Die Berechtigung zur Existenz eines Menschen darf eben nicht von bestimmten Anlagen oder Merkmalen abhängig gemacht werden. Der Mensch darf sich auch nicht zum Richter über Leben und Tod aufspielen und sich anmaßen, den Wert des Lebens etwa nach Schmerzfreiheit oder physischem Wohl-
befinden beurteilen zu können. Die Menschenwürde kann nicht von uns Mitmenschen verliehen werden oder bei erwarteten Behinderungen eben auch nicht, sondern sie wird uns allen von Gott selbst zuerkannt.
Ist die Kirche da (mal wieder) unbarmherzig und verkennt sie
die seelische Notlage vieler Paare mit Kinderwunsch? - Weiß sie denn wirklich um die „äußerste Seelennot“ (Dr. Frank-Walter Steinmeier, SPD) von kinderlosen Paaren oder solchen mit einem bereits behinderten Kind?
Äußerste Seelennot? Mehr Not und Verzweiflung geht nicht?
Sorry, aber da gibt’s doch Grundsätz-liches anzu-
merken: Mittlerweile herrscht in
den westlichen Wohlstandsländern doch eine allgemeine Ver-
hütungsmentalität. Was stört, das muss man wegmachen,
so sieht es doch in der Praxis aus. Das betrifft nicht nur die Abtreibung, von der man als Gesetzgeber wohl leichtfertig annahm, sie werde nur in einer ausweglosen persönlichen Notsituation praktiziert, und inzwischen ist sie de facto zu einem Rechtsanspruch geworden. Wer der weiteren Karriere im Wege steht oder Einschränkungen verursacht, der wird eben ausge-
löscht. Da herrscht inzwischen oft genug starker Druck des sozialen Umfeldes und völliges Unverständnis, wenn man dem nicht nachgibt. Wie kann man nur so dumm sein, heißt es dann.
Wir leben jetzt schon in einer Gesellschaft, die Lästiges und Störendes schnell und konsequent aus dem Weg räumt. Behinderte können heute schon ein Lied davon singen, wie wenig Hilfe und Verständnis man ihnen zuweilen entgegenbringt. Viele Betriebe sind z.B. gesetzlich verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Behinderte einzustellen. Doch nur 12 % tun das. Den anderen ist der Aufwand einfach zu hoch, und so zahlen sie lieber monatlich ca. 100 Euro pro möglichem Platz gewisser-
maßen als Bußgeld.
in einem einsamen Raum im Krankenhaus. Was unser vermeintlich wohlverdientes Glück stört, das wird ausgeblendet, vom Hunger in der Dritten Welt bis hin zu krassen Umwelt-
sünden. Man regt sich bestenfalls mal kurze Zeit öffentlich auf, aber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind nicht wirklich zur Umkehr in der Lage. Zu sehr ist man dort auf kurzfristigen Erfolg vorprogrammiert. Den Schmerz eines radikalen Gesinnungs-
wandels will man vor allem keinem zumuten, der für die eigene Wiederwahl noch gebraucht wird. Nur wenn man wie bei der Atomenergie um das eigene Leben fürchten muss, dann wird man plötzlich mobil.
Das steht uns doch zu – so lautet das Motto der Anspruchs-
gesellschaft mit beschränkter Haftung. Nicht nur vermeintliche „Kavaliersdelikte“ wie Versicherungsbetrug sind da an der Tagesordnung. Nein, das Glück steht einem einfach zu, glaubt man, und es wird notfalls mit den Ellenbogen wirksam verteidigt. Und die Gerichte gehen unter in Prozessen um manchmal geradezu alberne Lappalien in Nachbarschaftsstreitigkeiten und ähnlichem.
Klar auch, dass bei einer solchen Denkweise jedes Verständnis etwa für ein Leben als Priester oder im Kloster abhanden gekommen ist. Wer sich in der kurzen Lebenszeit nicht nimmt, was er an Annehmlichkeiten und Luxus kriegen kann, der ist einfach doof, meint man. Da haben wir es als Gegner der PID nicht gerade leicht. Dabei wird uns jetzt bereits ansatzweise vor Augen geführt, wohin diese Reise noch führen wird. Im „Abrahm Center of Life“ in Texas können die Kunden sich ihren Embryo mittlerweile aus dem Katalog zusammenstellen wie andere Leute die Innenausstattung eines neu bestellten Autos. Junge, Mädchen, braune Augen, blaue Augen, Akademiker-Vater usw.
So sieht jetzt schon die Designer-Embyronenbank aus, und das ist noch nicht das Ende des „Fortschritts“. In Frankreich und anderen Ländern ist z.B. mittlerweile die „Erzeugung“ eines Rettungskindes zulässig; dieser Embryo hat dann nur die Funktion, als Stammzellenspender für ein erkranktes Ge-
schwisterkind zu dienen. Danach wird der Embryo genau so vernichtet wie jetzt schon überall die überschüssigen „Exem-
plare“. Das wird nämlich auch gerne von den Befürwortern verschwiegen: Damit ein auszutragender Embryo entstehen kann, müssen andere „ausgeschlossen“ werden. Das aktuelle Verhältnis liegt bei 1:33 – der größte Teil ist „Schrott“ und wird u.U. noch anderweitig weiterverwertet, etwa zur Gewinnung eines Geschmacksverstärkers für eine Limonade, heißt es.
Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau brachte es so auf den Punkt: „Wer anfängt, zwischen lebenswert und lebensunwert zu unterscheiden, ist in Wirklichkeit auf einer Bahn ohne Halt.“ –Da sind frühe Embryonen in der verräterrischen Fachsprache der Forscher nur noch „human vegetable“, ein Zellklumpen, mehr nicht. Wer jetzt „A“ sagt zur PID, der muss irgendwann auch „B“ sagen zu den Folgen, doch dann sind diese oft so wenig be-
herrschbar wie der atomare Super-GAU.
So verständlich der Wunsch eines Paares nach einem gesun-
den Kind auch ist – der Mensch darf nicht alles, was er kann.
Kein Forscher kann heute garantieren, dass das in der Retorte konstruierte Kind nicht in zehn Jahren eine derzeit nicht voraussehbare Behinderung bekommt, eventuell sogar als Spätfolge der Erbgut-Manipulation.
Wissenschaftler haben die Häufigkeit von Behinderungen untersucht und dabei festgestellt, dass ohnehin mehr als 95 % der Behinderungen erst im Verlaufe des Lebens eintreten, etwa durch Unfälle.Das Argument, die Natur selbst selektiere schließlich auch, ist an den Haaren herbeigezogen. Wenn einem beim Autofahren ein Stein in die Windschutzscheibe kracht, ist das ein Unfall. Wenn man von einer Autobahnbrücke damit beworfen wird, ist dies eine Straftat, vielleicht sogar versuchter Mord.
Auch das Mitleids-Argument kann nicht überzeugen. Man wolle damit dem Kind ein leidvolles Leben ersparen, heißt es. Wer definiert denn, was für das Kind später leidvoll ist?
Oder geht es in Wahrheit doch eher um eigene Einschränkungen durch ein behindertes Kind? – Die Erfahrung zeigt doch, dass die meisten Behinderten dankbar dafür sind, leben zu dürfen, wie wir alle. Viele von ihnen machen sogar einen glücklicheren Eindruck als so mancher muffelige Normalbürger. Ihr Leben mag mühe-
voller sein als ein „normales“ Leben, aber auch da zeigen uns z.B. die behinderten Sportler (etwa bei den Paralympics), was alles möglich ist. Im übrigen ist es eine Frage an die Humanität einer Gesellschaft, wieviel sie für Kranke und Behinderte tut. Würde der Staat und die Krankenkassen z.B. den betroffenen Familien mehr unter die Arme greifen, wäre vielen die Entscheidung für ein Kind leichter, auch wenn die Gefahr einer Behinderung besteht. Hier steht durchaus die Frage einer Mitverantwortung oder Mitschuld an manchem toten Baby zur Debatte. Wir sind offenbar schon mittendrauf auf der Rutschbahn in die Abgründe der PID-GmbH. Wenn es zu spät ist, dann kommt irgendwann wie beim Atom-
unfall der Ruf, wie Gott das denn bloß zulassen könne. – Also wehret den Anfängen, liebe Bundestagsabgeordnete und liebe Leser!
- Katholische Kirche gegen Gentests an Embryonen
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- Informationen über PID von ALFA e.V. (pdf)
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- FAZ: Drei Gesetzentwürfe und ein Epochenbruch?
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- Liborius: Kirche und PID
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- Taubes britisches Paar will per PID ein absichtlich taubes Kind
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- Umfangreiche Seite „Stoppt PID und Klonen!“
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- Argumente für und gegen PID
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- Abgeordneten-Check: Schreiben Sie Ihrem Abgeordneten!
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- Abgeordnete, die noch unentschieden sind
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- 34 Todesopfer, damit ein Mensch hergestellt werden kann
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- Offener Brief des Bloggers Dr. Josef Bordat an den Bundestag
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