02.02.2010

5. Sonntag im Jahreskreis C - 7.2.2010

(Fortsetzung)

Und auch seine Kollegen spielen jetzt nicht die Bremser und Bedenkenträger. Sie räumen alles Nötige wieder in ihr Boot und fahren los. Sicher wissen sie es schon vom Hörensagen: Dieser Wander-
prediger liebt die Menschen und richtet sie mit seinen Predigten wieder auf.
Heute haben sie ihn endlich selbst erlebt. Und sie sind von ihm tief beeindruckt. Das ist kein Fallensteller.
Er weiß offenbar genau, was er sagt und was er will.

Wie die Geschichte ausgeht, ist uns wohlbekannt: Die Mannschaft macht einen sensationellen Fang. Die Ausbeute ist so gewaltig, dass sie ihre prallvollen Netze nicht ins Boot hieven können – sie würden glatt reißen unter der Last der Fische!
Da müssen die anderen Fischer der Genossenschaft mit ihrem Boot noch herbeigerufen werden, um diesen Schatz gemeinsam heben zu können. Nur mit größter Anstrengung gelingt es ihnen, und beide Boote sind so voll, dass sie fast untergehen. Mehr geht nun wirklich nicht – ein Fangerfolg, der menschlich gesehen unmöglich ist, jenseits aller bisherigen Vorstellungen!

Nachdem die Fischer wieder wohlbehalten an Land sind, könnte jetzt eigentlich ein Riesenfest steigen. Gleich werden die Leute herbei-
strömen und sich das Wunder betrachten. Und kaufen werden sie alle von diesem besonderen Fang – und das gibt garantiert einen richtig satten Gewinn!
Doch Petrus ist der Sinn nicht nach Gewinn und nach Fischverkauf.
Er ist einfach nur erschüttert. Mit diesem Paukenschlag ist ihm wie vom Blitz getroffen klar geworden, wer dieser Rabbi ist. Er ist es wirklich, der Messias, der Heiland aller Welt! Solch ein großes, geradezu verschwenderisches Wunder kann nur der vollbringen!
Das Evangelium formuliert es beinahe verharmlosend, wenn es jetzt heißt, dass Petrus „und alle seine Begleiter“ darüber „erstaunt und erschrocken“ sind. Petrus kann kaum fassen, was er da erlebt hat. Nicht nur die Größe Jesu wird ihm bewusst, sondern auch die eigene Nichtigkeit. Wie klein er doch selbst ist!
Seine spontane Reaktion: Petrus fällt Jesus zu Füßen! Genauer gesagt: Wie bei einer Priesterweihe legt er sich ganz flach und so demütig wie möglich vor Jesus auf den staubigen Boden. Im An-
gesicht des Heilands formuliert Petrus sein Bekenntnis: „Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder.“ - Diese Gotteserfahrung hat Petrus in die Knie gezwungen, und mehr als das. Wer wie Petrus eine solche Erfahrung macht, der ist wie verwandelt, einfach ganz vor Ehrfurcht, aber auch vom intensiven Sehen der eigenen Unwürdigkeit erschüttert. Viele Heilige haben dies so erlebt.

Doch Jesus greift ein. „Fürchte dich nicht!“ - so spricht er ihn an. Petrus kommt wieder zu Atem. Er weiß jetzt, dass er auch als sündiger Mensch ganz in Gottes Gnade geborgen sein darf.
Das Wunder ist nicht geschehen, um ihn furchtbar zu erschrecken, sondern um ihm die Augen für Gott zu öffnen. Nur mit diesen anderen, neuen Augen kann Petrus die gewaltige Botschaft wirklich aufnehmen, die Jesus nun an ihn richtet: „Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“ - Und sofort anschließend heißt es: „Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.“
Ein starkes Stück: Von einer Minute zur anderen ist das Leben von Petrus und einigen seiner Kolle-
gen total umgekrempelt. Sie lassen alles stehen und liegen. Ab sofort haben sie eine neue Aufgabe, einen neuen Beruf. Sie sind Umschüler geworden, denen von Jesus jetzt nach und nach das Fangen von Menschen beigebracht wird.

Natürlich zucken wir da zusammen. Menschen fangen – das klingt so nach Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Da denkt man sofort an Leute, die anderen nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen, viele in den Ruin treiben und selbst leben wie die Made im Speck.
Doch Jesus meint nicht „fangen“ im Sinne von einfangen, von festnageln, von ausbeuten.
Ganz im Gegenteil. Lebensretter sollen diese Fischer jetzt werden, also Menschen, die mithelfen, anderen das Leben erst möglich zu machen. So heißt auch die wörtliche Übersetzung jener Bibelstelle nicht einfach „fangen“. Genauer heißt sie, dass Petrus Menschen „fangen und leben lassen“ wird, und das ist schon ein Unterschied! - Er wird Menschen nicht einfangen, sondern auffangen, sie vor ihrem Untergang retten.
Eine gewaltige Aufgabe, für die Jesus ein paar Fischer anspricht!
Da muss doch Petrus eigentlich das Herz in die Hose rutschen.
Da muss er doch eigentlich protestieren: Das traue ich mir nun wirklich nicht zu. Da hast
du dir den Falschen ausgesucht, lieber Jesus. Das ist gleich mehrere Schuhnummern zu groß für mich! Einfache Fischer als Missionare – wie kann das denn gutgehen?
Wenn Jesus Schriftgelehrte gewählt hätte, Menschen mit Rede-
talent. Aber Fischer?
Es bleibt natürlich auch heute ein Stück weit Spekulation, warum Jesus sich so entschieden hat. Eines aber ist sicher: Fischer sind bodenständige Leute, die richtig anpacken können. Sie haben auch gelernt, dass alle ihre Anstrengungen nicht immer von Erfolg gekrönt werden. Mit leeren Händen dazustehen, gehört auch mit zu ihrem Berufsrisiko.
Fischer sind aber auch ausgesprochene Team-Arbeiter. Alleine kann keiner diese großen Boote beherrschen. Meistens arbeiten 10-14 Leute auf einem Boot. Jeder ist beim Fischen von den anderen ab-
hängig und muss sich 100 % auf die Kollegen verlassen – sie sitzen eben wirklich alle in einem Boot, wie die Redewendung es so treffend sagt.

Trotzdem: Warum sagt Petrus nicht einfach „Nein“?
Der Grund kann nur sein: Petrus und die anderen ersten Jünger Jesu haben verstanden, worauf es ankommt. Jesus hat keineswegs gesagt: „Lieber Petrus, du musst von jetzt an Menschen fangen!“
Achten wir auf die Feinheiten – Jesus hat gesagt: „Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“ Das bedeutet: Was Jesus zu Petrus gesagt hat, ist keine Anordnung, sondern eine Zusage, ein Versprechen:
ja, so wird es kommen!
Da verschiebt sich die Verantwortung ganz gewaltig: Nicht der Mensch erreicht letztlich den versprochenen Erfolg, sondern Gott selbst kümmert sich darum. Ein Mensch, der für Gott tätig wird,
der kann durchaus kleinmütig sein und Angst haben. Er kann den anderen auch die klügste Formulierung und die treffendste Antwort schuldig bleiben.

Darauf kommt es Gott offenbar gar nicht an. Einzig das Vertrauen auf Gott und auf dessen immer richtige Entscheidung ist das, was zählt. Wie hatte Petrus Jesus geantwortet, bevor er am hellichten Tag auf den See hinausfuhr? „Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“
Es kommt also darauf an, wer etwas sagt. Das ist wie im Alltag: Kein vernünftiges Kind verlässt sich auf einen Wildfremden und dessen Worte. Wenn die Mutter aber ruft, dann weiß es: Darauf kann ich mich verlassen. Wenn meine Mutter ruft, dann komme ich!

So ist das mit der Auftrags-Vergabe Gottes: Er hat zu einem Großauftrag aufgerufen. Es werden Helfer gesucht, die Menschen-
leben retten.
Petrus hat verstanden. Er hat umgeschult. Jetzt liegt es an uns:
Ob auch wir Jesus vertrauen und bei ihm in die Schule gehen?

Predigt Pfarrerin Heike Iber, Hoffnungskirche Pankow (pdf)
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Drei Predigtvorschläge Karl-Leisner-Jugend
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Predigt Pfarrerin Ulrike Aldebert, Ev. Kirchengem. Tutzing (pdf)
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Kindergottesdienst: „Der Fischzug des Petrus“ (pdf)
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Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung
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„Ich geh jetzt voll auf Risiko“ – Umfangreiche kath. Seite
rund ums Heiraten, Gestaltung der Trauung usw.

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Statistik der Weltkirche: Steigende Zahlen…
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Volles Glas…
Eines Tages wurde ein alter Professor der französischen nationalen Schule für Verwaltung gebeten, für eine Gruppe von etwa 15 Chefs großer nordamerikanischer Unternehmen eine Vorlesung über sinnvolle Zeitplanung zu halten. Der Professor hatte daher nur eine Stunde Zeit, sein Wissen zu vermitteln. Er begann: "Wir werden ein kleines Experiment durchführen." Der Professor zog einen riesigen Glaskrug unter seinem Pult hervor und stellte ihn vorsichtig vor sich. Dann holte er etwa ein Dutzend Kieselsteine hervor, etwa so groß wie Tennisbälle, und legte sie sorgfältig, einen nach dem anderen,
in den großen Krug.
Als der Krug bis an den Rand voll war und kein weiterer Kieselstein mehr darin Platz hatte, blickte er langsam auf und fragte seine Schüler: "Ist der Krug nun voll?" Alle antworteten erwartungsgemäß: "Ja." - Er wartete ein paar Sekunden ab und fragte seine Schüler: "Wirklich?"
Dann verschwand er erneut unter dem Tisch und holte einen mit feinem Kies gefüllten Becher hervor. Sorgfältig verteilte er den Kies über die großen Kieselsteine und schüttelte die Kanne. Der Kies verteilte sich zwischen den großen Kieselsteinen bis auf den Boden des Krugs. Der Professor blickte erneut auf und fragte sein Publikum: "Ist diese Kanne jetzt voll?"
Dieses Mal begannen seine schlauen Schüler, seine Darbietung zu verstehen. Einer von ihnen antwortete: "Wahrscheinlich nicht!"
"Gut!" antwortete der Professor. Er verschwand wieder unter seinem Pult und diesmal holte er eine Schüssel mit Sand hervor. Vorsichtig kippte er den Sand in den Krug. Der Sand füllte die Räume zwischen den großen Kieselsteinen und dem Kies auf. Die Glaskanne schien nun aber wirklich randvoll zu sein. Wieder fragte er: "Ist dieses Gefäß voll?"
Dieses Mal antworteten seine schlauen Schüler ohne zu zögern im Chor: "Ja, jetzt aber wirklich!" - "Aha", antwortete der Professor.
Und als hätten seine Schüler alle nur darauf gewartet, nahm er die Wasserkanne, die unter seinem Pult stand, und schüttete das Wasser in den augenscheinlich doch absolut vollen Glaskrug.
Von seinen Schülern hörte man nur ein erstauntes Raunen…
Dann blickte er auf und fragte sie: "Was können wir Wichtiges aus diesem Experiment lernen?" Der Kühnste unter seinen Schülern - nicht dumm - dachte an das Thema der Vorlesung und antwortete: "Daraus lernen wir, dass selbst bei einem randvollen Zeitplan immer noch Platz ist, um etwas dazwischenzuschieben."
"Nein", schmunzelte der Professor, "darum geht es nicht. Was wir wirklich aus diesem Experiment lernen können, ist folgendes: wenn man die große Kieselsteine nicht als erstes in den Krug legt, werden sie später niemals alle hineinpassen."
Es folgte ein Moment des Schweigens. Jedem wurde bewusst, wie sehr der Professor recht hatte. Dann fragte er: "Was sind in eurem Leben die großen Kieselsteine? Eure Gesundheit? Eure Familie? Eure Freunde? Euer Glaube? - Was wirklich im Leben wichtig ist, das ist, dass man die großen Kieselsteine in seinem Leben an die erste Stelle setzt! Wenn man jedoch zuallererst auf Kleinigkeiten achtet, verbringt man sein Leben mit Kleinigkeiten und hat nicht mehr genug Zeit und Kraft für die wichtigen Dinge in seinem Leben. Deshalb vergesst nicht, euch selbst die Frage zu stellen: 'Was sind die großen Kieselsteine in meinem Leben?' Dann legt diese zuerst in euren Krug des Lebens!"
Mit einem freundlichen Wink verabschiedete sich der alte Professor von seinem Publikum und verließ langsam den Saal...

"Weißt Du, wo mein Bleistift steckt?" fragt ein Beamter seinen Kollegen.
"Hinter Deinem Ohr!"
"Mensch, mach die Suche nicht so kompliziert! Hinter welchem?"

Ein Linienbus ist gegen einen Baum gefahren.
Fürs Unfallprotokoll fragt der Polizist: "Wie ist denn das passiert?"
Der Busfahrer voll in Panik: "Ich kann mir das auch nicht erklären,
ich war gerade hinten beim Kassieren!"


Nächsten Montag, 8.2. im „Predigtgarten“:
„KIRCHLICHE SEGENSFEIERN ZUM VALENTINSTAG ?“

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