27.07.2009

18. Sonntag im Jahreskreis B - 02.08.2009

(Fortsetzung)

Ihre Reaktion ist verständlich.
Sie wollen in die Tat umsetzen, was sie gerade gelernt haben.
Sie wollen etwas tun, um sich ihren Platz beim himmlischen Festmahl zu sichern. So war das und so ist das. Man will etwas tun, damit man auf der sicheren Seite ist.
Am liebsten hätten sie gehört, wenn Jesus gesagt hätte: In Ordnung, mit 20 frommen Gebeten und 50 angezündeten Opferkerzen seid ihr dabei.

Doch genau das tut Jesus eben nicht! Es gibt keine Bedienungsanleitung für den Himmel nach dem Motto: Geldeinwurf rechts, und dann die Auswahltaste drücken! Schon hat man sich seiner Pflichten entledigt und ein gutes Geschäft mit Gott gemacht.
Nein, sagt Jesus, das läuft schon etwas anders. Eure Rituale, Opfer und Spenden sind gut, aber nicht der Kern der Sache. Wenn ihr wirklich so leben wollt, wie Gott das will, dann glaubt an mich als den, den Gott gesandt hat.

Erstaunlich, wie schnell sich doch die Menschen drehen können! Eben noch wollten sie Gottes Werke tun, und nun schon wird ihnen die Sache zu brenzlig. Sie wollten sich eher nur loskaufen, und fertig. Aber an Jesus glauben, ihn Tag für Tag als Herrn ins Herz lassen? Das muss nun auch wieder nicht unbedingt sein, denkt da so mancher. Um aus dieser Situation heil raus-
zukommen, geht man am besten so vor, dass man Jesus den „Schwarzen Peter“ zuschiebt.

Woher nimmst du das Recht, das zu ver-
langen? Welche Beweise hast du denn? Unsere Vor-
fahren wurden auf ihrer Wüstenwanderung immerhin regelmäßig mit Manna versorgt. Da konnte man die Uhr nach stellen: Jeden Morgen fanden sie als Geschenk Gottes ihr lebens-
rettendes Manna wie Brot vom Himmel, immer und immer wieder. Daher interessiert uns: Und was gedenkst du zu tun, Jesus?

So ist das bei uns Menschen: Ganz, ganz dünn ist unsere Eisdecke des Glaubens. Ob sie hält? Ob sie einbricht? Wie belastbar ist sie wohl, wenn der Zweifel sie betritt?
Jesus bleibt jedenfalls keine klare Antwort schuldig. Und wieder spricht er ganz, ganz eindringlich, mit dem doppelten „Amen“ am Anfang: „Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.“

Nein, nicht Mose ist der eigentliche Brotgeber. Er ist nur der Diener dessen, der wirklich für das Brot für alle sorgt. Das Manna damals hat das Volk satt gemacht, aber es war noch nicht das ewige Brot, noch nicht das wahre Brot, das unvergänglich ist und das die Welt am Leben hält. Die Zuhörer Jesu reagieren verwirrt: Wenn das so ist, dann hätten wir doch gerne dieses Brot, von dem du uns da erzählst! Bleib bei uns und gib uns immer dieses Brot! Sie verstehen es also immer noch nicht!

So muss Jesus noch deutlicher werden. Im Evangelium steht: „Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“
Wir spüren die Eindringlichkeit der Worte Jesu: Schaut doch her, ich bin es, der nach dem Plan Gottes für euch zum notwendigen Brot wird, das euch ewiges Leben schenkt! Wer an mich glaubt und sich zu mir auf den Weg macht, der wird den Speiseplan Gottes selbst miterleben dürfen. Da ist kein Gott, der regelmäßig sein Ambrosia essen muss, damit er ewig lebt. Da ist kein Gott, der fein für sich bleiben möchte, nach dem Motto: Betreten des Himmels verboten! Der wahre und ewige Gott braucht kein Doping mit Ambrosia. Er sperrt nicht aus, sondern er lädt für immer zu sich ein: Kommt zu mir und erlebt es doch selbst: Mein Himmelsbrot macht euch wirklich satt; nie mehr werdet ihr Hunger oder Durst haben.

Schöne Aussichten sind das! Das ist fast so, als wenn man sich jahrelang auf einen ganz tollen Urlaub oder auf die Zeit als Rentner freut, aber natürlich eben nur fast. Jesus sagt: Vergiss das nicht in deiner Alltags-
routine, in deiner Sorge, in deiner Geschäftigkeit, in deiner Gier nach Sättigung, in der Jagd nach immer mehr – alles das hat ein Ende, auf alles das ist schon ein unsichtbares Verfallsdatum aufgedruckt.

Das wirkliche, einzig wahre Brot, das deinen Hunger auf ewig stillen wird, das ist Jesus Christus. Er ist da.

Aber wo bin ich, wo bist du? Folgen wir dem Hunger unserer Seele. Sehen wir, wo er steht und die Arme ausbreitet. Hören wir, wenn er uns ruft. Treffen wir eine kluge Entscheidung, eine Entscheidung für das ewige Leben.


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Bibelarbeit des Jugendverbands „Entschieden für Christus“ (14 S. pdf) >> BITTE KLICKEN !

Predigt: „Jesus Christus – das Brot des Lebens“
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In eigener Sache: Ganz neu auf meiner Predigtseite ist die Suchfunktion, zu finden im rechten Infofeld unter „Blog durchsuchen“ (z.Z. unmittelbar vor dem Foto „Gartenschönheit 6“). Bei der Suche nach Begriffen empfiehlt es sich, den Suchbegriff (z.B. „16. Sonntag“ oder „Mk 6,30-34“) in „Redezeichen“ zu setzen.

Schlagfertig: Ein Besucher fragte Papst Johannes XXIII., wie viele Menschen eigentlich im Vatikan arbeiteten. Er überlegte einen Moment, dann antwortete er: „Ich schätze, etwa die Hälfte!“

Das Land litt unter einer lang anhaltenden Dürre.
In dieser Not liess der Geistliche seine Gemeinde zu einem Bittgebet um Regen zusammenrufen.
In Massen strömten die Leute herbei. Als der Prediger mit der Predigt begann: "Euren Eifer und Eure Gebete um Regen in Ehren – doch um Euren Glauben ist es schlecht bestellt. Denn was sehe ich: kein einziger von Euch hat einen Regenschirm…!"


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19.07.2009

17. Sonntag B - 26.7.2009 / 29.7.2012

(Fortsetzung)

Offenbar hat jemand das kurze Gespräch mit-
verfolgt. Andreas, der Bruder des Petrus, schaltet sich ein. Er hat in der Menge einen kleinen Jungen gesehen, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische dabei hat. Kaum ausgesprochen, macht jedoch auch er resigniert einen Rückzieher: „Doch was ist das für so viele?“
Das heißt: Wem soll man denn da von dieser winzigen Menge etwas geben und wem nicht? Das gibt nur Neid und Streit!
Stellvertretend für alle Jünger kapitulieren beide also vor dieser Herausforderung. Da kann man einfach nur deprimiert aufgeben. Die Reaktion Jesu fällt jedoch ganz anders aus. Mit einer unerwarteten Anweisung überrascht er seine Helfer: Sorgt dafür, dass die Leute es sich bequem machen, dass sie sich zum Lagern hinsetzen!

Das heißt zum einen, dass die Menschen bisher gestanden haben, weil sie dem Rabbi Jesus wie damals üblich stehend zugehört haben. Zum anderen zeigt das Hinsetzen, dass die Menschen Jesus folgen, dass sie ihm eine Lösung des Problemes zutrauen. Die aus-
drückliche Ergänzung im Text des Evangeliums ist auch kein Zufall: Wenn es heißt, „Es gab dort nämlich viel Gras“, erinnert das an die Einleitung des berühmten Psalms 23: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“ - Gott ist so fürsorglich wie ein guter Hirte; ich darf sicher sein, dass er bestens für uns alle sorgt. Er lässt uns lagern, er lässt uns ausruhen und neue Kraft sammeln. - Indem das heutige Evangelium durch diese Wortwahl an die Liebe und Großzügigkeit Gottes erinnert, unterstreicht es, dass Jesus sich um die Menschen so sorgt wie Gottvater. Jesus ist Gott wie er.
Im Evangelium heißt es sofort anschließend, dass Jesus das vor-
gesehene Dank-
gebet über die Brote und den Fisch spricht und diese dann an die Leute austeilt. - Ist es Ihnen auch aufgefallen? Die Schilderung konzentriert sich ganz auf Jesus, und zwar so sehr, dass wir über den kleinen Jungen nichts weiter erfahren. Der Blick des Evangelisten Johannes ist ganz auf die Macht und Größe Jesu gerichtet.

Der kleine Junge spielt dennoch im Hintergrund eine bedeutende Rolle: Er hat Jesus offenbar so sehr vertraut, dass er ihm ohne Zögern, ohne Nachfrage seinen kompletten Lebensmittel-Vorrat überlässt. Gerstenbrot war das typische Arme-Leute-Essen; dazu gab es meist gedörrten oder eingelegten Fisch als Beilage, denn frischen Fisch konnte man nicht lagern. Der keine Junge gibt Jesus bedenkenlos seinen ganzen Besitz. Mit seinem kindlichen Vertrauen wird er ohne großes Aufhebens zum eindrucksvollen Vorbild, denn er hat offenbar keine Angst, nun selbst zu kurz zu kommen.

Man darf sicher annehmen, dass es außer ihm noch einige andere Leute unter den Zuhörern Jesu gibt, die sich für ihre Wanderung einen bescheidenen Notvorrat eingesteckt haben. Warum sollte sonst ausgerechnet nur ein kleiner Junge auf diese Idee kommen?
Manche wundern sich heute, woher nach dem Essen auf einmal die 12 Körbe kommen,
in denen die Brot-
reste eingesammelt werden. Wahrscheinlich handelt es sich dabei nicht um die heute üblichen großen Körbe z.B. für die Obsternte, sondern um damals übliche „kophinos“ – das sind schmalere Körbe, die man gerne für unterwegs mitnahm, um die religiösen Speisevorschriften für koscheres Essen überall erfüllen zu können.

Wer bei den erwachsenen Zuhörern Jesu zu den wenigen Glücklichen zählt, die gerade noch eine Kleinigkeit dabei haben, der hütet sich, das jetzt auszupacken. Teilen ist einfach unmöglich, wäre aber moralische Pflicht. Also lässt man es lieber bleiben. Nicht so dieser Junge: Er gibt sich völlig ohne jedes Hintertürchen in die Hand Jesu!

Und so ge-
schieht das Wunder: Fast aus nichts lässt Jesus eine unfass-
bare Menge an Brot und Fisch entstehen. Wie bei einem Fest ist das Angebot so übergroß, dass es ausdrücklich im Text heißt, dass die Leute bekommen, so viel sie wollen. Da wird nichts eingeteilt, nichts rationiert. Da kann man sich so richtig sattessen. Das bestätigt auch der Urtext in griechischer Sprache: „chortazesthai“ heißt es dort, was man mit „übersatt, übervoll“ übersetzen kann.
Heute kommt uns das bekannt vor unter dem Slogan mancher Gaststätten: „All you can eat“ – da kann man so viel Essen nachfassen, wie man möchte, wie man schafft. - Gott ist eben nicht kleinlich, Gott rechnet nicht. So spendabel wie er ist keiner, kann keiner sein. Er gibt ab aus einer unendlichen Fülle, die ihm zur Verfügung steht. Die Gedanken an Mangel, die uns Menschen so oft plagen, sind keine Gedanken Gottes.
Wir leben allzu oft mit der Vorstellung, dass es im Leben nicht reicht, dass wir zu kurz kommen. Zu kurz an Geld, zu kurz an Liebe und Zuneigung, zu kurz kommen an allem.
Das kleine Kind im heutigen Evangelium macht es uns vor: Wenn wir uns mit unseren bescheidenen Mitteln Gott anvertrauen, dann wird in seinen Händen daraus überreichlich viel für alle! Das Wenige, was wir haben an Kraft, an Ausdauer, an Talent, an Mut, an allem – wenn wir es Gott wirklich bedingungslos überlassen, wird er es so vermehren, dass ganz vielen dadurch geholfen wird. Unsere pessimistischen Gedanken, wie wenig wir doch haben, zeugen leider vor allem davon, dass wir zu wenig Gottvertrauen haben.
Aus dem Unvollkommenen, aus dem Wenigen, aus dem
Bruchstückhaften hat Jesus ein festliches Mahl bereitet. Nicht nur das, denn nach dem Mahl bleibt noch eine große Menge an Brotstücken übrig, was die Groß-
zügigkeit Gottes noch einmal unterstreicht.
Und Jesus übersieht diese Reste nicht. Alles in Gottes Schöpfung hat seinen Wert! Bei jüdischen Gastmählern war es damals ohnehin üblich, nachher die Reste zu sammeln, um sie der Dienerschaft und deren Familien zu überlassen. - Die Zahl 12 bei den Körben erinnert natürlich an die 12 Stämme Israels. Man kann also sagen, dass dies zeigen soll: Es ist wirklich für alle gesorgt, bei Gott leidet niemand Mangel!
Wie so oft, denken die Menschen jedoch vordergründig, damals wie heute. Die Menschen sind vom Brotwunder Jesu begeistert. Sie sehen mit diesem Wundertäter goldene Zeiten auf sich zukommen. Die Aussicht auf einen immer vollen Magen beflügelt ihre Phantasie:
Auf diesen großen Propheten haben wir sehnsüchtig gewartet – ihn sollte man zu unserem König machen, dann können wir glücklich und bald wohl auch ohne die verhassten Römer leben!

Sie wollen Jesus vor ihren Karren spannen. Er wird’s schon richten. Durch ihn, den Brot-
könig, endlich sorgenfrei leben… – Verstehen kann man die Leute. Genug Leid und Kummer haben manche erfahren müssen.
Zur Abwechslung würde jetzt ein garantiertes und andauerndes Verwöhnprogramm gut tun. Auf solche Träume lässt sich Jesus jedoch nicht ein, damals nicht und heute nicht. Die Erdenzeit ist nicht Himmelszeit, nicht Ewigkeit. Und um den Himmel, um das Reich Gottes, geht es Jesus. Die Werbung dafür ist seine Aufgabe, das ist sein Ziel.
Der Schluss des Evangeliums sagt uns dies ganz knapp und unmissverständlich. Dort steht: „Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.“ - So ist das: Wenn wir Jesus nur zum persönlichen Wünsch-dir-was-Erfüller machen wollen, zieht er sich meistens zurück. Zu groß ist nämlich für uns die Versuchung, das eigentliche Ziel unseres Lebens dabei aus den Augen zu verlieren. Das ganz große Fest wartet schließlich auf uns. Die Einladung hat Jesus überbracht. Halten wir uns bereit!


Predigtvorschläge Karl-Leisner-Jugend
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Predigt  Ev. Kirche Denklingen (pdf)
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Predigt Pfr. Dr. Vincenzo Petracca 
Predigt  “Vom Brot des Lebens” (pdf) 
Sven Kockrick: Bibelarbeit zu Joh 6,1-15 (pdf) 
Meine Predigtgedanken zum parallelen 18. Sonntag A 2008 >> BITTE KLICKEN !
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)  
 Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf) 
Lesungstexte und kurze Einführung von VIRC Wien (pdf)   >> BITTE KLICKEN !
Ein Gutsbesitzer vererbt seine 17 Kamele an drei Söhne… >> BITTE KLICKEN !




Die Axtsuppe

Diese Geschichte wird in einigen Varianten erzählt: Endlich war der Krieg vorbei, und die Soldaten konnten sich irgendwie nach Hause durchschlagen. Das Problem war nur, dass die Menschen überall nur wenig zu essen hatten und manche überhaupt keine Lust verspürten, von dem Wenigen auch noch etwas abzugeben. Der Soldat in dieser Geschichte hatte schon tagelang nichts mehr gegessen, als er auf seinem langen Weg an einem kleinen Bauernhof ankam. Hier hoffte er endlich auf eine kleine Stärkung. Schließlich ließ sich an der Tür eine alte Bäuerin blicken, die sofort energisch abwehrte: „Wir haben nichts!“ – Der Soldat sah jedoch gleich, dass Tiere im Stall standen, also konnte es um die Vorratslage nicht gar so schlecht stehen.
„Liebe Frau“, sagte er daher mit Bedacht, „das ist wohl wahr. Wir alle müssen jetzt Hunger leiden. Aber ich kann vor Ihren Augen eine köstliche Suppe kochen, von der ich Ihnen gerne abgebe, so viel Sie nur möchten!“
Da wurde die Frau hellhörig. Der Soldat zeigte seine mitgebrachte Axt vor und behauptete: „Wenn Sie einen Kessel und eine Kochgelegenheit haben, bereite ich uns beiden eine schmackhafte Axtsuppe zu, deren Rezept ich in der Ferne kennengelernt habe.“

Die Frau war zwar geizig, aber andererseits auch neugierig. Hier gab es etwas umsonst, und sie konnte sich bestimmt das Rezept abschauen! Also stimmte sie zu und ließ den Mann in ihre Küche. Bald stand der größte Suppenkessel auf dem Herd, und die Axt wurde im heißen Wasser erhitzt. Die Bäuerin ließ den Soldaten nicht aus den Augen. Er rührte immer wieder um, probierte und stellte fest: „Hmmh, das sieht schon gut aus; die Suppe wird gelingen. Was jetzt noch fehlt, ist eine gute Portion Speck!“
Die Bäuerin platzte fast vor Neugier und beschaffte natürlich ein großes Stück Speck aus der Speise-
kammer. Der Soldat schnitt ihn in kleine Würfelchen und gab ihn hinzu. Nach dem Abschmecken fand er: „Die wird einfach köstlich! Etwas Zwiebel, Salz und Pfeffer wären noch nötig!“ –
Die Bäuerin dachte: „Na, das kostet nicht die Welt. Das kann ich also getrost investieren!“ Der Soldat rührte eifrig weiter und schmeckte immer wieder ab. So entlockte er der tief beeindruckten Frau nach und nach auch noch Eier, Graupen und verschiedene Gemüse. Zum Schluss nahm er die Axt lächelnd aus dem Kessel und servierte seine köstliche, kräftige Axtsuppe…


"Wo geht es hier zum Bahnhof ?"
Es antwortet... *
* der Gesprächstherapeut: "Sie wissen nicht, wo der Bahnhof ist, und das macht Sie nicht nur traurig, sondern auch ein Stück weit wütend."
* der Tiefenpsychologe: "Sie wollen verreisen ?"
* der Sozialarbeiter: "Keine Ahnung, aber ich fahre Sie schnell hin."
* der Sozialpädagoge: "Ich weiß nicht, aber es ist gut, dass wir darüber reden können."
* der Gestalttherapeut: "Du, lass das voll zu, dass Du zum Bahnhof willst."
* der Verhaltenstherapeut: "Heben Sie den rechten Fuß, schieben Sie ihn vor, setzen Sie ihn jetzt auf. Sehr gut. Hier haben Sie ein Bonbon."
* der Neurologe: "Sie haben also die Orientierung verloren. Passiert Ihnen das öfter ?"
* der Familientherapeut: "Was glauben Sie, denkt Ihre Schwester, was Ihre Eltern fühlen, wenn die hören, dass Sie zum Bahnhof wollen ?"
* der Diplom-Pädagoge: "Ich weiß natürlich, wo der Bahnhof ist. Aber ich denke, dass es besser für Dich ist, wenn Du es selbst herausfindest."

Bei einem heftigen Gewitter wurden bei Bauer Heinrich sechs Kühe auf der Weide vom Blitz erschlagen. Der Bauer flucht ganz entsetzlich mit allen Flüchen, die einem gestandenen Bayern zur Verfügung stehen, als er das entdeckt. Der Pfarrer, der gerade an der Weide vorbeikommt, ermahnt den Bauern, sich als Christ doch in sein Schicksal zu fügen und weist auf die Bibel hin: "Du weißt doch: Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat‘s genommen!"
"Sie haben gut reden," schimpft Bauer Heinrich, "aber was meinen Sie, was der Herrgott wohl sagen tät, wenn ihm sechs schöne Cherubim vom Blitz erschlagen würden - und die Hälfte davon auch noch trächtig!"


Die aktuellen Predigtgedanken können Sie auch selbst herunterladen; der Link funktioniert mindestens bis 1.9.2012. Sonst schicke ich auch gerne die Dateien per E-Mail.
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12.07.2009

16. Sonntag B - 19.7.2009

(Fortsetzung)

Er bestellt sie alle zu sich zurück.
Es gibt eine große Versammlung, in der die Apostel ihm alles berichten, „was sie getan und gelehrt hatten“, wie es im Evangelium heißt. Das klingt nach Bilanz ziehen, nach Rechenschaft ablegen beim Chef, nach dem Motto: Was lief gut, und was müssen wir noch besser machen, oder wie man heute so sagt: Was müssen wir an unserem Angebot noch optimieren, um noch mehr Kunden zu bekommen? -
Das dies jedoch von Jesus nicht so gemeint ist, erfahren wir im nächsten Satz des Evangeliums: Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.

Wir spüren ganz deutlich, wie sehr sich Jesus um seine Mitarbeiter sorgt. Ganz liebevoll und fürsorglich klingt das, was er da sagt. Er will ihnen jetzt unbedingt Ruhe verordnen und einen Platz, wo sie kein Hilfesuchender in ihrer nötigen Pause stört. Daraus können wir schließen, dass Jesus erkannt hat, wie erschöpft seine Helfer von ihrem Einsatz zurückkommen. Sie haben sich offenbar bis an ihre Grenzen eingesetzt, und deshalb hat er sie zurückgepfiffen, obwohl noch so viele Menschen auf sie warten. Sie sollen sich ja nicht endgültig zur Ruhe setzen, aber eine Pause, ein Atemholen haben sie dringend nötig. Jesus ist es eben nicht egal, wie es seinen Freunden geht.


Da es am Treffpunkt aber jede Menge Leute gibt, die Jesus und seine Jünger erkennen und jetzt eilig herbeiströmen, hilft nur der Rückzug. Noch nicht einmal zum gemeinsamen Essen kommen sie, so groß ist der Andrang der Hilfesuchenden.
Um seinen Jüngern die verdiente Erholung zu ermöglichen, müssen sie wie so mancher Prominente heutzutage möglichst geschickt von der Bildfläche verschwinden. Jesus formuliert es so: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und ruht ein wenig aus.“
Auch das ist bemerkenswert: Jesus schickt seine Leute nicht einfach für ein paar Tage nach Hause. Er könnte ja auch sagen, sie sollten sich erst mal gründlich ausschlafen und dann wiederkommen, wenn sie wieder fit sind. Er sagt auch nicht: Lasst uns ausruhen, sondern es geht ihm speziell um seine Jünger: Ruht ihr ein wenig aus. Sammelt euch wieder, findet wieder eure innere Mitte, kommt wieder ins Lot!
Deshalb soll das Ganze auch gemeinsam stattfinden. An der Ruhe Jesu sollen sie sich orientieren, wieder neu ausrichten. Diese innere Ruhe, wie wir sie bei Jesus z.B. auch vom Sturm auf dem See Genezareth her kennen, soll auf seine Freunde ausstrahlen und ihnen neue Kraft geben. Diese Ruhe Jesu kommt natürlich nicht von irgendwoher, sondern durch die ständige innige Beziehung zu seinem himmlischen Vater, durch das intensive Gebet Jesu, so oft wie dies nur möglich ist.

Jesus und seine Jünger machen sich startklar. Mit dem Boot geht es an eine einsame, menschenleere Stelle des Ufers, wo man ungestört in der Stille neue Kraft tanken kann. Doch es kommt in diesem Falle anders. Es wird ein Kurzurlaub mit Hindernissen. Bei der Abfahrt stehen am Ufer noch jede Menge Leute. Auch sie wollen Jesus sehen, mit ihm sprechen, sich heilen und helfen lassen. Doch nun sieht es fast so aus, als gelänge Jesus die Flucht.

Doch so schnell lässt man sich nicht abwimmeln, wenn man etwas auf dem Herzen hat. Wer den Weg bis hierher gelaufen ist, der kann auch noch ein paar Kilometer weiter marschieren. Irgendwo wird er schon an Land gehen, dieser Rabbi Jesus. Irgendwo wird er schon eine Zeitlang bleiben wollen. Das ist unsere letzte Chance – also nichts wie am Ufer entlang hinterher, und dann werden wir ihn bald haben…!

Kaum angekommen, ist Jesus schon wieder von vielen Menschen umringt. Da von den Jüngern hier keine Rede mehr ist, darf man annehmen, dass sie etwas abseits ausruhen und abwarten. Wie wird ihr Meister sich jetzt verhalten?
Kommt er zu ihnen, seinen Jüngern, und verbringt mit ihnen den Rest des Tages in Gespräch und Gebet? Oder wird er den nach Hilfe bettelnden und Orientierung suchenden Menschen nachgeben?
Keine einfache Entscheidung! In solchen Situationen sagt der Volksmund gerne: Egal wie man es macht, verkehrt ist es immer! Jesus sieht in die Gesichter der Menschenmenge, er sieht ihr Bangen, ihre Hoffnung, ihre fragenden Blicke. Hilfst du mir?

Im heutigen Evangelium heißt es: „Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange." - Jesus hat Mitleid mit ihnen. Er weiß nur zu gut, wie viel manche dieser Menschen schon von harten Gesetzeslehrern zu hören bekommen haben. Er weiß, wie oft sie abgewiesen und hin und her geschubst worden sind. Er weiß, wie sehr sie unter ihrer geistlichen oder körperlichen Hilflosigkeit leiden.

Das Wort „Mitleid“ drückt kaum aus, was nun in Jesus vorgeht. Zutiefst traurig ist er über den Zustand dieser Menschen. Er ist geradezu erschüttert, wie schlecht es ihnen geht. Und er weiß auch, wie wenig sie selbst schuld daran sind. Es hat ihnen an klarer Orientierung gefehlt. Kein Hirte war da, der sie geführt hat und der sie vor Gefahren bewahrt hat. Schutzlos und trostlos sind sie. Die geistlichen Hirten des Volkes Israel haben versagt. Sie sind hauptsächlich damit beschäftigt, wie es ihnen selbst geht.

Diese Menschen sind wie Schafe, die keinen Hirten haben! Jesus aber ist der gute Hirte, der wahre Hirte Israels und der ganzen Welt. Er lässt sie nicht im Stich, und deshalb lehrt er sie lange. Das soll heißen: Jesus fertigt sie jetzt nicht im Express-Tempo ab. Er lehrt sie lange. Er muss ihnen ausführlich von der Liebe Gottes erzählen, damit ihnen überhaupt bewusst wird, was auf dem Spiel steht. Er muss diesen von den geistlichen Führern so sträflich vernach-
lässigten Menschen erst einmal die Augen öffnen für die Güte Gottes und dafür, dass Gott eine ganz herzliche Einladung an jeden von ihnen ausgesprochen hat.
So manche Träne wird da geflossen sein, als Jesus erklärt, wie wichtig, liebenswert und einmalig jeder für Gott ist. Die Menschen hängen geradezu an seinen Lippen, und die Zeit vergeht dabei wie im Fluge.

Zum Schluss erinnern wir uns daran, dass die Jünger damals und die Kirche heute beauftragt sind, diese herzliche Einladung Gottes in dieser Welt zu verkünden. Im jetzt vom Papst ausgerufenen Priester-
jahr hat er den faszinierenden heiligen Pfarrer von Ars als Beispiel eines Hirten und Seelenführers vorgestellt. Wie die zurückgekehrten Apostel hat der Pfarrer von Ars – und natürlich viele andere – sein Leben immer wieder an Jesus orientiert. Er hat es geschafft, durch sein leuchtendes Vorbild als geistlicher Hirte zahlreiche Menschen wieder zu Gott zu führen. Immer wieder machte er in unzähligen Beicht-gesprächen und Vorträgen den Menschen klar, wie sehr der himmlische Vater auf die Umkehr aller Sünder hofft. Als er bei einer Beichte in Tränen ausbrach, wollte der Beichtende wissen, was das zu bedeuten habe. Der Pfarrer von Ars erklärte es ihm: „Ich weine, weil ihr nicht weint!“ -
Er war so heftig darüber erschüttert, wie sehr dieser barmherzige Gott doch immer wieder durch unser Verhalten enttäuscht wird.

Vielleicht ist da gerade die Urlaubszeit eine gute Gelegenheit, wie die Leute im heutigen Evangelium Ausschau nach Jesus zu halten. Wer ihn ausdauernd sucht, der wird ihn finden. Vielleicht auch nicht jetzt und hier, sondern an einem stillen, einsamen Ort.




Pfarrer Josef Mohr, Heidelberg:

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Predigt Pfarrer Karl Sendker

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Leseprobe zum 16. So B

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Schreiben des Papstes zum Beginn des Priesterjahres

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Heinrich Böll: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral

(Der Fischer) >> BITTE KLICKEN !


Predigt Pastor Wolfgang Wegert: Die Ruhe Gottes (pdf)

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Jens Mankel: Die Entdeckung der Langsamkeit (pdf)

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In eigener Sache: „Könnten Sie Ihre Gedanken auch als Kurzpredigt anbieten? So ist es mir zu lang…“ - Auch solche Anfragen erreichen mich ab und zu. Wenn Sie meine Gedanken komplett oder teilweise für Ihre eigene Predigt verwenden, freut mich das. Kürzen Sie ruhig oder verwenden Sie nur einige meiner Impulse!
Ich möchte jedoch bei meiner ausführlichen Darstellung bleiben, um meinen Leserinnen und Lesern ein möglichst lebendiges, facettenreiches Bild zu vermitteln.



Die gute Tat:

Abends sitzt die Familie zusammen, und Sohn Jürgen, gerade mal drei Monate lang Ministrant, erzählt den Eltern stolz von seiner spontanen Rettungstat: "Heute habe ich verhindert, dass in der Messdiener-Gruppenstunde unserem Pfarrer ein böser Streich gespielt wurde."

Das freut den Vater natürlich:„Wie hast du das denn fertig gebracht?“

So geht der hilfsbereite Sohn zu den Einzelheiten über: „Vor Beginn des Unterrichts haben einige Jungen dem Pfarrer ein paar Reißnägel auf den Stuhl gelegt,“ erklärt er. „Aber glücklicherweise habe ich das gesehen, und gerade als der Pfarrer sich setzen wollte, habe ich ihm deshalb

schnell den Stuhl weggezogen.“


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06.07.2009

15. Sonntag B - 12.7.2009

(Fortsetzung)


So können die Apostel auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Sie erleben, wo die Menschen ihre Probleme haben, und das auch im Glaubens-leben. Ihre Art, den Zuhörern die Frohe Botschaft näherzubringen, kann also an ganz konkreten Fragen anknüpfen. Da gibt es keine 08/15-Unterrichtsstunde, sondern tiefe Gespräche von Mensch zu Mensch. So merken wir, je mehr wir uns damit beschäftigen, wie klug dieses Missions-Konzept Jesu ist.
Die ausgesandten Glaubenszeugen sind für die Menschen vor Ort absolut vertrauenswürdig, weil sie wirklich das leben, was sie sagen. Die Apostel haben sich kein Hintertürchen offengelassen.
Da gibt es keinen Wäschevorrat – also muss man sich da vor Ort beim Waschen helfen lassen. Da gibt es noch nicht einmal den berühmten Notgroschen. So wird ihre Botschaft ver-

standen: In Gottes Hand ist für jeden bestens gesorgt, da geht niemand verloren!


Im Evangelium heißt es, sie sollten „kein Geld im Gürtel“ mitnehmen, wie dies damals von vielen Reisenden praktiziert wurde. Eingenäht in einen Ledergürtel war das Geld halbwegs vor Dieben geschützt, wie das heute z.B. mit dem sogenannten Brustbeutel praktiziert wird.

Wörtlich heißt es „keine Kupfer-

münze im Gürtel“. Es gab damals Gold-, Silber und Kupfermünzen. Natürlich hatten die Kupfermünzen davon den geringsten Wert. Man würde heute also sagen:

ohne einen einzigen Pfennig oder Cent in der Tasche. Sie sollen wirklich nichts besitzen, und nicht nur so tun als ob. Wenn man so will, leben sie damit ein Leben mit vollem Risiko. Doch Gott trägt sie, lässt sie nicht fallen. Gott sorgt dafür, dass ihre leeren Hände immer wieder neu gefüllt werden, dass es ihnen an nichts Notwendigem fehlt.


Aber was ist in dem Falle, wenn man sie abblitzen lässt? Wie sollen sie sich verhalten, wenn man sie gar nicht anhören will?

Sollen die Apostel dann wie viele moderne Werbe-Strategen immer wieder einen neuen Anlauf nehmen? - Wir kennen das heute nur zu gut von vielen Prospekten, Reklame-Briefen und den eigentlich verbotenen Werbe-Anrufen.

Die Werbe-Experten sagen, dass man nicht voreilig locker lassen darf. Vielleicht hat man den möglichen Kunden nur zur falschen Zeit oder auf dem falschen Fuß erwischt. Also immer am Ball bleiben, denn der ins Auge gefasste Kunde könnte es sich bald schon anders überlegen…


Wie wir erfahren haben, sieht Jesus das ganz anders:

Wenn man euch aber in einem Ort nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie.“

Jesus weiß nur zu gut, wovon er da spricht. Gerade am vorigen Sonntag haben wir im Evangelium gehört, wie man ihn in seiner eigenen Heimatstadt Nazareth nicht verstehen wollte oder konnte.


Gott lässt den Menschen ihre Freiheit, auch die Freiheit zur Ablehnung

seiner Liebe. Die Boten Jesu sollen glaubwürdig dafür sorgen, dass die Menschen vom Glück des Himmelreiches erfahren.

Sie sollen jedoch nichts erzwingen wollen. Wer Herz und Kopf nicht für Gottes Botschaft öffnet, der hat die größte Chance seines Lebens verspielt. Anderes ist ihm leider wichtiger. Das ist einfach nur traurig, aber Gott akzeptiert es, und die Jünger sollen es auch so halten.

Es gibt genug andere Menschen, die noch nichts oder nicht genug von der Frohen Botschaft gehört haben. Wenn man euch hier nicht hören will, dann geht einfach weiter! Den Staub von den Füßen schütteln – das machten die Juden damals als deutliches Zeichen, wenn sie von unterwegs aus heidnischem Gebiet zurückkehrten. Nichts Heidnisches wollten sie an sich haben, wenn sie ihre Heimat betraten, das Land, das Gott ihnen gegeben hatte. Wenn auch die Apostel den Staub einfach abschütteln sollen, heißt das: Wer meine Boten ablehnt, der ist faktisch wie ein Heide, wie ein Ungläubiger,auch wenn er meint, ein Frommer zu sein.

Geht einfach weiter, stört euch nicht an Misserfolgen, sagt Jesus. Lasst euch nicht von eurem Auftrag ablenken, ärgert euch nicht und nehmt Ablehnungen bloß nicht persönlich. Woanders wartet man schon auf euch und auf Gottes Wort.

Das Evangelium schließt heute mit dem Hinweis, dass die Regie-Anweisungen Jesu offenbar Erfolg hatten: „Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

Wie war ein solcher Erfolg nur möglich? Solch eine Kraft trauen wir wohl erst einmal nur Jesus selbst zu. Aber Fischer, von denen wir wissen, wie sie selbst oft genug vom Zweifel geplagt wurden?
Wo liegt das Geheimnis ihres ganz offensichtlichen Erfolges? Schauen wir zwischen die Zeilen. Achten wir nicht nur darauf, was da steht, sondern auch darauf, was da nicht steht. Im heutigen Evangelium steht z.B. absolut nichts von irgend-

welchen Rückfragen der Jünger oder gar von Zweifeln.

Jesus erteilt ihnen eine Vollmacht, beauftragt sie also ganz ausdrücklich – und dann heißt es nur kurz und knapp:
„Die Zwölf machten sich auf den Weg…“


Da haben wir bereits eine mögliche Erklärung für ihren Erfolg. Sie tun nichts aus sich, sondern sie tun es nur im Auftrage Jesu. Dank seiner Vollmacht ist ihnen ihr Auftrag jetzt so klar, dass sich Fragen für sie eigentlich nicht stellen. Sie wissen, dass es nicht auf ihr Talent, ihre Redegewandtheit oder ihr Auftreten ankommt. Dann bräuchten einige wohl gar nicht erst anzufangen.

Sie wissen sich ganz in der Hand Gottes, die sie führt. Gott wird ihnen im rechten Augenblick die rechten Worte eingeben. Nicht auf sich setzen sie ihr Vertrauen, sondern auf ihren Auftraggeber, der sie für diesen Plan schließlich ausgewählt hat.
In jedem Hafen kann man die kleinen Schleppkähne beobachten, die die gigantischen Schiffe an ihre Position bringen. Da kommt niemand auf die Idee, diese für wichtiger zu halten als den großen Pott, den sie gerade ziehen. Die gewaltige Motoren- und Schraubenkraft der Riesenschiffe könnte im engen Hafenbecken große Wellen auslösen. So manövrieren die kleinen Schlepper in engem Funk-Kontakt mit dem Ozeanriesen, genau nach Anweisung des Kapitäns.

Das wissen die Apostel nur zu gut. Sie sind Helfer, sie sind Mitarbeiter. Ganz deutlich könnte man sagen: Sie wissen, dass sie weisungsgebunden sind. Nicht ihre Interpretation ist gefragt, sondern ihr Bekenntnis, nicht ihre eigenen Worte, sondern das, was Jesus lehrt.

Liebe Mitchristen, Sie haben es sich vielleicht schon gedacht – wir nähern uns zum Schluss der Nutzanwendung für uns heute. Alle Texte der Bibel sind ja nicht nur für die Leute damals aufgeschrieben worden. Das alles geht uns alle an, das alles richtet sich direkt an uns, an jeden von uns, nicht nur an die sogenannten Amtsträger.
Freilich spüren die es oft am härtesten: Es gibt nicht nur die viel diskutierte Finanzkrise. Viel tiefergreifend und folgen-
reicher ist die Glaubenskrise. Da wissen sich die Priester und ihre Mitarbeiter von Jesus beauftragt und ausgesandt, doch was ist das Ergebnis?

Oft genug picken sich die Kirchen-
kunden nur die Rosinen raus. Schon eine Woche nach der Erstkommunion sieht es bei den Kindern aus, als habe es nie eine Erstkommunion gegeben.
Die Seelsorger wissen es natürlich: Nicht die Kinder, sondern Eltern sind die eigentlichen Sorgenkinder. Mit der Aufzählung solcher empfundenen Misserfolge könnte man mühelos einen ganzen Jammer-Abend füllen, der aber nicht weiterhilft.

Vielleicht aber hilft es da, sich das heutige mutige Beispiel der Apostel immer wieder in Erinnerung zu rufen. Salopp gesagt lautet die Erkenntnis: Gott lässt dich schon nicht im Stich, wenn er dich beauftragt hat!
Da kann es wohl eher sein, dass du selbst dich und Gott im Stich lässt. Vertraue dich doch erst einmal ganz der Führung Gottes an und kippe alle deine vollgepackten Reisekoffer aus. Du brauchst den ganzen Krempel doch im Grunde gar nicht, wenn du Gott für dich sorgen lässt.

Liebe Mitchristen, hier spüren wir, wie sehr dieser Text immer auch eine kritische Anfrage an die Kirche bleiben wird. Stets ist sie in der Gefahr, jede Menge Koffer zu packen, in gut-

gemeinter Absicht. Man trägt schließlich Verantwortung, man muss sich schließlich um alles Mögliche kümmern.

Da kann man nicht leben wie die Apostel damals. Da kann man nicht herumwandern mit leeren Taschen und Gottvertrauen im Herzen.
Das heutige Evangelium ist und bleibt ein Stück weit eine Warnung an die Kirche: Achtung, versinkt nicht in der Versorgungs- und Beamtenmentalität! Macht es euch nicht zu einfach, indem ihr sagt: Ja, ja – das kann man im Kloster als Ordenschrist machen, aber doch nicht in der freien Wildbahn unserer Welt!

Natürlich kann die Kirche nicht auf Hab und Gut verzichten, nicht auf Gotteshäuser und auch nicht auf die Bezahlung ihrer Mitarbeiter. Doch die Warnung des Evangeliums bleibt: Behaltet stets im Auge, was ihr da macht! Ihr müsst nicht ab sofort alle wie die Ordensleute auf persönlichen Besitz verzichten und in schlichten Gewändern herumlaufen. Aber ihr müsst stets um die Gefahr wissen, in der ihr euch befindet.

Jeder einzelne Christ, aber auch die Organisation Kirche muss sich fragen: Was schleppe ich mit mir herum, was ich nicht loslassen kann?
Was belastet mich im wahrsten Sinne des Wortes?
Was hindert mich daran, Gott wirklich zu vertrauen?
Wo vertraue ich meiner eigenen Kraft viel mehr als der Kraft und Stärke Gottes?
Sind meine Hände wirklich leer genug, damit Gott etwas hineinlegen kann?
Stehen wir Gott wirklich wortwörtlich zur Verfügung, oder hoffen wir im Innersten doch eher, er möge uns doch bitte in Ruhe unseren schwierigen Alltag bewältigen lassen, unseren Dienst tun lassen?
Wo entfernen wir uns von unserem Auftrag, Gottes Liebe zu verkünden?
Stärken wir uns gegenseitig nach dem Zweier-Beispiel der Apostel, oder sind wir zu Einzelkämpfern der Verkündigung geworden?



Es sind eine Menge Fragen, die wir uns immer wieder selbstkritisch stellen sollten. Das Evangelium lädt uns dazu ein, mit Gottes Hilfe die Antworten zu finden. Lernen wir vor allem das Los-lassen. Eines Tages kommt für jeden die Stunde, da müssen wir es können, ob wir wollen oder nicht.
Die Frage eines Schülers an einen Rabbi mag uns dabei helfen: „Wie kommt es eigentlich, dass die Engel fliegen können?“
Die Antwort lautete: „Das kommt daher, weil sie sich so leicht nehmen!“


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Predigt Pfarrer Karl Sendker

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Predigt Br. Andreas Kaiser, 2006

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Seelsorgeamt Freiburg: „Impulse für die Pastoral“

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In eigener Sache: Der Vatikan liest mit – aber wie ich bislang hoffe, aus reinem Interesse an „frischen“ Predigten. Wie ich erfahren habe, gibt’s im Vatikan mehrere regelmäßige Leser meiner Predigtgedanken und Linktipps. Zumindest vorläufig freut mich das…! Seit dem Start meiner Seite am 21.10.2007 wurde „MEIN PREDIGTGARTEN“ inzwischen zu meiner großen Verblüffung über 129.000 mal aufgerufen. Allen Lesern herzlichen Dank!


Einleuchtend: Papst Johannes XXIII. war als sehr gesellig und menschenfreundlich bekannt. Im Gegensatz zu allen Vorgängern hatte er es sich zur Gewohnheit gemacht, stets jemanden zum Mittagessen einzuladen. Eines Tages geschah es, dass stellvertretend für alle Kollegen einer der Schweizer Gardisten beim Papst eingeladen war. Der Ausgewählte war jedoch der Aufregung nicht ganz gewachsen und saß wie versteinert und mit weit aufgerissenen Augen am Tisch. Als der Papst das bemerkte, bekam er Mitleid und fragte, ob es ihm vielleicht nicht gut gehe. „Mein Sohn, warum bist du so aufgeregt?“
Der Schweizer Gardist war kreidebleich und einer Ohnmacht nahe. Doch er fasste allen Mut zusammen und antwortete: „Na, Eure Heiligkeit, essen Sie mal mit einem Papst…!“


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