Wachen und beten.
Wie soll ich das denn schaffen?
Das ist ja wohl eher etwas für die Fachleute, die das gelernt haben und auch die nötige Zeit dafür haben, also z.B. die Mönche und Nonnen in den Klöstern!
Solch ein entmutigender Gedanke kann manch einem schon kommen. Ich und wachen! Ich und beten! Ich habe ja schon Mühe genug , dem Gottesdienst konzentriert zu folgen! –
Wie soll ich denn dann erst solch eine gewaltige Anforderung bewältigen?
Und schon fühlt man sich unter riesigem religiösen Leistungsdruck! Gleichzeitig will man den Appell Jesu am liebsten möglichst schnell für sich beiseite schieben und verdrängen: Das kannst du vergessen, Jesus! Ich schaffe das einfach nicht. Das ist wie mit einer Diät. Bei mir ist das Umfallen und Versagen schon garantiert, da habe ich noch überhaupt nicht angefangen. Das macht wirklich keinen Spaß!
Diese Reaktion ist auf den ersten Blick nur allzu verständlich. Wer von uns ist schon so ein frommer Super-Athlet?!
Doch Vorsicht – vielleicht liegt da ein grundsätzliches Missverständnis vor, wenn man gleich von schweißtreibender Schwerstarbeit ausgeht.
„Wacht und betet allezeit…“ – Vielleicht ist damit gar nicht eine religiöse Schinderei gemeint, die uns die letzte Kraft raubt.
Niemand, kein Mensch, kann ununterbrochen wachen.
Niemand kann tage- und nächtelang rund um die Uhr und ohne jede Unterbrechung Gebete sprechen. Irgendwann, früher oder später, kippt da jeder um, und im schlimmsten Falle ist man krankenhausreif oder gar tot.
Die Angelegenheit ist also doch etwas komplizierter. Versuchen wir es mal mit einem Vergleich. Sicher kennen Sie eine Person, an der Ihr Herz hängt.Das kann der geliebte Ehepartner sein, ein Kind oder Enkelkind – da gibt es viele Möglichkeiten. Und ganz und gar und bis über beide Ohren verliebt waren die meisten auch schon mal.
Wie schrecklich ist es dann, wenn man für längere Zeit oder gar für immer von einem so geliebten Menschen Abschied nehmen muss, wenn man sich trennen muss! Und wie schnell fließen die Tränen, wenn man einen geliebten Menschen nach langer Zeit, die einem fast unendlich vorkam, wieder in die Arme schließen darf…!
Immer denkt man an die geliebte Person, sie geht einem gar nicht aus dem Sinn! Manchmal ist das sogar so heftig, dass man sich deswegen kaum noch auf andere Dinge konzentrieren kann. Es kann sein, dass man kaum noch essen und schlafen kann, so sehr ist man in Gedanken bei diesem Menschen!
„Wacht und betet allezeit…!“ – Wie selbstverständlich und geradezu federleicht ist das, aus den Augen des unsterblich Verliebten betrachtet. So wie man sich wohl kaum zwingen muss, jetzt und gleich nur ja an den geliebten Menschen zu denken, so wenig ist es Arbeit oder Mühe, wach zu sein und an Gott zu denken!
mit einem geliebten Menschen in ständigem Kontakt zu bleiben, heute auch gerne mit Handy und vielen getippten SMS-Nachrichten, so ist das eigentlich auch mit dem Beten gemeint. Wer sich der Liebe Gottes wirklich öffnet und sich dessen Liebe tagtäglich bewusst ist, der verliebt sich gewissermaßen auch in Gott.
Es ist dann fast schon so wie mit dem Atmen. Da musst du dir nicht ständig einreden: So, jetzt einatmen! So, jetzt ausatmen! – Du machst es einfach. Mit jedem Atemzug kannst du sogar innerlich mitbeten, z.B. das kurze „Herr, erbarme dich!“ oder Ähnliches.
Jetzt ist Advent. Jetzt ist die Zeit, sich besonders auf die
Ankunft des Herrn vorzubereiten. „Wachet und betet allezeit!“, sagt Jesus zu uns. So bittet er uns um die Erwiderung seiner unfassbar großen Liebe. Seien wir in Gedanken möglichst oft bei ihm, dem wirklich lieben Gott. Und für die Sparfüchse unter Ihnen: Sie wissen ja - es kostet uns noch nicht einmal die Handy-Gebühren…

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Vorbereitung Auf einer Halbinsel an einem italienischen See liegt ein großes Anwesen mit einer herrlichen alten Villa. Nur der Gärtner lebt dort jahrein jahraus ganz allein und pflegt alles offensichtlich ganz prächtig. Als ihn einer der ganz wenigen Spaziergänger am Zaun des Parks antrifft, kann er seine Frage nicht unterdrücken: „Sagen Sie mal, wie lange sind Sie eigentlich schon hier?“
Der Gärtner rechnet nicht lange: „28 Jahre.“ - „Aber ich habe die Besitzer noch nie zu Gesicht bekommen. Wann waren die denn das letzte Mal hier?“
Auch diesmal braucht der Gärtner nicht lange nachzurechnen. Sofort kommt seine präzise Antwort: „Vor 12 Jahren, mein Herr!“
Das erstaunt den Frager noch mehr, und er meint anerkennend: „Wie es scheint, haben Sie aber alles so gut in Ordnung gehalten, dass die Herrschaften morgen hier einziehen könnten…“
Der Gärtner lächelt ein wenig und meint nur: „Heute, mein Herr, heute!“
So wie dieser Gärtner mit seiner Herrschaft rechnet, so möchte ich auf die Wiederkehr des Herrn warten können.
(Quelle: mir leider nicht bekannt)
Tischgebet: Die Religionslehrerin will das Thema „Gebet“ elegant beginnen: „Was tut ihr zu Hause vor dem Essen?“,fragt sie die Kinder. „Wir waschen uns die Hände“, ist die einzige Antwort.
„Naja, das ist richtig. Aber was ist noch viel wichtiger?“
Keiner weiß darauf eine Antwort, so muss sie etwas nachhelfen:
„Was sagt denn dein Vater, wenn er sich an den Tisch setzt?“
Da meldet sich Simon und verkündet: „Was, schon wieder Eintopf?“
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