20.12.2010

Vorsicht vor Weihnachten !!!

(Fortsetzung)

Ebenso schlimm dran
sind jedoch Menschen ohne Familienanschluss.
So mancher Single, mancher Bewohner im Seniorenheim und so mancher frisch Geschiedene durchlebt gerade an Weihnachten eine schreckliche Zeit; ebenso diejenigen, die den noch zu frischen Tod eines geliebten Menschen zu verkraften haben.
Während einem im Fernsehen mit viel Gefühl eine heile Weih-
nachtswelt vorgeführt wird, sitzt man als Betroffener alleine da
und fühlt sich eigentlich nur noch verloren und vergessen. In den Festgottesdienst gehen und die vielen großen Familien ansehen müssen – soll man sich das wirklich antun?
So sind es leider viel zu viele Mitmenschen, für die das so wunderbare Fest der Freude und der Heilszusage Gottes eher etwas Bedrohliches und Deprimierendes hat. Gerade an solchen Tagen werden die Einsamen und die seelisch Verletzten mit aller Wucht an ihr persönliches Schicksal erinnert. „Lasst uns froh und munter sein“ – dazu ist man jetzt im Schmerz des Alleinseins wohl kaum in der geeigneten Verfassung. Wer es sich leisten kann, der flieht daher aus dieser unangenehmen Situation, im Regelfall mit einer Reise – Hauptsache, einfach nur weg!
Wenn wir überzeugten Christen uns jetzt unmittelbar auf das bevor-
stehende Fest der Menschwerdung Christi vorbereiten, sollten unsere Gedanken und Gebete auch unseren Mitmenschen gelten, die an diesem Fest leiden. Denen, für die Weihnachten regelmäßig zur familiären Beziehungskrise ausartet, kann man nur wünschen, dass sie ihre typischen Stress-Faktoren besser erkennen und dadurch reduzieren können. Diejenigen können z.B. lernen, wie es in ihrer Familie zu den typischen Konflikten kommt und wie man dem besser aus dem Wege geht. Dazu gehört vor allem die Senkung überzogener Erwartungen und das Reduzieren von als lästig empfundenen Verpflichtungen wie z.B. zu viele Besuche.
Dazu gehört aber auch, mit sich selbst pfleglich umzugehen.
Es kann einfach nur schiefgehen, wenn man zuviel isst und trinkt und dann auch noch auf den längst fälligen Spaziergang an der frischen Luft verzichtet.
Schwieriger ist es schon mit denen,
die Weihnachten zwangsweise alleine verbringen müssen. Wie sehr würde sich da so mancher über ein paar freundliche Kontakte, über ein nettes Gespräch oder gar über eine Einladung freuen! So gut und richtig es ist, an Weihnachten großzügig Geld für Menschen in Not zu spenden: wir sollten nicht vergessen, dass wir Christen noch viel Schöneres spenden können, nämlich unsere persönliche Zuwendung für einen konkreten Nächsten.
Hier ist es sicher auch für die Pfarrgemeinden Überlegungen wert, wie man gerade an Weihnachten die eigene Festfreude mit anderen teilen kann. Das Erstaunlichste ist dabei, dass im Nachhinein solche Gespräche und Einladungen oft genug gerade auch für die Gast-
geber zu einer unerwarteten Bereicherung und einem noch lebendigeren Weihnachtserleben geworden sind.
In diesem Sinne: Gesegnete, gnadenreiche Weihnachten!

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1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Gute Predigt, ist wahr, als Single kann Weihnachten schrecklich sein, aber auch eine Gelegenheit, darüber nachzudenken was man im Leben ändern könnte

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