Da sind nicht mehr zwei, die sich nun zu einer Firma zusammengetan haben, um jeder für sich dadurch möglichst viel Nutzen und Steuer-Erstattung herausholen zu können. Nein, mit der Eheschließung ist etwas ganz Neues geschaffen wurden.Es ist etwas Einzigartiges, dieser Ehebund. Der erinnert sogar an den Bund, den Gott mit seinem Volk Israel schloss. Ewige Treue hat er seinem Volk versprochen, doch das Volk brach immer wieder den Bund, so wie eine Ehe gebrochen wird, wenn man sich vom Partner abwendet und sich für andere Beziehungen interessiert.
Die beiden Ehepartner sind nach Gottes Willen also eins. Sie haben sich die Treue „in guten und in bösen Tagen“ versprochen und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Das ist ganz gewiss nicht immer einfach. Da gibt es nicht nur Höhen, sondern auch viele Tiefen. Da gibt es Tränen, und da gibt es bei den meisten auch lange Durststrecken. Mit diesen Durststrecken ist es wie beim Marsch durch Wüste: wer da aufgibt, der hat gleich verloren. Wer aber kämpft wie ein Marathonläufer und bei den kritischen Kilometern den inneren Schweinehund überwindet, der erreicht das Ziel.
Nett gesagt, mag mancher denken, aber manche Wüste im Leben ist leider länger und lebensfeindlicher als ein Prediger auch nur ahnt. Dies läuft auf den Spruch hinaus, dass die Priester ja sowieso keine Ahnung haben und sich deshalb in Sachen Eheberatung lieber ganz zurückhalten sollten. Hier mische sich die Kirche sowieso in Dinge ein, die sie nichts angingen, argumentiert man gerne.
Das ist natürlich ein weites Feld, aber so viel kann man hier in der gebotenen Kürze doch klar-stellen:
Jede Krise, auch die Ehe in der Krise, kann Helfer in der Not gut gebrauchen. Sie sind wie Blut-
spender, die einen Organismus mit ihrer Spende am Leben halten und neu anregen. Wenn das Argument wirklich stichhaltig sein soll, dass lebenserfahrene Priester da nichts mitzureden haben, dann dürfte es konse-
quenterweise z.B. auch keine männlichen Frauenärzte geben, denn wer von denen hat schon mal selbst ein Kind geboren?
Die Kirche verkündet ohnehin nicht die private Meinung des jeweiligen Seelsorgers, sondern die Worte Jesu. Wenn man diese Worte Jesu als Einmischung in sein Leben betrachtet statt als liebende Hilfestellung Gottes, dann ist man ohnehin auf dem falschen Dampfer.
Jesus sagt klipp und klar: „Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“
Hier also nähern wir uns dem Kernpunkt im katholischen Eheverständnis. Die beiden Ehepartner sind eben nicht einfach so zufällig durch Unachtsamkeit zusammen-
gestoßen wie bei einem ärgerlichen Autounfall. Wir Katholiken verstehen durch die klaren Aussagen Jesu, dass Gott selbst es ist, der diese beiden Menschen als wirkliche Partner verbunden hat. Sie versprechen sich die Ehe im Angesicht Gottes, weil Gott diese Verbindung so will.
Daran sollte man erst recht dann denken, wenn es mal wieder etwas kriselt. Wie wäre es mit einem Blick auf den Partner und mit einem Zeigefinger nach oben: „Schatz, denk daran, wir sind zu dritt…!“
Die Ehe ist eben nicht „ein weltlich Ding“, wie Martin Luther meinte. Wenn wir kirchlich heiraten, dann tun wir das ja gerade, um diese Beziehung ausdrücklich vor Gott einzugehen, und das ohne Kassenbon mit Umtausch-
garantie.
Wissen-schaftliche Arbeiten in Amerika haben sich auch mit der Wahr-
scheinlichkeit von Schei-
dungen beschäftigt. Während das Risiko, geschieden zu werden, beim Durchschnitts-Amerikaner bei fast 50 % liegt, sind es bei regelmäßigen Besuchern der Heiligen Messe nur noch 10 % und bei Ehepaaren, die miteinander beten, nur noch 0,2 Prozent Scheidungs-Risiko.
Das bestätigt, was längst vermutet wurde: Paare, die den Glauben wirklich gemeinsam leben, die gewissermaßen Gott mit in ihr Boot holen und ihm die Führung anvertrauen, die haben bei einem Seesturm die besten Chancen, eben nicht zu kentern.
Die Ehe zweier liebender Partner ist für Gott der Normalfall, denn der Mensch ist als Mann oder Frau geschaffen und die gegenseitige Ergänzung und Unterstützung in der Ehe ist im Schöpfungsplan so vorgesehen. Doch wir sind schwache und sündige Menschen. Die Ehe, die eigentlich ein Hafen des Vertrauens und des Glücks sein sollte, kann auch zum Sturmtief werden und Zerstörung bringen. Da denken die Menschen schnell, man könne doch Unglück und Qual vermeiden, indem man eine Beziehung scheidet, der man nun wirklich nicht mehr anmerkt, dass dieser Bund Gottes Wille ist.
Sicher gibt es sie, diese tragischen Beziehungen, bei denen alle Wiederbelebungsversuche vergeblich sind – das Herz dieser Ehe hat einfach aufgehört zu schlagen. Die seelsorgerliche und menschliche Erfahrung zeigt jedoch, dass der Notausgang eher benutzt wird, wenn er einladend offensteht. Während man früher viel mehr aufeinander angewiesen war und daher die Scheidungs-
rate sehr gering war, ist das wirtschaftliche Risiko heute deutlich geringer.
Scheiden tut zwar immer weh, aber heute ist in der Regel kein finanzielles Fiasko zu befürchten. So fällt es naturgemäß leichter, die An-strengungen zum Gespräch, zur Versöhnung, zur Reparatur der Beziehung schneller zu beenden.
Wir leben in einer Wegwerf-Kultur, bei der das Reparieren in vielen Fällen als nicht mehr lohnend angesehen wird. Eine neue Hose ist meist billiger als das Flicken bei bei einem Schneider. Und bei einem defekten Elektro-Gerät ist manchmal die Reparatur teurer als eine Neuanschaffung.
Gott denkt nicht in diesen Wegwerf-Kategorien. Jeder Mensch ist kostbar und einmalig, und jede Ehe ist das auch. Die Trennung ist bei Gott kein Thema, wohl aber die Treue.
Im heutigen Evangelium sagt Jesus ganz eindringlich: „Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ - Eigentlich heißt es im griechischen Urtext noch schärfer: „Was Gott zusammengefügt hat, (das) trenne der Mensch nicht!“
Das ist keine Empfehlung, sondern eine Anweisung mit Ausrufezeichen! Die Ehe steht aus der Sicht Gottes also nicht zur menschlichen Disposition. Sie ist unseren Ansichten, Launen und auch unseren Paragraphen entzogen.
Wer das weiß, kann die katholische Einstellung zum Thema Scheidung und Wiederheirat sicher besser nachvollziehen. Und wenn es wirklich trotz bestem Willen einfach nicht geht? Wenn die Ehe für die Partner und für die Kinder nur noch Qual ist?
Ja, das gibt es. Das hat sich auch in der Kirche schon herum-gesprochen.
Es stellt sich dann erst einmal die Frage, woran es liegen kann, dass diese Ehe nicht besser ist.
Es stellen sich einige Fragen. So zum Beispiel die, ob das Paar im Laufe der Jahre auch wirklich daran gedacht hat, dass Liebe auch so etwas wie ein nachwachsender Rohstoff ist, und was für einer!
Es reicht eben nicht, ineinander verliebt zu sein und die Augen vor handfesten Problemen zu verschließen. Hat sich das Paar wirklich genug Zeit füreinander genommen, auch für das Gespräch?
Es gibt eine Menge Fragen, und schließlich kann es sein, dass die Voraussetzungen für diese Ehe einfach nicht gestimmt haben. Auch darum sagt die Kirche: Ihr Eheleute, wendet euch an einen Seelsorger eures Vertrauens, bis hin zur Möglichkeit, nach reiflicher Überlegung die Gültigkeit der katholischen Eheschließung vor einem kirchlichen Ehe-Gericht prüfen zu lassen. Niemand in der Kirche will Menschen als Sklaven in einem Käfig halten.
Es gibt leider auch Ehen, die sind keine und die waren nie welche.
Erstaunlich, dass das heutige Evangelium mit einem ganzen anderen Thema endet. Da werden Kinder zu Jesus gebracht, damit er sie segnet. Die Jünger aber fürchten um ihre Ruhe und weisen die Bittsteller sehr energisch ab. Dafür kassieren sie von Jesus sofort einen Rüffel:
„Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“
Da mag man sich wundern:Was hat das denn mit unserem heutigen Thema zu tun?
Ist da in der Bibel etwas durcheinander geraten? Nein, keineswegs. Die Kinder haben einige Eigenschaften, die für eine gute Ehe so lebens-
notwendig sind wie für unseren Körper das „automatische“ Ein- und Ausatmen oder das Pumpen und Pausieren des Herzmuskels, und das im richtigen, gleichmäßigen Rhythmus und sogar im Schlaf.
Die Kinder haben Vertrauen und sie sind dankbar. Schon allein diese beiden von vielen Eigenschaften machen eine kindliche Haltung für das Himmelreich geeignet, und auch geeignet für die Ehe.
Gerade heute, wo in den meisten Pfarreien Erntedank gefeiert wird, wo Dank gesagt wird für eine gute Ernte,
die uns ein Leben ohne Hunger sichert, gerade heute sind Vertrauen und Dank so ein wichtiges Thema.
Ohne Vertrauen ist eine Ehe nur ein Kampfplatz für Hobby-Spione. Ohne Dank ist eine Ehe nur eine Lebens-
abschnitts-Gemeinschaft, in der man gemeinsam einsam ist.
Heute ist nicht nur Erntedank! Die Eheleute werden auch an das Lebens-Elixir, an die Stärkung durch den Dank erinnert. Danke für diesen lieben Menschen, den Gott mir als Partner anvertraut hat! Danke für viel Geduld, für viel Verständnis, für das Ertragen des nicht immer einfachen Anders-Seins!
Danke, lieber Gott, für jeden Atemzug, für jeden Herz-
schlag, für jedes Lächeln, für jede Umarmung und für jedes liebe Wort!
Und wenn es wieder einmal im Getriebe der Ehe knirscht? Sie wissen ja: Wie wäre es mit einem Blick auf den Partner und mit einem Zeigefinger nach oben:
„Schatz, denk daran, wir sind zu dritt…!“
Herzlichen Dank allen Lesern, die mir interessante Tipps übermitteln!Vier Predigten der Karl-Leisner-Jugend: „Was Gott verbunden hat…“ >> BITTE KLICKEN !
Dr. Nikolaus Wandinger: „Nur weil ihr so hartherzig seid“ (Predigt) >> BITTE KLICKEN !
P. Dr. Karl Wallner: „Ehe und Familie im Licht der Bibel“ (Vortrag) >> BITTE KLICKEN !
Infos zum kirchlichen Ehenichtigkeits-Verfahren, Buchtipp
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Prof. Dr. A. Loretan: Vortrag (31 S./pdf) „Das Sakrament der Ehe: Theologische und kirchenrechtliche Fragen“ -
Am Schluss (S. 30/31): Fragen für das Traugespräch
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Ideenbörse „Kinder und Kirche begegnen sich“ (pdf)
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Checkliste zur Ausstattung einer kinderfreundlichen Kirche (pdf) >> BITTE KLICKEN !
Ideen und Modelle für Kindergottesdienste
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Fernsehsender K-TV, Programmbeispiel Freitag, 2.Okt.: z.B. live mitbeten beim Rosenkranz >> BITTE KLICKEN !
ab 24. Sept. in den Kinos: „Vision – aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ >> BITTE KLICKEN !
Interessantes Kirchenquiz bei „diomira.de“
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Was der Papst jedem Priester sagen würde
(Video 3:29 min) >> BITTE KLICKEN !
ERNTEDANK:
St. Michael, Stuttg.-Sillenbuch: Predigt zu Erntedank
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Erntedankpredigt Diakon Josef Lengauer
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Kath.Landvolkbewegung: Gottesdienstvorschlag Erntedank – Klimaschutz (19 S./pdf)
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Hinweis für die Männer
Ein Pfarrer hatte folgendes Plakat an seine Kirchentür gehängt, um laue Männer als Kirchgänger zu ermuntern: „Beim ersten Mal hat Ihre Mutter Sie hierher gebracht, später Ihre zukünftige Frau. Eines Tages werden Ihre Freunde Sie trauernd hierher geleiten. Versuchen Sie doch auch mal, von alleine zu kommen!“
Männerfeindlicher Witz
Warum wanderte das Volk Israel unter der Führung des Mose 40 Jahre lang durch die Wüste? - Ist doch klar: Weil Männer sich genieren, unterwegs nach dem richtigen Weg zu fragen!
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