04.08.2009

19. Sonntag im Jahreskreis B - 09.08.2009

(Fortsetzung)

Und jetzt murrt das Volk gegen Jesus. „…vom Himmel herab-
gekommen“
sei er, behauptet er. Was bildet der sich eigentlich ein? Wir kennen doch seine Familie! Mit welchem Recht darf der so etwas überhaupt aussprechen? Eine unerhörte Anmaßung und Gotteslästerung ist das!

Die Volksseele ist empört. Das kann man auch diesem ungewöhnlich erfolgreichen Rabbi nicht durchgehen lassen! - Wenn es hier genauer heißt, dass „die Juden“ gegen Jesus murrten, richtet sich diese Kritik des Evangelisten nicht gegen jeden einzelnen Juden; er war wie Jesus ja selbst einer.
Wenn ich sage: „Die Deutschen sind Reise-Welt-
meister“, dann bedeutet das schließlich auch nicht, dass jeder einzelne Deutsche so oft verreist.
Johannes meint also speziell nur diejenigen, die Jesus ausdrücklich als Sohn Gottes und Messias ablehnen.

Jedenfalls ist die Stimmung nun umgekippt. Aus dem umjubelten Sattmacher Jesus ist in den Augen vieler Zuhörer ein Verführer und Scharlatan geworden.
Gottes Sohn als Wander-Rabbi statt auf dem prächtigen Königsthron – und dann auch noch der da, den wir genau kennen. Also nein, nie und nimmer!

Jesus zeigt sich von dieser Kritik, die ihm schon bei seinem Besuch in Nazareth entgegenschlug, ganz unbeeindruckt. Er weiß, dass der Widerstand zunehmen wird, sobald er ein Reizthema anpackt. Dennoch verschärft er seine Aussage noch, indem er seine ganz intensive und innige Beziehung zum himmlischen Vater betont: „Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht! Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen.“
Jesus weist die Kritiker zurecht: Murrt nicht! Das heißt: Euer Protest steht euch nicht zu und ist blanker Unglaube! Ihr wollt Gott immer wieder vorschreiben, was er wie zu machen hat.
Dabei hat Gott wirklich alles in der Hand, lenkt und zieht regelrecht diejenigen, die zu Jesus kommen wollen. Ohne dieses Zutun des himmlischen Vaters kann es niemand im Alleingang schaffen. Der Vater hat das alles im Griff. Liebevoll stubst er euch an, bringt euch auf Jesu Spur, und zwar manchmal auch dann, wenn ihr das noch gar nicht erkennt.

Bemerkenswert ist, dass Jesus sich dann auf das Alte Testament und die Ver-
heißung des Jesaja (54,13) bezieht, wenn er zitiert: „Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein.“ Nicht mehr nur die Juden als Söhne Jerusalems sind hier angesprochen, sondern ausdrücklich „alle“. Jesus verstärkt dies im nächsten Satz noch: „Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen“.
Damit ist die Frage beantwortet, wie man zu Jesus kommen kann, wie man Jesus folgen kann. Man muss hören, man muss hinhören. Man muss bei Gott in die Schule gehen wollen und Lehre annehmen, so gut wie man das mit seinen bescheidenen Möglichkeiten eben kann.

Immer wieder bei seinen Predigten, so auch hier, betont Jesus ganz eindringlich, dass er selbst das lebendige Brot ist, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Lebensbrot isst, der wird nicht sterben, sondern in Ewigkeit leben. Das ist ihm so wichtig, dass er dies in unserem heutigen vergleichsweise kurzen Evangelium gleich dreimal betont. Aber wie kann das sein, mögen manche denken. Schließlich kennt jeder von uns genügend Christen, die gerne und häufig zur Kommunion gegangen sind. Aber gestorben sind sie trotzdem, und uns selbst wird das auch so passieren.

Da stellt sich also die Frage, was Jesus mit seiner Aussage zum ewigen Leben eigentlich meint - oder anders gesagt, wo unser Denkfehler liegen kann.
Das ewige Leben, von dem Jesus spricht, ist nicht ein Vorgang, der wie auf Knopfdruck in der Minute unseres Todes startet wie eine Art Notstromaggregat bei Stromausfall.

Rein medizinisch gesehen sterben natürlich auch Christen, das ist keine Frage. Wer jedoch dieses lebendige Brot isst, wer sich damit in die Nachfolge Jesu begeben hat, der wird ewig leben.
Jesus unterscheidet also zwischen dem Leben der Seele und dem Leben des Körpers.
Die Bibel benutzt daher für „Leben“ zwei verschiedene Wörter. Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass wir alle auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft sind.

Diese Taufe ist wie ein Siegel, wie ein Vertrag:
Das Kreuz auf der Stirn sagt, dass man verbindlich für jetzt und für immer ganz zu Gott gehört, also ein Gottes-
kind ist. Man könnte fast sagen: die Taufe ist wie ein Brandzeichen für eine Herde. Es sagt: Alle, die dieses Zeichen tragen, die sind mein.
Das Missverständnis liegt also darin, dass man fälsch-
lich annimmt, das ewige Leben begänne mit dem Tod. Jesus sagt es ganz deutlich: „Amen, amen, ich sage euch: wer glaubt, hat das ewige Leben.“ Das ewige Leben nimmt also seinen – wenn auch unauffälligen – Anfang mit der klaren Entscheidung für den Glauben, für die Nachfolge.

Wer also glaubt und von dem Himmelsbrot isst, der gehört zu denen, die ewig halten,
die eben „unkaputtbar“ sind, wie man heute schnoddrig sagt. Jesus, der unser Kreuz auf sich geladen hat, wird für uns zum Brot, das für immer satt macht, das die Sehnsucht unserer Seele für immer stillt, das uns ewiges Leben schenkt. - Was für herrliche Aussichten!


Ingo Krause: „Murren in der Bibel“ (4 S. /pdf)
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Wissenschaftl. Kommentar zum Evangelium (4 S./pdf)
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Schriftauslegung zu Joh 6,41-51 (4 S. / pdf)
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Die reine Wahrheit: Ein Pfarrer, der zu einer Tagung in Trier war, fuhr anschließend noch schnell rüber nach Luxemburg. Klar, dass er dort billig tankte und sich auch noch mit dem so preiswerten Kaffee versorgte.
Jetzt kam es darauf an, ihn durch den Zoll zu bringen, ohne zu lügen. Er steckt also ein großes Paket unter den rechten Arm und eines unter den linken Arm. Tatsächlich, der Pfarrer wurde bei einer Stichprobe an der Grenze angehalten! - "Na", fragte ihn der Zoll-
beamte, "auch etwas eingekauft?" - "Ja, mein Sohn, acht Pfund Kaffee. Aber ich habe ihn unter den Armen verteilt!"

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