Wenn es in der Pfarrgemeinde nicht so recht voran-
geht und die Erfolgsbilanz nicht so glänzt wie bei den Nachbarn: Gebt doch einfach z.B. den frustrierenden umfangreichen Firmunterricht auf und macht nur ein
paar Schmalspur-Angebote, ein paar nette, bunte Probier-Häppchen des Glaubens. Das schont eure Zeit und Kraft und peppt trotzdem die Statistik auf!
Tut euch die viele Arbeit doch nicht an – das habt ihr doch gar nicht nötig!
Was nach solchen Appellen passiert, die im Dauer-
beschuss auf uns alle herniederprasseln, bekommen wir ständig mit traurigen Statistiken z.B. von sinkenden Priesterzahlen, Klosteraustritten und Ehescheidungen vorgeführt. Jeder der Betroffenen hat resigniert, sieht es als sinnlos an, sich weiter gegen alle scheinbare Vernunft anzustrengen.
Doch genau das lehrt die Wüste: Renne nicht weg! Halte aus! Stürze dich nicht in Ablenkung und Resignation! Aber decke den Mangel auch nicht mit zeitweiligem Aktionismus zu! - Bleibe, wo du bist!
Wenn du ausharrst, wenn du irgendwann zur Ruhe kommst, dann wirst du etwas bemerken, was du vom Wasser kennst: So lange da z.B. von einem Steinwurf in den See noch Wellen sind, kannst du nicht auf den Grund sehen. Erst wenn das Wasser zur Ruhe kommt, erst wenn auch der aufgewirbelte Dreck sich wieder abgesetzt hat, dann kannst du auch sehen, was sich da alles im Wasser spiegelt.
Doch all dies ist wie beim Fasten in der Fastenzeit nicht eine Angelegenheit für finstere Mienen und heldenhafte Durchhalte-Parolen nach dem Motto:
„So, nun benimm dich wenigstens mal eine Zeitlang!“ - Es geht nicht darum, die Zähne zusammenzubeißen, sondern das Herz zu öffnen.
Diese Offenherzigkeit ist nötig, damit Gott Platz in diesem Herzen finden kann. Platz, der erst einmal freigeräumt werden muss. Da muss erst einmal entrümpelt werden. Da muss man sich von manchem trennen,
an das man sich doch so gewöhnt hat, ein-
schließlich der so lange gepflegten Vorurteile. - So lange da im Menschen noch diverse wilde Tiere herum-
toben, das Kommando über-
nommen haben und zu allem Überfluss auch noch immer wieder reichlich gefüttert werden, wird keine Ruhe einkehren.
Offenherzigkeit heißt, sich offen vor Gott hinzustellen: Ja, Herr, in mir ist Wüste! Schau sie dir an, meine vielen Verwüstungen, meine trostlosen Steppen, meine Katastrophen und Pleiten - ich könnte Bücher damit füllen!
Schau sie dir an, unsere Beziehungswüsten, unsere qualvollen Verletzungen, unsere Heucheleien und Schönfärbereien, unsere überspielten Hilflosigkeiten, unsere Resignation, unseren Stolz und unsere Feigheit, unsere tägliche Auflehnung gegen dich und deine Barmherzigkeit.
Die wilden Tiere werden nicht verschwinden. Auch Jesus hat in der Wüste mit ihnen gelebt, sagt das heutige Evangelium. Doch die wilden Tiere können dazu gebracht werden, einem nichts anzuhaben. In der Wüste kann man lernen, mit seinen wilden Tieren zu leben. Man kann sie kennenlernen und man kann ihnen aus dem Weg gehen. Man lernt ihre Gewohn-
heiten besser kennen und weiß, wann sie besonders munter sind. Man bekommt Respekt vor ihnen, aber man muss nicht vor ihnen davonlaufen.
Die wilden Tiere sind in der Wüste, und jeder von uns ist in der Wüste, der eine mehr, der andere weniger lang und heftig.
Die Wüste ist eine Schule, sie ist ein Trainingslager. Die Wüste hat ihre Berechtigung, auch wenn manch einer das nicht sieht, solange er leidend darin hockt. Steckt man gerade mitten in seiner Wüste, sieht man zuallererst natürlich nur den Mangel, den Mangel an allem, und die Frage kommt mit Sicherheit: Warum gerade ich? Was habe ich nur verbrochen?
Eine Redewendung sagt: Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten. So ist es auch bei der Frage nach meiner persönlichen Wüste, in der ich vielleicht schon zu verdorren drohe und mir völlig gottverlassen vorkomme. Die Frage „Warum gerade ich?“ darf man schon stellen. Ja, es wäre sogar schlimm, wenn man sie nicht stellen würde.
Dann nämlich hätte man schon komplett aufgegeben.
Aber warum gerade ich? Warum muss mir das passieren? In einer Predigt ist nicht genug Zeit, um ein Thema zu bewältigen, über das Dutzende kluger Theologen ebenso kluge Bücher geschrieben haben, die Frage nach dem letzten Sinn des Leidens. Aber einen Denkanstoß kann die Predigt liefern:
Wir alle wissen, was eine Schutz-Impfung ist. Eine für die Gesundheit wirklich gefähr-
liche Substanz wird dem Körper in einer solchen Dosis zugeführt, die er noch verkraften kann. Das Immunsystem nimmt den Kampf gegen den krankmachenden Eindringling auf und gewinnt ihn nach einer Weile, weil es ge-
eignete Abwehrstoffe bildet. Dabei kann es durchaus zu hohem Fieber, Zerschlagenheit und anderen Krankheitsanzeichen kommen. Doch es entsteht bald eine gute Immunabwehr gegen den Feind. Die meisten dieser Schutzimpfungen müssen dennoch von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden, damit der Impfschutz weiterhin leistungsfähig bleibt. Wer dagegen nicht geimpft ist und dann von einem bedrohlichen Krankheitserreger heimgesucht wird, kann dies mit dauerhaften körperlichen Schäden oder sogar mit dem Leben bezahlen.
Jesus ging gestärkt aus der Wüste hervor, weil er der Versuchung durch den Satan erfolgreich widerstand. Der Kampf in der Wüste hatte ihn eben nicht geschwächt, sondern hatte ihm gewissermaßen die besten Abwehrstoffe geliefert. Sogar die Engel dienten ihm, heißt es im Evangelium. Der Krankheitserreger namens Satan wurde im Laufe der 40 Tage endgültig besiegt.
Die Einsiedler-Mönche und auch wir alle leben in einer Welt, in der wir immer wieder den Angriffen des Bösen ausgesetzt sind. Da ist es gut, im Trainings-
lager der Wüste eine Schutzimpfung bekommen zu haben, auch wenn diese schwer zu verstehen und schwer zu bewältigen ist.
Wir Christen sind hoffentlich nicht nur in der Fasten-
zeit, die eine Vorbereitung auf das Osterfest ist, ganz hellwach. Wir bereiten uns hoffentlich gut vor auf unsere Wüsten und deren Gefahren. Rüsten wir uns gut aus, um gewappnet zu sein, wenn wir in die Wüste geschickt werden.
Viele Menschen leben heute wie die beiden Fall-
schirmspringer, die aus 3000 Meter Höhe abspringen und erst unterwegs merken, dass sie ihre Fallschirme im Flugzeug vergessen haben. In nur noch 100 Meter Höhe tröstet der eine den anderen: „Siehst du, kein Grund zur Sorge. Bis jetzt hat doch alles prima geklappt!“…
Meine Gedanken zum 1.Fastensonntag A , 2008
Kurzpredigt Pater I. Peguera SP
Predigt Thomas Heck, Steyler Missionar
Br. Georg Greimel, Kapuziner Bayern: Versuchung
P. Franz Seraph Barz, Kapuziner Bayern: Ein neuer Anfang >> RECHTSKLICK !
Film „Die grosse Stille“ >> RECHTSKLICK !
Reise „Eremit auf Zeit“ am Sinai
Wege erwachsenen Glaubens: Unterwegs nach Emmaus >> RECHTSKLICK !
Wie man Frösche kocht
Warum ist Gewohnheit so gefährlich? Ein Blick in die asiatische Küche soll es verdeutlichen: Wirft man einen Frosch in einen Topf mit heißem Wasser, springt er umgehend wieder heraus. Setzt man den gleichen Frosch aber in wohltemperiertes Wasser und erhöht nur langsam die Temperatur, fühlt das Tier sich wohl und genießt die Wärme, ohne die ihm drohende Gefahr zu bemerken. Allmählich macht er dann aber schlapp und läßt sich kochen, bis er tot ist.
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„Ich kann allem widerstehen, außer der Versuchung…“ (Oscar Wilde)
Wer zuletzt lacht… : Hochbetrieb im Flughafen beim Last-Minute-Schalter. Endlich kommt Herr Müller an die Reihe, ein aufgeblasener Wichtigtuer und Stinkstiefel. Er mäkelt an allem herum: Preis zu hoch, Fluggesellschaft nicht seriös, schlechter Sitzplatz…
So dauert die Beratung etwas länger. Die Dame am Schalter bleibt sogar ganz gelassen, als er sie mit „Lahme Ente“ beschimpft. Endlich ist die Buchung erledigt, und der nächste Fluggast ist dran. Der kann sich nicht beherrschen und meint zu ihr: „Ich be-
wundere Ihre Ruhe! Wohin fliegt denn dieser Flegel?“
Die Dame grinst: „Der Flegel fliegt nach Thailand, und seine Koffer nach Miami…!“
Wie du mir… Zwei ehemalige Klassenkameraden treffen sich nach 40 Jahren zufällig am Kölner Hauptbahnhof. Beide haben es zu etwas gebracht: Einer ist General geworden, der andere Kardinal.
Doch die beiden haben sich ihre gründliche Abneigung aus der Schulzeit offenbar gut bewahrt, und so frotzelt der Kardinal: „Ach, verzeihen Sie, Herr Bahnhofs-
vorsteher, wann fährt der nächste Zug nach München?“ -
Der General blickt ziemlich missvergnügt auf den Kardinal, doch dann lächelt er und meint: „Wollen Sie in Ihrem Zustand wirklich noch verreisen, gnädige Frau…?“
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