25.05.2010

Dreifaltigkeitssonntag C - 30.5.2010

(Fortsetzung)


Nicht nur, dass man sich angesichts der Größe der Aufgabe leicht wie ein Nicht-
schwimmer vorkommt, der anderen das Schwimmen beibringen soll. Nein, nicht genug damit. Außerdem bekommt man auch nur wenige Minuten Zeit dazu. Da muss man sich beschränken, ob man will oder nicht.
Schauen wir doch einfach auf das heutige Evangelium und dessen Kern- Aussagen. Zuerst einmal ist an dieser Stelle die Dreifaltigkeit Gottes klar angesprochen: Jesus spricht hier nicht nur über sich selbst, sondern ausdrücklich auch vom Heiligen Geist, dem Geist der Wahrheit, und auch vom Vater. Die Erkenntnis, dass Gott ein dreifaltiger Gott ist, baut also eindeutig auf der Bibel selbst auf und ist kein Produkt übereifriger Theologen, die Gott mal erklären wollen, wie er denn eigentlich ist.
Jesus weiß aber sehr wohl um die Begrenztheit unserer Erkenntnis. Im heutigen Evangelium formuliert er das an seine Jünger gerichtet so: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen.“
Ohne die tatkräftige Mithilfe des Heiligen Geistes sind wir häufig nicht geistesgegenwärtig genug, um in die Wahrheit Gottes einzutreten. Es ist also nicht etwa so, als hätte Jesus in seinen vielen Be-
lehrungen an die Jünger absichtlich
etwas Wichtiges weggelassen. Ohne das Zutun des Heiligen Geistes können wir das Wort Gottes oft einfach nicht in seiner ganzen Tiefe und Tragweite erfassen. Für uns heute kann man dies viel-
leicht noch mit einem angeschafften hoch-
modernen technischen Gerät vergleichen, bei dem uns die Bedienungsanleitung fehlt. Das Gerät funktioniert sicher prima, aber wir bekommen die Feinheiten in der Nutzung dann einfach nicht heraus. Bei einem Foto-Apparat etwa werden manche Bilder dann eben verschwommen oder unterbelichtet.
Jesus jedenfalls verspricht den Seinen, dass der Heilige Geist als jener kommen wird, der in die ganze Wahrheit einführen wird. Jesus sagt hier aber nicht nur, was der Heilige Geist tut, sondern auch, wie er das tut. Nicht auf eigene Faust wird er wirksam, sondern er ver-
kündet und vertieft, was dem Vater und dem Sohn für uns wichtig ist.
Jesus formuliert dies hier so: „Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch ver-
künden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.“

Aus diesem Jesus-Wort erfahren die Jünger damals und wir heute aber nicht nur die Zusage der Hilfe des Heiligen Geistes. Wir erfahren auch etwas über die Dreifaltigkeit selbst. Allein schon aus diesen wenigen Worten Jesu spüren wir die einzigartige Harmonie: Vater, Sohn und Heiliger Geist – sie alle sind so eng miteinander verbunden, dass da kein „mein“ und „dein“ ersichtlich ist. Die göttlichen drei Personen sind in solch einer unfassbaren Innigkeit einander zugewandt, dass einem zuerst einmal der dafür natürlich viel zu schwache Begriff „ein Herz und eine Seele“ einfällt.
Dieser Gott ist gewissermaßen die Liebe in Person. Nicht unsere menschliche Liebe mit ihren Unvollkommenheiten, sondern eine göttliche Liebe, die es eben nur dort so ganz perfekt gibt, ganz unverdünnt, pure Liebe.
Dieser Gott ist wirklich Beziehung in Person. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind so sehr aufeinander bezogen, dass keiner auch nur eine Sekunde ohne den anderen sein kann oder sein will.
Obwohl sie verschieden sind, sind sie doch so sehr eins, dass es fast vergleichbar ist wie mit Quelle, Bach und Fluss. Wo genau hört die Quelle auf und beginnt der Bach,
wo genau wird aus dem Bach ein Fluss? Wir versuchen dies zwar mit Wörtern zu unterscheiden, aber es bleibt letztlich in der Wirklichkeit sehr unvollkommen.
Dieser Gott, der so unvorstellbar groß ist, der alles in seiner Liebe erschaffen hat und in seiner Güte weiter erhält, dieser Gott wird am heutigen Festtag noch einmal von uns gefeiert. In vielen Zeichen werden wir zwar immer wieder an die Dreifaltigkeit erinnert, z.B. schon im Kreuzzeichen, das wir häufig machen, aber es ist gut, dass es dieses Fest gibt.
In unserer oft so unruhigen und verwirrten Alltagswelt kann das auch bei Christen leicht vergessen werden: Gott ist viel, viel größer, als uns Menschen bewusst ist. Er ist aber nicht nur so gewaltig groß und mächtig, sondern er ist auch so gewaltig liebende Beziehung. Und dieser Gott hat uns nicht erschaffen, um uns anschließend hilf- und ziellos uns selbst zu überlassen. Wir haben die Zusage gerade wieder im heutigen Evangelium gehört: die Nachfolger Jesu werden in die Wahrheit geführt!
Da mag vielleicht der eine oder andere von uns denken: Das wird ja schon so sein, aber ich selbst habe davon bisher so wenig gespürt! Wo wirkt er denn an mir, der Heilige Geist? Wie und wann kommt er denn und verkündet mir die versprochene Wahrheit?
In aller gebotenen Kürze dazu zum Schluss nur so viel: Es gibt da eine bekannte kleine Geschichte von zwei jüdischen Rabbinern, die sich darüber unterhalten, wo Gott denn auf Erden zu finden ist. Während der eine auf die Schön-
heiten der Schöpfung verweist und daran erkennt, dass die Welt voll von Gottes realer Anwesenheit ist, bringt der andere es auf den Punkt: „Gott ist da, wo man ihn einlässt!“
Wir wissen ja: Dadurch, dass wir uns in eine Garage stellen, werden wir noch lange kein Auto. Das heißt übersetzt: Geben wir Gottes Geist auch eine echte Chance, an uns und in uns wirken zu können. Vielleicht räumen wir dazu einiges an Gerümpel weg und machen die Herzenstür ganz weit auf. Und dann dürfen wir uns überraschen lassen!

Prof. Dr. Medard Kehl SJ: „Dreifaltigkeitssonntag“ (A /pdf)
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Katechese der Karl-Leisner-Jugend
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Anregung / Unterrichtsmodell „Dreifaltigkeit“ (pdf)
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Meine Predigtgedanken dazu aus 2009
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Meine Predigtgedanken dazu aus 2008
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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„Voices of God“ – KlangGesänge der Benediktiner Stift St. Paul
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Ein Beispiel von “geistesgegenwärtig”: Schulbusfahrer rettet…
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Gerichtsurteil: WLAN-Verschlüsselung ist Pflicht
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„Je näher wir Gott sind, um so karger werden unsere Worte. Wo wir viele Worte machen, statt anzubeten, statt zu verehren, statt voll Ehrfurcht auf die Knie zu sinken: Da sind wir von Gott noch weit.
Je näher wir Gott sind, um so stiller wird es. Und beginnt das Schweigen, dann hört auch das Fragen auf: Dann sind wir bei Gott.“

Dionysius Areopagita (um 550 n. Chr.)


Unbegabte Beter…
Auf einer kleinen Insel irgendwo im Meer lebten drei fromme alte Männer. Manchmal kamen Leute, um von ihnen Rat zu erbitten oder einfach aus Neugier. So kam eines Tages auch der zuständige Bischof mit einem Schiff angereist, um sich selbst ein Bild über diese seltsamen Gläubigen zu machen. Er staunte nicht schlecht, als beim Anlegen drei ärmlich aussehende Gestalten zum Strand kamen und ehrfürchtig vor dem hohen Besuch niederknieten. Gerne folgte der Bischof der Einladung in ihre Hütte. Dort boten sie ihm an, was sie hatten: ein selbstgebackenes Brot und frisches Wasser aus einer nahen Quelle.
Bald kam der Bischof zur Sache: „Man sagt von euch, dass ihr sehr fromm seid. Könnt ihr mir davon erzählen?" - Die drei sahen sich ziemlich ratlos an, doch schließ-
lich sagte der eine zögernd: „Das ist nichts Besonderes. Wir freuen uns an Gott, wenn die Sonne scheint und wenn der Regen fällt. Wir freuen uns an ihm am hell-
lichten Tag und wir freuen uns über ihn, wenn es rundherum stockdunkel ist."
Da ergänzte der zweite zustimmend: „Ja, und wir freuen uns an Gott, wenn das Korn wächst und wenn die Äpfel reifen, und wir sind dankbar über die Quelle, die nicht aufhört, uns Wasser zu spenden."
Der dritte Alte fügte schließlich hinzu: „Ja, viel Freude haben wir an ihm. Und wenn wir beisammen sitzen, singen und beten, und wenn wir nachher gemeinsam essen und trinken..."
Da fiel ihm der Bischof ins Wort: „Ja, genau das interessiert mich. Welches Gebet sprecht ihr denn?“ - "Wir beten gemeinsam," ant-
worteten sie, und nach einer kurzen Pause sprachen sie langsam und ganz ehrfürchtig ihr Gebet: „Wir sind drei - ihr seid drei - macht uns frei!" –
Mit fassungslosem Staunen fragte der Bischof zurück: "Wie? Ist das alles? Sonst nichts?" – Die drei Männer nickten nur schweigend und etwas verschämt.
Man kann sich gut vorstellen, wie bestürzt der Bischof über ein solches Maß an Unwissenheit, ja fast schon Einfältigkeit war. So kann man doch nicht zu Gott beten, zur Heiligsten Dreifaltigkeit! - Das konnte er als verantwortungsbewusster Bischof und Theologe natürlich nicht auf sich beruhen lassen. So versuchte er ihnen auf möglichst verständliche Weise das Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit nahe zu bringen. Doch es schien ihm, als hörten sie ihm zwar aufmerksam zu, konnten aber doch mit seinen gelehrten Sätzen nichts anfangen.
Schon ganz verzweifelt fiel ihm schließlich ein, dass es schon ein gewisser Fortschritt wäre, wenn die drei wenigstens ein richtiges Gebet aufsagen könnten. Und so fing er an, ihnen das Vaterunser eine halbe Stunde lang Wort für Wort vorzusagen. Die drei Alten waren mit Feuereifer dabei und murmelten den Text immer wieder vor sich hin. Der Bischof war jedenfalls froh, diesen offenbar reichlich schlichten Gemütern endlich ein kleines Stück vom wahren Glauben beigebracht zu haben und verabschiedete sich, als er den Eindruck hatte, dass sie das Vaterunser wirklich aufsagen konnten.
Eine Stunde später war er mit seinem Schiff schon eine ganze Seemeile vom Ufer entfernt und erholte sich von dieser an-
strengenden Unterweisung.
Plötzlich traute er seinen Augen und Ohren nicht: Drei Gestalten kamen da tatsächlich heftig winkend und rufend hinter dem Schiff her, Hand in Hand über das Wasser laufend. Als sie nahe genug waren, riefen die Alten etwas atemlos: „Herr, Herr, entschuldige bitte, aber wir haben es vergessen! Wie geht es weiter nach 'Geheiligt werde Dein Name'? Bitte belehrt uns noch ein einziges Mal darüber!"
Dem Bischof standen die Tränen in den Augen, als er ihnen ant-
wortete: „Betet nur weiter so, wie ihr es immer getan habt! Wie ich sehen durfte, hat Gott große Freude an euch!“ - Die drei waren zwar etwas verwundert, verbeugten sich dann aber höflich und gingen beruhigt über die Wellen wieder zurück zu ihrer Insel.
- Quelle mir leider nicht bekannt -

„Ihre Heilung haben Sie dem Herrgott und Ihrer robusten Natur zu verdanken", klärt der Arzt den alten Bauern auf. „Gut, dass Sie das sagen, Herr Doktor. Ich hoffe, Sie berücksichtigen das auch bei Ihrer Rechnung", erwidert schmunzelnd der Patient.

Ein schwäbisches Ehepaar wandert durch die Alpen und fällt in eine Gletscherspalte. Am nächsten Tag hören sie eine Stimme von oben rufen: „Hallo, hier ist das Rote Kreuz!"
Darauf ruft der Schwabe zurück: „Mir gäbet nix!"

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11.05.2010

7. Sonntag der Osterzeit C - 16.5.2010

(Fortsetzung)

Als z.B. Mose Gott bat, dessen Herrlichkeit auf Erden schon sehen zu dürfen, erklärte dieser ihm, das könne kein Mensch überstehen, er müsse dann sterben (Exodus 33,18-23).
In der Heiligen Messe erinnern uns beispielsweise Gloria-Lieder wie „Großer Gott, wir loben dich“ oder das „Ehre sei Gott in der Höhe“ (im „Gotteslob“ Nr. 354) immer wieder an die ungeheure Macht und Heiligkeit des Gottes, den wir verehren.

Jesus will jedenfalls ganz bestimmt nicht, dass wir da nur „Bahnhof“ verstehen – ganz im Gegenteil! Erst wenn uns klar ist, um was es ihm hier geht, können wir die ganze Tragweite seines Gebetes spüren. In die Herrlichkeit, die Jesus vom Vater gegeben wurde, sollen alle Gläubigen mit hineingenommen werden. Auf alten Bildern sieht man das schön bei der Abbildung von Heiligen: ein kreisrunder Lichtglanz, ein von Gott geschenkter Heiligenschein, umstrahlt hell ihren Kopf. Die Heiligen sind dann im wahrsten Sinne des Wortes ein leuchtendes Vorbild. Und solch eine Leuchte kann im Grunde jeder werden, der wirklich an Jesus glaubt. Dieses Glauben ist freilich viel mehr als theologisches Wissen oder fromme Übungen. Im lateini-
schen „credere“ für „glauben“ schimmert das gut durch: Credere bedeutet so viel wie „jemanden sein ganzes Herz geben“. Damit ist eigentlich über wirkliches Glauben alles gesagt.

Der eigentliche Knackpunkt im heutigen Evangelium ist freilich ein anderer Begriff. Jesus sagt da: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast.“ - Vergessen wir den Zusammenhang nicht: Dieser Wunsch Jesu liegt ihm so sehr am Herzen, dass er seinen himmlischen Vater in dieser Abschieds-
stunde so dringend darum bittet. Die Einheit der Christen, das Einssein, hält Jesus für eine Grundbedingung dafür, dass die Welt zum Glauben kommt. Eins sollen die Christen sein, „damit die Welt glaubt“, heißt es.
Man könnte also fast sagen:
Die Einigkeit der Christen ist so wie der liebevolle Umgang mit-
einander ihre zweite besondere Spezialität, gewissermaßen ihr Markenzeichen. So wie der Kunde ein bestimmtes Markenprodukt überall auf der Welt an ein-
deutigen typischen Merkmalen erkennen soll, vom Schriftzug auf der roten Cola-Dose bis hin zum Mercedes-Stern, so soll das auch bei den Christen sein. Die Welt kann sie eindeutig daran erkennen, dass sie eins sind.

Da denken wir zu Recht sofort an alle anstrengenden Bemühungen um die Ökumene, um das Miteinander der christlichen Konfessio-
nen. Gerade am diesem Sonntag geht in München der ökumenische Kirchentag zu Ende. - Die Ökumene ist ein schwieriges, um-
fassendes Thema und an dieser Stelle hier nicht zu erörtern. Nur so viel: Allzu leicht sind wir in der Versuchung zu resignieren, vielleicht erst recht nach diesem Wort Jesu. Da mag man doch denken:
eins sein – das können wir ja gar nicht schaffen, so verschieden wie wir sind.
Schauen wir also genauer hin auf das „Eins sein“, von dem Jesus da spricht. Da steht schon mal nichts davon, dass die Christen im Gleichschritt denken sollen. Das wäre ja auch sehr verwunderlich, denn schon bei den Aposteln gab es die verschiedensten Tempera-
mente und Ansichten. Wie wir wissen, gab es da durchaus mal Meinungsverschiedenheiten und sogar auch einmal Rang-
streitigkeiten. Die beiden „Donnersöhne“ Jakobus und Johannes wollten sich im Himmel doch tatsächlich die besten Plätze links
und rechts von Jesus sichern und baten ihn ausdrücklich darum
(Mk 10,35-45). Wie in der Textstelle vermerkt ist, wurden die anderen zehn Jünger über dieses Vordrängeln „sehr ärgerlich“. Jesus jedenfalls wies die Vorwitzigen sofort in die nötigen Schranken.

An einem Chor kann man recht gut deutlich machen, worauf es eigentlich an-
kommt: Da singen auch nicht alle in der gleichen Tonlage, und sogar die Melodieführung kann in den einzelnen Stimmen zeitweise eine andere sein. Aber alle zusammen singen harmonisch, singen schöne Akkorde – und vor allem: sie singen dasselbe Lied und befolgen die Anweisungen nur eines einzigen Dirigenten.
Und da kommen wir dem „Eins sein“ im Sinne Jesu schon näher: Natürlich sollen die Christen eins sein in dem, was sie über einzelne Punkte ihres Glaubens aussagen. Da ist es nur gut, auf die anderen Konfessionen zuzugehen und das Gespräch zu suchen.
Viel, viel wichtiger ist aber ein „Eins sein“ vor Gott, ein tiefes „Eins sein“ in der gemeinsamen Anbetung Gottes. Um diese Einheit bittet Jesus in seinem Abschiedsgebet vor allem.

Kommen wir zum Schluss zum Thema Bahnhof, das schon ganz am Anfang stand. Jesus möchte, dass die Gläubigen Anteil haben an seiner Herrlichkeit. Das sieht also ziemlich nach einer richtigen Gruppenreise aus. Da muss ich als einzelner Teilnehmer von der Abfahrt bis zum Zielort nicht sämtliche Bahnhöfe namentlich aufsagen können. Es kommt auch nicht darauf an, dass ich alle Zwischenstopps mit genauer Uhrzeit im Kopf behalte. Worauf es aber wirklich ankommt: Wir alle kommen absolut sicher ans Ziel, wenn wir uns wirklich immer am Reiseleiter orientieren. Sie wissen schon: Das wird herrlich…!

Archiv Pfarrgem. Albertus Magnus, Ottobrunn: „Herrlichkeit“
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Predigt Prälat Dr. Ferdinand Holböck
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Predigt Bischof (em.) Paul-Werner Scheele, Würzburg
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„Dein Herz an Gottes Ohr – Gebet als Beziehungspflege“ (pdf)
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Predigt Pfr. Karl Sendker
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Hauskreis Dortmund: Wie wir beten sollen (pdf)
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Kath. Jugend Österreich: Materialien zur Firmung
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Ein moderner Mensch
Ein moderner Mensch verirrte sich in einer Wüste. Tage- und nächtelang irrte er umher. Wie lange braucht man, um zu ver-
hungern und zu verdursten? - Das überlegte er sich beständig.
Er wusste, dass man länger ohne Nahrung leben kann als ohne etwas zu trinken. Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn ausgedörrt. Er fieberte schon. Wenn er erschöpft ein paar Stunden schlief, träumte er von Wasser, von Orangen und Datteln. Dann erwachte er und taumelte weiter.
Da sah er plötzlich in einiger Entfernung eine Oase. „Aha, eine Fata morgana!“, dachte er. „Eine Luftspiegelung, die mich narrt und zur Verzweiflung treiben will, denn in Wirklichkeit ist gar nichts da.“
Er näherte sich der Oase, aber sie verschwand nicht. Sie wurde im Gegenteil immer deutlicher. Er sah die Dattelpalmen, das Gras
und die Felsen, zwischen denen eine Quelle ent-
sprang. „Es kann natürlich nur eine Fantasie sein, die mir mein halb-
wahnsinniges Hirn vorgaukelt“, dachte er. - „Solche Fantasien hat man ja in meinem Zustand. Und jetzt höre ich sogar das Wasser sprudeln… - Eine Halluzination. Wie grausam doch die Natur ist!“ –
Mit diesem Gedanken brach er zusammen. Er starb mit einem lautlosen Fluch über die unerbittliche Bösartigkeit des Lebens.
Eine Stunde später fanden ihn zwei Beduinen. „Kannst du so etwas verstehen?“ sagte der eine zum anderen. „Die Datteln wachsen ihm ja beinahe in den Mund – er hätte fast nur die Hand auszustrecken brauchen. Und dicht neben der Quelle liegt er, keine fünf Meter vor der schönsten Oase – verhungert und verdurstet. Wie ist das möglich?“
„Er war ein eben moderner Mensch“, antwortete der andere Beduine. „Er hat einfach nicht daran geglaubt.“ -
(Quelle: mir leider nicht bekannt)

Das kleine Fritzchen wird von der Mutter zum Pfarrer geschickt, Gartenblumen für den Kirchenschmuck abgeben. Sie ermahnt den Kleinen noch: „Sage auch schön ‚Gelobt sei Jesus Christus’, wenn der Pfarrer die Türe öffnet!“ Wieder daheim angekommen, fragt die Mutter ihren Sohn: „Na, hast du auch schön ‚Gelobt sei Jesus Christus’ gesagt?“ Die Antwort des kleinen Mannes war: „Es war nur die Köchin da, und da hab ich natürlich gesagt: ‚Gegrüßet seist du, Maria’ .“

Jemand kommt in die Hölle und steht vor dem Teufel. Er darf sich eine von drei Kammern aussuchen, in die er gesteckt werden soll.
In der ersten Kammer werden alle mit glühenden Eisen verbrannt. Das sagt ihm nicht sehr zu. - In der zweiten Kammer wird bloß noch fürchterlich ausgepeitscht. Das ist ihm aber immer noch zu hart. -
In der dritten Kammer schließlich stehen sämtliche Insassen bis zum Hals in der Schei… und rauchen eine Zigarette. Da meint der Kandidat: „Das geht ja noch. Ich wähle die dritte Kammer!“ - Er stellt sich also zu den anderen bis zum Hals in die Schei… und steckt sich auch eine an. Nach 5 Minuten kommt plötzlich ein kleines Teufelchen und sagt: „So, die Zigarettenpause ist zu Ende, alle wieder untertauchen!"


Geht ein Mann in eine Metzgerei und sagt: „Ich hätte gerne 500 Gramm Leberwurst. Aber bitte von der groben, fetten!" Darauf der Metzger: „Tut mir leid, die hat heute Berufsschule!"

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Hinweis: Nächste Woche gibt es hier keine neue Predigt zu Pfingsten, sondern nur einen Verweis auf die Predigt Pfingstsonntag 2008.
Die Lesungen des Lesejahres A dürfen
auch verwendet werden.


03.05.2010

6. Sonntag der Osterzeit C - 09.5.2010

(Fortsetzung)

Wie froh ist man da, wenn ein lieber Mensch vor und nach einer Opera-
tion bei einem bleibt und wacht und einem dabei die Hand hält! –
Der Beistand, den Jesus den Seinen ausdrücklich zusichert, ist also einer, der das Werk Jesu fortsetzt, der uns lehrt und die Botschaft Jesu vertieft und uns dabei an die Hand nimmt. Die Herde Jesu ist also keineswegs ohne himmlischen Helfer und Hirten. Manchmal entsteht freilich der Eindruck, dass die aktuellen irdischen Ober-
hilfshirten dabei nicht unbedingt bevorzugt behandelt werden, aber das ist ein anderes Thema.
Gott drängt seinen Beistand jedenfalls nicht auf. Er ist kein Verkäufer, der auf Kundenfang ist und irgendetwas lautstark und aufdringlich anpreisen muss. Gott redet, aber er überredet nicht.
Jesus erklärt im heutigen Evangelium auch, was der einzelne Christ dazu konkret tun soll: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest.“ - Das ist wie im richtigen Leben, wie in unserem Alltag. Wirkliche Freunde kann man leicht erkennen. Sie stehen zu einem, sie sind da, wenn man sie braucht, auf sie ist einfach Verlass.

Freunde Christi, die ihn aufrichtig gern haben, die ihn wirklich schätzen und ihr Leben nach ihm ausrichten wollen, die halten an ihm und an seinem Wort fest. Was Jesus gesagt hat und was in der Bibel nachzulesen ist, das dient auch dem heutigen Jünger Jesu wie eine Art Treppen-Geländer, das ihn vor dem Absturz bewahrt und unaufdringlich nach oben führt. Festhalten muss man sich aber schon am Geländer, sonst droht Stolpern und Lebensgefahr!
Schön ist dabei der Original-Ausdruck für „festhalten“ im Neuen Testament. Man kann ihn nämlich auch so übersetzen: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort bewachen. – Es ist also nichts Passives, wozu Jesus rät, sondern ein aktives Handeln: Damit mir in meinem Alltagsleben das Wort meines Herrn nicht plötzlich oder auch ganz unauffällig und allmählich einfach abhanden kommt, muss ich diesen Schatz bewachen, behüten.
Da lief im Fernsehen kürzlich
ein Dokumentarfilm über einen der wenigen Köhler, die es in Deutschland noch gibt. Bis zu
25 Tonnen Holzkohle stellt dieser Mann in einem einzigen Arbeits-
gang her. Nicht nur der Aufbau des Kohlenmeilers erfordert viel Routine und Aufmerksamkeit, sondern erst recht der bis zu drei Wochen dauernde Vorgang des Verkohlens der Holzscheite. In dieser Zeit muss der Köhler stets vor Ort sein und ein sehr wachsames Auge auf den Verkohlungsprozess haben, bei dem über 300 Grad Celsius erreicht werden, ohne dass richtige Flammen entstehen dürfen. Über ständiges Öffnen und Schließen von Löchern für die Luftzufuhr regelt der wachsame Köhler den Prozess. Würde er nicht ständig am Meiler wachen, könnte dieser sogar noch in letzter Minute in Flammen stehen und komplett zu wertloser Asche verbrennen.
Als ich diesen Film sah, dachte ich an das heutige Evangelium und den Aufruf Jesu, sein Wort zu bewachen. Nur durch meine regel-
mäßige Aufmerksamkeit kann ich Jesu Worte für mich und mein Leben wirklich fruchtbar machen. Ich muss es betrachten, mich damit auseinandersetzen, ihm in meinem Alltag auch die nötige Luft – sprich Zuwendung – zukommen lassen, sonst wird das nichts.
Jesus weiß um die konkreten Gefahren, die den Glauben angreifen und gefährden können. Daher gibt er seinen Jüngern für die kommende Zeit einen weiteren wichtigen Hinweis: „Frieden hinter-
lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.“
Natürlich kennt Jesus auch das: Allzu oft ist unser Herz eine einzige Großbaustelle. Wir sind dann hin- und hergerissen und von unseren Ängsten und Zweifeln geplagt. Jesus sieht das ganz realistisch: Diese Welt ist letztlich nicht des Christen Heimat. Hier auf Erden sind wir im Grunde nur so etwas wie Gast-
arbeiter. Natürlich sollen wir uns einsetzen für eine gerechtere Welt, wo immer es geht. Aber wir sollten uns nicht in die Tasche lügen: Diese Welt ist nicht das Paradies, ist nicht der Himmel.
Wer vom Himmel auf Erden träumt, der sollte wach werden, der sollte die Augen aufmachen. Nur Gott ist wirklich derjenige, der uns Frieden und Heil schenkt.
Für den Christen heißt das freilich, dass er achtgeben muss. Es herrscht akute Ansteckungsgefahr. Ansteckend ist da besonders die Enttäuschung unter den Christen, die Resignation, die Depression des Glaubens. Das unausgesprochene Motto dieser Haltung ist: Alles geht sowieso den Bach runter. Wir packen es einfach nicht. Gegen diese Welt und all das Elend, die Ungerechtigkeit und den krassen Unglauben kommen wir einfach nicht an.
Dieses christliche Selbstmitleid wirkt wie eine akute Grippe, die immer mehr Menschen mit ihrem Virus ansteckt. Jesus sagt den Seinen im heutigen Evangelium aber ausdrücklich seinen Frieden zu und liefert dafür auch noch eine Art Beipackzettel zum Christentum mit. Wir haben es gehört: „Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.“
Ständige Sorgen, ständige Angst, was wohl werden wird – das ist also ganz und gar nicht die von Jesus empfohlene Einstellung eines Christenmenschen. Doch nicht nur das: Eigentlich spricht daraus letztlich ein Misstrauen gegen Gott und sein von Jesus verkündetes Wort, frei nach dem Motto: Naja, alles ja ganz nett, aber an mich denkt Gott ja sowieso nicht…
Den Christen ist aber ausdrücklich Gottes Beistand auf Erden zugesagt, wenn auch nicht unbedingt nach den menschlichen Erwartungen. Wer sich als Christ ganz bewusst darauf einlässt, dass er dem gütigen Gott wirklich das eigene Schicksal in die Hand legen kann, der wird sich verändern, der nimmt Gott wirklich beim Wort. Eine gute Portion Gelassenheit wird die Folge sein.
Der Christ weiß: Egal, wass auch passiert – ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand.
Predigt Diakon Josef Lengauer: Der Friede Christi
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Predigt Prof. Dr. Stefan Knobloch, Kapuziner: Jesus lieben
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Predigt Pastor Joachim Göbel: Muttertag
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Predigten Pfr. Dr. Jörg Sieger, u.a. Christi Himmelfahrt
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Exegetisch-theolog. Kommentar zu Christi Himmelfahrt
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Predigt Otmar Leibold zu Christi Himmelfahrt
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Die neue Version der Bibel-CD „Quadro Bibel“
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Beispiel einer öffentlichen Kohlenmeiler-Vorführung
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Nur für heute
NUR FÜR HEUTE werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
NUR FÜR HEUTE werde ich mich den Gegebenheiten anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Gegebenheiten an meine Wünsche anpassen. NUR FÜR HEUTE werde ich etwas tun, wozu ich eigent-
lich keine Lust habe. NUR FÜR HEUTE werde ich nicht danach streben, die anderen zu kritisieren oder zu verbessern - nur mich selbst. NUR FÜR HEUTE werde ich eine gute Tat vollbringen.
NUR FÜR HEUTE werde ich zehn Minuten meiner Zeit einem guten Buch widmen. NUR FÜR HEUTE werde ich keine Angst haben.
NUR FÜR HEUTE werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: Vor der Hetze und der Unentschlossenheit. NUR FÜR HEUTE werde ich glauben - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten - dass Gott für mich da ist, als gäbe es sonst niemand auf der Welt. Ich will mich nicht entmutigen lassen durch den Gedanken, ich müsste dies alles mein ganzes Leben lang durchhalten. HEUTE ist es mir gegeben, das Gute während zwölf Stunden zu wirken.
- Nach Johannes XXlll., "Dekalog der Gelassenheit" -
Wenig rücksichtsvoll war die Mutter des (späteren großen) Theologen Origenes (185 – 253/254). Als sein Vater bei der Christenverfolgung getötet wurde, wollte der Sohn ihm in den Märtyrertod nachfolgen. Doch die Mutter griff beherzt ein und stahl ihm seine Hose, sodass er nicht das Haus verlassen konnte, -
und Origenes lebte weiter und wurde ein bedeutender (wenn auch umstrittener) Kirchenmann.

Die Wahrsagerin zur Ehefrau: „Ich sehe gerade etwas Schlimmes: Morgen stirbt Ihr Mann!" - „Ich weiss", antwortet die Frau.
„Mich interessiert nur, ob ich freigesprochen werde."

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