Was der Mensch dabei tun muss, ist das Säen des massenhaft vorhandenen Samens bzw. auch nur das Nicht-Ausreißen einer einzigen Jungpflanze – und schon wächst die Senfstaude gewissermaßen mit eingebauter Erfolgsgarantie. Jeder Zuhörer Jesu wusste: das kann gar nicht anders sein, das geschieht einfach, es geschieht wie automatisch. Interessanterweise steht auch genau dieses Wort „automatisch“ im biblischen Originaltext, leider aber nicht mehr in unserer heutigen Einheitsübersetzung.
Wir erinnern uns - Jesus sagte zu seinen Zuhörern: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen,
mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?
Es gleicht einem Senfkorn.
Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“
Das Herzensanliegen Jesu ist, den Menschen immer wieder klarzumachen: Das, wonach ihr euch sehnt, das, was ich euch versprochen habe, das kommt mit absoluter Sicherheit. Das Reich Gottes fängt zwar offensichtlich ganz klein und geradezu mickrig an, aber man sollte sich davon besser nicht täuschen lassen. Unaufhaltsam wächst es zu seiner endgültigen Größe heran, ohne dass dafür auch nur ein Mensch einen Finger krumm machen müsste. Eben ohne unser Zutun, eben automatisch, wie von selbst. Über diesen Prozess des Wachstums kann kein Mensch verfügen.
Irgendwie macht uns dieses Gleichnis Jesu natürlich nervös. Kann Jesus das denn wirk-
lich gemeint haben?
Das widerspricht doch offensichtlich seinen Aussagen, die man an vielen Stellen der Bibel findet, wonach wir uns für das Himmelreich mühen sollen – wir sollen die Gebote einhalten, wir sollen den Glauben allen Völkern verkünden usw.
Kann er das denn wirklich so gemeint haben wie mit dem Gleichnis vom Senfkorn? Wenn ja, heißt das dann, dass wir ab sofort unsere Hände in den Schoß legen dürfen, weil Gott das doch lieber alleine machen will?
Nein, das wäre ein furchtbares Missverständnis! Natürlich sollen wir Menschen unseren Teil zum Ernte-Erfolg Gottes beitragen. Das Gleichnis Jesu will uns jedoch sagen: Euer Einsatz ist gut und wichtig, aber ihr braucht nicht in Stress und Aktivismus zu verfallen. Das Reich Gottes wird euch letztlich geschenkt – seid euch dessen immer bewusst!
Lasst euch also von dessen anfänglicher Unscheinbar-
keit nicht täuschen. Es wird groß und mächtig, ob ihr euch nun vor Sorgen verrückt macht oder nicht! –
Und damit hat Jesus wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen, denn diese demütige und wartende Haltung ist, wie eingangs geschildert, nicht gerade die Stärke des modernen Menschen.
Auch wenn dies den Pfarrern und allen engagierten Gläubigen zuweilen Bauchschmerzen bereitet, weil es so gar nicht voran zu gehen scheint in der Gemeinde und in der ganzen Kirche – Jesus sagt: Keine Sorge,
das ist bei Gott alles im Griff, alles im grünen Bereich. Aber es geht eben nicht so, wie ihr euch das vorstellt, nicht dalli-dalli. Gott lässt vieles wachsen, heranreifen. Die moderne Kultur, alles möglichst schnell haben zu wollen wie einen löslichen Instant-Kaffee, die funktioniert bei Gott nicht. So funktioniert das nicht mit dem Reich Gottes – einfach aufschütten, umrühren, fertig!
Jesus mahnt mit dem Versprechen, dass das Reich Gottes garantiert zu seiner vollen Größe heran-
wachsen wird, unsere Geduld an. Mehr noch mahnt er aber unser Gottvertrauen an.
Ja, eure kleine Gemeinde und der geringe Gottes-
dienstbesuch mag euch mickrig erscheinen und euch manchmal traurig machen. Dass eure Kinder so gar nichts mit der Kirche am Hut haben, mag euch persönlich kränken und enttäuschen. - Habt doch Vertrauen! Es liegt alles letztlich überhaupt nicht in eurer Hand, sondern in Gottes Hand, und da gehört es auch hin.
Wenn Jesus mit dem Gleichnis vom Senfkorn mehr Vertrauen in Gott anmahnt, ist das wirklich ein dringendes Anliegen. Natürlich darf man mal klagen und enttäuscht sein, wenn man mal einen schlechten Tag hat. Aber ganz grundsätzlich ist das mangelnde Gottvertrauen eine Sünde, eine Sünde gegen den Heiligen Geist.
Solch ein Klagen über das schleppende Vorankommen ist nämlich eine Beleidigung des himmlischen Vaters! Solch ein Jammern unterstellt ja indirekt, dass Gott da wohl etwas nicht so ganz im Griff hat. Es unterstellt, Gott habe eine altersbedingte Sehschwäche, wenn er z.B. den Zustand der deutschen Kirche offenbar nicht erkennt.
Das ist also das eigentlich Traurige bei aller Angst,
bei aller übereifrigen Sorge: mangelndes Vertrauen in Gott selbst! Jesus hat es doch oft genug klargestellt: Da geht kein Schaf verloren, da geht kein Mensch und keine Pfarrei verloren – vielleicht dem ersten Eindruck nach, aber nicht bei Gott!
Lassen wir uns also nicht täuschen und ins Bockshorn jagen: Das Himmelreich wird kommen, weil Gott es so will. Angefangen hat es bereits, und es wird wachsen, immer weiter wachsen. Also entspannt euch und schaut mal in den Spiegel - ihr tragt die Welt wirklich nicht auf euren Schultern.
Der beliebte Papst Johannes XXIII. hat das mal so erzählt, dass ein junger Bischof ihm geklagt habe, wegen der großen Last der Verantwortung für sein anvertrautes Bistum könne er kaum noch schlafen. Zuerst stimmte der Papst ihm zu, dass er dieses Gefühl spätestens seit seiner Wahl zum Papst auch erlebt habe.
Dann aber fügte er hinzu: „Einmal aber erschien mir ein Engel im Traum. Er sagte mir nur einen einzigen Satz: Giovanni, nimm dich doch nicht so wichtig! – Seitdem kann ich wieder wunderbar schlafen…“
Liturgievorlagen Kathol. Auslandssekretariat
Thema Berufung: Vesper mit Baumpflanzung
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Gruppenstunde / Kindergottesdienst „Senfkorn“
(pdf) >> BITTE KLICKEN !
Dominus-Verlag (Dr. Peter C. Düren), u.a. interessantes Buch „Kleines ABC des Zweiten Vatikan. Konzils“ >> BITTE KLICKEN !
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Das bleibt Spitze! - „Dalli Dalli“ mit Hans Rosenthal
Wer sich als Getaufter von Gott getragen weiß, ist von Freude bestimmt. Vielleicht lässt sich das durch folgende Fabel verständlich machen: Ein Vogel liegt auf dem Rücken, die Beine starr gegen den Himmel gestreckt. Ein anderer Vogel fliegt vorbei, sieht das und fragt verwundert: „Was ist denn mit dir los? Warum liegst du auf dem Rücken und streckst die Beine so starr nach oben?"
Der Befragte antwortet: „Siehst du das denn nicht? Ich trage den Himmel mit meinen Füßen. Wenn ich sie zurückziehe, stürzt der Himmel ein."
In diesem Augenblick löst sich in der Nähe ein Blatt vom Baum und fällt raschelnd zu Boden. Erschrocken dreht sich der Vogel um und fliegt davon. Der Himmel aber bleibt weiterhin an seinem Ort.
Ein Kirchengegner-Ehepaar geht ins Museum. Sie sehen sich die Bilder an - und bleiben schließlich vor einem herrlichen Gemälde von Rubens "Die Heilige Familie auf der Flucht" stehen. Sie betrachten lange das kostbare Bild. Schließlich wendet der Mann sich zu seiner Frau um:
„Siehst du, so sind die Christen! Seit Jahrhunderten erzählen sie den Leuten, Maria und Josef seien so arm gewesen, dass Maria ihr Kind in einem Stall zur Welt bringen musste. Aber um sich von Rubens malen zu lassen - dafür hatten sie immerhin Geld genug…!"
Ein Rasenmäher und ein Schaf stehen nebeneinander auf der Wiese. Sagt das Schaf: „Mäh! Mäh!“
Antwortet der Rasenmäher: „Von dir lass ich mir nix befehlen!“
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