01.12.2009

2. Adventssonntag C - 06.12.2009

(Fortsetzung)

So, wie es um unsere Herzen steht, ähnelt das oft genug einer Einöde, einer Wüstenland-
schaft. So vieles ist verdorrt, ist in der lebens- und gottfeindlichen modernen Umwelt eingetrocknet und zerstört. - Johannes weiß dies, und er weiß auch ein Mittel dagegen, ein Mittel, damit Gott bei uns Konjunktur hat.
Mit diesem Konjunkturprogramm zur Ankurbelung unserer Gottesbeziehung will er uns aufrütteln: Bereitet bei euch persönlich den Weg vor für den kommenden Herrn! Räumt alles aus dem Weg, was dabei zum gefährlichen Hindernis wird!

Die Straße, auf der unser Herr zu uns kommen will, soll ganz eben sein, ohne Schluchten, ohne Täler, ohne Berge.
Alles soll schnurgerade und auf einer neuen Fahrbahn sein, damit der Herr ohne Umleitung und ohne Stau geradewegs auf uns zukommen kann. Soll das nun etwa heißen, dass Gottes Ankunft bei seinem Volk von uns, von mir abhängig ist?
Das ganz sicher nicht, denn es heißt schließlich im Evangelium:
„Und alle Menschen werden das Heil sehen…“
Johannes weiß es: Der Retter steht unmittel-
bar bevor, er wird kommen, weil Gott es so beschlossen hat. Er wird kommen; die Frage ist nur, ob er auch zu mir und zu Ihnen ins Herz hinein kommt.

So wie es aussieht, stehen da noch viele Bauarbeiten an, mahnt uns Johannes. Da müssen wir noch etliche Erdbewegungen bei uns selbst erledigen. Da muss so mancher Berg noch abgetragen werden, damit der Weg in unsere Herzen frei ist.
Berge, die im Wege sind, gibt es mehr als genug. Ganze Berge von Hochmut, ganze Berge von Eitelkeit und von Egoismus, ganze Berge von Unversöhnlichkeit, von Neid, von Zorn, von furchtbar Wichtigem und von allem, was sich so bei uns aufgetürmt hat, stehen in unserem Herzen der Ankunft des Herrn noch im Wege.
Da gibt es nicht nur bergeweise schmutzige Wäsche, sondern berge- weise mehr oder weniger verschmutzte Herzen. Es gibt eben nicht nur die Schuldenberge, sondern auch die Schuld-
berge, die uns zu schaffen und das Herz so schwer machen. Tragen wir sie ab, all diese Berge – dazu lädt uns der Advent als Zeit der Vorbereitung und Buße ein.

Um dem Herrn eine Straße in unser Herz zu bauen, soll auch jede Schlucht, jedes Tal aufgefüllt werden, heißt es im Evange-
lium. Solche Täler kennen wir nur zu gut. Es gibt genug solcher finsteren Schluchten in unserem Leben, genug dunkle Winkel, in die das Licht Gottes noch nicht genügend hereinflutet, weil wir uns dagegen sperren.

Johannes lebt in der Wüste, nicht in der bequemen Hauptstadt. Er hat es selbst leibhaftig erfahren, was Gottes Wort bewirken kann. Johannes weiß es und sagt es uns allen weiter:
Gott kommt, mitten hinein in die Einöden und Finsternisse dieser Welt. Alle die aufgezählten Machthaber dieser Welt haben nicht wirklich das Sagen, denn Gott allein ist der wirkliche Herr und kann jede Wüste zum Leben bringen, auch die unsere.

Aber dazu können und sollen wir auch durch unsere adventlichen Straßenbau-
maßnahmen beitragen.
Füllen wir unsere Abgründe auf, tragen wir unsere aufgehäuften Berge ab und geben wir dem kommenden Herrn eine gute Straße, um unser Herz zu erreichen. Jetzt ist die Zeit, jetzt ist Advent – jetzt gilt es, sich auf den kommenden Herrn vorzubereiten!

Machen wir es nicht so wie in dem Witz, bei dem ein Mann Gott immer wieder anfleht: „Lieber Gott, lass mich doch endlich im Lotto gewinnen!“ –
So geht das immer wieder, monatelang, jahrelang, und der Mann wird immer enttäuschter über Gott. Als es wieder einmal so weit ist, dass er nicht gewonnen hat und er deshalb Gott ganz herzzerreißend sein Leid klagt, da reicht es Gott. Er ant-
wortet dem Unglücklichen: „Tu mir bitte einen Gefallen und gib mir eine Chance - gib endlich mal deinen Lottoschein ab…!“

Kurzanleitung: Wie man selbst die aktuelle Ausgabe des Predigtgartens als pdf im Internet herunterladen kann
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Exegetisch-theolog. Kommentar zum Evangelium Lk 3,1-6 (5 S./pdf) >> BITTE KLICKEN !

Marie-Louise Gubler: „Die Zeit des Wegbereiters“
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„Räumdienst“ – Meine Gedanken zum 2. Advent B 2008
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Predigtspiele und Weihnachtsgeschichten
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Biblische Impulse im Advent, auch als tägliche E-Mail
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Online-Adventskalender von „theology.de“
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Bibelgespräche im Advent (Diözese Rottenburg-Stuttg. 2006 / pdf) >> BITTE KLICKEN !

Straßenbau in Afghanistan >> BITTE KLICKEN !


Tapfer: Der Küster an der Universitätskirche zu Cambridge beging sein 50-jähriges Amtsjubiläum. In seinen Dankesworten für die Glückwünsche bemerkte er: „Ich muss für viele Dinge dankbar sein. Vor allem für dies: in diesen 50 Jahren habe ich jede Predigt in dieser Kirche gehört und bin doch immer noch Christ!“

Zumutung: Polizist zu einem Mann, der gerade vor einer Gaststätte mit auffällig wankendem Gang auf sein Auto zugeht: „Mein Herr, in Ihrem Zustand heisst es doch wohl: Hände weg vom Steuer!"
Der Autofahrer erwidert: „Was? Wenn ich getrunken habe, soll ich auch noch freihändig fahren?"

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