Als z.B. Mose Gott bat, dessen Herrlichkeit auf Erden schon sehen zu dürfen, erklärte dieser ihm, das könne kein Mensch überstehen, er müsse dann sterben (Exodus 33,18-23). In der Heiligen Messe erinnern uns beispielsweise Gloria-Lieder wie „Großer Gott, wir loben dich“ oder das „Ehre sei Gott in der Höhe“ (im „Gotteslob“ Nr. 354) immer wieder an die ungeheure Macht und Heiligkeit des Gottes, den wir verehren.
Jesus will jedenfalls ganz bestimmt nicht, dass wir da nur „Bahnhof“ verstehen – ganz im Gegenteil! Erst wenn uns klar ist, um was es ihm hier geht, können wir die ganze Tragweite seines Gebetes spüren. In die Herrlichkeit, die Jesus vom Vater gegeben wurde, sollen alle Gläubigen mit hineingenommen werden. Auf alten Bildern sieht man das schön bei der Abbildung von Heiligen: ein kreisrunder Lichtglanz, ein von Gott geschenkter Heiligenschein, umstrahlt hell ihren Kopf. Die Heiligen sind dann im wahrsten Sinne des Wortes ein leuchtendes Vorbild. Und solch eine Leuchte kann im Grunde jeder werden, der wirklich an Jesus glaubt. Dieses Glauben ist freilich viel mehr als theologisches Wissen oder fromme Übungen. Im lateini-
schen „credere“ für „glauben“ schimmert das gut durch: Credere bedeutet so viel wie „jemanden sein ganzes Herz geben“. Damit ist eigentlich über wirkliches Glauben alles gesagt.
Der eigentliche Knackpunkt im heutigen Evangelium ist freilich ein anderer Begriff. Jesus sagt da: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast.“ - Vergessen wir den Zusammenhang nicht: Dieser Wunsch Jesu liegt ihm so sehr am Herzen, dass er seinen himmlischen Vater in dieser Abschieds-
stunde so dringend darum bittet. Die Einheit der Christen, das Einssein, hält Jesus für eine Grundbedingung dafür, dass die Welt zum Glauben kommt. Eins sollen die Christen sein, „damit die Welt glaubt“, heißt es.
Man könnte also fast sagen:Die Einigkeit der Christen ist so wie der liebevolle Umgang mit-
einander ihre zweite besondere Spezialität, gewissermaßen ihr Markenzeichen. So wie der Kunde ein bestimmtes Markenprodukt überall auf der Welt an ein-
deutigen typischen Merkmalen erkennen soll, vom Schriftzug auf der roten Cola-Dose bis hin zum Mercedes-Stern, so soll das auch bei den Christen sein. Die Welt kann sie eindeutig daran erkennen, dass sie eins sind.
Da denken wir zu Recht sofort an alle anstrengenden Bemühungen um die Ökumene, um das Miteinander der christlichen Konfessio-
nen. Gerade am diesem Sonntag geht in München der ökumenische Kirchentag zu Ende. - Die Ökumene ist ein schwieriges, um-
fassendes Thema und an dieser Stelle hier nicht zu erörtern. Nur so viel: Allzu leicht sind wir in der Versuchung zu resignieren, vielleicht erst recht nach diesem Wort Jesu. Da mag man doch denken:
eins sein – das können wir ja gar nicht schaffen, so verschieden wie wir sind.
Schauen wir also genauer hin auf das „Eins sein“, von dem Jesus da spricht. Da steht schon mal nichts davon, dass die Christen im Gleichschritt denken sollen. Das wäre ja auch sehr verwunderlich, denn schon bei den Aposteln gab es die verschiedensten Tempera-
mente und Ansichten. Wie wir wissen, gab es da durchaus mal Meinungsverschiedenheiten und sogar auch einmal Rang-
streitigkeiten. Die beiden „Donnersöhne“ Jakobus und Johannes wollten sich im Himmel doch tatsächlich die besten Plätze links
und rechts von Jesus sichern und baten ihn ausdrücklich darum
(Mk 10,35-45). Wie in der Textstelle vermerkt ist, wurden die anderen zehn Jünger über dieses Vordrängeln „sehr ärgerlich“. Jesus jedenfalls wies die Vorwitzigen sofort in die nötigen Schranken.
kommt: Da singen auch nicht alle in der gleichen Tonlage, und sogar die Melodieführung kann in den einzelnen Stimmen zeitweise eine andere sein. Aber alle zusammen singen harmonisch, singen schöne Akkorde – und vor allem: sie singen dasselbe Lied und befolgen die Anweisungen nur eines einzigen Dirigenten.
Und da kommen wir dem „Eins sein“ im Sinne Jesu schon näher: Natürlich sollen die Christen eins sein in dem, was sie über einzelne Punkte ihres Glaubens aussagen. Da ist es nur gut, auf die anderen Konfessionen zuzugehen und das Gespräch zu suchen.
Viel, viel wichtiger ist aber ein „Eins sein“ vor Gott, ein tiefes „Eins sein“ in der gemeinsamen Anbetung Gottes. Um diese Einheit bittet Jesus in seinem Abschiedsgebet vor allem.
Kommen wir zum Schluss zum Thema Bahnhof, das schon ganz am Anfang stand. Jesus möchte, dass die Gläubigen Anteil haben an seiner Herrlichkeit. Das sieht also ziemlich nach einer richtigen Gruppenreise aus. Da muss ich als einzelner Teilnehmer von der Abfahrt bis zum Zielort nicht sämtliche Bahnhöfe namentlich aufsagen können. Es kommt auch nicht darauf an, dass ich alle Zwischenstopps mit genauer Uhrzeit im Kopf behalte. Worauf es aber wirklich ankommt: Wir alle kommen absolut sicher ans Ziel, wenn wir uns wirklich immer am Reiseleiter orientieren. Sie wissen schon: Das wird herrlich…!
Archiv Pfarrgem. Albertus Magnus, Ottobrunn: „Herrlichkeit“>> BITTE KLICKEN !
Predigt Prälat Dr. Ferdinand Holböck
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Predigt Bischof (em.) Paul-Werner Scheele, Würzburg
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„Dein Herz an Gottes Ohr – Gebet als Beziehungspflege“ (pdf)
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Predigt Pfr. Karl Sendker
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Hauskreis Dortmund: Wie wir beten sollen (pdf)
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Kath. Jugend Österreich: Materialien zur Firmung
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Ein moderner Mensch verirrte sich in einer Wüste. Tage- und nächtelang irrte er umher. Wie lange braucht man, um zu ver-
hungern und zu verdursten? - Das überlegte er sich beständig.
Er wusste, dass man länger ohne Nahrung leben kann als ohne etwas zu trinken. Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn ausgedörrt. Er fieberte schon. Wenn er erschöpft ein paar Stunden schlief, träumte er von Wasser, von Orangen und Datteln. Dann erwachte er und taumelte weiter.
Da sah er plötzlich in einiger Entfernung eine Oase. „Aha, eine Fata morgana!“, dachte er. „Eine Luftspiegelung, die mich narrt und zur Verzweiflung treiben will, denn in Wirklichkeit ist gar nichts da.“
Er näherte sich der Oase, aber sie verschwand nicht. Sie wurde im Gegenteil immer deutlicher. Er sah die Dattelpalmen, das Gras
und die Felsen, zwischen denen eine Quelle ent-sprang. „Es kann natürlich nur eine Fantasie sein, die mir mein halb-
wahnsinniges Hirn vorgaukelt“, dachte er. - „Solche Fantasien hat man ja in meinem Zustand. Und jetzt höre ich sogar das Wasser sprudeln… - Eine Halluzination. Wie grausam doch die Natur ist!“ –
Mit diesem Gedanken brach er zusammen. Er starb mit einem lautlosen Fluch über die unerbittliche Bösartigkeit des Lebens.
Eine Stunde später fanden ihn zwei Beduinen. „Kannst du so etwas verstehen?“ sagte der eine zum anderen. „Die Datteln wachsen ihm ja beinahe in den Mund – er hätte fast nur die Hand auszustrecken brauchen. Und dicht neben der Quelle liegt er, keine fünf Meter vor der schönsten Oase – verhungert und verdurstet. Wie ist das möglich?“
„Er war ein eben moderner Mensch“, antwortete der andere Beduine. „Er hat einfach nicht daran geglaubt.“ -
(Quelle: mir leider nicht bekannt)
Das kleine Fritzchen wird von der Mutter zum Pfarrer geschickt, Gartenblumen für den Kirchenschmuck abgeben. Sie ermahnt den Kleinen noch: „Sage auch schön ‚Gelobt sei Jesus Christus’, wenn der Pfarrer die Türe öffnet!“ Wieder daheim angekommen, fragt die Mutter ihren Sohn: „Na, hast du auch schön ‚Gelobt sei Jesus Christus’ gesagt?“ Die Antwort des kleinen Mannes war: „Es war nur die Köchin da, und da hab ich natürlich gesagt: ‚Gegrüßet seist du, Maria’ .“ Jemand kommt in die Hölle und steht vor dem Teufel. Er darf sich eine von drei Kammern aussuchen, in die er gesteckt werden soll.
In der ersten Kammer werden alle mit glühenden Eisen verbrannt. Das sagt ihm nicht sehr zu. - In der zweiten Kammer wird bloß noch fürchterlich ausgepeitscht. Das ist ihm aber immer noch zu hart. -
In der dritten Kammer schließlich stehen sämtliche Insassen bis zum Hals in der Schei… und rauchen eine Zigarette. Da meint der Kandidat: „Das geht ja noch. Ich wähle die dritte Kammer!“ - Er stellt sich also zu den anderen bis zum Hals in die Schei… und steckt sich auch eine an. Nach 5 Minuten kommt plötzlich ein kleines Teufelchen und sagt: „So, die Zigarettenpause ist zu Ende, alle wieder untertauchen!"
Geht ein Mann in eine Metzgerei und sagt: „Ich hätte gerne 500 Gramm Leberwurst. Aber bitte von der groben, fetten!" Darauf der Metzger: „Tut mir leid, die hat heute Berufsschule!"
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Hinweis: Nächste Woche gibt es hier keine neue Predigt zu Pfingsten, sondern nur einen Verweis auf die Predigt Pfingstsonntag 2008. Die Lesungen des Lesejahres A dürfen
auch verwendet werden.

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