Wie froh ist man da, wenn ein lieber Mensch vor und nach einer Opera-tion bei einem bleibt und wacht und einem dabei die Hand hält! –
Der Beistand, den Jesus den Seinen ausdrücklich zusichert, ist also einer, der das Werk Jesu fortsetzt, der uns lehrt und die Botschaft Jesu vertieft und uns dabei an die Hand nimmt. Die Herde Jesu ist also keineswegs ohne himmlischen Helfer und Hirten. Manchmal entsteht freilich der Eindruck, dass die aktuellen irdischen Ober-
hilfshirten dabei nicht unbedingt bevorzugt behandelt werden, aber das ist ein anderes Thema.
Gott drängt seinen Beistand jedenfalls nicht auf. Er ist kein Verkäufer, der auf Kundenfang ist und irgendetwas lautstark und aufdringlich anpreisen muss. Gott redet, aber er überredet nicht.
Jesus erklärt im heutigen Evangelium auch, was der einzelne Christ dazu konkret tun soll: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest.“ - Das ist wie im richtigen Leben, wie in unserem Alltag. Wirkliche Freunde kann man leicht erkennen. Sie stehen zu einem, sie sind da, wenn man sie braucht, auf sie ist einfach Verlass.
Freunde Christi, die ihn aufrichtig gern haben, die ihn wirklich schätzen und ihr Leben nach ihm ausrichten wollen, die halten an ihm und an seinem Wort fest. Was Jesus gesagt hat und was in der Bibel nachzulesen ist, das dient auch dem heutigen Jünger Jesu wie eine Art Treppen-Geländer, das ihn vor dem Absturz bewahrt und unaufdringlich nach oben führt. Festhalten muss man sich aber schon am Geländer, sonst droht Stolpern und Lebensgefahr!Schön ist dabei der Original-Ausdruck für „festhalten“ im Neuen Testament. Man kann ihn nämlich auch so übersetzen: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort bewachen. – Es ist also nichts Passives, wozu Jesus rät, sondern ein aktives Handeln: Damit mir in meinem Alltagsleben das Wort meines Herrn nicht plötzlich oder auch ganz unauffällig und allmählich einfach abhanden kommt, muss ich diesen Schatz bewachen, behüten.
Da lief im Fernsehen kürzlichein Dokumentarfilm über einen der wenigen Köhler, die es in Deutschland noch gibt. Bis zu
25 Tonnen Holzkohle stellt dieser Mann in einem einzigen Arbeits-
gang her. Nicht nur der Aufbau des Kohlenmeilers erfordert viel Routine und Aufmerksamkeit, sondern erst recht der bis zu drei Wochen dauernde Vorgang des Verkohlens der Holzscheite. In dieser Zeit muss der Köhler stets vor Ort sein und ein sehr wachsames Auge auf den Verkohlungsprozess haben, bei dem über 300 Grad Celsius erreicht werden, ohne dass richtige Flammen entstehen dürfen. Über ständiges Öffnen und Schließen von Löchern für die Luftzufuhr regelt der wachsame Köhler den Prozess. Würde er nicht ständig am Meiler wachen, könnte dieser sogar noch in letzter Minute in Flammen stehen und komplett zu wertloser Asche verbrennen.
Als ich diesen Film sah, dachte ich an das heutige Evangelium und den Aufruf Jesu, sein Wort zu bewachen. Nur durch meine regel-
mäßige Aufmerksamkeit kann ich Jesu Worte für mich und mein Leben wirklich fruchtbar machen. Ich muss es betrachten, mich damit auseinandersetzen, ihm in meinem Alltag auch die nötige Luft – sprich Zuwendung – zukommen lassen, sonst wird das nichts.
Jesus weiß um die konkreten Gefahren, die den Glauben angreifen und gefährden können. Daher gibt er seinen Jüngern für die kommende Zeit einen weiteren wichtigen Hinweis: „Frieden hinter-
lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.“
Natürlich kennt Jesus auch das: Allzu oft ist unser Herz eine einzige Großbaustelle. Wir sind dann hin- und hergerissen und von unseren Ängsten und Zweifeln geplagt. Jesus sieht das ganz realistisch: Diese Welt ist letztlich nicht des Christen Heimat. Hier auf Erden sind wir im Grunde nur so etwas wie Gast-arbeiter. Natürlich sollen wir uns einsetzen für eine gerechtere Welt, wo immer es geht. Aber wir sollten uns nicht in die Tasche lügen: Diese Welt ist nicht das Paradies, ist nicht der Himmel.
Wer vom Himmel auf Erden träumt, der sollte wach werden, der sollte die Augen aufmachen. Nur Gott ist wirklich derjenige, der uns Frieden und Heil schenkt.
Für den Christen heißt das freilich, dass er achtgeben muss. Es herrscht akute Ansteckungsgefahr. Ansteckend ist da besonders die Enttäuschung unter den Christen, die Resignation, die Depression des Glaubens. Das unausgesprochene Motto dieser Haltung ist: Alles geht sowieso den Bach runter. Wir packen es einfach nicht. Gegen diese Welt und all das Elend, die Ungerechtigkeit und den krassen Unglauben kommen wir einfach nicht an.
Dieses christliche Selbstmitleid wirkt wie eine akute Grippe, die immer mehr Menschen mit ihrem Virus ansteckt. Jesus sagt den Seinen im heutigen Evangelium aber ausdrücklich seinen Frieden zu und liefert dafür auch noch eine Art Beipackzettel zum Christentum mit. Wir haben es gehört: „Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.“
Ständige Sorgen, ständige Angst, was wohl werden wird – das ist also ganz und gar nicht die von Jesus empfohlene Einstellung eines Christenmenschen. Doch nicht nur das: Eigentlich spricht daraus letztlich ein Misstrauen gegen Gott und sein von Jesus verkündetes Wort, frei nach dem Motto: Naja, alles ja ganz nett, aber an mich denkt Gott ja sowieso nicht…
Den Christen ist aber ausdrücklich Gottes Beistand auf Erden zugesagt, wenn auch nicht unbedingt nach den menschlichen Erwartungen. Wer sich als Christ ganz bewusst darauf einlässt, dass er dem gütigen Gott wirklich das eigene Schicksal in die Hand legen kann, der wird sich verändern, der nimmt Gott wirklich beim Wort. Eine gute Portion Gelassenheit wird die Folge sein.
Der Christ weiß: Egal, wass auch passiert – ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand.
Predigt Diakon Josef Lengauer: Der Friede Christi>> BITTE KLICKEN !
Predigt Prof. Dr. Stefan Knobloch, Kapuziner: Jesus lieben
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Predigt Pastor Joachim Göbel: Muttertag
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Predigten Pfr. Dr. Jörg Sieger, u.a. Christi Himmelfahrt
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Exegetisch-theolog. Kommentar zu Christi Himmelfahrt
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Predigt Otmar Leibold zu Christi Himmelfahrt
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Die neue Version der Bibel-CD „Quadro Bibel“
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Beispiel einer öffentlichen Kohlenmeiler-Vorführung
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NUR FÜR HEUTE werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
NUR FÜR HEUTE werde ich mich den Gegebenheiten anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Gegebenheiten an meine Wünsche anpassen. NUR FÜR HEUTE werde ich etwas tun, wozu ich eigent-
lich keine Lust habe. NUR FÜR HEUTE werde ich nicht danach streben, die anderen zu kritisieren oder zu verbessern - nur mich selbst. NUR FÜR HEUTE werde ich eine gute Tat vollbringen.
NUR FÜR HEUTE werde ich zehn Minuten meiner Zeit einem guten Buch widmen. NUR FÜR HEUTE werde ich keine Angst haben.
NUR FÜR HEUTE werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: Vor der Hetze und der Unentschlossenheit. NUR FÜR HEUTE werde ich glauben - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten - dass Gott für mich da ist, als gäbe es sonst niemand auf der Welt. Ich will mich nicht entmutigen lassen durch den Gedanken, ich müsste dies alles mein ganzes Leben lang durchhalten. HEUTE ist es mir gegeben, das Gute während zwölf Stunden zu wirken.
- Nach Johannes XXlll., "Dekalog der Gelassenheit" -
Wenig rücksichtsvoll war die Mutter des (späteren großen) Theologen Origenes (185 – 253/254). Als sein Vater bei der Christenverfolgung getötet wurde, wollte der Sohn ihm in den Märtyrertod nachfolgen. Doch die Mutter griff beherzt ein und stahl ihm seine Hose, sodass er nicht das Haus verlassen konnte, -und Origenes lebte weiter und wurde ein bedeutender (wenn auch umstrittener) Kirchenmann.
Die Wahrsagerin zur Ehefrau: „Ich sehe gerade etwas Schlimmes: Morgen stirbt Ihr Mann!" - „Ich weiss", antwortet die Frau.
„Mich interessiert nur, ob ich freigesprochen werde."
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