(Fortsetzung)
Er ist jetzt ein weithin bekannter Rabbi. Seine Jünger sind bei diesem Heimatbesuch mit dabei, was unter-
streicht, dass er nicht zu seinem Privatvergnügen hier ist, sondern wie überall als Verkünder des Gottesreiches - und um die Menschen zur Umkehr aufzurufen.
Er ist jetzt ein weithin bekannter Rabbi. Seine Jünger sind bei diesem Heimatbesuch mit dabei, was unter-
streicht, dass er nicht zu seinem Privatvergnügen hier ist, sondern wie überall als Verkünder des Gottesreiches - und um die Menschen zur Umkehr aufzurufen.
Wir brauchen nicht viel Phantasie, um uns vorzustellen, was da in Nazareth
los war.
Das lässt man sich natürlich nicht entgehen. Der berühmte Sohn des Ortes ist heute da. Besonders die Älteren erinnern sich an viele Begebenheiten aus seinem Leben in Nazareth. Als Kind hat er sich genauso dreckig gemacht wie alle anderen, mit denen er gespielt hat. Daheim hat er so selbstverständlich mit angepackt wie die anderen Kinder auch. Bei Josef ist er in die Lehre gegangen und hat das Handwerk des Zimmermanns und Bauarbeiters jahre-
lang ausgeübt. Wie andere Männer aus dem Dorf hat er in der Umgebung auf vielen Baustellen gearbeitet und weiß daher, was es heißt, in der Hitze des Tages sein Brot verdienen zu müssen. - Kurzum: den Menschen damals in Nazareth ist eines klar - diesen Jesus kennen wir natürlich. Er ist einer von uns. Wir wissen Bescheid um ihn.
Doch die Dorf-bewohner haben auch miterlebt, dass er schon als Kind auch irgendwie anders war. Das war z.B. schon ein starkes Stück, als er als Zwölf-
jähriger bei seiner ersten Teilnahme an der großen Wallfahrt nach Jerusalem einfach mir nichts dir nichts
im Tempel blieb, statt in der Gruppe der Jugendlichen wieder mit den anderen heimzukehren.
Die Leute in Nazareth wissen: Er war schon ein unge-
wöhnlich kluger Kopf, wenn man bedenkt, wie er fast noch als Kind mit den Experten im Tempel diskutiert hat. Als er dann später aber das Dorf und seine Verwandten verließ, um als Wanderprediger umherzuziehen, war das schon ein Schock. Am liebsten hätten ihn seine Verwandten bei seinem lebensgefährlichen Tun gestoppt...
Wenn er mit seinen Reden die Herrschenden gegen sich aufbrachte, konnte das womöglich auch seinen Verwandten und dem ganzen Dorf Nachteile bringen. Wer weiß, was die Obrigkeit sich noch einfallen lassen würde!
Also wirklich: Jesus über-treibt es einfach! Prediger sein ist ja in Ordnung, aber muss man denn gleich so radikal sein? Wie konnte man ihn nur wieder zur Vernunft bringen?
Doch heute, als Jesus mit seinen Jüngern ins Dorf eingezogen ist, sind diese Gedanken erst einmal beiseite geschoben. Man will hören, was dieser große Sohn des Dorfes zur Schriftstelle dieses Tages zu sagen hat. Mal sehen, wie er sich so macht als Rabbi, unser Jesus…
Schade, dass wir heute dem Evangelium nicht ent-
nehmen können, was Jesus nun genau gesagt hat. Doch sicher können wir davon ausgehen, dass er hier nichts anderes verkündete als anderswo auch. Das war natürlich nicht nur angenehm. Da ist die Stimmung schnell im Eimer, wenn man so konkret mit der Nase darauf gestoßen wird, dass es Gott nicht um bloße Lippenbekenntnisse geht.

Glaube an Gott ist eine Herzensbeziehung, eine Liebesbeziehung. Gott schenkt sich uns und wirbt immer wieder um uns, um unsere tägliche bewusste Zustimmung, seinen und nicht unseren Willen zu tun. Das hat Jesus vorgelebt, bis zum Tod am Kreuz. Verständlich, dass dieser liebende Gott nicht bloß den Lückenbüßer spielen will, wenn von uns mal gerade kurzfristiger Bedarf an Trost und Hilfe angemeldet wird.

In Nazareth jedenfalls ist die Synagoge an diesem Tag rappelvoll. Nachdem Jesus ge-
sprochen hat, fängt es in der Menge an zu brodeln. Wie das Evangelium uns verrät, stellen seine Zuhörer jetzt die Grundsatzfrage: „Woher hat er das alles?“
Leider übersetzt die Einheitsübersetzung auch hier etwas zu ungenau. Wörtlicher heißt es nämlich so: „Woher hat der da das?“
„Der da“ – so sagen sie. Da es unwahrscheinlich ist, dass die Bewohner seines Heimatdorfes allesamt plötzlich an Gedächtnisschwund leiden und seinen Namen vergessen haben, ist die Aussageabsicht des Satzes klar: Die Stimmung ist jetzt endgültig gekippt. Jesus hat die, welche ihn zu kennen glauben, mit seiner klaren Ansage völlig vergrault. Sie schalten jetzt natür-
lich auf stur. Ihr Signal ist klar: Wir kennen dich doch von Kindesbeinen an! Also spiele dich hier nicht so auf, uns Vorschriften machen zu wollen! Wenn du uns so kommst, dann bist du für uns wie einer, dessen Namen wir nicht kennen, wie ein Fremder. Woher nimmst du dir bloß so viel heraus?
Schnell wird klar, was sie mit ihrer Frage ausdrücken wollen, woher er seine Weisheit denn eigentlich hat und wodurch er Wunder wirken kann. Er ist doch nur der Zimmermann, nur der Sohn der Maria!

Wie wir hier sehen, sind die Bewohner von Nazareth ganz offenkundig ein Musterbeispiel einseitigen Denkens.
Sie haben ihre Schablone, sie haben ihre Schublade, und da wird man ruckzuck einsortiert. Unser Jesus soll der Sohn Gottes sein? Dieser ehemalige Bauarbeiter? Im Leben nicht…!
So denken sie. Da muss es also eine andere Kraftquelle geben, woher Jesus seine Weisheit und Macht hat.
Da bleibt als Erklärung für sie eigentlich nur: Der da steckt mit dem Teufel unter einer Decke! Vielleicht ist er gar besessen, wie einige Verwandte vorher schon behauptet hatten…!? - Dieser Verdacht wird nicht offen ausgesprochen, liegt aber auf der Hand. Das heutige Evangelium fasst daher seinen öffentlichen Auftritt im Heimatort so zusammen: „Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.“
Unter einem Heimspiel stellt man sich jedenfalls etwas anderes vor. Das hier war wohl eher ein Schlag ins Wasser, ein klarer Misserfolg Jesu. Um dies nochmals zu bestätigen, fügt das Evangelium sogar noch hinzu: „Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie.“
Warum wird in der Bibel aber trotzdem von solch einem Fehlschlag Jesu berichtet? Warum unterschlägt man nicht einfach diese Pleite? Zum einen mag es als ein Trost gedacht sein für die Jünger Jesu damals und alle Glaubensverkünder heute: Ihr müsst von vorneherein mit Enttäuschungen und Fehlschlägen rechnen. Gegen Betonköpfe kommt man eben nicht an. Schon das Schicksal vieler Propheten und auch vieler Heiliger demonstriert es: Wer die Leute empfindlich stört, der muss eben mit heftigen Reaktionen rechnen.
Für uns hier und heute kann eine Lehre daraus aber auch so heißen: Ihr heutigen Christen habt das Glück, aus den Fehlern anderer noch lernen zu können. Macht Gott also bitte keine Vorschriften, was er zu tun hat und wie er es zu tun hat. Gottes Mög-lichkeiten sind einfach unvorstellbar!
Die Menschen in Nazareth haben Gottes Sohn deshalb nicht akzeptiert, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ausgeschlossen, dass Gott seinen Sohn aus solchen Verhältnissen völlig unköniglich auf den Weg schickte, meinte man. Das heutige Evangelium mahnt also zur Vorsicht: Nazareth mit seiner Blindheit kann eigentlich überall sein!
Denkt also bloß nicht, dass ihr schon auf der sicheren Seite seid, bloß weil ihr Jesus aus Kirche und Bibel kennt! Euch wird immer wieder auf eurem Lebensweg eine Entscheidung abgenötigt: Vertraue ich diesem Gott, auch wenn ich ihn nicht begreifen kann?
Bin ich offen auch für ungewöhnliche Wege Gottes oder lasse ich das nicht an mich heran?
Nehme auch ich wie die Leute in Nazareth an ihm Anstoß?
Denke ich kleinkariert von Gott, statt für seine Überraschungen empfänglich zu sein?
Wenn ich mich quer-stelle, wenn ich Gott gegenüber bockig bin, dann wird mich be-
stimmt kein Wunder erreichen! Das ist ja schon in der Medizin so: Ärzte bestätigen immer wieder, wie wichtig es bei vielen Krankheiten ist, dass der Patient mithilft, dass er den Willen zur Heilung hat, dass er wirklich Vertrauen hat. -- Es ist schon eigenartig: Da vertrauen die Leute ihrem Arzt, ihrem Steuerberater, dem Lebensmittelhändler, dem Flugkapitän und wer weiß wem noch alles. Man denkt: Der hat’s schon drauf. Der wird schon wissen, was er tut. Ich blicke da ohnehin nicht durch. Und selber operieren kann ich mich ja auch nicht. Wozu hat man denn Fachleute? - Bei Gott aber, der gewissermaßen der uneingeschränkte Fachmann für unser ewiges Glück ist und der sich um uns sorgt , da spielt man jedoch gerne mal den Besserwisser.
Lernen wir also aus der Sturheit der Leute von Nazareth. Gott braucht nicht das Sensationelle, das Exotische. Er kann auch im Alltäglichen, im Kleinen,
im Unscheinbaren kommen. Jemand hat mal gesagt,
die Menschen könnten Gott heute nicht mehr so gut erkennen, weil sie sich nicht mehr so tief bücken wollten. Schauen wir also genau hin. Hören wir also genau zu. Halten wir Augen und Ohren offen.

Info-Seite: Nazareth damals und heute
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Predigt Pfr. Dr. Jörg Sieger
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Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Pfr. Dr. Walter Wimmer
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Dr. Ludwig Neidhart über die „Brüder Jesu“
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Predigt Pfr. R. Boerlin (pdf)
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Predigt Pfr. Alfred Enz (pdf)
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Gottesdienstentwurf / Predigt
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Material nicht nur für den Kindergottesdienst (pdf)
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Predigten und Fürbitten Karl-Leisner-Jugend
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Exegtisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Frage an Radio Eriwan: Kann eigentlich jemand gleichzeitig Kommunist und auch Christ sein?
Antwort: Im Prinzip ja, aber warum wollen Sie sich das Leben doppelt schwer machen?
Antwort: Im Prinzip ja, aber warum wollen Sie sich das Leben doppelt schwer machen?
Geschäftstüchtig: Vom überreichen Baron Rothschild wird erzählt, dass eines Tages ein junger Mann mit ihm sprechen wollte, der ihm ein Millionengeschäft vor-
schlagen würde. Der junge Mann wurde also vom Sekretär vorgelassen, und der Baron bat um Details der Geschäftsidee.
schlagen würde. Der junge Mann wurde also vom Sekretär vorgelassen, und der Baron bat um Details der Geschäftsidee.
„Nun“, sagte der junge Mann, „eines Tages wird Ihre Tochter ein großes Millionenvermögen von Ihnen erben. Ich würde Ihre Tochter gerne heiraten, auch wenn diese nur die Hälfte bekäme…!“
Sie können diese Predigtgedanken per E-Mail bei mir anfordern oder auch selbst herunterladen (Link funktioniert mindestens bis ca. 1.9.2012):
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