
(Fortsetzung)
Im zweiten Teil des heutigen Evangeliums nutzt Jesus als Meister das gerade Geschehene sofort zur Belehrung seiner Schüler: „Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“
Jesus richtet dieses deutliche Wort nicht an das ganze Volk. Es geht an die Adresse derer, die sich für ihn entschieden haben. „Wer mein Jünger sein will…“, sagt Jesus. Gott zwingt niemanden dazu. Er lässt uns den Willen, die Freiheit. Entscheiden muss jeder selbst. Die Versuchung aber trifft nicht nur Jesus und Petrus, sie trifft uns alle.
Eine der größten Versuchungen ist es, dass wir wie die Jünger damals zwar bei der Auferstehung gerne dabei sein wollen, beim Kreuz aber bitte nicht.
Wir alle wissen: Das Kreuz ist schmerzhaft. Seine Last drückt sich oft tief in unser Fleisch und unsere Seele ein. Da schreit natürlich niemand „Hurra!“
Viele Kreuze gibt es, die auf der Erde getragen werden. Das Kreuz körperlicher oder seelischer Leiden ist allgegenwärtig. Wie viele Menschen sind schwer erkrankt, oft auch noch mit großen Schmerzen! Das Kreuz, von den eigenen Kindern nicht verstanden zu werden oder gar vom Ehepartner: viele kennen dies. Das Kreuz, in ein Altenheim entsorgt zu werden: bei uns in Europa schon Normalität, während man z.B. in Afrika nur fassungslos den Kopf darüber schüttelt.
Das Kreuz, das Nötigste zum Leben nicht zu haben und am Abend nicht zu wissen, wie man die
Kinder am nächsten Tag satt bekommt: Hunderttausende tragen es und müssen dabei immer neu gegen die Verzweiflung ankämpfen.
Viele, viele Kreuze gibt es. Die Leute früher sagten dazu: „Unter jedem Dach ein Ach!“ - Nicht jedes Kreuz macht sich laut bemerkbar. Viele werden still ge- und ertragen. Manche werden auch schamhaft versteckt, auch bei den oberen Zehntausend. Wie viele Kreuze auch beim ewigen Einerlei, bei der täglichen erschöpfenden Routine, dem nie endenden Berg an Arbeit, wie in einem Hamsterrad.
Das Kreuz der Benachteiligung und der Verfolgung haben viele Christen zu tragen, bis hin zu Folter und Tod in einigen Ländern dieser Erde. Wer bei uns heute als Jugendlicher „gesteht“, dass er Messdiener ist, kann des Spottes seiner Mitschüler sicher sein.
Alles Leiden kostet uns viel Kraft. Es geht an die Substanz. Die schöne heile Glitzerwelt hat einen tiefen Riss. Viele moderne Menschen empfinden jede Art von Leid als bösartige Sabotage an ihrem Recht auf ein schönes, sorgenfreies Leben. Bitte nicht stören!
Jesus jedoch ist da auch ganz präzise in seiner Aussage für alle, die ihm nachfolgen wollen: So bitte nicht! „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“
Er packt hier gleich drei wichtige Aussagen in einen einzigen Satz: Die erste: „der verleugne sich selbst“.
Leugnen heißt abstreiten, zurückweisen, widerrufen. Wer sich in diesem Sinne selbst verleugnet, der weist seinen eigenen Lebenstraum, seine eigenen Wünsche an das große Glück in die nötigen Schranken. Er lässt seinen Egoismus nicht wuchern wie unkontrolliertes Unkraut.
Auch er wird ständig von allem Möglichen in Versuchung geführt, heutzutage mehr als in früheren Zeiten. Auch ein Christ kann kaum verhindern, dass sich der Vogel der Versuchung auf seinen Kopf setzt. Aber er kann und muss verhindern, dass der sich dort ein Nest baut!
Wer Christus ernsthaft nachfolgen will, kann nicht gleichzeitig in die ent
gegengesetzte Richtung laufen. Der Christ lehnt das Schöne und Angenehme im Leben nicht ab, ganz im Gegenteil: er ist Gott von Herzen dankbar dafür. Er lässt aber militärisch gesprochen nichts davon zum Kommandanten über sein Leben werden. In der Taufe und bei jedem Kreuzzeichen bekennt der Christ sich dazu, dass es für ihn nur einen einzigen Herren geben kann: Jesus Christus.
Sich selbst verleugnen heißt also nicht, dass man nur noch im Büßergewand herumrennen muss, mit doppelter Portion Asche auf dem Haupt. Sich selbst verleugnen heißt: Gott die Ehre erweisen, die ihm gebührt. Und ernst nehmen, was da im Vaterunser immer aus unserem Mund kommt: „Dein Wille geschehe…“
Die zweite wichtige Aussage Jesu in diesem Satz: „der…nehme sein Kreuz auf sich“ :
Also kein Ausweichmanöver, wie Petrus es in guter Absicht vorschlägt. Nicht nur Jesus Christus geht seinen Weg durch das Leid, auch im zeitweiligen Gefühl der Gottverlassenheit. Wer ihm nachfolgt, darf vor dem Leid keine Tricks und Eiertänze probieren. Jesus liest uns hier das im Geschäftsleben gerne Kleingedruckte laut vor: Auf jeden kommt sein spezielles Kreuz zu, früher oder später, größer oder kleiner.
Jesus sagt: Stehe tapfer dazu! Nimm dein persönliches Kreuz auf dich, wie ich mein Kreuz auf mich genommen habe! Du hast Anteil an meinem Kreuz, und du hast Anteil an meiner Auferstehung!
Sage nicht wie Petrus: Das darf nicht geschehen! Hilf mir lieber beim Kreuztragen!
Beim Evangelisten Lukas (9,23) heißt es noch deutlicher, dass jeder „täglich“ sein Kreuz auf sich nehmen muss, also Tag für Tag.
Jeder Tag hat seinen Schmerz. Jeden Tag gibt es auf dieser Erde viel zu viele Kreuze. Hilf beim Tragen, damit die Last der Leid-Tragenden geringer wird. Wenn du mich, deinen Herrn, wirklich liebst, wie du sagst, wird dir das ein Stück leichter fallen. Verkünde wie eine Glocke, die laut läutet, durch dein tätiges Beispiel deinen Glauben. Mach es nicht wie die wort-
gewandten Schriftgelehrten, die sich aus allem herausreden, sondern lass Taten sprechen!
Die letzte wichtige Aussage Jesu aus seinem Satz zum Schluss:
Jesus sagt nicht nur: „der nehme sein Kreuz auf sich“, sondern es geht weiter mit: „und folge mir nach.“
Vielleicht werden Sie denken: Was soll daran Besonderes sein? Jeder soll eben sein Kreuz tragen. - Nein, das „und folge mir nach“ ist ganz, ganz entscheidend! Erinnern Sie sich daran, dass die Jünger Jesu hinter ihrem Meister hergingen, wie es üblich war? So soll auch jeder von uns ihm nachfolgen.
Das aber heißt nichts anderes als: Ich gehe nicht allein, auch nicht in meinem Schmerz, mit meinem Leid. Um mich herum sind die anderen, die ebenfalls mit ihm gehen. Aber das Allerbeste ist doch:
Man kann nur jemand nachfolgen, wenn einer vor einem geht, der einen führt, der einem den Weg zeigt, der einen nicht im Stich lässt, der einen ans Ziel dieser Wanderung bringt.
Das dürfen wir nie vergessen, Sie und ich: Wenn wir über den dunklen Schatten unseres Kreuzes hinaus schauen, dann sehen wir ihn, unseren Meister. Er geht direkt vor uns beiden! Achten wir nur ja darauf, dass wir mit ihm immer in Verbindung bleiben! Bleiben wir ihm dicht auf den Fersen. Er bringt uns sicher heim. Amen.
Verfolgte Christen weltweit: Karte, Infos >> Rechtsklick!
Warum lässt Gott das Leid zu? >> Rechtsklick!
Bibelarbeit über Mt 16,21-26 >> Rechtsklick!
Der Berg der Kreuze in Litauen >> Rechtsklick!
"Glaubenspaket" von Kirche in Not >> Rechtsklick!
Mein Predigtgarten hat Predigt-Besuch! >> Rechtsklick!
60 Jahre "Tagespost" - Glückwunsch! >> Rechtsklick!
Vorsitzender: "Erkennen Sie in dem Angeklagten den Mann wieder, der Ihnen Ihr Auto gestohlen hat?" Zögert der Zeuge: "Nach der Rede des Herrn Verteidigers bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich überhaupt jemals ein Auto besessen habe."
Freitag. Sagt die andere: Hoffentlich nicht auf einen 13.! --
Zwei Blondinen unterhalten sich. Ich habe gestern einen
Schwangerschaftstest gemacht, sagt die eine. Die andere fragt
entsetzt: "Und, waren die Fragen schwierig?"
Doch die Mutter griff beherzt ein und stahl ihm seine Hose, sodass er nicht das Haus verlassen konnte, - und Origenes lebte weiter und wurde ein bedeutender (wenn auch umstrittener) Kirchenmann.
http://www.theology.de/theologie/theologen/origenes.php
Meine Last ist zu schwer
Ein Mann war mit seinem Los unzufrieden und fand seine Lebenslast zu schwer. Er ging zu Gott und beklagte sich darüber, dass sein Kreuz nicht zu bewältigen sei.
Gott schenkte ihm einen Traum: Der Mann kam in einen Raum, wo alle Kreuze der Menschheit herumlagen. Eine Stimme befahl ihm, er möchte sich das Kreuz aussuchen, das seiner Meinung nach für ihn passend und
erträglich wäre.
Der Mann ging suchend und prüfend umher. Er versuchte ein Kreuz nach dem anderen. Einige waren zu schwer, andere zu kantig und unbequem, ein goldenes leuchtete zwar, war aber untragbar. Er hob dieses und probierte jenes Kreuz. Keines wollte ihm passen.
Schließlich untersuchte er noch einmal alle Kreuze und fand endlich eines, das ihm passend und von allen das erträglichste schien. Er nahm es und ging damit zu Gott. Da erst drehte er es auf die Rückseite und las dort seinen Namen. Jetzt erkannte er, dass es genau sein Lebenskreuz war, das er bisher so unzufrieden abgelehnt hatte. - Als er wieder erwacht war, nahm er dankbar seine Lebenslast auf sich und klagte nie mehr darüber, dass sein Kreuz zu schwer für ihn sei.
Nur für heute
NUR FÜR HEUTE werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
NUR FÜR HEUTE werde ich mich den Gegebenheiten anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Gegebenheiten an meine Wünsche anpassen.
NUR FÜR HEUTE werde ich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe.
NUR FÜR HEUTE werde ich nicht danach streben, die anderen zu kritisieren oder zu verbessern - nur mich selbst.
NUR FÜR HEUTE werde ich eine gute Tat vollbringen.
NUR FÜR HEUTE werde ich zehn Minuten meiner Zeit einem guten Buch widmen.
NUR FÜR HEUTE werde ich keine Angst haben.
NUR FÜR HEUTE werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen.
Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: Vor der Hetze und der Unentschlossenheit.
NUR FÜR HEUTE werde ich glauben - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten - dass Gott für mich da ist, als gäbe es sonst niemand auf der Welt.
Ich will mich nicht entmutigen lassen durch den Gedanken, ich müsste dies alles mein ganzes Leben lang durchhalten.
HEUTE ist es mir gegeben, das Gute während zwölf Stunden zu wirken.
Nach Johannes XXlll., "Dekalog der Gelassenheit"
-------------------------------------------------------------------------------
Vorschau: Am kommenden Montag,1.Sept.:
In der Reihe "PC-Tipps":
Sicherheit - das größte Risiko sitzt vor dem Bildschirm!
Der Predigtgarten hat übrigens ab und zu Besuch von anderen Predigtschreibern - siehe die Linktipps!
Zurück zur Predigtgarten-Hauptseite:


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Zur Zeit keine Kommentare möglich.
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.