

22. Sonntag im Jahreskreis A - 28.8.2011

(Fortsetzung)

Dass Jesus am dritten Tag auferweckt werden würde, ist bei ihm im Kopf offenbar nicht wirklich angekommen. Petrus hat nur gehört: „…vieles er-
leiden…“
und „getötet“.
Wir können uns gut vorstellen,
wie fieberhaft Petrus jetzt überlegt:
Um Gottes Willen! Das muss doch irgendwie zu verhindern sein! - Sicher gibt es dafür noch eine andere Lösung, wenn du nicht so stur bleibst, Jesus! - So bitte nicht, Jesus!
Bis zu diesem Moment geht Petrus nach damaligem Brauch Schritt für Schritt hinter Jesus her, wie dies alle Schüler eines Rabbis machten. Viele Gespräche fanden so beim gemeinsamen Gehen statt. Vorneweg stets der Meister, dahinter die Lernenden.
Nach dieser Erklärung Jesu eilt Petrus jedoch nach vorne und stoppt Jesus. Er spricht ihn von der Seite an. In der Einheits-
übersetzung heißt es: „Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe…“
Das ist noch harmlos ausgedrückt. Genauer müsste es wort-
wörtlich heißen: Petrus nahm Jesus am Arm und fuhr ihn an.
Petrus ist also richtig aufgebracht und empört. Er packt Jesus am Arm. Er hält seinen Meister gewaltsam fest und hindert ihn am Weitergehen. Sofort platzt er mit seiner Meinung heraus: „Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!“
Ja, Petrus meint es wirklich nur gut. Es ist, als wollte er seinen Herrn wachrütteln: Noch ist es früh genug, um das Leiden zu vermeiden! Geh diesen bitteren Weg nicht weiter! - Erspare dir und uns diese Schmach! - Das darf der liebende Gott doch nicht zulassen!
Jesus reagiert prompt und mit aller Härte.
Es heißt: „Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“
Damit hatte Petrus ganz bestimmt nicht gerechnet. Warum ist Jesus auf einmal so grob, so knallhart?
Jesus reagiert so heftig, wenn es um die Erfüllung des Willens Gottes geht. Da kann es keine faulen Kompromisse geben.
An anderer Stelle (Joh 4,34) hat er das so formuliert: „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat…“
Jesus hat den Satan, den Versucher, schon reichlich kennen-
gelernt. Beim Fasten in der Wüste hat Jesus erfahren, wie fast unerträglich stark die Versuchung werden kann. Er weiß, dass der Satan niemals aufgibt. Immer wieder versucht er, Jesus zu Fall zu bringen. Immer wieder will er einen Keil treiben zwi-
schen ihn und seinen Vater im Himmel.
Der Teufel sabotiert auf Erden Gottes Willen, wo er nur kann. Natürlich macht er das nicht ganz plump und ungeschickt. Er ist nämlich nicht das doofe rote Teufelchen, das vom Kasper am Ende immer eins auf die Mütze bekommt. Vielmehr verpackt er seine Hinterlist gegen Gott möglichst recht nett, damit es nicht so offensichtlich ist.
Diesmal ist Petrus dran, der doch nur einen guten Rat geben will. Die Einflüsterung des Satans klingt für uns Menschen erst einmal ganz plausibel: Du brauchst nicht den schmerzhaften Weg zu gehen, vielleicht gibt es dafür eine elegantere Lösung. - Erst einmal in Ruhe nachdenken. Auf die lange Bank schieben.
Klar, aus den Augen, aus dem Sinn. Jesus durchschaut die teuflischen Pläne. Man darf dem Burschen nicht einmal den kleinen Finger reichen, sonst ist gleich die ganze Hand weg.
Der hat ja schließlich nichts mehr zu verlieren. In Petrus könnte der Satan heute allerdings einen Schwachpunkt gefunden haben,
um Jesus auszuhebeln.
Er ist wie ein Einbrecher, der sich immer die schwächste Stelle in der Sicherheit des Hauses aussucht, um alles Wertvolle stehlen zu können. Gelingt es ihm, Petrus mit den teuflischen Krank-
heitskeimen anzustecken?
Wie es scheint, hat es Petrus erwischt. Da kann nur noch eine radikale Therapie durch Jesus helfen. Mit harten Bandagen schafft Jesus es, seinen Schüler Petrus wieder zu Verstand zu bringen.
Der wird im wahrsten Sinne des Wortes zurückgewiesen, wenn Jesus ihm befiehlt: „Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen!“
Das heißt: Hinter mich! Steh mir nicht im Weg!
Petrus, der noch neben Jesus steht, muss sofort zurück, muss wieder hinter Jesus, muss wieder in die Reihe der Jünger, um ihm nachfolgen zu können.
„Disciplus“ heißt Schüler auf Latein. Daher kommt unser Wort „Disziplin“. Jesus ruft Petrus energisch zur Diziplin auf, zur Ordnung: So bitte nicht, Petrus! - Aus dem Felsen darf kein Stein des Anstoßes werden, wenn es um die Erfüllung des Willens Gottes geht.

Im zweiten Teil des heutigen Evangeliums nutzt Jesus als Meister das gerade Geschehene sofort zur Belehrung für alle seine Schüler: „Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“
Jesus richtet dieses deutliche Wort also nicht an das ganze Volk. Es geht erst einmal ausdrücklich an die Adresse derer, die sich für ihn entschieden haben. „Wer mein Jünger sein will…“, sagt Jesus. Gott zwingt niemanden dazu. Er lässt uns den Willen, die Freiheit. Entscheiden muss jeder selbst. Die Versuchung aber trifft nicht nur Jesus und Petrus, sondern sie trifft uns alle.
Eine der größten Versuchungen ist es, dass wir heute wie die Jünger damals zwar unbedingt bei der Auferstehung dabei sein wollen, beim Kreuz aber bitte nicht. Wir alle wissen nur zu gut: Das Kreuz ist schmerzhaft. Seine Last drückt sich oft tief in unser Fleisch und unsere Seele ein. Da schreit natürlich niemand von uns: „Hurra!“
Viele Kreuze gibt es, die auf der Erde getragen werden.
Das Kreuz körperlicher oder seelischer Leiden ist allgegenwärtig. Wie viele Menschen sind schwer erkrankt, oft auch noch mit großen Schmerzen! Das Kreuz, von den eigenen Kindern nicht verstanden zu werden oder gar vom Ehepartner: viele kennen dies. Das Kreuz, in ein Altenheim entsorgt zu werden: bei uns in Europa ist es schon Normalität, während man z.B. in Afrika nur fassungslos den Kopf darüber schüttelt.
Das Kreuz, das Nötigste zum Leben nicht zu haben und am Abend nicht zu wissen, wie man die Kinder am nächsten Tag satt bekommt: Hunderttausende tragen es und müssen dabei immer neu gegen die Verzweiflung ankämpfen.
Viele, viele Kreuze gibt es.
Die Leute früher sagten dazu: „Unter jedem Dach ein Ach!“ - Nicht jedes getragene Kreuz macht sich dabei laut bemerk-
bar. Viele werden ganz still
ge- und ertragen. Manche werden auch schamhaft versteckt, auch bei den oberen Zehntausend. Wie viele Kreuze gibt es auch beim ewigen Einerlei vieler Menschen, bei der täglichen erschöpfenden Routine, dem nie endenden Berg an Arbeit, wie in einem Hamsterrad.
Das Kreuz der Benachteiligung und der Verfolgung haben viele Christen zu tragen, bis hin zu Folter und Tod in einigen Ländern dieser Erde. Wer bei uns heute als Jugendlicher seinen Klas-
senkameraden „gesteht“, dass er Messdiener ist, kann des Spottes seiner Mitschüler sicher sein.
Alles Leiden kostet uns viel Kraft.
Es geht an die Substanz.
Die schöne heile Glitzerwelt hat einen tiefen Riss. Viele moderne Menschen empfinden darum jede Art von Leid als bösartige Sabotage an ihrem vermeintlichen Recht auf ein schönes, sorgenfreies Leben. Not und Sorge, bitte seid so nett und stört mich nicht!
Jesus jedoch ist da auch ganz präzise in seiner Aussage für alle, die ihm nachfolgen wollen: So geht das nicht! - „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“
Er packt hier gleich drei wichtige Aussagen in einen einzigen Satz: Die erste: „der verleugne sich selbst“.
Leugnen heißt abstreiten, zurückweisen, widerrufen. Wer sich
in diesem Sinne selbst verleugnet, der weist seinen eigenen schönen Lebenstraum, seine eigenen Wünsche an das große Glück in die nötigen Schranken. Er lässt seinen Egoismus nicht wild wuchern wie unkontrolliertes Unkraut.
Auch er wird natürlich ständig von allem Möglichen in Ver-
suchung geführt, heutzutage sogar mehr als in früheren Zeiten. Auch ein Christ kann kaum verhindern, dass sich der Vogel der Versuchung auf seinen Kopf setzt. Aber er kann und muss sehr wohl verhindern, dass dieser sich dort ein Nest baut!
Wer Christus ernsthaft nachfolgen will, der kann eben nicht gleichzeitig in die entgegengesetzte Richtung laufen. Der Christ lehnt das Schöne und Angenehme im Leben dabei nicht ab, ganz im Gegenteil:
er ist Gott von Herzen dankbar dafür. Er lässt aber militärisch gesprochen nichts davon zum Kommandanten über sein Leben werden.
In der Taufe und bei jedem Kreuzzeichen bekennt der Christ sich dazu, dass es für ihn nur einen einzigen wirklichen Herren geben kann, und der heißt Jesus Christus. - Sich selbst verleugnen heißt also nicht, dass man nur noch im Büßergewand herum-
rennen muss, am besten mit einer doppelten Portion Asche auf dem Haupt. Sich selbst verleugnen heißt vielmehr: Gott die Ehre erweisen, die ihm gebührt. Und wirklich ernst nehmen, was da im Vaterunser immer so klar aus unserem Mund kommt: „Dein Wille geschehe…“

Die zweite wichtige Aussage Jesu in diesem Satz: „der…nehme sein Kreuz auf sich“ :
Also bitte kein Ausweichmanöver, wie Petrus es in guter Absicht vorschlägt. Nicht nur Jesus Christus geht seinen Weg durch das Leid, selbst auch im zeitweiligen Gefühl der Gottverlassenheit. Wer ihm nachfolgt, darf vor dem Leid keine listigen Tricks und Eiertänze probieren. Jesus liest uns hier das im Geschäftsleben gerne Kleingedruckte ganz laut vor: Auf jeden Christen kommt sein spezielles Kreuz zu, früher oder später, größer oder kleiner. Das ist noch sicherer als das Amen in der Kirche.
Jesus sagt nun: Stehe als Christ tapfer dazu! Nimm dein persönliches Kreuz auf dich, so wie ich auch mein Kreuz auf mich genommen habe!
Du hast Anteil an meinem Kreuz, und du hast Anteil an meiner Auferstehung! - Sage nicht wie Petrus: Das darf nicht geschehen! Hilf mir lieber beim Kreuztragen!
Beim Evangelisten Lukas (9,23) heißt es noch deutlicher, dass jeder „täglich“ sein Kreuz auf sich nehmen muss, also Tag für Tag. Das bedeutet: Jeder Tag hat seinen Schmerz. Jeden Tag gibt es auf dieser Erde viel zu viele Kreuze.
Hilf du beim Tragen, damit die Last der Leid-Tragenden geringer wird. Wenn du mich, deinen Herrn, wirklich liebst, wie du sagst, wird dir das ein Stück leichter fallen. Verkünde auch du wie eine Glocke, die laut vernehmbar läutet, durch dein tätiges Beispiel deinen Glauben. Mach es nicht wie die wortgewandten Schrift-
gelehrten, die sich aus allem mit klugen Worten herausreden, sondern lass Taten sprechen!
Die letzte wichtige Aussage Jesu aus seinem Satz zum Schluss:
Jesus sagt nicht nur: „der nehme sein Kreuz auf sich“, sondern es geht weiter mit: „und folge mir nach.“
Vielleicht werden Sie denken: Was soll daran Besonderes sein? Jeder soll eben sein Kreuz tragen. - Nein, das „und folge mir nach“ ist ganz, ganz entscheidend!
Erinnern Sie sich daran, dass die Jünger Jesu hinter ihrem Meister hergingen, wie es üblich war? So soll auch jeder von uns ihm nachfolgen.
Das aber heißt nichts anderes als: Ich gehe als Christ nicht allein, auch nicht in meinem Schmerz, mit meinem Leid. Um mich herum sind immer auch die anderen, die ebenfalls mit und hinter ihm gehen. Aber das Allerbeste ist doch: Man kann nur jemand nach-
folgen, wenn da einer vor einem geht, der einen führt, der einem den Weg zeigt, der einen nicht im Stich lässt, der einen ans Ziel dieser Wanderung bringt.
Und genau das dürfen wir nie vergessen, Sie und ich: Wenn wir nämlich über den dunklen Schatten unseres Kreuzes hinaus schauen, dann können wir ihn deutlich sehen, unseren Meister. Er geht direkt vor uns beiden und all den anderen, die ihm als Schüler folgen!
Achten wir nur ja darauf, dass wir bei unserem Gehen immer mit ihm in Verbindung bleiben! Bleiben wir ihm im wahrsten Sinne des Wortes immer schön dicht auf den Fersen. Das wird uns zum großen Segen werden, denn er bringt uns alle sicher heim an unser großes Ziel. Amen.

Predigt Prof.Dr.Dr. Klaus Müller: „Vom Kreuztragen hinter Jesus“
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Predigt Roland Hofmann (nach unten scrollen bis zu Mt 16,21-27 – Von Gott verführt) >> BITTE KLICKEN !
Predigt Pfr. Rolf Steinhäuser: „Verstörende Botschaft“ (pdf)
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Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
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Predigt Pastor Reinhard Reitenspieß: „Gelassenheit lernen“
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Meine Predigt Parallelstelle Mk 8,27-35 (24.Sonntag B - 13.9.2009) >> BITTE KLICKEN !
Prof.Dr. Nikolaus Wandinger: “Petrus – Fels und Satan in einem”
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Arbeitshilfe Bistum Münster: „Berufung im Kreuz” (30 S. pdf)
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Video der Predigt des Kölner Generalvikars Dr. Schwaderlapp:


Erzieherischer Fehlschlag: In der Selbstbedienungs-Cafeteria einer katholischen Internatsschule nehmen die Kinder gerade ihr gemeinsames Mittagessen ein. In der Nachtisch-Ecke sieht man zuerst eine riesengroße Schüssel mit wunderschönen, saftigen Pfirsichen. Vorsichtshalber hat eine übereifrige Nonne davor ein Schild angebracht: „Pro Person nur maximal zwei Pfirsiche. Denke daran: Gott schaut zu!"
Einige Meter weiter steht ein großer Teller mit herrlichen Schokoladenkeksen. Auch davor steht eine Ermahnung der Nonne, wonach maximal drei Kekse erlaubt sind. Ein Schüler hat jedoch den Text durchgestrichen und darunter vermerkt: „Nehmt ruhig, so viel ihr wollt. Gott beobachtet gerade die Äpfel…"

Unverschämte Kundschaft: Der Elektriker steht minutenlang an der Haustür und ist reichlich genervt: „Das ist doch wirklich un-
verschämt! Da bestellen die einen dringend her, um die Klingel zu reparieren, und dann macht einfach keiner auf!"


Sie können diese aktuelle Predigt auch selbst als pdf-Datei herunterladen (der Link funktioniert bis etwa 26.9.2011; danach bei mir per E-Mail erhältlich!) >> BITTE KLICKEN !

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