26.11.2008

1.Adventssonntag B - 30.11.2008

(Fortsetzung)

Wer in diesen Kategorien denkt, der hat das heutige Evange-

lium nicht zu Ende gelesen oder gehört. Es geht eben nicht um die große Panikmache. Das Thema ist eben nicht: Advent, Advent – das Weltall brennt!

Vielmehr geht es um ein Ereignis, das alle Christen weder überraschen noch schockieren soll. Da bricht eben nicht völlig überraschend der Winter herein und kein Mensch hat Winterreifen montiert. Zumindest die Christen wissen es und sind rechtzeitig gerüstet dafür.

Es geht um den endgültigen Advent, um die Erfüllung unserer Vater-unser-Bitte: „Dein Reich komme!“

In der Messfeier beten wir nach den Wandlungs-

worten: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ –

Wir wissen es: Advent heißt „Ankunft“. Der Herr wird wiederkommen, und zwar „mit großer Macht und Herrlichkeit“, wie es im heutigen Evangelium heißt.


Schon das Wort „Herrlichkeit“ signalisiert, dass dies wohl kaum als Drohung gedacht sein kann. Oder fühlen Sie sich bedroht, wenn Sie etwas ganz Herrliches sehen? Einfach herrlich wird es sein, wenn der Herr einst wiederkommt! Unbeschreiblich herrlich!

Seine Engel wird er aussenden, heißt es. „…vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels“ werden seine Boten unterwegs sein. Das heißt: sie werden überall unterwegs sein, in jedem Winkel, an jedem Platz,

an den sie als Boten geschickt werden. Ihre Aufgabe ist klar formuliert: Sie sollen die Menschen, die der Herr ausgewählt hat, aus allen Ecken und Enden zusammenführen und zu ihm bringen. Eine himmlische Extrafahrt gewissermaßen. Keiner wird vergessen.


Das ist die frohe Botschaft des 1. Advents an die,

die auf dieses Ereignis vorbereitet sind. Und das ist das Stichwort für das heutige Evangelium: es geht um adventliche Vorbereitung!

Jesus wählt dazu einen sehr anschaulichen Vergleich. Vom Feigenbaum sollen wir Christen lernen: „Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht.“

Dazu muss man wissen, dass im Lande Israel wegen des milden Klimas viele Bäume im Winter ihr Laub behalten. Der Feigenbaum gehört zu den wenigen Bäumen, die auch dort ihr Laub abwerfen und daher im Frühjahr neue Blätter treiben. Wenn es so weit ist, kann jeder, der nicht mit Blindheit geschlagen ist, eindeutig und zweifelsfrei erkennen: Aha, jetzt geht es mit dem Frühling los, der Sommer ist also nicht mehr weit!


Jesus macht uns damit klar, dass es kein Rätselraten geben wird um die Zeichen der Zeit. Nein, da wird keine Spekulation nötig sein, kein Kartenlegen und keine Wahrsagerei. All das ist Unsinn, denn das Ende wird so deutlich und unmissverständlich erkennbar sein wie das Austreiben saftiger Blätter. Allerdings nur für diejenigen, die die Augen offen halten.

Wenn Jesus ausgerechnet ein Bild des Frühlings wählt, ein Bild des Wachsens, dann will das bei uns Christen ganz besondere Frühlingsgefühle wecken:

Ja, da grünt alle Hoffnung, da wird Leben in Fülle!


Die Augen offen halten – das ist ein zweites Stichwort!

Der Christ soll ein aufge-

weckter Bursche sein. Christen sind keine Tagträumer und keine, die ihr Leben lang herumdösen. Christen sind aufmerksame Leute. Sie lassen sich nicht einlullen vom Geschrei der Medien und Verkaufs-Strategen. Sie wissen, das ihr Leben kein Produkt eines blinden Zufalls ist, sondern gottgewollt.

Und die Christen wissen, dass ihr Leben auch nicht in einem sinnlosen Nichts endet. Am Ende steht nicht der Untergang, sondern Christus, der strahlende Sieger und Herr! Es geht also nicht um ein Ende wie bei einer Sackgasse, sondern es geht um ein Ankommen am Ziel, um Voll-endung!

Die Menschheit wird also nicht einfach mal so untergehen, bloß weil da ein Irrer den Atom-

raketenknopf gedrückt hat. Alles, was geschieht und wann es geschieht, liegt fest in Gottes Hand. „Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft“, sagt Jesus. Und „Generation“ ist da gemeint im Sinne von Menschengeschlecht. Eine klare Absage also an jede Panikmache!


Aber, und das ist das dritte Stichwort, es ist auch ein dringender Appell, eine klare Anweisung in diesen Worten. Viermal kommt der Begriff „wach“ oder „wachsam“ im heutigen Text vor – mehr geht kaum noch!

Wachsam sollen sie sein, die Christen, denn nur der Vater im Himmel weiß, wann es so weit ist. Jesus spricht zur Erläuterung wieder einmal von einem Mann, der auf Reisen ging und jedem seiner Diener eine konkrete Aufgabe übertrug. Ausdrücklich heißt es: „Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.“

In Deutschland, dem Land der Schlösser und Burgen, können wir uns das gut vorstellen: Auf den Türmen saßen die Wachmannschaften und beobachteten rund um die Uhr, was sich draußen vor den Mauern tat. Mittelalterliche Städte hatten oft hoch oben im Kirchturm die Türmer, die dort in ihrer engen Türmerstube wohnten und die Stadt z.B. bei Ausbruch eines Feuers sofort alarmieren sollten.


Zur Zeit Jesu gab es auf den großen Besitztümern Wachtürme. Schließlich gab es genügend Schurken, die vor allem im Schutze der Dunkelheit in das Grundstück oder gar ins Haus eindringen wollten, um Schaden anzurichten, vom Diebstahl bis zum Mord. Dementsprechend waren die schweren Türen gesichert. So waren Tag und Nacht Türhüter im Einsatz. Sie hiel-

ten nicht nur Ausschau, sondern kontrollierten auch, wer hereinkam und wer nicht. Sie hatten zu entscheiden, wem alle Türen des Hauses offen standen. Da muss man auf der Hut sein, damit kein Übeltäter unter einem Vorwand eindringen kann. Da muss man unterscheiden können zwischen Freund und Feind, zwischen gut und böse. Da muss man eine gute Wahrnehmungs-Fähigkeit haben, die sich nicht austricksen lässt. Wer seinen Herrn und die Seinen nicht gut kennt, der bekommt da erhebliche Probleme.


Wir haben das sicher schnell verstanden: Jesus erzählt dies alles so genau, um auch uns heute und gerade zu Beginn des Advents ganz wach zu machen. Schaut genau hin, was sich in eurer Welt, in eurer täglichen Umgebung so alles tut. Seid wie die Wächter am Tor: lasst euch nur kein X für ein U vormachen! Lasst als Christen nicht alles in euer Haus und in euer Herz hinein! Böse Eindringlinge wollen in euch, im Besitz des Herrn, großen Schaden anrichten, also rechnet lieber gleich damit und lasst die Verführer nicht hinein!


Das Wachen hat noch einen weiteren triftigen Grund: Der Herr selbst wird kommen, vielleicht um Mitternacht, oder vielleicht beim ersten Hahnenschrei am frühen Morgen. Bei den Luxushotels ist es heute Standard, dass der Service rund um die Uhr angeboten wird – wenn der Prominente es will, kann er morgens um vier Uhr sein Abendessen bekommen. Die Mannschaft steht die ganze Nacht bereit. Superpeinlich wäre es, wenn da jemand einfach verpennen würde.

Unser Prominenter, mit dem wir zu jeder Zeit rechnen sollen, ist Gott persönlich. Wenn er plötzlich kommt, soll er uns nicht schlafend antreffen, warnt uns Jesus.


Damit wären wir beim letzten Stichwort:

Wie geht das – wachsam sein?

Das beantwortet uns schon unser Alltag. Schauen wir z.B. auf die Feuerwehr. Damit es im Ernstfall nicht zum Chaos kommt, damit jeder Handgriff sitzt, wird immer wieder geübt. Immer wieder werden Gefahrensituationen von der Mannschaft durchgespielt. Jeder kennt seinen Platz.

In kürzester Zeit kann im echten Notfall eingegriffen und Leben gerettet werden.

- Zu unserer christlichen Wachsamkeit gehört also besonders im Advent auch, dass wir unsere Aufgabe, unser Leben als Christ immer wieder überdenken und einüben. Da reicht es eben nicht, Gottes Gebote auf dem Papier zu kennen. Man muss sie auch einüben, man muss sie auch trainieren. Oder mit einem Bild aus dem Bereich der Eisenbahn: man muss rechtzeitig in seinem Leben die Weichen richtig stellen, sonst fährt der Zug wer weiß wohin.

Nutzen wir also die Zeit des Advents, um nach dem Herrn Ausschau zu halten, der sein Kommen angekündigt hat!


Wachsamkeit ist aber nichts Hektisches.

Wir müssen nicht ständig unter Strom stehen. Der Advent ist keine Sportart und es gibt kein Sieger-treppchen. Unsere Aufgabe als Türhüter besteht darin, konzentriert zu sein, allzeit bereit zu sein, wie die Pfadfinder es formuliert haben.

Einfach immer nur Ausschau halten, denn jeder Tag, jede Nacht könnte der letzte Tag, die letzte Nacht unseres Lebens sein, bevor der Herr eintrifft!


Das heutige Evangelium erinnert uns Christen ganz eindringlich daran: alle irdischen Sicherheiten zählen nichts mehr, wenn der Herr kommt! Manche haben es schon schmerzlich in ihrem Leben erfahren müssen, wie plötzlich das Verfallsdatum von Wohlstand, Gesundheit und allem irdischen Glück erreicht sein kann.

Machen wir also die Türe unseres Herzens bereit und lassen den Herrn ein: „O Heiland, reiß die Himmel auf…“ (Gotteslob Nr. 105)



Predigt (ev.-ref.) aus der Schweiz (pdf-Datei)

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„Downloads für Lektoren“ Kath. Bibelwerk (pdf)

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Meine Gedanken zum 1. Advent A – 2007

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Viele Tipps für selbstgebastelte Adventskalender

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Heute noch Türmer in Nördlingen/Ries

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Pfadfinder-Motto: Allzeit bereit… (pdf-Datei)

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Predigt rettete Priester vor Mafia-Mord

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Vatikan-Alarm: Kopfgeld auf Christen in Indien!

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Drei Teufelslehrlinge

Drei Teufelslehrlinge wollten ihre Gesellenprüfung machen und suchten nach geeigneten Aufgaben für ihr Gesellenstück. Sie besprachen dies mit ihrem Teufelsmeister: Der eine wollte den Menschen erzählen, dass es keinen Gott gibt, der zweite, dass es keine Hölle gibt.

Ihr Teufelsmeister lachte laut und erklärte: „Damit werdet ihr keinen Erfolg haben; die Menschen werden immer tief in ihrem Inneren spüren, dass es noch etwas über ihnen gibt, ganz gleich, wie sie es nennen.

Sie werden zumindest ahnen, dass Gott da ist und sie werden immer das Empfinden haben, dass eine schlechte Tat eine Bestrafung nach sich zieht. Eure Pläne könnt ihr also vergessen!“

Der dritte Lehrling grinste und sagte: „Ich hingegen werde den Menschen sagen, dass es nichts gibt, was sofort getan werden muss. Man kann alles erst einmal überschlafen und getrost ein paar Tage verschieben…“

Da klopfte ihm der Lehrmeister auf die Schulter und gratulierte ihm: „Damit wirst du garantiert Erfolg haben! Du wirst viele Menschen mit der Methode der langen Bank verwirren und viel Unheil stiften. Somit kannst du Teufelsgeselle werden!“

(Quelle: unbekannt)


Der Knecht des Kalifen

Ein reicher und angesehener Kalif schickte einen seiner Knechte auf den Markt zum Einkaufen. Kurze Zeit später stand der Knecht mit leeren Händen, bleich und am ganzen Leib zitternd vor ihm. Er warf sich vor seinem Herrn auf die Knie und flehte ihn an: „Herr, ich muss fliehen! Leih mir bitte dein schnellstes Pferd!“

"Bei Allah!“, entgegnete ihm der Kalif, „was ist bloß geschehen?"
"Der Tod ist mir begegnet. Mitten auf dem Marktplatz traf ich ihn. Ganz in Schwarz stand er vor mir, mit einem breiten Hut! Groß angesehen hat er mich, und ich glaube, er wollte mich packen. Ich bin natürlich gerannt, so schnell ich konnte. Du allein kannst mir helfen. Ich will nach Ashdod fliehen! Da gibt es Millionen Menschen. Da sind enge Gassen. Da werde ich mich verstecken!"
Der Kalif empfand großes Mitleid mit seinem schockierten Diener. Er lieh ihm sein schnellstes Pferd. Sein Diener jagte davon. Noch vor Einbruch der Dunkelheit wollte er Ashdod erreichen, die ferne Hafenstadt. So weit weg würde er wohl vor dem Tod sicher sein.


Der Kalif aber war neugierig geworden. So entschloss er sich, zum Markt zu gehen und sich dort umzuschauen. Bald schon sah er im Gewühle des Markttreibens die vom Knecht beschriebene Gestalt. Bald standen sie sich gegenüber. Es gab für den Kalifen keinen Zweifel: das war der Tod!

Der Kalif sah ihn an und fragte: „Du hast heute morgen meinen Knecht furchtbar erschreckt. Warum? Hattest du eine Verabredung mit ihm?"
Der Tod sah den Kalifen an, zuckte kurz mit den Achseln und sprach mit ruhiger Stimme: „Ich wollte deinen Knecht nicht erschrecken. Ich hatte keinen Grund dafür. Allerdings - eine Verabredung habe ich wohl mit ihm. Aber nicht heute, sondern erst morgen, und auch nicht hier, sondern weit weg von hier in der Hafenstadt Ashdod. Du verstehst, dass ich schon sehr verwundert war, deinen Knecht heute ausgerechnet hier anzutreffen! Ich dachte mir nämlich: Wie um alles in der Welt wird der Kerl denn bis morgen den weiten Weg bis Ashdod schaffen?"

(Quelle: unbekannt)


Ein junger Pfarrer ist dafür bekannt, dass er - vornehm formuliert – sehr zügig Auto fährt. Als er eines Sonntags auf dem Weg zur Messfeier in einer Filialgemeinde 500 m vor der Kirche eine ältere Dame sieht, will er ihr behilflich sein: „Steigen Sie ein, ich nehme Sie gerne mit zum lieben Gott!“ – „Ach nein“, erwidert diese, „offen gestanden fühle ich mich in Ihrem Auto schon zu sehr in seiner Nähe…!“


Eine Pfarrgemeinde hat sich zu einer Missionswoche entschlossen, um den Glaubensschwung in der Pfarrei zu erneuern. Ein Pater ist als Referent auf einem Plakat an der Kirchentüre angekündigt. Sein Thema steht in großer Schrift da und soll die Leute wachrütteln: „Weißt du, was Höllenqualen sind?“

Ein aufmerksamer Kirchenbesucher hat darunter gekritzelt: „Klar doch, ich habe unseren Kirchenchor schon gehört!“


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