(Fortsetzung)Gottesliebe geschieht also nicht im luftleeren Raum. Sie wird konkret, sogar sehr konkret, manchmal sogar unangenehm konkret! Natürlich erinnern wir uns auch an Gleichnisse wie das vom barmherzigen Samariter. Nächstenliebe – ganz handfest! Wer Gott lieben will, der soll dies tun über die Liebe zum Mitmenschen, sagt uns Jesus mit aller Deutlichkeit. Man kann nicht Gott lieben und gleichzeitig Menschen verachten oder links liegen lassen. Die Gottesliebe gibt’s nur im Doppelpack, zusammen mit der Nächstenliebe.
Nicht nur ich bin von Gott geschaffen, angenommen und geliebt, sondern mein Mitmensch auch. Es kann durchaus sein, dass mir seine Nase nicht passt. Sicher finden sich mühelos auch genügend Leute, denen es mit mir ebenso geht. Wir sind, wie wir sind. Alles Gottes Originale und keine billigen Kopien. Ob Gott ein bisschen geschmunzelt hat, als er mich geschaffen hat – ich weiß es nicht…!
Jedenfalls können wir uns den Nächsten nicht malen, wie wir ihn gerne hätten. Edith Stein formulierte es so: „Der Nächste ist nicht der, den ich mag. Es ist jeder, der mir nahe kommt, ohne Ausnahme.“
Jesus sagt das Ganze freundlich, aber bestimmt. Er droht nicht und schimpft nicht, sondern er informiert. Er sagt: So ist das mit der Gottes
liebe, so und nicht anders! Darauf baut alles auf, daran hängt alles. Alles andere wird davon an
gestoßen, wie bei einer Kettenreaktion. Der Weg zu Gott geht nur über die Menschen. Anders ist es nicht vorge-sehen! Das ist so einleuchtend einfach, dass sich niemand herausreden kann. Der Humorist Mark Twain bemerkte deswegen einmal: „Mir machen nicht die Stellen der Bibel Sorgen, die ich nicht verstehe, sondern die, welche ich verstehe!“
Gerade hier besteht aber auch eine Gefahr: Man kann wie so oft im Leben auch dabei das Kind mit dem Bade ausschütten! Jesus sagt nicht nur: „Liebe deinen Nächsten!“ - Er sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“
Das heißt: Die Liebe zu deinem Nächsten sollte dir so selbstverständlich sein wie die Liebe zu dir selbst! Jeder von uns isst und trinkt, um wieder Energie zu bekommen, und jeder von uns weiß, dass man schlafen muss, um die Batterie unseres Körpers wieder aufzuladen. Wir achten darauf, dass wir uns gesund erhalten und gehen Gefahren aus dem Wege, wo dies möglich ist. Wenn wir uns vernünftig ver-
halten und unsere Kräfte nicht überschätzen, wird es uns unser Körper danken.
In einer von Egoismus und Ellenbogen-Mentalität geprägten Gesellschaft
kommt gerade bei manchen besonders engagierten Christen eine verständliche Scheu auf,
es sich auch selbst gut gehen zu lassen. Eifrige Seel-
sorger und Laienchristen sind auch immer in der Gefahr, den Nächsten deutlich mehr zu lieben als sich selbst. Irgendwann sind sie dann vollkommen erschöpft und ausgebrannt. Womöglich erkranken sie ernsthaft, oder sie ziehen sich frustriert zurück. Inzwischen gibt es meterweise Bücher dazu, warum und wie man als Christ auch auf seine Kräfte achten sollte.
Wenn wir auf der Nase liegen, haben weder wir noch unsere Nächsten oder Gott etwas davon.
Wer gelernt hat, sich selbst zu akzeptieren, mit allen Fehlern und Schwächen, dem fällt es auch leichter, den Nächsten zu akzeptieren, der ebenfalls seine Ecken und Kanten hat. Sie wissen ja, warum wir alle zwei Augen haben: damit wir schon mal eines davon zudrücken können!
Jesus lädt uns auch mit dem heutigen Evangelium ein, uns immer wieder neu auf die Mitte, auf das Zentrum unseres Glaubens und Lebens zu konzentrieren. Wir alle sind die unendlich geliebten Geschöpfe Gottes. Täglich neu dürfen wir uns von seiner Liebe beschenken lassen. Wenn wir dieses Geschenk in seiner Größe begreifen lernen, brauchen wir nicht mehr zu fragen: Muss ich dieses tun? Muss ich jenes lassen?
Wie von selbst, wie das bei Verliebten so üblich ist, werden wir immer wieder hinhorchen und fragen:
Was möchtest du von mir? Was darf ich für dich tun? Womit kann ich, so gut ich es eben kann, deine Liebe erwidern und dir eine Freude machen?
Die langen Löffel
Ein Rabbi kommt zu Gott: "Herr, ich möchte die Hölle sehen und auch den Himmel." - "Nimm Elia als Führer" spricht der Schöpfer, "er wird dir beides zeigen."
Der Prophet nimmt den Rabbi bei der Hand. Er führt ihn in einen großen Raum. Ringsum sitzen Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlich duftenden Gericht. Alle sind pausenlos damit beschäftigt, mit ihren langen Löffeln aus dem Topf zu schöpfen. Aber die Menschen sehen mager aus, blass und elend.
Kein Wunder: Ihre Löffel sind zu lang. Sie können sie nicht zum Munde führen. Immer geraten sie mit den langen Stangen aneinander.
Das herrliche Essen ist nicht zu genießen.
Die beiden gehen hinaus. "Welch seltsamer Raum war das?", fragt der Rabbi den Propheten. "Die Hölle!" lautet die Antwort.
Sie betreten einen zweiten Raum. Alles genau wie im ersten. Ringsum Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Alle schöpfen mit ihren langen Löffeln aus dem Topf. Aber - ein Unterschied zu dem ersten Raum: Diese Menschen sehen gesund aus, gut genährt und glücklich.
"Wie kommt das?" - Der Rabbi schaut genau hin. Da sieht er den Grund: Diese Menschen schieben sich die Löffel gegenseitig in den Mund, sie geben einander zu essen. Da weiß der Rabbi, wo er ist. (Quelle: unbekannt)
Anregender Predigt-Besuch zum 30.Sonntag A >>
Rund um den Weltmissions-Sonntag >> RECHTSKLICK !
Karl Veitschegger: Vom Sabbat zum Sonntag >> RECHTSKLICK !
Judentum als Lebensform (dort ebenfalls Rechtsklick)
Gedenkläuten 9.Nov.2008
Diaspora-Sonntag 16.Nov.2008
Bürokratie-Wut der EU
"Wie hoch wäre mein Gehalt?" fragt der Lehrling als erstes. "480 Euro, später natürlich mehr", sagt der Personalchef. - "Gut, dann komme ich später wieder.“
Ein kirchenfeindlicher Seifenfabrikant sagte einem Priester: "Das Christentum hat nichts erreicht. Obwohl es schon bald zweitausend Jahre gepredigt wird, ist die Welt nicht anders geworden. Es gibt immer noch Böses und böse Menschen."
Der Priester wies auf ein ungewöhnlich schmutziges Kind, das am Strassenrand im Dreck spielte, und bemerkte: "Seife hat nichts erreicht. Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Menschen in der Welt." - "Seife", entgegnete der Fabrikant, "nutzt natürlich nur, wenn sie angewendet wird." - Der Priester antwortete: "Genau so ist es mit dem christlichen Glauben auch!“
KINDERLOGIK
Die kleine Maria sieht in der Kirche die digitale Liednummernanzeige.
Sie fragt ihre Mama: "Gibt es in der Kirche auch ein Fieberthermometer?"
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