29.12.2009

2. Sonntag nach Weihnachten C am 03.01.2010

(Fortsetzung)

Im Evangelium klingt jedenfalls eine gewisse Enttäuschung mit an: „Er kam in sein Eigen-
tum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“
- Das klingt nun wirklich nicht nach purer, himmelhoch jauchzender Weihnachtsfreude.
Da kommt Gott also zu den Menschen, da macht er sich ganz klein, da schenkt er uns seinen Sohn, und die Menschen tun so, als sei er ein unerwünschter Staubsauger-Vertreter.
Was der Evangelist Johannes da beschreibt, ist die Erfahrung der jungen Kirche einige Jahrzehnte nach Jesu Tod und Auferstehung. Jubel und Begeisterung sind mancherorts verflogen, und die Strohfeuer, die so hell aufleuchteten, sie sind längst erloschen.
Das ist fast wie mit dem Weihnachtsbaum. Die Saison ist beendet, jetzt wird abgeräumt, weggeworfen und weggepackt. Weihnachten ist kaum außer Sichtweite, da richtet man sich schon auf Karneval ein.
Es hat also schon seinen guten Grund, wenn wir dieses herrliche Evangelium in so kurzer Zeit gleich zweimal hören. Es sagt uns so eindringlich wie nur irgend möglich: Ihr Getauften alle, kapiert das doch! Unser Gott ist wahrhaftig zu uns gekommen. Er hat nicht mal ein bisschen Mensch gespielt, weil es im Himmel ja so langweilig ist und er mal was erleben wollte. Er hat sich nicht etwa als Mensch verkleidet, um sich dann dünne machen zu können, wenn es brenz-
lig wird. Nein, sagt Johannes, und die Kirche lehrt es: Das Wort Gottes ist wirklich und wahrhaftig Fleisch geworden. Nicht geboren wie ein Mensch, sondern geboren als Mensch.

Johannes formuliert dann weiter: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ - Genauer heißt es im Urtext allerdings nicht einfach nur wohnen, sondern „zelten“. Gott schlägt also mitten unter uns sein Zelt auf – was für ein schönes Bild!
Er steht nicht irgendwo auf einem unbeweglichen Denkmal-Sockel, um sich dann und wann bei Bedarf verehren zu lassen. Nein, Gott ist mittendrin im wirklichen Leben. Er hat uns nicht im Dunkeln sitzen lassen. Er ist wirklich da, wo wir sind. Er zieht mit uns in unserer Unstetigkeit, wenn wir mal wieder irgendwo die Zelte abbrechen müssen auf dem Weg zu unserem Ziel. Er geht mit, durch dick und dünn.
Unsere Aufgabe als getaufte Christen ist vor allem die, dafür zu sorgen, dass unsere Telefonverbindung zu Gott auch möglich wird. Wenn man das Telefon nicht richtig aufgelegt hat oder man durch alles Mögliche die Leitung ständig besetzt hält, dann kann Gott uns anrufen, so oft er will – er wird uns nicht erreichen. Bei uns ist dann immer besetzt.
Der heutige Evangelientext schildert aber nicht nur Gottes ewiges Ja-Wort und seine überwältigende Güte uns Menschen gegenüber. Der Text belässt es auch nicht bei der traurigen Aussage, dass Gott von den ach so vielbeschäftigten Seinen nicht aufgenommen wird, obwohl sie ihm in der Taufe die Treue geschworen haben.
Nein, der heutige Text ist eigentlich ein positiver Text, ein Text großer Hoffnung. Während die einen, die eigentlich mit Gottes Anruf rechnen sollten, ihn einfach ignorieren, gibt es Gott sei Dank auch andere.
Im Evangelium heißt es dazu: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“
Es gibt sie also, die Menschen, die nicht besetzt sind mit allem Möglichen.
Es gibt sie also, die den Telefonhörer abnehmen und sich anhören, was Gott ihnen zu sagen hat. Sie werden reich beschenkt, denn ihnen wird Gott helfen, Kinder Gottes zu werden. Wer Gott wirklich und ehrlich sein Herz öffnet, den lässt er nicht im Stich, den lässt er nicht im Dunkeln sitzen.
Was für ein Glück: Gott will ihm und ihr Licht und Stärke sein, ja sogar Kraft für jeden Tag, herrlich wie die leckerste Süßigkeit und ergreifend wie die schönste Liebeserklärung. – So will es der gute Gott. Da haben wir sein Wort drauf. Wunderbar, das ist ja tatsächlich wie Weihnachten!

Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Eberhard Gottsmann
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Prof. Dr. A.M. Ritter: Predigt zu Joh 1,1-18 (pdf)
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Joh 1,1-18 ausgelegt von Prof. Dr. Ludwig Volz
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Dr. Thomas Söding, Kirchensite Münster: Auslegung und weiter unten Text der Geschichte „Das Wort Gottes kommt in die Stadt“
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Prof. Dr. Norbert Lohfink zur katholischen Leseordnung
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Zur Liturgie des Wortes und zur Leseordnung ABC
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Zwei Engländer spielen Golf. Als ein Trauerzug vorüberkommt, nimmt der eine Engländer seine Mütze ab und verharrt ein paar Sekunden völlig regungslos.
"Das war eine nette Geste von Ihnen", sagt der andere.
"Was heißt hier Geste", antwortet der erste besinnlich, "in ein paar Tagen wären wir schließlich fünfundzwanzig Jahre verheiratet gewesen."

"Herr Ober, haben Sie was, was schnell geht ? Ich muss gleich weg." -
"Da nehmen Sie am besten unser Salamibrot, das muss auch weg."

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28.12.2009

Hochfest der Gottesmutter Maria - 01.01.2010

(Fortsetzung)

Ein Marienfest zum 1.Januar, dem Weltfriedenstag – was für eine deutliche Symbolik hat dieser Termin! - Allzugerne machen die Menschen ihre jeweils eigene Definition von Frieden, und damit geraten sich sich immer wieder auf schlimmste Art und Weise gegenseitig in die Haare, in der großen Politik wie im kleinen Kreis der Familien.
Wenn Friede das ist, was wir selbst als solchen festlegen, wird es Konferenzen und Debatten geben ohne Ende und leider mit spärlichem Erfolg. Maria aber begibt sich in den Frieden Gottes – sie tut genau das, was er von ihr erwartet.

So geschieht es auch mit der Namens-
gebung für Jesus. Es fällt auf, dass im Text des Evangeliums immer nur von dem Kind die Rede ist, ohne den Namen zu nennen: die Hirten fanden
„das Kind, das in der Krippe lag“ .
So heißt es auch: „Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte“ – jetzt erst bekommt es den Namen Jesus, jetzt wird es mit der Beschneidung aufgenommen in die jüdische Gemeinschaft.
So ist es Tradition und Gesetz, und so wird es auch von Joseph und Maria gehandhabt. Jesus feiert jetzt also gewissermaßen seinen Namenstag!

Mit Maria ins Jahr 2010 gehen – da braucht man keine Hufeisen, keine vierblättrigen Kleeblätter, keine Horoskope und kein Bleigießen. Beachten wir die Verwendungsanleitung Marias: bewahren wir das Wort Gottes in unserem Herzen, lassen wir es einwirken und denken darüber nach. Dann kann Maria auch über jeden von uns ihren weiten Mantel ausbreiten, wie es im „Gotteslob“ in Nr. 595 besungen wird. Das Ihnen das geschieht, das wünsche ich Ihnen von Herzen.

Predigt Eberhard Gottsmann
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Pfr. Christoph Stender: Gottesdienstentwurf mit Predigt
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Predigt von Subprior P. Franz, Benediktiner Göttweig
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Dreikönigssingen / Sternsinger 2010: Materialien
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Karl Veitschegger: Horoskop für Nachdenkliche
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Veranstaltungskalender für ganz Deutschland
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Betrachten Sie das nachfolgende Bild bitte ganz konzentriert ca. 15-20 Sekunden lang!

(Quelle der Zeichnung mir leider nicht bekannt)

Verfärbt es sich braun, ist Ihre Leber krank.
Verfärbt es sich grün, ist Ihre Niere krank.
Verfärbt es sich rot, ist Ihr Herz krank.
Beginnt es vor Ihren Augen heftig zu tanzen, sind Ihre Augen krank.
Passiert nichts dergleichen, sind Sie kerngesund!
Somit gibt es keinen wirklichen Grund, am Sonntag nicht zur Heiligen Messe zu gehen!



Zwei Mönche konnten es nicht lassen, während der langen Gebetszeiten zu rauchen. Sie hatten dabei aber ein schlechtes Gewissen. Um ihr Gewissen zu erleichtern, schrieben sie unabhängig voneinander an den Papst. Nach sechs Wochen hatten sie ihre Antwortschreiben: dem ersten wurde das Rauchen verboten, dem zweiten wurde es erlaubt.
Also verglichen sie ihre Briefe. Der erste hatte gefragt: „Darf ich während des Gebetes rauchen?“ - Der zweite hingegen wollte wissen: „Darf ich während des Rauchens beten?“



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25.12.2009

Fest der Heiligen Familie - C / 27.12.2009

(Fortsetzung)

Was fällt dem Jungen bloß ein, uns derart zu hintergehen? Oder ist ihm doch etwas zugestoßen? Was treibt der Schlingel da so mutterseelenallein? Wer weiß, an welche Elemente er da geraten sein kann, die einen schlechten Einfluss auf ihn haben könnten!
Maria und Josef durchkämmen die Stadt, so gut das möglich ist. Von Stunde zu Stunde wird die Situation für sie bedrohlicher. Alle Eltern können sich lebhaft vorstellen, wie da allmählich die Tränen geflossen sind!

Unfassbar – erst am dritten Tag entdecken sie den Ausreißer:
Er sitzt putzmunter im Tempel, in ein angeregtes Gespräch vertieft. Im Evangelium heißt es dazu: „…er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und seine Antworten.
Unter normalen Umständen wären Maria und Josef vielleicht sogar stolz auf diesen so aufgeweckten Burschen, der alle Anzeichen eines Hochbegabten zeigt. Vielleicht würden sie gerne ihren Bekannten zuraunen: „Da, schaut mal, das ist unser Jesus, mitten unter den Gelehrten!“

Doch jetzt ist ihnen aus verständ-
lichen Gründen ganz und gar nicht danach. Sie sind schlicht und einfach sauer, so richtig sauer. Wie das für ihn typisch ist, hält sich Josef im Hintergrund, aber Maria muss einfach ihrer Enttäuschung Luft machen: „Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.“
Ja, Maria redet Klartext mit Jesus, und das vor allen Leuten. Sie ist so voll von ihrem Zorn über dieses eigensinnige Verhalten Jesu, dass sie sich offenbar kaum noch bremsen kann. Ihr Vorwurf ist ganz eindeutig: Du hast uns Eltern da etwas Schlimmes angetan! Wir sind wahnsinnig enttäuscht von dir!
Zugleich zeigt Maria aber großes Geschick, indem sie den schwei-
genden Josef mit ins Boot holt: „Dein Vater und ich…“ - Das soll heißen: Mit meiner Enttäuschung stehe ich nicht alleine. Josef hat sich genau so große Sorgen gemacht, hat genauso große Angst ausgestanden wie ich, auch wenn er jetzt mal wieder schweigt wie so viele Männer in Erziehungsfragen. -
In diesem Moment macht die Heilige Familie kurzfristig wohl eher einen unheiligen Eindruck: Wut und Enttäuschung sind eben immer schlechte Ratgeber. - Maria hat Jesus jedenfalls gründlich die Meinung gesagt. So geht das einfach nicht, mein Sohn!

Und nun wartet Maria darauf, was der derart angegriffene Sohn zu seiner Verteidigung zu sagen hat. Da darf man ja wohl mal gespannt sein…! - Damit hat sie bestimmt nicht gerechnet: gleich wird sie zum zweiten Mal hintereinander ziemlich verblüfft aussehen.
Da kommt kein schüchternes „Tut mir leid, Mama!“ oder ein entschuldigendes „Ich habe einfach alles um mich herum vergessen, so spannend ist das hier!“ – Nein, Jesus drückt nun seinerseits seine große Verwunderung über dieses aus seiner Sicht völlig überzogene Eltern-Verhalten aus.
Im Evangelium heißt es: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meinem Vater gehört?“ - Das heißt doch: Ich begreife nicht, warum ihr so ein Drama daraus macht. Ich begreife euch nicht, denn es hätte euch doch klar sein müssen, wie sehr mich dies hier alles fesselt. Wenn ihr mich gesucht habt, dann kann das nur bedeuten, dass ihr offenbar noch nicht wirklich kapiert habt, wer ich eigentlich bin.
Die Schriftgelehrten hier, denen meine klugen Fragen und Antworten auffallen und die ihre helle Freude an mir jungen Burschen haben, die staunen mehr als ihr!
Und um das Ganze noch zu unterstreichen, ignoriert Jesus einfach die Aussage Marias „Dein Vater und ich…“ und stellt fast wie neben-
bei ganz elegant klar, wer wirklich sein Vater ist: „Wusstet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meinem Vater gehört?“

Ein ganz harter Brocken für Maria und Josef, an dem sie noch zu schlucken haben werden. Wer hätte gedacht, dass diese Wallfahrt so dramatisch enden würde! Besonders für Maria ist es erst einmal ein richtiger Schock: Jetzt ist es also so weit. Das, was ich seit der Erscheinung des Engels Gabriel immer so gerne verdrängt habe, ist heute so schmerzhaft
eingetreten. Jesus ist zwar mein Kind, aber nicht mein Eigentum. Heute ist der Tag, an dem uns allen das erst so richtig zu Bewusstsein kommt: Er ist ganz allein Gottes Eigentum. Dieser Junge ist Gottes Sohn. Wie konnte ich das nur vergessen?

Der zwölfjährige Jesus im Tempel – der Tag, den Maria jetzt immer im Kopf haben wird. Schlagartig hat sich ihr Leben radikal ver-
ändert; nichts ist mehr, wie es vorher war.
„Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen“ heißt es im Evangelium. Nicht etwa im Kopf, sondern in ihrem Herzen bewahrte Maria alles: Eine ganz wichtige Aussage, denn hier erleben wir sie, die Vorbildlichkeit der Heiligen Familie. Maria muss gründlich umdenken, und dazu ist sie jetzt, nachdem die Aufregung sich gelegt hat, auch aus ganzem Herzen bereit.

Allen Eltern fällt es schwer, ihre Kinder ab einem gewissen Alter loszulassen, sie ihre eigenen Wege gehen zu lassen, sie ihre Erfahrungen sammeln zu lassen. Man will doch nur ihr Bestes, man will sie doch vor Dummheiten bewahren und ihnen ein gutes Leben ermöglichen. So geht es auch Josef und Maria. Sie sahen sicher schon das Bild vor sich, wie Jesus als Nachfolger Josefs ihre Schreinerei und Zimmerei geschickt weiterführte und vielleicht noch ausbaute. Auch ihre eigene Zukunft und ihre Versorgung im Alter wäre damit gesichert.

Doch Maria und Josef sind nun so weit, ihre selbst gebastelten Zukunftsträume los-
lassen, ja zerplatzen zu lassen. Ihr Sohn ist ihnen von Gott gewisser-
maßen nur als Leihgabe anvertraut. Ihre eigenen Wunschvorstellungen haben vor der Lebensaufgabe Jesu zurückzutreten, auch wenn das Eltern sehr weh tut. Maria hat verstanden. Ihre Aufgabe soll es sein, Jesus auf seinem eigenen Weg weiter zu fördern, zu unterstützen und ihm so oft wie möglich zur Seite zu stehen.
In der Erfüllung dieser Aufgabe sind Maria und Josef für uns ein „leuchtendes Vorbild“, wie es im heutigen Tagesgebet formuliert ist.

Ihrem Sohn ist an diesem Tag mit voller Wucht klar geworden, wer er eigentlich ist und welche Aufgabe vor ihm liegt. Im Evangelium ist es klar ausgedrückt, dass er in dem sein „muss“ , was seinem wirklichen Vater gehört. Jesus braucht und sucht auch später immer wieder die ganz innige Verbindung mit dem himmlischen Vater. Immer wieder taucht er ein in die intensive Gemeinschaft mit ihm, um für seinen Weg bis zum Kreuz neue Kraft zu schöpfen.
Für heute sieht im Evangelium alles ganz nach einem happy-end aus: Über Jesus heißt es: „Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam…“ - Maria ist sicher ein ganz großer Stein vom Herzen gefallen, dass Jesus jetzt seinen Platz bei den Lehrern im Tempel verlässt und ihnen ohne lange Familien-
diskussionen hinab nach Nazaret folgt, wieder hinab in den Alltag.

Der Evangelist Lukas hat diese dramatische Szene nicht ohne Grund aufgeschrieben. Das Ganze ist auch ein Lehrstück über Jesus. Es ist gar nicht so einfach, ihn wirklich als den zu finden, der er eigentlich ist. Das mussten schon die drei Sterndeuter erfahren, die uns auch als die heiligen drei Könige bekannt sind. Für sie war es erst einmal sonnen- oder genauer sternenklar, dass sie den neu-
geborenen Königssohn im Palast von König Herodes zu suchen haben. Sie mussten erst umdenken, um ihn ganz ärmlich im Stall in Bethlehem finden zu können.
Schlagartig umdenken mussten auch Maria und Josef. Das ist nicht mehr ihr Baby, ihr Kind. Sie haben jetzt einen Heranwachsenden vor sich, der sich immer mehr dessen bewusst wird, dass er der Sohn Gottes und der Messias ist. Lukas umschreibt das so: „Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.“
Maria und Josef schenken ihm das Wichtigste, was sie haben: ihr Herz.
Und sie schenken ihm alle Unterstützung, die er auf seinem nicht immer einfachen Weg braucht. Sie tragen ihn mit, auch wenn sie manches nicht verstehen. Für Maria wird das auch ein Weg, ein harter Weg sogar bis hin ans Kreuz, wo sie zu den ganz wenigen Menschen gehören wird, die erschüttert in seiner Nähe ausharren.


Umdenken müssen vielleicht auch wir. Das Evangelium und die Kirche muten auch uns viel zu. Kaum ist das Hochfest der Geburt des Herrn gerade so vorbei, werden wir regelrecht wachgerüttelt: Aufgepasst, ihr gläubigen Christen, seht genau hin, wen ihr da in Jesus vor euch habt! Nehmt Abschied von einem idyllischen Jesus-Bild, von einem Baby bei Ochs und Esel in der Krippe.
Wenn ihr Jesus finden und nachfolgen wollt, dann verliert euch nicht in romantischen Gedanken. Wenn ihr ihn finden wollt, dann solltet ihr von Maria und Josef und ihrer aufregenden Suchaktion lernen.
Sucht Jesus, aber sucht ihn bitte dort, wo er wirklich hingehört: im Gotteshaus, so nahe wie möglich bei seinem himmlischen Vater!


Predigt Ev. Kirche Denklingen: „Im Haus des Vaters“
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Pastor Dr. M. Walter, Baptisten Steglitz: „Seite an Seite…“ (pdf)
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Exegetisch-theologischer Kommentar zu Lk 2,41-52 (pdf)
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Predigt Vikarin Johannetta Cornell (pdf)
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Max Ernst: „Die Jungfrau züchtigt den Jesusknaben“ (pdf)
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Liturg. Institut: Zum Fest der Heiligen Familie
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Familiensonntag am 17. Januar 2010: „Beeinander bleiben“
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Katholische Familienbildungsstätten in Deutschland
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Ehebriefe der katholischen Kirche / Linktipps
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Erfolgreiche Predigt: Der Pfarrer wettert, dass den frommen Gläubigen die Ohren schlackern: „Habt ihr noch nicht kapiert,
dass man euch in den Kneipen alles wegnimmt, was wichtig ist? Eure Seelen und auch das sauer verdiente Geld! Und schaut euch doch die Gastwirte an! Wie sie daherkommen, dicke Autos, die beste Kleidung und die Taschen voller Geld! Und wer zahlt ihnen das? Nur ihr, ihr Trottel!“

Monate später trifft der Pfarrer eines seiner Schäfchen. Der Mann läuft auf den Mann Gottes zu, schüttelt ihm wie wild die Hand und reicht ihm ein ganzes Bündel Geldscheine für die Kirche:
„Herr Pfarrer, Ihre Predigt hat mir die Augen geöffnet und mein ganzes Leben umgekrempelt!“

„Das freut mich, mein Sohn. Du hast also endlich aufgehört
zu trinken?“

„Was heißt aufgehört? Eine Kneipe habe ich aufgemacht!“


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20.12.2009

Weihnachten 2009

(Fortsetzung)

Nicht jeder kann und will im Vordergrund stehen. Es kommt für Gott auch nicht darauf an, was wir sagen; es kommt darauf an, was wir tun. Gott findet wie bei Josef immer einen Weg zum Ziel.
Auch wenn manche Situation in unserem Leben eher zum Davonrennen ist – denken wir an Josef, der seine zugedachte Rolle im Plan Gottes liebend angenommen hat. - Vielleicht denken wir daran, wenn wir im Vaterunser beten: „Dein Wille geschehe!“ - Wenn Gottes Wille auf Erden geschieht, dann ist wirklich Weihnachten!


GEDANKEN ZUR PREDIGT (2. Vorschlag)

Bitte umsteigen!

Wer mit der Bundesbahn, mit U-Bahn, Straßenbahn oder Linienbus fährt, der kennt das: Um an ein weiter ent-
ferntes Ziel zu gelangen, muss man oft mehrmals umsteigen. Das kann nicht nur sehr anstrengend und verwirrend sein, sondern man muss auch zusehen, dass man die passende Anschlussverbindung in der oft knappen Zeit noch rechtzeitig erwischt. Ein davongefahrener Zug bedeutet auf jeden Fall Zeitverlust. Manchmal kann man bei Fernverbindungen durch Irrtum oder Verspätung sein Ziel an diesem Tag überhaupt nicht mehr erreichen. Das schafft zusätzliche Kosten und Ärger.

Die richtige Verbindung bekommen – das ist heutzutage ein ganz allgemeines Problem. An jeder Ecke, in jeder Talkshow, in jeder Werbung findet sich jemand, der es angeblich gut mit mir meint und ganz genau weiß, was er oder sie mir empfehlen kann, damit es mir gut geht, damit ich glücklich bin.
Tag für Tag werden wir zugedröhnt mit bunt schillernden Versprechungen. Jedes Waschmittel ist natürlich das wirksamste der Welt, jede Creme ist die hautfreundlichste und macht um Jahre jünger, und alle Verkäufer überschlagen sich mit Sonderangeboten für ihr tolles Produkt.
Offensichtlich leben wir also im Paradies oder im Gelobten Land.
Wir sind satt und wir haben von allem satt genug, zumindest im Vergleich mit den meisten Ländern dieser Erde. Auch wenn es in der Wirtschaft jetzt heftig kriselt und viele um ihren Arbeitsplatz und Wohlstand bangen müssen: Bitte keine Panik auf der Titanic!
Alles im grünen Bereich!

Und Gott? Der scheint sowieso ganz weit weg zu sein, jedenfalls nach Meinung der meisten Leute. Ob er vielleicht ein längeres Nickerchen hält, ob er sich im Streik befindet oder ob er vielleicht ganz außer Betrieb ist?
Die vielen zum Teil himmelschreienden Ungerechtigkeiten auf dieser Erde verführen viele Menschen dazu, das alles einem untätigen Gott in die Schuhe zu schieben. Immer, wenn etwas Schreckliches passiert, privat oder bei einer großen Katastrophe, sind schnell die Schlagzeilen formuliert: Gott, wo warst du? Warum lässt du das zu?

Eine solche Katastrophe hat auch den Josef im heutigen Evangelium erwischt. Seine Verlobte bekommt ein Kind, und das ist ganz sicher nicht von ihm. Auch Josef mag gedacht haben: Gott, was machst du da mit mir? Habe ich dir nicht immer treu gedient? Und jetzt diese entsetzliche Blamage – ausgerechnet mir muss das passieren! Lieber Gott, ich habe es mir nicht leicht gemacht im Leben, immer habe ich zu dir gestanden und alle Gebote erfüllt, so gut es ging. Ist das jetzt der Dank dafür?

Josef bleibt jedoch nicht beim Jammern stehen. Er sucht nach einem Ausweg. Er liebt seine Maria so sehr, wie man überhaupt nur lieben kann. Er fragt sich also nicht nur, wie er aus dieser Nummer wieder rauskommt, sondern vor allem, wie seine Verlobte da rauskommt. Für Ehebruch drohte ihr nämlich die Strafe der Steinigung. - Josef bleibt nicht beim Jammern stehen. Josef will tun, was er tun kann, um Maria zu schonen. Er sucht nach ver-
schiedenen Wegen. Schließlich beschließt er, Maria in aller Stille zu verlassen und damit in den Augen der anderen als der Böse dazustehen, der die werdende Mutter einfach im Stich lässt. So wäre Maria jedenfalls gerettet.

Josef könnte nun auch verärgert seinen Glauben an Gott an den Nagel hängen. Josef, der Zimmermann, gibt aber so schnell nicht auf, und seinen Glauben auch nicht. Zwar hat ihn eine heftige Krise erwischt, die auch eine Glaubenskrise ist, aber Josef bleibt in Verbindung. Er bleibt in Verbindung mit Gott. Vielleicht hat Maria ja recht mit dem Hinweis auf den Heiligen Geist, den Josef nicht verstehen kann. Josef weiß: Das, was für uns Menschen gleich das Naheliegende ist, das ist manchmal eben gar nicht nahe liegend, sondern von weit hergeholt.
Josef macht jetzt jedenfalls nicht dicht. Er belässt es nicht beim ersten Eindruck. Er bleibt weiterhin offen für Gott, im Gegensatz zu den vielen heute, die sofort ihre Rolläden herunterlassen und nicht mehr hinhören wollen, was Gott ihnen zu sagen hat, sobald im Leben etwas querläuft.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber gehören Sie etwa auch zu den Leuten, die beim Einkauf und bei Geschenken vor allem auf die Verpackung achten?
Schöne, raffinierte Verpackungen werden uns präsentiert und locken zum Kauf. Was nicht schön verpackt ist, findet gleich weniger Interesse. Wenn Sie ein Weihnachtsgeschenk bekommen, das wenig einladend verpackt ist, werfen Sie das dann aber gleich unausgepackt fort?

Mit unserem Leben machen wir das jedenfalls gerne so. Was uns äußerlich abstößt, was uns irritiert, was nicht schön ist, was uns weh tut, das wollen wir wegwerfen. Weg mit dir, du störst mein Bild, mein Ideal von einem schönen Leben!
Josef, der seine Rolläden nicht heruntergelassen hat, sondern offen für Gott bleibt, erlebt eine Überraschung: im Traum bestätigt ihm ein Engel, was Maria ihm zu erklären versuchte. Josef versteht jetzt:
So unfassbar es ist, Gott hat in seiner unendlichen Liebe Mittel und Wege gefunden, der Welt seinen Sohn zu schenken, um uns alle zu erlösen. Wie gut, dass Josef sich nicht von der Verpackung blenden ließ, die ihm nur Ärger versprach! Er achtete auf seinen Traum, auf das Zeichen Gottes, und nahm es dankbar an. So konnte er treu bei Maria bleiben und für Jesus ein vorbildlicher Vater werden.

Die Festtags-
stimmung von Weihnachten wird auch bei Ihnen schnell wieder vorbei sein. Manche bauen schon in wenigen Tagen die Weihnachtsbäume wieder ab. Aus und vorbei! -
Wirklich aus und vorbei? An Gott jedenfalls liegt das nicht. Gottes Weihnachtsgeschenk bleibt. Das Gnadengeschenk seiner barm-
herzigen Liebe, sein Geschenk an jeden von uns.
Es liegt an uns! Lassen wir uns von bunten Verpackungen und Verlockungen blenden? Fallen wir auf geistige Mogelpackungen heutiger Marktschreier herein?
Oder nutzen wir das Geschenk der Weihnacht, um uns neu zu orientieren, um uns im Fahrplan unseres Lebens die besten Verbindungen zu Gott herauszusuchen?
Suchen wir sie, die Verbindungen zu Gott, und dann aber bitte auch rechtzeitig umsteigen! Sie wissen ja: Wer im Zug nach München sitzt, obwohl er eigentlich nach Hamburg will, der kann so schnell fahren wie er will – es ändert nichts, er hat sein Ziel verpasst!
Ihnen allen gesegnete Weihnachten - …und umsteigen bitte!


Josef von Nazareth
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Dr. Jörg Sieger: Josef, Mann der Tat
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Hörpredigt Pfr. Liebig, ca. 11 min.
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Ansprache: Josef gehorcht
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Der heilige Josef in der Kunst
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Der hl. Josef, skizziert nach den Evangelien (pdf)
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In der Heiligen Nacht

Evangelium: Lk 2,1-14
In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.

GEDANKEN ZUR PREDIGT IN DER HEILIGEN NACHT

Alle Jahre wieder?

Nun ist es endlich so weit: alle Vorbereitungen sind getroffen, die Einkäufe getätigt, die Wohnung geputzt, leckeres Festessen und Geschenke, und nicht zu vergessen – der Weihnachtsbaum!
Jetzt ist sie da, die „gabenbringende Weihnachtszeit“, wie ein Spötter formulierte.
Hier soll niemand die Festfreude verleidet werden. Wenn Menschen sich mit Aufmerksamkeit begegnen, sich beschenken, miteinander sprechen und feiern und Zeit verbringen, ist das nur zu begrüßen.
All dies kommt im Alltag von vielen Familien leider oft zu kurz.
Die meisten kennen die Fernsehsendung, die traditionell seit vielen Jahren an Silvester in den dritten Pro-
grammen ausgestrahlt wird: „Dinner for One“ oder „Der 90.
Geburtstag“ mit Miss Sophie und ihrem Butler James. Einfach unbe-
schreiblich, dieser Sketch! James fragt mehrmals, in der verzwei-felten Hoffnung, dem Alkohol entgehen zu können: „The same procedure as last year, Miss Sophie?” (Die gleiche Prozedur wie vergangenes Jahr), was sie stets bestätigt mit: “The same procedure as every year, James!” (wie jedes Jahr). Wie es dabei dem armen James ergeht, das trainiert unsere Lachmuskeln…

Das Fest der Geburt Jesu steht in der Gefahr, dass es ihm auch so ergeht – also wie jedes Jahr, die gleiche Prozedur, das immer gleiche Fest. Natürlich wird es immer Menschen geben, die lediglich wegen der schönen Stimmung die Christmette in der vollen Kirche in Anspruch nehmen und anschließend das Christentum wieder für ein Jahr an den Haken hängen.
Darum geht es hier aber nicht. Das heutige Evangelium will uns Gläubige alle wachrütteln und uns das unfassbare Geschenk der Weihnacht noch einmal ganz deutlich machen.
Die Geburt Christi soll nicht vorschnell „alle Jahre wieder“ gefeiert werden, weil es eben so Tradition ist. Weihnachten - das ist viel, viel mehr. Es ist die schönste Liebeserklärung, die Liebeserklärung Gottes an jeden von uns.
Der Evangelist Lukas schildert zuerst, wie mühsam der Weg von Josef und Maria ist – von Nazareth bis nach Bethlehem sind es über 100 Kilometer Fußweg! Aber Josef fügt sich bereitwillig dem Befehl des Kaisers Augustus zur Volkszählung; so kommen sie in seine Vaterstadt Bethlehem. Der Befehl des damals mächtigsten Herren der Welt fügt sich aber genau in den Plan Gottes, denn nur so kommt Jesus ausgerechnet in der Königsstadt Davids zur Welt, ein besonderer Hinweis auf sein eigenes Königtum!
Doch nur eine kümmerliche Krippe in einem zugigen Stall steht
für dieses Königskind zur Verfügung. Er nimmt sich keinerlei Sonderrechte heraus – ganz im Gegenteil! Da kann jeder sehen: Wenn Gott zu uns kommt, macht er sich ganz klein, armselig und hilflos – so unendlich groß ist seine Liebe!

Und wer erfährt zuerst vom weihnachtlichen Geschehen im Stall? Nicht König oder Bürgermeister, nicht Lehrer oder Priester! Es sind Hirten, die draußen auf dem Feld bei ihrer Herde Nachtwache hielten. Auf sie richtet der Evangelist Lukas seine und unsere Aufmerk-
samkeit.
Hirten – das waren damals rau(h)e Gesellen, die bei Wind und Wetter bei den Schafen waren. Die allermeisten von ihnen waren bezahlte Knechte, bewachten also nur die Herden anderer.
Sie waren im Volk nicht gerne gesehen, denn sie waren schmutzig, ungepflegt und wanderten jahrein jahraus mit den Herden zu den Futterplätzen, ohne am Gemeinschaftsleben oder an religiösen Feiern teilnehmen zu können. Sie waren Außen-Seiter im wahrsten Sinne des Wortes, für die sich wirklich niemand interessierte, und sie waren alles andere als fromm.
Ausgerechnet zu diesen hartgesottenen Burschen schickt Gott seinen Engel mit der Botschaft von der großen Freude der Geburt des Messias – das muss man erst einmal verdauen! Wie man sieht, ist Gott immer für eine Überraschung gut und beteiligt sich offen-
sichtlich nicht an unserem Einsortierungssystem von Menschen in gute und böse.

Was aber könnte die Hirten für Gott so interessant gemacht haben? Sicher zuerst einmal die Tatsache, dass Hirten eine Fähigkeit haben, die anderen fast verloren gegangen ist: Hirten können gut hören!
Das klingt so harmlos, ist es aber nicht: Der Beruf des Hirten war gefährlich, besonders in der Nacht. Es gab lebensbedrohliche Überfälle und vor allem wilde Tiere, die die Herden angriffen.
Hirten lebten ganz mit der Natur, und sie verließen sich nachts nur auf ihr trainiertes Gehör, denn sehen konnte man in der freien Wildnis nichts.
Hirten waren Hörende, und Hirten waren Menschen, die wachten, wenn andere schliefen. Hirten wussten um die Gefahr – sie waren stets in Alarmbereitschaft. Nicht umsonst bezeichnete Jesus sich selbst gerne als den guten Hirten, der seine Schafe beschützt.
Wenn es heißt, dass die doch so hartgesottenen Hirten sich über die Engel-Erscheinung sehr fürchteten, können wir erahnen, wie ungeheuer mächtig diese Erscheinung wohl war.

So nähern wir uns dem, was Gott uns hier durch Lukas sagen will: Die Engel sind da, um die große Freude der Weihnacht zu verkünden, die im Himmel so großen Jubel auslöst.- Die Engel sind da. Jesus ist da. Dein Retter ist da. Dein Ansehen, dein Schmutz – alles spielt keine Rolle: Höre nur – und öffne dich – komm in den Stall, schau dir Jesus an und schenke ihm dein Herz! Dann ist Weihnachten wirklich bei dir angekommen.

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Angelus Silesius (Johannes Scheffler, gest. 1677), Mystiker, Priester und Dichter: „Wäre Christus tausendmal zu Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du bleibst doch ewiglich verloren.“ ……………………………………………………………………......


"Am Tag“

Evangelium Joh 1,1-5.9-14 (Kurzfassung)
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

GEDANKEN ZUR PREDIGT: Weihnachten – Am Tag

Gottes JA-Wort

Wir haben Probleme mit Worten. Nicht nur bei Politikern bleibt oft genug von schönen großen Worten nur sehr wenig übrig.
Viel zu viele große Worte in der Familie,
im Freundeskreis, auf der Arbeit und wer weiß wo sonst noch sind in Wirklichkeit nur Schall und Rauch. Sogar das feierliche JA-Wort vor dem Traualtar gilt bei immer mehr Paaren nur noch für die guten Zeiten, denn die schlechten Tage glaubt man nicht mehr gemeinsam durchleiden zu können.
Ja, wir sind halt keine Kinder mehr. Wir wissen, wie der Hase läuft. Wir wissen, dass viele Worte nur geheuchelt sind oder nur ab-
wimmeln sollen, damit Ruhe ist. Ja, mein Kind, sagen viele Eltern, vielleicht morgen! - So haben wir im Laufe unserer Lebensjahre gelernt, vorsichtig, ja oft sogar misstrauisch zu sein gegenüber Worten.

Im Evangelium geht es auch um das Wort. Es ist auch nur ein Wort, das Wort Gottes. Aber alles das, was wir so über Worte von Menschen wissen, hat mit dem Wort Gottes ungefähr so viel zu tun wie eine Nuss-Schale, auf dem Meer treibend, mit einem Ozean-
riesen.
Vergessen wir alles, was wir über Menschenworte im Kopf haben. Vergessen wir alles, was sich an Bedenken und Erfahrung in uns meldet. Ein einziges Wort, ein einziger Gedanke genügt – und alles, was Gott will, das geschieht.
Sofort zu Beginn der Heiligen Schrift zeigen uns die Aussagen über die Schöpfungs-
geschichte, was ein Wort Gottes bewirkt: „Und Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.“ - Gottes Machtwort schenkt Licht, Gottes Wort schenkt Leben. Ohne sein Wort läuft gar nichts, würde man heute wohl sagen.
Gottes Wort ist Ausdruck seiner unbegreiflich großen Liebe. Was Gott damit in Bewegung setzt, ist einfach nur gut. Kein Haken, keine Hintertür, keine Doppeldeutigkeit – einfach nur gut.
Gut – das heißt: genau so, wie von Gott gewollt, genau so gut wie Gott. Ja, das Wort ist sogar identisch mit dem, der es ausspricht.
So heißt es im heutigen Evangelium „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ - Wenn Gott uns sein Wort gibt, dann schenkt er uns sich selbst.

Heute geht es im weihnachtlichen Evangelium des Johannes, der selbst Jünger Jesu und Augenzeuge war, genau darum. Gottes Leben und Gottes Licht kommt zu den Menschen. An Weihnachten kommt er selbst in seinem Sohn zu uns, und er leuchtet in unserer Finsternis. Für den Begriff „das Wort“ steht im griechischen Original übrigens das Wort „Logos“. Darin erkennen wir unseren Begriff „logisch“, der auch in Begriffen wie Biologie oder Theologie enthalten ist. Er bedeutet so viel wie Sinn, Wort, Kraft oder Tat.
Das bedeutet: An Weihnachten geht es um eine ganz tiefe Wahrheit, um die Offenlegung von etwas, was uns bisher verborgen war.
Es geht wirklich um die Sinn-Frage, um die Frage, was die ganze Schöpfung für einen Sinn hat und was die Welt im Innersten zusammenhält.
Kein sinnloser Zufall, kein Urknall, weil halt gerade mal so eben einen Moment lang eine gigantische Menge Energie da war, die sich dann netterweise in der Evolution auch irgendwann in Menschen verwandelte.
Nein, sagt die Bibel: Gottes Liebe ist es, die all das veranlasst hat und lenkt. Alles ist letztlich in Gottes Hand. Und an Weihnachten ist dieser Gott uns in seinem Sohn ganz, ganz nahe gekommen.
Kein Gott wie ein eingefleischter, alter Junggeselle, fern und realitätsfremd, sondern als Mensch hat er sich eingefleischt, ist in Jesus in Fleisch und Blut übergegangen.

Doch Johannes und die christlichen Gemeinden mussten in den Jahrzehnten nach Jesu Tod und Auferstehung auch enttäuscht erleben, dass die Finsternis in den Herzen vieler Menschen das leuchtende Licht für sich ablehnte. So heißt es im heutigen Evangelium: „Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ - Gott kommt also in sein Eigentum, und man schlägt ihm die Tür vor der Nase zu. Eintritt für den Herrn und Gott unerwünscht.
Ist das nicht furchtbar? - Es sind die Seinen, heißt es ausdrücklich. Die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wir gehören Gott, wir alle sind sein Eigentum, wir gehören seit unserer Taufe zu ihm. Aber wir tun so, als ginge uns das nichts an. Nein danke, wir brauchen nichts!

Mehr noch: Dieser Gottessohn Jesus wurde ausgesprochen lästig. Für so jemand war auf Dauer kein Platz in den Macht-
gefügen dieser Welt.
Im griechischen Urtext heißt es „ou topos“. Das heißt eben nicht bloß nur: kein Platz, sondern wir erkennen unschwer das Wort „Utopie“ darin wieder.
Das bedeutet: In den Denk-Kategorien dieser Welt werden die Gedanken, das Handeln und die Aufforderungen Jesu an uns einfach für utopisch erklärt, für Schaumschlägereien eines realitätsfremden Träumers.
Lieber Gott, du hast ja keine Ahnung, soll das eigentlich heißen.
Wir echten Menschen brauchen nun mal unsere strengen Religions-Vorschriften, unsere Mauern, unsere Grenzen, unsere Panzer und Atom-Raketen. Wenn du wüsstest, wie die anderen Menschen wirklich sind! Wenn die so wären, wie wir eigentlich sein sollten, dann, ja dann…

Genau da liegt der große Denkfehler, sagt nicht nur das heutige Evangelium. Gott hat nicht mal so nebenbei Mensch gespielt, weil ihm vielleicht langweilig war und er mal was erleben wollte.
Er hat sich nicht etwa als Mensch verkleidet, um sich dann dünne machen zu können, wenn es brenzlig wird.
Nein, sagt auch Johannes, das Wort Gottes ist wirklich und wahrhaftig Fleisch geworden. Nicht geboren wie ein Mensch, sondern geboren als Mensch.
Gott wird mit uns leibhaftig solidarisch gegen Ungerechtigkeit, Leid und Not. Alles, was Menschen erleiden und erleben, ist ihm wohl-
bekannt, die Hochzeiten ebenso wie die Trauerfeiern, die Egoisten (auch die in religiöser Verkleidung) ebenso wie die Umkehrwilligen, den Zöllner und Obergauner Zachäus eingeschlossen.

Johannes formu-
liert dann weiter: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ - Genauer heißt es im Urtext allerdings nicht einfach nur wohnen, sondern „zelten“. Gott schlägt also mitten unter uns sein Zelt auf – was für ein schönes Bild! -
Er steht nicht irgendwo auf einem unbeweglichen Denkmal-Sockel, um sich dann und wann verehren zu lassen. Nein, Gott ist mittendrin im wirklichen Leben. Er hat uns nicht im Dunkeln sitzen lassen.
Er ist da, wo wir sind. Er zieht mit uns in unserer Unstetigkeit, wenn wir mal wieder irgendwo die Zelte abbrechen müssen auf dem Weg zu unserem Ziel. Er geht mit, durch dick und dünn.

Dieses Motiv des Zeltes hat auch die Kirche aufgegriffen. Sie spricht vom wandernden Gottesvolk, und daher sind auch zahlreiche Kirchengebäude in zeltähnlicher Form konstruiert. Wir als Christen wissen, dass das so flexible Zelt ein gutes Symbol für uns ist:
Unser Leben hier auf Erden währt nicht ewig. Es ist nur kurzfristig, es hat ein Verfallsdatum, das wir selbst aber nicht lesen können.
Wir können hier nichts wirklich dauerhaft einzementieren; von einem Moment zum anderen kann alles dahin sein, was man so gerne für immer konservieren möchte: Gesundheit, Wohlstand, Arbeit, Glück.

Kommen wir zum wichtigen Schluss des heutigen Evangeliums. Dort heißt es: „…und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“
Johannes schreibt ausdrücklich: Wir haben…“ – Das soll heißen: Wer dem Mensch gewordenen Jesus nicht die Türe vor der Nase zuschlägt, sondern wer ihn zu sich hereinbittet, der wird ihn auch kennenlernen können.
Das hat Johannes nicht alleine so erlebt, sondern mit ihm viele Christen in den Gemeinden, damals und heute. Gott lässt diejenigen, die ihn bei sich aufnehmen, nicht im Dunkeln sitzen. Wer ihn wirklich bei sich aufnimmt, bekommt auch die Kraft geschenkt, ein wirkliches Gotteskind zu werden. Dann muss man nicht mehr schwarz sehen.
Dann darf man von ganzem Herzen Weihnachten feiern, und das sogar, genau genommen, ein ganzes Erdenleben lang. So will es Gott. Da haben wir sein Wort drauf.


Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Eberhard Gottsmann
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Bischofssynode 2008 über das Wort Gottes
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Ihre Lebensuhr – so viel Zeit von Gott geschenkt
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Die letzte Adventswoche ist angebrochen, und Familie Müller sitzt mit ihren beiden Kindern beim Abendessen. Es ist unvermeidlich, dass es jetzt auch immer mal wieder um das Thema Weihnachten geht. Auf einmal bemerkt die fünfjährige Chantal: „Mami, Papi, was wünscht ihr euch eigentlich zu Weihnachten?“
Die Eltern sind natürlich gerührt. Wie sich das gehört, winkt die Mama lächelnd ab: „Ach, eigentlich nichts. Oder doch: Wir wün-
schen uns zwei liebe Kinder!“
„Prima!“, ruft Chantal, „dann haben wir endlich zwei Spiel-
kameraden!“

Ein großer Tag im örtlichen Zisterzienserkloster: Ein Pater wird als ältester Priester des ganzen Bistums gebührend gefeiert, und natürlich ist auch die Presse mit dabei. Der Reporter will unbedingt wissen, wie er es angestellt habe, mit seinen 94 Jahren noch so rüstig zu sein. Da hören alle natürlich gespannt hin. Der Jubilar verkündet: „Mein Geheimnis heißt Knoblauch!“ -
Aus dem Hintergrund hört man einen Mitbruder aufstöhnen:
„Ein Geheimnis ist das leider wirklich nicht…!“



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15.12.2009

4. Adventssonntag C - 20.12.2009

(Fortsetzung)

Maria kommt sofort wieder in den Sinn, was der Engel Gabriel betont hatte: „…Denn für Gott ist nichts unmöglich“ - hier erlebt sie das wieder, geradezu als nochmalige Bestätigung für die Ankündigung von Gabriel.

„Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen…“ -
Was Elisabet da vom Heiligen Geist erfüllt so freudig ausruft, das ist uns allen wohlbekannt. Im „Ave Maria“ wird es millionenfach seit vielen Jahrhunderten z.B. im Rosenkranz immer und immer wieder bekannt und gebetet: Maria ist die von Gott ganz besonders Gesegnete, die „Gebenedeite“.
Weder durch eine demo-
kratische Wahl noch durch Gelehrten-
meinung ist sie dies geworden, sondern allein durch Gottes Gnade, durch Gottes Ratschluss. Was der Mensch nicht sieht, das hat Gott in diesem Mädchen gesehen und sie für würdig befunden, Mutter des Gottessohnes zu werden. Nun strahlt sie in Gottes Glanz.

Elisabet hat diese Größe Mariens vom Geist geleitet sofort erkannt und fragt sich: „Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ - Elisabet, die ältere und menschlich gesehen ranghöhere Priesterfrau, macht sich ganz klein vor diesem großen Wunder. Die Mutter meines Herrn kommt zu mir – dass ich dieses Glück erleben darf!
Ohne Theologie-Studium hat diese Frau es sofort punktgenau getroffen: Das Kind, das jetzt im Leib Mariens heranwächst, das ist größer als alles, was man sich vorstellen kann. Dieses Kind ist mein Herr, der so lange ersehnte Heiland dieser Welt!

Elisabet erklärt Maria aber nicht nur einfach für selig, sondern sie fügt noch etwas Bemerkenswertes an, einen Kommentar gewissermaßen: „Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ – Der Glaube Marias ist es also, der hier so überschwänglich von ihr gelobt wird. Das ist es, worin Maria unschlagbar ist –
das absolute Vertrauen in die Weisheit und Vorsehung Gottes, komme, was da wolle!
Auch Maria hätte zur Bedenkenträgerin werden können, hätte sich alle denkbaren Probleme als guten Grund zum Rückzug und Unglauben vor Augen halten können, wie das Zacharias tat. Ihre Herzenstür war aber nicht verschlossen, als der Engel Gabriel bei ihr vorsprach.
Maria war keineswegs so naiv, um sich die entsetzten Reak-
tionen von Josef und ihrer ganzen dörflichen Umwelt nicht sehr lebhaft vorstellen zu können. Was damals Schlimmes mit Mädchen geschehen konnte, die unverheiratet schwanger wurden, das hatte sie wahrscheinlich schon selbst als Zuschauer miterleben müssen.
Aber Maria ist wirklich in anderen Umständen, anders, als nur schwanger zu sein. In anderen Umständen ist sie nicht nur im Bauch, sondern auch im Kopf. Sie macht sich nicht verrückt, sondern sie lässt sich von Gott dahin verrücken, wohin er sie haben will.

Gott hat sie zur rechten Zeit zusammengeführt: Maria und Elisabet - zwei Frauen, zwei Schwangere mit zwei auf den ersten, menschlichen Blick verrückten Geschichten. Nun können sie sich gegenseitig beistehen und stärken. Drei Monate sind eine lange Zeit: da wird es viele gute Gespräche geben, viel Beten und sicher auch viel fröhliches Lachen.
Maria hat die erfahrene Freundin gefunden, die trotz ihres langjährigen harten Schicksals nie mit Gott gehadert hat.
Und Elisabet hat eine Stütze, die kräftig anpacken kann und ihr gute Gesellschaft leistet – ihr Mann ist ja schließlich zur Zeit auffallend schweigsam…
Was für eine wunderbare Idee Gottes, so für die beiden zu sorgen! Selbst ein Sprichwort weiß darum: Geteilte Freude ist eben doppelte Freude.

Und da kommt nun die Stelle, wo auch wir in dieser Szene unseren Auftritt haben. Wie durch ein großes Guckfenster hat uns der Evangelist Lukas am Geschehen teilhaben lassen, heute, am 4. Adventssonntag.
Wir sind Zeuge einer Revolution geworden. Hier heißt es zwar nicht „Wir sind das Volk“, aber eine Art Mauer fällt hier auch.
Die Revolution, die sich hier direkt vor unseren Augen abspielt, ist die friedliche Revolution Gottes.
Gott stellt alle Herrschafts-
ansprüche dieser Welt auf den Kopf, oder genauer:
er verrückt sie,
er rückt sie wieder richtig, er stellt alles vom Kopf wieder auf die Füße. Und bei Gott hat eben alles Hand und Fuß, in diesem Falle Hände und Füße.
Gottes Weihnachtsgeschenk ist schon für uns bereit.
Jetzt stehen wir da und schauen staunend auf Maria und Elisabet, die beiden glücklichen Schwangeren.

Was werden wir tun? Lassen wir uns eher vom folgenschweren Zweifel des Zacharias anstecken oder vom Gottvertrauen dieser beiden Frauen? Gottes Gnadengeschenk liegt jedenfalls für uns bereit. Vielleicht wagen wir es einfach einmal in einer stillen Stunde kurz vor Weihnachten.
Schauen wir diese beiden Frauen an, die jede auf ihre Weise
Ja und Amen gesagt haben. Sie haben Gott ihr Leben wirklich anvertraut. Und dabei durften sie erfahren, wie sehr er für die Seinen sorgt.
Lukas lädt uns ein: Kommt mit dazu! Steht nicht länger abseits! Lasst auch euer Herz so von Gott erfüllen, dass der Jubel euch ansteckt! Und für die ganz Mutigen hier – aber das ist jetzt nur ein Geheimtipp ganz unter uns: Fragt Gott in der stillen Stunde vor Weihnachten doch auch mal was. Doch Vorsicht – mit Antwort ist zu rechnen! Am besten fragt ihr das hier: Sag mal, lieber Gott, was wünschst du dir eigentlich von mir?

Herzlichen Dank an alle Leser, die mich auf interessante Seiten für Linktipps hinweisen!

Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Pfarrei St. Martin, Bamberg
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Exegetisch-theologischer Kommentar zu Lk 1, 39-45 (pdf)
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Predigt Pfarrerin Margot Runge (pdf)
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Predigt Prof. Dr. Josef Spindelböck
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Karl-Leisner-Jugend: Gewissenserforschung vor Weihnachten
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Kurzvideo Youtube: Chor „Übers Gebirg Maria ging“
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Kurzvideo Yotube: Chor „Maria durch ein Dornwald ging“
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Weihbischof Dr. Andreas Laun: „Ein Foto ging um die Welt“
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Liste der Sonntage und Bibelstellen Lesejahr C 2009/2010 (pdf)
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Ratschläge zum Gottesdienstbesuch für „Seltengänger“
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Martin, der Schuster
Nach einer Legende von Leo Tolstoi

Es war einmal ein Schuster, der Martin hieß und in einem Keller wohnte. Durch das kleine Kellerfenster konnte er die Menschen sehen, die draußen auf der Straße vorübergingen. Zwar sah er nur ihre Füße, aber er erkannte jeden an seinen Schuhen. Fast alle diese Schuhe und Stiefel hatte er schon ein paar mal geflickt und ausgebessert.
Er lebte ganz allein in dem Keller der zugleich Wohnung und Werkstatt war. Seine Frau und alle seine Kinder waren gestorben.
"Warum hat Gott mir das angetan?" sagte er eines Tages zu einem alten Freund. "Ich habe keine Freude mehr am Leben." "Gott hat es dir gegeben" antwortete der Freund, „Wenn du für ihn lebst, wirst du nicht mehr traurig sein."
"Wie kann ich denn für Gott leben?" fragte Martin.
"Lies die Bibel - dann weißt du es."
Von diesem Tag an las Martin jeden Abend in der Bibel. Tagsüber arbeitete er fleißig - er nagelte neue Sohlen auf die Schuhe und flickte die geplatzten Nähte. Sobald es jedoch dämmerig wurde, zündete er die Lampe an und holte die Bibel. Je öfter er darin las, desto leichter wurde ihm zumute. Eines Abends war er so müde, dass er über der Bibel einschlief.
Am nächsten Morgen schaute er immer wieder aus dem Fenster. Bald sah er ein Paar geflickte Filzstiefel, und er wußte, dass es Stepan war, der alte Soldat, der draußen Schnee schaufelte.
Martin schlug eifrig Nägel in die Schuhsohle. Weil es ihm aber doch keine Ruhe ließ, schaute er erneut zum Fenster hinaus. Er sah, wie müde der alte Soldat war und wie sehr ihn das Schnee-
schaufeln anstrengte. "Komm herein, Stepan, und wärm dich in meinem Keller!"
Der alte Mann schüttelte den Schnee von den Stiefeln und kam herein. "Setz dich zu mir" sagte Martin, „und trink ein Glas Tee. Das wird dir gut tun.“ - Nachdem der Alte den heißen Tee getrunken hatte und fort gegangen war, arbeitete Martin weiter.

Nach einer Welle sah er auf der Straße eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm. Die Frau fror in einem viel zu dünnen ärmlichen Kleid und versuchte vergeblich, ihr Kind vor dem kalten Wind zu schützen. "Komm herein!", rief ihr Martin zu. "Setz dich an den Ofen, damit dir warm wird." Er schnitt ein Stück Brot ab, nahm die Suppe vom Herd und füllte einen Teller. Während die Frau aß, nahm Martin das Kind auf den Schoß und spielte mit ihm. Bevor die Frau fortging, holte er seine Jacke. "Da! Nimm sie! Ich habe nichts Besseres, aber du kannst zumindest dein Kind darin einwickeln." Und für das Kind holte er die besten Kinderschuhe, die er je gemacht hatte.

Nicht lange danach hörte Martin lautes Geschrei vor seinem Fenster. Eine Marktfrau schlug auf einen kleinen Jungen ein, der einen Apfel aus ihrem Korb gestohlen hatte. "Warte nur, du Dieb!" schrie sie zornig. "Ich bringe dich zur Polizei."
Martin rannte auf die Straße hinaus. "Laß ihn doch laufen!", sagte er zu der Frau. "Er wird es bestimmt nicht wieder tun. Den Apfel werde ich dir bezahlen."
Er gab der Frau ein paar Münzen, dann nahm er den Apfel und schenkte ihn dem Jungen. "Du mußt dich aber entschuldigen", sagte er.
Der Junge fing an zu weinen. "Ist schon gut!" sagte die Frau. Als sie weiterging, lief ihr der Junge nach und half ihr, den schweren Korb zu tragen.

Inzwischen war es dunkel geworden, und Vater Martin wurde sehr traurig. Es war so dunkel, dass er die vorbeigehenden Leute kaum mehr erkennen konnte. Vater Martin sah den Laternenanzünder kommen. "Jetzt muss ich wohl auch Licht machen", dachte er daheim, zündete sein Licht an und stellte es auf den Tisch. Er nahm das Neue Testament vom Regal und las darin.
"So war es also doch nur ein Traum", seufzte er, und dicke Tränen liefen ihm über die Wangen. "Ich wollte so sehr, dass Jesus vorbeikäme!" Kaum hatte Vater Martin das gesagt, da schien ihm, als wäre da jemand hinter ihm. Er sah sich um: Da war es, als stünden Menschen in der dunklen Ecke, aber er konnte sie nicht erkennen. Und eine Stimme flüsterte ihm ins Ohr: "Vater Martin! Hast du mich nicht erkannt!"
"Wen denn?" fragte Vater Martin. "Mich", sagte die Stimme, "ich war es doch!" - Und aus der dunklen Ecke trat Stepan, lächelte und verschwand wieder...
"Auch das war ich", sagte die Stimme. Und aus der dunklen Ecke trat die Frau mit dem Kind, und beide lachten und verschwanden wieder... - "Und auch das war ich", sagte die Stimme wieder, und zu sehen war der Junge mit dem Apfel und die Marktfrau. Da erfüllte auf einmal eine große Freude Vater Martins Herz. Schnell setzte er die Brille auf und las auf der aufgeschlagenen Seite des Buches:
"Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt." Weiter unten auf der Seite las er: "Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!"
Da erkannte Vater Martin, dass er nicht betrogen worden war. Jesus war an diesem Tag wirklich zu ihm gekommen, und Schuster Martin hatte ihn aufgenommen.
(Textquelle der Nacherzählung mir leider nicht bekannt)

Zwei Rentnerpaare sind mit einem großen Mercedes auf der Autobahn unterwegs und fahren nicht mehr als etwa 80 km/h. Ein Polizist hält das Auto an, weil ihm das verdächtig vorkommt. Der Opa fragt: "Waren wir zu schnell?"
Polizist: "Nein, im Gegenteil, Sie fahren auffallend langsam!"
Opa: "Darf man denn hier schneller fahren?"
Polizist: "Ich denke, 120 – 130 km/h kann man hier ruhig fahren."
Opa: "Aber auf den Schildern steht doch dauernd: A 81!"
Polizist: "Ja, und? Was meinen Sie?"
Opa: "Na, da muss ich doch auch 81 km/h schnell fahren."
Polizist: "Nein, das ist doch nur die Nummer der Autobahn."
Opa: "Ach so. Danke für den Hinweis!"
Der Polizist schaut sicherheitshalber noch auf die Rückbank des Autos und sieht zwei stocksteif sitzende Omis mit weit aufgerissenen Augen. Da fragt der Polizist fürsorglich die beiden Rentner vorne: "Was ist denn mit den zwei Damen da hinten los? Ist den Damen nicht gut?"
Da sagt der andere Opa: "Doch, doch. Nur, wir kommen nur gerade von der B 252!!"


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