Die Welt will nichts von Gott wissen. Das würde nur stören. Dann müsste man sich ja ändern.
Das geheime Motto: „Ich konsumiere, also lebe ich“ würde in Frage gestellt, und die Ausplünderung unseres Planeten auch. Das will diese Welt nicht. Sie will sich von Gott nicht dreinreden lassen. Die Welt wird also verstanden als die Masse derer, die mit Gott bewusst nichts mehr am Hut haben wollen, die nach ihren eigenen Gesetzen leben. Wir Christen aber müssen uns diese Frage immer wieder stellen, wozu wir auf Erden sind, und welche Konsequenzen das hat.
Wie es im Gebet Jesu schon heißt: Wir werden nicht von Gott aus dieser Welt genommen und in einen katholischen Luftschutzkeller gesteckt. Doch wie in der Vaterunser-Bitte „und führe uns nicht in Versuchung“ sagt Jesus auch hier: Vater, bitte bewahre sie vor dem Bösen, das hier überall so prächtig wuchert.
Jesus legt also in diesem Gebet die Verantwortung für die Seinen in die Hände seines Vaters zurück. Er weiß, dass sein Abschied bevorsteht. Nun bittet er den Vater, sie zu schützen und zu bewahren, damit sie nicht verloren gehen. Er kann diese Aufgabe bald nicht mehr wahrnehmen.
Doch der Schutz der Seinen hat nicht das Ziel, ihnen das Erdenleben zu erleichtern. Im heutigen Text heißt es: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.“ - Jesus hat also stets die Gemeinschaft der Christen im Blick. Der von Jesus hier so inständig erbetete Schutz bezieht sich darauf, dass sie eins sind, wie Jesus und sein Vater eins sind. Daran sehen wir, welch einen hohen Rang die Einheit der Christen in den Augen Jesu hat. Dabei geht es nicht an erster Stelle um die Einheit der Konfessionen, um Ökumene.
Jesus formuliert ja: „…damit sie eins sind wie wir.“ – Was für ein imposantes Bild: die Christen eins wie Gott, noch weit mehr als ein Herz und eine Seele. Zank und Streit, Zerwürfnisse und Ungerechtigkeiten sind der Christen weltweit und vor Ort nicht würdig. Wenn Christen in ihren Gemeinden im Geiste Jesu aufeinander zugehen und miteinander reden, ist schon viel gewonnen.
Doch Jesus geht es um noch mehr.
In seinem heutigen Gebet heißt es:
„Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.“ - Wir sind also Gesandte, wir sind Botschafter. Wir sind auf Erden nicht im Wellness-Urlaub, nicht in den großen Ferien oder Flitterwochen. Wir sind gesandt, wir sind mit einem Auftrag ausgerüstet, wir sind wie Paketzusteller im Dienst. Das Paket, das wir den Menschen bringen sollen, ist natürlich die Frohe Botschaft Jesu vom Reich Gottes, das uns versprochen ist.
Wir sind aber nicht nur gesandt, sondern wir sind und werden in der Wahrheit geheiligt, sagt uns der heutige Text. Jesus heiligt die Seinen in der Wahrheit, und darum bittet er hier auch seinen himmlischen Vater.
Bei dem Wort „heilig“ herrscht heute oft das Missverständnis, es gehe um völlig unnahbare, abgerückte Athleten des Glaubens, Supermänner und Superfrauen, die am besten rund um die Uhr Halleluja singen und händeringend Leute suchen, an denen sie das nächste Wunder wirken. Und selbstverständlich trinken sie nur Weihwasser, wenn überhaupt.
Wer so denkt, hat natürlich den Vorteil, dass er oder sie das Thema „heilig“ für sich selbst sofort als völlig unerreichbar zum Abfall geben kann. Das hat sich wohl erledigt. Die ersten Christen dachten nicht so, und Jesus auch nicht. Das Wort „heilig“ hat wenig mit dem hochglanzpolierten Heiligenschein zu tun. Vielmehr bedeutet „heilig“ dem Wortsinn nach: ausgesondert sein, sich bewusst vom Gewöhnlichen abwenden.
Natürlich gibt es sie, die ganz Großen unter den Christen, die mit Recht als Heilige öffentlich verehrt werden. Denken wir nur an die vielen, die ihr Leben für ihren Glauben hingegeben haben. Doch nicht ohne Grund feiern wir auch Allerheiligen. Es gibt eben weit mehr Heilige, als uns bewusst ist. Manche haben so unauffällig gelebt, dass nur Gott um ihre Heiligkeit weiß.
Jesus möchte jedenfalls, wie wir heute wieder erfahren haben, dass seine Jünger „in der Wahrheit geheiligt sind“. In seinem Gebet, das schon fast wie ein Testament, wie ein Vermächtnis klingt, liegt ihm das sehr am Herzen. Doch was heißt das, in der Wahrheit geheiligt zu sein?
Wie wir wissen, sagt Christus von sich selbst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Jesus ist der eigentliche Heilige Gottes, der mit seinem Opfertod am Kreuz der Wahrheit endgültig zum Sieg verholfen hat.
Entgegen unserem modernen Lebensmotto: „Ach, eigentlich haben doch alle irgendwie Recht“, das die Bequemlichkeit als Toleranz ausgibt, sagt die Bibel ganz klar: Es gibt die Wahrheit, und diese Wahrheit spricht aus dem Wort Gottes, spricht aus Jesus.
Jesus möchte, dass wir alle geheiligt werden, heilig werden durch die Wahrheit des Wortes Gottes. Dadurch, dass wir das Wort Gottes in uns aufnehmen und es für unser Leben annehmen, legen wir unser persönliches Bekenntnis ab. Es ist eben nicht alles Jacke wie Hose, und es genügt eben nicht, wenn alle irgendwie doch so ein bisschen auf ihre Art an Gott glauben.
Damit macht sich ein Christ natürlich unbeliebt. Die Folge spricht Jesus selbst im heutigen Evangelium aus: „Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehaßt, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.“
Die Jünger Jesu sind nicht von der Welt. Dafür werden sie abgelehnt, belächelt, benachteiligt oder gar verfolgt. Wer Christus nachfolgt, muss sich schon auf einige Unannehmlichkeiten gefasst machen, wie etwa diese: Wie, Sie sind katholisch? Was, Sie gehen immer noch zur Kirche? - Nun sehen Sie das doch mal locker, man lebt schließlich nur einmal…!
Vielleicht kennen Sie das auch, diese oder ähnliche Sprüche. Inzwischen tut diese Welt so, als sei es z.B. das Natürlichste der Welt, schwul zu sein. - Aber katholisch? Nein, das ist doch schon fast eine Zumutung für die Allgemeinheit! Mit dem Reden von der Wahrheit und dem Willen Gottes stören wir Christen doch nur den faulen Frieden, wie diese Welt ihn gerne hat.
Lassen wir uns nicht täuschen! Diese Welt hat nun wirklich noch ganz andere Fieber-Krankheiten als nur die Schweinegrippe. Keine davon darf uns Christen wurstegal sein.
Zu gefährlich sind sie, zu ansteckend, und manchmal kosten sie die Existenz, das Leben.
Ein Mundschutz und ein paar Tabletten reichen zum Schutz vor dem Fieber dieser Welt nicht aus. Dass wir die Koffer packen und aus dieser Welt fliehen, das will Jesus auch nicht. Also braucht man einen anderen Schutz vor diesen Ansteckungskrankheiten, die den Glauben angreifen.
Jesus spricht im heutigen Evangelium zum himm-
lischen Vater: „Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.“ - Das heißt: Jesus möchte, dass alle seine Jünger Anteil haben an seiner himmlischen Freude, und zwar „in Fülle“, also in einem verschwenderischen Übermaß.
Ganz voller Freude wünscht er sich die Seinen auf Erden. Es ist die Freude, ein geliebtes Kind Gottes zu sein, einen festen Platz in seinem Herzen zu haben und von ihm behütet zu sein.
Christen sind also nie alleingelassen auf der Welt. Wenn sie in der Wahrheit des Glaubens zu leben versuchen, stehen sie unter Gottes Schutz. Wenn das keine Freude ist…!
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Betrachtungen - Ökumenischer Christusdienst
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Wie viel Erde braucht der Mensch?
Einem armen Bauern, der kaum das Nötigste zum Leben hat, wird eines Tages ein unerwartetes Glück zuteil. Ein reicher Grundbesitzer erlaubt ihm, so viel Land als sein Eigentum zu betrachten, wie er in der Zeitspanne zwischen Sonnenauf- und -untergang zu Fuß umgehen kann. Die einzige Bedingung: Er muss, wenn die Sonne untergeht, genau wieder an dem Punkt angekommen sein, an dem er morgens aufgebrochen ist.
Zunächst ist der arme Bauer überglücklich, weil er bei weitem nicht den ganzen Tag brauchen wird, um so viel Land zu umwandern, wie er zu einem reichlichen Lebensunterhalt braucht.
So geht er frohen Mutes los, ohne Hast, mit ruhigem Schritt. Doch dann kommt ihm der Gedanke, diese einmalige Chance auf jeden Fall auszunutzen und so viel Boden wie nur eben möglich zu gewinnen.
Er malt sich aus, was er alles mit dem neu gewonnen Reichtum anfangen kann. Sein Schritt wird schneller, und er orientiert sich am Stand der Sonne, um nur ja nicht den Zeitpunkt zur Rückkehr zu verpassen.
Er geht in einem großen Kreis weiter, um noch mehr Land zu erhalten. Dort will er noch einen kleinen Teich hinzu bekommen, hier eine saftige Wiese und da ein kleines Wäldchen. Sein Schritt wird hastig, der Schweiß der Angst tritt ihm auf die Stirn.
Endlich, mit letzter Kraft, ist er am Ziel angekommen: Mit dem letzten Strahl der untergehenden Sonne erreicht er den Ausgangspunkt. Ein riesiges Stück Land gehört nun ihm. Doch da bricht er vor Er-
schöpfung zusammen und stirbt. Sein Herz war der Belastung nicht gewachsen. Es bleibt ihm jenes winzige Stück Erde, in dem er beerdigt wird; mehr braucht er jetzt nicht mehr!
Leo Tolstoi
Leider geistlos: An Pfingsten wollte ein Pfarrer eine Predigt halten, über die noch tagelang gesprochen werden sollte. Deshalb besorgte er sich als besonderen Gag eine Taube und gab dem Küster den Auftrag, die Taube zum abgesprochenen Stichwort "der Heilige Geist kam herab" schnell aus dem Käfig vor der Sakristeitür zu nehmen und in die Kirche fliegen zu lassen. In der Predigt fiel denn auch das Stichwort, aber der Küster schüttelte merk-
würdigerweise nur den Kopf. Der Pfarrer war etwas ungehalten und wiederholte das Stichwort noch einmal lauter.
Da rief der verzweifelte Küster aus der Sakristei:
"Herr Pfarrer, der Heilige Geist kommt heute nicht,
er ist gerade von Ihrer Katze gefressen worden!"
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