26.05.2009

Pfingstsonntag - 31.5.2009

(Fortsetzung)

Wer durch die Sünde zusammengebrochen und wie tot war, kann durch die Atemspende des Heiligen Geistes neu leben und noch mehr: Der Heilige Geist kann wie Sauerstoff in die Blutbahn gelangen, kann Mut und Kraft geben, als Christi Jünger zu leben und davon Zeugnis zu geben.

Nur mit der Hilfe des Heiligen Geistes konnten die Jünger damals den Auftrag Jesu erfüllen: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“

Sie waren jetzt im wahrsten Sinne des Wortes

be – geistert. Nun konnten sie das Wort Gottes verkünden, die „frohe Botschaft“, wie das Wort „Evangelium“ übersetzt heißt. Ein Teil dieser frohen Botschaft ist, dass sie in der Kraft des Heiligen Geistes Sünden vergeben können.


Das fällt schon auf - die Zusage der Sünden-

vergebung steht im Text ganz unmittelbar im Zusammenhang mit dem Heiligen Geist!

Wer wirklich Jünger Jesu ist, der erledigt also Auftragsarbeiten und nicht eigene Ideen. Wer wirklich Jünger Jesu ist, kann vergeben, wenn sich jemand an ihm versündigt hat.

Im Vater-unser hat uns Jesus gelehrt zu beten: „…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. - In jeder Heiligen Messe verpflichten wir uns dazu, das sollte man nicht vergessen!

Über die Größe Gottes kann man nur immer wieder staunen – er traut uns das also zu, wir können das, im Sakrament der Buße, aber auch auf andere Weise.


Was aber kann dann der Hinweis Jesu bedeuten: Wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ - Wörtlich heißt es eigentlich: „Wem ihr die Sünden festhaltet…“ - Das gibt es auch, dass Menschen im Zustand der praktischen Gottlosigkeit bleiben, vielleicht zwar „ja,ja“ zu Gott sagen, aber in Wirklichkeit doch ganz gegen den Heiligen Geist leben.


Gott ist die Liebe, aber seine Liebe zwingt niemand zu seinem Glück! Wer meint, ohne Pfingsten in seinem Herzen leben zu wollen, wer keine Einsicht in seine Schuld hat, der bleibt im Zustand der Sünde, dem kann nicht vergeben werden!

Da sind wir wieder ganz am Anfang der heutigen Predigtgedanken: Es gibt diese Gefahr, nicht gestört werden zu wollen und auch die Gefahr, ein-

fach nicht wissen zu wollen, was Gott von uns will. Das ist wie beim Handy: Wer es immer ausge-

schaltet hat, kann auch keine wichtigen Nachrichten bekommen!

Er oder sie hat sich selbst ausgeschlossen.

So ist das mit Pfingsten: Wer sich wie mit einer Sonnencreme eingerieben hat, sozusagen mit „Gottesschutz-Faktor 24“, in dessen Herz dringt der Geist Gottes nicht ein.


Dies betrifft natürlich nicht nur die sogenannten Fernstehenden, sondern uns alle, jeden in der christlichen Gemeinde. Wenn wir uns z.B. in der Heiligen Messe gegenseitig den Friedensgruß geben und Jesu Worte nachsprechen: „Der Friede sei mit dir!“, dann geht es nicht nur um den Frieden zwischen denen, die da gerade mehr oder weniger zufällig nebeneinander in einer Bank sitzen und sich mehr oder weniger gut verstehen. Beim Friedens-

gruß handeln wir pfingstlich, im Geiste Gottes: Ja, Gottes Friede soll über dich kommen, über alle hier, ausnahmslos und ohne unsere persönliche Abneigung oder Zuneigung.

Im Friedensgruß reiche ich dem die Hand, den Gott neben mich gesetzt hat. Ich gebe den Gruß, aber ich empfange ihn auch. Und wer schon mal darauf geachtet hat, wie froh viele dabei sind, der ahnt vielleicht ein wenig von der liebenden Kraft und den Möglichkeiten, die der Heilige Geist noch für uns parat hat, wenn wir ihm das Steuer unseres Lebens überlassen.

Komm, heiliger Geist, bitte störe mich!


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Matthias Niche: Einige Gedanken zur Beichte

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Ein Manta-Fahrer zum anderen: "Ich habe mein Puzzle jetzt endlich fertig."

Der Andere: "Ach ja ? Und wie lange hast du dafür gebraucht ?"

Erster: "Na etwa sechs Monate."

Zweiter: "Ist das gut ?"

Erster: "Ich denke schon, auf der Packung stand:

4 bis 6 Jahre !"


Klein Peter muss zur Strafe 100 mal schreiben: "Ich darf den Lehrer nicht duzen." - Er schreibt es 200mal. "Warum denn das?", fragt der Lehrer.

Peter: "Weil ich dir eine Freude machen wollte!"


Musterung beim Bund. "Na was sind Sie denn von Beruf?" fragt der Arzt.

"Ich bin Komiker!"

"Komiker, interessant! – Na, dann zeigen Sie mal, was Sie können!"

Der Komiker reißt die Tür auf und brüllt raus: "Ihr könnt alle heimgehen! Ich habe die Stelle gekriegt!"


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18.05.2009

7.Sonntag der Osterzeit B - 24.5.2009

(Fortsetzung)

Die Welt will nichts von Gott wissen. Das würde nur stören. Dann müsste man sich ja ändern.

Das geheime Motto: „Ich konsumiere, also lebe ich“ würde in Frage gestellt, und die Ausplünderung unseres Planeten auch. Das will diese Welt nicht. Sie will sich von Gott nicht dreinreden lassen. Die Welt wird also verstanden als die Masse derer, die mit Gott bewusst nichts mehr am Hut haben wollen, die nach ihren eigenen Gesetzen leben. Wir Christen aber müssen uns diese Frage immer wieder stellen, wozu wir auf Erden sind, und welche Konsequenzen das hat.


Wie es im Gebet Jesu schon heißt: Wir werden nicht von Gott aus dieser Welt genommen und in einen katholischen Luftschutzkeller gesteckt. Doch wie in der Vaterunser-Bitte „und führe uns nicht in Versuchung“ sagt Jesus auch hier: Vater, bitte bewahre sie vor dem Bösen, das hier überall so prächtig wuchert.


Jesus legt also in diesem Gebet die Verantwortung für die Seinen in die Hände seines Vaters zurück. Er weiß, dass sein Abschied bevorsteht. Nun bittet er den Vater, sie zu schützen und zu bewahren, damit sie nicht verloren gehen. Er kann diese Aufgabe bald nicht mehr wahrnehmen.


Doch der Schutz der Seinen hat nicht das Ziel, ihnen das Erdenleben zu erleichtern. Im heutigen Text heißt es: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.“ - Jesus hat also stets die Gemeinschaft der Christen im Blick. Der von Jesus hier so inständig erbetete Schutz bezieht sich darauf, dass sie eins sind, wie Jesus und sein Vater eins sind. Daran sehen wir, welch einen hohen Rang die Einheit der Christen in den Augen Jesu hat. Dabei geht es nicht an erster Stelle um die Einheit der Konfessionen, um Ökumene.

Jesus formuliert ja: „…damit sie eins sind wie wir.“ – Was für ein imposantes Bild: die Christen eins wie Gott, noch weit mehr als ein Herz und eine Seele. Zank und Streit, Zerwürfnisse und Ungerechtigkeiten sind der Christen weltweit und vor Ort nicht würdig. Wenn Christen in ihren Gemeinden im Geiste Jesu aufeinander zugehen und miteinander reden, ist schon viel gewonnen.


Doch Jesus geht es um noch mehr.

In seinem heutigen Gebet heißt es:

„Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.“ - Wir sind also Gesandte, wir sind Botschafter. Wir sind auf Erden nicht im Wellness-Urlaub, nicht in den großen Ferien oder Flitterwochen. Wir sind gesandt, wir sind mit einem Auftrag ausgerüstet, wir sind wie Paketzusteller im Dienst. Das Paket, das wir den Menschen bringen sollen, ist natürlich die Frohe Botschaft Jesu vom Reich Gottes, das uns versprochen ist.


Wir sind aber nicht nur gesandt, sondern wir sind und werden in der Wahrheit geheiligt, sagt uns der heutige Text. Jesus heiligt die Seinen in der Wahrheit, und darum bittet er hier auch seinen himmlischen Vater.

Bei dem Wort „heilig“ herrscht heute oft das Missverständnis, es gehe um völlig unnahbare, abgerückte Athleten des Glaubens, Supermänner und Superfrauen, die am besten rund um die Uhr Halleluja singen und händeringend Leute suchen, an denen sie das nächste Wunder wirken. Und selbstverständlich trinken sie nur Weihwasser, wenn überhaupt.


Wer so denkt, hat natürlich den Vorteil, dass er oder sie das Thema „heilig“ für sich selbst sofort als völlig unerreichbar zum Abfall geben kann. Das hat sich wohl erledigt. Die ersten Christen dachten nicht so, und Jesus auch nicht. Das Wort „heilig“ hat wenig mit dem hochglanzpolierten Heiligenschein zu tun. Vielmehr bedeutet „heilig“ dem Wortsinn nach: ausgesondert sein, sich bewusst vom Gewöhnlichen abwenden.


Natürlich gibt es sie, die ganz Großen unter den Christen, die mit Recht als Heilige öffentlich verehrt werden. Denken wir nur an die vielen, die ihr Leben für ihren Glauben hingegeben haben. Doch nicht ohne Grund feiern wir auch Allerheiligen. Es gibt eben weit mehr Heilige, als uns bewusst ist. Manche haben so unauffällig gelebt, dass nur Gott um ihre Heiligkeit weiß.


Jesus möchte jedenfalls, wie wir heute wieder erfahren haben, dass seine Jünger „in der Wahrheit geheiligt sind“. In seinem Gebet, das schon fast wie ein Testament, wie ein Vermächtnis klingt, liegt ihm das sehr am Herzen. Doch was heißt das, in der Wahrheit geheiligt zu sein?


Wie wir wissen, sagt Christus von sich selbst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Jesus ist der eigentliche Heilige Gottes, der mit seinem Opfertod am Kreuz der Wahrheit endgültig zum Sieg verholfen hat.

Entgegen unserem modernen Lebensmotto: „Ach, eigentlich haben doch alle irgendwie Recht“, das die Bequemlichkeit als Toleranz ausgibt, sagt die Bibel ganz klar: Es gibt die Wahrheit, und diese Wahrheit spricht aus dem Wort Gottes, spricht aus Jesus.


Jesus möchte, dass wir alle geheiligt werden, heilig werden durch die Wahrheit des Wortes Gottes. Dadurch, dass wir das Wort Gottes in uns aufnehmen und es für unser Leben annehmen, legen wir unser persönliches Bekenntnis ab. Es ist eben nicht alles Jacke wie Hose, und es genügt eben nicht, wenn alle irgendwie doch so ein bisschen auf ihre Art an Gott glauben.


Damit macht sich ein Christ natürlich unbeliebt. Die Folge spricht Jesus selbst im heutigen Evangelium aus: „Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehaßt, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.“

Die Jünger Jesu sind nicht von der Welt. Dafür werden sie abgelehnt, belächelt, benachteiligt oder gar verfolgt. Wer Christus nachfolgt, muss sich schon auf einige Unannehmlichkeiten gefasst machen, wie etwa diese: Wie, Sie sind katholisch? Was, Sie gehen immer noch zur Kirche? - Nun sehen Sie das doch mal locker, man lebt schließlich nur einmal…!


Vielleicht kennen Sie das auch, diese oder ähnliche Sprüche. Inzwischen tut diese Welt so, als sei es z.B. das Natürlichste der Welt, schwul zu sein. - Aber katholisch? Nein, das ist doch schon fast eine Zumutung für die Allgemeinheit! Mit dem Reden von der Wahrheit und dem Willen Gottes stören wir Christen doch nur den faulen Frieden, wie diese Welt ihn gerne hat.


Lassen wir uns nicht täuschen! Diese Welt hat nun wirklich noch ganz andere Fieber-Krankheiten als nur die Schweinegrippe. Keine davon darf uns Christen wurstegal sein.

Zu gefährlich sind sie, zu ansteckend, und manchmal kosten sie die Existenz, das Leben.

Ein Mundschutz und ein paar Tabletten reichen zum Schutz vor dem Fieber dieser Welt nicht aus. Dass wir die Koffer packen und aus dieser Welt fliehen, das will Jesus auch nicht. Also braucht man einen anderen Schutz vor diesen Ansteckungskrankheiten, die den Glauben angreifen.


Jesus spricht im heutigen Evangelium zum himm-

lischen Vater: „Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.“ - Das heißt: Jesus möchte, dass alle seine Jünger Anteil haben an seiner himmlischen Freude, und zwar „in Fülle“, also in einem verschwenderischen Übermaß.

Ganz voller Freude wünscht er sich die Seinen auf Erden. Es ist die Freude, ein geliebtes Kind Gottes zu sein, einen festen Platz in seinem Herzen zu haben und von ihm behütet zu sein.

Christen sind also nie alleingelassen auf der Welt. Wenn sie in der Wahrheit des Glaubens zu leben versuchen, stehen sie unter Gottes Schutz. Wenn das keine Freude ist…!




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Wie viel Erde braucht der Mensch?

Einem armen Bauern, der kaum das Nötigste zum Leben hat, wird eines Tages ein unerwartetes Glück zuteil. Ein reicher Grundbesitzer erlaubt ihm, so viel Land als sein Eigentum zu betrachten, wie er in der Zeitspanne zwischen Sonnenauf- und -untergang zu Fuß umgehen kann. Die einzige Bedingung: Er muss, wenn die Sonne untergeht, genau wieder an dem Punkt angekommen sein, an dem er morgens aufgebrochen ist.

Zunächst ist der arme Bauer überglücklich, weil er bei weitem nicht den ganzen Tag brauchen wird, um so viel Land zu umwandern, wie er zu einem reichlichen Lebensunterhalt braucht.

So geht er frohen Mutes los, ohne Hast, mit ruhigem Schritt. Doch dann kommt ihm der Gedanke, diese einmalige Chance auf jeden Fall auszunutzen und so viel Boden wie nur eben möglich zu gewinnen.

Er malt sich aus, was er alles mit dem neu gewonnen Reichtum anfangen kann. Sein Schritt wird schneller, und er orientiert sich am Stand der Sonne, um nur ja nicht den Zeitpunkt zur Rückkehr zu verpassen.

Er geht in einem großen Kreis weiter, um noch mehr Land zu erhalten. Dort will er noch einen kleinen Teich hinzu bekommen, hier eine saftige Wiese und da ein kleines Wäldchen. Sein Schritt wird hastig, der Schweiß der Angst tritt ihm auf die Stirn.


Endlich, mit letzter Kraft, ist er am Ziel angekommen: Mit dem letzten Strahl der untergehenden Sonne erreicht er den Ausgangspunkt. Ein riesiges Stück Land gehört nun ihm. Doch da bricht er vor Er-

schöpfung zusammen und stirbt. Sein Herz war der Belastung nicht gewachsen. Es bleibt ihm jenes winzige Stück Erde, in dem er beerdigt wird; mehr braucht er jetzt nicht mehr!

Leo Tolstoi



Leider geistlos: An Pfingsten wollte ein Pfarrer eine Predigt halten, über die noch tagelang gesprochen werden sollte. Deshalb besorgte er sich als besonderen Gag eine Taube und gab dem Küster den Auftrag, die Taube zum abgesprochenen Stichwort "der Heilige Geist kam herab" schnell aus dem Käfig vor der Sakristeitür zu nehmen und in die Kirche fliegen zu lassen. In der Predigt fiel denn auch das Stichwort, aber der Küster schüttelte merk-

würdigerweise nur den Kopf. Der Pfarrer war etwas ungehalten und wiederholte das Stichwort noch einmal lauter.

Da rief der verzweifelte Küster aus der Sakristei:

"Herr Pfarrer, der Heilige Geist kommt heute nicht,

er ist gerade von Ihrer Katze gefressen worden!"



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11.05.2009

6.Sonntag der Osterzeit B - 17.5.2009

(Fortsetzung)

Das klingt für unsere Ohren ungewohnt. Was haben denn Gebote mit Liebe zu tun? Haben wir nicht sowieso schon genug Paragraphen, Richtlinien und Verbote, auch in der Kirche?

Wie meint Jesus das also: „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben“?

Mit Geboten meint Jesus natürlich keine Gesetze und Paragraphen. Es geht allgemein um das, was Gott von uns erwartet, um die Erfüllung seines Willens. Im Vaterunser beten wir es alle: „Dein Wille geschehe!“


Wenn wir auch wirklich meinen, was wir da sagen, dann leben wir bereits nach den Geboten Gottes. Nicht, was unser Wille und manchmal auch unser Dickkopf ist, sondern der Wille Gottes soll gelten, beten wir.

Wenn wir so leben, dass Gottes Wille von uns wirklich akzeptiert wird, dann hat die Liebe Jesu natürlich Platz in uns. Wenn wir dagegen Gottes Willen für uns innerlich ablehnen, wenn wir Gott in Wirklichkeit nicht so recht über den Weg trauen, hat Jesu Liebe es in uns schwer.

Das ist wie bei der Liebe unter Menschen: wenn einer das Liebeswerben des anderen ablehnt, wenn die Zuneigung nur einseitig ist, dann hat diese Verbindung keine Chance. Dann steht da unsichtbar ein großes Schild: „Zutritt verboten!“


Wer aber als Christ bewusst und immer wieder neu versucht, den Willen Gottes im eigenen Leben zu suchen und darin einzuwilligen, der gewährt der Liebe Jesu freien Zugang. Dann kann die Liebe Jesu wirken wie ein heilsames Medikament. Wer dagegen die verordnete Arznei daheim ungeöffnet liegen lässt, der kann leider nicht gesund werden. Jesus ermahnt darum alle, die ihm nachfolgen wollen: Lasst den Willen Gottes in euer Herz hinein, dann werdet ihr ganz handfest erfahren, wie meine Liebe in euch ist und bleibt.


Sogar von Freundschaft spricht Jesus, denn er sagt: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“

Das Leben für die Freunde hingeben – hier klingt das unmittelbar bevorstehende Leiden Jesu deutlich an. Jesus gibt sein Leben hin, er verschenkt es gewisser-

maßen an die, welche er in sein Herz geschlossen hat, an seine Freunde.

Wenn Jesus seine Jüngern und uns ausdrücklich als Freunde bezeichnet, ist dies eine große Ehre für uns. Wir sind nicht Knechte, die nur Befehle und Dienstanweisungen ausführen. Nein, wir sind Freunde. Jesus sagt ganz betont: „Ihr seid meine Freunde…“ – das ist also kein Privileg, dass wir uns erst noch mühsam erarbeiten müssten. Jesus macht uns seine Freundschaft ausdrücklich zum Geschenk!


Was ein Freund oder eine Freundin ist, das wissen wir. Freunde gehen ganz vertraulich miteinander um, sie können sich alles sagen. Es ist selbstverständlich, dass Freunde zuhören, aber auch schweigen können. Freunde gehen miteinander durch dick und dünn. Sie kennen sich ganz genau und haben keine Geheimnisse voreinander. Da ist es gar nicht nötig, sich alles haarklein mit Worten zu erklären. Gute Freunde fühlen, wie es dem anderen geht.


Freunde sind natürlich ver-

schiedene Personen mit unterschiedlichem Aussehen, Charakter und Temperament.

Es kann durchaus sein, dass der eine sein Frühstücks-Ei noch halb flüssig bevorzugt, während der andere sich schon beim bloßen Gedanken daran schüttelt und das Ei nur essen kann, wenn es fast steinhart gekocht ist. Dennoch sind unsere beiden Ei-Esser Freunde, denn in den wirklich wichtigen Fragen denken sie ähnlich. Und vor allem: sie wissen, wie sehr sie sich aufeinander verlassen können; zu jeder Tages- und Nachtzeit sind sie füreinander einsatzbereit.


Wen Jesus zum Freund erwählt hat, der kann sich wirklich glücklich schätzen. Er weiß, dass er von Jesus geschätzt und geliebt ist. Jesus hat seine Treue und Verlässlichkeit schon dramatisch unter Beweis ge-

stellt, bis hin zum Tod am Kreuz. Mehr Freundschaft geht nun wirklich nicht. Was Jesus von seinen Freun-

den erwartet, das hat er ja im heutigen Evangelium gesagt: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“


Daran hat es bei Jesus nie gemangelt: beim wirklichen Tun dessen, worauf es ihm ankommt. Denken wir beispielsweise an die Fußwaschung. Jesus macht sich dabei zum geringsten Diener. Trotz des Protestes der Apostel, denen das peinlich ist, besteht Jesus auf diesem Anschauungsunterricht. Natürlich hätte er auch mit vielen Worten erklären können, wie Liebe sich selbst klein macht und das Wohl des anderen im Blick hat. Jesus aber macht es ganz handfest und ganz fußfest. Er lässt keinen Millimeter Platz für falsche Interpretationen und Ausreden.

Nein, Jesus bringt es immer wieder auf den Punkt.

Wir haben seine klare Ansage: Von seinen Freunden erwartet er, dass sie auch tun, was er ihnen aufgetragen hat. Jesus nennt wohl ganz bewusst hier nur ein einziges Beispiel. Zu verschieden ist das,

was er seinen Freunden als Aufgabe anvertraut hat; zu verschieden sind die Plätze, die er persönlich angewiesen hat.


Für alle aber gilt, was er gleich zweimal im heutigen Evangelium sagt: „Dies trage ich euch auf: Liebt einander!“ – Unser Freund und Platzanweiser stellt also klar, dass es in einer christlichen Gemeinde nur ein Miteinander in Achtung und freundlicher Zuwendung geben darf. Dieser Auftrag gilt, und er ist zum Markenzeichen der Christen geworden, von denen heidnische Beobachter respektvoll sagten: „Seht, wie sie einander lieben!“


Zum Schluss nochmal zur Erinnerung und zum Einprägen der heutige Appell Jesu: „Bleibt in meiner Liebe!“ - jeder an seinem Platz. Sie und ich. Alle hier und überall. Wie man auf diese Liebes-Erklärung Jesu antwortet, das liegt an jedem selbst. Jeder hat die freie Wahl: Zutritt bei mir verboten - oder: bitte in mein Herz eintreten!


Predigt Pfr. Karl Sendker >> BITTE KLICKEN !


Predigt Pfr. Uwe John: „Nur die Liebe zählt“ (pdf)

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Predigt Dr. Johannes Neukirch: „Von nichts

kommt nichts“ >> BITTE KLICKEN !


Der heilige Pförtner: Bruder Konrad

von Parzham >> BITTE KLICKEN !


Familien-Feiern-Kirchenjahr: Christi Himmelfahrt

(18 S./pdf) >> BITTE KLICKEN !




"Es waren zwei Mönche, die lasen miteinander in einem alten Buch, am Ende der Welt gebe es einen Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren. Sie beschlossen, ihn zu suchen und nicht umzukehren, bevor sie ihn gefunden hätten.
Sie durchwanderten die Welt, bestanden zahl-

reiche Gefahren, erlitten alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die ganze Welt fordert, und alle Versuchungen,

die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen, man brauche nur anzuklopfen und befinde sich bei Gott.

Schließlich fanden sie, was sie suchten. Sie klopften an die Tür, bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete, und als sie eintraten, standen sie zu Hause in ihrer Klosterzelle. Da begriffen sie: Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, befindet sich auf dieser Erde an der Stelle, die uns Gott zugewiesen hat." (Quelle: unbekannt)


Klarer Fall: Auf dem Schulhof steht plötzlich eine große Menge Zuschauer um zwei Kampfhähne herum. Sofort eilt der Aufsichtslehrer herbei und zieht die beiden Kontrahenten auseinander. Seine erste Frage: „Also, wer von euch beiden hat die Schlägerei angefangen?“ –

Meint der eine: „Der da! Der hat zuerst zurückgeschlagen!“



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04.05.2009

5.Sonntag der Osterzeit B - 10.05.2009

(Fortsetzung)

Der himmlische Winzer weiß aber nur zu gut, was bei uns fruchtlos ist, was nur üppiges Grün und äußerer Schein ist, aber keine Lebensfrucht bringt. Er hat stets sein Ziel im Auge: die Ernte am Ende des Reifungsprozesses. Dafür müssen die guten Reben stets genug Nahrung und Licht bekommen.

Auch das kennen wir aus dem täglichen Leben: wer einem besonders wichtig ist, mit dem bleibt man gerne und regelmäßig in Verbindung. Wenn einem an einer Person etwas liegt, dann sorgt man schon dafür, dass der Kontakt nicht abreißt. Man bleibt im Gespräch. Liebende tun das selbst dann, wenn das manchmal nur per Telefon geht, eventuell sogar mit teuren Auslandsgesprächen. Die hohe Telefon-

rechnung nehmen sie dafür in Kauf. Liebende wollen zusammenbleiben, so gut das eben machbar ist.


„Bleiben“ ist auch das Stichwort Jesu im heutigen Evangelium. Ich habe es nachgezählt: insgesamt 9 mal kommt der Begriff in diesem Text vor. Nicht das Abschneiden schlechter Reben ist also das Haupt-

thema, sondern die feste, andauernde Verbindung, das Bleiben.

Jesus sagt es so: „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben…“


Wenn wir die Stelle in der Bibel aufschlagen, sehen wir sofort: nur wenig später beginnt das Leiden und Sterben Jesu. So dürfen wir die heutige Aussage Jesu auch als eine eindringliche Aufforderung Jesu an alle verstehen, die seine Jünger und Nachfolger sein wollen: Bleibt mir treu! Bleibt mit mir in fester Verbindung!

Genau wie eine Rebe könnt ihr aus euch selbst nicht wirklich Frucht bringen. Das gelingt dauerhaft nur dann, wenn ihr von mir wie von eurem Weinstock dazu die nötigen Nährstoffe bekommt.


Jesus fordert von den Seinen also nicht irgendwelche olympiareifen Leistungen, die sie nur mit zusammen-

gebissenen Zähnen, leidendem Gesichtsausdruck und körperlich völlig erschöpft erreichen können.

Nein, Christsein und Nachfolge Jesu ist kein Kon-

kurrenzkampf und kein Leistungssport. Was Jesus erwartet, ist etwas anderes: es ist die Bereitschaft, in Verbindung zu bleiben, also etwas, das für Liebende das Selbstverständlichste der Welt ist.


Unsere moderne Welt hat dafür sogar einen englischen Ausdruck parat: die „Flatrate“. Bekannt wurde der Begriff besonders für Telefon und Internet. Als Käufer eines „Flatrate“-Tarifes hast du pauschal das Recht erworben, beliebig oft und beliebig lange zu telefonieren oder im Internet zu surfen. Früher nannte man das auf gut deutsch einfach einen Pauschal-Tarif. In einer Pauschale ist alles enthalten, wie bei einem Pauschal-Urlaub.


Solch eine Jesus-Flatrate sollte der Christ also haben, meint Jesus. Natürlich genügt nicht das Haben. Es wäre dumm, einen Pauschal-Tarif zu besitzen, ihn aber nicht zu nutzen. Nein, sagt Jesus, nur wenn ihr dauernd mit mir in Verbindung steht, werdet ihr gute Frucht bringen.

Das ist fast schon wie bei einem Kind im Mutterleib: Ohne die ständige Versorgung durch die Nabelschnur wird das Kind nicht wachsen und reifen können.

Für uns Christen ist es also die vordringlichste Aufgabe, mit Jesus in Verbindung zu bleiben. Das ist überhaupt nichts Anstrengendes. Vielmehr ist es unter Liebenden die natürlichste Sache der Welt.


Ja, das ist der springende Punkt:

die Liebe! Nur wer Jesus liebt und ihm vertraut, kann auf Dauer in dieser Abhängigkeit von ihm leben.

Dabei darf man nicht übersehen, dass man als Jünger Jesu schon längst in dieser festen Verbindung drin ist, man muss darum also nicht etwa bitten. Jesus sagte schließlich: „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.“ - Man kann ja logischerweise nur irgendwo bleiben, wenn man schon dort angekommen ist! Also ist jeder von uns schon in Jesus Christus, und der ist in jedem von uns. Das Stichwort „Taufe“ sollte hier genügen, um jeden von uns an den Beginn dieser Verbindung zu erinnern. In jedem Empfang der Heiligen Eucharistie stärkt der Herr diese Verbindung, indem er ganz konkret zu uns kommt.


Unsere Aufgabe ist es nicht, darüber zu grübeln, wie wir wohl am besten Frucht bringen für den Weinberg Gottes. Die Weinreben brauchen sich nicht um die Frucht zu kümmern, das macht schon der Winzer.

Die einzige Aufgabe der Weinreben ist es, mit dem Weinstock in dauernder Verbindung zu bleiben, deshalb ja auch die Jesus-„Flatrate“. Dann können die Jesus-Nährstoffe ungehindert fließen, und nach guten Pflegemaßnahmen durch den Winzer wird es eine reichliche Ernte geben.


Wir sollten also weder Erbsen noch Trauben zählen, nicht vergleichen und nicht rechnen. Nicht wir entscheiden, was abgeschnitten wird, sondern Gott, der Winzer. Überlassen wir das getrost dem Fachmann. Der weiß sehr genau, was verbrannt werden muss, damit es die anderen Reben nicht gefährdet.

Die französische Philosophin Simone Weil brachte es so auf den Punkt: „Warum sollte ich mir Sorgen machen? Meine Sache ist es, an Gott zu denken. Und Gottes Sache ist es, an mich zu denken.“


Und zum Schluss noch der Hinweis: Es fällt auf, dass Jesus sich an alle wendet, nicht an Einzelne: „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.“ - Einen Weinstock mit nur einer einzigen Rebe habe ich auch noch nicht gesehen. So geht es Jesus auch hier um die Gemeinschaft seiner Jünger.

Gemeinsam sollen wir in Verbindung bleiben, gemeinsam sollen wir die Heilige Messe feiern. Alleine Frucht bringen zu wollen, ist eine ziemlich langweilige und sogar sinnlose Angelegenheit. Auch bei den Christen gilt: Alle für einen, einer für alle! Und das auch noch zum kostenlosen Pauschal-Tarif! Also lasst uns stets Jesu Energie in uns aufnehmen, damit wir alle uns dereinst über die große Ernte mitfreuen können.





Eine Zeitlang möchte ich hier als ersten Linktipp Internetseiten von Pfarreien vorstellen, die mir positiv aufgefallen sind, z.B. durch Predigten, durch Pfarr-

briefe, durch gelungene Gestaltung usw. Gerne sind weitere Vorschläge Ihrerseits willkommen!


St. Johannes Gladbeck >> HIER KLICKEN !


Kath. Bibelwerk: Einführung und Lesehilfe

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Gottesdienstbausteine / Bildmeditation

(ab S.5 / pdf) >> HIER KLICKEN !


Predigt Ev. Ref. Gemeinde Giessen

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Klosterwein aus Israel

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Paten für Kloster-Weinberg in Bethlehem gesucht

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Klosterweingut St. Hildegard, Bingen

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Wichtiger Nachtrag: Religionsunterricht ist besonders in den höheren Klassen ein hartes Brot.

Als der neue Kaplan seine erste Stunde halten soll, grinst die Klasse ihn an und zeigt auf die Tafel. Dort steht in übergroßer Schrift: „Der Kaplan ist ein Esel!“ – Das Grinsen hält allerdings nicht lange an, denn der pfiffige Kaplan nimmt die Kreide und ergänzt den Satz: „… treiber!“


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