Die Augen offen halten – das ist ein zweites Stichwort: Der Christ soll ein aufgeweckter Bursche sein. Christen sind keine Tagträumer und keine, die ihr Leben lang herumdösen. Christen sind aufmerksame Leute. Sie lassen sich nicht einlullen vom Geschrei der Medien und Verkaufs-Strategen. Sie wissen, das ihr Leben kein Produkt eines blinden Zufalls ist, sondern gottgewollt.
Und die Christen wissen, dass ihr Leben auch nicht in einem sinnlosen Nichts endet. Am Ende steht nicht der Untergang, sondern Christus, der strahlende Sieger und Herr! Es geht also nicht um ein Ende wie bei einer Sackgasse, sondern es geht um ein Ankommen am Ziel, um Voll-endung, ein Ende in unfassbarer Fülle!
Die Menschheit wird also nicht einfach mal so untergehen, bloß weil da ein Irrer auf den Atomraketenknopf gedrückt hat. Alles, was geschieht und wann es geschieht, liegt fest in Gottes Hand. „Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft“, sagt Jesus. Und „Generation“ ist da gemeint im Sinne von Menschengeschlecht. Auch dies also eine klare Absage an jede Panikmache!
Wir haben diesen Appell sicher schnell verstanden: Jesus erzählt dies alles so genau, um auch uns heute ganz wach zu machen. Schaut genau hin, was sich in eurer Welt, in eurer täglichen Umgebung so alles tut. Lasst euch nur kein X für ein U vormachen.
Damit wären wir beim letzten Stichwort: Wie geht das – wachsam sein? Das beantwortet uns schon unser Alltag. Schauen wir z.B. auf die Feuerwehr. Damit es im Ernstfall nicht zum Chaos kommt, damit jeder Handgriff sitzt, wird immer wieder geübt.Immer wieder werden Gefahrensituationen von der Mannschaft durchgespielt. Jeder kennt seinen Platz. In kürzester Zeit kann im echten Notfall eingegriffen und Leben gerettet werden. Zu unserer christlichen Wachsamkeit gehört also auch, dass wir unsere Aufgabe, unser Leben als Christ immer wieder über-
denken und einüben. Da reicht es eben nicht, Gottes Gebote auf dem Papier zu kennen. Man muss sie auch einüben, man muss sie auch trainieren.
Oder mit einem Bild aus dem Bereich der Eisenbahn: man muss rechtzeitig in seinem Leben die Weichen richtig stellen, sonst fährt der eigene Lebenszug wer weiß wohin.
Wachsamkeit ist aber nichts Hektisches. Wir müssen nicht ständig unter Strom stehen. Das Christentum ist keine Sportart und es gibt weder Sekt noch Sieger-treppchen für einige wenige Gewinner. Unser aller Aufgabe besteht darin, konzentriert zu sein, allzeit bereit zu sein, wie die Pfadfinder es formuliert haben. Einfach immer nur Ausschau halten, denn jeder Tag, jede Nacht könnte der letzte Tag, die letzte Nacht unseres Lebens sein, bevor der Herr eintrifft!
Das heutige Evangelium kurz vor Ende des Kirchenjahres erinnert uns Christen ganz eindringlich daran: alle irdischen Sicherheiten zählen nichts mehr, wenn der Herr kommt!
Manche haben dies schon schmerzlich in ihrem Leben erfahren müssen. Ganz plötzlich und ohne jede vorherige Warnung kann das Verfallsdatum von Wohlstand, Gesundheit und allem irdischen Glück erreicht sein. Wohl dem, der nicht blind und taub für die heutigen Worte Jesu ist, wohl dem, der sich auf diesen Frühling freut.
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Der Knecht des KalifenEin reicher und angesehener Kalif schickte einen seiner Knechte auf den Markt zum Einkaufen. Kurze Zeit später stand der Knecht mit leeren Händen, bleich und am ganzen Leib zitternd vor ihm. Er warf sich vor seinem Herrn auf die Knie und flehte ihn an: „Herr, ich muss fliehen! Leih mir bitte dein schnellstes Pferd!“
"Bei Allah!“, entgegnete ihm der Kalif, „was ist bloß geschehen?"
"Der Tod ist mir begegnet. Mitten auf dem Marktplatz traf ich ihn. Ganz in Schwarz stand er vor mir, mit einem breiten Hut! Groß angesehen hat er mich, und ich glaube, er wollte mich packen. Ich bin natürlich gerannt, so schnell ich konnte. Du allein kannst mir helfen. Ich will nach Ashdod fliehen! Da gibt es Millionen Menschen. Da sind enge Gassen. Da werde ich mich verstecken!"
Der Kalif empfand großes Mitleid mit seinem schockierten Diener.Er lieh ihm sein schnellstes Pferd. Sein Diener jagte davon.
Noch vor Einbruch der Dunkelheit wollte er Ashdod erreichen, die ferne Hafenstadt. So weit weg würde er wohl vor dem Tod sicher sein.
Der Kalif aber war neugierig geworden. So entschloss er sich, zum Markt zu gehen und sich dort umzuschauen. Bald schon sah er im Gewühle des Markttreibens die vom Knecht beschriebene Gestalt. Bald standen sie sich gegenüber. Es gab für den Kalifen keinen Zweifel: das war der Tod! Der Kalif sah ihn an und fragte: „Du hast heute morgen meinen Knecht furchtbar erschreckt. Warum? Hattest du eine Verabredung mit ihm?"
Der Tod sah den Kalifen an, zuckte kurz mit den Achseln und sprach mit ruhiger Stimme: „Ich wollte deinen Knecht nicht erschrecken. Ich hatte keinen Grund dafür. Allerdings - eine Verabredung habe ich wohl mit ihm. Aber nicht heute, sondern erst morgen, und auch nicht hier, sondern weit weg von hier in der Hafenstadt Ashdod. Du verstehst, dass ich schon sehr verwundert war, deinen Knecht heute ausgerechnet hier anzutreffen! Ich dachte mir nämlich: Wie um alles in der Welt wird der Kerl denn bis morgen den weiten Weg bis Ashdod schaffen?"
(Quelle: mir leider nicht bekannt)
Ein junger Pfarrer ist dafür bekannt, dass er - vornehm formuliert – sehr zügig Auto fährt. Als er eines Sonntags auf dem Weg zur Messfeier in einer Filialgemeinde 500 m vor der Kirche eine ältere Dame sieht, will er ihr behilflich sein: „Steigen Sie ein, ich nehme Sie gerne mit zum lieben Gott!“ –„Ach nein“, erwidert diese, „offen gestanden fühle ich mich in Ihrem Auto schon zu sehr in seiner Nähe…!“
Eine Pfarrgemeinde hat sich zu einer Missionswoche entschlossen, um den Glaubensschwung in der Pfarrei zu erneuern. Ein Pater ist als Referent auf einem Plakat an der Kirchentüre angekündigt. Sein Thema steht in großer Schrift da und soll die Leute wachrütteln: „Weißt du, was Höllenqualen sind?“
Ein aufmerksamer Kirchenbesucher hat darunter gekritzelt:
„Klar doch, ich habe unseren Kirchenchor schon gehört!“
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