19.07.2011

Neue Form katholischen Missbrauchs: Anmelde-Daten für Papstmessen illegal?

(Fortsetzung)
Wir alle erinnern uns an Besuche von Staatsgästen in Deutsch-
land, bei denen sogar Kanaldeckel zugeschweißt wurden und für Journalisten so extreme Kontrollen vorgenommen wurden, dass es Beschwerden hagelte.
Liebe Datenschützer, schaut euch doch mal um in der bundes-deutschen Realität! – Millionen von Kunden von Versandhäusern geben mehr als nur diese Daten bei ihrer Erstanmeldung an.
Für jeden Kredit und für manche Einkäufe wird der Personal-
ausweis angeschaut oder sogar kopiert.
Ich habe es selbst erlebt, wie ein Bootsverleiher auf einem großen See zur Sicherheit außer einem Pfand von allen Kunden den Personalausweis bis zur Rückkehr einbehielt – eine seit vielen Jahren übliche Praxis.
Viel schlimmer: Von allen Nutzern von Kunden-
karten, Bonus-
karten wie z.B. „payback“ werden detailliert alle Einzelheiten ihrer Einkäufe registriert, und Kundenprofile werden für die Werbe-
wirtschaft angelegt. Schließlich will man wissen, wie oft und wo Sie bestimmte Produkte erworben haben.
Telefonkunden wissen es: Die Verbindungsdaten werden gespeichert, wer mit wem wann und wie lange gesprochen hat. Und dass über die sogenannte IP-Adresse exakt gesammelt wird, wer im Internet wann was anklickt, dürfte auch bekannt sein. Man könnte die Liste mühelos fortsetzen, wo Bürger weit mehr preisgeben als nur die für die Papstmesse jetzt bean-
standeten Daten.
Und, liebe Daten-
schützer, ist Ihnen schon mal aufgefallen, was der Staat selbst so treibt?
Nicht nur das Finanzamt bekommt Daten über-
spielt, etwa von den Banken. Jede Stadt hat beim Einwohnermelde-
amt eine Fülle von Daten über ihre Bürger parat, wie ich z.B. beim Erwerb von simplen Müllsäcken feststellen durfte. In Flens-
burg wird fleißig gesammelt, und gerade in diesem Jahr ist mal wieder eine Volkszählung im Gange, bei der man das Innenleben ihrer Bürger durchleuchtet.
Da will Papa Staat bei Androhung von Strafe für Auskunfts-
verweigerer gar wissen, ob man ein WC oder eine Dusche sein eigen nennt, welcher Religionsgemeinschaft man angehört, welchen Schulabschluss man hat, welchen Beruf man ausübt und ob man in der Woche vom 9. bis 15.Mai gearbeitet hat… – mit Ihrer Zustimmung, wohlgemerkt, liebe Datenschützer!
Da lobt man sich doch die Datenerhebung für die Papstmessen, oder? Jedenfalls kann jeder dabei selbst entscheiden, ob er/sie sich anmeldet oder nicht und damit die wenigen abgefragten Daten preisgibt.
Wie also würde der Volksmund so schön zu Ihrer Kritik sagen, liebe Datenschützer: Das war ja wohl ein Schuss in den Ofen!

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