24.03.2009

5. Fastensonntag B - 29.3.2009

(Fortsetzung)

Wenn ein von dir sehr geliebter Mensch schwer krank wird – würdest du ihn im Stich lassen? Wenn deine Kinder Hilfe brauchen – würdest du ihnen nicht in jeder möglichen Form unter die Arme greifen? Wenn dein Bruder, deine Schwester oder ein anderer dir lieber Mensch nur durch die Spende einer deiner beiden Nieren überleben könnte – würdest du dann ablehnen?


Jetzt, kurz vor seinem Tod, bringt Jesus es für seine Jünger noch einmal auf den Punkt, wenn er ihnen erklärt: „Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.“

Das Christsein besteht also nicht darin, Jesus Beifall zu klatschen. Von Bravo-Rufen wird niemand satt. Christsein heißt bereit sein zum Dienen, bereit sein zur Nachfolge. Jesus sagt das ganz eindeutig:

„… wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein.“ - Das ist das Selbstverständlichste der Welt: Wo der Herr ist, da ist auch sein Diener.

Das ist doch wohl Ehrensache! Wenn er nicht dort ist, sondern sich woanders herumtreibt, dann kann es gar nicht sein Diener sein. Doch für Gott ist es auch Ehrensache, die Diener und Nachfolger Jesu zu ehren, wie wir gehört haben. In seinem himmlischen Reich wird er bestimmt nicht vergessen, was seine Diener getan haben.


Nun lässt uns das Evangelium einen kurzen Blick auf die innere Situation Jesu werfen. Es heißt dort: „Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!“

Jesus ist erschüttert. Die Angst spricht aus seinen Worten. Furchtbares steht ihm bevor. Er weiß, wie entsetzlich die Schmerzen und die Schmach sein werden. Schon durch die Geißelung vor der Kreuzigung wird man ihn halbtot schlagen. Völlig entkräftet und der Ohnmacht nahe wird er nur durch Mithilfe des Simon von Cyrene den Kreuzbalken schleppen können.

Und dann die qualvolle Zeit am Kreuz bis zum Tod – immer mehr dem Ersticken nahe, weil ein Atmen kaum noch möglich ist.

Kreuzigungen gab es auf Anordnung der Römer sehr häufig. Jeder wusste also vom Sehen, was das an stundenlangen Qualen bedeutet.


Jesus weiß, dass er den Vater bitten könnte, ihm das zu ersparen. Er weiß, dass er nur rechtzeitig aus Jerusalem verschwinden müsste, um mit heiler Haut davonzukommen. Doch Jesus will mit seiner Hingabe, mit seinem Opfer, mit seinem JA

ohne Wenn und Aber seinem himmlischen Vater die Ehre und Liebe erweisen, die ihm zusteht. Sein größter Wunsch ist es, dass Gottes Heiligkeit und Herrlichkeit hell wie ein Stern aufleuchtet durch alles, was Jesus tut. Nicht seine eigene Ehre in den Augen der Menschen zählt, sondern nur die Ehre Gottes – das ist seine Ehrensache!

Wenn wir im Vaterunser beten „geheiligt werde dein Name“, dann sehen wir hier und heute, wie ernst diese Worte gemeint sind.


Manchmal sagen wir, dass jemand bis zum Äußersten geht. Mehr geht dann nicht mehr, mehr ist nicht möglich. Jesus geht auch bis zum Äußersten. Er ringt zwar auch mit sich selbst und mit seiner Todesangst, aber in Liebe und Gehorsam packt er sich all unsere Schuld auf und stirbt für uns am Kreuz.

Das zu verstehen, fällt ganz sicher nicht nur den griechischen Pilgern im heutigen Evangelium schwer. Auch seine Jünger haben ihm abgeraten, wollten ihn sogar daran hindern.

Als es dann soweit war, hat sogar Petrus der Mut verlassen, und er verleugnete Jesus gleich dreimal.

Auch wir stehen oft genug ratlos da vor der Größe der Liebe Gottes. Es fällt uns auch deshalb so schwer, weil die so radikale Liebe Gottes so entgegengesetzt ist zu fast allem, was wir kennen.


Warum tut Gott so etwas? Warum tut er sich das bloß an? Wir können kaum ermessen, wie groß seine Liebe sein muss. Es ist gut, wenn wir uns immer wieder dieses unerhörten Geschenkes bewusst werden. Wenn in vielen Kirchen am heutigen Sonntag die Kreuze bis Karfreitag verhüllt werden, soll dies dabei helfen.

In einer Welt, in der mit ständigen und meist pein-

lichen Enthüllungen viel Geld verdient wird, ist das Gegenteil schon fast erklärungsbedürftig. Nicht Enthüllung, sondern Verhüllung!


Die Kirche sagt mit dieser Tradition: Nutze die letzte Etappe der Fastenzeit für die Konzentration auf das wirklich Wesentliche!

Lass dein Auge fasten – lass das verhüllte Kreuz und den fehlenden Blumenschmuck in der Kirche auf dich wirken! Das Leiden Jesu sollten wir eben nicht „schön“ gestalten. Das Leiden ist schmucklos, es ist brutal, es ist voller Schmerz und Qual.


„Herr, wir möchten Jesus sehen.“ – So hatten die griechischen Pilger ihren Wunsch an Philippus herangetragen.

Wie ist das mit uns? Wollen wir auch Jesus sehen? Dann gehört auch der leidende Jesus dazu, den dürfen wir uns nicht ersparen!

Schauen wir wie die Griechen und die Jünger im Evangelium auf ihn und lassen wir den leidenden Jesus zu uns sprechen, lassen wir ihn unser Herz ansprechen.


Erinnern wir uns, wenn wir wieder einmal von schrecklichen Zweifeln geplagt werden, wenn wir in Versuchung geraten und verunsichert sind, wie wir als Christen leben sollen.

Schauen wir gerade dann auf diesen Jesus, wie er erschüttert ist, wie er Angst hat, wie er von der Versuchung gepackt wird.

Gerade dann, wenn wir meinen, auf ganz wackligem Boden zu stehen, dürfen wir voller Vertrauen zu ihm auf-

schauen: Ja, Jesus, Sohn Gottes, für mich und für uns alle hast du dir die Schuld der Menschen aufgeladen. Ich vertraue mich dir an. Zeige mir, wo es lang geht. Ich will dir folgen. Ehrensache!



Eine Zeitlang möchte ich hier als ersten Linktipp Internetseiten von Pfarreien vorstellen, die mir positiv aufgefallen sind, z.B. durch Predigten, durch Pfarrbriefe, durch gelungene Gestaltung usw.

Gerne sind weitere Vorschläge Ihrerseits willkommen!


Kath.Pfarrgemeinde St. Benno, München (z.B. „Geistliches Wort“ -Fortsetzung 2005/2006 = aktuelles Lesejahr B / nach unten scrollen)

>> RECHTSKLICK !


Pfr. Josef Mohr, Heidelberg >> RECHTSKLICK !


Eberhard Gottsmann: „Für Touristen keine Zeit!“

>> RECHTSKLICK !


Predigtforum der Redemptoristen

>> RECHTSKLICK ! - links den 6.April 2003 auswählen, dann oben Kasten „Predigt“ anklicken!

(P. Martin Leitgöb)


Für Kinder: “Hurra, Jesus lebt” (Buch mit CD)

>> RECHTSKLICK !


Die Welt ein bisschen besser machen: Ehrenamtsportal der Caritas >> RECHTSKLICK !


Jugendwohnheime – eine Hilfe bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche in ganz Deutschland

>> RECHTSKLICK !


Ach so! Zu einer Reise nach Ägypten gehört natürlich auch ein Gang durch den Basar von Kairo. Gerade hat wieder ein Bus eine Ladung Touristen ausgespuckt. Frau Schmitz braucht unbedingt ein Souvenir, und da fällt ihr eine Auslage auf, in der der Original-Kopf der Kleopatra angeboten wird, natürlich für einen Wahnsinns-Preis.

Doch gottlob liegt direkt daneben ein wesentlich kleinerer und preiswerter Schädel. „Wessen Kopf ist denn das?“, möchte Frau Schmitz wissen.

Der Händler: „Das ist auch Kleopatras Kopf, allerdings als Kind!“


Palmsonntag Lesejahr A >> RECHTSKLICK !

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