Das ist für die meisten eine harte Herausforderung. Einen Tages-
marsch durch die Hitze, zu Fuß über holprige und steile Bergwege von Jerusalem etwa 1200 Höhenmeter bergab in die Tiefebene des Jordans. Eine schweißtreibende Angelegenheit!
Jeder, der sich auf den mühsamen Weg macht, muss eine harte Übernachtung in der Wüste einkalkulieren. Ebenso hart aber ist die Predigt des Johannes, denn der redet Klartext über die Sünden und die Notwendigkeit der persönlichen Umkehr.
Eigentlich ist das doch eine Zumutung! Anstatt dass einer zu den vielen kommt, müssen die vielen Menschen sich alle in einer verlassenen Gegend abquälen, um sich dann auch noch jede Menge harte Worte anhören zu müssen.
Warum macht Johannes das? Warum macht er es ihnen so schwer?
Irgendwelche Star-Allüren hat Johannes ja nicht gerade.
Im Gegenteil: Er betont im heutigen Bibeltext ganz demütig, dass er, der den Menschen doch so großartig vorkommt, sich noch nicht einmal wert fühlt, Jesus die Schuhe aufzuschnüren, was eigentlich die Arbeit von Dienern war. Daran kann es also nicht liegen, dass er seinen Zuhörern solche Strapazen abverlangt.
Sicher ist Johannes ein sehr guter Menschenkenner.
Er kennt die guten Vorsätze, aber er kennt auch die Verlockungen und die Schwäche. Wie viele gute Vorsätze wurden schon gefasst und anderntags wieder fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel!
Wir alle kennen das leider nur zu gut.
Wenn die Menschen von Johannes etwas lernen wollen, dann müssen sie sich konkret aufrappeln aus ihrer Routine und Bequemlichkeit. Eine Redewendung sagt es schon: Aller Anfang ist schwer!
Das gilt nicht nur für das Erlernen eines Instrumentes oder für das Erlernen von Lesen und Schreiben, sondern auch für Buße und Umkehr. Wer zu Johannes dem Täufer will, der muss sich einen Ruck geben und konkrete Schritte tun, viele konkrete Schritte. Nur wer die richtigen Schritte tut, der kommt auch ans gewünschte Ziel. Nur wer diese Schritte auf Johannes zu auch wirklich tut, der beweist damit seine Bereitschaft, die Wege der Alltagsroutine zu verlassen.
Sein Leben zu hinterfragen, Sünden einzugestehen und zur Umkehr bereit zu sein – das kostet Zeit, Mut und Kraft. Aber darum geht es Johannes dem Täufer: Wirkliche Umkehr geht nicht so nebenbei. Das geht auch nicht mit der Fernbedienung wie beim Fernseher. Du musst dich schon ganz konkret auf den Weg machen.
Und genau das machen die Menschen, die in Scharen zu Johannes kommen. Sie haben sich bewegt, da ist in ihnen etwas in Bewegung geraten.
Johannes nennt die Sünde beim Namen. Er redet nicht um den heißen Brei herum. Er rüttelt am Gewissen der Menschen. Und die sind zwar erschöpft von der Wanderung, aber hellwach im Kopf. Nach der Predigt des Johannes sehen sie ihr Fehlverhalten Gott und den Mitmenschen gegenüber klar vor Augen. Sie schieben nichts auf ihre schlimme Kindheit, auf die anderen, auf die Gesellschaft, auf die Politik oder was auch immer.
Nein, sie bekennen ihre Sünden, sie bereuen und sie wollen umkehren. Die Taufe im Jordan ist da die logische Konsequenz und ebenso konkret wie ihr Weg zu Johannes. Leibhaftig untergetaucht werden sie, und wie zu neuem Leben erweckt tauchen sie wieder aus dem Wasser auf.
Die Taufe bekräftigt nochmals ihren festen Willen zur Buße und Umkehr. Durch die Ankündigung des Johannes ist ihnen die Sicht frei geworden auf den kommenden Erlöser, den Messias. Der Räumdienst des Johannes hat in ihren Herzen den Weg frei gemacht für die Sehnsucht auf den Heiland.
Als Verwandelte kehren sie zurück in ihren Alltag.
Johannes versteht sich nur als Bote, als Herold des kommenden Königs.
Er hat nur eine einzige Nachricht zu überbringen: Der Herr ist unterwegs zu euch! Bereitet euch darauf vor! Macht die Straßen für ihn eben, sodass er bei euch beste Bedingungen vorfindet, um zu euch zu gelangen. Räumt allen Unrat und alle Stolperfallen aus dem Weg und schmückt die Straßen, wie es dem kommenden Herrn und König gebührt!
Denkt dabei aber nicht nur an euch, sondern seid auch Räumdienst für andere, in deren Herzen noch mehr als nur der Winter hereingebrochen ist. Seid adventliche Menschen, denen man die Sehnsucht nach dem Herrn anmerkt!
Heute feiern wir schon den zweiten Adventssonntag. Die Zeit vergeht, und das Fest der Geburt des Herrn nähert sich. Viele Festtagsvorbereitungen sind schon getroffen oder stehen demnächst an. Geschenke werden ausgewählt, Einladungen und Grüße verschickt, leckeres Essen geplant und vieles mehr. Vieles ist uns zur Routine geworden. Alle Jahre wieder kommt das Christuskind, heißt es so schön in einem Lied.
Alles wie immer? Darin steckt eine große Gefahr, nämlich die, dass Weihnachten zu einer gefühlvollen Folklore-Veranstaltung verkommt. Nichts gegen ergreifende Weihnachtsstimmung – ganz im Gegenteil! Lassen wir uns wirklich ergreifen!
Machen wir es nicht wie bei dem berühmten Sketch, der an Silvester gerne gezeigt wird, „Dinner for One“: Jedes Jahr beim Geburtstagsessen der alten Dame dieselbe Prozedur, über die man sich köstlich amüsieren kann.
Weihnachten allerdings sollte nicht zur Lachnummer werden.
Gott meint es wirklich ernst. Sein Sohn wird nicht mal so zum Spaß als Menschenkind geboren. Er ist für jeden von uns geboren und will jedem von uns persönlich Heiland sein.
Der Dichter und Mystiker Angelus Silesius formulierte es im Jahre 1674 in einem Vers ganz drastisch: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir,
du wärest ewiglich verloren!“
Jesus will nicht nur in der Krippe ankommen, sondern auch in unserem Herzen. Er will geistig in jedem von uns ankommen, will von uns an- und aufgenommen werden. Erst dann ist wirklich Weihnachten.
In Asien erzählt man gerne eine Geschichte, wie man Affen fängt. Für den neugierigen Kerl legt man eine saftige Frucht in einen Krug mit einem engen Hals. Wenn der Affe kommt, langt er mit der Hand in den Krug hinein und ergreift die Frucht. Doch er kommt nicht mehr hinaus, denn in seiner Gier hält er die Frucht in seiner Faust umklammert und passt so nicht mehr durch den engen Hals. Nur loslassen müsste er, aber das bringt er nicht fertig. Was er hat, das will er nicht mehr abgeben.
Auch Ballonfahrer wissen es: Wenn man zu viel Ballast mitführt, kann man nicht genug Höhe gewinnen oder sogar gefährlich an Höhe verlieren. Wer jedoch im richtigen Moment genug Ballast abwirft, der ist gerettet, weil er an Höhe gewinnt.
Und da sind wir zum guten Schluss wieder bei Johannes dem Täufer. Er sagt: Worauf wartest du? Der richtige Moment, der ist jetzt, und nicht morgen oder übermorgen! Schau gut hin, was du als Ballast abwerfen kannst, und dann heiße deinen Herrn von Herzen willkommen!
Familiengottesdienst: Wir machen Platz für Jesus
Meine Gedanken zum 2.Advent 2007
Katharinenkloster am Sinai
Initiative Friedenslicht aus Bethlehem
Texte für Früh- und Spätschichten (BDKJ Speyer, pdf)
Predigtsspiele, Weihnachtsgeschichten…
online-Adventskalender der bayerischen Bistümer
Meine Nikolaus-Linktipps
Biblische Advents-Impulse per E-Mail
online-Adventskalender von “theology.de”
Meine aktuellen Buchtipps / Geschenkideen
Bei Familie Müller ist eine Austausch-Schülerin aus Italien eingetroffen. Die resolute Mama sorgt sofort am ersten Tag für die nötige Klarheit: „Damit du Bescheid weißt – wir alle sind Vegetarier. Ich hoffe sehr, dass wir dich mit der Zeit auch dafür gewinnen können!“
Die 14-jährige Rosa schluckt mal kräftig, doch dann erwidert sie tapfer: „Niemals! Ich bin und bleibe katholisch!“
Bedauerlicher trinkt Kurt immer wieder kräftig einen über den Durst. Es ist im ganzen Dorf bekannt, dass er dann fast bis zum Umfallen zecht.
Dementsprechend groß ist die Erleichterung des Pfarrers, als er Kurt nach Jahrzehnten endlich mal wieder unter den Besuchern der Frühmesse entdeckt.
Als er Kurt am nächsten Tag zufällig beim Bäcker trifft, spricht er ihn an, um ihm seine Anerkennung dafür auszudrücken.
Die Antwort fällt knapp aus: „Aha, in der Kirche war ich also auch noch…!“
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