Die Schriftgelehrten dürfen so ein nachlässiges Verhalten der Jünger einfach nicht dulden. Es interessiert sie gar nicht, warum einige sich nicht gewaschen haben. Das wäre ja mal interessant zu wissen! Vielleicht war das Nicht-Waschen ein Hinweis für neue Jünger, die aus dem Heidentum kamen: Schaut, ihr könnt auch ohne diese rituelle Reinigung mit uns und mit Gott Gemeinschaft haben. Ihr müsst nicht erst Juden werden, um Christen werden zu können. Immerhin fällt auf, dass die Inspektoren Jesus nicht persönlich angreifen, woraus wir schließen können, dass Jesus selbst sich sehr wohl die Hände rituell gewaschen hat. Andernfalls wäre das wirklich ein gefundenes Fressen für die Ordnungshüter! Im Text ist immer nur die Rede von einigen Jüngern. Diese sind gewissermaßen aus der jüdischen Reihe getanzt.
Bevor wir heute jedoch jüdische Gruppenzwänge milde belächeln, sollten wir uns bewusst machen, wie das heute aussieht. Die religiösen Gründe spielen in unserer Bevölkerung zwar meist keine Rolle mehr, aber natürlich muss es rein bei uns sein, porentief rein, reiner geht’s nicht.
Der heutige Standard-Bürger hat beispielsweise peinlich darauf zu achten, dass er seinen Mitbürgern nicht in einem Hemd mit Achselnässe gegenübertritt. Gleich tonnenweise werden heute Dusch-gel, Waschmittel, Weichspüler und was weiß ich noch alles über uns und unsere Wäsche geschüttet. So muss es nämlich heute sein: strahlend weiß, fit, gesund und ohne schnell erkennbare Schwächen. Wir haben den Schmutz im Griff. Den äußerlichen Schmutz, versteht sich.
Zurück zur biblischen Szene. Jesus steckt heftige Kritik ein wegen des Verhaltens einiger Jünger. Ihn macht man sofort dafür veranwortlich. Die Frage steht im Raum:
Hast du das denn nicht gesehen? Warum hast du das bloß zugelassen? Warum bist du nicht sofort dagegen eingeschritten? Du bist doch der Meister, und diese da sind deine Schüler, die du ausbildest, die dir auf deinem Weg folgen!Nun ist es aber wirklich an der Zeit, dass Jesus Stellung bezieht! Lauernd warten die Gelehrten aus Jerusalem auf einen wahrscheinlich kläglichen Versuch, sich heraus-
zureden.
Jesus jedoch enttäuscht ihre Erwartungshaltung. Die erhoffte Debatte über die Gefahren ungewaschener Hände fällt aus. Jesus behält das Heft in der Hand und nutzt die Gelegenheit zu einer kurzen Lektion, die sich allerdings gewaschen hat. Nicht Diplomatie ist jetzt angesagt, sondern Klarheit. Zuerst verweist er seine Zuhörer auf den Propheten Jesaja. Dieser hatte dem Volk immer wieder vorgehalten, wie sehr es Gott nur mit den Lippen ehrt, nicht aber mit dem Herzen. Mit ihren vielen Verordnungen und Satzungen tun die Gesetzeslehrer so, als sei Gott der große Oberbürokrat mit einem deutlichen Hang zur Kleinkariertheit. Jesaja hat deshalb bereits klargestellt, dass solche Verordnungen häufig genug nur Menschen-
gedanken sind, nicht Gottesgedanken. Doch damit nicht genug.
Jesus fordert alle Zuhörer auf, genau hinzuhören: „Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.“ Jesus geht es nicht um Bakterien und Schmutz unter den Fingernägeln. Er ist nicht der himmlische Hygiene-Beauftragte. Ihm geht es um Grundsätzliches, um die innerliche Reinheit des Menschen vor Gott. Und die ist nicht von gesäuberten Händen abhängig, sondern vom gesäuberten Herzen. Die Kernfrage Jesu ist die nach der Erfüllung des Willens Gottes. Eine auffallend lange Liste von bösen Gedanken zählt Jesus auf, von der Unzucht über den Neid bis hin zum Hochmut. Damit macht er seinen Zuhörern noch einmal drastisch bewusst, wie vielseitig und umfangreich die Palette menschlichen Versagens ist. Alle diese Verstöße gegen den Willen Gottes kommen nicht von außen, sondern von innen, aus dem widerspenstigen und unreinen Herzen des Menschen. Die Hände machen wir zwar gründlich sauber, oft genug aber nicht unsere innere Haltung, unser Denken.
Unsere Sauberkeit ist also oft nur ein Etiketten-schwindel, nur äußerer Schein. Ich kann auch kein Flugzeug steuern, bloß weil ich mir eine Piloten-Uniform ausgeliehen habe. Da gehört schon weit mehr dazu! – Nicht schmutzige Hände, sondern schmutzige Gedanken und Taten sind es, worüber Jesus mit uns allen sprechen will. Genau hier sollen wir mit unserer Putzaktion ansetzen, wenn wir Gottes Willen in unserem Leben beachten wollen.

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Die katholische Haltung zur Sünde
Ein Mann hat im Zorn seine Frau ermordet. Er bleibt unentdeckt, und doch schlägt ihn furchtbar das Gewissen und die Gewissensbisse treiben ihn unbarmherzig vor sich her. So sucht er Trost und Hilfe und wendet sich dabei an einen Rabbi.
"Rabbi, helfen Sie mir, ich habe gemordet!" Der Rabbi weicht erschrocken zurück und fährt den Mann scharf an: "Schwer ist Deine Sünde, und sie fordert Rache und Vergeltung. Ich kann Dir nicht helfen, denn es heißt ‚Aug um Aug, Zahn um Zahn'"
Ungetröstet stürzt der Mann davon. Der nächste, an den er sich wendet ist ein Guru, einer der eingeweiht ist in die esoterischen Lehren:
"Großer Meister, helfen Sie mir, ich habe gemordet!" Der große Guru unterbricht nur widerwillig seine Meditation und spricht dann salbungsvoll die weisen Worte: "Mein Sohn, alles Leben ist Schein. Es gibt weder gut noch böse. Durchschaue den Schein und lass dich von Deinen Taten nicht beunruhigen, auch sie sind nur Schein! Meditiere und erkenne dich selbst." Nun, jedenfalls geht der Mann ungetröstet weg.
Schließlich landet er vor einem Beichtstuhl. Es brennt Licht, und so geht der Mann hinein und kniet nieder. Angstvoll stammelt er: "Bitte helfen Sie mir. Ich habe gemordet!"
Einen Augenblick ist es ganz still hinter dem Gitter des Beichtstuhls, man hört, wie der Priester schluckt. - Dann tönt seine sanfte, gütige Stimme aus der Finsternis des Beichtstuhls:
"Wie oft, mein Sohn?"
Weihbischof Laun aus Salzburg hat dies veröffentlicht und schreibt dazu: Diese Geschichte verdanke ich P. Karl Wallner vom Stift Heiligenkreuz. Sie veranschaulicht treffend die Haltung der Kirche. – Pater Wallner: "Wo die Sünde nicht eingestanden wird, da muss die Kirche mahnen und warnen. Wo die Sünde erkannt und bekannt wird, da ändert sich das Verhalten der Kirche völlig: da wird sie zur barmherzigen Mutter, die tröstet, verzeiht und aufrichtet."
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