22.05.2012

Predigt Pfingstsonntag -- 27.05.2012

(Fortsetzung)
Ihre Angst war auch nicht unbegründet: die ersten Christen wa-
ren aus der jüdischen Synagogen-Gemeinschaft ausgegrenzt worden und wurden zum Teil von ihren Mitbürgern regelrecht verfolgt. Wir erinnern uns da z.B. an Paulus, der vor seiner dramatischen Begegnung mit Jesus als Christenhasser Saulus heftig gegen die ver-
meintliche Sekte ankämpfte.

Johannes erzählt nun im Evangelium, wie die Jünger-
schar vom auferstandenen Jesus vollkommen über-
rascht wird. Geschlossene Türen und dicke Mauern interessieren ihn offenbar überhaupt nicht. Er steht
ein-
fach vor ihnen und tritt in ihre Mitte, heißt es. Er selbst ist jetzt die Mitte, er ist der Mittelpunkt des Geschehens. Um ihn herum drängt sich die Gemeinschaft der Jünger, von denen wir noch nicht einmal erfahren,
wie viele es hier gerade sind und wer alles dabei ist. Das spielt auch keine Rolle, denn hier im Text geht es um Jesus und um das, was er zu sagen hat.

Und da fällt sofort auf, dass er nicht nur zum Beweis seine Hände und seine Seite vorzeigt, sondern gleich zweimal extra betont: „Friede sei mit euch!“ - Warum wiederholt er das bloß? Johannes will uns damit sagen: Achtung, das hier dürft ihr auf keinen Fall übersehen – das ist Jesus ein besonderes Herzensanliegen!
Friede ist natürlich nicht gleich Friede, das wissen wir nur zu gut. Es gibt Arten von Frieden, die eher an Fried-
hofsruhe erinnern.
Jesus dagegen sagt: „Shalom!“ - Damit meint er die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott, der Friede Gottes, den nur er dem Menschen schenkt. Kein fauler Friede, der wegsperrt, kein Friede, der ausgrenzt, oder der in Schub-
laden einordnet und die vermeint-
lich einzige Wahrheit als Keule gegen andere einsetzt.

Der Friede Gottes ist ganz anders. Es ist ein Friede im Heiligen Geist, und der ist schöpferisch, der ist Tröster, der ist Beistand und Helfer in jeder Lage. Zärtlich und gütig ist er. Seine Wahrheit ist nicht so wie unsere, die meistens wie eine Keule geschwungen wird, nein, sie ist wie ein wärmender Mantel, der uns zum Hineinschlüp-
fen entgegen gehalten wird.

Genau diesen Heiligen Geist ruft Jesus an Pfingsten auf die Jünger herab. Dies geschieht, indem er sie anhaucht und spricht: „Empfangt den Heiligen Geist!“ - Natürlich denken wir beim Stichwort „anhauchen“ sofort an die Schöpfungsgeschichte: Gott haucht dort dem Menschen den Lebensatem ein!
Diese Parallele ist kein Zufall: Ostern beginnt die neue Schöpfung Gottes, ein neuer Anfang, vom Heiligen Geist begleitet. So wie der Atem gefährliche Krankheits-
keime übertragen kann - daher ja auch
der Mundschutz der Ärzte im Operationssaal - , so kann der Atem des Heiligen Geistes wie eine Mund-zu-Mund-Beatmung wiederbeleben. Das sind sozusagen Gottes Gesund-
heitskeime!

Wer durch die Sünde zusammengebrochen und wie
tot war, der kann
durch die Atemspende des Heiligen Geistes neu leben und noch mehr: Der Heilige Geist kann wie Sauerstoff in die Blutbahn gelangen, kann Mut und Kraft geben, als Christi Jünger zu leben und davon Zeugnis zu geben.
Überhaupt nur mit der Hilfe des Heiligen Geistes konnten die Jünger damals den Auftrag Jesu erfüllen: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“
Sie alle waren jetzt im wahrsten Sinne des Wortes be – geistert. Nun konnten sie das Wort Gottes verkünden, die „frohe Botschaft“, wie das Wort „Evangelium“ über-
setzt heißt. Ein besonderer Teil dieser frohen Botschaft ist, dass sie in der Kraft des Heiligen Geistes Sünden vergeben können.

Das fällt schon auf -
die Zusage der Sünden-
vergebung steht im Evan-
gelientext ganz unmittelbar im Zusammenhang mit dem Heiligen Geist!
Wer wirklich Jünger Jesu ist, der erledigt also Auftragsarbeiten und nicht etwa eigene Ideen. Wer wirklich Jünger Jesu ist, der kann vergeben, wenn sich jemand an ihm versündigt hat. Im Vaterunser hat uns Jesus schließlich gelehrt zu beten: „…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. In jeder Heiligen Messe verpflichten wir uns dazu, das sollte man bitte nicht vergessen!
Über die Größe Gottes kann man nur immer wieder staunen – er traut uns das also zu, wir können ver-
geben, wir können das, im Sakrament der Buße, aber auch auf andere Weise.

Was aber kann dann der weitere Hinweis Jesu be-
deuten: „Wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ Wörtlich heißt es eigentlich: „Wem ihr die Sünden festhaltet…“ - Das gibt es nämlich auch, dass Menschen im Zustand der praktischen Gottlosigkeit bleiben. Vielleicht sagen sie zwar „ja,ja“ zu Gott, aber in Wirklichkeit leben sie im Alltag doch ganz gegen den Heiligen Geist.
Gott ist die Liebe, aber seine Liebe zwingt niemand zu seinem Glück! Wer unbedingt meint, ohne Pfingsten in seinem Herzen leben zu wollen, wer absolut keine Einsicht in seine Schuld hat, der bleibt eben im Zustand der Sünde, dem kann nicht geholfen und vergeben werden!
Damit sind wir wieder ganz am Anfang der heu-
tigen Predigt-
gedanken: Es gibt tatsächlich diese Gefahr, nicht gestört werden zu wollen und auch die Gefahr, einfach nicht hören und wissen zu wollen,
was Gott von uns will. Das ist wie beim Handy: Wer es immer ausgeschaltet hat, der kann natürlich auch keinerlei wichtige Nachrichten bekommen!
Er oder sie hat sich selbst davon ausgeschlossen.

So ist das mit Pfingsten: Wer sich wie mit einer dicken Sonnencreme eingerieben hat, sozusagen mit „Gottesschutz-Faktor 24“, in dessen Herz dringt der Geist Gottes nicht ein. Und dies betrifft bestimmt nicht nur die sogenannten Fernstehenden, sondern uns alle, jeden in der christlichen Gemeinde. Wenn wir uns z.B. in der Heiligen Messe gegenseitig den Friedensgruß geben und Jesu Worte nachsprechen: „Der Friede sei mit dir!“, dann geht es nicht nur um den Frieden zwischen denen, die da gerade mehr oder weniger zufällig nebeneinander in einer Bank sitzen und sich mehr oder weniger gut verstehen. Beim Friedensgruß handeln wir im Grund pfingstlich, im Geiste Gottes: Ja, Gottes Friede soll bitte über dich kommen, über alle hier, ausnahmslos und ohne unsere persönliche Abneigung oder Zuneigung.
Im Friedensgruß reiche ich dem-
jenigen die Hand, den Gott neben mich gesetzt hat. Ich gebe den Gruß, aber ich empfange ihn auch. Und wer schon mal darauf geachtet hat, wie froh viele dabei sind, der ahnt vielleicht ein wenig von der liebenden Kraft und von den Möglichkeiten, die der Heilige Geist noch für uns parat hat, wenn wir ihm zur Abwechslung das Steuer unseres Lebens tatsächlich überlassen. In die-
sem Sinne: Komm, heiliger Geist, ja bitte, störe mich!





Pfingsten – Am Vorabend (Joh 7, 37-39)

Predigt Pfr. Karl Sendker 
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Pfingsten – Am Tag (Joh 20, 19-23)

Dr. Jörg Sieger: Predigt zur Sündenvergebung
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Predigt in „Dienst am Wort“ (etwas nach unten scrollen)
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Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Pfr. Thomas Grossenbacher (pdf)
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Predigt Pfr. Heinz Büsching
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Predigt Rektor Richard Baus
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Viele Tipps für Gruppe und Kindergottesdienst
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Umfrage: nicht mal die Hälfte kennt das Pfingstfest
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Brauchtum: Pfingstochsen, Pfingstkönig usw.
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Wikipedia über Pfingsten
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Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten
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Material zur RENOVABIS-Pfingstaktion 2012
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
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Matthias Niche: Einige Gedanken zur Beichte
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Leisner-Jugend: Die Beichte erklärt
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Pfingstmontag (Lk 10, 21-24)

Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Rektor Richard Baus
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Ein Manta-Fahrer zum anderen: "Ich habe mein Puzzle jetzt endlich fertig." -- Der Andere: "Ach ja ? Und wie lange hast du dafür gebraucht ?"
Erster: "Na etwa sechs Monate."
Zweiter: "Ist das gut ?"
Erster: "Ich denke schon, auf der Packung stand: vier bis sechs Jahre !"

Klein Peter muss zur Strafe 100 mal schreiben:
"Ich darf den Lehrer nicht duzen."

Er schreibt es 200mal. "Warum denn das?", fragt der Lehrer.
Peter: "Weil ich dir eine Freude machen wollte!"

In einer Schulklasse bespricht die Religionslehrerin
die kirchlichen Feiertage. Sie fragt: „Was geschah an Christi Himmelfahrt?“

Gelernte Antwort: „Da ist Jesus in den Himmel gefahren.“
Sie nickt wohlwollend und fragt überraschend weiter:
„Und was war an Pfingsten?“

Tiefes Schweigen und alle Blicke der Schüler gesenkt.
Nach einigem Nachdenken meldet sich doch ein Schüler.
„An Pfingsten, da war er dann endlich oben angekommen...“ 
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