12.04.2010

3. Sonntag der Osterzeit C - 18.4.2010

(Fortsetzung)
Da werden sie sich wie so mancher Christ heute gefragt haben,
was sie bloß falsch gemacht haben. Egal, wie sehr sie sich auch angestrengt haben: das Ergebnis ist niederschmetternd!
Als der Morgen dämmerte, näherten sie sich dem Ufer. Feierabend! Da stand der auferstandene Jesus, den sie aber ganz offensichtlich nicht erkannten. Seine Frage brachte sie in arge Verlegenheit:
„Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen?“

Es war eine Frage der Ehre und der Gastfreundschaft, dass man zu essen gab, wenn man darum gebeten wurde, zumal sie ja eigentlich genug Fisch haben müssten. Ihre Antwort fiel dement-
sprechend denkbar knapp und genervt aus: „Nein.“
Wir hören es förmlich knistern bei diesem Eingeständnis des eigenen Unvermögens, bei dieser Blamage dem Fremden gegenüber. Ihr Schiff war noch leerer als so manches Kirchenschiff heute…

Doch es kam noch heftiger für sie. Der unerkannte Jesus gab den tüchtigen Handwerkern einen seltsamen Ratschlag: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen.“
Fischfang bei Tag – das hatte es noch nie gegeben! Wenn das die Kollegen sehen würden, wäre die Blamage komplett. Dieser Tipp war nach aller bisherigen Erfahrung so absurd wie der Ratschlag, bei einem Hausbau mit dem Dach anzufangen!
Doch die Jünger waren so deprimiert über ihr berufliches Versagen, dass sie sogar bereit waren, gegen alle Lebenserfahrung zu handeln. Sie dachten sich offenbar, dass jetzt eh’ alles egal war.
Noch schlimmer konnte es ja nicht kommen…! Und irgendwie hatte der Fremde etwas Faszinierendes an sich…

Wir kennen den Ausgang dieses Experimentes: Bei dieser Fahrt wurde der Fang so gewaltig groß, dass sie Probleme hatten, das Netz einzuholen. Es war einfach gegen jede Vernunft! So allmählich dämmerte es ihnen, wer es war, der ihnen diesen unglaublichen Rat gegeben hatte. Und wieder zeigte sich Petrus, wie wir ihn kennen: Als sie in Ufernähe waren, konnte er es nicht abwarten, sondern sprang in den See, um schneller bei Jesus zu sein!

Als sie an Land gingen, wartete die nächste Überraschung auf sie: Jesus hatte ein Feuer gemacht, und über den
Flammen garten gerade Fisch und frisches Brot. Fisch und Brot! Und beides wie aus dem Nichts und für alle! - Da dachten die Jünger und denken wir heute natürlich auch an die wunderbare Brot-
vermehrung mit der Speisung der 5000 (an sie erinnert das welt-
berühmte Bodenmosaik in der Kirche von Tabgha).
Nun gab es also ein überraschendes Frühstück bei Jesus, ergänzt durch weitere Fische aus dem frischen Fang. Uns fällt natürlich sofort auf, dass es Jesus selbst ist, der auch hier Brot und Fisch an seine eingeladenen Frühstücksgäste verteilt. Jesus ist der immer wieder überraschende Gastgeber!
Die Jünger Jesu haben im heutigen Evangelium wieder einmal etwas dazugelernt, und zwar auf sehr handfeste Art und Weise: Du kannst dich abplagen, so viel du willst und kannst. Immer wieder wird es solche Situationen geben, wo das Netz deines Lebens einfach absolut leer bleibt. Du stehst mit leeren Händen da, obwohl du dich doch so bemüht hast! -
Wir kennen das, und wir sollten daraus lernen, was auch die Jünger damals für sich daraus gelernt haben: Wir dürfen uns nicht auf unser Wissen und Können allein verlassen! Jesus ist es, auf den wir hören sollen, auch und gerade dann, wenn wir enttäuscht worden sind.
Mit ihm ist immer ein Neuanfang möglich.
Als Christen, die Jesus nachfolgen wollen, dürfen wir nicht den Fehler machen, uns in unserem Einsatz für Gott und die Welt nur auf unsere eigenen Fähigkeiten und unsere eingefahrenen Denkmuster zu verlassen. Vielmehr sollten wir uns ganz auf Jesus hin ausrichten.

Also nicht, wie wir denken, sondern wie
er denkt! Er hat schon längst für uns vor-
gesorgt, während wir noch weit vom Ufer entfernt sind. Wenn wir ihm unverkrampft und ohne unsere tausend „Aber“-Argumente folgen und uns von ihm immer wieder überraschen lassen, werden wir für unser Leben und für die Kirche auch einen guten Fang einbringen.
153 Fische waren es, mit denen laut dem heutigen Evangelium das Netz gefüllt war. Die Zahl fällt auf, denn zum einen wird damals niemand den Fang schon im geschlossenen Netz gezählt haben (das geschah immer beim Verladen für den Verkauf), zum anderen ist 153 eine symbolische Zahl aus 3 x 3 x 17, was in der Zahlen-
symbolik der Bibel absolute Vollkommenheit bedeutet.

Außerdem nahm man damals an, es gäbe 153 verschiedene Völker auf der Erde. So sagt uns das Evangelium an dieser Stelle auch: Mach dir nicht immer nur Sorgen um Misserfolge bei deinen Anstrengungen! Sieh doch mal genau hin! Wenn du dich auf Jesus wirklich einlässt und tust, was er dir sagt, wird letztlich alles gut, wird alles vollkommen, wird alles letztlich so, wie der Herr es haben will.

Am Schluss des heutigen Evangeliums geschieht noch etwas ganz Merkwürdiges: Jesus bittet Petrus gleich dreimal um eine Antwort, um eine ganz besondere Antwort, nämlich um eine Liebeserklärung. Das geht einem so richtig unter die Haut, wenn Jesus dreimal fragt: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ - Als Bibelleser und Kirchgänger wissen wir natürlich nur zu gut, dass es ausgerechnet Petrus war, der Jesus kurz vor dessen Kreuzigung gleich dreimal verraten hatte.
„Ich kenne diesen Menschen nicht“ (vgl. Mk 14, 66-72), verleug-
nete Petrus in seiner Todesangst seinen Herrn, als er im Hof des Hohenpriesters als Jünger Jesu erkannt worden war.
Solch ein grob undankbares Verhalten wäre normalerweise das Ende jeder Freundschaft oder das Ende jeder beruflichen Karriere. Da wäre ganz klar eine fristlose Kündigung fällig. Der Mann ist einfach untragbar, würde man argumentieren. – Jesus sieht das offenbar anders. Jesus sieht nicht nur die Angst und das so peinliche Versagen des Petrus. Jesus sieht auch, wie sehr Petrus seine Feigheit bereut und wie temperamentvoll er heute sogar in Ufernähe in den See sprang, nur um schneller bei Jesus zu sein. Jesus will das Bekenntnis; er will, das Petrus ganz klar sagt, wie er zu Jesus als seinem Herrn steht. Er traut ihm doch tatsächlich zu, die Herde Jesu auf Erden eine Zeitlang zu führen. Wir Menschen neigen leicht dazu, erst einmal auf die Schwächen und Fehler zu sehen, bei uns selbst und bei unseren Mitmenschen.
Woran wir zu wenig denken, das ist die Barmherzigkeit Gottes. Lassen wir uns vom heutigen Evangelium und der Frage Jesu an Petrus anstecken: „…Liebst du mich?“ - Das ist die Frage, die Jesus vor allem bewegt. Das ist die Frage, und nicht die, wie viele Misserfolge wir gehabt haben.

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Der Arzt sagt zu Rudi: „Trinken Sie mal 4 Wochen nur halb so viel Alkohol, dann sehen wir, ob sich Ihre Krankheit bessert." -
„Könnte ich nicht lieber 4 Wochen lang doppelt so viel Alkohol trinken und wir sehen dann, ob meine Krankheit sich verschlimmert?"

Zwei Psycho-Analytiker gehen im Park an einem See spazieren.
Ein Mann im See rudert wie wild mit den Armen und ruft um Hilfe.
Die Therapeuten gehen ungerührt weiter.

Der Mann ruft immer wieder verzweifelt: „Hilfe!“ - - Keine Reaktion!
Endlich ruft der Mann: „Hilfe, Hilfe, ich ertrinke doch!"
Meint der eine Analytiker zum andern: „Es wurde aber auch Zeit, dass er sein Problem erkennt!"

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