Die Probleme und Problemchen verlieren aus der Distanz betrachtet schnell an Bedeutung und wirken schon fast lächerlich. Wenn wir von jemand behaupten, „er ist über den Berg“, dann wissen wir, er hat eine zumeist gesundheitliche Krise endlich überwunden. Er hat es geschafft. Er hat wieder eine neue Perspektive für sein Leben.Für Petrus jedenfalls ist das Erlebte so faszinierend, dass er sofort weiß: Hier sollten wir immer bleiben, immer im Lichte Gottes, gewissermaßen für immer geschützt vor allem Ärger und Stress. Und vor allem auch weit weg von diesen Ankündigungen Jesu über sein Leiden, wie er das gerade erst frisch vor dem Aufstieg bekannt-
gegeben hat. Davon will Petrus nichts wissen, und das kann man ihm gut nachfühlen. So wie es jetzt ist, so soll es bleiben, so himmlisch schön!
Ja, das ist auch unsere große Sehnsucht und nur allzu gut ver-
ständlich: Wir möchten das Glück mit dem dicksten Seil festbinden, wir möchten die schönen Augenblicke nie vergehen lassen. Da sollte die Zeit einfach stehenbleiben! Das große Glücksgefühl eines außergewöhnlichen Moments oder die Ergriffenheit bei einem ans Herz gehenden Gottesdienst – das hätten wir gerne so regelmäßig wie die Tageszeitung im frei Haus gelieferten Abonnement.
Und wenn ganz viele Menschen diesen Blick ins göttliche Licht tun dürften, dann gäbe es sicher keinen Streit, keinen Hunger auf der Welt und keinen Krieg. Gott sollte am besten für alle mal mit einer Angst einjagenden Macht-demonstration klarstellen, dass er es ist, der auch in unserer heutigen Welt das Sagen hat. Macht ist doch die einzige Sprache, die alle verstehen! - Ach, wie wäre das schön!
Diesen tiefen Seufzer hätte man damals sicher auch bei Petrus hören können. Seine Seele ist hier im Lichte der göttlichen Liebe so leicht, alles ist einfach nur seliges Glück!
Der Fischer Petrus muss nicht lange überlegen: Da sollte man jetzt praktisch denken und Jesus unbedingt überreden, Jerusalem einfach zu vergessen. Er kann doch auch mit Predigten und Heilungen den Menschen genug Gutes tun, wozu dann noch Leid und Kreuz?
Klar, denkt Petrus vielleicht, einmal hat der Chef mich bereits zusammengestaucht, als ich ihm das vorschlug. Aber jetzt ist der Moment sicher gut. Jesus im göttlichen Glanz, in überirdischer Herrlichkeit, und im Gespräch mit Mose und Elija. Das muss doch auch für Jesus ein ganz besonders erhebender Moment sein!
Petrus ist ein temperamentvoller Mann mit schneller Zunge. Also platzt es aus ihm heraus, ganz der praktisch denkende Handwerker. Er nutzt die vermeintliche Gunst der Stunde und stellt bei Jesus einen Bauantrag: „Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.“
Petrus denkt sicher: So, endlich ist es raus! Ich musste das einfach loswerden - egal, was der Chef wieder dazu sagt. Meine Meinung ist eben: Lasst uns hierbleiben für immer – solch eine Chance auf das wahre Glück kriegen wir nie wieder!
Doch, wie es scheint, hat er schon wieder kräftig daneben gegriffen. Sein Bauantrag wird noch nicht einmal beantwortet. Der Evangelist Lukas kommentiert das nur mit dem fast schon spöttischen Hinweis: „Er wusste aber nicht, was er sagte.“
Von Jesus jedenfalls gibt’s keinerlei Kommentar. Er ignoriert den Wunsch einfach. Das sieht wohl nicht so gut aus für dich, Petrus…! Doch ehe der über diese klare Abfuhr ins Grübeln gerät, gibt es doch noch eine Antwort, wie das Evangelium berichtet: „Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“
Petrus und die anderen sind wie wachgerüttelt:Eine Wolke wirft ihren Schatten auf das ganze Geschehen, wodurch die grelle Helligkeit sofort verschwindet. Durch die Wolke vernehmen sie klar und deutlich Gottes Wort: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“
Petrus fühlt sich wie aus einem Traum gerissen. Hier hat er ihn, den göttlichen Klartext, den er wollte. Der fällt aber anders aus, als es zu erwarten war. Keine Machtdemonstration für die böse Menschheit, keine göttlichen Drohgebärden, sondern nur eine präzise Information, wie sie knapper nicht ausfallen könnte.
Der Vater im Himmel erklärt in einem einzigen Satz das Ent-
scheidende der Nachfolge Christi: Erstens – dieser Jesus da ist mein geliebter Sohn, er ist der versprochene Messias! Zweitens: Für euch ergibt sich daraus als einzige logische Konsequenz, dass ihr auf ihn hören sollt!
Wir merken es mal wieder: Gott drückt sich gerne überraschend klar und eindeutig aus. Da gibt es überhaupt nichts misszuverstehen und herumzudeuteln. Deshalb witzelte der Humorist Mark Twain einmal: „Mir machen nicht die Stellen in der Bibel Sorgen, die ich nicht verstehe, sondern vielmehr diejenigen, die ich verstehe!“
Das heutige Evangelium lässt für Petrus und für uns alle also keinen Zweifel daran, wer Jesus ist. Allerdings lässt es auch keinen Zweifel daran, was daraus für jeden Christen die Folgerung ist: Auf ihn sollt ihr hören!Und dieser Jesus stellt gleich klar, dass er nichts davon hält, wenn wir Anstalten machen, uns auf dem Berg des himmlischen Erlebnisses wohnlich einzurichten. Sofort nach der göttlichen Klarstellung aus der Wolke heraus beginnt Jesus mit dem Abstieg vom Berg.
Ja, so ist das mit unseren Bergen der Erkenntnis, mit unseren Sternstunden und mit unseren religiösen Höhenflügen! Jesus rüttelt uns auf und signalisiert uns unmissverständlich: Hallo, nun komm mal wieder runter! Deine Gefühle voller Seligkeit dürfen sein, um dich auf dem Weg durch den mühsamen Alltag zu stärken. Aber der Berg bleibt der Berg; er ist eben nicht dein Alltag.
Der Berg der Seligkeit macht dich glücklich und lässt dich ein Stück weit ahnen, wie wunderschön der Himmel ist. Doch jetzt bist du nicht im Himmel, und die Erde ist weiß Gott nicht der Himmel. Und auf dieser Erde wirst du jetzt noch dringend gebraucht.
Vergiss also nicht, gerade in der persönlichen Vorbereitungszeit auf Ostern: Hier auf Erden wirst du nicht deine letzte Erfüllung finden.
Du bist als Kind Gottes für den Himmel geschaffen, hier auf Erden machst du gewissermaßen nur dein Praktikum! - Deshalb, und nur deshalb, muss ich solche Bauanträge wie den des Petrus auch weiterhin bei euch ablehnen, wegen langfristiger Einsturzgefahr!
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Ein älterer Mann, der viele Jahre gelähmt und bettlägerig war, klagte dem Pfarrer beim Krankenbesuch, wie sehr er darunter leide, nicht richtig beten zu können. Immer werde er abgelenkt, weil er neidisch an die Gesunden denke. Der erfahrene Priester gab ihm den Rat, sich Jesus ganz konkret in seiner Nähe vorzustellen. Um dies zu erleichtern, solle er einen leeren Stuhl ans Kopfende stellen und sich beim Beten vorstellen, Jesus säße darauf. Dieses Geheimnis solle er aber am besten für sich behalten.
Einige Wochen später brachte die Tochter des Kranken dem Pfarrer die traurige Nachricht, dass ihr Vater vergangene Nacht gestorben sei. Weinend erzählte sie: „Er lag so friedlich da, ja, regelrecht glücklich. Man könnte meinen, er wollte mir damit noch etwas sagen. Und etwas war ganz eigen-tümlich, fällt mir gerade ein: Sein Kopf lag dabei überhaupt nicht im Bett, sondern auf dem Stuhl, der neuerdings daneben steht…“
Zwei Freunde treffen sich abends in ihrer Stammkneipe. Erzählt der eine: „Du, heute habe ich das Geschäft meines Lebens gemacht.Ich habe meinen Dackel für 30 000 Euro verkauft.“ Sagt der andere: „Das ist ja phantastisch, dann gib mal einen aus!“
Aber der Freund bedauert: „Das kann ich leider nicht. Der Käufer war etwas klamm. Er hat mir deshalb zwei Hühner zu je 15 000 Euro in Zahlung gegeben.“
Am Ende der Messe sagt der Pfarrer bei den Ankündigungen:
„Die 30.000 Euro, die wir für unsere Orgelreparatur brauchen, sind Gott sei Dank schon vorhanden. Es gibt nur ein kleines Problem:
Sie befinden sich derzeit noch auf euren Sparbüchern!"
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