Wie das Wort „Pächter“ schon verrät, waren sie
eben nicht die Besitzer des schönen Weinbergs.
Der gehörte einem Gutsbesitzer, der offenbar viel im Ausland lebte, denn es heißt im Text ja ausdrücklich, dass er nach der erfolgten Verpachtung in ein anderes Land reiste.
Dazu müssen wir wissen, dass es ausländische Investoren nicht erst heute gibt. Zur Zeit Jesu gab es auch schon Großgrundbesitzer in Israel, und ein Teil von ihnen wohnte außer Landes und holte sich jährlich zur
Erntezeit die fällige Pacht durch eigene Bedienstete ab. Was Jesus da erzählt,
ist also gar nicht so ungewöhnlich für seine Zuhörer. Sie kennen das, und sie wissen auch, dass es immer mal wieder Zwischenfälle gab, bei denen sich die Pächter mit mehr oder weniger gutem Erfolg um die Zahlung der fälligen Abgaben drückten. Blutige Handgreiflichkeiten mit den Boten der Eigentümer waren selten, kamen aber vor. Wenn ein Herr keine Erben hatte, konnte man als langjähriger Pächter sogar versuchen, dessen Besitz nach seinem Tod vor Gericht für sich zu beanspruchen.
Im heutigen Evangelium nimmt Jesus eine solche Auseinandersetzung über die fällige Pacht zum Anlass für sein Gleichnis. Die Winzer zeigen, zu was Menschen in ihrer Habgier und Verblendung fähig sind. Sie rotten sich zusammen, denn gemeinsam fühlen sie sich stark. Als der Besitzer die Pacht eintreiben will, spielen sie den Knechten übel mit: den einen verprügeln sie, den anderen bringen sie um, den dritten steinigen sie.
Der Weinbergsbesitzer ist entsetzt. Er hat doch alles getan, damit es seinen Pächtern gut geht!
Mit solchem Undank hat er offenbar nicht gerechnet. So weit würden sie doch wohl nicht gehen, diese hartherzigen Winzer, die nicht näher beschrieben
werden. Der Herr schickt einen weiteren Trupp seiner Boten in den Weinberg, vorsichtshalber sogar mehr als drei. Die Winzer kennen aber kein Pardon. Sie wollen dem Herrn seinen gerechten Anteil an der Ernte nicht geben, auf gar keinen Fall!
Wieder gehen sie mit aller Brutalität gegen die Boten vor. Es ist ganz eindeutig, dass sie dabei gegen alles Recht verstoßen, und das wissen sie auch ganz genau. Sie haben es darauf angelegt, dem Herrn seinen Besitz zu entreißen. Sie wollen ihm nicht länger als Pächter dienen. Dazu warten sie nur auf die beste Gelegenheit.
Als der Herr sogar seinen einzigen Sohn und Erben losschickt, packen sie genau diese Gelegenheit beim Schopfe, im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Gewalt schleppen sie ihn aus dem Weinberg hinaus und bringen ihn draußen vor dem Zaun um, ohne lange zu fackeln. Das haben sie sich vorher genau überlegt, als sie ihn kommen sahen. Der Weinbergsbesitzer, offenbar ein sehr gütiger und geduldiger Herr, hatte bis zuletzt gehofft, dass sie wenigstens vor seinem Sohn den nötigen Respekt haben würden. Er wird aber ganz bitter ausgerechnet von denen enttäuscht, mit denen er einen Vertrag geschlossen hatte. Offenbar ist der für seine Pächter noch nicht mal das Papier wert, auf dem er steht. Sie fühlen sich als die eigentlichen Herren, obwohl sie nur ihm in Wirklichkeit ihren gesicherten Lebensunterhalt verdanken.
An dieser Stelle des Gleichnisses stoppt Jesus seine Erzählung. Jetzt sind seine Zuhörer dran. Von ihnen fordert er eine Stellungnahme, indem er sie fragt: „Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.“
Die klugen Schriftgelehrten müssen nicht lange überlegen. Kein Herr lässt sich auf Dauer ungestraft so auf dem Kopf herum-
tanzen. Seine Geduld hat irgend-
wann ein Ende. Es gibt einen Punkt, da geht es einfach nicht mehr. Zu viel ist vorgefallen.
Das Vertrauen in die Vertragspartner ist dahin.
Die Beziehung ist nicht nur in einer Krise, sie ist zutiefst gestört.
Die Schuldigen werden zur Rechenschaft gezogen, und neue Vertragspartner kommen zum Zug. Es gibt genug andere Winzer, die auf eine solche gute Gelegenheit warten. Das weiß jeder, und auch für die Schriftgelehrten ist das keine Frage. So wird es kommen. Klar.
Jesus wird nun deutlicher. Es geht in diesem Gleichnis um ihn selbst, um den einzigen Sohn Gottes. Er erinnert seine Gesprächspartner an die Ankündigung im Alten Testament (Psalm 118,22), die sie kennen: „Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder?“
Ihn haben die Bauleute verworfen. Das heißt: Die Handwerker haben sich ihre behauenen Steine für den Hausbau sortiert. Der Eckstein ist der wichtigste von allen. Er gibt nicht nur den Winkel für die Ausrichtung der Mauern an, sondern er trägt auch besonders viel Gewicht.
Auf ihm ruht die ganze Statik des Hauses. Auf ihn kommt es an.
Die Bauleute – das sind die Führer des Volkes, die Schrift-
gelehrten. Sie lehnen Jesus ab, sie verwerfen ihn. Ihnen scheint er nicht geeignet zu sein. So einen Eckstein wollen sie nicht haben. Den Messias haben sie sich ganz anders vorgestellt. Gott aber macht seine Ankündigung wahr. Jesus, der von den Winzern abgelehnte Sohn, der vor den Toren des Weinbergs ermordet wird – sprich: vor den Mauern Jerusalems auf dem Berg Golgotha gekreuzigt wird- , den bringt Gott in die richtige Position, den macht Gott in der Auferstehung zu seinem Eckstein, auf den er sein Reich baut. Dieser Stein Jesus Christus ist so gewaltig, dass jeder zermalmt wird, auf den dieser Stein herabstürzt.
Die Schriftgelehrten und wir alle mit ihnen haben dieses Gleichnis gehört. Aber nehmen wir es uns diese Warnung Jesu auch zu Herzen?
Gott hat immer wieder sein Volk eingeladen, in seinem Weinberg zu arbeiten. Immer wieder wird das Bild des Weinbergs in der Bibel verwendet, wenn es um die Mitarbeit der Menschen am Reich Gottes geht. Immer wieder hat Gott seine Boten geschickt, um die Menschen zu erinnern, sich an die Vereinbarungen, an Gottes Gebote zu halten.
Gott ist der Besitzer dieser Welt, nicht die Menschen.
Propheten und Boten haben im Laufe der Geschichte daran erinnert, von denen, die in der Bibel aufgezählt sind bis hin zu Maximilian Kolbe, Mutter Theresa, Martin Luther King, Roger Schutz aus Taizé und vielen mehr.
Wer da glaubt, das Volk Gottes sei der Herr der Welt, der irrt. Wer da glaubt, wir Pächter seien die Besitzer, der irrt.
Gott erwartet, dass wir ihm geben,
was ihm allein zusteht. In Güte und Geduld wartet auf unseren persönlichen, freudigen Erntedank.
Die Frage muss sich jeder selbst ganz ehrlich stellen: Welche Früchte meines Lebens gebe ich Gott? Stehe ich zu ihm in Treue, wie ich das versprochen habe? Höre ich auf das, was er mir zu sagen hat?
Lebe ich in einer Grundstimmung der Dankbarkeit ihm gegenüber, dem ich mein Leben und alles verdanke? Oder schlage ich mich auf die Seite der dreisten Winzer, die selbst Gott spielen wollen?
Der Tag wird kommen, an dem der Bote vor jedem von uns stehen wird, ausgeschickt vom Herrn der Ernte. Halten wir uns bereit, ihn mit Freude zu empfangen.
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"Sie bekommen entweder 400 Euro, fünf Tage Strafdienst in einer Gemeinnützigen Einrichtung oder zehn Tage Gefängnis", stellt der Richter dem Angeklagten zur Auswahl.
"Wenn Sie mich schon so fragen, Herr Richter, dann nehme ich natürlich das Geld!"
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''Ich werde ein attraktives, intelligentes, einfühl-
sames Lebewesen erschaffen, das dich fortan begleiten soll.''
Adam, schon leicht mißtrauisch: ''Und was kostet mich das?''
Gott: ''Das Augenlicht, den linken Arm und den rechten Fuß.''
Adam: ''Nein, das ist es mir nicht wert. Was bekomme ich denn – sagen wir mal - für eine Rippe?''
Am nächsten Montag, 6.Oktober:
1.) Hinweise und Links zum Rosenkranz-Monat
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