skip to main |
skip to sidebar
(Fortsetzung)
In der christ-
lichen Gemeinde hat der Um-
gangston der gottfernen Um-
welt nichts zu suchen. Die herzliche Art Jesu soll den Seinen so in Fleisch und Blut übergehen, dass auch dadurch in der Gemeinde die Anwesenheit Jesu spürbar wird.
Es ist also im Sinne Jesu alles andere als „normal“, wenn Christen untereinander so miteinander umgehen, dass das Christentum eher abstoßend als einladend wirkt. Wenn Christen übereinander her-
fallen, und sei es auch nur mit dem, was aus ihrem Mund kommt, ist das wahrlich kein Qualitätssiegel. Wenn es schon in der oft so feindlich eingestellten Welt da draußen für uns häufig nur schwer möglich ist, in der Nachfolge Jesu zu leben, dann soll dies umso mehr in der christlichen Gemeinde geschehen, zum leuchtenden Zeichen für die Welt.
Eine christliche Gemeinschaft, die sich in ihrem Verhalten an die egoistischen und ungerechten Sitten dieser Welt anpasst, ist kein Leuchtturm mehr, an dem man sich in der Dunkelheit orientieren kann. Sie ist wie ein Licht, das erloschen ist, also eigentlich nur noch eine schlechte Imitation eines Lichtes und damit auch so etwas wie Produktpiraterie.
Was uns Jesus da als Lektion mit auf den Weg gibt, ist auf jeden Fall alles andere als leichte Kost. Der Zeitpunkt, an dem er das sagt, ist nicht ohne Bedeutung: Judas ist gerade hinausgegangen, um Jesus zu verraten. Es ist also kurz vor der Passion, kurz vor seinem Leiden und Sterben. Darauf weist auch der Satz Jesu hin: „Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch.“ – Es ist also schon so etwas wie ein Abschiedswort Jesu, so etwas wie ein Vermächtnis, wie ein letzter Wille. Das bedeutet für uns aber auch, dass diese Äußerung Jesu ein ganz besonderes Gewicht hat.
Darauf weist auch die liebevolle, ja fast zärtliche Anrede mit
„Meine Kinder“ hin. Wenn man es genau übersetzt, heißt es sogar: Meine Kindlein! -
Jesus, für den jetzt bald der Zeitpunkt seines Lebensopfers und damit auch seiner Verherrlichung durch Gott kommt, dieser Jesus lässt die Seinen nicht im Stich.
Fast wie kleine Kinder sind sie in seinen Augen, wie Kindlein, die zwar ver-
schieden sind, aber doch jedes für sich auf seine Hilfe und Fürsorge angewiesen sind. Ein ganz bunter Haufen kommt da zusammen in einer christlichen Gemeinde, mit verschiedenen Einstellungen, Erfahrungen und Temperamenten.
Da gibt es ganz automatisch immer welche, die werden nie Freunde füreinander werden können, so verschieden sind sie. Da sind Alte und Junge in der Gemeinde und erst recht in der Heiligen Messe versammelt, da gibt es eher Konservative und eher Fortschrittliche, Zurückhaltende und Temperamentvolle, Fleißige und eher Gemächliche. Da gibt es welche, denen fällt es leicht, zu glauben, aber auch solche, die immer wieder darum kämpfen müssen, die sich jeden Sonntag gewaltig anstrengen müssen, um überhaupt zur Kirche zu kommen.
Das ist wie bei einer gemeinsamen Wan-
derung oder wie beim Ausdauer-Sport. Da ist manch einer schon nach zwei Kilometern fix und fertig. Und ein anderer überlegt vielleicht gerade, was er nach dem Marathon heute noch unternehmen könnte.
Die Liste lässt sich fortsetzen. Auch Sie und ich sind dabei mit all unseren Stärken und Schwächen. Wir alle sitzen im Gottesdienst zusammen. Der Friedensgruß, bei dem sich selbst wildfremde Menschen freundlich zunicken und die Hand reichen, ist da ein schönes Zeichen. Hier und jetzt sind wir mehr oder weniger zufällig Nachbarn, gemeinsam Glaubende, die sich die Hand reichen, die sich gegenseitig als Christen herzlich grüßen.
Für Jesus ist es ein großes Herzensanliegen am Abend vor seiner Verhaftung, am Abend seines Abschiedes, dass wir Gotteskinder uns seiner großen Liebe wirklich anvertrauen und durch sie immer wieder stärken lassen, auch durch den Empfang der Heiligen Kommunion.
Denn nicht allein aus unserer schwachen Kraft heraus können wir das leisten. Für Fußballfreunde könnte man sagen: Das würde bestimmt kein Schuss ins Tor, ja noch nicht einmal ein Pfostenschuss. Der Ball ginge bei den meisten sicher etliche Meter daneben. Wenn die christliche Gemeinde als Ganzes und jeder Einzelne in ihr die von Jesus so nachdrücklich erbetene Nächstenliebe praktizieren wollen, kann das nur durch Jesu Hilfe wirklich gelingen. Er verherrlicht seinen himmlischen Vater durch seinen bedingungslosen Gehorsam und seine unbegrenzte, ver-
trauensvolle Liebe bis hin zur Hingabe seines Lebens, und dieser verherrlicht seinen Sohn, indem er ihn auferweckt und als Richter auf den Thron zu seiner Rechten setzt.
Diese göttliche Wirklichkeit lässt sich aus unserer irdischen und so unvollkommenen Sicht nicht erfassen. Ein kluger Mensch hat einmal gesagt, das sei wie mit einem schön gemusterten Teppich. Hier auf Erden sehen wir leider von diesem Teppich immer nur die Unter-
seite. Die eigentliche Pracht, die große Schönheit des Ganzen, das wunderbare Muster von allem bleibt uns auf Erden verborgen.
Es ist fast wie mit einem Puzzle, zu dem wir die ent-
scheidenden Teile einfach nicht finden können. - Lassen wir uns als Gotteskinder von Jesus an die Hand nehmen und führen. Versuchen wir, immer wieder in seiner Nähe zu sein und mit ihm Kontakt aufzunehmen, um seine Stimme zu hören. Dann geben wir seiner herzlichen Liebe gute Chancen, in uns zu wirken.
Und wenn die Liebe Christi das tut, dann geht das einfach wie von selbst, das mit dem christlichen „Liebet einander!“ . Dann geht es uns vielleicht wie jenem Mädchen in einem armen Land, das seinen verletzten jüngeren Bruder kilometerweit auf der Schulter bis zum nächsten Krankenhaus trug. Die Ärzte dort konnten das kaum fassen und meinten: „Das muss ja eine ganz schreckliche Last für dich gewesen sein!“
Das Mädchen schüttelte fassungslos den Kopf und meinte nur: „Was denn für eine Last? Das ist doch mein Bruder…!“
Predigt Pater Karl Kleiner, Kapuziner Bayern
>> BITTE KLICKEN !
Exegetisch-theologischer Kommentar zum Evangelium (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Einander lieben – Evangelium ausgelegt von Prof. Dr. Ludwig Volz
>> BITTE KLICKEN !
Predigten Karl-Leisner-Jugend
>> BITTE KLICKEN !
Predigten der Redemptoristen: Anlass eingeben, Suche starten
>> BITTE KLICKEN !
Hinweise zu den Lesungen – hrsg. Kath. Bibelwerk (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Internet-Infos über Produktpiraterie
>> BITTE KLICKEN !
Ein braver Mann stirbt und kommt in den Himmel.
Er bekommt bloß ein Wurstbrot und es ist alles furchtbar fromm.
Da schaut er in die Hölle runter und sieht, dass es da ganz lustig zugeht. Alle sind fröhlich und haben ein riesengroßes Festmahl. Da kann sich der Gute nicht halten und sagt zu Petrus: „Ich will auch runter in die Hölle!" - Meint Petrus: „Meinetwegen! Ist deine Entscheidung, geh nur!"
Also kommt der Mann in die Hölle und wird gleich vom Teufel gepackt, in einen Kochtopf geworfen und erst mal kräftig untergetaucht.
Als er wieder auftaucht, fragt er den Teufel: „Ich habe doch vorhin vom Himmel aus ganz was anderes gesehen! Wo ist denn das Festmahl und die Feier?" - Darauf der Teufel:
„Ach das! Das ist nur unsere Werbeabteilung!"
Der Richter fragt: „Erkennen Sie in dem Angeklagten den Mann wieder, der Ihnen Ihr Auto zerkratzt hat?" Zögert der Zeuge: „Nach der Rede des Herrn Verteidigers bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich überhaupt jemals ein Auto besessen habe."
Zurück zur Hauptseite? >> BITTE KLICKEN !
(Fortsetzung)
Solch liebenswürdige Schafe sind wir nun mal nicht. Für uns gilt eher, dass wir ganz schön bockig sein können. Und viele gibt es, die entfernen sich aus der Herde, die melden sich einfach ab. Und von den dummen Schafen, die jüngere Schafe missbraucht haben und damit dem Ansehen der ganzen Herde schaden, wollen wir hier lieber schweigen – es ist einfach zu traurig für alle. Nein, lieber Jesus, so mögen wir empfinden, das läuft bei uns leider alles doch ein wenig anders als in deinem Evangelium!
Schauen wir deshalb lieber etwas genauer auf die Worte Jesu!
Da geht es gar nicht großartig um die Talente der Schafe, um ihre Fähigkeiten, um die Menge ihrer Wolle oder wer weiß was. Es geht zuerst einmal darum, dass sie nicht irgendwelche Privatschafe sind. Sie gehören alle jemand, und zwar Jesus selbst. Sie sind allein sein Eigentum. Nur ihm steht es zu, über ihr Schicksal zu entscheiden. Und da er es nur gut mit ihnen meint und er jedes von ihnen ganz genau kennt, schenken sie ihm ihr Vertrauen. Nicht nur er geht mit ihnen durch dick und dünn, sondern eben sie auch mit ihm.
Dieser Jesus ist fast so etwas wie ein Schafe-Flüsterer. Wenn die Seinen bloß seine Stimme hören, sind sie schon ganz aufgeregt und froh! Jesus sagt dazu: „Ich kenne sie…“ – kennen, das ist heute so ein Allerweltswort.
Kennen wir jemanden wirklich, oder kennen wir vielleicht nur sein Sonntagsgesicht? – Die Bibel jedenfalls meint mit „kennen“ weit mehr als nur eine abfragbare Information.
Wenn Jesus sagt, dass er die Seinen kennt, dann ist das ein ganz umfassendes Kennen, ein liebevolles Vertrautsein, also ein Kennen, wie eine Mutter ihren Säugling kennt. So wie sie ihm erst durch ihre unermüdliche und aufopfernde Fürsorge das Weiterleben ermöglicht, genau auf diese Weise kennt auch Jesus die ihm Anvertrauten.
So wie die Mutter sich viele Stunden für ihr Kleines aufreibt, so wie sie auf alle seine Regungen achtet, um zu trösten, zu sättigen, um Schmerz zu lindern usw., so meint es Jesus, wenn er vom Kennen seiner Schafe spricht. Rund um die Uhr ist er für die Seinen da, und jeden kennt er besser als derjenige sich selbst. Wie schön ist es also, wenn Jesus sagt: Ich kenne dich!
Die Frage ist nur, wer tatsächlich zur Herde Jesu gehört. Nicht jeder, der sich selbst gerne und wie selbstverständlich als Schaf in der Herde Jesu mitrechnet, ist auch wirklich dabei. Das heutige Evange-
lium ist da ebenso kurz wie einprägsam. Jesus sagt: „…ich kenne sie, und sie folgen mir…“
Es gibt also doch ein ganz einfaches Mittel, um festzustellen, wer zu Jesus gehört. „…sie folgen mir…“, heißt es. Damit ist alles gesagt. Das ist die hervorragendste Eigenschaft – dem Hirten Jesus nach-
folgen. Und damit sind wir bei jedem von uns persönlich angelangt.
Um Jesus wirklich folgen zu können, muss ich mich meinem Hirten erst einmal ohne Wenn und Aber an-
vertrauen. Erst, wenn ich
nur ihn als meinen Hirten anerkenne, gehöre ich in der Praxis zu seiner Herde.
Bloße Lippen-Bekenntnisse helfen da nicht weiter.
Wenn ich also meine, den Hirtenruf Jesu gar nicht hören zu können, dann kann es vielleicht sein, dass ich mich gerade im Funkloch befinde, dass ich selbst außer Rufweite geraten bin. Da ist es gut, sich zu fragen: Will ich wirklich, dass Jesus mein Hirte ist?
Will ich seinem Ruf folgen, auch wenn es mir gerade nicht so gut passt?
Wenn ich dies ehrlich mit „JA“ beantworte, dann gibt es nur eine vernünftige Lösung: Ich muss mich bewegen, so weit wie möglich
in seine Nähe bewegen. Nur dann kann ich ihn sehen und hören, dann kann ich mit ihm gehen und mein Leben nach ihm ausrichten.
So viele Rufe von allen möglichen Leuten gibt es, die sich selbst gerne zu meinem Hirten ernennen möchten, so viele Versprechun-
gen, so viele Lockrufe.
Da führt kein Weg dran vorbei: Ich muss mich immer wieder entscheiden. Wem schenke ich mein Vertrauen?
Jesus lässt auch keinen Zweifel daran, wie es denen ergehen
wird, die ihm wirklich nachfolgen. Im heutigen Evangelium heißt es: „Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.“
Die Herde, die ihm vom himmlischen Vater anvertraut wurde, bekommt also eine Art Garantie-Zusage. Und diese Zusage ist einfach herrlich! Egal, was passiert: wer zur Herde Jesu gehört, bekommt ewiges Leben und wird nie zugrunde gehen.
Es gibt also offenbar immer wieder und auch in unseren Tagen ganz hartnäckige und dramatische Versuche, die Schafe anzugreifen und sie Jesus abzujagen, aber es ist gut zu wissen, dass dies letztlich zum Scheitern verurteilt ist: „…niemand wird sie meiner Hand entreißen.“
So garantiert es uns Jesus, der gute Hirte. Das Rezept dazu heißt einfach: Immer in der Nähe des Hirten bleiben, sich immer an ihm orientieren. Dann ist man wirklich sicher. Schauen wir also, dass wir uns nicht zu weit entfernen! Achten wir darauf, dass wir in Rufweite bleiben. In diesem Sinne: Uns allen einen guten Empfang!
Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Pfr. Karl Sendker
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Pater Wendelin Reisch OFM
>> BITTE KLICKEN !
Hörendes Gebet (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Pfr. Josef Mohr, Heidelberg
>> BITTE KLICKEN !
Katholisches Bibelwerk zum 4. Sonntag der Osterzeit
>> BITTE KLICKEN !
Gottesdienstvorschlag Geistliche Berufe
>> BITTE KLICKEN
Meine Predigt zu Joh 10,1-10 (4. So d. Osterzeit A)
>> BITTE KLICKEN !
Marienlob im Mai: Mein aktueller Artikel mit vielen Linktipps
>> BITTE KLICKEN !
Von wegen Kirchenaustritte: z.B. SPD über ein Drittel geschrumpft
>> BITTE KLICKEN !
DGB-Gewerkschaften: Seit 2001 über 1 Million Mitglieder ausgetreten
>> BITTE KLICKEN !
Statistik der Kirchenaustritte in Deutschland 1950 – 2008 (pdf)
>> BITTE KLICKEN !

Worauf wir hören
Ein Indianer, der in einem Reservat weit von der nächsten Stadt entfernt wohnte, besuchte das erste Mal seinen weißen Bruder in der großen Metropole. Er war sehr verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und vom Gestank in den Straßenschluchten. Als sie nun durch die Einkaufsstraße mit den großen Schaufenstern spazier-
ten, blieb der Indianer plötzlich stehen und horchte auf. „Was hast du?", fragte ihn sein Freund. „Ich höre irgendwo eine Grille zirpen", antwortete der Indianer.
„Das ist unmöglich", lachte der Weiße, „erstens gibt es hier in der Stadt keine Grillen und zweitens würde ihr Geräusch in diesem Lärm untergehen."
Der Indianer ließ sich jedoch nicht beirren und folgte dem Zirpen.
Sie kamen zu einem älteren Haus, dessen Wand ganz mit Efeu überwachsen war. Der Indianer teilte die Blätter, und tatsächlich:
da saß eine große Grille. „Ihr Indianer habt eben einfach ein viel besseres Gehör", sagte der Weiße.
„Unsinn", erwiderte sein Freund. „Ich werde dir das Gegenteil beweisen".
Er nahm eine kleine Münze aus seiner Tasche und warf sie auf den Boden.
Ein leises „Pling" ließ sich vernehmen. Selbst einige Passanten, die mehr als zehn Meter entfernt standen, drehten sich augenblicklich um und schauten in die Richtung, aus der sie das Geräusch gehört hatten. „Siehst du, mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Was wir wahrnehmen können oder nicht, liegt ausschließlich an der Zielrichtung unserer Aufmerksamkeit.“
(Quelle: mir leider nicht bekannt)
„Sprichst du auch jeden Abend schön dein Gebet?", fragt der Pfarrer den kleinen Tobias.
„Nein, das macht die Mutti für mich!"
„So? Und was sagt sie denn für dich?"
„Gott sei gedankt, dass du endlich im Bett bist!"
Im Eilzug erwischt der Schaffner einen Schotten ohne Fahrkarte. Nach einem erregten Wortwechsel verliert der Beamte seine Geduld, packt den Koffer des Reisenden und brüllt: „Wenn Sie nicht augen-
blicklich zahlen, werfe ich Ihren Koffer aus dem Zugfenster!"
Darauf schreit der Schotte auf und rauft sich die Haare: „Erst wollen Sie mich arm machen und jetzt auch noch meinen einzigen Sohn töten?!?"
Zurück zur Hauptseite? >> BITTE KLICKEN !
(Fortsetzung)

Maria erlebt aber nicht nur Schönes, sondern auch die Abgründe des menschlichen Tuns, zum Beispiel den Leidensweg und die Kreuzigung ihres Sohnes. Gott ist durch die Ankündigung des Engels geradezu in ihr Leben hineingeplatzt, plötzlich und unvorbereitet.
Unerwartete Situationen gibt es in jedem Menschenleben mehr als genug. Maria jedenfalls ist entschlussfreudig, zaudert nicht, sagt nicht: vielleicht, mal sehen…! - Sie lässt ihre eigenen Lebenspläne durchkreuzen, auch wenn die Leute wer weiß was erzählen…
Maria gibt sich ganz in Gottes Hand. Sie fragt kurz nach: „Wie soll das geschehen?“ - Dann sagt sie JA zu ihrer Berufung, egal, was kommen mag, egal, was Gott sich da ausgedacht hat.
Ihr JA ist bedingungslos, ohne Hintertürchen, ohne doppelten Boden: „Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort.“
(Lk 1,38) - So ist Maria unser mutiges Vorbild: Sag JA zu Gottes Ruf, sei mutig! Wenn Gott dir etwas zutraut, schenke du ihm auch dein Vertrauen!
Haben wir noch nie jemand in Schutz genommen? Ganz sicher haben wir unser Kind gegen Angriffe verteidigt, ganz sicher haben wir schon mal ein Familienmitglied gegen einen unberechtigten Vorwurf in Schutz genommen! Selbst haben wir das sicher auch schon erlebt, dass uns jemand in der Not zur Seite gestanden hat, als wir in der Klemme waren. Das machen sogar die primitivsten Menschen. Man lässt ein Mitglied der Sippe nicht im Stich.
Aber Maria soll seelenruhig zusehen, wie die Menschheit im Sumpf versinkt, ohne dass sie ihren Sohn darauf anspricht und uns schützen will? Eine seltsame Vorstellung von einer liebenden Mutter…!
Gott hatte offenbar da mehr Vertrauen in Maria als so mancher Christ heute. Maria ist Jesu Mutter, weil Gott es so wollte, weil er gerade sie ausgesucht und gefragt hat.
Gott hat sich für sie entschieden. Die Initative ging nicht von ihr aus, sondern von Gott.
Wenn wir Maria verehren, loben wir Gott wegen seines liebenden Beschlusses zum Heil aller Menschen. Das wusste auch schon Maria in ihrer Zeit auf Erden. „Denn siehe, von nun an werden mich preisen selig alle Geschlechter“ (Lk 1,48), jubelt Maria über das große Erbarmen des Herrn. Maria selig preisen – das dürfen wir also nicht nur, sondern das ist eine eigene Feststellung Mariens.
Ja, so ist es, selig preisen werden sie alle Geschlechter! Und wir hier und heute sind mittendrin dabei!
Ein nachdenklicher Scherz, den Pater Pio gerne erzählte: Eines Tages wollte Petrus dem Herrn den Schlüssel für das Himmelstor zurückgeben. Auf die Frage nach der Ursache dafür sagte dieser:
"Du hast mir doch die Himmelspforte anvertraut, und täglich muss ich viele abweisen. Doch kaum habe ich die Tür geschlossen, da lässt Deine Mutter sie zum Seitenfenster doch noch rein."
Hier nun einige Linktipps zu Maria, Mai-Andachten usw.:
siehe besonders: Literatur und Medien sowie Gottesdienstgestaltung
>> BITTE KLICKEN !
Apostol. Schreiben Papst Paul VI. über die Marienverehrung (1974)
>> BITTE KLICKEN !
pdf-Heft zum Marienmonat Mai
>> BITTE KLICKEN !
Mai-Andacht zum Herunterladen (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Hinweise zur Gestaltung Maiandachten, Kinder-Andachten usw. (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Gebetshefte der KLB
>> BITTE KLICKEN !
Anleitung zum Rosenkranz-Gebet
>> BITTE KLICKEN !
Enzyklika REDEMPTORIS MATER von Papst Johannes Paul II. (1987) >> BITTE KLICKEN !
Predigt: Marienverehrung ist keine Erfindung der Kirche
>> BITTE KLICKEN !
Karl-Leisner-Jugend: Häufige Fragen zu Maria
>> BITTE KLICKEN !
Maria aus evangelischer Sicht
>> BITTE KLICKEN !
Evangelische Meinung (pdf): Unbiblischer Marienkult der Katholiken
>> BITTE KLICKEN !
Zurück zur Hauptseite? >> BITTE HIER KLICKEN !
(Fortsetzung)
Da werden sie sich wie so mancher Christ heute gefragt haben,
was sie bloß falsch gemacht haben. Egal, wie sehr sie sich auch angestrengt haben: das Ergebnis ist niederschmetternd!
Als der Morgen dämmerte, näherten sie sich dem Ufer. Feierabend! Da stand der auferstandene Jesus, den sie aber ganz offensichtlich nicht erkannten. Seine Frage brachte sie in arge Verlegenheit:
„Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen?“
Es war eine Frage der Ehre und der Gastfreundschaft, dass man zu essen gab, wenn man darum gebeten wurde, zumal sie ja eigentlich genug Fisch haben müssten. Ihre Antwort fiel dement-
sprechend denkbar knapp und genervt aus: „Nein.“
Wir hören es förmlich knistern bei diesem Eingeständnis des eigenen Unvermögens, bei dieser Blamage dem Fremden gegenüber. Ihr Schiff war noch leerer als so manches Kirchenschiff heute…
Doch es kam noch heftiger für sie. Der unerkannte Jesus gab den tüchtigen Handwerkern einen seltsamen Ratschlag: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen.“
Fischfang bei Tag – das hatte es noch nie gegeben! Wenn das die Kollegen sehen würden, wäre die Blamage komplett. Dieser Tipp war nach aller bisherigen Erfahrung so absurd wie der Ratschlag, bei einem Hausbau mit dem Dach anzufangen!
Doch die Jünger waren so deprimiert über ihr berufliches Versagen, dass sie sogar bereit waren, gegen alle Lebenserfahrung zu handeln. Sie dachten sich offenbar, dass jetzt eh’ alles egal war. Noch schlimmer konnte es ja nicht kommen…! Und irgendwie hatte der Fremde etwas Faszinierendes an sich…
Wir kennen den Ausgang dieses Experimentes: Bei dieser Fahrt wurde der Fang so gewaltig groß, dass sie Probleme hatten, das Netz einzuholen. Es war einfach gegen jede Vernunft! So allmählich dämmerte es ihnen, wer es war, der ihnen diesen unglaublichen Rat gegeben hatte. Und wieder zeigte sich Petrus, wie wir ihn kennen: Als sie in Ufernähe waren, konnte er es nicht abwarten, sondern sprang in den See, um schneller bei Jesus zu sein!
Als sie an Land gingen, wartete die nächste Überraschung auf sie: Jesus hatte ein Feuer gemacht, und über den
Flammen garten gerade Fisch und frisches Brot. Fisch und Brot! Und beides wie aus dem Nichts und für alle! - Da dachten die Jünger und denken wir heute natürlich auch an die wunderbare Brot-
vermehrung mit der Speisung der 5000 (an sie erinnert das welt-
berühmte Bodenmosaik in der Kirche von Tabgha).
Nun gab es also ein überraschendes Frühstück bei Jesus, ergänzt durch weitere Fische aus dem frischen Fang. Uns fällt natürlich sofort auf, dass es Jesus selbst ist, der auch hier Brot und Fisch an seine eingeladenen Frühstücksgäste verteilt. Jesus ist der immer wieder überraschende Gastgeber!
Die Jünger Jesu haben im heutigen Evangelium wieder einmal etwas dazugelernt, und zwar auf sehr handfeste Art und Weise: Du kannst dich abplagen, so viel du willst und kannst. Immer wieder wird es solche Situationen geben, wo das Netz deines Lebens einfach absolut leer bleibt. Du stehst mit leeren Händen da, obwohl du dich doch so bemüht hast! -
Wir kennen das, und wir sollten daraus lernen, was auch die Jünger damals für sich daraus gelernt haben: Wir dürfen uns nicht auf unser Wissen und Können allein verlassen! Jesus ist es, auf den wir hören sollen, auch und gerade dann, wenn wir enttäuscht worden sind.
Mit ihm ist immer ein Neuanfang möglich.
Als Christen, die Jesus nachfolgen wollen, dürfen wir nicht den Fehler machen, uns in unserem Einsatz für Gott und die Welt nur auf unsere eigenen Fähigkeiten und unsere eingefahrenen Denkmuster zu verlassen. Vielmehr sollten wir uns ganz auf Jesus hin ausrichten.
Also nicht, wie wir denken, sondern wie
er denkt! Er hat schon längst für uns vor-
gesorgt, während wir noch weit vom Ufer entfernt sind. Wenn wir ihm unverkrampft und ohne unsere tausend „Aber“-Argumente folgen und uns von ihm immer wieder überraschen lassen, werden wir für unser Leben und für die Kirche auch einen guten Fang einbringen.
153 Fische waren es, mit denen laut dem heutigen Evangelium das Netz gefüllt war. Die Zahl fällt auf, denn zum einen wird damals niemand den Fang schon im geschlossenen Netz gezählt haben (das geschah immer beim Verladen für den Verkauf), zum anderen ist 153 eine symbolische Zahl aus 3 x 3 x 17, was in der Zahlen-
symbolik der Bibel absolute Vollkommenheit bedeutet.
Außerdem nahm man damals an, es gäbe 153 verschiedene Völker auf der Erde. So sagt uns das Evangelium an dieser Stelle auch: Mach dir nicht immer nur Sorgen um Misserfolge bei deinen Anstrengungen! Sieh doch mal genau hin! Wenn du dich auf Jesus wirklich einlässt und tust, was er dir sagt, wird letztlich alles gut, wird alles vollkommen, wird alles letztlich so, wie der Herr es haben will.
Am Schluss des heutigen Evangeliums geschieht noch etwas ganz Merkwürdiges: Jesus bittet Petrus gleich dreimal um eine Antwort, um eine ganz besondere Antwort, nämlich um eine Liebeserklärung. Das geht einem so richtig unter die Haut, wenn Jesus dreimal fragt: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ - Als Bibelleser und Kirchgänger wissen wir natürlich nur zu gut, dass es ausgerechnet Petrus war, der Jesus kurz vor dessen Kreuzigung gleich dreimal verraten hatte.
„Ich kenne diesen Menschen nicht“ (vgl. Mk 14, 66-72), verleug-
nete Petrus in seiner Todesangst seinen Herrn, als er im Hof des Hohenpriesters als Jünger Jesu erkannt worden war.
Solch ein grob undankbares Verhalten wäre normalerweise das Ende jeder Freundschaft oder das Ende jeder beruflichen Karriere. Da wäre ganz klar eine fristlose Kündigung fällig. Der Mann ist einfach untragbar, würde man argumentieren. – Jesus sieht das offenbar anders. Jesus sieht nicht nur die Angst und das so peinliche Versagen des Petrus. Jesus sieht auch, wie sehr Petrus seine Feigheit bereut und wie temperamentvoll er heute sogar in Ufernähe in den See sprang, nur um schneller bei Jesus zu sein. Jesus will das Bekenntnis; er will, das Petrus ganz klar sagt, wie er zu Jesus als seinem Herrn steht. Er traut ihm doch tatsächlich zu, die Herde Jesu auf Erden eine Zeitlang zu führen. Wir Menschen neigen leicht dazu, erst einmal auf die Schwächen und Fehler zu sehen, bei uns selbst und bei unseren Mitmenschen.
Woran wir zu wenig denken, das ist die Barmherzigkeit Gottes. Lassen wir uns vom heutigen Evangelium und der Frage Jesu an Petrus anstecken: „…Liebst du mich?“ - Das ist die Frage, die Jesus vor allem bewegt. Das ist die Frage, und nicht die, wie viele Misserfolge wir gehabt haben.
Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Pastor Friedhelm Peters (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Pfr. Alex Nussbaumer (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Predigtforum der Redemptoristen (Archiv): nach Eingabe des Suchbegriffes nach unten scrollen!
>> BITTE KLICKEN !
Erfrischender Kommentar der „BILD“-Zeitung zur Talk-Sendung
von Anne Will über das Schweigen des Papstes…
>> BITTE KLICKEN !
Der Arzt sagt zu Rudi: „Trinken Sie mal 4 Wochen nur halb so viel Alkohol, dann sehen wir, ob sich Ihre Krankheit bessert." -
„Könnte ich nicht lieber 4 Wochen lang doppelt so viel Alkohol trinken und wir sehen dann, ob meine Krankheit sich verschlimmert?"
Zwei Psycho-Analytiker gehen im Park an einem See spazieren.
Ein Mann im See rudert wie wild mit den Armen und ruft um Hilfe.
Die Therapeuten gehen ungerührt weiter.
Der Mann ruft immer wieder verzweifelt: „Hilfe!“ - - Keine Reaktion!
Endlich ruft der Mann: „Hilfe, Hilfe, ich ertrinke doch!"
Meint der eine Analytiker zum andern: „Es wurde aber auch Zeit, dass er sein Problem erkennt!"
Zurück zur Hauptseite? >> BITTE HIER KLICKEN !
(Fortsetzung)
Da können hundert Freunde sagen, dass die Erde eine Kugel ist – glauben muss ich das trotzdem nicht!
Thomas will
nicht einfach so tun als ob. Er kann es nicht glauben, und das sagt
er auch. Egal, wenn die anderen deswegen jetzt über ihn herfallen – es ist einfach so: das kann er nicht fassen, das kommt ihm doch sehr unwahrscheinlich vor. Klar, er würde es gerne glauben. Schön, wenn es so wäre! Aber Thomas bringt einfach kein Halleluja heraus; es bleibt ihm sofort im Halse stecken.
Vielleicht ergeht es Ihnen, liebe Mitchristen, manchmal auch so, dass Sie denken: Dieser Thomas da ist mir sympathisch. Der jubelt nicht einfach mal so los, bloß weil die anderen jubeln. Ihm ist nicht zum Jubeln, und er steht dazu. Der Thomas lässt sich nichts auf-
schwatzen, selbst dann nicht, wenn er sich damit unbeliebt macht. Thomas ist ein Mann mit Charakter.
Und Thomas passt damit ganz gut zu uns modernen Menschen. Was wird uns heutzutage nicht alles an Geschichten und Bildern aufgetischt! - Oft genug hat sich schon rausgestellt, dass Nach-
richten und Behauptungen absichtlich manipuliert worden sind.
Da wird etwas weggelassen, dort wird etwas hinzu erfunden, hier wird ein Bild geschickt retuschiert oder eine andere Meinung einfach unterschlagen. Wir heute haben unsere Lektion gelernt: Sei vor-
sichtig, trau keinem so schnell über den Weg! - Nein, wir sind gebrannte Kinder. Wir lassen uns so leicht kein X mehr für ein U vormachen. Mit uns nicht!
Und dann kommt Vieles auch noch auf den Blick-
winkel an. Auch unser Gehirn lässt sich aus-
tricksen. Wir kennen das von vielen optischen Täuschungen und Spielereien. Der eine sieht es so, der andere eben anders. Da ist dieser Apostel Thomas jemand, den wir nur allzu gut verstehen. Er kann einfach nicht aus zweiter Hand glauben. Das Bemerkenswerte an dieser Situation ist aber: Thomas darf seinen Zweifel frei heraus äußern, wie das Evangelium es uns verrät: „Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“
Nein, sie fallen eben nicht über ihn her. Thomas wird nicht ausgebuht oder als Nörgler hingestellt, der die schöne Stimmung kaputt macht oder mit seiner Außenseiter-Meinung die Gemeinschaft gefährdet. Die anderen Jünger kritisieren ihn überhaupt nicht wegen seiner Glaubenszweifel. Vielmehr hören sie ihm zu und spielen nicht die beleidigte Leberwurst. Eigentlich hätten sie Grund genug dazu, denn sein ausdrücklicher Zweifel an ihren Schilderungen unterstellt doch indirekt, dass ihre Worte keinen Glauben verdienen. Doch alle damals Anwesenden spüren, wie ernst es ihm ist, welche Not hinter seinem Zweifel steckt. Thomas wird erst einmal so akzeptiert, wie
er ist.
Die Gemeinschaft der Jünger ist da ein gutes Beispiel für christliche Gemeinden heute. Nicht jeder hat Jesus so nah erfahren, dass er oder sie ganz selbstverständlich begeistert ist. Es gibt auch die Krise, es gibt auch den Zweifel, und in der Gemeinschaft der Nachfolger Jesu darf man das auch zugeben. Ein kluger Mann hat einmal gesagt: Im Glauben bleibt man sein Leben lang Anfänger!
Für unsere Pfarrgemeinden kann das heißen: Hier ist Platz und Verständnis auch für diejenigen, die sich sichtlich schwertun und mit manchem in der Kirche nicht oder noch nicht einverstanden sind. Das Signal des Thomas und anderer Zweifler heißt ja nicht: Ich will nicht glauben. Es heißt vielmehr: Ich möchte glauben, aber ich brauche dazu noch Jesu Hilfe. Thomas will sagen: Ich möchte den Herrn im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Ich muss handgreiflich werden, damit ich glauben kann. Tut mir leid, aber anders geht’s nicht!
Um das, was dann passiert, werden viele diesen Thomas sicher beneiden. Er bekommt tatsächlich eine besondere Hilfe von Jesus. Diese Extrawurst besteht darin, dass Jesus nach acht Tagen noch einmal bei den Jüngern erscheint, die gerade wieder versammelt sind. Diesmal ist im Bibeltext keine Rede mehr von Furcht der Jünger vor den Juden; sie haben also durch die vorige Erscheinung neuen Mut gefasst. Wir sehen auch bei diesem Er-
scheinen Jesu den gleichen Anfang mit dem herzlichen Friedens-
gruß wie vorher. Doch dann wendet er sich speziell dem Apostel Thomas zu. Er nimmt den Zweifler so an, wie er ist. Er holt ihn dort ab, wo er gerade in seinem Glauben steht und zeigt sich ganz verständnisvoll und geduldig: „Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!“
Auf vielen alten Gemälden ist zu sehen, wie Thomas mit seinen Fingern regelrecht in der Seitenwunde Jesu herumbohrt. So drastisch hat man sich die Inspektion Jesu durch den „ungläubigen“ Thomas vorgestellt, nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Und? Hat er denn nun seine Finger in die Wunde gelegt oder nicht? Ist Thomas wirklich bei Jesus handgreiflich geworden?
Wer den Bibeltext genau betrachtet, der stellt fest, dass der Clou an dieser Stelle gerade der ist, dass Thomas eben nicht auf der handfesten Prüfung besteht. Von dem, was er vorher ausdrücklich als Bedingung für seinen Glauben an die Auferstehung genannt hatte, ist nicht viel übrig geblieben. Thomas will auf einmal gar nicht mehr seine Finger in die Wunden legen. Er reagiert auf die aus-
drückliche Aufforderung Jesu, dies jetzt zu tun, nicht mit Taten, sondern nur mit Worten. Aber diese Worte des Thomas haben es
in sich!
Thomas antwortet Jesus nämlich mit einem großartigen Be-
kenntnis: „Mein Herr und mein Gott!“
Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet Thomas, der vorher einen so heftigen Auftritt hatte, ist auf einmal wie vom Blitz getroffen. Er ist einfach überwältigt von der Erscheinung Jesu! Ausgerechnet Thomas,
der Zweifler, wird hier zum Vorbild. Nicht nur, dass er den auf-
erstandenen Jesus als seinen Herrn erkennt und anspricht. Nein, ausdrücklich sagt er: „Mein Herr und mein Gott!“
Thomas sind bei der persönlichen Begegnung mit Jesus die Augen aufgegangen. Der Auferstandene ist wirklich Gottes Sohn, ist wirklich Gott! - Thomas ist jetzt mit seinem Glaubensbekenntnis ebenso schnell und ebenso eindeutig wie ehedem mit seinem Zweifel.
Er stellt nun keine Bedingungen mehr, sondern er glaubt, und zwar bedingungslos. Was für eine tiefe, herrliche Verwandlung!
Wenn wir an herzergreifende Filme im Kino oder im Fernsehen denken, wäre genau dies doch eigentlich die geeignete Stelle für das happy-end! Sicher sind in diesem Augenblick damals auch ein paar Freudentränen geflossen, und das käme für die Zuschauer heute auch gut rüber. Der Evangelist Johannes will jedoch keine gefühlvolle Story bieten, nach dem Motto „Jesus – hautnah“ .
Im Bibeltext kommt das eigentliche Aha-Erlebnis für uns als Leser und Hörer erst im Anschluss daran: Jesus antwortet Thomas schließlich noch, denn dort steht: „Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
Jesus sorgt sich also um den Glauben des Thomas, aber eben nicht nur um dessen Glauben. Er hat auch uns alle im Blick. Thomas hat geglaubt, weil er Jesus unmittelbar mit eigenen Augen sehen durfte. Diese Gelegenheit, dieses Glück hat nicht jeder. „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ - Diese Aussage ist dem Auferstandenen sehr wichtig. Wir haben also nicht Pech gehabt, wenn wir nicht damals gelebt haben und dabei waren.
Der Gedanke geistert schon seit den ersten christlichen Gemeinden in den Köpfen herum: „Ach, hätte auch ich Jesus leibhaftig gesehen, dann könnte ich viel leichter glauben!“
Das sieht Jesus offenbar anders. Handfeste Beweise – das ist schön und gut. Der Glaube ist jedoch etwas anderes als die Aktenberge für eine Gerichtsverhandlung. Wenn du nach Beweisen fragst, benimmst du dich wie einer, der von seinem Ehepartner verlangt, er solle gefälligst seine Liebe zu dir beweisen.
Ist das eine gute Basis für eine glückliche Ehe? Wird dir das wirklich weiterhelfen? Was kommt danach als Nächstes? - Die Kernfrage beim Glauben ist daher die Frage nach dem Vertrauen. Vertraue ich Jesus? Vertraue ich mich ihm grundsätzlich an? Oder lasse ich den Zweifel übermächtig werden, so wie das Unkraut in kurzer Zeit einen ganzen Garten ruinieren kann?
Jesus hat Recht. Diejenigen, die sich vertrauensvoll auf ihn einlassen, die sind im Grunde viel besser dran als diejenigen, die nach Beweisen verlangen. Wer Beweise will, der braucht morgen oder in der nächsten Krise wieder neue Beweise, und bald danach wieder neue Beweise und so weiter. So jemand wird abhängig von seiner jeweiligen religiösen Wetterlage. Wirklich froh, ja selig sind die, welche „JA“ gesagt haben und bei ihrem „JA“-Wort des Glaubens bleiben. In der Krise wissen diese Christen genau: Das ist wie mit der Sonne – sie scheint auch dann, wenn ich sie gerade nicht sehen kann! Jesus ist bei uns, auch wenn ich ihn nicht mit meinen Händen begreifen kann. Solche Menschen sind die wahren Glückspilze, sagt Jesus. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ganz viel Glück!
Predigt: „Gott schafft Neues, indem er den Zweifel überwindet“ (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Predigt: „Der Auferstandene hat seine Wunden behalten“
>> BITTE KLICKEN !
Papst Benedikt über den „ungläubigen“ Thomas
>> BITTE KLICKEN !
WiBiLex – Bibel-Lexikon im Internet
>> BITTE KLICKEN !
„ADSUM“ – der Film zum Priesterjahr 2010
>> BITTE KLICKEN !
Monatsthemen Pfarrbriefservice: April 2010 = „Beichte…“
>> BITTE KLICKEN !
Beratungsportal des Deutschen Caritasverbandes
>> BITTE KLICKEN !
Datenbank: Burgen und Schlösser in Deutschland
>> BITTE KLICKEN !
Lecker: Aufregung bei Familie Schmitz: Die 17-jährige Tochter bringt ihren neuen Verehrer am Sonntag zum Abendessen mit. Der Freund ist vom üppigen Essen begeistert und macht der Hausfrau ein Kompliment: „Also, so gut wie bei Ihnen habe ich schon lange nicht mehr gegessen!“ - Alles strahlt, bis man die Ergänzung des kleinen Bruders deutlich hört: „…und wir auch nicht!“
Statistisch korrekt: Wenn ein Jäger bei der Jagd einmal am Hasen links vorbeischießt und einmal rechts vorbeischießt, dann ist der Hase durchschnittlich gesehen tot.
Zurück zur Hauptseite? >> BITTE HIER KLICKEN !