08.10.2008

28.Sonntag im Jahreskreis A - 12.10.2008

(Fortsetzung)

Heutige Bibel-Experten rücken mit Recht davon ab, Kata-

strophen als unmittelbare Reaktion Gottes zu deuten. Wir wissen heute eben viel genauer, dass viele Unglücke direkt oder indirekt von Menschen zumindest mitverursacht wurden, wie z.B. die Klima-Diskussion zeigt.

Die Warnung Jesu vor dem Zorn Gottes bleibt dennoch aktuell, ebenso wie sein Aufruf, endlich die Einladung des Königs anzunehmen. Doch nicht jede Katastrophe auf der Erde meint Jesus, sondern das Gericht, das uns am jüngsten Tag erwartet. Gott lässt seiner nicht spotten, das bleibt gültig.


Das heutige Gleichnis hat noch einen zweiten Teil. Dieser zweite Teil ist mindestens so faszinierend wie der erste. Jesus zeigt hier mit eindringlichen Worten, wie absolut zuverlässig der liebende Gott ist.

Allen Beleidigungen zum Trotz fällt das Fest der Hochzeit eben nicht aus!

Das große Fest findet statt, auf jeden Fall! Alles ist schon vorbereitet, damit es ein einmalig schönes Fest wird.

Jesus sagt auch, dass der Festsaal voll werden wird. Dafür sorgt der König, dafür sorgt Gott. Die einen haben alle ihre Chancen ganz bewusst verspielt, und die anderen bekommen jetzt ihre Chance! Im wahr-

sten Sinne des Wortes sind es Dahergelaufene, die von den Dienern im Auftrage des Herrn in den Saal eingeladen werden.


Nicht die Festgäste bestimmen, wer am Fest teilnehmen darf. Über manch einen Gast wird man staunen, weil man diesen Sitznachbarn hier nicht erwartet hat. Niemand von den Eingeladenen hat über die Sitzordnung zu entscheiden. Wie gut, dass der König selbst festlegt, wer alles mit ihm feiern darf.

Es steht auch nicht im Ermessen der Diener, wen sie zum Fest einladen – sie sollen alle mitbringen, die sie antreffen. Ausdrücklich heißt es danach im Text:

„Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.“ -

Das ist nicht einfach zu verdauen! Nicht nur die Guten dürfen hinein, sondern ausdrücklich auch die Bösen. Wie kann Jesus nur so etwas sagen?


Schauen wir genauer hin! Da gab es schon so manchen Bösen, der ein Guter wurde – denken wir z.B. an den Apostel Paulus, der vom Verfolger der Christen zum glühenden Missionar wurde. Oder an den Zöllner Zachäus, der vom Obergauner zum groß-

zügigen Helfer wurde. Nicht das Böse-Sein ist hier im Blick, nicht das, was die Festgäste in ihrem Leben so alles angestellt haben. Hier sind Menschen, die ge-

strauchelt sind, die Hilfe brauchen. Sie unterscheiden sich von den arroganten Gästen am Anfang des Gleichnisses. Diese armen Schlucker hier nehmen das überraschende Geschenk an. Sie danken für die liebe Einladung und sagen spontan zu: Ja, wir kommen mit, auf der Stelle! Wir erweisen dem König dankbar die Ehre! Wir wissen es zu schätzen, dass er an uns gedacht hat!


Nun könnte man denken, Ende gut, alles gut. Der Saal ist voll, das Fest des Königs nimmt seinen Lauf, und alle sind glücklich. Ganz so einfach ist es aber doch nicht, wie Jesus nun zeigt. Der König entdeckt in der Menge der Gäste, die er sich offensichtlich ganz genau betrachtet, einen Gast, der völlig aus der Rolle fälllt. Der sitzt da ganz ungeniert in seinen Straßenklamotten, dreckig und speckig! Das ist dem König so wichtig, dass er sofort und schnurstracks auf den seltsamen Dreckspatz zusteuert. Er wirft ihn aber nicht mir nichts dir nichts hinaus, sondern spricht ihn erst einmal ganz freundlich an: „Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen?“


Der König beurteilt also nicht einfach nach dem Augenschein, sondern er spricht mit ihm. Vor allem: er will ihm zuhören, will seine Erklärung, seine eventuelle Entschuldigung hören. Wer sich in den damaligen Gepflogenheiten nicht auskennt, könnte meinen, mit dem Hochzeitsgewand bei armen Leuten verlange der König aber reichlich viel. Dem ist jedoch nicht so, wie man ja auch an den zahlreichen anderen armen Gästen sehen kann - sie alle haben ein Festgewand an. Die Erklärung dafür ist einfach: Viele Hochzeits-

gäste kamen damals von weit her, und nach einigen Tagesmärschen sahen sie und ihre Kleidung nicht mehr unbedingt ganz taufrisch aus. So war es Tradition, den Gästen im Eingangsbereich die Füße zu waschen und ihnen ein Festgewand zu überlassen, wenn sie keines hatten. Solche weißen Gewänder zum Überziehen über die Straßen-

kleidung waren damals also vor Ort leihweise gratis zu bekommen. Eigentlich kennen wir so etwas heute auch, denn heute wird nicht nur Berufskleidung vermietet, sondern auch festliche Kleidung bis hin zum Hochzeitskleid. Selbst die Spielbanken haben für ihre Besucher Krawatten und Sakkos vorrätig!


Wenn dieser Besucher der königlichen Hochzeit so demonstrativ gegen die Kleiderordnung verstößt, darf der Hausherr schon eine besonders gute Erklärung erwarten. Nicht nur er ist von dieser Schlamperei betroffen, sondern alle anderen Gäste, die sich an Ort und Stelle noch schick gemacht haben, um für das Fest auch gepflegt auszusehen. Wer mitfeiern will, muss sich schon ein wenig dafür vorbereiten, das kann man schon verlangen.

Der angesprochene Gast bleibt jedoch stumm. Er gibt dem König keine Antwort, keine Erklärung, keine Entschuldigung. Er sagt einfach nichts. Er denkt, dass er das nicht nötig hat. Der König soll froh sein, dass er überhaupt gekommen ist…!


Mit so einer Einstellung kann man doch nicht mit anderen gemeinsam feiern! Das ist wie eine faule Frucht, die andere anstecken kann. So etwas kann der König nicht akzeptieren, und deshalb lässt er diesen ungehorsamen Gast ruckzuck von seinen Dienern hinauswerfen.

Die ersten Christen haben gut verstanden, was Jesus damit sagen wollte: Es genügt nicht, von Gott eingeladen zu sein. Es genügt nicht, im Festsaal zu sitzen. Es genügt nicht, in der Kirche zu sitzen. Das ist noch kein Feiern. Du musst innerlich und äußerlich wirklich dabei sein wollen! Bereite dich so gut vor, wie es dir möglich ist. Ziehe das Festgewand auch an, das extra für dich bereitliegt. Das Fest Gottes kannst du nicht „einfach so“ feiern.

Da musst du nicht nur aus deinen Alltags-Klamotten raus. Du bist genauso gefährdet wie die zuerst eingeladen Gäste, wenn du nur mal eben so mitfeiern willst, weil das ja alle so machen, weil sich das so gehört. Von dir wird die bewusste Entscheidung erwartet!


Da liegt natürlich schnell der Vergleich mit liturgischen Gewändern und mit dem Taufkleid nahe. In der Taufe werden wir ein Gotteskind. Nachdem wir dem Bösen widersagt haben und versprochen haben, nach Gottes Willen zu leben, bekommen wir ein neues, festliches Kleid, und wir bekommen einen (neuen) Namen, auf den wir getauft werden. Noch deutlicher wird dies bei der Einkleidung z.B. in einem Kloster. Meist gibt es als Zeichen des völligen Neubeginns ein Gewand, das alle immer tragen, und man bekommt statt des alten bürgerlichen Namens einen Ordensnamen.


Gott hat uns zum Festmahl gerufen, nicht nur Priester und Ordensleute, jeden an seinem Platz. Werden wir seinem Ruf, seiner herzlichen Einladung folgen?




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Treffen sich zwei Bekannte auf der Straße.

Sagt der eine: "Mensch, weißt du, ich habe heute

3 Euro gespart. Ich habe heute morgen den Bus verpasst und bin den ganzen Weg dem Bus hinterher gerannt!"

Sagt der andere: "Mensch, bist du blöd, wärst du einem Taxi hinterher gerannt, hättest du jetzt schon 15 Euro gespart!"


Sagte der Biologie-Lehrer in der Schule: "Kann mir jemand erklären, warum Blähungen so stinken?"

Fritzchen aus der letzten Reihe: „Na klar! Das ist so, damit die Schwerhörigen auch was davon haben!"


Aus Schulaufsätzen:

Neben Prunksälen hatten die Ritter noch heizbare Frauenzimmer.

Wenn der Schutzmann die Arme gespreizt hat, will er damit verkünden, dass er gerade keinen fahren lässt.

Meine Oma ist jetzt im Altersheim, im neunten Stock. Sie braucht sich um nichts zu kümmern. Sogar das Essen kommt ihr hoch!

Dort, wo jetzt die Trümmer ragen, standen einst stolze Burgfräuleins und warteten auf ihre ausgezogenen Ritter.


Am nächsten Montag, 13.Oktober:


„Lustobjekt Priester-kommunion?

- Eigenmächtige

Liturgie-Designer

gegen Rom“

(Ein Kommentar.)



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