Das klingt für unsere Ohren ungewohnt. Was haben denn Gebote mit Liebe zu tun? Haben wir nicht sowieso schon genug Paragraphen, Richtlinien und Verbote, auch in der Kirche?
Wie meint Jesus das also: „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben“?
Mit Geboten meint Jesus natürlich keine Gesetze und Paragraphen. Es geht allgemein um das, was Gott von uns erwartet, um die Erfüllung seines Willens. Im Vaterunser beten wir es alle: „Dein Wille geschehe!“
Wenn wir auch wirklich meinen, was wir da sagen, dann leben wir bereits nach den Geboten Gottes. Nicht, was unser Wille und manchmal auch unser Dickkopf ist, sondern der Wille Gottes soll gelten, beten wir.
Wenn wir so leben, dass Gottes Wille von uns wirklich akzeptiert wird, dann hat die Liebe Jesu natürlich Platz in uns. Wenn wir dagegen Gottes Willen für uns innerlich ablehnen, wenn wir Gott in Wirklichkeit nicht so recht über den Weg trauen, hat Jesu Liebe es in uns schwer.
Das ist wie bei der Liebe unter Menschen: wenn einer das Liebeswerben des anderen ablehnt, wenn die Zuneigung nur einseitig ist, dann hat diese Verbindung keine Chance. Dann steht da unsichtbar ein großes Schild: „Zutritt verboten!“
Wer aber als Christ bewusst und immer wieder neu versucht, den Willen Gottes im eigenen Leben zu suchen und darin einzuwilligen, der gewährt der Liebe Jesu freien Zugang. Dann kann die Liebe Jesu wirken wie ein heilsames Medikament. Wer dagegen die verordnete Arznei daheim ungeöffnet liegen lässt, der kann leider nicht gesund werden. Jesus ermahnt darum alle, die ihm nachfolgen wollen: Lasst den Willen Gottes in euer Herz hinein, dann werdet ihr ganz handfest erfahren, wie meine Liebe in euch ist und bleibt.
Sogar von Freundschaft spricht Jesus, denn er sagt: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“
Das Leben für die Freunde hingeben – hier klingt das unmittelbar bevorstehende Leiden Jesu deutlich an. Jesus gibt sein Leben hin, er verschenkt es gewisser-
maßen an die, welche er in sein Herz geschlossen hat, an seine Freunde.
Wenn Jesus seine Jüngern und uns ausdrücklich als Freunde bezeichnet, ist dies eine große Ehre für uns. Wir sind nicht Knechte, die nur Befehle und Dienstanweisungen ausführen. Nein, wir sind Freunde. Jesus sagt ganz betont: „Ihr seid meine Freunde…“ – das ist also kein Privileg, dass wir uns erst noch mühsam erarbeiten müssten. Jesus macht uns seine Freundschaft ausdrücklich zum Geschenk!
Was ein Freund oder eine Freundin ist, das wissen wir. Freunde gehen ganz vertraulich miteinander um, sie können sich alles sagen. Es ist selbstverständlich, dass Freunde zuhören, aber auch schweigen können. Freunde gehen miteinander durch dick und dünn. Sie kennen sich ganz genau und haben keine Geheimnisse voreinander. Da ist es gar nicht nötig, sich alles haarklein mit Worten zu erklären. Gute Freunde fühlen, wie es dem anderen geht.
schiedene Personen mit unterschiedlichem Aussehen, Charakter und Temperament.
Es kann durchaus sein, dass der eine sein Frühstücks-Ei noch halb flüssig bevorzugt, während der andere sich schon beim bloßen Gedanken daran schüttelt und das Ei nur essen kann, wenn es fast steinhart gekocht ist. Dennoch sind unsere beiden Ei-Esser Freunde, denn in den wirklich wichtigen Fragen denken sie ähnlich. Und vor allem: sie wissen, wie sehr sie sich aufeinander verlassen können; zu jeder Tages- und Nachtzeit sind sie füreinander einsatzbereit.
Wen Jesus zum Freund erwählt hat, der kann sich wirklich glücklich schätzen. Er weiß, dass er von Jesus geschätzt und geliebt ist. Jesus hat seine Treue und Verlässlichkeit schon dramatisch unter Beweis ge-
stellt, bis hin zum Tod am Kreuz. Mehr Freundschaft geht nun wirklich nicht. Was Jesus von seinen Freun-
den erwartet, das hat er ja im heutigen Evangelium gesagt: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“
Daran hat es bei Jesus nie gemangelt: beim wirklichen Tun dessen, worauf es ihm ankommt. Denken wir beispielsweise an die Fußwaschung. Jesus macht sich dabei zum geringsten Diener. Trotz des Protestes der Apostel, denen das peinlich ist, besteht Jesus auf diesem Anschauungsunterricht. Natürlich hätte er auch mit vielen Worten erklären können, wie Liebe sich selbst klein macht und das Wohl des anderen im Blick hat. Jesus aber macht es ganz handfest und ganz fußfest. Er lässt keinen Millimeter Platz für falsche Interpretationen und Ausreden.
Nein, Jesus bringt es immer wieder auf den Punkt.
Wir haben seine klare Ansage: Von seinen Freunden erwartet er, dass sie auch tun, was er ihnen aufgetragen hat. Jesus nennt wohl ganz bewusst hier nur ein einziges Beispiel. Zu verschieden ist das,
was er seinen Freunden als Aufgabe anvertraut hat; zu verschieden sind die Plätze, die er persönlich angewiesen hat.
Für alle aber gilt, was er gleich zweimal im heutigen Evangelium sagt: „Dies trage ich euch auf: Liebt einander!“ – Unser Freund und Platzanweiser stellt also klar, dass es in einer christlichen Gemeinde nur ein Miteinander in Achtung und freundlicher Zuwendung geben darf. Dieser Auftrag gilt, und er ist zum Markenzeichen der Christen geworden, von denen heidnische Beobachter respektvoll sagten: „Seht, wie sie einander lieben!“
Zum Schluss nochmal zur Erinnerung und zum Einprägen der heutige Appell Jesu: „Bleibt in meiner Liebe!“ - jeder an seinem Platz. Sie und ich. Alle hier und überall. Wie man auf diese Liebes-Erklärung Jesu antwortet, das liegt an jedem selbst. Jeder hat die freie Wahl: Zutritt bei mir verboten - oder: bitte in mein Herz eintreten!
Predigt Pfr. Karl Sendker >> BITTE KLICKEN !
Predigt Pfr. Uwe John: „Nur die Liebe zählt“ (pdf)
Predigt Dr. Johannes Neukirch: „Von nichts
kommt nichts“ >> BITTE KLICKEN !
Der heilige Pförtner: Bruder Konrad
von Parzham >> BITTE KLICKEN !
Familien-Feiern-Kirchenjahr: Christi Himmelfahrt
(18 S./pdf) >> BITTE KLICKEN !
"Es waren zwei Mönche, die lasen miteinander in einem alten Buch, am Ende der Welt gebe es einen Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren. Sie beschlossen, ihn zu suchen und nicht umzukehren, bevor sie ihn gefunden hätten.
Sie durchwanderten die Welt, bestanden zahl-
reiche Gefahren, erlitten alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die ganze Welt fordert, und alle Versuchungen,
die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen, man brauche nur anzuklopfen und befinde sich bei Gott.
Schließlich fanden sie, was sie suchten. Sie klopften an die Tür, bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete, und als sie eintraten, standen sie zu Hause in ihrer Klosterzelle. Da begriffen sie: Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, befindet sich auf dieser Erde an der Stelle, die uns Gott zugewiesen hat." (Quelle: unbekannt)
Klarer Fall: Auf dem Schulhof steht plötzlich eine große Menge Zuschauer um zwei Kampfhähne herum. Sofort eilt der Aufsichtslehrer herbei und zieht die beiden Kontrahenten auseinander. Seine erste Frage: „Also, wer von euch beiden hat die Schlägerei angefangen?“ –
Meint der eine: „Der da! Der hat zuerst zurückgeschlagen!“
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