gelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.“
Warum macht Jesus das? Warum verlangt er von seinen Jüngern jetzt striktes Stillschweigen? Er ist doch sonst immer daran interessiert, dass seine Frohe Botschaft viele Menschen erreicht?!
Der Grund Jesu ist leicht einsehbar. Wenn die Jünger jetzt Jesus lauthals als den Messias verkünden würden, könnte das zu einer Gefahr für seinen eigentlichen Auftrag werden. Das Volk sehnt sich nach einem Messias mit Macht und Pracht, wie Jesus es nicht sein will. Jesus ist nicht gekommen, um die Juden von den verhassten Römern zu befreien, und auch nicht, um allen möglichst viel Wohl-
stand zu bringen. Er will und darf sich nicht vereinnahmen und vom vor ihm liegenden Weg abbringen lassen.
Jesus schildert den Getreuen seinen bevorstehenden Leidensweg, um ihnen die Augen zu öffnen, gewissermaßen als Schock-Therapie. Er will verhindern, dass auch sie ihn gründlich miss-
verstehen. Seine Geschichte wird keine Erfolgsstory zur Erfüllung allzu menschlicher Wunschzettel.
Der Schluss des heutigen Evan-geliums nennt die Konsequenzen für jeden Einzelnen in aller Schärfe:
„Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.“ -
So etwas hört man nicht besonders gerne. Das klingt verdächtig nach Aufopferung, nach jeder Menge Scherereien, nach Unter-
drückung eigener Wünsche, nach viel Schmerz und Leid. Schauen wir also etwas genauer hin. Zuerst einmal: Bei Jesus gibt es nichts Kleingedrucktes , keine Abzocke und keine Abo-Falle. Jesus sagt klipp und klar, was Sache ist.
Im Original heißt es eigentlich nicht, „wer mein Jünger sein will“, sondern: „Will jemand hinter mir hergehen, dann..“ – Der Wille, die Entscheidung liegt immer bei uns. Wer sich entschieden hat, der soll wissen: Jünger Jesu zu sein, heißt, hinter ihm herzugehen. Das war damals ohnehin so üblich: Die Schüler eines Rabbis gingen stets in einer Reihe hinter ihm her, folgten ihm auf Schritt und Tritt.
Man brauchte sich über den richtigen Weg keine Gedanken zu machen, das war Sache des Rabbis. Er sorgte für die Seinen.
Wer als gläubiger Christ also hinter Jesus hergehen will, der muss sich keinen Kopf machen, wohindie Reise geht.
Er muss nur seinen Blick immer auf Jesus richten, der vorangeht. Er darf ihn nicht aus den Augen verlieren. Dann wird schon alles gut. – Doch was heißt dann „…der verleugne sich selbst“ ? – Soll ich etwa „Nein“ zu mir selbst sagen, zu dem, was meine Person ausmacht?
Das ist natürlich nicht gemeint. Das würde auch keinen Sinn machen. Jesus hat, als er sich die ersten Jünger ausgesucht hat, keine Nickmännchen gesucht. Das waren handfeste Leute, manchmal sicher auch kleine Dickschädel, wie das halt so ist.
Wir wissen z.B. aus der Bibel, welche Scherereien er etwa mit Petrus hatte, der ihn dreimal verleugnete. Nein, diejenigen, die Jesus nachfolgen wollen, sind keine Übermenschen, die sich nur von Weihwasser ernähren.
„Sich selbst verleugnen“ – damit ist etwas anderes gemeint als Duckmäusertum. Wenn Gott bloß Marionetten wollte, hätte er uns sicher anders erschaffen. „Sich verleugnen“ heißt: Nein sagen, sich weigern, wenn es um die egoistische Grundhaltung des Menschen und der Gesellschaft geht, die unsere Welt für einen großen Selbst-
bedienungsladen hält, ohne Rücksicht auf andere und auf Gott.
Dies erkennt man auch aus der Fortsetzung des Satzes: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ -
Wir Christen halten die Welt eben nicht für eine große Party, wo sich jeder selbst bedienen kann und sich das Leckerste vom Büffet herauspickt.Für den Jünger Jesu, der ihm nachfolgen will, gibt es keine Selbstbedienung. Auch das Kreuz, auch das Leiden, kannst du dir nicht einfach aussuchen, und wenn Gott das so eingerichtet hat, dann ist das sicher gut so.
Jeder hat eben sein Kreuz, sein spezielles Kreuz. Oft genug steht es ganz plötzlich vor einem, riesengroß und angsteinflößend.
Nie im Leben hätte man sich gerade dieses Kreuz ausgesucht. Jesus drückt sich ganz klar und unmissverständlich aus: Wenn du an mich glaubst, dann hat das für dich Konsequenzen. So wie ich mein Kreuz auf mich genommen habe, so wartet dein Kreuz auf dich. Nimm es an, nimm es auf die Schulter, da trägt es sich am besten. Nimm es täglich auf dich, und nicht nur dann, wenn du selbst es dir zutraust. Nimm es an, akzeptiere es, und frage nicht: Warum gerade ich? Warum muss das ausgerechnet mir passieren?
Jesus ermahnt die Seinen: Folgt meinem Rat. Wenn eure Lebenspläne schmerzhaft durchkreuzt werden, dann denkt daran, dass dies einfach mit dazugehört. Schließlich betet ihr doch auch im Vaterunser so oft: „Dein Wille geschehe…!“ – Also macht es als Christen nicht wie die anderen, die meinen, sie müssten selber den Chef spielen. Wenn ihr ständig danach Ausschau haltet, wie ihr im Leben am billigsten davonkommt, dann wird das nichts mit der Nachfolge. Dann könnt ihr das glatt vergessen. Wer so denkt, wer sein Leben schmerzfrei halten will, der muss letztlich alles ent-
sorgen, was sein Wohlbefinden stört. Wohin das führt, sieht man an einer Gesellschaft, die alles abtreibt, was den eigenen Erfolg und Wohlstand behindert, vom Baby bis zum alten Menschen, der allein im Krankenhaus in einer Abstellkammer stirbt.
Jesus sagt uns die Wahrheit auf den Kopf zu: Du entscheidest selbst, ob du mir gläubig folgen willst. Wenn du aber dazu „JA“ sagst, dann wirst du auch erfahren, dass das Leid dich nicht besiegen wird. Du bist auf meiner Seite, und ich bin bei dir. Keine Sorge – alles wird sich schon fügen. Ich gehe dir ja voran. Allerdings – damit dir das gelingt, musst du schon auf der Spur bleiben, auf der richtigen, auf meiner Spur.Lass dich vom Geschwätz dieser Welt nicht irre machen. Glaube den falschen Versprechungen nicht. Die handeln wie solche, die
eine Blinddarmentzündung mit einer Schmerztablette behandeln.
Mit solch einem Verhalten retten sie sich nicht, sondern sie zerstören in Wahrheit ihr Leben. Also komm hinter mich, lass dich wirklich auf mich ein, vertraue mir. Du wirst es nicht bereuen.
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Pfr. Werner Portugall: „Für wen halten mich die Leute?“ (pdf)
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Predigt Thomas Steiger: „Jesuanische Verwechslungen“
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Ein Vater nimmt seinen Sohn ins Gebet. „Dein Klassenlehrer sagte mir, dass er sich große Sorgen um dich macht, weil du im Unterricht überhaupt nicht bei der Sache bist!" – „Ach, Papa," antwortet der Sohn treuherzig, „was kümmern uns die Sorgen anderer Leute."„Wie hoch wäre denn meine Auszubildendenvergütung?" fragt der Bewerber für die Lehrstelle als Bankkaufmann als erstes.
"720 Euro in diesem Jahr, später natürlich deutlich mehr", sagt der Personalchef. - "Wenn das so ist, dann komme ich natürlich später wieder.“
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2 Kommentare:
Ihr Kommentar muss erst noch vom Predigtgärtner freigeschaltet werden. Bitte Geduld!
Lieber Predigtgärntner,
wenn ich die eMailAdresse unseres Pfarrers wüßte, ... würde ich Sie glatt bitten, ihm Ihre Predigten zu schicken.
(Aber die landen dann doch in der Corbeille - sorry: im Papierkorb. Leider ...)
DANKE
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