19.12.2012

Predigt 4. Adventssonntag C -- 23.12.2012

Elisabet jedenfalls wurde trotz ihres vorgerückten Alters und jahrzehntelanger Unfruchtbarkeit endlich doch schwanger. Die Bibel erwähnt ausdrücklich, dass sie nun als Schwangere ganz zurückgezogen lebt. Sicher will sie allem Getratsche und dummen Bemerkungen aus dem Wege gehen. Und da kommt nun Maria mit
ins Spiel. Auch sie hatte hohen Besuch. Sechs Monate nach dem Besuch bei Zacharias stattete der Erzengel Gabriel diesem damals vermutlich etwa 14-15jährigen Mädchen aus frommem Hause einen Besuch ab.
In diesem Alter wurden damals die meisten Mädchen verlobt und bald darauf verheiratet.
So war es für Maria auch längst alles verabredet, und sie und ihr Verlobter Josef freuten sich jetzt schon auf das große Fest. Wie wir wissen, bekam auch Maria bald einen „verrückten“ Grund, dem dummen Gerede aus dem Wege zu gehen. Ungeheuerliches war ihr passiert: Sie war von Gott begnadet und auserwählt, Mutter des Gottessohnes zu werden. Maria nahm sich aber keine Bedenkzeit, sondern stimmte der Ankündigung des Engels sofort aus voller Seele zu: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ - Das war alles andere als leicht für sie, und alles andere als leicht für Josef!
Da ist es eine gute Idee, ihrer Tante Elisabet einen längeren Besuch abzustatten. Maria weiß von deren über-
raschender Schwangerschaft; sowas spricht sich auch ohne Handy in einem halben Jahr leicht in der Verwandtschaft herum, und der Engel Gabriel bestätigt es ihr ja auch. Wir dürfen davon ausgehen, dass die beiden Frauen schon immer ein gutes Verhältnis haben, sodass Maria nicht nur daran denkt, Elisabet in den letzten und beschwerlichen Monaten zur Hand zu gehen. Sicher darf sie auch darauf hoffen, in ihrer lebenserfahrenen Tante eine gute Beraterin und Gesprächspartnerin zu finden, fernab vom Dorftratsch in Nazareth.
Ganz so einfach ist der Weg dorthin freilich nicht, denn die im Evangelium genannte „Stadt im Bergland von Judäa“ ist En Kerem, damals etwa sieben Kilometer von Jerusalem entfernt, heute längst ein eingemeindeter Stadtteil. Von Nazareth aus sind das in dem gebirgigen und steil ansteigenden Gelände etwa vier bis fünf Tage mühsamen Fußwegs. Es ist naheliegend, dass Maria den gefährlichen Weg mit männlicher Begleitung zurückgelegt hat, doch auch dies wird im heutigen Bibeltext bewusst ausgeblendet. Wir sollen hier eben nur auf Maria und Elisabet achten. 

 
Von Maria heißt es, dass sie „eilte“ – sicher will sie nach dem umwerfenden Erlebnis mit dem Engel keine Zeit verlieren, um mit Elisabet ins Gespräch zu kommen.
Auf dem langen Weg hat Maria genug Zeit, sich die Begegnung mit ihrer Tante in Gedanken schon auszu-
malen. Wie wird sie wohl dort aufgenommen? Soll sie schon bald von ihrer eigenen spektakulären Mutterrolle erzählen oder lieber erst einmal abwarten?
Als Maria endlich bei ihr eintrifft, wird es noch „ver-
rückter“: Kaum hat Maria Elisabet herzlich begrüßt, erleben wir mit, wie das Kind im Mutterleib prompt reagiert. Jede Schwangere hat das schon selbst erlebt, was für temperamentvolle Knüffe ein Kind im sechsten Monat austeilen kann. Im Evan-
gelium heißt es: „Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.“
Johannes hüpfte in ihrem Leib – wir wissen aus der Medizin längst, wie sensibel Kinder im Mutterleib auf ihre Umwelt reagieren, auf Musik, auf laute Geräusche und vieles mehr. Johannes reagiert noch sensibler. Bereits das Ungeborene hüpft und strampelt; es ist geradezu außer sich vor Freude. Schon im Mutterleib ist Johannes durch Einwirkung des Heiligen Geistes ganz von der Freude über den kommenden Messias erfasst, von Gottes unfassbar großem Geschenk an die Menschen.
Jetzt wird auch Elisa-
beth hellhörig. Durch ihr Kind vorbereitet, wird auch sie vom Heiligen Geist erfüllt. Sie ruft „mit lauter Stimme“, obwohl das für die direkt
vor ihr stehende Maria sicher auch leiser genügt hätte: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“
Ist das nicht „verrückt“? - Eben noch hat Maria sich Gedanken gemacht, wie sie baldmöglichst das Ge-
spräch auf ihre eigene Schwangerschaft bringen kann, und dann sagt ihr das Elisabet einfach so auf den Kopf zu.
Aber was heißt da „sagt“ – sie schreit es regelrecht aus sich heraus, so sehr ist sie aus dem Häuschen, so sehr ist sie in heller Aufregung. Maria kommt sofort wieder in den Sinn, was der Engel Gabriel betont hatte: „…Denn für Gott ist nichts unmöglich“ - hier erlebt sie das wieder, geradezu als nochmalige Bestätigung für die Ankündi-
gung von Gabriel.
„Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen…“ - Was Elisabet da vom Heiligen Geist erfüllt so freudig ausruft, das ist uns allen wohlbekannt. Im „Ave Maria“ wird es millionenfach seit vielen Jahrhunderten z.B. im Rosenkranz immer und immer wieder bekannt und ge-
betet: Maria ist die von Gott ganz besonders Geseg-
nete, die „Gebenedeite“.
Weder durch eine demo-
kratische Wahl noch durch kluge Gelehrten-
meinung
ist sie dies geworden, sondern allein durch Gottes Gnade, durch Gottes Ratschluss. Was der Mensch nicht sieht, das hat Gott in diesem Mädchen gesehen und sie für würdig befunden, Mutter des Gottessohnes zu wer-
den. Nun strahlt sie in Gottes Glanz.
Elisabet hat diese Größe Mariens vom Geist geleitet sofort erkannt und fragt sich: „Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ - Elisabet, die ältere und menschlich gesehen ranghöhere Priesterfrau, macht sich ganz klein vor diesem großen Wunder. Die Mutter meines Herrn kommt zu mir – dass ich dieses Glück erleben darf!
Ohne Theologie-Studium hat diese Frau es sofort punktgenau getroffen: Das Kind, das jetzt im Leib Mariens heranwächst, das ist viel größer als alles, was man sich vorstellen kann. Dieses Kind ist mein Herr, der so lange ersehnte Heiland dieser Welt!
Elisabet erklärt Maria hier aber nicht nur ein-
fach für selig, sondern sie fügt noch etwas Bemerkenswertes an, eine Art Kommentar gewissermaßen: „Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ – Der Glaube Marias ist es also, der hier so über-
schwänglich von ihr gelobt wird. Das ist es, worin Maria unschlagbar ist – das absolute Vertrauen in die Weisheit und Vorsehung Gottes, komme, was da wolle!
Auch Maria hätte zur Bedenkenträgerin werden können, hätte sich alle denkbaren Probleme als guten Grund zum Rückzug und Unglauben vor Augen halten können, wie das Zacharias tat. Ihre Herzenstür war aber nicht verschlossen, als der Engel Gabriel bei ihr vorsprach.
Maria war keineswegs so naiv, um sich die entsetzten Reaktionen von Josef und ihrer ganzen dörflichen Umwelt nicht sehr lebhaft vorstellen zu können. Was damals Schlimmes an Strafen mit Mädchen geschehen konnte, die unverheiratet schwanger wurden, das hatte sie wahrscheinlich schon selbst als Zuschauerin mit-
erleben müssen.
Aber Maria ist wirklich in anderen Umständen, anders, als nur schwanger zu sein. In anderen Umständen ist sie nicht nur im Bauch, sondern auch im Kopf. Sie macht sich nicht verrückt, sondern sie lässt sich von Gott dahin verrücken, wohin er sie haben will.
Gott hat sie zur rechten Zeit zusammengeführt: Maria und Elisabet - zwei Frauen, zwei Schwangere mit zwei auf den ersten, menschlichen Blick verrückten Ge-
schichten. Nun können sie sich gegenseitig beistehen und stärken.
Drei Monate sind eine lange Zeit: da wird es viele gute Gespräche geben, viel Beten und sicher auch viel fröh-
liches Lachen. Maria hat die erfahrene Freundin gefunden, die trotz ihres langjährigen harten Schicksals nie mit Gott gehadert hat. Und Elisabet hat eine Stütze, die kräftig anpacken kann und ihr gute Gesellschaft leistet – ihr Mann ist ja schließlich zur Zeit auffallend schweigsam…
Was für eine wunderbare Idee Gottes, so für die beiden zu sorgen! - Selbst ein bekanntes Sprichwort weiß darum: Geteilte Freude ist eben doppelte Freude.
Und da kommt nun die Stelle, wo auch wir in dieser Szene unseren Auftritt haben. Wie durch ein großes Guckfenster hat uns der Evangelist Lukas am Gesche-
hen teilhaben lassen, heute, am 4. Adventssonntag.
Wir sind Zeuge einer Revolution geworden. Hier heißt es zwar nicht „Wir sind das Volk“, aber eine Art Mauer fällt hier auch. Die Revolution, die sich hier direkt vor unseren Augen abspielt, ist die friedliche Revolution Gottes.
Gott stellt alle Herrschafts-
ansprüche dieser Welt
auf den Kopf, oder genauer: er verrückt sie, er rückt sie wieder richtig, er stellt alles vom Kopf wieder auf die Füße. Und bei Gott hat eben alles Hand und Fuß, in diesem Falle Hände und Füße. Gottes Weihnachts-
geschenk ist schon für uns bereit. Jetzt stehen wir da und schauen staunend auf Maria und Elisabet, die beiden glücklichen Schwangeren.
Was werden wir tun? - Lassen wir uns eher vom folgenschweren Zweifel des Zacharias anstecken oder vom Gottvertrauen dieser beiden Frauen?
Gottes Gnadengeschenk liegt jedenfalls für uns bereit. Vielleicht wagen wir es einfach einmal in einer stillen Stunde kurz vor Weihnachten. Schauen wir diese beiden Frauen an, die Ja und Amen gesagt haben, jede auf ihre eigene Weise. Sie haben Gott ihr Leben wirklich anvertraut. Und dabei durften sie erfahren, wie sehr er für die Seinen sorgt.
Lukas lädt auch uns ein: Kommt bitte mit dazu!
Steht doch nicht länger abseits! Lasst auch euer Herz so von Gott erfüllen, dass der Jubel euch ansteckt!
Und für die ganz Mutigen hier – aber das ist jetzt nur ein Geheimtipp ganz unter uns: Fragt doch bitte Gott in ei-
ner stillen Stunde vor Weihnachten auch mal was.
Doch Vorsicht – mit einer klaren Antwort ist zu rechnen! - Am besten fragt ihr für den Anfang das hier: Sag mal, lieber Gott, was wünschst du dir eigentlich von mir?



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              Martin, der Schuster

          Nach einer Legende von Leo Tolstoi

Es war einmal ein Schuster, der Martin hieß und in einem Keller wohnte. Durch das kleine Kellerfenster konnte er die Menschen sehen, die da draußen auf der Straße vorübergingen. Zwar sah er nur ihre Füße, aber er erkannte jeden an seinen Schuhen. Fast alle diese Schuhe und Stiefel hatte er schon ein paar mal geflickt und ausgebessert.
Er lebte ganz allein in dem Keller der zugleich Wohnung und Werkstatt war. Seine Frau und alle seine Kinder waren gestorben.
"Warum hat Gott mir das angetan?" sagte er eines Tages zu einem alten Freund. "Ich habe keine Freude mehr am Leben."
"Gott hat es dir gegeben" antwortete der Freund, „Wenn du für ihn lebst, wirst du nicht mehr traurig sein."
"Wie kann ich denn für Gott leben?" fragte Martin.
"Lies die Bibel - dann weißt du es."
Von diesem Tag an las Martin jeden Abend in der Bibel. Tagsüber arbeitete er fleißig - er nagelte neue Sohlen auf die Schuhe und flickte die geplatzten Nähte. Sobald es jedoch dämmerig wurde, zündete er die Lampe an und holte die Bibel. Je öfter er darin las, desto leichter wurde ihm zumute. Eines Abends war er so müde, dass er über der Bibel einschlief.
Am nächsten Morgen schaute er immer wieder aus dem Fenster. Bald sah er ein Paar geflickte Filzstiefel, und er wußte, dass es Stepan war, der alte Soldat, der draußen Schnee schaufelte.
Martin schlug eifrig Nägel in die Schuhsohle.
Weil es ihm aber doch keine Ruhe ließ, schaute er erneut zum Fenster hinaus. Er sah, wie müde der alte Soldat war und wie sehr
ihn das Schneeschaufeln an-
strengte. "Komm herein, Stepan, und wärm dich in meinem Keller!"
Der alte Mann schüttelte den Schnee von den Stiefeln und kam herein.
"Setz dich zu mir" sagte Martin, „und trink ein Glas Tee. Das wird dir gut tun.“ - Nachdem der Alte den heißen Tee getrunken hatte und fort gegangen war, arbeitete Martin weiter.
Nach einer Welle sah er auf der Straße eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm. Die Frau fror in einem viel zu dünnen ärmlichen Kleid und versuchte vergeblich, ihr Kind vor dem kalten Wind zu schützen.
"Komm herein!", rief ihr Martin zu. "Setz dich an den Ofen, damit dir warm wird." Er schnitt ein Stück Brot ab, nahm die Suppe vom Herd und füllte einen Teller. Während die Frau aß, nahm Martin das Kind auf den Schoß und spielte mit ihm. Bevor die Frau fortging, holte er seine Jacke. "Da! Nimm sie! Ich habe nichts Besse-res, aber du kannst zumindest dein Kind darin einwickeln." Und für das Kind holte er die besten Kinderschuhe, die er je gemacht hatte.
Nicht lange danach hörte Martin lautes Geschrei vor seinem Fenster. Eine Marktfrau schlug auf einen kleinen Jungen ein, der einen Apfel aus ihrem Korb gestohlen hatte.
"Warte nur, du Dieb!" schrie sie zornig. "Ich bringe dich zur Polizei."
Martin rannte auf die Straße hinaus. "Laß ihn doch laufen!", sagte er zu der Frau. "Er wird es bestimmt nicht wieder tun. Den Apfel werde ich dir bezahlen."
Er gab der Frau ein paar Münzen, dann nahm er den Apfel und schenkte ihn dem Jungen. "Du mußt dich aber entschuldigen", sagte er.
Der Junge fing an zu weinen. "Ist schon gut!" sagte die Frau. Als sie weiterging, lief ihr der Junge nach und half ihr, den schweren Korb zu tragen.
Inzwischen war es dunkel geworden, und Vater Martin wurde sehr traurig. Es war so dunkel, dass er die vorbeigehenden Leute kaum mehr erkennen konnte. Vater Martin sah den Laternenanzünder kommen. "Jetzt muss ich wohl auch Licht machen", dachte er daheim, zündete sein Licht an und stellte es auf den Tisch. Er nahm das Neue Testament vom Regal und las darin. "So war es also doch nur ein Traum", seufzte er, und dicke Tränen liefen ihm über die Wangen. "Ich wollte so sehr, dass Jesus vorbeikäme!"
Kaum hatte Vater Martin das gesagt, da schien ihm, als wäre da jemand hinter ihm. Er sah sich um: Da war es, als stünden Menschen in der dunklen Ecke, aber er konnte sie nicht erkennen. Und eine Stimme flüsterte ihm ins Ohr: "Vater Martin! Hast du mich nicht erkannt!"
"Wen denn?" fragte Vater Martin.
"Mich", sagte die Stimme, "ich war es doch!"- Und aus der dunklen Ecke trat Stepanytsch, lächelte und verschwand wieder...
"Auch das war ich", sagte die Stimme. Und aus der dunklen Ecke trat die Frau mit dem Kind, und beide lachten und verschwanden wieder...
"Und auch das war ich", sagte die Stimme wieder, und zu sehen war der Junge mit dem Apfel und die Marktfrau.
Da erfüllte auf einmal eine große Freude Vater Martins Herz. Schnell setzte er die Brille auf und las auf der aufgeschlagenen Seite des Buches: "Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt."
Weiter unten auf der Seite las er: “Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!"
Da erkannte Vater Martin, dass er nicht betrogen wor-
den war. Jesus war an diesem Tag wirklich zu ihm gekommen, und Schuster Martin hatte ihn aufgenommen.
     (Textquelle der Nacherzählung ist mir leider nicht bekannt)

 



Zwei Rentnerpaare sind mit einem großen Mercedes auf der Autobahn unterwegs und fahren nicht mehr als etwa 80 km/h. Ein Polizist hält das Auto an, weil ihm das verdächtig vorkommt. Der Opa fragt: "Waren wir zu schnell?"
Polizist: "Nein, im Gegenteil, Sie fahren auffallend langsam!"
Opa: "Darf man denn hier schneller fahren?"
Polizist: "Ich denke, 120 – 130 km/h kann man hier ruhig fahren." - Opa: "Aber auf den Schildern steht doch dauernd: A 81!"
Polizist: "Ja, und? Was meinen Sie?"
Opa: "Na, da muss ich doch auch 81 km/h schnell fahren."
Polizist: "Nein, das ist doch nur die Nummer der Autobahn."
Opa: "Ach so. Danke für den Hinweis!"
Der Polizist schaut sicherheitshalber noch auf die Rückbank des Autos und sieht zwei stocksteif sitzende Omis mit weit aufgerissenen Augen. Da fragt der Polizist fürsorglich die beiden Rentner vorne: "Was ist denn mit den zwei Damen da hinten los? Ist den Damen nicht gut?"
Da sagt der andere Opa: "Doch, doch. Nur, wir kommen nur gerade von der B 252!!" 

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Beten kann man überall und jederzeit - auch beim Autofahren, und da ist es mitunter besonders an-
gebracht. Weil man aber doppelt betet, wenn man singt, bietet sogar das Gesangbuch "Gotteslob" den Auto-
fahrern viele Anregungen. Beim Start passt z.B. Lied
Nr. 303 („In Gottes Namen fahren wir“), bei zäh-
fließendem Berufsverkehr in der Stadt etwa Nr. 473
(„Im Frieden dein, o Herre mein, lass ziehn mich meine Straßen“), auf der Autobahn bei 120 km/h bei regen-
nasser Fahrbahn die Nummer 656 („Wir sind nur Gast auf Erden“). Und wenn man auf der Autobahn im Baustellenbereich von einem Drängler überholt wird, empfiehlt sich Nr. 84 („Zum Paradies mögen Engel dich geleiten“), und ab 160 km/h ist Lied Nr. 659 situations-
gerecht („O Welt, ich muss dich lassen“). 

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11.12.2012

Predigt 3. Adventssonntag C -- 16.12.2012


(Fortsetzung)
„Gesagt“ ist dabei allerdings eine vornehme Umschreibung. Derjenige, der da etwas ver-
kündet, der sagt es nicht einfach, sondern der ist ein eifernder, flammender Prediger. Es ist Johannes der Täufer, ein Prophet, ein regelrechter Laut-
sprecher Gottes. Mitten in der Einöde lebt er, ganz auf Gott und dessen Wort konzentriert. Dieser Mann ist sich absolut sicher: Sehr bald schon wird der so sehnsüchtig erwartete Messias kommen.
Doch das Erstaunlichste ist nicht sein karges Leben in der lebensfeindlichen Wüste, sondern dass sich dies überall im Lande herumspricht: Weit weg von aller Zivilisation lebt da ein gewaltiger Bußprediger!
Der ist zwar äußerlich für viele Zeitgenossen ab-
schreckend in seiner dürren Gestalt, mit seinen langen Haaren und dem alten Mantel aus grobem Ziegenhaar. Es zeigt sich aber, dass viele Menschen dennoch die-
sen Mann selbst erleben wollen, weil sie tief in ihrem Herzen eine innere Unruhe spüren. Ihnen wird bewusst, dass sie für ihr Leben eigentlich eine neue Orientierung auf Gott hin brauchen.
Das, was ihnen die Schriftgelehrten und Priester in Jerusalem an frommen Belehrungen verkünden, ist vielen doch zu eintönige und wenig begeisternde Kost. Ihr Herz, das voller Sehnsucht ist, wird von diesen Profis kaum erreicht. Ihnen trauen viele offenbar nicht zu, mit ihrem eigenen Leben und Lebensstil wirklich auch per-
sönlich für die Wahrheit einzutreten, die sie da so dienstbeflissen von sich geben.
Hier dagegen, bei Johannes in der Wüste, da kommen täglich ganze Scharen von Menschen an. Sie haben den mühsamen Weg in die Einsamkeit auf sich ge-
nommen, um zu diesem eigenartigen, faszinierenden Prediger zu pilgern. Dieser Mann, der ganz demütig und extrem bescheiden lebt, der nimmt kein Blatt vor den Mund. Auf nichts und niemanden nimmt er Rücksicht, wenn es um die Verkündung des Willens Gottes geht. Wie wir wissen, kostet ihn das schließlich den Kopf, denn die Mächtigen im Lande schätzen ein solches Benehmen ganz und gar nicht.
Nun aber stehen viele Menschen direkt vor Johannes, hören ihm ganz aufmerksam zu und wollen sich zum Zeichen der Reue und Umkehr von ihm taufen lassen. Doch so einfach geht das nicht, jedenfalls nicht mit Johannes.
Es steht in der Bibel unmittelbar vor dem heutigen Evangelium, daher haben wir es jetzt nicht so präsent: Johannes ist knallhart und beschimpft sein Publikum schon fast: Ihr seid nichts anderes als eine „Schlangenbrut“, wenn ihr euren Willen zur Umkehr nicht durch dementsprechende konkrete Schritte beweist. – Das müssen sie sich von ihm sagen lassen, ob es ihnen gefällt oder nicht.
Die meisten Zuhörer des Johannes sind geschockt,
aber auch dankbar für die klaren Worte. Sie reagieren prompt, indem sie ihn fragen: „Was sollen wir also tun?“
Viele Menschen sind offenbar bereit, ein neues Leben mit Gott zu beginnen. Sie sind wirklich dafür offen, neue Wege einzuschlagen. Aber sie sind verunsichert. Was ist dabei wirklich wichtig? Wie soll ich mich verhalten?
Von Johannes erbitten sie eine Orientierungshilfe, einen Wegweiser. Ihre Frage „Was sollen wir also tun?“ ist ehrlich gemeint.
Auf ihre konkrete Fragestellung hat Johannes auch eine ganz konkrete Antwort: „Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso.“
Jetzt ist manch einer der Zuhörer des Johannes doch platt. Man hat doch zuerst einmal damit gerechnet, dass man zum strengeren Einhalten der vielen jüdischen Vorschriften angehalten wird. Auch mehr Frömmigkeit durch noch mehr Gebete wäre sicher sehr angebracht. Wenn Gott das so haben will, dann strengen wir uns eben noch kräftiger an mit noch mehr Gebeten als bisher…
Die Antwort des Johannes fällt jedoch ganz anders aus. Sie ist ganz hand-
fest, ganz praktisch, aber deshalb keineswegs angenehmer. Johannes ruft ihnen und uns nämlich zu: Teilt das, was ihr habt! -
Gebt großzügig ab von dem, was ihr besitzt. Gebt damit euren Mitmenschen eine Chance, die in Not geraten sind, die nicht genug zum Essen oder zum Anziehen haben oder nicht genug zu einem menschenwürdigen Leben.
Johannes macht wirklich keine frommen Sprüche. Er nimmt seinen Zuhörern die Illusion, sie könnten sich mit Frömmigkeitsleistungen bei Gott etwas erkaufen. Nein, sagt Johannes, eure Buße muß ganz konkret und praktisch sein. So wie Gott im Himmel barmherzig mit uns verfährt, so sollt auch ihr mit euren Mitmenschen in Not verfahren. Ihr müsst nicht wie ich in der Wüste Gott dienen, sondern in eurem ganz normalen Alltag. Teilt eurer Geld, euren Überfluss, eure Zeit, euer Leben mit denen, die auf eure Nächstenliebe angewiesen sind. 



Wie ernst es Johannes ist, das sieht man an den beiden Gruppen, die nun als Beispiel für andere seinen Rat erbitten. Da staunen wir nicht schlecht: es sind Zöllner, die da vor ihn hintreten, und es sind Soldaten. Zöllner waren damals bei ihren jüdischen Landsleuten verhasst, weil sie mit den römischen Besatzern zusammenarbei-
teten und oft genug höheren Zoll verlangten, um den Extra-Gewinn in die eigene Tasche zu stecken.
Soldaten aber waren erst recht unten durch, wie man so sagt. Da es Juden verboten war, Soldat zu werden, muss es sich im heutigen Beispiel um heidnische Römer handeln. Auch einige von ihnen haben offensichtlich den Weg zu Johannes gefunden, da sie ihr Gewissen nicht in Ruhe lässt wegen ihres Lebenswandels.
Beide Gruppen sind jedoch von Johannes keineswegs abgelehnt. Sie üben zwar einen Beruf aus, der alles andere als wohlgelitten ist, aber Johannes wendet sich auch diesen Mitmenschen ohne Vorwürfe zu. Johannes weiß genau: Die Zöllner und Soldaten können nicht einfach so die Brocken hinschmeissen nach dem Motto: Sollen doch andere sich die Finger schmutzig machen! Sie sind eingebunden in ein gesellschaftliches Gesamt-
system, und wenn sie diese Arbeit nicht tun, dann machen es eben andere.
Worauf es aber ankommt, das ist die Frage, wie sie ihren Beruf ausüben. Betrügen sie ihre Mitmenschen, indem sie ihnen zuviel Zoll abverlangen? Fügen sie als Soldaten und Besatzer den Unterlegenen Leid zu, indem sie diese ausrauben, misshandeln oder sonstwie nötigen?
Johannes sieht es bemerkenswert klar: Jeder kann an dem Platz Nächstenliebe und Barmherzigkeit zeigen, an den er oder sie hingestellt worden ist. In jedem Beruf und bei jeder Tätigkeit kann man seinen Mitmenschen gegenüber liebevoll oder lieblos handeln. -
Vielleicht haben Sie selbst schon einmal solch einen Menschen erlebt, der eine eher unbeliebte Arbeit macht, aber seine Mitmenschen durch seine Herz-
lichkeit und Fröhlichkeit aufmuntert. Oder Sie erinnern sich an einen Lehrer, der seine Schüler aufgebaut und motiviert hat? Und sicher gibt es auch genug Geschäfts-
leute und Unternehmer, die aus christlicher Über-
zeugung nicht mitmachen bei der Gewinnsteigerung um jeden Preis.
Ganz gleich, auf welchem Posten du stehst, sagt uns Johannes, immer kommt es darauf an, dass du deine Mitmenschen dabei im Blick behältst. Sie sind ebenso Geschöpfe Gottes wie du. Und dieser Gott will, dass
alle seine Kinder ein Leben ohne Angst, ein Leben ohne Hunger und ohne weltweite Ungerechtigkeit ermöglicht bekommen.
Kein Wunder also, dass uns dieses Evangelium kurz vor Weihnachten erreicht, kurz vor dem großen Fest der Liebe. Kein Wunder auch, dass wir wie in jedem Jahr vom Hilfswerk „ADVENIAT“ gerade vor Weihnachten um eine wirklich großherzige Spende für Menschen gebeten werden, die das Pech haben, am falschen Ort geboren worden zu sein. Solche Menschen schauen auf uns: Bitte, lasst mich nicht im Stich! - Jesus wird die Aufforderung des Johannes zur ganz handfesten Buße einige Zeit später eindringlich bestätigen, wenn er z.B. betont: „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)                                              

Vom Autofahren kennen wir das: Wenn man z.B. die rote Ampel übersehen hat oder zu schnell gefahren ist, dann gibt es ein Bußgeld. In einem langen Bußgeld-Katalog sind alle möglichen Verstöße ordentlich erfasst. Was dabei Buße bedeutet, spürt der Fahrer dann schmerzlich an seinem Geldbeutel. Johannes allerdings hat keinen Bußgeldkatalog ent-
wickelt etwa für unangepasstes Verhalten als Mitmensch oder für unterlassene Hilfeleistung am Nächsten. Aber was er den Zuhörern so scharf und eindringlich sagt, die zu ihm kommen, egal ob als Jude oder als Heide oder als Christ, das sollten sich alle hinter die Ohren schreiben: Der Messias, der nach ihm kommt, ist nicht nur das liebe Jesulein, das wir so gerne besingen. Im heutigen Evangelium heißt es vielmehr: „Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.“
Johannes mahnt uns, sich durch wirkliche Buße auf den kommenden Herrn und auf Weihnachten vorzubereiten. Man kann nämlich nicht nur die Weihnachtseinkäufe, die Besuche und das festliche Menü planen, sondern man kann durchaus auch die persönliche innere Vorbereitung auf Weihnachten planen.
Dazu gehört auch, großherzig zu teilen, ein freiwilliges deutliches Bußgeld gewissermaßen. Das könnte man sich z.B. ganz konkret für diese Weihnachten vor-
nehmen. Dazu gehört aber vor allem, ehrlich bei sich selbst Bilanz zu ziehen: Bin ich überhaupt auf den kommenden Messias vorbereitet? Habe ich überhaupt die Augen und das Herz offen für Situationen und Nöte, wo meine Hilfe möglich ist?
„Was sollen wir also tun?“ - Wenn wir bei uns selbst gründlich aufgeräumt haben, dann werden wirklich frohe, gesegnete Weihnachten kommen, denn dann kann der Herr auch bei uns Quartier nehmen. 



Predigten Karl-Leisner-Jugend
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Text aus „Die Feier des Sonntags“ zum 3. Advent C
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Predigt P. Prof. Dr. Karl Wallner (pdf)
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Familiensonntag am 3. Advent: „Was sollen denn wir tun?“ (pdf) >> BITTE KLICKEN !
Predigt P. Martin Löwenstein SJ
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Predigt Pfr. Dr. Jörg Sieger
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Adveniat-Aktion 2012: Materialien, Tipps usw.  >> BITTE KLICKEN !
Adveniat: Gemeindemesse zum 3. Adventssonntag (pdf) >> BITTE KLICKEN !
Sozialpredigt „Umkehr und Geldwirtschaft“ (pdf)
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em. Bischof R. Lettmann: Volk der Erwartung…
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VIRC Wien: Lesungstexte und Kurzkommentar (pdf)
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Exegetisch-theologischer Kommentar zu Lk 3,10-18 (pdf) >> BITTE KLICKEN !



Widerruf: Abraham a Sancta Clara, der berühmte Prediger im Wien des 18.Jahrhunderts, erklärte eines Sonntags auf der Kanzel: "Es gibt in den feinen Kreisen am Hofe einige Damen, die sind es nicht wert, dass man sie anspuckt!“
Aufgrund einiger Proteste von prominenter Stelle musste der Pater am nächsten Sonntag öffentlich widerrufen. Er tat das mit folgenden Worten: „Letzten Sonntag sagte ich: Es gibt in den feinen Kreisen am Hofe einige Damen, die sind es nicht wert, dass man sie anspuckt. – Das widerrufe ich hiermit und behaupte das Gegenteil: Sie sind es doch wert!“           


Wissenschaftlich korrekt: Drei Mathematiker sitzen in einem Zugabteil auf der Fahrt zu einem Kongress in Irland. Unterwegs sehen sie auf einer Wiese ein einsames Schaf, und das ist schwarz. Meint der erste Forscher: „Aha, in Irland sind die Schafe schwarz!“ – Der zweite widerspricht: „Nein, nein, es ist vielmehr so: In Irland gibt es auch schwarze Schafe!“

„Unsinn!“, formuliert der dritte wissenschaftlich korrekt:
„Es gibt in Irland dem ersten Augenschein nach min-
destens ein Schaf, das für drei Reisende aus Deutsch-
land mindestens auf einer Längsseite als schwarz erscheint…!“

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07.12.2012

Weihnachtsgeschenk 2013: Das neue "GOTTESLOB" kommt...

(Fortsetzung)

Es ist lange her. Im Jahre 2001 beschlossen die deutschen Bischöfe, das immerhin seit 1975 eingesetzte „GOTTESLOB“ durch ein neues zu ersetzen. Eine ge-
waltige Aufgabe, denn einen solchen Schritt wagt man nicht gerade alle paar Jahre. Da muss gut überlegt sein, was man ändert und wie man es wirklich besser macht. Einen größeren Patzer sollte es da lieber nicht geben, auch angesichts der hohen Anschaffungskosten.
So manche Pfarrei braucht vielleicht mal 200 oder mehr Gesangbücher auf Vorrat – das kostet dann die Kleinig-
keit von mindestens 3.000 Euro… Und auch die katho-
lischen Endverbraucher müssen tief in die private Tasche greifen, zumal in manchen Familien mehrere Exemplare im Einsatz sind.
Nun also befindet sich das schon
so lange bearbeitete Projekt gewisser-
maßen auf der Ziel-
geraden. Das neue „GOTTESLOB“ ist derzeit im Probelauf noch als „GGB“ bezeichnet (nein, nicht BGB…!), also als Gemeinsames Gesangbuch.
Die Neuausgabe wurde in den letzten Jahren übrigens in 186 ausgewählten Pfarrgemeinden getestet. Ein ausgeklügeltes Beurteilungs- und Rückmeldeverfahren sorgte dafür, dass die Kritik aus der Praxis auch wirklich ankam. Inhaltlich und in der Gestaltung soll es „ein richtig schönes Buch“ werden, erklärte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann im Auftrage der Deutschen Bischofskonferenz. Nicht nur die Liedauswahl wurde gründlich überarbeitet: nur 60 % des Liedgutes aus
dem derzeit noch eingesetzten Gesangbuch wurde übernommen…
Es wird aber nicht nur neue Lieder geben, sondern auch solche kommen wieder hinein, die aus dem Blickwinkel des damaligen Zeitgeistes in den 60er Jahren bei den Kommissionen keine Gnade fanden, die aber bei den Kirchgängern nach wie vor sehr beliebt sind. Die Glie-
derung der Neuausgabe orientiert sich am Vorgänger-Modell, wobei aber größerer Wert als bisher z.B. auf „Geistliche Impulse für das tägliche Leben“, auf ver-
schiedene gottesdienstliche Feiern, auf die Sakramente und vor allem auf erklärende Texte gelegt wird.
Sogar einige Bilder soll es geben, und nach Anregungen aus der Praxis soll die Schrift auch ein wenig größer werden.
Um das neue Gesang- und Gebetbuch gut handhaben zu können, bleibt es in etwa bei der Seitenzahl, wie wir sie bereits kennen. Dies bedeutet freilich auch, dass nicht alles, was eigentlich gut ist, im neuen Buch auch aufgenommen werden kann. Zur Einführung Ende 2013 soll rechtzeitig auch das neue Orgelbuch vorliegen sowie eine Datenbank mit Materialien für Kirchenchöre. Ferner ist vom Deutschen Liturgischen Institut (Trier) geplant, ausgewählte Begleitmaterialien auf CD zu präsentieren. Die Gemeinden sollen durch eine umfang-
reiche Informations-Kampagne auf die Neuanschaffung eingestimmt werden. Eine größere „Reklamation“ gab es bereits bei der Prüfung im Vatikan: Man hatte in Deutschland bei den Liedern nämlich die Verfasser-
namen „vergessen“.
Eine große Umstellung wird es für uns Katholiken alle-
mal, bis hin zum Finden der Lieder. Viele der Klassiker kannte man schließlich mit ihrer Nummer aus dem Schlaf. Dann schauen wir mal, ob wir Weihnachten 2013 tatsächlich „Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder…“ (noch GL 143) wiederfinden, und wenn ja, wo…?!

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05.12.2012

Predigt 2. Adventssonntag C -- 9.12.2012


(Fortsetzung)
Was sich hier abspielt, das geschieht für alle nach-
prüfbar und
in einer ganz be-
stimmten geschicht-
lichen Situation und an einem ganz bestimmten Ort. Und da sind eine ganze Reihe von Menschen, die zu dieser Zeit die Mächtigen sind, die die Geschicke der Mensch heit lenken.
In diese ganz konkrete Situation hinein kommt nun das Wort Gottes. Es kommt nicht nach Rom, damals der Nabel der Welt, und nicht einmal nach Jerusalem, der Hauptstadt der Juden. Nein, das Wort Gottes kommt zuerst in eine Einöde, in eine Wüstenlandschaft, abgelegen und lebensfeindlich. Hier trifft das Wort Gottes auf Johannes, den Täufer, Sohn des Zacharias. Johannes ist eine faszinierende Figur. Er ist ein Buß-
prediger, der ganz asketisch lebt und sich nur von dem Wenigen ernährt, das die Wüste hergibt. Doch er hat den Menschen, die in Scharen zu ihm pilgern, offen-
sichtlich etwas zu sagen. Im Evangelium des nächsten Sonntags wird uns Johannes und seine Botschaft deshalb noch näher vorgestellt.
Im heutigen Evangelium fällt sofort eine ungewöhnliche Formulierung auf. Nach der Aufzählung der langen Namensliste heißt es: „Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes…“ -- Das Wort Gottes „erging“.
Das steht natürlich nicht zufällig so da. Also, wenn ich mit jemandem gesprochen habe, dann erging mein Wort jedenfalls nicht. Ein König kann aber Gnade vor Recht ergehen lassen, und dazu lässt er einen dement-
sprechenden Befehl ergehen. Wenn also das Wort Gottes an Johannes „erging“, dann ist dies eine klare Ansage an uns: Diese Formulierung, die wir auch bei prophetischen Büchern des Alten Testaments finden (z.B. Jeremia, Hosea), sagt ganz viel aus über die Kraft und Autorität des Wortes Gottes.
Das wird noch deutlicher, wenn man den Begriff genauer übersetzt. Dann heißt es, dass das Wort Gottes geschieht auf Johannes hin. Gottes Wort allein ist also schon ein Geschehen. Es bewirkt etwas, und zwar ganz gewaltig. Der Prophet Jeremia bemerkte dazu: „Das Wort Gottes ist wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt…“ (Jer 23,29)
Wir haben so auch die Schöpfungsgeschichte in Er-
innerung. Da heißt es z.B.: „Und Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.“ (Genesis 1,3) – Nur ein Wort von Gott genügt, um die gewaltigsten Geschehnisse zu ermöglichen, und ein Wort von Gott ist im heutigen Evangelium der Grund, warum dieser Johannes zu solch einem beeindruckenden Rufer in der Wüste werden kann.
Der Evangelist Lukas schreibt daran anschließend: „So erfüllte sich, was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.“
Das heißt: Was Gott vor langer Zeit durch den Propheten Jesaja verkünden ließ, das wird jetzt, hier und heute, mit dem Auftreten von Johannes ganz konkrete, ganz handfeste Wirklichkeit. Jetzt ist die Zeit da, jetzt greift Gott ins Geschehen auf Erden ein, jetzt erfüllt sich, was Gott uns zugesagt hat. Nach Gottes Ratschluss ist jetzt der Punkt gekommen, an dem er mit seiner Heilsgeschichte in unsere menschliche Unheils-
geschichte eingreift, und zwar erst einmal durch einen Ausrufer, der dem eigentlichen Herrn vorausgeht.
Ein solches Vo-
rauskommando war und ist auch in der Politik üblich. Bevor heute ein Gipfel-
treffen der Staatsmänner und -frauen stattfindet, werden von fleißigen Helfern vielerlei Vorbereitungen getroffen. Bevor früher ein König in eine Stadt einzog, schickte er einen Herold voraus, der den Herrscher lautstark ankündigte, damit das ganze Volk zu seiner Begrüßung die Straßen säumen und ihm zujubeln konnte.
Heute steht Johannes als solch ein Vorauskommando vor uns. Er weiß um die bevorstehende Ankunft des Herrn, aber er weiß auch um den Stand der nötigen Vorbereitungen. Und damit meint er seine Zeitgenossen und ihren Willen zur Umkehr auf Gott hin, aber auch unsere persönlichen Vorbereitungen, um den Herrn begrüßen zu können. Johannes ruft auch uns zu einem regelrechten persönlichen Straßenbauprogramm auf.
So, wie es
um unsere Herzen steht, ähnelt das oft genug einer Einöde, einer Wüsten-
landschaft.
So vieles ist verdorrt, ist in der lebens- und gottfeindlichen modernen Umwelt eingetrocknet und zerstört. Johannes weiß dies, und er weiß auch ein Mittel dagegen, ein Mittel, damit Gott bei uns Konjunktur hat. Mit diesem Konjunktur-
programm zur Ankurbelung unserer Gottesbeziehung will er uns aufrütteln: Bereitet bei euch persönlich den Weg vor für den kommenden Herrn! Räumt alles aus dem Weg, was dabei zum gefährlichen Hindernis wird! Die Straße, auf der unser Herr zu uns kommen will, soll ganz eben sein, ohne Schluchten, ohne Täler, ohne Berge. Alles soll schnurgerade und auf einer neuen Fahrbahn sein, damit der Herr ohne Umleitung und ohne Stau geradewegs auf uns zukommen kann.
Soll das nun etwa heißen, dass Gottes Ankunft bei seinem Volk auch von uns, auch von mir abhängig ist? - Das ganz sicher nicht, denn es heißt schließlich im Evangelium: „Und alle Menschen werden das Heil sehen…“
Johannes weiß es: Der Retter steht unmittelbar bevor, er wird kommen, weil Gott es so beschlossen hat. Er wird kommen; die Frage ist nur, ob er auch zu mir und zu Ihnen wirklich ins Herz hinein kommt. - So wie es aussieht, stehen da noch viele Bauarbeiten an, mahnt uns Johannes. Da müssen wir noch etliche Erdbe-
wegungen bei uns selbst erledigen. Da muss so man-
cher Berg noch abgetragen werden, damit der Weg in unsere Herzen frei ist. 



Berge, die im Wege sind, gibt es leider mehr als genug. Ganze Berge von Hochmut, ganze Berge von Eitelkeit und von Egoismus, ganze Berge von Unversöhnlichkeit, von Neid, von Zorn, von furchtbar Wichtigem und von allem, was sich so bei uns aufgetürmt hat, stehen in unserem Herzen der Ankunft des Herrn noch im Wege. Da gibt es nicht nur bergeweise schmutzige Wäsche, sondern bergeweise mehr oder weniger verschmutzte Herzen. Es gibt eben nicht nur die Schuldenberge, sondern auch die Schuldberge, die uns zu schaffen machen und das Herz oft genug so schwer machen.
Tragen wir sie ab, all diese Berge – dazu lädt uns der Advent als Zeit der Vorbereitung und Buße ganz herzlich und ganz dringend ein. Um dem Herrn eine Straße in unser Herz zu bauen, soll auch jede Schlucht, jedes Tal aufgefüllt werden, heißt es im Evangelium. Solche Täler kennen wir nur zu gut. Es gibt genug solcher finsteren Schluchten in unserem Leben, genug dunkle Winkel, in die das Licht Gottes noch nicht ge-
nügend hereinflutet, weil wir uns dagegen sperren.
Johannes lebt in der Wüste, nicht in der bequemen Hauptstadt. Er hat es selbst leibhaftig erfahren, was Gottes Wort bewirken kann. Johannes weiß es und sagt es uns allen weiter: Gott kommt, er kommt mitten hinein in die Einöden und Finsternisse dieser Welt. Alle die aufgezählten Machthaber dieser Welt haben nicht wirklich das Sagen, denn Gott allein ist der wirkliche Herr und kann jede Wüste zum Leben bringen, auch
die unsere.
Aber dazu können und sollen wir auch durch unsere adventlichen Straßenbaumaßnahmen beitragen. Füllen wir unsere Abgründe auf, tragen wir unsere aufgehäuf-
ten Berge ab und stellen wir dem kommenden Herrn eine gute Straße zur Verfügung, um unser Herz zu erreichen. Jetzt ist die Zeit, jetzt ist Advent – jetzt gilt es, sich auf den kommenden Herrn vorzubereiten!
Machen wir es nicht so wie in dem Witz, bei dem ein Mann Gott immer wieder anfleht: „Lieber Gott, lass mich doch endlich im Lotto gewinnen!“ – So geht das immer wieder, monatelang, jahrelang, und der Mann wird immer ent-
täuschter über Gott. Als es wieder einmal so weit ist, dass er nicht gewonnen hat und er deshalb Gott ganz herzzerreißend sein Leid klagt, da reicht es Gott.
Er antwortet dem Unglücklichen: „Tu mir bitte einen Gefallen und gib mir eine Chance - gib endlich mal deinen Lottoschein ab…!“


Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt P. Gottfried Eigner OSA
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Predigt Pfr. Lothar Klinges
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Gottesdienstentwurf Pfr. Bruno Layr
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Predigt Propst Berng Galluschke (pdf)
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Übersicht über alle Lesungen Lesejahr C 2012/13 (pdf)
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Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
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Exegetisch-theolog. Kommentar zu Lk 3,1-6 (5 S./pdf)
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Marie-Louise Gubler: „Die Zeit des Wegbereiters“
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„Räumdienst“ – Meine Gedanken zum 2. Advent B 2008
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Straßenbau in Afghanistan
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Beim Antiquitätenhändler bewerben sich Schulabgänger als Auszubildende. Im Einzelgespräch zeigt er ihnen unter anderem eine abgebrochene Halteklemme eines Kugelschreibers und fragt sie, was das sein könnte. Der fünfte Jugendliche bekommt den Job. Er hatte nämlich geantwortet: „Das ist ganz klar ein handgeschmiedeter Zahnstocher von Kaiser Karl dem Großen!“

Ein in seiner Gemeinde sehr unbeliebter jüdischer Geschäftsmann ist überraschend gestorben, und zahlreiche Menschen haben sich zur offiziellen Trauerfeier versammelt. Nach der Tradition fordert der Rabbi die Gemeinde an einer bestimmten Stelle auf, jetzt nur Gutes über den Verstorbenen aufzuzählen. Doch auch nach wiederholter Ermahnung schweigt die Gemeinde, und der Rabbi droht, die Beerdigungsfeier dann abbrechen zu müssen. Es werde sich doch wohl wenigstens einer finden, der etwas Gutes über den Toten aussagen könne. Allgemeines Aufatmen, als sich endlich einer meldet und meint: „Also, so viel ich weiß, war sein Vater noch übler als er…!“

Der Küster an der Universitätskirche zu Cambridge beging mit einer kleinen Feierstunde sein 50-jähriges Amtsjubiläum. In seinen Dankesworten für die Glück-
wünsche bemerkte er: „Ich muss für viele Dinge dankbar sein. Vor allem für dies: in diesen 50 Jahren habe ich jede Predigt in dieser Kirche gehört und bin doch immer noch Christ…!“ 
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Die aktuelle Predigt können Sie als E-Mail bei mir anfordern oder aber selbst herunterladen (Link funktioniert bis mindestens 1.2.2013):
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