24.09.2008

26.Sonntag im Jahreskreis A - 28.09.2008

(Fortsetzung)

Diese Religions-Funktionäre haben nichts kapiert. Sie sind sich ihrer Sache einfach so sicher, als hätten sie alle mit Gott gerade noch am Frühstückstisch gesessen. Die Umkehr-Aufforderung des Täufers haben sie in den Wind geschlagen, und mit Jesus machen sie es genau so. Dass Jesus der erwartete Messias ist, das kommt ihnen absolut nicht in den Sinn.

Johannes ist zu diesem Zeitpunkt schon ermordet, und für diesen unbequemen Jesus wird sich die Lage bald auch dramatisch zuspitzen!

Die frommen Experten im heutigen Gleichnis sind empört: Das ist ja wohl die Höhe, uns mit Zöllnern und Dirnen zu vergleichen. Nicht nur das: sie werden uns sogar vorgezogen.

Wenn Jesus sagt, dass diese eher in das Reich Gottes kommen als die Schriftgelehrten, dann heißt das eigentlich wörtlich übersetzt: „Sie gehen euch voran!“ – Heute würde man vielleicht sagen: die haben euch abgehängt, die haben euch glatt überrundet!


In den Augen seines Volkes ist ein jüdischer Zöllner zur Zeit Jesu ein Schmarotzer. Er arbeitet mit den verhassten Römern zusammen und kassiert seine Landsleute ab. Mit solch einem Halunken will niemand etwas zu tun haben. Für ihn gibt es nur allgemeine Verachtung.

Wenn die römischen Soldaten nicht in Rufweite wären, würde man ihm gerne mal zeigen, was man wirklich von ihm hält. Zöllner sind einfach der Inbegriff eines Sünders. So lautet ja auch ein Vorwurf an Jesus, dass er sich „mit Zöllnern und Sündern“ (Lk 5,27-32) an einen Tisch setzt.

Besonders verabscheuungswürdig in den Augen der Frommen ist, dass solch ein Zöllner gewissermaßen ein Wiederholungstäter ist, also ein notorischer Verbrecher. Er kann sich nicht damit herausreden, dass sein Fehltritt ein Ausrutscher ist. Er tut es immer wieder. Man könnte sagen, er hat sich an die heidnischen Römer verkauft.

Das gilt natürlich auch für die moralische Beurteilung der Dirne. Sie verkauft sich sich selbst, ihren Körper und auch die Regeln ihres jüdischen Glaubens.

So wie der Zöllner sagt sie durch ihr anstößiges und öffentlich bekanntes Verhalten Nein zu Gott und seinen klaren Geboten. Gewissermaßen verunreinigt sie den Bund mit Gott, weil sie mit ihrem Verhalten oft in die Ehe anderer regelrecht einbricht. Das Band der Ehe ist gebrochen! Sie sagt dadurch ganz konkret Nein zu seiner Bitte, in seinem Weinberg zu arbeiten.


Warum aber sollen solche Menschen nach der Aussage Jesu eher in das Himmelreich gelangen als viele Hohenpriester und Schriftgelehrten? Ihr übler Lebenswandel kann es ja nicht sein!

Nein, viele von diesen Außenseitern der Gesellschaft haben etwas getan, was etliche der Berufsfrommen nicht gemacht haben. Zöllner und Dirnen sind sich vielfach bewusst, in welcher miesen Lage sie sind, auch Gott gegenüber. Sie wissen, dass sie versagt haben. Versagt nicht nur gegenüber der Gemeinschaft. Sie haben ganz konkret zu einem Leben nach Gottes Willen Nein gesagt.

Dieses Nein hat sie nicht in Ruhe gelassen. Etliche haben sich aufgerafft und sind mit in die Wüste gewandert, zu dem berühmten Propheten Johannes. Und Johannes der Täufer hat viele von ihnen wachgerüttelt: Schaut doch, was ihr aus euch und eurem kostbaren Leben gemacht habt! Lebt so ein Gotteskind? - Lasst es nicht bei eurem Nein! Bereut euer Verhalten und kehrt um zum Vater, der euch unendlich liebt!


Das heutige Gleichnis ist hart für die Schwätzer, die nur so tun als ob. Sie sagen JA und handeln NEIN. Ihr Leben ist ein entschiedenes JEIN! Klar, sie achten streng auf die religiösen Vorschriften und beten, was das Zeug hält. Das ist ihr JA. Aber sie verweigern Gott im Alltag die Gefolgschaft. Das ist ihr NEIN.

In Johannes und in Jesus sehen sie nur Störenfriede, nur Kritiker, die ihnen gefährlich werden können. Sie sind blind gegenüber dem, was Gott will.


Das Gleichnis ist aber auch ein großer Trost und eine Freude.

Es stellt Gott vor als den geduldigen, liebenden Vater. Er lässt seinen Kindern die Freiheit, sich zu entscheiden. Seine Bitte ist zwar herzlich und dringend, aber er setzt sie nicht mit seiner Macht und Autorität durch.

Nur wer verstanden hat, wie sehr Gott liebt, der kann auch über seinen eigenen dunklen Schatten springen. Egal, ob Zöllner oder Dirne oder sonst

ein Sünder: Wer sich Gott öffnet, der kann sein NEIN noch korrigieren. Jeden falschen Weg kann man auch wieder zurückgehen, um auf den richtigen Weg zu kommen. Jesus bestätigt es mit diesem Gleichnis ausdrücklich für alle: Der Vater im Himmel traut seinen trotzigen Kindern die Umkehr zu.


Er weiß, dass unter den NEIN-Sagern viele sind, die durch ungünstige Umstände auf den falschen Weg geraten sind. Er weiß, dass da viele sind, die den Überblick verloren haben. Er weiß: ein NEIN ist nicht immer wirklich ein NEIN. Es ist manchmal auch ein JA, das nur noch nicht fertig ist. Ein JA, das erst aufgeweckt werden muss. So manches NEIN war unüberlegt und voreilig, einfach nicht zu Ende gedacht.

Ganz praktisch heißt das: Gott wartet! Er möchte, dass alle umkehren zu einem entschiedenen JA! Dazu lädt Gott alle seine Kinder ein, Zöllner, Dirnen, einfach alle. Auch die Geschiedenen, auch die aus der Kirche Ausgetretenen, auch die, die sich nur alle Jubeljahre in der Kirche blicken lassen. Auch die, die es sich so schwer machen mit Gott, die um ihren Glauben ringen. Für Gott gibt es keine aussichtslose Situation.


Das Wunder der Umkehr geschieht immer wieder. Da ist der Drogenabhängige, der mit nach Medjugorje fährt und von seinen Fesseln befreit wird, da ist der Schläger auf St.Pauli, der zum Sozialarbeiter wird. Da ist der Fabrikbesitzer und Millionär Hubert Liebherr, der alles aufgibt, um ganz für Jesus zu leben. Es gibt wahre Lebensgeschichten, die sind schon fast unglaublich - unglaublich toll!

Diese und viele, viele andere haben sich aufgerafft. Ihr Beispiel bestätigt das heutige Gleichnis Jesu: Nutze deine Chance -

mach dich auf die Socken und kehre um. Komm doch heim! Gott wartet mit offenen Armen auf dich, heute noch!



Der Vatikan zur Bischofssynode vom 5.-26.Oktober 2008

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Kardinal zur Bischofssynode über "Das Wort Gottes..." (pdf)

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Zurück in die Kirche? Infos für Ausgetretene (1)

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Zurück in die Kirche? Infos für Ausgetretene (2)

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Zwei Mönche am 4.10. bei "Wetten, dass...?" >>> RECHTSKLICK!

Predigtbesuch Pater Kreppold zum 26.So >>> RECHTSKLICK!

Liturgie im Fernkurs, Start am 1.Oktober >>> RECHTSKLICK!

Theologie im Fernkurs, verschiedene Kurse >>> RECHTSKLICK!



"Ihre Heilung haben Sie dem Herrgott und Ihrer robusten Natur zu verdanken" , klärt der Arzt den alten Bauern auf.

"Gut, dass Sie das sagen, Herr Doktor. Ich hoffe, Sie berücksichtigen das auch bei Ihrer Rechnung", erwidert schmunzelnd der Patient.


Ein schwäbisches Ehepaar wandert durch die Alpen und fällt in eine Gletscherspalte. Am nächsten Tag hören sie eine Stimme von oben rufen: "Hallo, hier ist das Rote Kreuz!"

Darauf ruft der Schwabe zurück: "Mir gäbet nix!"


Warum steht ein Ostfriese am Hamburger Hafen und wirft Steine ins Wasser? - Weil da ein Schild steht: ,, Deutsche Werft" --- Und warum laufen die Ostfriesen vor Weihnachten ohne Gebiss rum?

- Weil es die Frauen zum Plätzchen ausstechen brauchen!



Am nächsten Montag, 29.September

im PREDIGTGARTEN:

„Halloween – mehr als ein

hohler Kürbis-Brauch“


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