27.01.2009

4. Sonntag im Jahreskreis B - 01.02.2009

(Fortsetzung)

Aber die pure Angst spricht aus der Nachfrage, wozu Jesus gekommen ist. Was die Menschen ringsum noch nicht erkannt haben, das haben ausgerechnet diese Mächte längst kapiert:

In Jesus begegnet ihnen gerade in diesem Augenblick derjenige, den sie respektvoll als den „Heiligen Gottes“ betiteln.

Die dunklen Mächte erkennen also die Heiligkeit des Gottessohnes, sie wissen sehr wohl, dass er der Messias ist. Aber wie man sehen kann, führt das keineswegs zu freiwilliger Umkehr und zum Glauben, sondern trotz dieses Wissens lehnen sie Jesus als ihren Herrn und Meister ab.

Da mag vielleicht manch einer denken: Ach, so ist das eigentlich auch bei vielen modernen Menschen, die genug über Jesus wissen, aber ihm noch lange nicht nachfolgen wollen.


Jedenfalls signalisieren die Kräfte, die diesen Mann besetzt und in ihrer Gewalt haben, dass sie diesen Menschen nicht kampflos aufzugeben gedenken.

Sie pokern ganz schön hoch und suchen mit lautem Getöse die direkte Auseinandersetzung mit Jesus: „Was haben wir mit dir zu tun…?“ - so schreien sie ihn an.

Das soll heißen: Was du tust, das geht uns nichts an, aber für dich gilt auch: was wir tun, das geht dich nichts an! Halte dich also da raus! Das ist unser Einflussgebiet, nicht deines!


Doch Jesus hat nicht vor, mit ihnen in irgendwelche Verhandlungen einzutreten. Mit dem Bösen schließt man keine Kompromisse und keine Waffenstillstands-Verhandlungen. Wenn man dem auch nur einen Finger reicht, nimmt es garantiert die ganze Hand.

Sabbatruhe hin oder her, hier muss Jesus eingreifen. Die bösen Mächte haben einen Menschen zu ihrem Spielball gemacht. Mit einem einzigen Machtwort aus dem Munde Jesu ist dieser Spuk zu Ende. Ein letztes Mal hat sich das Böse aufgebäumt und den Mann hin- und hergeschleudert. Dann verlässt es ihn mit wütendem Gebrüll.


Wir wissen nicht genau, welche teuflischen Mächte diesen Mann so lange gepeinigt haben. Das ist auch nicht die Hauptsache. Das Evangelium selbst formuliert, was hier wirklich wichtig ist: „Da er-

schraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.“ - Das heutige Evangelium stellt es unmissverständlich und für jeden klar: Ja, es gibt das Böse, und das Böse kann furchtbare Macht über Menschen gewinnen.

Uns fällt es nicht schwer, dem zuzustimmen. Wir brauchen z.B. nur an die entsetzlichen Geschehnisse in den Konzentrationslagern des Dritten Reiches zu denken. Wenn wir die Nachrichten sehen, wird uns auch oft genug vorgeführt, zu welchen Grausamkeiten und schreienden Ungerechtigkeiten Menschen fähig sind, im Namen von was auch immer. Selbst das Personal in Mutter Kirche hat sich im Laufe der Geschichte nicht immer sonderlich mit Ruhm bekleckert.


Das Evangelium bestätigt aber nicht nur, dass es das Böse gibt. Es demonstriert auch, wer wirklich das Sagen hat, auch wenn das leider in unserem Alltag nicht immer so offensichtlich wird wie hier.

Die Menschen in der Synagoge haben es damals auf den Punkt gebracht: Wer solche Wundertaten allein durch sein Wort vollbringt, der ist ganz sicher mit göttlicher Vollmacht ausgerüstet. Ja, diese Tat ist sogar eine verkündete Lehre. Jesus erteilt ihnen eine Lehre. Bei ihm können sie in die Lehre gehen, wenn sie ihm nachfolgen.


Die bösen Geister dieses Mannes sind vertrieben. Er kann aufatmen und ein ganz neues Leben beginnen. Ob er sich bei Jesus dafür bedankt hat, wird im Evangelium nicht verraten.

In jeder Taufe und bei der Tauferneuerung in der Osternacht werden auch wir heutzutage daran erinnert, dass die bösen Mächte keineswegs in Winterschlaf gegangen sind. Wir sind konkret aufgerufen, wachsam zu sein und Widerstand gegen das Böse zu leisten: „Widersagt ihr dem Bösen?...Widersagt ihr dem Satan?“ heißt es, und von uns allen wird eine klare Absage erwartet: „Ja, wir widersagen!“


Doch mit dieser feierlichen Absage allein ist die Angelegenheit nicht ein für allemal erledigt. Oft genug möchte man fragen: „Was ist bloß in uns gefahren?“ Das ist wie mit einer chronischen Krankheit, die immer wieder versucht, sich zum Angriff auf unser Immunsystem zurückzumelden.

Aktuell in die Schlagzeilen geraten ist die Banken- und Finanzkrise. Etliche Leute als Verkäufer und auch als Kunden konnten den Hals nicht voll genug kriegen.

Die Folgen breiten sich jetzt lawinenartig aus, viele Milliarden und vor allem viele Existenzen wurden schlagartig vernichtet. Die eigentliche Krise sitzt aber viel tiefer. Was ist da bloß in uns gefahren?-

In der modernen Gesellschaft breitet sich die Gier in jeder denkbaren Variation aus wie die Finanzkrise. Die Gier nach Macht, die Gier nach immer mehr Geld, nach immer mehr Nervenkitzel, die Gier nach Sex, die Gier nach Anerkennung und nach vielem mehr. Man lebt so, als sei das Leben wie immerwährende Olympische Spiele: Es muss noch ein Rekord sein, man braucht noch eine Trophäe, noch einen Pokal. Man sortiert die

Menschen in Sieger und in Verlierer. Pech gehabt, dass du so krank bist! Pech gehabt, dass du in einem armen Land lebst! Pech gehabt, dass du keine reichen Eltern hast!


Da ist so einiges Unheilvolle und Böse, in uns, in die heutige Gesellschaft, hineingefahren. Achten wir als Christen immer darauf, dass diese Quälgeister nicht auch von uns Besitz ergreifen und uns zu Besessenen machen!



Fotos und Infos: Kafarnaum

>> RECHTSKLICK !


Predigt Pater Werner Schwind SJ (pdf)

>> RECHTSKLICK !


Predigt Eberhard Gottsmann

>> RECHTSKLICK !


Markus Brunner Predigt (pdf)

>> RECHTSKLICK !


Meine Gedanken zu „Darstellung des Herrn“ 2.2.

(Lk 2,22-40) >> RECHTSKLICK !


„Beichte für Anfänger“ (Infos der Karl-Leisner-Jugend)

>> RECHTSKLICK !


Beispiel: Psychotherapeut Pater Dr. Jörg Müller SAC

>> RECHTSKLICK !


Theologie-Manuskript: „Versöhnung“ (pdf)

>> RECHTSKLICK !


Der „Fall“ Anneliese Michel – Dämonisch besessen?

>> RECHTSKLICK 1 !

>> RECHTSKLICK 2 !



Ein wortgewaltiger Prediger ist in der kleinen Gemeinde zu Gast und gibt sein Bestes, um die Gläubigen zu einem engagierten Christentum zu bewegen. So zieht er alle Register und droht am Schluss mit theatralischer Geste mit den ewigen Qualen der Hölle. Man sieht es den Gesichtern an:

die ganze Kirche ist geschockt und zittert vor Angst.

Doch da traut er seinen Augen kaum: in der letzten Reihe sitzt ein Mann und grinst ständig vor sich hin. Erbost donnert der Prediger vom Ambo: „Auch wenn Sie so tun, als ginge Sie das Ganze nichts an – Ihnen da hinten wird das Lachen schon noch vergehen!“

Einen Moment eisige Stille, dann schallt es lautstark zurück: „Irrtum, Hochwürden, ich bin nämlich gar nicht von hier!“


Ein jüdischer Rabbi geht am heiligen Sabbat einige Schritte spazieren. Wie es das Schicksal so will, sieht er ausgerechnet heute eine Geldbörse auf der Erde liegen. Natürlich weiß er, dass er gegen die Sabbat-

ruhe verstößt, wenn er das gute Stück aufhebt, dann das wäre verbotene Arbeit am geheiligten Tag.

Da ist intensives Nachdenken vonnöten. Nach einer Weile fällt der Rabbi mit einem glücklichen Gesichts-

ausdruck auf die Knie und ruft: „Ich danke dir, Herr, für dieses große Wunder. Überall ringsum ist Sabbat, nur an dieser Stelle nicht!“


zurück zur Hauptseite?

>>> KLICKEN !



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Zur Zeit keine Kommentare möglich.

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.