Offenbar hat jemand das kurze Gespräch mit-
verfolgt. Andreas, der Bruder des Petrus, schaltet sich ein. Er hat in der Menge einen kleinen Jungen gesehen, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische dabei hat. Kaum ausgesprochen, macht jedoch auch er resigniert einen Rückzieher: „Doch was ist das für so viele?“
Das heißt: Wem soll man denn da von dieser winzigen Menge etwas geben und wem nicht? Das gibt nur Neid und Streit!
Stellvertretend für alle Jünger kapitulieren beide also vor dieser Herausforderung. Da kann man einfach nur deprimiert aufgeben. Die Reaktion Jesu fällt jedoch ganz anders aus. Mit einer unerwarteten Anweisung überrascht er seine Helfer: Sorgt dafür, dass die Leute es sich bequem machen, dass sie sich zum Lagern hinsetzen!
Das heißt zum einen, dass die Menschen bisher gestanden haben, weil sie dem Rabbi Jesus wie damals üblich stehend zugehört haben. Zum anderen zeigt das Hinsetzen, dass die Menschen Jesus folgen, dass sie ihm eine Lösung des Problemes zutrauen. Die aus-
drückliche Ergänzung im Text des Evangeliums ist auch kein Zufall: Wenn es heißt, „Es gab dort nämlich viel Gras“, erinnert das an die Einleitung des berühmten Psalms 23: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“ - Gott ist so fürsorglich wie ein guter Hirte; ich darf sicher sein, dass er bestens für uns alle sorgt. Er lässt uns lagern, er lässt uns ausruhen und neue Kraft sammeln. - Indem das heutige Evangelium durch diese Wortwahl an die Liebe und Großzügigkeit Gottes erinnert, unterstreicht es, dass Jesus sich um die Menschen so sorgt wie Gottvater. Jesus ist Gott wie er.
Im Evangelium heißt es sofort anschließend, dass Jesus das vor-gesehene Dank-
gebet über die Brote und den Fisch spricht und diese dann an die Leute austeilt. - Ist es Ihnen auch aufgefallen? Die Schilderung konzentriert sich ganz auf Jesus, und zwar so sehr, dass wir über den kleinen Jungen nichts weiter erfahren. Der Blick des Evangelisten Johannes ist ganz auf die Macht und Größe Jesu gerichtet.
Der kleine Junge spielt dennoch im Hintergrund eine bedeutende Rolle: Er hat Jesus offenbar so sehr vertraut, dass er ihm ohne Zögern, ohne Nachfrage seinen kompletten Lebensmittel-Vorrat überlässt. Gerstenbrot war das typische Arme-Leute-Essen; dazu gab es meist gedörrten oder eingelegten Fisch als Beilage, denn frischen Fisch konnte man nicht lagern. Der keine Junge gibt Jesus bedenkenlos seinen ganzen Besitz. Mit seinem kindlichen Vertrauen wird er ohne großes Aufhebens zum eindrucksvollen Vorbild, denn er hat offenbar keine Angst, nun selbst zu kurz zu kommen.
Man darf sicher annehmen, dass es außer ihm noch einige andere Leute unter den Zuhörern Jesu gibt, die sich für ihre Wanderung einen bescheidenen Notvorrat eingesteckt haben. Warum sollte sonst ausgerechnet nur ein kleiner Junge auf diese Idee kommen?
Manche wundern sich heute, woher nach dem Essen auf einmal die 12 Körbe kommen,in denen die Brot-
reste eingesammelt werden. Wahrscheinlich handelt es sich dabei nicht um die heute üblichen großen Körbe z.B. für die Obsternte, sondern um damals übliche „kophinos“ – das sind schmalere Körbe, die man gerne für unterwegs mitnahm, um die religiösen Speisevorschriften für koscheres Essen überall erfüllen zu können.
Wer bei den erwachsenen Zuhörern Jesu zu den wenigen Glücklichen zählt, die gerade noch eine Kleinigkeit dabei haben, der hütet sich, das jetzt auszupacken. Teilen ist einfach unmöglich, wäre aber moralische Pflicht. Also lässt man es lieber bleiben. Nicht so dieser Junge: Er gibt sich völlig ohne jedes Hintertürchen in die Hand Jesu!
Und so ge-schieht das Wunder: Fast aus nichts lässt Jesus eine unfass-
bare Menge an Brot und Fisch entstehen. Wie bei einem Fest ist das Angebot so übergroß, dass es ausdrücklich im Text heißt, dass die Leute bekommen, so viel sie wollen. Da wird nichts eingeteilt, nichts rationiert. Da kann man sich so richtig sattessen. Das bestätigt auch der Urtext in griechischer Sprache: „chortazesthai“ heißt es dort, was man mit „übersatt, übervoll“ übersetzen kann.
Heute kommt uns das bekannt vor unter dem Slogan mancher Gaststätten: „All you can eat“ – da kann man so viel Essen nachfassen, wie man möchte, wie man schafft. - Gott ist eben nicht kleinlich, Gott rechnet nicht. So spendabel wie er ist keiner, kann keiner sein. Er gibt ab aus einer unendlichen Fülle, die ihm zur Verfügung steht. Die Gedanken an Mangel, die uns Menschen so oft plagen, sind keine Gedanken Gottes.
Wir leben allzu oft mit der Vorstellung, dass es im Leben nicht reicht, dass wir zu kurz kommen. Zu kurz an Geld, zu kurz an Liebe und Zuneigung, zu kurz kommen an allem.
Das kleine Kind im heutigen Evangelium macht es uns vor: Wenn wir uns mit unseren bescheidenen Mitteln Gott anvertrauen, dann wird in seinen Händen daraus überreichlich viel für alle! Das Wenige, was wir haben an Kraft, an Ausdauer, an Talent, an Mut, an allem – wenn wir es Gott wirklich bedingungslos überlassen, wird er es so vermehren, dass ganz vielen dadurch geholfen wird. Unsere pessimistischen Gedanken, wie wenig wir doch haben, zeugen leider vor allem davon, dass wir zu wenig Gottvertrauen haben.
Aus dem Unvollkommenen, aus dem Wenigen, aus dem
Bruchstückhaften hat Jesus ein festliches Mahl bereitet. Nicht nur das, denn nach dem Mahl bleibt noch eine große Menge an Brotstücken übrig, was die Groß-
zügigkeit Gottes noch einmal unterstreicht.
Und Jesus übersieht diese Reste nicht. Alles in Gottes Schöpfung hat seinen Wert! Bei jüdischen Gastmählern war es damals ohnehin üblich, nachher die Reste zu sammeln, um sie der Dienerschaft und deren Familien zu überlassen. - Die Zahl 12 bei den Körben erinnert natürlich an die 12 Stämme Israels. Man kann also sagen, dass dies zeigen soll: Es ist wirklich für alle gesorgt, bei Gott leidet niemand Mangel!
Wie so oft, denken die Menschen jedoch vordergründig, damals wie heute. Die Menschen sind vom Brotwunder Jesu begeistert. Sie sehen mit diesem Wundertäter goldene Zeiten auf sich zukommen. Die Aussicht auf einen immer vollen Magen beflügelt ihre Phantasie:
Auf diesen großen Propheten haben wir sehnsüchtig gewartet – ihn sollte man zu unserem König machen, dann können wir glücklich und bald wohl auch ohne die verhassten Römer leben!
Sie wollen Jesus vor ihren Karren spannen. Er wird’s schon richten. Durch ihn, den Brot-könig, endlich sorgenfrei leben… – Verstehen kann man die Leute. Genug Leid und Kummer haben manche erfahren müssen.
Zur Abwechslung würde jetzt ein garantiertes und andauerndes Verwöhnprogramm gut tun. Auf solche Träume lässt sich Jesus jedoch nicht ein, damals nicht und heute nicht. Die Erdenzeit ist nicht Himmelszeit, nicht Ewigkeit. Und um den Himmel, um das Reich Gottes, geht es Jesus. Die Werbung dafür ist seine Aufgabe, das ist sein Ziel.
Der Schluss des Evangeliums sagt uns dies ganz knapp und unmissverständlich. Dort steht: „Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.“ - So ist das: Wenn wir Jesus nur zum persönlichen Wünsch-dir-was-Erfüller machen wollen, zieht er sich meistens zurück. Zu groß ist nämlich für uns die Versuchung, das eigentliche Ziel unseres Lebens dabei aus den Augen zu verlieren. Das ganz große Fest wartet schließlich auf uns. Die Einladung hat Jesus überbracht. Halten wir uns bereit!

Predigtvorschläge
Karl-Leisner-Jugend
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Predigt Ev. Kirche Denklingen (pdf)
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Predigt Pfr. Dr. Vincenzo Petracca
Predigt “Vom Brot des Lebens” (pdf)
Sven Kockrick: Bibelarbeit zu Joh
6,1-15 (pdf)
Meine Predigtgedanken zum
parallelen 18. Sonntag A 2008 >> BITTE KLICKEN !
Material für den
Kindergottesdienst (pdf)
Exegetisch-theologischer Kommentar
(pdf)
Lesehilfe des Katholischen
Bibelwerkes (pdf)
Lesungstexte und kurze Einführung
von VIRC Wien (pdf) >> BITTE KLICKEN !
Ein Gutsbesitzer vererbt seine 17
Kamele an drei Söhne… >> BITTE KLICKEN !

Die Axtsuppe
Diese Geschichte wird in einigen Varianten erzählt: Endlich war der Krieg vorbei, und die Soldaten konnten sich irgendwie nach Hause durchschlagen. Das Problem war nur, dass die Menschen überall nur wenig zu essen hatten und manche überhaupt keine Lust verspürten, von dem Wenigen auch noch etwas abzugeben. Der Soldat in dieser Geschichte hatte schon tagelang nichts mehr gegessen, als er auf seinem langen Weg an einem kleinen Bauernhof ankam. Hier hoffte er endlich auf eine kleine Stärkung. Schließlich ließ sich an der Tür eine alte Bäuerin blicken, die sofort energisch abwehrte: „Wir haben nichts!“ – Der Soldat sah jedoch gleich, dass Tiere im Stall standen, also konnte es um die Vorratslage nicht gar so schlecht stehen.
„Liebe Frau“, sagte er daher mit Bedacht, „das ist wohl wahr. Wir alle müssen jetzt Hunger leiden. Aber ich kann vor Ihren Augen eine köstliche Suppe kochen, von der ich Ihnen gerne abgebe, so viel Sie nur möchten!“Da wurde die Frau hellhörig. Der Soldat zeigte seine mitgebrachte Axt vor und behauptete: „Wenn Sie einen Kessel und eine Kochgelegenheit haben, bereite ich uns beiden eine schmackhafte Axtsuppe zu, deren Rezept ich in der Ferne kennengelernt habe.“
Die Frau war zwar geizig, aber andererseits auch neugierig. Hier gab es etwas umsonst, und sie konnte sich bestimmt das Rezept abschauen! Also stimmte sie zu und ließ den Mann in ihre Küche. Bald stand der größte Suppenkessel auf dem Herd, und die Axt wurde im heißen Wasser erhitzt. Die Bäuerin ließ den Soldaten nicht aus den Augen. Er rührte immer wieder um, probierte und stellte fest: „Hmmh, das sieht schon gut aus; die Suppe wird gelingen. Was jetzt noch fehlt, ist eine gute Portion Speck!“
Die Bäuerin platzte fast vor Neugier und beschaffte natürlich ein großes Stück Speck aus der Speise-
kammer. Der Soldat schnitt ihn in kleine Würfelchen und gab ihn hinzu. Nach dem Abschmecken fand er: „Die wird einfach köstlich! Etwas Zwiebel, Salz und Pfeffer wären noch nötig!“ –
Die Bäuerin dachte: „Na, das kostet nicht die Welt. Das kann ich also getrost investieren!“ Der Soldat rührte eifrig weiter und schmeckte immer wieder ab. So entlockte er der tief beeindruckten Frau nach und nach auch noch Eier, Graupen und verschiedene Gemüse. Zum Schluss nahm er die Axt lächelnd aus dem Kessel und servierte seine köstliche, kräftige Axtsuppe…

"Wo geht es hier zum Bahnhof ?"
Es antwortet... * * der Gesprächstherapeut: "Sie wissen nicht, wo der Bahnhof ist, und das macht Sie nicht nur traurig, sondern auch ein Stück weit wütend."
* der Tiefenpsychologe: "Sie wollen verreisen ?"
* der Sozialarbeiter: "Keine Ahnung, aber ich fahre Sie schnell hin."
* der Sozialpädagoge: "Ich weiß nicht, aber es ist gut, dass wir darüber reden können."
* der Gestalttherapeut: "Du, lass das voll zu, dass Du zum Bahnhof willst."
* der Verhaltenstherapeut: "Heben Sie den rechten Fuß, schieben Sie ihn vor, setzen Sie ihn jetzt auf. Sehr gut. Hier haben Sie ein Bonbon."
* der Neurologe: "Sie haben also die Orientierung verloren. Passiert Ihnen das öfter ?"
* der Familientherapeut: "Was glauben Sie, denkt Ihre Schwester, was Ihre Eltern fühlen, wenn die hören, dass Sie zum Bahnhof wollen ?"
* der Diplom-Pädagoge: "Ich weiß natürlich, wo der Bahnhof ist. Aber ich denke, dass es besser für Dich ist, wenn Du es selbst herausfindest."
Bei einem heftigen Gewitter wurden bei Bauer Heinrich sechs Kühe auf der Weide vom Blitz erschlagen. Der Bauer flucht ganz entsetzlich mit allen Flüchen, die einem gestandenen Bayern zur Verfügung stehen, als er das entdeckt. Der Pfarrer, der gerade an der Weide vorbeikommt, ermahnt den Bauern, sich als Christ doch in sein Schicksal zu fügen und weist auf die Bibel hin: "Du weißt doch: Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat‘s genommen!"
"Sie haben gut reden," schimpft Bauer Heinrich, "aber was meinen Sie, was der Herrgott wohl sagen tät, wenn ihm sechs schöne Cherubim vom Blitz erschlagen würden - und die Hälfte davon auch noch trächtig!"
Die aktuellen Predigtgedanken können Sie auch selbst herunterladen; der Link funktioniert mindestens bis 1.9.2012. Sonst schicke ich auch gerne die Dateien per E-Mail.
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- die Kurzfassung (pdf) >> BITTE KLICKEN !ZURÜCK ZUR HAUPTSEITE ? >> bitte klicken!

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