Es ist lange her. Im Jahre 2001 beschlossen die deutschen Bischöfe, das immerhin seit 1975 eingesetzte „GOTTESLOB“ durch ein neues zu ersetzen. Eine ge-
waltige Aufgabe, denn einen solchen Schritt wagt man nicht gerade alle paar Jahre. Da muss gut überlegt sein, was man ändert und wie man es wirklich besser macht. Einen größeren Patzer sollte es da lieber nicht geben, auch angesichts der hohen Anschaffungskosten.
So manche Pfarrei braucht vielleicht mal 200 oder mehr Gesangbücher auf Vorrat – das kostet dann die Kleinig-
keit von mindestens 3.000 Euro… Und auch die katho-
lischen Endverbraucher müssen tief in die private Tasche greifen, zumal in manchen Familien mehrere Exemplare im Einsatz sind.
so lange bearbeitete Projekt gewisser-
maßen auf der Ziel-
geraden. Das neue „GOTTESLOB“ ist derzeit im Probelauf noch als „GGB“ bezeichnet (nein, nicht BGB…!), also als Gemeinsames Gesangbuch.
Die Neuausgabe wurde in den letzten Jahren übrigens in 186 ausgewählten Pfarrgemeinden getestet. Ein ausgeklügeltes Beurteilungs- und Rückmeldeverfahren sorgte dafür, dass die Kritik aus der Praxis auch wirklich ankam. Inhaltlich und in der Gestaltung soll es „ein richtig schönes Buch“ werden, erklärte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann im Auftrage der Deutschen Bischofskonferenz. Nicht nur die Liedauswahl wurde gründlich überarbeitet: nur 60 % des Liedgutes aus
dem derzeit noch eingesetzten Gesangbuch wurde übernommen…
Es wird aber nicht nur neue Lieder geben, sondern auch solche kommen wieder hinein, die aus dem Blickwinkel des damaligen Zeitgeistes in den 60er Jahren bei den Kommissionen keine Gnade fanden, die aber bei den Kirchgängern nach wie vor sehr beliebt sind. Die Glie-
derung der Neuausgabe orientiert sich am Vorgänger-Modell, wobei aber größerer Wert als bisher z.B. auf „Geistliche Impulse für das tägliche Leben“, auf ver-
schiedene gottesdienstliche Feiern, auf die Sakramente und vor allem auf erklärende Texte gelegt wird.
Sogar einige Bilder soll es geben, und nach Anregungen aus der Praxis soll die Schrift auch ein wenig größer werden.
Um das neue Gesang- und Gebetbuch gut handhaben zu können, bleibt es in etwa bei der Seitenzahl, wie wir sie bereits kennen. Dies bedeutet freilich auch, dass nicht alles, was eigentlich gut ist, im neuen Buch auch aufgenommen werden kann. Zur Einführung Ende 2013 soll rechtzeitig auch das neue Orgelbuch vorliegen sowie eine Datenbank mit Materialien für Kirchenchöre. Ferner ist vom Deutschen Liturgischen Institut (Trier) geplant, ausgewählte Begleitmaterialien auf CD zu präsentieren. Die Gemeinden sollen durch eine umfang-
reiche Informations-Kampagne auf die Neuanschaffung eingestimmt werden. Eine größere „Reklamation“ gab es bereits bei der Prüfung im Vatikan: Man hatte in Deutschland bei den Liedern nämlich die Verfasser-
namen „vergessen“.
Eine große Umstellung wird es für uns Katholiken alle-
mal, bis hin zum Finden der Lieder. Viele der Klassiker kannte man schließlich mit ihrer Nummer aus dem Schlaf. Dann schauen wir mal, ob wir Weihnachten 2013 tatsächlich „Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder…“ (noch GL 143) wiederfinden, und wenn ja, wo…?!
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Liederstreit und (falsche) Spekulationen...
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Heftiger Lieder-Streit in Holland
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Bildnachweis „Gotteslob“ bei Wikipedia/Benedikt Seidl
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3 Kommentare:
"Geschenk" ist ja wohl ironisch gemeint, oder?
Als Familie mit 3 Kindern brauchen wir mindestens drei Bücher und "dürfen" dann dafür wahrscheinlich 60 Euro berappen.
Auf solche Geschenke würde ich gerne verzichten!!!
Es ließ sich nicht länger vermeiden, daß das Gotteslob ersetzt wird. Gerüchten zufolge sind immer noch Exemplare des alten Gotteslobes im Umlauf, die Lieder in nichtgegenderter Form enthalten.
Um wirklich nachhaltig verhindern zu können, daß einige Reaktionäre weiterhin "Wir sind einander Brüder" singen, war die Neuauflage alternativlos.
Auch ich bin eher skeptisch.
Wie es heißt, habe man bei einigen Liedern die Tonhöhen verändern müssen, weil die Leute heute nicht mehr so im Singen geübt seien.
Das lässt nichts Gutes ahnen...!
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